Bundesliga
Geliebt und Gehasst – Wie RB Leipzig den Fußball verändert

Leipzig (ots) – Nach einem kometenhaften Aufstieg prägt RB-Leipzig nun die Bundesliga wesentlich mit. Doch worauf ist der Erfolg zurückzuführen, was machen die Rasenballer anders als andere Vereine? MDR-Sportreporter Ingo Hahne sprach mit Fußballexperten sowie Gegnern des Vereins und erhielt exklusive Einblicke in den Vereinsalltag, zu sehen in einer MDR-Reportage am Samstag, 25.März, 19 Uhr, im Ersten. Am elften Spieltag erobert Aufsteiger RB Leipzig die Tabellenspitze der Bundesliga. 22 Tage thront der Bundesliga-Neuling vor Bayern München. In ihrer Premierensaison sind die Leipziger lange Zeit schärfster Konkurrent des Rekordmeisters. Der Neuling mischt das Oberhaus des deutschen Fußballs auf. So hat sich der Verein in Leipzig und Umgebung innerhalb kurzer Zeit als Identitätsfaktor etabliert. Das Stadion ist seit dem Aufstieg fast immer ausverkauft. Die Vereinsfarben bestimmen an Spieltagen das Stadtbild. In den Augen seiner Kritiker ist RB Leipzig jedoch ein Retortenverein, aufgepumpt mit den Millionen von Brause-Milliardär Dietrich Mateschitz. Die Ultra-Fanszene wehrt sich gegen den Emporkömmling aus dem Osten – mit Plakaten, Sitzblockaden oder, wie jüngst in Dortmund, mit Steinen. Die Dokumentation von Ingo Hahne, die der MDR für das Erste produziert hat, schaut hinter die Kulissen des erfolgreichsten Bundesliga-Aufsteigers aller Zeiten und hakt nach: Wie arbeiten Sportdirektor Ralf Rangnick und Trainer Ralph Hasenhüttl? Was treibt Spieler wie Emil Forsberg oder Timo Werner an? Und warum spaltet der Erfolg die Fanszene in Deutschland?  

Großbritannien
Eilmeldung: Terror in London – Viele Verletzte

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London (nex) – Wie Medien übereinstimmend berichten, hat es vor dem britischen Parlament in London einen Anschlag gegeben. Es seien Schüsse gefallen, mehrere Menschen lägen verletzt am Boden. Genau Hintergründe seien noch unklar, es gebe weitläufige Absperrungen. Zeugenberichten zufolge habe ein Autofahrer einen Fahrradfahrer umgerast, danach seien die Schüsse gefallen. Diese Information sei jedoch mit Vorsicht zu genießen. Auf Twitter spreche laut BILD ein User von einem Auto, das auf der Westminster Bridge mindestens fünf Menschen umgerast haben soll. N24 zufolge habe die Polizei bereits 12 Minuten nach den Schüssen die Straßen um das Parlament abgesperrt. Scharfschützen der Polizei hätten sich auf den Gebäuden postiert. Insgesamt sei die Situation noch sehr unübersichtlich. Im Parlament sei ein Angreifer angeschossen worden. Mehrere Rettungshubschrauber seien Medienberichten zufolge vor Ort gelandet.

Antrittsrede
Jetzt wird’s ernst für Erdogan: Bundespräsident Steinmeier fordert Deniz Yücels Freilassung

Berlin (nex) – Der neue Bundespräsident ist vereidigt und richtet bereits in seiner ersten Rede einen Appell an den türkischen Präsidenten Erdogan. In seiner Antrittsrede hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Nazi-Vergleiche des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan verurteilt und die Freilassung des „Welt“-Journalisten Deniz Yücel gefordert. „Beenden Sie die unsäglichen Nazi-Vergleiche! Zerschneiden Sie nicht das Band zu denen, die Partnerschaft mit der Türkei wollen“, sagte Steinmeier laut vorab verbreiteter Rede. Erdogan solle den Rechtsstaat und die Freiheit von Medien und Journalisten respektieren. Deutsche und Türken fühlten sich besonders verbunden, auch wegen der vielen Menschen türkischer Abstammung, die in „Deutschland lebten, arbeiteten und hier zu Hause“ seien, so Steinmeier. Deshalb schaue man auf die Türkei nicht mit „Hochmut und Besserwisserei“. Die Deutschen wüssten um die schwierige Lage der Türkei in Nachbarschaft der großen Krisenregionen Irak und Syrien. Deutschland verurteile den versuchten Militärputsch im vergangenen Sommer, allerdings sei man von Sorge geplagt, dass all das, was über Jahrzehnte aufgebaut worden ist, in kurzer Zeit zerfalle. Die Türkei habe eine Phase von wirtschaftlichem Aufbau, Reformen und auch einer Periode der Annäherung an die EU erlebt. All dies habe Deutschland gewürdigt und unterstützt, betonte Steinmeier.        

"Dinge sagen wie sie sind"
Endlich: Elif veröffentlicht am 26. Mai das Album „Doppelleben“

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Berlin (nex) – „Ben böyleyim – Ich bin so wie ich bin“, singt Elif auf dem Titelstück ihres neuen Albums „Doppelleben“ das am 26. Mai 2017 veröffentlicht wird. „Ben böyleyim – Ich bin so wie ich bin“, mit diesen Worten begibt sich Elif zugleich auf die Suche nach ihrer Heimat. Dabei geht es nicht um Geografie, Elifs Geschichte ist keine Geschichte einer Frage nach Zugehörigkeit, zwischen dem Land, in dem sie geboren wurde, und dem Land, aus dem ihre Ahnen stammen. Elifs Suche ist mehr als das. Sie ist kleiner, individueller und damit schon wieder viel größer, weil sie uns alle betrifft. Die 24-jährige Berlinerin stellt sich der Frage, wieso die meisten von uns ein Leben zwischen den Stühlen führen. Elifs Texte auf „Doppelleben“ sind klar und offen. Immer wieder wird sie von Künstlerkollegen, von Freunden und ihrer Familie gefragt, ob sie sich nicht verletzlich mache, wenn sie all ihre Gefühle in der Musik offenlege. „Ich verstehe diesen Gedanken überhaupt nicht“, sagt die Sängerin. „Ich finde, im Gegenteil, dass man sich eher unangreifbarer macht, wenn man die Dinge auf den Tisch legt und sagt: ‚Hier, das ist mein Leben. Das sind meine Ängste, meine Träume, mein Sein.‘ Was gibt es da dann noch zu attackieren?“ Das Ergebnis sind 13 Lieder, 13 Chansons voller Melancholie, aber noch wichtiger: voller Optimismus. Elif singt von Liebe in all ihren Facetten, von der Beziehung zu den Eltern, dem Verliebtsein, vom Kaputtgehen und Neuwerden. Und sie umarmt dabei jede dieser Facetten aus vollem Herzen. „Anlauf nehmen“ heißt eines der Lieder, „Umwege gehen“ ein anderes. „Doppelleben“ ist im Leben entstanden, nicht am Schreibtisch. Die Songs sind Abbilder der Momente und Erfahrungen, die die junge Künstlerin in den vergangenen drei Jahren gemacht hat. Sie erzählen von einer Zeit im Aufbruch, innerlich wie äußerlich. Die Stimmung des Albums ist nachdenklich, aber hoffnungsvoll. Überhaupt, das größte Thema in Elifs Arbeit ist die Aufrichtigkeit. „Ich nehme mir die Freiheit, die Dinge so zu sagen wie sie sind“, sagt Elif. „Weil ich glaube, dass das gerade diese Freiheit ist, die man sich als Künstler leisten sollte.“
(Foto: Elifvevo/Screenshot)
„Doppelleben“ ist so aufrichtig, dass es schon jetzt eine eigene Seele hat. „Für mich“, sagt Elif, „ist das Texten von Songs eine menschliche Arbeit, die Entstehung von Musik aber hat etwas Universelles. Manchmal kommen die Melodien einfach von irgendwoher angeflogen. Und auch wenn die Texte im Nachhinein entstehen, ist da diese Melodie die mehr als tausend Worte spricht. Jedes Stück ist wie eine Seite in einem Tagebuch, in dem ich nachlesen kann wer ich bin: Heimat – eigentlich sollte das der Ort sein, an dem man bedingungslos geliebt wird. Dafür aber muss man sich zu erkennen geben, zeigen wer man ist. Elif verließ mit 19 Jahren ihr Elternhaus in Moabit, weil sie genau das nicht konnte. „Meine Eltern sind eher mit konservativeren Werten erzogen worden, ich dagegen bin viel freier aufgewachsen. Dadurch entstand mit den Jahren ein Ungleichgewicht. Irgendwann konnte ich zuhause nicht mehr so sein, wie ich wirklich bin.“ Eine Zerrissenheit, die Elif jahrelang beschäftigt. In „Doppelleben“ singt sie:
„Wollt ihr denn nicht hören / Was in meinem Herzen klingt „, und entwickelt wenig später gleich selbst die Lösung: „Ich will euch alles sagen können / Damit ihr seht und versteht, wer ich bin / Ich will euch alles fragen können / Damit ich weiß, was noch geht, und wohin.“
Elif weiß, dass der Weg nach Hause eine immerwährende Reise ist. Für sie, aber auch für jeden anderen: „Wir wollen doch alle irgendwann an einem Ort ankommen, an dem wir ganz und gar verstanden werden.“ Elif hat sich auf den Weg gemacht.

Medien
Der Siegeszug der Coverstory – die 10 wichtigsten Zeitungstrends

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Wien/Salzburg (ots) – Zeitungen in ganz Europa setzen vermehrt auf Coverstorys. Auf der Titelseite wird dazu groß ein Thema platziert und dann auf mehreren Seiten weitergeführt. Damit erhält die gedruckte Zeitung eine neue Funktion: Stand früher die schnelle Nachricht im Vordergrund, ist es heute der große Hintergrundbericht. Selbst tagesaktuelle Themen werden von den Redaktionen inzwischen derart aufwendig aufbereitet. Das ist einer von insgesamt zehn Zeitungstrends, die Norbert Küpper beim European Newspaper Congress 2017 in Wien vorstellen wird. Der deutsche Zeitungsdesigner beobachtet jährlich die wichtigsten Veränderungen im europäischen Zeitungsgeschehen. In diesem Jahr wird Küpper besonders viele Beispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigen. „Wenngleich auch bei der visuellen Präsentation noch immer Zeitungen in Skandinavien und den Benelux-Ländern führend sind, haben Deutschland, Österreich und die Schweiz enorm aufgeholt“, analysiert Küpper. Der European Newspaper Congress beginnt am 21. Mai. Rund 500 Chefredakteure und Medienmanager diskutieren drei Tage über die Zukunft ihrer Branche. Die digitale Transformation eines Medienhauses ist einer von vielen Themenschwerpunkten. Mehrere Beiträge setzen sich mit den politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Medien auseinander. „Im selben Boot? – Politik und Medien im Zeitalter von Fake News und Populismus“ ist dazu der Titel der Keynote von Österreichs Bundeskanzler Christian Kern. Und „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo analysiert, was es heute bedeutet, Haltung zu zeigen. Erwartet werden die ersten Ergebnisse von Medien, die sich gezielt mit konstruktivem Journalismus auseinandersetzen. Zusätzlich werden innovative Medienmacher aus ganz Europa ihre neuesten Projekte präsentieren.

Türkei
Erdogan und die Nazi-Vergleiche

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Istanbul (TP/nex) – Der türkische Präsident Erdogan nahm in Istanbul an der Generalversammlung der Stiftung für Wissensverbreitung teil und bezog sich bei der Rede ausdrücklich auf das Verhalten der niederländischen Regierung in der Nacht vom Samstag auf Sonntag vor zwei Wochen in Rotterdam. Hier eine freie Übersetzung der Rede in Istanbul vom vergangenem Samstag:
„Die letzten Vorkommnisse in Europa zeigen, dass der Widerstand gegen unser Land und unsere Sache auf eine andere Ebene getragen wurde. Bisher versuchten sie mit ihren Marionetten (Agenten), ihren Waffenempfängern, mit den Terrororganisationen, denen sie jovial den Rücken tätschelten, mit denen, die sie für einen Dollar kauften, uns in die Ecke zu drängen, jetzt steigen sie selbst in die Arena. Der Maskenball ist zu Ende. Die Diplomatie haben sie in eine Ecke gestellt (abgestellt), sie verstecken ihre Absichten nicht mehr, sie verheimlichen nicht mehr ihr Unbehagen vor einer souveränen (starken) Türkei. Sie scheuen sich nicht davor, ihren lange Jahre aufgestauten Hass, Ekel, gegen unser Land, unser Volk sogar gegen alle Muslime täglich von ihren Bildschirmen, Zeitungen, Schlagzeilen herauszukotzen. Denn sie wissen um die wichtige Bedeutung des 16. April, die sie nicht mehr ihren Handlangern überlassen können (die Gegenwehr können sie nicht mehr ihren Handlangern überlassen, deswegen steigen sie selber in die Arena). Sie wissen genau, das am 16. April nicht nur über das Regierungssystem der Türkei abgestimmt wird. Vielmehr wissen sie um die Gefahr des Zerfalls des alten Systems, das sie seit Jahrzehnten missbrauchen konnten, das sie nach ihrem Gutdünken ausnutzen konnten. Wenn sie sich nicht schämten, würden sie KZ´s und Gaskammern wieder zum aktuellen Thema machen.
Weiterhin bemerkte Erdogan, dass europäische Staaten sich nicht scheuten, ihre heilig gepriesenen Werte wie ihre demokratischen Werte, Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit, Frauenrechte, Menschenwürde mit Füßen zu treten. Sie (europäische Staaten) hätten jetzt in türkischer Sprache eine „Hayir Kampagne“ gestartet. Den holländischen Verantwortlichen, die sich gestört über den Rat der „fünf Kinder“ äußerten, und ankündigten, die Zahl der Türken in Holland dezimieren zu müssen, sagte Erdogan:
So wie sie es vor 22 Jahren in Bosnien, jahrzehntelang in Afrika, in Indonesien gemacht haben, bedrohen sie uns jetzt mit der Dezimierung in Holland. Wenn man ihnen gleichberechtigt (in Augenhöhe) entgegen tritt, springen sie. Wenn sie sich nicht schämten, würden sie wieder Gaskammern und Konzentrationslager zum aktuellen Thema machen. Aber noch trauen sie sich nicht.
Erdogan fügte hinzu, dass die ermordeten Bosnier in Srebrenica nicht vergessen werden und holländische Verantwortlichen unruhig seien, wenn man ihnen dieses faschistoide Verhalten vorwerfe. Des Weiteren erklärte Erdogan:
Ich sage an jene, die uns den Knüppel zeigen, dass diese Zeiten vorbei sind. Es gibt keine Türkei mehr, die sich vor euren Drohungen und Gewalttätigkeiten beugt. Wir werden nicht zulassen, dass auch nur einer unserer Bürger zu Schaden kommt. Jedes Land, das in Versuchung gerät, wird die Konsequenzen zu spüren bekommen.
 

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Erschienen bei Turkishpress

Handys müssen gescannt werden
USA: Heimatschutzministerium verbietet Laptops auf Turkish Airlines-Flügen

Washington DC (nex) – Wie das US-Heimatschutzministerium gestern mitteilte, dürfen Laptops, Tablets und Kameras nicht mehr ins Handgepäck. Wer aus Nordafrika oder dem Nahen Osten aus in die USA fliegen will, muss sich auf neue Bestimmungen einstellen. Auch die Türkei ist betroffen.

Das Heimatschutzministerium teilte mit, dass die Einschränkungen Flüge aus zehn Ländern, von denen acht muslimisch sind, beträfen. Auch der Istanbuler Atatürk-Flughafen ist von der Maßnahme betroffen.

Grund dafür seien neu ausgewertete Geheimdienstinformationen über Terrorgruppen, die Linienflüge mit an Bord geschmuggelten Sprengsätzen anzugreifen planten.

Großbritannien zog später mit einem ähnlichen Verbot nach. Medienberichten zufolge seien Flüge aus der Türkei, dem Libanon, Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien und Tunesien betroffen.

So dürften Flugpassagiere aus den oben genannten Ländern nur noch Handys und medizinische elektronische Geräte, die zuvor gescannt würden, mit an Bord nehmen. Andere Geräte, die größer als ein Handy seien, dürften sie nicht mehr im Handgepäck führen.

Der türkische Verkehrsminister Ahmet Arslan bezeichnete das US-Verbot als unfair:

„Alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen sollten ergriffen werden. Wir gehen jedoch davon aus, dass es aus der Sicht der Fluggäste produktiver und gut für deren Wohlbefinden wäre, wenn sie bei einer Flugdauer von etwa 12 Stunden auf ihren Geräten arbeiten könnten.“

EU-Türkei-Beziehungen
„EU-Mitgliedschaft der Türkei wird es nie geben“

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 Düsseldorf (nex) – Der Chef der Europäischen Volkspartei im EU-Parlament, der CSU-Politiker Manfred Weber, hat einen „Neustart“ im europäisch-türkischen Verhältnis gefordert.
„Wir müssen endlich dazu stehen, dass es eine Vollmitgliedschaft der Türkei in der EU nie geben wird. Wir müssen weg von dieser verlogenen Debatte von Rot-Grün“, sagte Weber der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Sie sei nie real gewesen. Sie habe dem Verhältnis zwischen EU und Türkei mehr geschadet als genutzt. „Sie hat den Dialog mit der Türkei vergiftet, weil beide Seiten gespürt haben, dass die Vollmitgliedschaft nicht realistisch ist.“ Weber betonte auch: „Erdogan muss wissen, dass er uns mehr braucht, als wir ihn brauchen.“ In Europa seien eine Reihe von Themen auf dem Tisch, an denen der Türkei gelegen sei, sagte Weber und nannte Visa-Erleichterungen, finanzielle Unterstützungen und die Zollunion.
Bereits im November letzten Jahres sagte Weber in einem Interview, dass er einen EU-Beitritt der Türkei für unwahrscheinlich hält: „Die EU-Mitgliedschaft wird für die Türkei nicht kommen.“ Wichtiger seien Einzelabkommen mit Ankara für praktische Fortschritte etwa in der Wirtschaft, in der Kultur und beim Studentenaustausch. „Das wäre aus unserer Sicht viel sinnvoller als die EU-Mitgliedschaft“, so Weber gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung Der Politiker wies die Drohung des türkischen Machthabers Recep Tayyip Erdogan zurück, die Grenzen für Flüchtlinge nach Europa zu öffnen. Weber sagte: „Wir lassen uns nicht erpressen. Klar ist, dass wir notfalls auch unabhängig von der türkischen Regierung in der Lage sein müssen zu reagieren.“ Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte die Europäische Union bereits im November aufgefordert, seine „schamlosen“ Drohgebärden und Ankündigungen bezüglich einer möglichen „Überprüfung“ des Beitrittsprozesses einzustellen. „Ihr seid spät dran“, erklärte Erdoğan. „Überprüft es so früh wie möglich. Aber überprüft es nicht nur, trefft eine endgültige Entscheidung.“ „Es ist nicht relevant, ob ich in Anbetracht des Gebarens der EU die Geduld verliere, es ist aber sehr wohl relevant, wenn das türkische Volk die Geduld verliert. Und von diesem Punkt sind wir nicht weit entfernt“, so Erdogan in einer Rede.

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Geschichte
Historiker: Ein Drittel von Manbidsch gehörte dem osmanischen Sultan Abdulhamid

Ankara (nex) – Das türkische Militär und die Freie Syrische Armee (FSA) haben das Gebiet von Dscharablus bis al-Bab von IS (Daesh)-Terroristen gesäubert und konzentrieren sich nun auf das vom Ableger der Terrororganisation PKK, der Partei der Demokratischen Union (PYD), kontrollierte Manbidsch. Die PYD strebt in der Region einen unabhängigen Staat an. Ein vor Kurzem veröffentlichtes Buch beleuchtet mit historischen Dokumenten die osmanische Geschichte von Manbidsch und zeigt auf, dass ein Drittel des Stadtgebiets sowie der umliegenden Dörfer sich in Sultan Abdulhamids II. Besitz befanden. In „Ein Land des Misak-i Milli [Nationalpakt] im Lichte der Quellen – Manbidsch und seine Geschichte“ verwendet der Historiker Enes Demir historische Dokumente zur Erläuterung des Status‘ der Region einschließlich der demographischen Struktur, der Errichtung der türkischen Verwaltung während der osmanischen Zeit sowie Informationen über die Entscheidung des Osmanischen Reiches, sich aus der Region zurückzuziehen. Manbidsch kam im 16. Jahrhundert unter osmanische Verwaltung. Demir bezieht sich in seinem Werk auf Quellen in Staatsarchiven aus jener Zeit. Laut Aufzeichnungen hatten die Dörfer in den Regionen mit turkmenischer Bevölkerung türkische Namen. Nach dem Ende des Osmanischen Reiches übernahm Frankreich die Kontrolle über die Region. Die neue Regierung wurde jedoch mit dem Widerstand der Bevölkerung konfrontiert, sodass im Dezember 1920 die türkische Verwaltung wiedereingeführt und bis zum 29. August 1921 fortgesetzt wurde.

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Energiepolitik
Krise mit Europa: Türkei startet Gasbohrungen nun im Alleingang

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Istanbul (nex) – Das seismische Messungsschiff „Barbaros Hayrettin Pasa“ der Türkischen Petroleum-Gesellschaft hat Tiefseebohrungen zur Erkundigung von Erdgasreserven im Schwarzen Meer gestartet. Die Erkundigung findet entlang der Küsten der nordtürkischen Provinzen Samsun, Ordu und Giresun statt..

Die Türkische Petroleum-Gesellschaft, eine Tochtergesellschaft des türkischen Energieministeriums, begann mit Erdgas- und Erdölexplorationen im Schwarzen Meer, berichten türkische Medien am Sonntag. Das Schiff „Barbaros Hayrettin Pasa“, das am Samstag im Hafen von Samsun ankerte und logistische Unterstützung erhielt, begann unweit der Küsten der Provinzen Samsun, Ordu und Giresun mit Forschungen nach fossilen Ressourcen. An Bord befindet sich eine 44-köpfige Mannschaft. Die meisten sind Forschern Die Forschungsarbeiten sollen drei Monate andauern. Eurasia News und NEX24 sprachen mit dem Präsidenten der Internationalen Vereinigung für Energiewirtschaft Gürkan Kumbaroglu, der die Suche nach Energiereserven an türkischen Küsten als wichtige Chance begreift. Er sagte:
„Die ersten Erdgasfunde im Schwarzen Meer gehen auf 2004 zurück. Sie fielen damals mit rund 500.000 Kubikmeter pro Tag klein aus. Türkische Geologen gehen jedoch von einem hohen Off-Shore-Ressourcenpotenzial im Schwarzen Meer aus. Bisher ergaben die Explorationen nur geringe Erfolge.“
Seiner Meinung nach wurden seismische Nachforschungen und Explorationen nur bedingt effizient ausgeführt. Kumbaroglu bemerkte mit Blick auf die aktuellen Spannungen zwischen Europa und der Türkei:
„Die Türkei war in diesen Arbeiten bisher von westlichen Firmen abhängig. Da die Beziehungen der Türkei zum Westen gegenwärtig angespannt sind, ist die Initiative auch ein Zeichen dafür, dass Ankara ohne den Westen auf die Energiereserven vorstoßen möchte. Ankara setzt auf Entschlossenheit und nationale Möglichkeiten, obwohl die Türkische Petroleum-Gesellschaft auch ein Explorationsabkommen mit Shell schloss. Die Zusammenarbeit wird angesichts der Ereignisse in den Niederlanden so gut wie möglich aufgeschoben.“
Vor zwei Wochen informierte der türkische Energieminister Berat Albayrak, dass die Türkei plant, Tiefseebohrungen und eine seismische Erforschung von Erdöl- und Erdgasreserven im Mittelmeer und Schwarzen Meer durchzuführen. „2017 beginnen wir mit der Suche nach Energiereserven im Mittelmeer und Schwarzen Meer. Wir planen dafür, zwei Schiffe für den Bohrprozess zur Verfügung zu stellen“, sagte Albayrak bei der IHS CERAWeek-Energiekonferenz im US-amerikanischen Houston. Albayrak betonte, dass die Forschungsarbeit mit einem zweiten Schiff ausgebaut wird. „Mit dem zweiten Forschungsschiff wird die Türkei aktiv ihre Explorationsaktivitäten in mehreren Dimensionen und mit fortgeschrittenen Mitteln ausbauen“, sagte Albayrak. Seiner Meinung nach ist die Türkei in eine neue Entwicklungsphase aufgestiegen. Diese sei mit einem Wandel des Energiesektors und Investitionen möglich geworden. Das Energieministerium habe wichtige Schritte eingeleitet, um die Erdgas- und Erdöl-Exploration an den türkischen Küsten zu beschleunigen. „Insbesondere dieses Jahr gehen wir wichtige Schritte, um die Exploration und Bohrung im Mittelmeer und Schwarzen Meer anzugehen“, sagte der türkische Energieminister. Mit einem zweiten Explorationsschiff könne die Türkei die Suche nach Ressourcen sowohl im Schwarzen Meer als auch im Mittelmeer durchführen. In beiden Meeren werden zwei und drei dimensionale Explorationen durchgeführt. Laut Albayrak befinden sich mehr als 60 Prozent der weltweiten Erdöl- und Erdgasreserven in der Region in und rund um die Türkei. Ankara stehe mit umfassenden Investitionen in diese Energieregion davor, eine neue Ära einzuleiten.

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