New York – Vor dem Wahlsieg des demokratischen Sozialisten Zohran Mamdani warnten konservative Politiker, Unternehmer und Kommentatoren vor dramatischen wirtschaftlichen Folgen für New York City.
Insbesondere die von Mamdani vorgeschlagene Erhöhung des Einkommensteuerzuschlags für Spitzenverdiener wurde von Kritikern als Auslöser einer drohenden „Millionärsflucht“ bezeichnet. Vermögende Einwohner würden die Metropole verlassen und in steuerlich günstigere Bundesstaaten wie Florida oder Texas ziehen, lautete die Prognose.
Mehrere Monate nach Mamdanis Amtsantritt zeichnet sich bislang jedoch ein anderes Bild ab. Weder aktuelle Marktanalysen noch führende Vertreter der Immobilienbranche sehen Anzeichen für die vielfach angekündigte Abwanderung wohlhabender New Yorker.
Luxusimmobilienmarkt zeigt sich robust
Statt eines Einbruchs berichten mehrere Immobilienunternehmen von einer weiterhin hohen Nachfrage im Luxussegment Manhattans. Marktanalysen zufolge blieb der Verkauf hochpreisiger Immobilien auch nach Mamdanis Wahlsieg stabil. Teilweise wurden sogar steigende Vertragsabschlüsse im Luxussegment registriert.
Immobilienmakler erklärten gegenüber US-Medien, einige Kaufinteressenten hätten ihre Entscheidungen unmittelbar nach der Wahl zwar zunächst verschoben. Bereits kurze Zeit später seien jedoch viele dieser Käufer auf den Markt zurückgekehrt und hätten ihre geplanten Immobilienkäufe abgeschlossen.
Auch die vielfach prognostizierte Abwanderung wohlhabender Einwohner nach Florida oder Connecticut lasse sich nach Einschätzung mehrerer Branchenvertreter bislang nicht beobachten.
Wissenschaftler sehen Steuerflucht skeptisch
Unterstützung erhält diese Einschätzung auch aus der Forschung. Der US-Soziologe und Steuerexperte Cristobal Young beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, ob höhere Steuern tatsächlich zu einer Abwanderung vermögender Menschen führen.
Auf Grundlage umfangreicher Steuer- und Bevölkerungsdaten kommt Young zu dem Schluss, dass Millionäre deutlich seltener umziehen als häufig angenommen. Selbst bei Steuererhöhungen blieben viele an ihren Wohnorten, weil familiäre Bindungen, Unternehmen, berufliche Netzwerke und persönliche Lebensumstände für die Entscheidung meist wichtiger seien als steuerliche Unterschiede.
Vor diesem Hintergrund bewertet Young die im Zusammenhang mit Mamdanis Wahl geäußerten Warnungen vor einer Massenabwanderung mit Skepsis.
Weitere Entwicklungen unter Mamdani
Die Debatte reiht sich in eine Serie kommunalpolitischer Maßnahmen der neuen Stadtregierung ein. Seit seinem Amtsantritt brachte Mamdani unter anderem kostenlose Abendbetreuung für Familien auf den Weg und kündigte den Aufbau städtischer Lebensmittelmärkte an, in denen Grundnahrungsmittel wie Obst, Gemüse, Fleisch, Milch oder Brot rund 30 Prozent günstiger angeboten werden sollen.
Nach Angaben der Stadtverwaltung konnte zudem ein von der Vorgängerregierung übernommenes Haushaltsdefizit von mehr als zwölf Milliarden US-Dollar ausgeglichen werden. Gleichzeitig meldete das New York Police Department (NYPD) für das erste Halbjahr 2026 einen historischen Tiefstand der Gesamtkriminalität sowie einen deutlichen Rückgang der Tötungsdelikte.
Ob sich diese Entwicklungen langfristig fortsetzen, bleibt abzuwarten. Nach den bislang verfügbaren Marktdaten und den Einschätzungen von Immobilienexperten haben sich die vor Mamdanis Wahlsieg geäußerten Prognosen einer Millionärsflucht bislang jedoch nicht bestätigt.
Every time a state proposes a tax on the rich, someone predicts an exodus — like WaPo is doing now.
But it never happens.
The rich are deeply embedded in their communities and typically choose where to live based on many factors other than taxes. https://t.co/d6Fooz9Z75
— ITEP (@iteptweets) June 11, 2026
AUCH INTERESSANT
„Parents‘ Night Out“: Mamdani führt kostenlose Abend-Kinderbetreuung ein

