Teheran – Der iranische Außenminister Abbas Araghchi hat in einem exklusiven Interview weitreichende geostrategische Geheimdienstinformationen über die Spannungen im Nahen Osten offengelegt und dabei die Rolle der Türkei als regionaler Stabilitätsanker gewürdigt.
Den offiziellen Erklärungen aus Teheran zufolge soll die türkische Regierung im Hintergrund eine koordinierte und verdeckte Militäroperation der USA und Israels im Keim erstickt haben.
Der geheime Plan habe laut iranischen Angaben vorgesehen, die jüngsten Unruhen und eine bewaffnete kurdische Bodenoffensive im Nordwesten des Iran gezielt zu instrumentalisieren, um eine großflächige Revolte zu entfachen und das iranische Staatsgefüge systematisch zu destabilisieren.
Ein massives diplomatisches und militärisches Einschreiten Ankaras soll die Umsetzung dieses Vorhabens laut Araghchi im letzten Moment verhindert haben.
Geheimdienst-Plot zur Zerschlagung des Iran
Die von Araghchi angeführten Berichte beschreiben eine tiefe Verwicklung ausländischer Geheimdienste in den Grenzregionen des Iran. Demnach habe der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad in enger Abstimmung mit Militärplanern in Washington operiert, um bewaffnete kurdische Separatistengruppen – darunter radikale Ableger der Terrororganisation PKK wie die PJAK – logistisch und finanziell massiv aufzurüsten.
Ziel des Mossad-Chefs David Barnea sei es laut den iranischen Vorwürfen gewesen, eine koordinierte Offensive aus dem Nordirak und den iranischen Grenzprovinzen heraus zu starten, während der Iran durch den laufenden regionalen Konflikt militärisch gebunden war. Diese geplante Revolte hätte demnach als Katalysator dienen sollen, um das Teheraner Regime zu stürzen und das Land entlang ethnischer Bruchlinien zu zersplittern.
Militärisches und diplomatisches Machtwort aus Ankara
Dass diese Pläne scheiterten, ist nach Darstellung der iranischen Führung auf das konsequente Handeln der Türkei zurückzuführen.
Präsident Recep Tayyip Erdoğan und Außenminister Hakan Fidan hätten die existenzielle Gefahr dieser Operation für die eigene Region frühzeitig erkannt. Eine unkontrollierbare Zerschlagung des Iran und die damit einhergehende Entstehung eines autonomen, schwer bewbewaffneten PKK-Siedlungsgebietes an der türkischen Südostgrenze habe für Ankara eine rote Linie dargestellt.
Die türkische Führung habe daraufhin hinter verschlossenen Türen massiven diplomatischen Druck auf die US-Regierung ausgeübt und im Bedarfsfall mit einem direkten eigenen Militäreinsatz in den betroffenen Grenzgebieten gedroht, um ein Erstarken der Terrorgruppen zu unterbinden.
Angesichts dieser kompromisslosen Haltung Ankaras habe sich Washington laut den iranischen Berichten schließlich gezwungen gesehen, der israelischen Militärführung die Unterstützung für das Vorhaben zu entziehen.
„Kein großer Fan von Netanjahu und Israel‘
Flankiert werden diese iranischen Enthüllungen durch jüngste, viel beachtete Aussagen von US-Präsident Donald Trump. In Presseerklärungen – unter anderem im Vorfeld des NATO-Gipfels in Ankara – bestätigte Trump unumwunden, dass die Türkei kurz davor gestanden habe, aktiv in den regionalen Konflikt einzugreifen.
Laut Trumps Darstellung sei die Türkei, die er als ‚keinen großen Fan von Netanjahu und Israel‘ bezeichnete, ein ‚Hauptkandidat‘ für einen Kriegseintritt an der Seite Teherans gewesen.
Der US-Präsident reklamierte das Ausbleiben des türkischen Militäreinsatzes jedoch als persönlichen diplomatischen Erfolg für sich. Trump erklärte, er habe den türkischen Staatschef in einem persönlichen Telefonat explizit darum gebeten, sich aus den Kampfhandlungen herauszuhalten, woraufhin Erdoğan ihm diesen Gefallen getan und die Truppenbewegung gestoppt habe.
In Sicherheitskreisen werden diese Aussagen Trumps als indirekte Bestätigung dafür gewertet, wie real die türkische Drohkulisse zur Wahrung der regionalen Grenzen im Hintergrund tatsächlich war.
Strategische Partnerschaft trotz politischer Differenzen
Die offizielle Bestätigung aus Teheran unterstreicht die pragmatische Sicherheitsarchitektur zwischen Ankara und Teheran. Obwohl beide Nationen in regionalen Fragen wie dem Syrien-Konflikt oder der geopolitischen Zukunft des Kaukasus unterschiedliche und teils konkurrierende Positionen vertreten, eint sie das gemeinsame fundamentale Interesse an der Wahrung der territorialen Integrität ihrer Staaten.
Das mutmaßliche Verhindern der kurdischen Bodenoffensive durch die Türkei habe eine unkontrollierbare Eskalation im Nahen Osten abgewendet und zeige aus Sicht Teherans, dass regionale Stabilität ohne das geopolitische Gewicht Ankaras im globalen Süden nicht mehr zu organisieren sei.
Türkiye foiled Kurdish uprising planned by US, Israel, Iran confirmshttps://t.co/E6dTStxoJP
— Yeni Şafak English (@yenisafakEN) July 22, 2026

