Visafreiheit für Kosovo
EU: Visafreiheit für Kosovo tritt in Kraft

Der Kosovo mit seinen 1,8 Millionen Einwohnern war das letzte der sechs Länder des westlichen Balkans, das von der Visumspflicht befreit wurde.

Teilen

Brüssel – Am Montag trat die lang erwartete Visaliberalisierung der Europäischen Union in Kraft, die es Staatsangehörigen des Kosovo ermöglicht, ohne Visum in die grenzfreie Zone Europas zu reisen.

Der Kosovo mit seinen 1,8 Millionen Einwohnern war das letzte der sechs Länder des westlichen Balkans, das von der Visumspflicht befreit wurde.

Die neue Regelung ermöglicht es Kosovaren, innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen für bis zu 90 Tage ohne Visum in den passfreien Schengen-Raum zu reisen.

Laut der Europäischen Kommission, dem Exekutivorgan der EU, erfüllte der Kosovo 2018 alle erforderlichen Kriterien für die Visafreiheit, einschließlich Grenz- und Migrationsmanagement.

Die Genehmigung wurde jedoch von Frankreich und den Niederlanden, die über die Möglichkeit neuer Migrationswellen besorgt waren, sowie von fünf anderen EU-Mitgliedern – Zypern, Griechenland, Rumänien, der Slowakei und Spanien – aufgehalten.

Bevor die EU die Visumspflicht für den Kosovo aufhob, konnten dessen Passinhaber nur in 14 Länder in der ganzen Welt ohne Visum reisen.

In den letzten Monaten hat die Regierung in Pristina eine öffentliche Sensibilisierungskampagne durchgeführt, in der die Menschen aufgefordert werden, die Reisefreiheit nicht für die Suche nach Arbeitsplätzen in der EU zu missbrauchen.

„Die Visumfreiheit bringt den Bürgern beider Seiten entscheidende Vorteile und stärkt die Beziehungen zwischen der EU und dem Kosovo weiter. Das Kosovo hat konsequent alle Zielvorgaben erfüllt und sein Engagement kontinuierlich unter Beweis gestellt. Mit dieser Errungenschaft werden alle westlichen Balkanpartner bald visumfreien Zugang zur EU haben“, so die EU im April 2023.

Der Kosovo ist ein potenzieller Kandidat für den EU-Beitritt und hat im Februar 2008 einseitig seine Unabhängigkeit erklärt. Seine Unabhängigkeit wird derzeit jedoch von fünf EU-Mitgliedstaaten (Zypern, Griechenland, Rumänien, Slowakei und Spanien) nicht anerkannt.

„Das ist eine große Erleichterung … ein gutes Gefühl“, sagte der Geschäftsmann Rushit Sopi gegenüber der Nchrichtenagentur AFP, bevor er einen Flug von Pristina nach Wien antrat.

Der 48-jährige Inhaber eines Unternehmens, das Türen und Fenster herstellt, fliegt regelmäßig zu Geschäftszwecken in die EU. „Jedes Visum kostet mich 300 Euro. Als ich das letzte Mal meinen Pass gewechselt habe, habe ich ausgerechnet, dass mich allein die EU-Visa darin 2.500 Euro kosten“, so der Unternehmer gegenüber AFP weiter.

Auch interessant

– NEX24-Exklusivinterview –
Kosovos erster Militärhubschrauber-Pilot Afrim Zabeli: Unsere Streitkräfte sind multiethnisch

Mit seiner Entscheidung, eine erste Nationalarmee zu gründen, schrieb Mitte Dezember nicht nur das kosovarische Parlament Geschichte. Der in einer türkischen Militärflugschule ausgebildete Pilot Afrim Zabeli, schloss nur einen Tag vor der Abstimmung seine Schulung zum Militärhubschrauber-Piloten ab und wurde somit 1. Pilot der kosovarischen Armee. NEX24 Kosovo-Korrespondent Mustafë Mehmeti sprach mit dem 27-Jährigen in der Hauptstadt Pristina.

Kosovos erster Militärhubschrauber-Pilot Afrim Zabeli: Unsere Streitkräfte sind multiethnisch

Auch interessant

Erster Bürgermeister in 61 Jahren: Mamdani meidet Israel-Tag

New York – Zohran Mamdani, seit Januar 2026 Bürgermeister von New York City und der erste Muslim in diesem Amt, wird am 31. Mai...

Immobilienpreis-Ranking: Münchner Altstadt fast doppelt so teuer wie Berlin-Mitte

Ein aktuelles immowelt Ranking der Angebotspreise von Wohnimmobilien in den Stadtteilen der 15 größten deutschen Städte zeigt: Spitzenpreise im Münchner Zentrum: Altstadt-Lehel (12.689 Euro pro...

Mattner: „Nach den Arabern kommen wieder die Juden dran“

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Am Wochenende habe ich mir erstmal einen „Doppelten Baldri-Bomber mit Kamilleninfusion“ eingeschenkt. Ihr wisst schon – dieses Getränk, das man...

Wirtschaftsweiser Truger stellt Beamten-Status von Lehrern infrage

Osnabrück - Achim Truger fordert stärkere Einbindung von Beamten in den Sozialstaat - Wirtschaftsweiser warnt vor "Klassensystem" Der Wirtschaftsweise Achim Truger hat die hohe Zahl...

Europas digitales Dilemma: Warum der KI-Boom die Abhängigkeit von US-Techkonzernen verschärft

Während Europa Milliarden in künstliche Intelligenz investiert, wächst gleichzeitig die Sorge vor einer neuen strategischen Abhängigkeit — nicht von Energie oder Rohstoffen, sondern von...

Headlines

Mattner über Ben Gvir: Wie ein beleidigter Türsteher vor einer Dorfdisco

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Die „einzige Demokratie im Nahen Osten" hat wieder einen großen Auftritt hingelegt. Diesmal: Israels Polizeiminister...

Wirtschaftsweiser Truger stellt Beamten-Status von Lehrern infrage

Osnabrück - Achim Truger fordert stärkere Einbindung von Beamten in den Sozialstaat - Wirtschaftsweiser warnt vor "Klassensystem" Der Wirtschaftsweise Achim...

Israel-Umfrage: Mehrheit fordert Netanjahu-Rücktritt

Jerusalem – Eine neue Umfrage des israelischen Maariv-Blattes, durchgeführt vom privaten Lazar-Institut zeigt ein klares Bild: 55 Prozent der...

Erster Bürgermeister in 61 Jahren: Mamdani meidet Israel-Tag

New York – Zohran Mamdani, seit Januar 2026 Bürgermeister von New York City und der erste Muslim in diesem...

Meinung

Mattner über Ben Gvir: Wie ein beleidigter Türsteher vor einer Dorfdisco

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Die „einzige Demokratie im Nahen Osten" hat wieder einen großen Auftritt hingelegt. Diesmal: Israels Polizeiminister Itamar Ben-Gvir. Der Mann, der offenbar...

Der rassistische Mord an Ufuk Şahin: „Ich bin ein Mensch wie Du“

Berlin -  Es war ein gewöhnlicher Frühlingsabend im Berliner Märkischen Viertel. Der 24-jährige Ufuk Şahin und sein Freund Murat P. tranken Tee, gingen spazieren...

Araştırma: Dini İnanç, Gençleri Kaygı Bozukluklarından Koruyan Temel Bir Faktör

Almanya - Bochum Ruhr Üniversitesi (RUB) tarafından yürütülen güncel bir araştırma, dini inancın çocukların ve gençlerin ruh sağlığı için kritik bir koruyucu faktör olduğunu...

Rapor: Afrika Gençliği Ruh Sağlığında Dünya Lideri

Londra - Maddi refah, ruh sağlığının garantisi değil. Şubat 2026 sonunda yayımlanan yeni bir küresel rapor, zihinsel esenlik haritasını temelden sarstı. İngiltere, Japonya ve Yeni...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...