Türkei-Wahlen 2023
Oppositionspolitiker Kılıçdaroğlu wirft Russland Wahleinmischung vor

Präsidentschaftskandidat Kemal Kılıçdaroğlu hat Russland eine Einmischung und Manipulation der Wahlen in der Türkei vorgeworfen.

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Ankara – Der gemeinsame Präsidentschaftskandidat des Oppositionsbündnisses der „Allianz der Nation“, Kemal Kılıçdaroğlu, hat Russland eine Einmischung und Manipulation der Wahlen in der Türkei vorgeworfen.

„Liebe russische Freunde,
Ihr steckt hinter den Montagen, Verschwörungen, Deep Fake Inhalten und Tonbändern, die gestern in diesem Land aufgedeckt wurden. Wenn ihr die Fortsetzung unserer Freundschaft nach dem 15. Mai wollt, lasst die Finger vom türkischen Staat. Wir sind immer noch für Zusammenarbeit und Freundschaft“, sagte Kılıçdaroğlu in einem auf Russisch veröffentlichten Tweet.

Der Oppostitionspolitiker hatte sich bereits in der Vergangenheit russlandkritisch geäußert und im Falle eines Wahlsieges eine schnelle Zusage zu den Beitrittsbemühungen Schwedens und Finnlands versprochen. Moskau hat in Ankara nie einen besseren Verbündeten gehabt als den amtierenden Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan.

2017 widersetzte sich die Türkei Washington, indem sie 2,5 Milliarden Dollar in ein russisches Flugabwehrsystem investierte, was der türkischen Rüstungsindustrie zusätzliche 9 Milliarden Dollar an Vertragsverlusten und den Ausschluss aus dem amerikanischen F-35-Jet-Programm einbrachte. Das staatliche Unternehmen Rosatom nahm die Arbeit an einem von Russland betriebenen Kernkraftwerk an der türkischen Mittelmeerküste wieder auf, das dieses Jahr eröffnet wurde. Die beiden Länder unterzeichneten außerdem ein Gaspipeline-Abkommen. Auf der anderen Seite erhielten türkische Auftragnehmer bis 2019 rund 40 Milliarden Dollar für russische Projekte. Erdogan hat sich seit 2016 öfter mit Putin getroffen als mit jedem anderen Staatschef.

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