Balkan
Kommentar: Der Völkermord von Srebrenica hätte verhindert werden können

Vor 25. Jahren, am 11. Juli 1995 eroberten serbische Einheiten die bosnische Stadt Srebrenica, in dem sich eine von den Vereinten Nationen (UN) eingerichtete Schutzzone befand, die von UN-Blauhelmsoldaten überwacht wurde.

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Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge –

 kboelge@web.de

Der Völkermord von Srebrenica 1995

Vor 25. Jahren, am 11. Juli 1995 eroberten serbische Einheiten die bosnische Stadt Srebrenica, in dem sich eine von den Vereinten Nationen (UN) eingerichtete Schutzzone befand, die von UN-Blauhelmsoldaten überwacht wurde.

Durch den Ausbruch der Kriege in Kroatien und Slowenien 1991 und der darauffolgenden Unabhängigkeitserklärung der beiden Teilrepubliken, begann der Zerfall Gesamtjugoslawiens. Im Anschluss erklärte sich auch Mazedonien für unabhängig. Diesem Schritt wollte auch Bosnien-Herzegowina folgen, in dem bosnische Muslime, römisch-katholische Kroaten und orthodoxe Serben bis dahin zusammengelebt hatten.

Die politischen Vertreter der bosnischen Serben wollten dies nicht akzeptieren und strebten einen Anschluss an Serbien an. Es begann ein grausamer Krieg um Bosnien. Die bosnischen Serben wollten den Großteil von Bosnien-Herzegowina erobern.
Um die bosnischen Muslime zu schützen, richteten die Vereinten Nationen über das Land verteilt Schutzzonen ein.

Die niederländischen UN-Soldaten, die für die Schutzzone verantwortlich waren, leisteten gegen die heranrückenden serbischen Truppen keinen Widerstand. Nach der Einnahme der Schutzzone durch die serbisch-bosnische Armee, gingen Bilder um die Welt, bei dem der ehemalige bosnisch-serbische General Ratko Mladic mit dem Kommandeur der dortigen niederländischen UN-Soldaten, Tom Karremans, mit Schnapsgläsern anstieß.

Es vergingen kaum 48 Stunden, als serbische Soldaten damit begannen die im und um das Lager von Srebrenica ausharrenden muslimischen Männer, Frauen und Kinder voneinander zu trennen. Zuvor hatte der 2017 vom UN-Kriegsverbrechertribunal zu lebenslanger Haft verurteilte ehemalige Armeechef in einem Lager bei Potocari, in dem sich etwa 20.000 bosnische Muslime aufhielten, diesen versichert, dass sie nichts zu befürchten hätten, was gelogen war.

Die Frauen und Kinder wurden in Bussen und LKWs vom Ort des Grauens abtransportiert. Die serbischen Milizen brachten mit Lastwagen etwa 7.000-8.000 Männer nach Bratunac, wo diese zwischen dem 14. und 17. Juli 1995 von diesen ermordet wurden. Der Völkermord von Srebrenica ist eines der schlimmsten Verbrechen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und ist eine Schande für Europa und die internationale Staatengemeinschaft.

Hätte dieser Völkermord an den bosnischen Muslimen damals verhindert werden können? Ja, man hätte militärisch intervenieren können, denn zur damaligen Zeit kreuzten in der Adria drei Flugzeugträger (die jeweils den USA, Frankreich und Großbritannien gehörten), die mit Kampfflugzeugen ausgestattet ohne große Schwierigkeiten die serbischen Einheiten hätten aufhalten können.

Insbesondere die europäischen Staaten und die USA, die die Menschenrechte als Grundrecht immer und immer wieder anderen Staaten wie einen Spiegel vorhalten und Belehrungen aussprechen, haben beim Völkermord an den bosnischen Muslimen grenzenlos versagt, weil man die serbischen Mordkommandos gewähren ließ und nichts dagegen unternahm.

Im Gedenken an die Opfer des Völkermordes von Srebrenica!


Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.


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