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Kosovo: Das Massaker von Ljubenic

Am 1. April 1999 ereignete sich in einem Dorf nahe Peja im Westen des Kosovo eines der schlimmsten Massaker des damaligen Krieges.

(Symbolfoto: Screenshot/kontrapress)
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Ljubenic (nex) – Am 1. April 1999 ereignete sich in einem Dorf nahe Peja im Westen des Kosovo eines der schlimmsten Massaker des damaligen Krieges.

In den frühen Morgenstunden hatten serbische paramilitärische Kräfte und Polizei Ljubenic umstellt und die Zivilbevölkerung gezwungen, sich im Zentrum des Dorfes zu versammeln. Wie in dem auf Aussagen von Augenzeugen beruhenden Bericht der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zu lesen ist, seien dort Männer, Frauen und Kinder getrennt worden.

Die Männer seien daraufhin an einer Mauer aufgereiht und mit Maschinengewehren erschossen worden. Den Männern, die sich noch bewegten, hätten die Serben in die Köpfe geschossen. Einige der Männer hätten unter den Leichen überlebt und seien erst aufgestanden, nachdem die Polizisten gegangen waren.

Die anderen Dorfbewohner, meist Frauen und Kinder, mussten das Dorf verlassen und seien über Dakovica zur albanischen Grenze gelaufen. Die Häuser im Dorf seien niedergebrannt worden.

Die Angaben zur Anzahl der Opfer variieren stark. Laut Zeugenberichten habe es 66 Tote gegeben, darunter auch Frauen und Kinder. Albanische Medien berichten von über 80 Opfern. Laut der kosovarischen Tageszeitung „Gazeta Express“ gehörten das 18 Monate alte Kleinkind Muhamet Ukshinaj, der siebenjährige Leonard Alimehaj und der 17-jährige Fatmir Alimehaj zu den Todesopfern. Des Weiteren sei zudem auch eine schwangere Frau mit dem Namen Shyhrete Ukshinaj Opfer des Massakers geworden.

Während des bewaffneten Konflikts im Kosovo in der Zeit vom 28. Februar 1998 bis zum 11. Juni 1999 sind in einer Gewaltkampagne serbischer Truppen fast 8000 albanische Zivilisten getötet worden. Davon waren 1295 Frauen und 918 Kinder.

Bei fast allen damaligen Massakern seien die Milizen laut Augenzeugen ähnlich vorgegangen. Nach der Umzingelung der Dörfer seien die Truppen einmarschiert und hätten die Albaner im Zentrum versammelt. Daraufhin seien Männer, Frauen und Kinder getrennt worden. Die Männer habe man in Massenexekutionen hingerichtet und den Rest der Bevölkerung aufgefordert, nach Albanien zu gehen. Die Häuser und die Leichen der Männer seien danach niedergebrannt worden.

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