Ereignisse von 1915/16
„Politiker sind keine Historiker“: Kundgebung türkischer Vereine gegen geplante Armenier-Resolution

Der Deutsche Bundestag will am 2. Juni den so genannten „armenischen Genozid“ anerkennen. Türkische Vereine wollen am Samstag in Berlin dagegen protestieren.

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Berlin (nex) – Mit Befremden nehmen in Deutschland lebende Türken über Parteigrenzen hinweg die Ankündigung wahr, der Deutsche Bundestag werde am kommenden Donnerstag, dem 2. Juni, Geschichtsforschung zum Gegenstand der Politik machen und den armenischen und westeuropäischen Narrativ zu den Ereignissen von 1915/16 zur offiziellen Position des deutschen Staates machen.

Aus diesem Grund haben türkische Vereine und NGOs, unter anderem die Türkisch-Aserbaidschanischen Union in Deutschland oder die AYTK für Samstag, den 28. Mai, zu einer Kundgebung in Berlin aufgerufen.

Der Vorsitzende der türkisch-aserbaidschanischen Vereinigung, Hakkı Keskin, sagte zu dem geplanten Protestmarsch, die in Deutschland lebenden Türken würden es niemals hinnehmen, dass die Ereignisse von 1915 als Völkermord anerkannt werden. In jener Zeit seien armenische Gemeinden gegen die Türken aufgestachelt worden und von ihnen wären im Umfeld der Kämpfe an der Kaukasusfront im Ersten Weltkrieg, wo armenische Freischärler mit der russischen Armee kollaboriert hätten, auch Massaker an den Türken ausgegangen.

Daraufhin habe der Osmanische Staat eine Umsiedlung angeordnet. Im Osmanischen Reich, so Keskin weiter, hätten Menschen verschiedener Religionen und Rassen hunderte Jahre miteinander verbracht und gemeinsam in Frieden gelebt. Das gegenwärtige Vorgehen gegen die Türkei stelle einen Akt großer Ungerechtigkeit dar.


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Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Berlin (TGB), Bekir Yilmaz, sagte, es sei nicht richtig, dass der Bundestag einen Beschluss zu dieser Frage treffe. Außerdem sagte Yilmaz, man würde eine Anerkennung eines so genannten „armenischen Genozids“ durch den Bundestag nicht akzeptieren, die Ereignisse von 1915 müssten einer Geschichtskommission überlassen werden und nicht von Politikern beurteilt.

Ferner wurde in einem offenen Brief, der zuvor dem Bundespräsidenten, der Bundeskanzlerin und mehreren Abgeordneten zugeschickt worden war, darauf hingewiesen, dass ein derart brisantes Thema nicht im Aufgabenbereich der Politiker liegen würde.

 


https://youtu.be/1aJwUD9JpeE

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