Griechenland
Wütende Proteste nach Eisenbahnunglück in Griechenland

Nach dem Bahnunglück in Griechenland machten wütende Bürger ihren Unmut über den Zustand des griechischen Eisenbahnnetzes kund.

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Athen – Nach dem Bahnunglück in Griechenland machten wütende Bürger ihren Unmut über den Zustand des griechischen Eisenbahnnetzes kund.

Bei einer Protestkundgebung vor der Zentrale der griechischen Eisenbahn (Hellenic Train) in der Hauptstadt Athen, bei dem sich etwa 1.000 Teilnehmer versammelten, kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Einige der Demonstranten bewarfen Geschäfte mit Steinen und setzten Müllcontainer in Brand.

Zahl der Toten auf 57 angestiegen

Die Zahl der Toten, die beim schwersten Zugunglück in der Geschichte Griechenlands ums Leben gekommen sind, hat sich auf 57 erhöht. Wie das staatliche Fernsehen Griechenlands ERT, berichtet, wurden beim Frontalzusammenstoß der beiden Züge nördlich von Larissa die vorderen Waggons aus den Gleisen gehoben und beim Zusammenprall brach Feuer aus.

Wie der Fernsehsender weiter mitteilte, sind beim Zusammenstoß 57 Reisende getötet und 48 verletzt, sechs davon schwer. 56 Bahnreisende gelten noch als vermisst. Wegen des ausgebrochenen Feuers erfolgt die Identifizierung der Leichen zum Teil über einen DNA-Test.

Verhafteter Bahnhofsvorsteher übernimmt Verantwortung für Unfall

Der verhaftete Bahnhofsvorsteher von Larissa hat über seinen Rechtsanwalt die Verantwortung für den Unfall übernommen. „Wir müssen uns ab jetzt nicht auf einen Baum konzentrieren, sondern auf den Wald“, so der Rechtsbeistand des festgenommenen
Bahnhofsvorstehers.

Laut griechischen Medien, die sich auf Informationen aus Polizeikreisen stützt, habe der Bahnhofsvorsteher bei der Vernehmung seinen Fehler eingeräumt. Er habe den Personenzug auf das gleiche Gleis geleitet, wo aus der entgegengesetzten Richtung der Güterzug aus Katerini gekommen sei. Es wird erwartet, dass der verantwortliche Bahnhofsvorsteher am Samstag einem Richter vorgeführt wird.

Der griechische Außenminister Nikos Dendias hat sich über den Kurznachrichtendienst Twitter für die internationalen Unterstützungsbotschaften im Zusammenhang mit dem Bahnunglück bedankt.

Kemal Bölge

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