"Asia Anew"
Türkei und China wollen Beziehungen weiter stärken

Im Zuge des fünfzigjährigen Jubiläums ihrer diplomatischen Beziehungen, hat der türkische Botschafter in Peking angekündigt, dass sich die Partnerschaft zwischen China und der Türkei in der kommenden Zeit weiter gestärkt werde.

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Peking – Im Zuge des fünfzigjährigen Jubiläums ihrer diplomatischen Beziehungen, hat der türkische Botschafter in Peking angekündigt, dass die Partnerschaft zwischen China und der Türkei in der kommenden Zeit weiter gestärkt werde.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu äußerte sich Abdulkadir Emin Önen zu den politischen, kommerziellen und kulturellen Beziehungen der beiden Länder sowie zu den jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus.

Asien werde wieder zum wirtschaftlichen und politischen Zentrum der Welt, und China sei eines der Schwerpunktländer von Ankaras „Asia Anew“-Initiative, so Önen. Der türkische Diplomat betonte, dass sowohl China als auch die Türkei auf regionaler und globaler Ebene aufstiegen und erinnerte daran, dass China bis zum Jahr 2035 die größte Volkswirtschaft der Welt sein werde. Laut Önen werde die Türkei in diesem Zeitraum unter die ersten fünf Ländern aufsteigen.

Baku-Tbilisi-Kars (BTK)-Eisenbahnstrecke

Der erste türkische Exportzug, der über die neue Baku-Tbilisi-Kars (BTK)-Eisenbahnstrecke im Dezember vergangenen Jahres sein Ziel in Xi’An, China, erreichte, habe die türkischen Exporteure einen Schritt näher an einen Milliarden-Dollar-Markt gebracht. Außerdem biete die Wiederbelebung der Seidenstraße große Chancen und die Exportzüge machten China fast zu einem Nachbarn der Türkei.

Während 2019 die Zahlen für die türkischen Exporte von Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Produkte nach China um 62,5 Prozent stiegen, wird sich der Aufwärtstrend 2020 trotz der Pandemie vermutlich fortsetzen, sagte der Botschafter und fügte hinzu, dass sein Land plane, den Export auf eine Milliarde Dollar zu erhöhen.

China unter drei wichtigsten Handelspartner

Derzeit liegt das Handelsvolumen beider Seiten bei über 21 Milliarden Dollar und China ist einer der drei wichtigsten Handelspartner der Türkei, jedoch liegt das Gleichgewicht zugunsten Chinas und die Türkei muss direkte chinesische Investitionen auf ihr Territorium ziehen, um ihr Handelsdefizit zu verringern, bemerkte er.

Außerdem erklärte der Botschafter, dass die chinesischen Investitionen in der Türkei seit 2002 1,8 Milliarden Dollar betrugen, viel weniger als das Potenzial, und sie könnten ihr Handelsvolumen und die gegenseitigen Investitionen dank einer guten Planung und Zusammenarbeit, die auf Aufrichtigkeit und Entschlossenheit basiert, über einen Zeitraum von fünf Jahren erhöhen, so Önen.

Bedeutung von E-Commerce

Der türkische Beamte wies darauf hin, dass es in China 850 Millionen digitale Nutzer und eine Mittelschicht von 400 Millionen Menschen mit einem Jahreseinkommen von 20.000 Dollar gibt. Er erklärte, dass E-Commerce angesichts der sich schnell ändernden Konsumgewohnheiten der chinesischen Bevölkerung immer wichtiger wird.

„Wohlergehen der Uiguren“

Der Botschafter erklärte, das Wohlergehen und der Frieden der türkischen und muslimischen Bevölkerung in Chinas autonomer Region Xinjiang sowie die Bewahrung ihrer kulturellen Identität, gehörten zu den Tagesordnungspunkten der türkischen Außenpolitik mit China.

Die Uiguren bildeten eine Brücke zwischen dem westlichen und dem östlichen Rand der Seidenstraße, sagte der Botschafter. Dabei merkte er an, dass er von den Uiguren einen positiven Beitrag zu den Beziehungen mit China erwarte, dessen territoriale Integrität und die „Ein-China“-Politik von der Türkei unterstützt werde.

Auf der anderen Seite verfolge die Türkei die Situation in der autonomen Region im Einklang mit internationalem Recht und unter Einsatz diplomatischer Mittel, während sie die chinesischen Behörden über die Sensibilität und die Erwartungen der Türkei informiere.

„Kultureller Völkermord“

Chinas Verfolgung der uigurischen Minderheit in Xinjiang ist in den letzten Jahren eskaliert und kommt nach Ansicht von Experten einem kulturellen Völkermord gleich. Man geht davon aus, dass mehr als eine Million Menschen in Internierungslagern festgehalten werden, und es gibt immer mehr Beweise für Umerziehungsprogramme, Einschränkungen religiöser und kultureller Überzeugungen, Zwangsarbeitsprogramme, Massenüberwachung und Zwangssterilisation von Frauen. Auch Zwangsarbeit gehört zu den Vorwürfen. Trotzdem lassen Konzerne dort produzieren.

1 Million Touristen

Die Türkei und China werden den 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen feiern und die Behörden bereiteten Aktivitäten vor, um die kulturellen, touristischen, künstlerischen, wirtschaftlichen und sportlichen Beziehungen der Länder zu fördern, so Önen. Die Türkei plane die Zahl chinesischer Touristen in den kommenden Jahren auf eine Million zu erhöhen.

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