Jerusalem des Kaukasus
Das Judentum in Aserbaidschan: „Sie fragten mich nach der AfD“

In diesem Beitrag lenke ich den Fokus auf die Geschichte und gegenwärtige Situation der bergjüdischen Gemeinde Aserbaidschans. Um diesen Beitrag verfassen zu können, benötigte ich eindeutige Informationen, also bin ich von Baku nach Guba (aserb. Quba) zur „Roten Siedlung“ der Bergjuden gereist.

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Häuser im guten Zustand

Die asphaltierten Straßen der Siedlung werden stets sauber gehalten. Fast jedes zweite oder dritte Haus sieht prächtig aus. Einige vier- oder fünfstöckige Häuser kommen sogar der Vorstellung an Paläste nahe. Die Eigentümer solcher Bauten leben normalerweise in Russland und betreiben dort eigene Geschäfte. Dennoch sieht man in den Vierteln noch viele ältere oder bescheidene Häuser.

Hochzeitspalast am Ufer des Flusses Gudjaltschaj

Albert Agarunov – Nationalheld der Republik Aserbaidschan

Als ich durch die Siedlung einen Spaziergang machte, bin ich auf ein Straßenschild mit der Aufschrift „Albert Agarunov“ aufmerksam geworden. Ein Stück weiter habe ich sogar noch eine Gedenktafel für Agarunov gesehen.

Albert Agarunov war ein Bergjude, dessen Eltern aus der „Roten Siedlung“ stammen. Im Zuge des Berg-Karabach-Krieges fiel Agarunov bei der Verteidigung der aserbaidschanischen Stadt Schuscha. Er wurde daraufhin postum als Nationalheld der Republik Aserbaidschan ausgezeichnet. Agarunov meldete sich damals freiwillig zum Kriegsdienst und wurde zum Panzerkommandanten ernannt. Im Zuge des Krieges gab er ein Interview, in dem er stolz betonte: „Ich kämpfe für das Land, in dem ich geboren bin“. Heutzutage gilt Albert Agarunov nicht nur für die Bergjuden als Nationalheld; er ist gleichzeitig ein Vorbild für alle Aserbaidschaner.

 


Asif Masimov

Asif Masimov hat Internationale Beziehungen und Politikwissenschaften studiert. Er ist Doktorand im Fach Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er bloggt auf masimovasif.net zu historischen und politischen Themen rund um Deutschland, Aserbaidschan und Russland.


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