Flüchtlingskrise
Nach Erdogan-Drohung: EU kündigt 663 Millionen Euro-Hilfe für Türkei an

Im September drohte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan Europa mit der "Öffnung der Tore", um Millionen von Flüchtlinge weiterziehen zu lassen. 

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Brüssel – Im September drohte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan Europa mit der „Öffnung der Tore“, um Millionen von Flüchtlinge weiterziehen zu lassen.

Die Türkei sei mit dem Flüchtlingsstrom aus dem vom Krieg zerrütteten Syrien allein gelassen worden und müsse möglicherweise Grenzen nach Europa öffnen, wenn sie nicht die notwendige Unterstützung der internationalen Gemeinschaft erhalte und wenn die geplante Sicherheitszone innerhalb Syriens nicht bald eingerichtet werde.

„Wir werden gezwungen sein, die Grenzen zu öffnen. Wir können nicht gezwungen werden, die Last allein zu tragen“, sagte Erdogan damals.

Im Oktober wiederholte der türkische Staatschef seine Drohung, nachdem die EU die türkische Militäroffensive „Fiedensquelle“ in Nordsyrien verurteilt hatte.

Die EU solle zur Besinnung kommen und die Offensive nicht Besatzung nennen, so der türkische Staatschef bei einer Rede. Erdogan drohte damit, sonst die „Tore zu öffnen und 3,6 Millionen Flüchtlinge durchzulassen.

Erdogan: „Hey Europäische Union, kommt zur Besinnung! Falls ihr unsere derzeitige Maßnahme als eine Besatzungshandlung bezeichnet, haben wir ein leichtes Spiel: Wir öffnen die Tore und schicken die 3,6 Millionen Flüchtlinge zu euch.“

EU kündigt 663-Millionen-Euro-Hilfe an

Am heutigen Freitag hat die Europäische Kommission nun die Bereitstellung von 663 Millionen Euro an humanitärer Hilfe für Flüchtlinge in der Türkei angekündigt. Damit sollen Großprojekte im Rahmen der EU-Flüchtlingsfazilität in der Türkei fortgesetzt werden.

Die Hilfe werde die Kontinuität des bisher größten humanitären Programms der EU, des sozialen Notfallnetzes (ESSN), gewährleisten, so die Kommission. Mit den verbleibenden Mitteln werden weiterhin Projekte in den Bereichen Bildung und grundlegende Dienstleistungen wie Gesundheitswesen unterstützt.

Christos Stylianides, EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenbewältigung, erklärte: „Die Unterstützung der EU hat echte Auswirkungen auf die in der Türkei aufgenommenen Flüchtlinge. Dank der EU-Unterstützung können rund 1,7 Millionen Flüchtlinge ihre Grundbedürfnisse decken, und mehr als eine halbe Million Flüchtlingskinder gehen zur Schule. Diese Ergebnisse sprechen für sich. Ich möchte unseren humanitären Partnern vor Ort dafür danken, dass sie die EU-Hilfe für die Türkei zu einer Erfolgsgeschichte gemacht haben“.

 

 

 

 

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