Menschenrechtsverletzungen in Israel
Eurovision in Israel: Schwedische Künstler fordern zum Boykott auf

Rund 171 schwedische Künstler und Prominente haben einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie zum Boykott des Eurovision Song Contest aufgefordert werden, der nächsten Monat in Israel stattfinden soll.

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Stockholm (nex) – Rund 171 schwedische Künstler und Prominente haben einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie zum Boykott des Eurovision Song Contest auffordern, der nächsten Monat in Israel stattfinden soll.

„Wir, schwedische Künstler und Kulturschaffende, die diesen Aufruf unterzeichnet haben, können nicht stillschweigend zusehen, wie Israel den Eurovision Song Contest benutzt, um ihre Verbrechen gegen das palästinensische Volk zu verschleiern“, so der Appell in der Zeitung Aftonbladet.

„Nur wenige Tage nach dem israelischen Sieg im Eurovision Song Contest im Mai 2018 tötete die israelische Armee 62 Palästinenser, die gegen ihre gefängnisähnliche Gefangenschaft in Gaza protestierten. Sechs der Ermordeten waren Kinder“ so das Schreiben weiter. Solange Israel mit seiner Apartheidpolitik den Palästinensern ihre grundlegenden Menschenrechte verweigert, müsse man auf jede Teilnahme am israelischen Kulturaustausch verzichten.

Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem der Journalist Kajsa Ekis Ekman und der in Israel geborene Musiker Dror Feiler. Beide hatten an der Freedom Flotilla nach Gaza teilgenommen. Auch der Gründer der schwedischen Grünen Partei Per Gahrton gehört zu den Unterzeichnern.

Im Einklang mit der BDS-Bewegung haben weltweit eine Reihe hochrangiger Persönlichkeiten und Organisationen einen Boykott des Eurovision Song Contest gefordert.

Bereits im September vergangenen Jahres forderten Kulturschaffende aus verschiedenen Bereichen in einem offenen Brief zum Boykott auf.

Als Grund für den Boykottaufruf nannten die Künstler Menschenrechtsverletzungen Israels gegen Palästinenser. Zu den über 140 Unterzeichnern aus Europa, Nordamerika und Australien gehören Pink-Floyd-Mitbegründer Roger Waters, der belgische Sänger Helmut Lotti, die schwedischen Musiker Karin und Olof Dreijer, der norwegische Musikproduzent Nils Petter Molvaer sowie der finnische Regisseur Aki Kaurismäki und die britischen Filmemacher Ken Loach und Mike Leigh.

„Wir, die unterzeichnenden Künstler aus Europa und darüber hinaus, unterstützen den Appell palästinensischer Künstler, den von Israel veranstalteten Eurovision Song Contest 2019 zu boykottieren“, so die Kulturschaffenden in dem in der britischen Tageszeitung „The Guardian“ veröffentlichten Brief.

„Bevor die Palästinenser nicht in den Genuss von Grundrechten wie Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichbehandlung kommen, sollte es keine Normalität mit einem Staat geben, der ihnen diese Grundrechte verwehrt“, so der Aufruf weiter. Die EBU (Europäische Rundfunkunion) solle den Event an ein anderes Land vergeben.

Im Januar dieses Jahres forderten zudem über 60 internationale NGOs einen Boykott der Veranstaltung und schrieben in einem offenen Brief einer portugiesischen Zeitung, dass „wie beim Kampf gegen die Apartheid in Südafrika nur durch wirksamen und anhaltenden internationalen Druck Israel gezwungen sein wird, seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen und die Menschenrechte der Palästinenser zu achten“.

Der Schritt spiegelte eine Stimmung wider, die Anfang vergangener Woche von 50 einflussreichen Kulturschaffenden geäußert wurde, die die BBC aufforderten, den Eurovision Song Contest zu boykottieren. In einem vom Guardian veröffentlichten Brief schrieben die Künstler:

„Wir können die systematische Verletzung der palästinensischen Menschenrechte durch Israel nicht ignorieren“.

Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören die Modedesignerin Vivienne Westwood, der Musiker Roger Waters und die Schauspielerin Miriam Margolyes.

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