Russenjet-Krise
Nach Russland-Sanktionen: Weltweite Solidarität mit der Türkei

Vor allem in der arabischen Welt haben sich Schriftsteller und Aktivisten zusammengefunden, um im Angesicht des russischen Boykotts den Kauf türkischer Waren zu unterstützen.

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Istanbul (nex) – Die russischen Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei infolge des Abschusses eines russischen Su-24-Kampfflugzeugs an der syrisch-türkischen Grenze am letzten Dienstag haben nun Solidaritätskampagnen zu Gunsten der Türkei in aller Welt ausgelöst.

Vor allem in der arabischen Welt haben sich Schriftsteller und Aktivisten zusammengefunden, um im Angesicht des russischen Boykotts den Kauf türkischer Waren zu unterstützen. Außerdem wolle man für die Türkei beten.

Unter mehreren Twitter-Hashtag wie #I_am_a_Muslim_and_in_solidarity_with_Turkey; #I_am_an_Arab_and_in_solidarity_with_Turkey oder #Supporting_the_Turkish_goods erklären die Aktivisten, dass es „eine Pflicht für jeden Araber und Muslim“ sei, türkische Waren und Dienstleistungen zu unterstützen.

Diese seien „qualitativ gut“ und würden „zu angemessenen Preisen gehandelt“. Türkische Unternehmen würden zudem überall in der arabischen Welt investieren. Zu den prominenten Unterstützern der Kampagne gehören unter anderem der kuwaitische Prediger Hamed al-Ali, der ägyptische TV-Produzent Ahmed Mansour, der kuwaitische Autor Faleh bin Hajari, der saudische TV-Produzent Ali al-Zafiri, der katarische Autor und Chefredakteur der Zeitung Al-Sharq, Jaber al-Harami oder die saudischen Schriftsteller Mohamed al-Hudhaif, Mohamed al-Yahya oder Ahmed bin Rashid bin Said.

Einer Erklärung des Kremls vom Samstag zufolge hat der Präsident der Russischen Föderation, Vladimir Putin, ein Paket von Sanktionen gegen die Türkei in Kraft gesetzt, welches das Ziel verfolge, „türkische Institutionen und Unternehmen an der Verfolgung ihrer Aktivitäten in Russland zu hindern und den Import bestimmter türkischer Produkte temporär zu stoppen“. Die Sanktionen, die mit 1. Januar in Kraft treten sollen, untersagen in Russland ansässigen Unternehmen auch die Beschäftigung türkischer Staatsangehöriger. Darüber hinaus hat die Russische Föderation unilateral den visafreien Reiseverkehr zwischen der Türkei und Russland aufgehoben und russischen Reiseunternehmen untersagt, Reisen in die Türkei anzubieten.

Auch der Charterflugverkehr zwischen den beiden Ländern wurde durch das Dekret gestoppt, zudem wurden die Kontrollen türkischer Unternehmen im Schwarzen Meer und im Asowschen Meer verstärkt. Die Sanktionen wurden nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs durch einen F-16-Kampfjet über türkisch-syrischem Grenzgebiet verhängt. Die Türkei erklärt, russische Kampfflugzeuge hätten im Laufe der letzten Monate mehrfach türkischen Luftraum verletzt. Im Oktober hatten russische Offizielle selbst eine Grenzverletzung eingeräumt und sich dafür entschuldigt. Dabei hatte man zugesagt, Vorfälle diese Art künftig zu vermeiden. Die Türkei hatte mit Sanktionen nach dem Abschuss gerechnet und einen Plan B erarbeitet, der nun verfolgt werden soll.

Der stellvertretende Premierminister Mehmet Simsek hat einen Aktionsausschuss gebildet, der die Sektoren entlasten soll, die voraussichtlich am stärksten unter russischen Sanktionen zu leiden haben werden, und der die Folgen abfedern soll. Der Erdgassektor, wo ein Aus der Versorgung durch Russland besonders gravierende Folgen haben würde, soll durch zunehmende Diversifizierung stabilisiert werden. Hier will man zusätzlich Gas aus dem Iran, Aserbaidschan, Katar, Algerien und Nigeria beziehen.

Aserbaidschan und die nordirakische Kurdenregion unter Regierungschef Masoud Barzani haben bereits angekündigt, die Liefermengen in die Türkei zu erhöhen. Zudem werden mithilfe öffentlich-privater Partnerschaften zusätzliche Erdgasspeicherstätten geschaffen. Es wird zum derzeitigen Zeitpunkt davon ausgegangen, dass das russisch-türkische Projekt des Kernkraftwerksbaus in Akkuyu wie vorgesehen umgesetzt wird. Sollten Umstände eintreten, die dieses Vorhaben unmöglich machen, will man andere Länder ins Boot holen.

(Foto: Grey59/pixelio.de)
(Foto: Grey59/pixelio.de)

Obst- und Gemüseexporte sollen sich dem Plan B zufolge in Richtung Afrika und dem asiatisch-pazifischen Raum orientieren. Die Wirtschaftsbeziehungen zu China, Indonesien, Malaysia oder Korea sollen demnach verstärkt werden, das Ministerium hat zu diesem Zweck auch Hilfe zugesagt. Auch Katar und Saudi Arabien kommen als Ausweichmärkte in Frage.

(Foto: AA)
(Foto: AA)

Katar hat zudem zugesagt, Gemüse, das Russland nicht annimmt, aufzukaufen und als Spende in Afrika zu verteilen. Für den Tourismus und die Manager in diesem Bereich soll es ein eigenes Aktionsprogramm geben, hieß es aus dem türkischen Wirtschaftsministerium.

 

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