Tierschutz
Anonyme Meldestelle in Niedersachsen: 371 Hinweise in drei Jahren

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Osnabrück (ots) – Bei der zunächst heftig kritisierten anonymen Meldestelle des Landes Niedersachsen für Verstöße im Tierschutz- und Lebensmittelbereich sind drei Jahre nach Einrichtung 371 Hinweise eingegangen. Das teilte das Agrarministerium auf Anfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ mit. Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) sagte, die Meldestelle habe sich „sehr bewährt.“ Kühe schlecht gehalten, Eier nicht gestempelt 189 Tipps hätten sich dabei auf den Bereich Lebensmittel bezogen. So seien in einem Fall 2400 Eier aus Supermärkten entfernt worden, die keinen Stempel aufwiesen. 103 Hinweise gingen zum Thema Tierschutz ein. In Nordniedersachsen sei dadurch eine Kuhhaltung aufgeflogen, bei der Rinder nach Angaben des Ministeriums in einem zu kleinen, dunklen und verdreckten Stall lebten. „Der Tierhalter wurde verwarnt, musste die Tiere in einem anderen Stall unterbringen und hat den Tierbestand mittlerweile aufgegeben““, sagte ein Behördensprecher. CDU: Davon halten wir nichts Für den Fall eines Wahlsieges der CDU im Oktober, ist der Fortbestand der Meldestelle allerdings fraglich. Ein Sprecher von Unionsspitzenkandidat Bernd Althusmann sagte: „Davon halten wir nichts. Eine Abschaffung begrüßen wir.“ Die CDU unterstütze die Misstrauenskultur der rot-grünen Landesregierung nicht. Die Meldestelle war am 1. Oktober 2014 eingerichtet worden. Verbands-Vize Hilse: Wer Durchbruch will, braucht nationale Strategie Die Bauern in Deutschland fordern eine national einheitliche Strategie für mehr Tierwohl. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Bauernverbands-Vizepräsident Werner Hilse: „Wer den Durchbruch beim Tierwohl will, braucht eine nationale Nutztierstrategie.“ Hilse bemängelte, dass es sowohl vonseiten der Wirtschaft als auch in zahlreichen Bundesländern entsprechende Bemühungen gebe mit teils ganz unterschiedlichen Vorstellungen und Ansätzen. „Das geht so nicht“, sagte Hilse. Der Vorsitzende des niedersächsischen Bauernverbandes Landvolk forderte: „Der Bauer in Niedersachsen muss die gleichen Voraussetzungen haben wie derjenige in Bayern oder Brandenburg.“ Am Mittwoch kommen Landwirte aus ganz Deutschland in Osnabrück zusammen, um über die Zukunft der Tierhaltung zu sprechen.  

Transfer
Werder Bremen sichert sich die Dienste von US-Sturmtalent Joshua Sargent

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Bremen (ots) – Der SV Werder Bremen hat sich die Dienste von Sturmtalent Joshua Sargent gesichert. Der derzeit 17-Jährige wechselt 2018 von St. Louis Scott Gallagher Missouri an die Weser und wird zu seinem 18. Geburtstag seinen Profivertrag in Bremen unterschreiben. „Wir haben Joshua schon sehr lange im auf dem Zettel, von daher war es für uns keine große Überraschung, dass er durch seine auffälligen Leistungen in der Vergangenheit international immer wieder auf sich aufmerksam gemacht hat. Umso mehr freut es uns, dass wir ihn trotz zahlreicher anderer Angebote von europäischen Topclubs von unserer Philosophie beim SV Werder überzeugen konnten und ihn nun bei seiner weiteren Entwicklung begleiten und unterstützen können. Er bringt sehr gute Voraussetzungen mit und gehört zu den vielversprechendsten Talenten seines Jahrgangs weltweit“, erklärt Tim Steidten, Leiter Kaderplanung und Scouting des SV Werder Bremen Ab dem 10. Oktober wird Joshua Sargent mit der amerikanischen Nationalmannschaft an der U 17-Weltmeisterschaft in Indien teilnehmen. In Bremen wird der Angreifer dann bereits zu Beginn des neuen Jahres erwartet. „Josh soll bereits den Verein und die Stadt kennenlernen. Er wird dann mit unserer U 23 trainieren und ab dem Sommer dann auch im Spielbetrieb mitwirken“, erklärt Steidten. Der jungen Angreifer freut sich auf seine neue Herausforderung, auch wenn erst einmal andere Aufgaben anstehen: „Meine volle Konzentration liegt jetzt erst einmal auf der Weltmeisterschaft und meine verbleibende Zeit in Missouri. Aber ich freue mich schon auf das kommende Jahr und die neue sportliche Herausforderung in Bremen. Werder hat sich einfach sehr um mich bemüht und in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass sie jungen Talenten wie mir, einen optimalen Start in den Profifußball ermöglichen können. Von daher fiel mir die Entscheidung, meine Karriere in Bremen fortsetzen zu wollen, nicht schwer.“ Josh Sargent spielt momentan beim St. Louis Scott Gallagher Missouri Soccer Club. Der 17-Jährige nahm mit den USA in diesem Sommer bereits an der U 20-Weltmeisterschaft in Korea teil. In fünf Spielen erzielt er dort vier Treffer und gab eine Vorlage.

EU-Türkei-Beziehungen
Laura Batalla: Stopp der EU-Beitrittsverhandlungen mit Türkei wäre „tödlicher strategischer Fehler“

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Brüssel (nex) – Ein Stopp der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei wäre ein „tödlicher strategischer Fehler“, erklärte die Generalsekretärin des Türkei-Forums im Europäischen Parlament, Laura Batalla, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu.

„Der Beitrittsprozess der Türkei sollte nicht ausgesetzt oder beendet werden. Das wäre ein tödlicher strategischer Fehler der EU-Seite“, hatte Batalla Anfang dieser Woche in Brüssel gewarnt.

Eine Einstellung der Gespräche wäre eine „Lose-Lose-Situation“, weil die Türkei und die EU „extrem miteinander verknüpft“ seien, und das nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch, so die Türkei-Forum-Chefin weiter.

Nach dem vereitelten Putschversuch vom Juli vergangenen Jahres hatten die Spannungen zwischen einigen EU-Staaten und der Türkei zugenommen. Deutsche Politiker hatten daraufhin öffentlich die Einstellung, das EU-Parlament in einer nicht bindenden Resolution ein Einfrieren der Beitrittsverhandlungen gefordert.

Der Europäische Rat wird die Verhandlungen mit der Türkei im kommenden Monat erörtern, obwohl einige Mitgliedsstaaten wie Ungarn, Finnland, Litauen und Irland sich gegen den deutsche Vorschlag zur Aussetzung der Gespräche positioniert haben.

Batalla betrachtet eine offizielle Beendigung der Verhandlungen sei „nicht wahrscheinlich“, da diese einstimmig beschlossen werden müsste.

Die Türkei sollte hinsichtlich der  Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit unterstützt werden, zwei Punkte, die das Europäische Parlament beunruhigten, so die Diplomatin weiter.

Batalla sagte auch, dass der technische Prozess des EU-Beitritts „politisiert“ worden sei.

Wir wissen, dass es Probleme mit Menschenrechten in der Türkei gibt”, zitierte die Rheinische Post Finnlands Außenminister Timo Soini in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Er sei aber nicht dafür, die Verhandlungen zu stoppen. Dialog mit Ankara sei der beste Weg, um mit Problemen umzugehen. Eine Absage an einen Abbruch habe es auch aus Litauen gegeben: “Nein, nein, nein”, sagte Berichten zufolge Minister Linas Linkevicius. und: “Wir sollten den Prozess fortsetzen.” Es sei nicht einfach, man müsse aber zu Vereinbarungen stehen. Wie RP unter Berufung auf die griechische Zeitung “Kathimerini” weiter berichtet, habe Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angekündigt, einen “Bruch” zwischen der EU und der Türkei “verhindern” zu wollen. Die Türkei sei “ein wesentlicher Partner”. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich beim TV-Duell am Sonntag erstmals überraschend deutlich für das Ende der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei ausgesprochen und diese Woche auch eine “Neuausrichtung” der Türkei-Politik angekündigt.

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Studie
10 Millionen Kindersklaven weltweit

Osnabrück (ots) – Weltweit müssen 152 Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten. Knapp die Hälfte dieser Kinder setzen dabei ihre Sicherheit oder ihre physische und psychische Gesundheit aufs Spiel. 19 Millionen Kinderarbeiter sind jünger als 11 Jahre. Diese Zahlen veröffentlichte die Internationale Arbeitsorganisation ILO gestern während der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York. Erstmals hat die ILO gemeinsam mit der Internationalen Organisation für Migration und der privaten Walk Free Foundation die Situation in über 105 Ländern ausgewertet. »Die Zahlen zeigen, dass es keinen nennenswerten Fortschritt im Kampf gegen die Ausbeutung von Kindern gibt – im Gegenteil: 40 Millionen Menschen unterliegen nach ILO-Angaben der Sklaverei, darunter 10 Millionen Kinder,« erklärte Jörg Angerstein, Vorstandssprecher von terre des hommes. »Von diesen Kindern sind knapp drei Viertel Mädchen, die beispielsweise sexuell missbraucht oder zwangsverheiratet werden«. Besonders in Kriegs- und Konfliktgebieten laufen Kinder Gefahr, ausgebeutet und versklavt zu werden. Das zeigt die aktuelle Situation in Syrien. »Der Krieg in Syrien hat die Lebensgrundlage von mehr zwölf Millionen Menschen zerstört. Wir beobachten einen drastischen Anstieg von Kinderarbeit in Syrien und den Nachbarländern«, so Jörg Angerstein. »Damit Kinderarbeit und Sklaverei endlich beendet werden, müssen Arme und diskriminierte Bevölkerungsgruppen endlich wirksam gefördert und vor Ausbeutung geschützt werden. Die Instrumente dazu liegen vor, etwa die ILO- Konventionen gegen Zwangsarbeit und gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit oder die UN Nachhaltigkeitsziele. Was fehlt, ist der politische Wille, diese Verpflichtungen auch umzusetzen«. terre des hommes kämpft in 32 Ländern gegen Sklaverei und Ausbeutung: In Indien und dem Nahen Osten schützen wir Mädchen vor Zwangsheiraten. In der Textilindustrie Südindiens konnte terre des hommes bereits 34.000 junge Mädchen aus der Sklaverei befreien. In Kriegsgebieten schützen wir Kinder vor weiterer Gewalt und Ausbeutung.

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Mehr als 40 Millionen Menschen weltweit sind Opfer von Sklaverei

Berlin
Flüchtlingskind findet 14.000 Euro in U-Bahn

Berlin (nex) – Eine 16-Jährige hat am Freitag in der U-Bahnlinie 6 eine Handtasche mit 14.000 Euro gefunden. Eine 78-jährige Berlinerin hatte die Tasche zuvor in dem Zug vergessen. Das Mädchen übergab den Fund seiner Mutter, die die Tasche am Wochenende bei der Polizei ablieferte. Das berichtet die Berliner Morgenpost. Wie die Zeitung weiter berichtet, soll es sich bei der Finderin um ein Flüchtlingskind aus dem Irak handeln, das seit Januar 2016 mit seiner fünfköpfigen Familie in einer beliner Flüchtlingsunterkunft lebt.

Ihre Tochter sei auf dem Weg zur Schule gewesen, als ihr in der U-Bahn die ältere Frau mit den vielen Taschen auffiel.  Als sie das nächste Mal nach der Frau schaute, war sie weg, aber eine Tasche lag noch da, so die Mutter der 16-Jährigen Pravda S. gegenüber der Morgenpost.

„Meine Tochter hat die Tasche mitgenommen, ist damit zu mir gekommen und hat mir davon erzählt. Dann sind wir zur Polizei gegangen“, sagte Pravda S.

Die Besitzerin der Handtasche habe sich sehr gefreut. Zu den genauen Umständen des Fundes habe die Polizei zunächst noch nicht viel sagen können. Die ehrliche Finderin mache gerade eine Ausbildung zur Sozialarbeiterin.

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Studie
Mehr als 40 Millionen Menschen weltweit sind Opfer von Sklaverei

New York (ots) – Mehr als 40 Millionen Menschen sind einer Schätzung von Menschenrechtsgruppen zufolge weltweit Opfer von Sklaverei. „Ein Teil unserer Kleidung und unserer Nahrungsmittel wird von Zwangsarbeitern hergestellt, ebenso werden einige der Gebäude, in denen wir leben und arbeiten, von ihnen errichtet und gereinigt“, heißt es in dem am Dienstag von den Menschenrechtsorganisationen Walk Free Foundation, ILO und IOM veröffentlichten Bericht. Die gemeinsame Zählung der Organisationen geht davon aus, dass 2016 mindestens 40,3 Millionen Menschen Opfer moderner Sklaverei waren. Die Schätzung sei noch zurückhaltend. Der Studie zufolge arbeiteten etwa 24,9 Millionen Menschen gegen ihren Willen in auf Baustellen, Farmen, Fabriken und Fischerbooten. 15,4 Millionen Menschen waren Opfer von Menschenhandel oder zwangsverheiratet. Drei Viertel aller Sklaven weltweit seien demnach weiblich und ein Viertel minderjährig. „Da ein großer Teil der modernen Sklaverei in Zusammenhang mit Migration steht, ist eine bessere Migrationspolitik zum Schutz von Opfern und der Verhinderung von Zwangsarbeit von fundamentaler Bedeutung“, so die Studie. In Afrika sowie im Asien-Pazifik-Raum sei die moderne Sklaverei am meisten vorbereitet. Sogar in Europa gebe es der Studie zufolge über 3,6 Millionen Zwangsarbeiter. Für die Studie seien in 48 Ländern 71.000 Menschen befragt worden.

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Türkei
Istanbul: Deutscher Generalkonsul Birgelen trifft Deniz Yücel

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Istanbul (nex)  – Wie das Auswärtige Amt am Dienstag mitteilte, hat der deutsche Generalkonsul in Istanbul, Georg Birgelen, den in der Türkei inhaftierten Journalisten Yücel besucht. Es gehe ihm „den Umständen entsprechend gut“. Das Auswärtige Amt hatte erst am Freitag mitgeteilt, dass ein erneuter Haftbesuch bei Yücel verweigert worden sei.

Es sei der insgesamt fünfte Besuch Birgelens gewesen. Die deutsche Seite hatte ursprünglich eine Genehmigung für vergangenen Dienstag erbeten. Darauf war allerdings keine Antwort der türkischen Behörden erfolgt, berichtet Deutschlandfunk. Der Welt-Korrespondent sitzt seit Februar in Untersuchungshaft. Ihm werden Terror-Propaganda und Volksverhetzung vorgeworfen. Da Deniz Yücel neben der deutschen auch die türkische Staatsbürgerschaft besitzt, hat Berlin keinen Rechtsanspruch auf konsularische Betreuung.

EU-Türkei-Beziehungen
Verheugen: Ablehnung der Türkei als EU-Mitglied aus Angst vor Muslimen

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Brüssel (nex) – Der ehemalige EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen hat die Forderungen deutscher Politiker die Beitrittsgespräche mit der Türkei mit sofortiger Wirkung zu beenden verurteilt. „Ich denke, sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch ihr Konkurrent Martin Schulz sind sich bewusst, dass Deutschland die EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei nicht einfach beenden kann“, sagte Verheugen in einem Exklusvinterview mit der Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntag und fügte hinzu: „Damit das geschieht, müssten alle anderen EU-Mitglieder einen solchen Schritt unterstützen. Aber das ist nicht der Fall. “ Angela Merkel steht kurz vor der Bundestagswahl am Sonntag unter zunehmendem Druck von der politischen Konkurrenz, ihren Ton gegenüber der Türkei aufgrund der andauernden Spannungen zwischen Berlin und Ankara zu verschärfen. Sie strebt ihre vierte Amtszeit als Bundeskanzlerin an und würde dann mit ihrem politischen Ziehvater Helmut Kohl gleichziehen. “Ich war noch nie dafür, dass die Türkei der EU beitritt, und jetzt werde ich genau überlegen, in welcher Art und Weise. Vorbeitrittshilfen streichen, bin ich sofort dabei, aber ob wir die Tür zuschlagen oder die Türkei die Tür zuschlägt, das muss man sehen“, so Merkel.

Verheugen, der von 1999 bis 2004 das Amt des EU-Erweiterungskommissar bekleidete, äußerte sich über die wachsende anti-türkische Rhetorik im deutschen Wahlkampf sehr besorgt.

„Das hat zwei Gründe“, so Verheugen. „Die dramatische Verschlechterung der Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei in den letzten zwei Jahren und die tief verwurzelte Angst vor muslimischer Einwanderung unter einigen Deutschen.“ Die deutsch-türkischen Beziehungen waren nach dem vereitelten Putschversuch im Juli vergangenen Jahres und Erdogans anschließenden  Durchgreifen unter Druck geraten. Deutschland kritisiert die Massenverhaftungen und weigert sich, die Menschen auszuliefern, die die Türkei der Teilnahme am Staatsstreich beschuldigt. Deutschland fordert auch die Freilassung von rund einem Dutzend seiner Staatsbürger, die in den letzten Monaten verhaftet wurden. Türkische Regierungsvertreter werfen Deutschland vor, bei illegalen Gruppen und Terrororganisationen ein blindes Auge zu haben. Trotz Berlins jüngster Aufforderung an die anderen EU-Mitgliedstaaten, eine kritischere Haltung gegenüber der Türkei einzunehmen, unterstützte bisher nur Österreich eine Beendigung der Beitrittsgespräche.

Jede Entscheidung, die Beitrittsgespräche mit der Türkei zu beenden, würde eine Einstimmigkeit unter allen EU-Mitgliedsstaaten erfordern, was von Diplomaten als unwahrscheinlich angesehen wird,

Die meisten Mitgliedsstaaten lehnten bei EU-Treffen der letzten Monate solche Forderungen ab und bestanden darauf, den Dialog mit Ankara aufrechtzuerhalten.

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Rohingya-Krise
Grüne: Deutschland soll Rohingya-Flüchtlinge aufnehmen

Bonn (ots) – Angesichts der steigenden Zahl von Flüchtlingen aus Myanmar intensiviert das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) die Nothilfe in Bangladesch. Hilfsgüter werden über eine Luftbrücke eingeflogen. Die Regierung hat Land für ein weiteres Flüchtlingscamp bereitgestellt, da die bestehenden Camps Kutupalong und Nayapara überfüllt sind. Grünen-Politiker Günter Beck forderte unterdessen am Montag die Bundesregierung auf, den diplomatischen Druck auf die Regierung in Myanmar zu erhöhen. Die Bundestagsabgeordneten Renate Künast und Uwe-Kekerit brachten in einem Brief an Entwicklungsminister Gerd Müller einen Stopp der Textilimporte aus Myanmar in die EU ins Spiel. „Wir dürfen nicht die Augen davor schließen, dass die Ermöglichung von Textilimporten in die EU auch eine Legitimierung der dortigen Regierung ist“, zitierte der Spiegel am Montag aus dem Brief. Dies dürfe aber nicht zu einer Art „Freifahrtschein für massive Menschenrechtsverletzungen“ führen. Volker Beck forderte von der Bundesregierung auch die Aufnahme der nach Bangladesch geflüchteten Rohingya. „In der Vergangenheit wurden Flüchtlinge aus Bangladesch im Rahmen des Resettlement nach Europa, zum Beispiel nach Irland, gebracht, und der UNHCR hält dies nach wie vor für einen wesentlichen Bestandteil der Schutzstrategie für die Rohingya“, sagte Beck gegenüber dem Spiegel. Auf diese Weise könne die Bundesregierung beweisen, was ihre Worte zur Bekämpfung von Fluchtursachen politisch Wert seien, bevor die Opfer der Krise an der Grenze anklopften, so der Grünen-Politiker weiter. Seit dem 25. August sind 415.000 Menschen im Südosten Bangladeschs angekommen. Nach der strapaziösen Flucht sind sie ausgehungert und krank. Die Herausforderungen für die Hilfsorganisationen sind immens. Es fehlt weiterhin an Unterkünften und Latrinen, um das Ausbrechen von Krankheiten in den Lagern zu verhindern. Viele Flüchtlingsfamilien schlafen am Straßenrand, ohne Schutz vor Wind und Wetter. Jeden Tag werden bis zu 1.000 Neuankömmlinge registriert. UNHCR kann so diejenigen identifizieren, die besondere Hilfe benötigen – unbegleitete Kinder, Schwangere, Kranke und ältere Flüchtlinge. Zwei UNHCR-Luftbrücken sind bislang eingetroffen. Verteilt werden Plastikplanen zum Bau von Unterkünften, Schlafmatten, Moskitonetze und andere dringend benötigte Mittel zur Grundversorgung. Die Regierung stellte 810 Hektar Land zur Verfügung, damit die Flüchtlinge untergebracht und versorgt werden können. Es wurden bereits große Zelte errichtet, in denen bis zu 400 Personen vorübergehend unterkommen sowie kleinere Familienzelte. Die ersten Familien konnten dort bereits einziehen. „Dass die Regierung von Bangladesch Land bereitgestellt hat, ist in diesem Stadium ungemein wichtig“, so der Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, Peter Ruhenstroth-Bauer. „Dort können Unterkünfte für bis zu 150.000 Menschen errichtet werden. Die Bemühungen eines so armen Landes, Flüchtlinge aufzunehmen und ihnen zu helfen, müssen unbedingt unterstützt werden.“ Angesichts der hohen Zahl der nach Bangladesch kommenden Flüchtlinge und des immensen Bedarfs benötigt der UNHCR dringend zusätzliche Mittel, um die Menschen schützen und sie mit lebenswichtigen Hilfen versorgen zu können. Aufgrund der katastrophalen humanitären Situation ruft die UNO-Flüchtlingshilfe, der deutsche Partner des UNHCR, dringend zu Spenden auf. Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch brauchen Hilfe:

Spendenkonto UNO-Flüchtlingshilfe Sparkasse Köln-Bonn – IBAN: DE78 3705 0198 0020 0088 50 BIC: COLSDE33

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Goldanleihen
Türkei: „Gold im Wert von 200 Milliarden Dollar unter den Matratzen“

Ankara (nex) – Das türkische Finanzamt plant die Ausgabe von zwei Arten von Anleihen, um „2.200 Tonnen Gold unter Matratzen“ mit einem Marktwert von rund 300 Milliarden Türkische Lira der Wirtschaft zuzuführen, erklärte der stellvertretende Ministerpräsident Mehmet Simsek am vergangenen Sonntag. Anderen Schätzungen zufolge sollen es sogar 5.000 Tonnen Gold mit einem Wert von 200 Milliarden US-Dollar sein, das sich im Privatbesitz befindet. „Die erste Emission von Goldanleihen und der goldbasierten Leasingzertifikate wird zwischen dem 2. und dem 6. Oktober starten“, gab Simsek in seinem Statement bekannt. Auf diese Weise soll die Wirtschaft von dem Gold unter der Matratze der Bürger profitieren. „Das Finanzministerium hat kein Anleiheproblem“, betonte der Vizepremier und ergänzte, dass man die Wirtschaft ankurbeln, Einsparungen erzielen, Ressourcenprobleme lösen und die Ersparnisse der Menschen, die sie zu Hause behielten, der Wirtschaft zuführen wolle. Die Rückzahlung werde in Ein-Kilogramm-Goldbarren oder Goldmünzen, die von der staatlichen türkischen Münzprägeanstalt hergestellt würden, erfolgen.  „Wir haben die technischen Arbeiten für die Ausgabe von neuen Finanzinstrumenten abgeschlossen, die es uns ermöglichen, viele Tonnen Gold unter der Matratze in die Wirtschaft zu locken“, hatte Simsek bereits im Juli erklärt. „Die Schaffung des gesetzlichen Rahmens steht kurz vor dem Abschluss. Wir werden diese Instrumente noch in diesem Jahr auf dem Markt anbieten. Wir wissen, dass es einen Goldbestand in der Türkei gibt, der nach einigen Schätzungen bei rund 200 Milliarden US-Dollar liegt, aber dieses Gold bleibt bislang ungenutzt“, so Simsek weiter. Um sich besser an die Bedürfnisse der Goldbesitzer anzupassen, seien die Goldanleihen neuentwickelt worden. Auch in Indien und Südafrika sind laut dem Vizepremier diese Art von Goldanleihen bereits sehr beliebt. Die Goldbesitzer würden durch die ausgestellte Goldanleihen sowie Gold-basierten Leasing-Zertifikaten höhere Erträge erzielen können als durch die Hortung von Gold unter den Betten und Kopfkissen.

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