Wirtschaft
Astana: Türkei und Kasachstan unterschreiben Investitionsvereinbarungen über 590 Mio US-Dollar

Astana (nex) – Türkische und kasachische Unternehmen haben Investitionsvereinbarungen im Wert von 590 Millionen US-Dollar unterzeichnet. Wie das kasachische Ministerpräsidialamt in einer schriftlichen Erklärung am Samstag mitteilte, hätten die nationale Gesellschaft Kazakh Invest und türkische Privatunternehmen – Calik Holding, Yildirim Holding, Yildizlar SSS Holding und Agrobest Group – unter dem Einsatz der kasachischen Botschaft zu Ankara Abkommen unterzeichnet. Demnach deckten die Vereinbarungen eine Reihe von Bereichen wie Baustoffe, Maschinenproduktion, Energie, Metallurgie und chemische Fertigung ab. In den vergangenen fünf Jahren führten türkische Unternehmen 18 Investitionsprojekte im Wert von etwa 667,5 Millionen US-Dollar in Kasachstan durch. Zehn weitere Projekte sollen dem Statement nach in der kommenden Zeitraum umgesetzt werden. Weiter heißt es, dass die Investitionen der Türkei in Kasachstan insgesamt 2,1 Milliarden US-Dollar erreichten, von denen 925,1 Millionen US-Dollar im ersten Halbjahr 2017 lagen.

Auch interessant

Türkische Rüstungsindustrie: Exporte nach Deutschland um 17 Prozent gestiegen
 

Deutsch-türkische Beziehungen
Kommentar zur Reisewarnung der Türkei

Von Nabi Yücel Die Reisewarnung der Türkei gegenüber ihren Staatsbürgern, die nach Deutschland reisen wollen oder sich dort aufhalten, kommt recht spät, aber dafür genau zum entscheidenden Zeitpunkt. Just als die türkische Diplomatie sich dazu durchringt, eine Reisewarnung zu formulieren und zu veröffentlichen, da wird die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage über Islamfeindlichkeit veröffentlicht: Die Zahl der Übergriffe auf Muslime ist erschreckend hoch. Und noch etwas musste die Bundesregierung beantworten, die vor allem dem Grünen-Abgeordneter Volker Beck wohl kaum schmecken und ihn noch eine lange Zeit verärgern wird – nach all den Versuchen, die in Deutschland ansässige DITIB oder andere islamische Gemeinschaften vorzuführen und sie regelrecht abschaffen zu wollen: Von 632 antisemitischen Übergriffen waren 23 Übergriffe von ausländischen bzw. religiösen Ideologen zu verantworten, heißt es wieder in einer Antwort der Bundesregierung. Der Rest geht auf das Konto des rechten Spektrums in Deutschland. Letzteres Ergebnis ist für die türkische Regierung ein weiterer Beleg dafür, was in Deutschland grassiert: latenter Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Objektiv betrachtet haben die rassistischen oder fremdenfeindlichen Übergriffe in den letzten Jahren laut BKA und Bundesregierung ein ums andere mal Rekordniveau erreicht. Die Politik schert sich aber wenig darum – siehe NSU-Aufarbeitung -,verfolgt viel lieber mutmaßliche ausländische Geheimdienste, vor allem türkische Spitzel, und die werden überall gewittert. So steht seit langem ein türkischer Journalist unter dem Verdacht, er habe Informationen über den Vertreter einer PKK-nahen Organisation gesammelt. Allein das Sammeln oder Erfragen von Informationen über einen dubiosen Organisationsvertreter scheint zu genügen, um in Untersuchungshaft genommen und angeklagt zu werden. Selbstverständlich wird währendessen unter dem Deckmantel der Demokratie und Meinungsfreiheit jeder denunziert oder ins gesellschaftliche Abseits gedrängt, der auch nur im entferntesten die türkische Politik verteidigt, auch wenn er im Grunde kaum etwas für Erdogan übrig hat. Demokratisch-oppositionelle Kräfte im Dunstkreis der PKK, Gülen-Befürworter, DHKP-C Revoluzzer oder die deutschesten Deutschen unter denen mit Migrationshintergrund werden mit Handkuss empfangen und ihre Sorgen auch ernst genommen. Das geht nur, wenn die Bundespolitik das auch will und tatkräftig unterstützt. Die türkische Reisewarnung kam also recht spät, aber dafür zur besten Zeit. Man könnte sogar meinen, die sogenannten Türken-Spitzel haben sich bereits im Berliner Regierungsbezirk breitgemacht und erhalten Informationen aus erster Hand. Die krude Idee stammt nicht von mir, sondern von derselben Gemeinschaft, die darauf drängt, die PKK aus der Verbotsliste zu streichen oder dafür gesorgt hat, dass ein türkischer Journalist inhaftiert wird. Erst vor kurzem wurde eine türkischstämmige deutsche Polizeibeamtin ins Fadenkreuz des Verfassungsschutzes und des Bundesnachrichtendienstes gerückt, eben nur weil sie türkischstämmig ist und mit türkischen Kollegen von Amts wegen bilaterale Beziehungen aufrecht erhält. Darüber hinaus dürfen wir den Vorfall in Duisburg nicht vergessen, als eine ganze Hundertschaft der Polizei anrücken musste, um die Horde von Türken und Anwohnern in Schach zu halten, die dabei zugafften, wie ein Falschparker von Beamten zu Boden gerissen und erst einmal vermöbelt wurde. Erinnert irgendwie an US-amerikanische Zustände. Als dann der Oberbürgermeister der Stadt Duisburg (SPD) auch noch aus der „national“-sozialistischen Mottenkiste das Wort „asozial“ ausgräbt, da wird erst richtig ersichtlich, wie tief und breit der Rassismus in Deutschland verankert ist. Darüber kann auch eine NRW-Staatssekretärin noch so oft den Deckmantel der türkischen „Diktatur“ legen, für eine Reise entzieht sich die Dame trotzdem in die türkische Riviera, und für kurze Zeit auch einfach der Realität, während ihr Mann sich tapfer gegen die „Erdoganisten“ wehrt. Und wenn ein Hamburger Jungpolitiker namens Ahmed Ağdaş noch so groß vom Deutschsein träumen kann, um anerkannt und in den Zirkel der Selbstbeweihräucherer aufgenommen zu werden, spätestens wenn Gauland die Macht dazu hat, wird er zusammen mit Özoguz nach Anatolien entsorgt, wo er seinen deutschen Pass sich sonst wohin schieben kann. Ich muss mir von einem Jungspund wie Ağdaş oder dem Fliegengewicht Ünsal Arik nicht sagen lassen, wo ich hingehöre, wo ich meinen Lebensmittelpunkt habe und wie ich ihn zu gestalten habe, schon gar nicht, welcher politischen Gesinnung ich näher stehe. Ich bin eben kein Jude von damals, der ahnungslos aber doch mit Vorahnung in irgend einen Güterzug geredet wurde, nur weil dessen Nase, Glaube oder Kunst und Kultur manchen Zeitgenossen nicht in den Kram passte. Ich bin jemand, der frühzeitig objektiv und subjektiv erkennen kann, wann es rassistisch oder fremdenfeindlich wird. Wem meine Meinung nicht gefällt, kann sich an die rund 150 Wissenschaftler wenden, die haben seit längerem etwas zu sagen, gehört werden sie nur nicht. Wenn also den Herrschaften meine Ansichten oder die anderer nicht gefallen, sollen sie sich doch an Frau Knobloch wenden, die kann aushelfen. Subjektiv betrachtet muss man nur eines der vielen Klein-Istanbuls der großen Städte in Deutschland besuchen, um zu erkennen, wo sich Türken bzw. Ausländer am wohlsten und sichersten fühlen – aber auch nur dann, wenn PKK-Groupies diese Straßen nicht als Herde benutzen oder nicht Moscheen abfackeln – und weshalb man wenige auf der Kirmes, in der Vereinsgaststätte oder auf dem Wiesen sieht. Entweder wird man dabei streng beäugt, es werden trockene Witze gerissen oder man wird von einer Horde von Reichsbuletten verfolgt. Hat man das heil überstanden, wird man vom Flimmerkasten rund um die Uhr mit türkischen Tagesthemen berieselt, obwohl man in deutschen Kanälen hin und her zappt. Regelmäßig wird man dann von Neuzugängen an Experten darin aufgeklärt, wie man sich als Türke von der Gesellschaft entfernt hat, was für ein asoziales Verhalten man an den Tag legt und dass man ganz einfach samt dem Land nicht hierher gehört. Man muss also nicht erst in die Vergangenheit zurückschauen, um die Ausländerfeindlichkeit anhand von Solingen oder Moelln zu erklären, bei der allein das Türkesein Grund genug war, flambiert, exhumiert und ins Vaterland geschafft zu werden, weil man hier schlicht und einfach auch nicht im Grab in Ruhe gelassen wurde. Es gibt reichlich viele objektive wie subjektive Wahrnehmungen, die von der deutschen Politik längst hätten angegangen werden müssen. Stattdessen wird der deutsche Wahlkampf weiterhin und diesmal exzessiv auf dem Rücken der Türkei ausgetragen, auch wenn man vehement vorgibt, nur den Staatspräsidenten zu kritisieren oder in die Schranken verweisen zu wollen. Wenn Kommentare über das Türkei-Kroatien Spiel fallen, in der man von „Glück“ spricht oder jede einzelne Handlung der türkischen Elf geflissentlich mit Erdogan in Verbindung gebracht wird, dann hat das weniger mit Erdogan-Kritik zu tun, sondern vielmehr mit dem Versuch, in Deutschland ein Türkei-Bild zu zeichnen, das nicht so recht in eine europäische Wertekultur passt. Dabei muss Deutschland selbst erst einmal erklären, wie es sich moralisch verhält, wenn man einerseits sich in den türkischen Wahlkampf einmischt und sogar medial in türkischer Sprache die türkischen Bürger anspricht, jedoch andersrum in Empörung verfällt und von einer Einmischung in innere Angelegenheiten spricht. Dabei ist es doch Deutschland selbst, die sich nicht nur in die türkische Justiz einmischt, sondern den Eindruck etablieren will, deutsche Staatsbürger wären per se nicht straffällig, genössen Immunität. Vor allem interessiert  mich in diesem Zusammenhang der Gemütszustand der Maya-Yücel-Ehefrau, die just dann den Bund der Ehe mit meinem Namensvetter einging, als er längst in Untersuchungshaft saß. Dass die türkische Regierung nun Handlungsbedarf sieht, um ihre eigenen Staatsbürger vor Deutschland und solchen wankelmütigen Gestalten zu warnen, ist eine Tragikomödie, vor allem weil die USA, China oder die Sonderverwaltungszone Hongkong ebenfalls Reisewarnungen gegenüber Deutschland ausgesprochen haben.

Auch interessant

Kommentar: Leit- oder Leidkultur?
 
Auch erschienen auf Turkishpress Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Diplomatie
„Erstarkender Rechtsruck“: Türkisches Außenministerium gibt Reisewarnung für Deutschland raus

Ankara (nex) – Das türkische Außenministerium warnte heute Staatsbürger, die eine Reise nach Deutschland planen oder hier leben, vorsichtig zu sein. Politische Debatten sollten, vor den Bundestagswahlen am 24. September, unterlassen werden. Des Weiteren soll man von Wahlkampfveranstaltungen politischer Parteien und von Plätzen fern bleiben, wo Kundgebungen oder Demonstrationen stattfinden, die von „Terrororganisationen“ organisiert oder unterstützt und von den deutschen Behörden geduldet werden.  Es sei besorgniserregend, dass deutsche Behörden nichts gegen die Erklärungen einer Partei unternehmen, „die offen rassistisch ist“. Wie das Ministerium weiter mitteilte, sei die politische Atmosphäre in Deutschland unter dem Einfluss des erstarkenden Rechtsruckes und rassistischer Diskurse. So beruhte die Kampagne auf einer türkeifeindlichen Position und bemüht sich, die EU-Beitrittsverhandlungen zu verhindern. Deutsche Behörden hätten es versäumt vergangene Ereignisse, welche auf Türken abzielten, zu erörtern. Dazu gehörten etwa Brandstiftung, willkürliche Befragungen an Flughäfen und Misshandlungen.

Auch interessant

Angela Merkel lässt italienischen Demonstranten (18) seit Monaten nicht frei
           

Bundestagswahl 2017
Schwesig verurteilt Attacken auf Merkel

Rostock (ots) – Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat die Attacken auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem Wahlkampfauftritt in Wolgast (Landkreis Vorpommern-Rügen) scharf verurteilt: „Natürlich sind wir politische Konkurrenten. Aber jeder Politiker muss in diesem Land die Möglichkeit haben, Menschen zu treffen und für seine Politik zu werben“, sagte Schwesig anlässlich eines Leserfestes zum 65. Geburtstag der Ostsee-Zeitung in Rostock. Jeder Bürger habe das Recht, seine Meinung frei zu äußern: „Aber die Krawallmacher von NPD und AfD sind unerträglich. Sie haben eine Grenze überschritten.“ Und weiter: „In diesem Land streiten wir friedlich und fair miteinander.“ Merkel war am Rande eines Auftritts in Wolgast von rund 150 Anhängern der rechtsextremen NPD, der AfD sowie rechter Initiativen bedrängt worden. Die Demonstranten hatten das Fahrzeug der Kanzlerin und CDU-Bundesvorsitzenden mit Tomaten beworfen und lautstark Hass-Parolen gebrüllt.

Bundestagswahl 2017
Türkische Gemeinde fordert Migrantenquote in deutschen Parteien

0
Berlin (nex) – Der Vorsitzende der türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD) hat die politischen Parteien aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, einschließlich der Festlegung von Quoten, um die Vertretung der Menschen mit Migrationshintergrund im Bundestag zu erhöhen. „Fast 25 Prozent der deutschen Bevölkerung haben einen Migrahintergrund“, sagte Gökay Sofuoglu im Gespräch mit der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu und ergänzte: „Aber derzeit sind nur 3,5 Prozent der Abgeordneten im Bundestag nicht deutschstämmig.“ Deshalb fordere seine Gemeinde die politischen Parteien auf, Quoten für Menschen mit Migrationshintergrund zu einzuführen, „um das Problem der Unterrepräsentation anzugehen“, so Sofuoglu weiter.

Germany is home to around 3 million Turkish people, who constitute the largest immigrant population. Currently, 11 out of 631 lawmakers at the Bundestag have Turkish roots.

In Deutschland bilden rund 3 Millionen türkischstämmige Menschen die größte Einwanderergruppe im Land. Derzeit haben 11 von 631 Bundestagsabgeordneten türkische Wurzeln. Es sei unwahrscheinlich, dass die bevorstehende Bundestagswahl am 24. September daran etwas ändern werde:. „Ich erwarte nicht eine große Zunahme der Zahl türkischstämmiger Abgeordneter.“ „Diesmal haben wir viel mehr Kandidaten mit Migrationshintergrund. Aber viele von ihnen haben keine guten Chancen, ins Parlament zu kommen, da sie sich auf den unteren Plätzen der Wahllisten befinden und dadurch benachteiligt sind“, sagte er. Am 24. September treten mehr als 4.800 Kandidaten an, um einen Sitz im Bundestag zu erhalten. Unter ihnen sind etwa 100 Kandidaten türkischer Herkunft, die meisten gehören der SPD, der Linken oder den Grünen an. Bei der letzten Bundestagswahl hatte sich die Zahl der Abgeordneten mit türkischen Wurzeln von fünf im Jahr 2009 auf elf im Jahr 2013 mehr als verdoppelt.

Auch interessant

Wahl-Überraschung: Allianz Deutscher Demokraten wünscht Bündnis mit der BIG Partei

Flüchtlingspolitik
Evangelische Kirche: „Unsere Gesellschaft ist in der Lage, noch mehr Flüchtlinge aufzunehmen“

Köln (ots) – Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, i, hat die Kritik des Kölner Erzbischofs, Kardinal Rainer Woelki, an der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung auf Europa ausgeweitet. „Eine Politik der Abschottung und Ausgrenzung ist weder aus humanitärer noch aus menschenrechtlicher oder politischer Sicht eine Lösung“, sagte Rekowski dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Nächstenliebe kenne keine Grenzen. Rekowski forderte ein gerechtes System für die Verteilung von Flüchtlingen und zugleich mehr Offenheit, besonders beim umstrittenen Thema Familiennachzug. Anerkannte Asylbewerber hätten das Recht auf Familienzusammenführung mit Ehe- oder Lebenspartner und minderjährigen Kindern. Integration gelinge am besten mit der Familie. „Und unsere Gesellschaft ist in der Lage, noch mehr Flüchtlinge aufzunehmen“, betonte Rekowski, gab aber auch zu bedenken, dass diese Politik letztlich auch von der Bevölkerung getragen sein müsse. Zuvor hatte Kardinal Woelki der Bundesregierung einen unmenschlichen Umgang mit Flüchtlingen vorgeworfen und auch das EU-Türkei-Abkommen scharf verurteilt. Politiker von Union und SPD würdigten zwar Woelkis Einsatz für christliche Werte, betonten aber auch die Notwendigkeit klarer Regeln für die Aufnahme von Migranten. Das EU-Türkei-Abkommen habe das massenhafte Sterben im Mittelmeer eindämmen können, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Heribert Hirte der Zeitung. Er sprach von einer Entscheidung „aus humanitären Gründen“. Wie Hirte, betonte auch seine Kollegin Gisela Manderla, eine Steuerung der Migration sei Voraussetzung für „harmonische Integration“. SPD-Fraktionsvize Rolf Mützenich sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, es sei „beschämend“, dass EU-Mitglieder wie Ungarn oder Polen eine solidarische Flüchtlingspolitik verhinderten. Mützenich verwies zudem auf den Ruf der SPD nach einem Einwanderungsgesetz.

Bundestagswahl 2017
Kommentar: Die AfD wurde durch die SPD stark gemacht

Von Baris Eyripala Ein Mantra der selbsternannten Migrantenvertreter in Deutschland ist, dass Deutschtürken wählen müssten, damit sie sich in Deutschland gut integrieren können. Eine zu geringe Wahlbeteiligung der Deutschtürken würde die Bemühungen dieser geschätzten Interessentenvertreter konterkarieren und den Rechten in die Hände spielen. Stets wird die angeblich zu geringe Wahlbeteiligung beklagt, dass die Deutschtürken zu passiv seien usw.
Seien wir doch ehrlich! Es liest sich zwar „Wähle die demokratischen Parteien“, aber gemeint ist doch „Wähle UNSERE Partei“! Denn diese Migrantenvertreter sind nun mal die Interessenvertreter ihrer jeweiligen Parteien in der türkischen Community und nicht die Vertreter der türkischen Community in den Parteien. Natürlich sind einige Herrschaften sehr engagiert (z.B. NSU-Mordprozess, muttersprachlicher Unterricht Türkisch etc.). Das will ich würdigen. Trotzdem entbehrt der Wahlaufruf, den manche Migrantenorganisationen machen, jeglicher Grundlage, denn die Wahlbeteiligung der Deutschtürken war bei der Bundestagswahl fast genauso hoch wie die der Gesamtbevölkerung. Natürlich haben die meisten SPD und Grüne gewählt. Die CDU ist weit abgeschlagen dahinter, wenn auch stark ansteigend. Ich muss euch ja nicht sagen, wer den größten Schaden davonträgt, wenn die Deutschtürken der Wahl fernbleiben, oder die AD-Demokraten wählen (Die AD-Demokraten sind übrigens jene, die mit dem Konterfei eines ausländischen Staatsmannes werben – nur zur Info). Was haben SPD und Grüne getan, damit ihnen die Deutschtürken die Stange halten? Eben! Was hat die SPD getan, um den Schaden zu beseitigen, den der Fall Sarrazin verursacht hat? Eben! Die gleiche Frage kann man auch an alle anderen Parteien richten. SPD und Grüne sind in meinen Augen nicht wählbar; sogar noch weniger als CDU und FDP, weil Sozialdemokraten und Grüne so großzügig mit deutschtürkischen Wählerstimmen beschenkt wurden, dass sie eine wesentlich größere Bringschuld haben, als die Parteien rechts der Mitte. Die SPD bekam 2013 2/3 aller deutschtürkischen Wählerstimmen. Umgerechnet entspricht das einem zusätzlichen satten Prozentpunkt, sprich 24,7% ohne Türkeistämmige, 25,7% mit Türkeistämmigen. Die SPD, die 2013 ein derart schlechtes Ergebnis hinnehmen musste, bekam von den Deutschtürken 2/3 aller Stimmen. Was hat die SPD, die ja noch die Sarrazinhypothek mit sich schleppt, getan, um diesem Wählervotum gerecht zu werden? Eben! Frage: Was sollen nun Deutschtürken, die sich von SPD/Grüne abwenden, und sich von CDU/FDP nicht angezogen fühlen bei der Wahl tun? Eben: Entweder AD-Demokraten oder andere Kleinstparteien wählen oder der Wahl fernbleiben. Kommt mir bitte nicht mit wenig intelligenten Anwürfen wie „Ihr macht die Rechten stark“ o.Ä. Die AfD wird durch die SPD stark gemacht, die Sarrazin und Co. in der Debatte kein Paroli bieten können oder wollen.

Auch interessant

Bundestagswahl: SPD immer noch beliebteste Partei der Deutsch-Türken
 
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.

Mecklenburg-Vorpommern
Razzia: Rechte sammelten Namen von über 100 Politikern

Berlin (nex) – Ein Rechtsanwalt und ein Polizist aus Mecklenburg-Vorpommern sollen einer Gruppe angehören, die sich für Weltuntergangsszenarien wappnet. Außerdem sollen sie Dossiers über linke Politiker angelegt haben. Sie sollen den „Zusammenbruch der staatlichen Ordnung“ befürchtet haben. Durch Flüchtlinge, durch immer mehr Straftaten und islamistische Anschläge. Auf solche bürgerkriegsähnlichen Zustände bereiteten sich die Männer angeblich vor, indem sie Vorräte, Waffen und Munition horteten. Außerdem wirft ihnen die Bundesanwaltschaft vor, Namenslisten geführt haben: darauf linke Politiker, die sie im Krisenfall töten wollten. Das berichtet die „Welt„. Wie die „Welt“ weiter berichtet haben die mutmaßlichen Rechtsterroristen aus Mecklenburg-Vorpommern ein umfangreiches Archiv über Politiker angelegt. Es handele sich dabei um zwei Ordner mit losen Blattsammlungen über mehr als 5000 Personen, darunter auch mehr als 100 Namen, Adressen und Fotos von Politikern. Dem Bericht zufolge soll es aber keine Hinweise auf Mordpläne geben. Die Angaben über die aufgelisteten Politiker sei größtenteils aus öffentlichen Quellen angelegt. Ein unter Verdacht stehender Polizeibeamter soll allerdings seinen PC missbräuchlich genutzt haben, um an Meldeadressen zu gelangen. Im August hatten GSG9-Spezialkräfte und Beamte des Bundeskriminalamtes verschiedene Wohnung in Mecklenburg-Vorpommern durchsucht. Es habe der Verdacht  „Verdacht der „Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“, teilte der Generalbundesanwalt in Karlsruhe mit. „Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“, so der Verdacht.  

Flüchtlingspolitik
106-jährige Afghanin: Türkei genehmigt Einreise nach Schwedens Ablehnung

Ankara (nex) – Nach einer Meldung der türkischen Nachrichtenagentur IHA sei aus Außenministeriumskreisen bekannt geworden, dass die türkische Regierung der 106-jährigen Bibihal Uzbeki aus Afghanistan die Einreise genehmigte, nachdem ihr Asylantrag von Schweden abgelehnt worden war. Die Türkei warte auf das endgültige Urteil über das Asylersuchen der Frau, die bis zu sieben Monate dauern könnte, heißt es weiter. Bibihal Uzbeki hat eine gefährliche Reise nach Europa hinter sich, auf der sie von ihrem Sohn und Enkel durch Berge, Wüsten und Wälder getragen worden war. Sie ist schwer behindert und kann kaum sehen oder sprechen. Ihre Familie hat die Ablehnung ihres Asylantrags angefochten. „Meine Schwestern weinten“, erzählt der 22-jährige Mohammed Uzbeki im Gespräch mit der IHA. „Meine Großmutter fragte: ‚Warum weinst du?'“, so Usbeki weiter. Als Bibihal klar wurde, dass ihr Antrag abgelehnt worden war, begann sich ihr Gesundheitszustand zu verschlechtern, sie erlitt einen Schlaganfall. Die Not der Afghanen werde von schwedischen Behörden ignoriert, klagt die Familie. Viele Länder in Europa verweigern Afghanen aus bestimmten Gebieten des Landes Asyl mit der Begründung, dass diese als sicher gelten. Medien wie etwa Welt Online stehen den Äußerungen der Uzbekis sehr kritisch gegenüber. Vor ihrer Reise nach Schweden lebte die Familie acht Jahre illegal im Iran. Auszüge Welt Online (Screenshots)
(Fotos: Screenshot Welt Online“)

Auch interessant

Lindsay Lohan: Türkei ist zu meiner zweiten Heimat geworden

Wirtschaft
Außenhandelsüberschuss: Deutsche Exporte steigen um 8,0 Prozent

0
Wiesbaden (nex) – Im Juli 2017 wurden von Deutschland Waren im Wert von 103,7 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 84,2 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, waren damit die deutschen Exporte im Juli 2017 um 8,0 % und die Importe um 9,4 % höher als im Juli 2016. Gegenüber dem Vormonat Juni 2017 nahmen die Exporte um 0,2 % und die Importe um 2,2 % kalender- und saisonbereinigt zu. Die Außenhandelsbilanz schloss im Juli 2017 mit einem Überschuss von 19,5 Milliarden Euro ab. Im Juli 2016 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz + 19,1 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Außenhandelsbilanzüberschuss im Juli 2017 bei 19,5 Milliarden Euro. Unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel einschließlich Ergänzungen zum Außenhandel (+ 22,2 Milliarden Euro), Dienstleistungen (- 3,8 Milliarden Euro), Primäreinkommen (+ 5,4 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (- 4,4 Milliarden Euro) schloss – nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank – die Leistungsbilanz im Juli 2017 mit einem Überschuss von 19,4 Milliarden Euro ab. Im Juli 2016 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 18,3 Milliarden Euro ausgewiesen. In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Juli 2017 Waren im Wert von 59,9 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 55,6 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Juli 2016 stiegen die Exporte in die EU-Länder um 6,7 % und die Importe aus diesen Ländern um 8,4 %. In die Länder der Eurozone wurden im Juli 2017 Waren im Wert von 37,9 Milliarden Euro (+ 6,9 %) geliefert und Waren im Wert von 38,0 Milliarden Euro (+ 7,5 %) aus diesen Ländern bezogen. In die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Juli 2017 Waren im Wert von 21,9 Milliarden Euro (+ 6,4 %) exportiert und Waren im Wert von 17,6 Milliarden Euro (+ 10,4 %) von dort importiert. In die Länder außerhalb der Europäischen Union (Drittländer) wurden im Juli 2017 Waren im Wert von 43,8 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 28,6 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber Juli 2016 nahmen die Exporte in die Drittländer um 9,7 % zu, die Importe von dort stiegen um 11,5 %.