Reisen
Afrika: „Turkish Airlines fliegt Ziele an, die andere Fluggesellschaften meiden“

Istanbul (nex) – Als die teilstaatliche türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines mit täglichen Direktflügen in einen vom Krieg verwüsteten und von Terrormilizen geplagten afrikanischen failed state startete, waren Branchenexperten skeptisch. Das sind sie mittlerweile nicht mehr.

„Somalia gehört zu unseren meistgebuchten und profitabelsten Zielen weltweit“, sagte Turkish Airlines Kenya-Chef Mustafa Özkahraman gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters und fügte hinzu: „Weil wir die einzige internationale Airline sind, die Somalia anfliegt – die erste und einzige“. Im Jahr 2011 bot Turkish Airlines Flüge in 14 afrikanische Städte an. Ende 2017 werden es mit Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone, bereits 52 Strecken sein, die das Unternehmen von Istanbul aus anfliegt. Die in Istanbul ansässige Fluggesellschaft möchte an den Erfolg in Somalia anknüpfen und ihr Angebot afrikaweit in den Ländern ausbauen, die von anderen Airlines gemieden werden. Özkahraman bestritt den Vorwurf, dass die neue Afrika-Strategie der Turkish-Airlines mit dem wachsenden Interesse Ankaras am afrikanischen Kontinent zusammenhänge.

„Viele Leute mögen denken, unsere Flüge nach Somalia seien nicht gewinnorientiert, sondern politischer Natur“, sagte Özkahraman und ergänzte:“Wir führen Machbarkeitsanalalysen durch, und die jeweilige Strecke muss nach diesen Studien profitabel sein, entweder jetzt oder in naher Zukunft“.

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"Demokratie ist uns das wert"
Piratenpartei klagt gegen die kommunale Sperrklausel von 2,5 Prozent

Düsseldorf (ots) – Der Landtag in Nordrhein-Westfalen beschloss im Juni 2016 mit den Stimmen von SPD, Grünen und CDU eine kommunale Sperrklausel von 2,5 %. Die Piratenfraktion stimmte in der von ihr beantragten namentlichen Abstimmung dagegen, die FDP enthielt sich. Der Landesverband NRW der Piratenpartei reichte daraufhin im Oktober 2016 eine Verfassungsbeschwerde ein. Bereits 1999 hat das Landesverfassungsgericht NRW die damalige Fünf-Prozent-Sperrklausel bei Kommunalwahlen gekippt. Der Politikbetrieb in den kommunalen Parlamenten hat nicht gezeigt, dass Kleinst- oder Splitterparteien die Arbeitsfähigkeit der Räte behindern. Im Gegenteil: in vielen Räten werde die Mitarbeit der Einzelvertreter und Ratsgruppen sehr geschätzt. „Erst die Beteiligung neuer Parteien hat die Verkrustung in der Kommunalpolitik aufgebrochen“, so Torsten Sommer, ehemaliger Abgeordneter der Piratenfraktion NRW, Mitglied der Verfassungskommission bis 2017 und Listenkandidat zur Bundestagswahl. Michele Marsching, ehemaliger Fraktionsvorsitzender und Vertreter der NRW PIRATEN im Organstreitverfahren ergänzt: „Zudem hindern die kleinen Parteien die kommunalen Gremien nicht an der Arbeit, sondern bringen Menschen neu in die Politik. Abseits des Postengeschachers von SPD und CDU.“ „Besonders ärgert mich, dass die Grünen jetzt andere ausschließen. Wer so schnell seine Wurzeln vergisst, muss nicht nur vom Wähler, sondern auch vor Gericht abgestraft werden. Wir werden uns weiter für die Demokratie einsetzen!“, betont Dennis Deutschkämer, Landesvorsitzender der PIRATEN NRW kämpferisch. Die mündliche Verhandlung zur eingereichten Klage findet am 24. Oktober 2017 um 10:30 Uhr am Verfassungsgerichtshof des Landes Nordrhein-Westfalen in Münster statt.

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"Farbenfrohe Kultur Mesopotamiens"
Aufruf für Öcalan: 20.000 Kurden in Köln erwartet

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Köln (nex) – Trotz zahlreicher Beschwerden im vergangenen Jahr findet an der Deutzer Werft in Köln auch dieses Jahr wieder das „Internationale Kulturfestival“ statt. Das demokratische Gesellschaftszentrum der Kurden in Deutschland (Nav-Dem e.V.), das auch im vergangenen Jahr die Veranstaltung organisierte, erwartet am 16. September zu der Feier in Köln unter dem Motto „Freiheit für Öcalan, Status für Kurdistan, Demokratie für den Mittleren Osten“ rund 20.000 Besucher aus ganz Europa. Nav-Dem zufolge soll die diesjährige Feier „ein Ausdruck der farbenfrohen Kultur Mesopotamiens“ sein, aber auch die „Forderungen der kurdischen Gesellschaft nach demokratischen Grundrechten in ihrer Heimat Kurdistan, dem Mittleren Osten sowie in Deutschland“ stehen auf dem Programm. Im vergangenen Jahr war es am Rande der Kundgebung zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Die Beamten waren mit Flaschen und Steinen angegriffen worden, als eine Gruppe junger Kurden aus der Versammlung heraus aufgebrochen und auf den Gleisen der Stadtbahn Feuerwerkskörper gezündet hatte. Die einschreitenden Polizisten hatten Schlagstöcke und Pfefferspray eingesetzt. Da sich im letzten Jahr viele Anwohner auch über die Lautstärke beschwert hatten, ordnete die Kölner Polizei dieses Jahr eine „Lärmpegelobergrenze“ als Auflage an. Außerdem wurden Verkaufs- und Essensstände auf dem Gelände untersagt.

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Turkish Airlines
Köln-Bonn: Nach Drohanruf türkisches Passagierflugzeug geräumt

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Köln (nex) – Unmittelbar vor dem Start hat die Polizei am Donnerstag nach einem Drohanruf ein Passagierfllugzeug geräumt. Das berichten Medien unter Berufung auf eine dpa-Meldung. Demnach sei die Maschine der türkischen Fluggesellschaft Turkish Airlines am Vormittag bereits auf dem Rollfeld des Köln-Bonner Flughafens gewesen und dann in die Sicherungsposition zurückgebracht worden, so ein Sprecher der Bundespolizei.
Die 111 Passagiere wurden mit Bussen wieder in einen Warteraum gebracht. Das Flugzeug befindet sich aktuell vor dem Terminal 2 und wird zurzeit von Beamten der Bundespolizei mit Sprengstoffspürhunden durchsucht. Die Maßnahmen dauern aktuell noch an.

Präventionsgesetz
Studie: Tod eines Angehörigen beeinflusst eigene Berufstätigkeit erheblich

Berlin (ots) – Eine schwere Krankheit oder der Tod eines nahen Angehörigen – eine Krise beeinflusst die Berufstätigkeit der betroffenen Menschen erheblich. So fühlt sich jeder zweite Betroffene in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt oder geht krank zur Arbeit, wie das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) in einer repräsentativen Befragung von 2.000 Beschäftigten herausgefunden hat. „Etwa die Hälfte der Erwerbstätigen war in den letzten fünf Jahren von einem kritischen Lebensereignis betroffen. Die Folgen sind für Beschäftigte und Arbeitgeber gravierend“, so Helmut Schröder, Stellvertretender Geschäftsführer des WIdO. „Viele Unternehmen reagieren darauf bereits, doch vor allem kleine Firmen haben Nachholbedarf.“ Die AOK unterstützt hier mit ihren Angeboten im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. „Doch Prävention findet nicht nur am Arbeitsplatz statt, sondern geht alle an“, betont Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. „Das muss auch im Präventionsgesetz noch klarer definiert werden. Vor allem die Kommunen müssen stärker in die Pflicht genommen werden.“ Laut einer aktuellen Befragung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) kommen bei den 2.000 befragten Beschäftigten am häufigsten Konflikte im privaten Umfeld (16 Prozent), eine schwere Erkrankung von Angehörigen (zwölf Prozent) und finanzielle Probleme (elf Prozent) vor. Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil der Betroffenen an: Etwas mehr als ein Drittel der Beschäftigten unter Dreißig (37,6 Prozent) berichtet über kritische Lebensereignisse, bei den 50- bis 65-Jährigen sind dies schon fast zwei Drittel (64,7 Prozent). Jüngere Erwerbstätige berichten neben privaten Konflikten auch über finanzielle oder soziale Probleme, während bei älteren Erwerbstätigen Krankheit, Altern oder der Tod des Partners eine größere Rolle spielen. Diese kritischen Lebensereignisse belasten die Gesundheit der Betroffenen und beeinflussen auch die Berufstätigkeit. So berichten 58,7 Prozent von körperlichen und 79 Prozent von psychischen Problemen. In der Folge fühlen sich mehr als die Hälfte der Befragten durch die Krise in der eigenen Leistungsfähigkeit in ihrem Berufsleben eingeschränkt (53,4 Prozent). Ähnlich viele Menschen geben an, trotz einer Erkrankung in diesem Kontext zur Arbeit gegangen zu sein (48,8 Prozent). Mehr als ein Drittel fühlte sich aufgrund des kritischen Lebensereignisses unzufrieden mit der Arbeit (37,3 Prozent) oder hat sich häufiger krank gemeldet (34,1 Prozent). Das Unternehmen kann helfen Die Befragungsergebnisse zeigen, dass die Führungskraft bei akuten Krisen eine wichtige Rolle einnimmt. So geht eine positive Bewertung der Führungskraft durch die Beschäftigten mit einem besseren Zugang zu Unterstützungsmaßnahmen im Betrieb einher. Beschäftigte, die das soziale Verhalten ihres Vorgesetzten positiv beurteilen, geben fast fünfmal häufiger den Vorgesetzten, aber auch doppelt so häufig die Arbeitskollegen als Hilfeleistende bei der eigenen Krise an und kennen insgesamt auch mehr hilfreiche Anlaufstellen im Unternehmen als Beschäftigte, die das Vorgesetztenverhalten negativ beurteilen. „Kritische Lebensereignisse bei Beschäftigten können ein ‚Stresstest‘ für die Stabilität der beiderseitigen Beziehung zwischen Unternehmen und Mitarbeiter sein“, so Helmut Schröder. „Wenn Krisen sowohl aus Sicht des Betriebes als auch des betroffenen Beschäftigten gut gemeistert werden, können beide Seiten gestärkt aus ihr hervorgehen.“ Viele Unternehmen in Deutschland wissen um die hohe Relevanz betrieblicher Angebote bei Krisenereignissen. Auch die Deutsche Bahn bietet ihren Mitarbeitern professionelle, anonyme Unterstützung in Krisensituationen und nimmt ihre Verantwortung für Mitarbeiter, die während ihrer Tätigkeit belastende Erlebnisse erfahren, sehr ernst. Hier steht ein umfassendes Betreuungsprogramm im Mittelpunkt, das insbesondere für Lokführer konzipiert ist, die in Personenunfälle verwickelt sind. Diese stellen mit ca. 700 Ereignissen im Jahr den häufigsten Arbeitsunfall von Lokführern dar. Das Betreuungsprogramm wurde bereits Mitte der 90er Jahre eingeführt und wird seitdem stetig weiterentwickelt. „Dank unserer umfassenden Betreuungsangebote gelingt den Mitarbeitern auch nach traumatischen Erlebnissen fast immer die berufliche Wiedereingliederung“, so Dr. Christian Gravert, Leiter des Gesundheitsmanagements bei der Deutschen Bahn AG. Wie die Befragung des WIdO zeigt, haben vor allem kleine Unternehmen einen hohen Nachholbedarf an entsprechenden Angeboten für ihre Mitarbeiter. Dabei muss nicht jede Maßnahme selbst angeboten werden. „Die AOK setzt mit ihren Angeboten des Betrieblichen Gesundheitsmanagements verstärkt auf Netzwerke mit anderen Unternehmen in der Region“, sagt Martin Litsch. Krankenstand bleibt stabil Insgesamt ist der Krankenstand im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr mit 5,3 Prozent gleich geblieben. Damit hat jeder Beschäftigte im Durchschnitt 19,4 Tage aufgrund einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im Betrieb gefehlt. Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen sind in den letzten 10 Jahren konstant gestiegen, sie nahmen um 79,3 Prozent zu. Psychische Erkrankungen führten außerdem zu langen Ausfallzeiten. Mit 25,7 Tagen je Fall dauerten sie mehr als doppelt so lange wie der Durchschnitt mit 11,7 Tagen je Fall. Der Fehlzeiten-Report 2017 zeigt, wie betriebliche Maßnahmen im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements helfen können, Beschäftigte bei kritischen Lebensereignissen zu unterstützen. Er enthält außerdem umfangreiche Analysen zur Arbeitsunfähigkeit der 12,5 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmer, die 2016 in mehr als 1,5 Millionen Betrieben beschäftigt waren.

Business
Agco-Chef: Deutscher Ruf hat durch Diesel-Skandal in USA gelitten

Manager empfiehlt deutschen Konzernen Investitionen in den USA Osnabrück (nex) – Der Ruf deutscher Produkte hat nach Einschätzung des deutschen Chefs des amerikanischen Fendt-Mutterkonzerns Agco unter dem Diesel-Skandal bei Volkswagen gelitten. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Martin Richenhagen, bislang sei das Bild der Amerikaner von Deutschland exzellent gewesen. „Die Diesel-Krise hat für eine Art Aha-Erlebnis gesorgt, was diese Verklärung angeht.“ Besonders negativ habe sich dabei ausgewirkt, dass VW nicht von vornherein eingeräumt habe, „Mist gebaut zu haben“. Zwar seien die Verkaufszahlen der Fendt-Traktoren aus dem Agco-Konzern nach wie vor gut. „Noch mehr solcher Skandale verkraftet das Verhältnis aber nicht“, sagte Richenhagen. Angesichts der wachsenden Kritik an deutschen Exportüberschüssen empfahl der gebürtige Kölner: „Die deutschen Betriebe müssen auch im Ausland investieren, in den USA aber auch in Europa, sonst wird der Unmut immer größer.“

Giftige Pulverdämpfe
Entschädigung für erkrankte Schießstand-Polizisten

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Berlin (ots) – Erstmalig hat sich Polizeipräsident Klaus Kandt gegenüber dem rbb dahingehend geäußert, dass er sich persönlich für eine unkomplizierte Entschädigung erkrankter Polizisten einsetzen will. „Ich würde gern ein Zeichen setzen und auch deutlich machen, dass wir für die Kollegen da sind, unsere Verantwortung übernehmen und die Dinge zeitnah klären. Ich will die Beweispflicht umkehren. Es steht fest, dass die Schiessanlagen nicht in Ordnung waren. Wer durch die Pulverdämpfe erkrankt ist, sollte auch einen Schadensersatz bekommen. Dafür setze ich mich ein, denn auf das Ergebnis der Studie müssen wir zu lange warten“, sagte Kandt gegenüber dem rbb am Montag. Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat dazu einen entsprechenden Antrag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses eingereicht. Nach Angaben des Grünen-Abgeordneten Benedikt Lux, einem Vorreiter in Sachen Entschädigung, sollen zunächst rund 3,4 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt werden. Lux sprach von einem Durchbruch: „Es wird noch einiges zu klären sein, doch die Entschädigung ist Regierungswille.“ Der rbb hatte den Fall 2015 recherchiert und öffentlich gemacht. Interne Gutachten der Polizei belegen,dass die Abluftanlagen bei verschiedenen Schiessständen nicht funktionierten und vor allem Schiesstrainer und SEK Beamte die giftigen Pulverdämpfe über viele Jahre einatmeten. An der Seite der Polizisten kämpft seit mehr als zwei Jahren auch der Bund Deutscher Kriminalbeamter. Ihr Vorsitzender Michael Böhl gegenüber dem rbb: „Es ist ein Anfang und es wird Zeit, dass die betroffenen Kollegen auch rehabilitiert werden.“ Der betroffene Polizist und Schiesstrainer, Uwe S.(52)hegt nun endlich wieder Hoffnung.“Meine Gesundheit kann mit keiner zurückgeben. Die Schwermetalle in meinem Körper verursachen immer wieder Entzündungen.Trotzdem begrüße ich es,wenn endlich Verantwortung für uns übernommen wird und es etwas Gerechtigkeit gibt.“

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"Kein Schengen für alle"
CSU übt massive Kritik an Junckers EU-Plänen

Scheuer: Brauchen nicht mehr Europa

Düsseldorf (ots) – CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat massive Kritik an den Vorschlägen von EU-Kommissionspräsident Jena-Claude Juncker zur Reform der Europäischen Union geübt. „Wir brauchen nicht mehr Europa, sondern ein besseres Europa. Die Juncker-EU muss endlich ihre Hausaufgaben machen, statt Träume zu formulieren“, sagte Scheuer der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. „Wir brauchen kein Schengen für alle, sondern effektiven Grenzschutz, keinen Euro für alle, sondern Haushaltsdisziplin in ganz Europa“, sagte Scheuer. „Bei Juncker offenbart sich das übliche Denken aus dem Eurokraten-Raumschiff, das an der Realität in den Mitgliedsländern meilenweit vorbeigeht“, erklärte der CSU-Politiker.

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Jean-Claude Juncker zur Lage der Europäischen Union

Weltweite Relevanz-Studie
Studie: In Deutschland haben traditionelle Medien noch die Nase vorn

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Hamburg (nex) – Die erste weltweite Relevanz-Studie des globalen PR-Networks Golin zeigt wie stark traditionelle Medien bei deutschen Verbrauchern punkten. TV (64%) und Print (49%) liegen vorn, wenn es um die Relevanz von Informationskanälen geht. Befragt wurden 13 000 Menschen weltweit u.a. welche Informationsquellen für sie relevant sind. Der Relevanzgrad ist Indikator dafür, wo sich Menschen informieren, ob sie Themen teilen, empfehlen oder gar aufgrund einer Information handeln. Während sich Social Media global gesehen auf Platz 1 positioniert, landen die sozialen Kanäle in Deutschland abgeschlagen mit 25% auf Platz 6. Am wenigsten relevant unter elf abgefragten Infoquellen sind hierzulande Blogger (7%). Allerdings zeigt die Studie auch, dass Medienrelevanz eine Altersfrage ist. Die Beliebtheit der traditionellen Medien zeigt sich am stärksten bei den Babyboomern (55+), hier erfreut sich das Radio noch großer Beliebtheit mit 38%. Wichtiger sind für sie nur noch Zeitungen (55%) und TV (67%). Bei der Generation X (35-54 Jahre) sind TV (67%) und Zeitungen (49%) auch auf den ersten Rängen, aber Word of Mouth, also Empfehlungen, hat mit 45% eine deutlich höhere Relevanz als bei der älteren Zielgruppe. Für den jüngeren Teil der Millenials (18-24 Jahre) sieht das Bild komplett anders aus: Hier ist Word of Mouth mit 61% die relevanteste Informationsquelle, dicht gefolgt von Social Media mit 59%. TV und Zeitungen verlieren hier zweistellig Prozentpunkte. Auch zwischen den Geschlechtern gibt es Unterschiede: Männer informieren sich über TV (67%), Zeitungen (53%) und Radio (40%), während für Frauen nach TV (62%) an zweiter Stelle persönliche Empfehlungen (51%) relevant sind. Zeitungen rutschen mit 46% bei Frauen auf Platz drei. Wenn es um die Relevanz von Inhalten geht, gilt das Interesse der Deutschen Fakten (59%) vor nützlichen Tipps (56%) und Unterhaltung (30%). Die Topthemen, über die in Deutschland gesprochen wird, sind allerdings Promi-News (58%) und Nachrichten aus dem Unterhaltungsbereich (48%). Zum Handeln veranlassen Nachrichten aus dem Unterhaltungsbereich (51%) und Modethemen (47%). „Die Mediennutzung ist komplett im Umbruch. Deutschland spielt dabei eine ungewöhnliche Außenseiterrolle“, kommentiert Uta Schwaner, Managing Director von Golin Deutschland.

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Ex-„Handelsblatt“-Chefredakteur: Medien haben keine Verbindungen mehr zu bestimmten Bevölkerungsgruppen

Diplomatie
Erdogan-Berater: „Deutsch-türkische Beziehungen werden sich nach den Wahlen rasch verbessern“

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Ankara (nex) – Die Beziehungen zwischen den NATO-Partnern Deutschland und Türkei, die zurzeit tief zerrüttet ist, würden sich parallel zu einer „allgemeinen Wiederannäherung der Türkei zur EU“ im kommenden Jahr verbessern. In dessen Folge würde auch der türkische Export- und Tourismussektor einen Aufschwung erleben, so ein Berater des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. „Ich erwarte mehr Ruhe mit Deutschland nach dem 24. September“, erklärte Cemil Ertem, Erdoğans Chef-Wirtschaftsberater, in einem Interview vom gestrigen Mittwoch und ergänzte: „Ich erwarte, dass die Spannungen abnehmen werden.“ Die deutsch-türkischen Beziehungen waren nach dem vereitelten Putschversuch im Juli vergangenen Jahres und Erdogans anschließenden hartem Durchgreifen unter Druck geraten. Deutschland kritisiert die Massenverhaftungen und weigert sich, die Menschen auszuliefern, die die Türkei der Teilnahme am Staatsstreich beschuldigt. Deutschland fordert auch die Freilassung von rund einem Dutzend seiner Staatsbürger, die in den letzten Monaten verhaftet wurden. „Die Beziehungen der Türkei zur Europäischen Union werden ab dem ersten Quartal 2018 rasch ‚repariert‘ werden“, meint Ertem gegenüber Reuters. Er denke, dass die Ausfuhren der Türkei in die EU weiter zunehmen würden. Die Verbesserung der Beziehungen zur EU würde 2018 zugleich ein „sehr gutes Jahr“ für den Tourismus bedeuten, so der Experte weiter. Die Zahl der europäischen Touristen, die die Türkei besuchen, ist aufgrund der Sicherheitsbedenken in den letzten Jahren zurückgegangen. Die Wirtschaft würde laut Ertem um 5,5 bis 6 Prozent in diesem Jahr und um 5 bis 7 Prozent im nächsten Jahr wachsen.

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