Kriminalität
Mann aus Bergisch Gladbach soll Kinder missbraucht und Fotos gemacht haben

Ein Mann aus Bergisch Gladbach ist wegen des Verdachts des Kindesmissbrauchs und der Verbreitung von Kinderpornografie festgenommen worden. Dies bestätigte der Abteilungsleiter der Kreispolizei, Gerhard Wallmeroth, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ und der „Kölnischen Rundschau„. Bei einer Hausdurchsuchung fand die Polizei demnach Tausende kinderpornografische Bilder und Videos sowie offenbar auch Hinweise darauf, dass der Beschuldigte in seinen Wohnräumen Kinder missbraucht und dabei Aufnahmen gemacht hat. Offenbar war der Verdächtige im Rahmen eines nationalen oder internationalen Netzwerks aktiv. Mittlerweile seien auch weitere Tatverdächtige am Niederrhein und im Raum Wiesbaden festgenommen worden, so der scheidende Polizeichef. Derzeit wird das Bild- und Videomaterial ausgewertet. „Das sind Datenmengen, die man sich nicht vorstellen kann“, hieß es aus der Kreispolizeibehörde. Mehrere Terabyte Bilder und Videosequenzen müssten gesichtet werden. Nach Informationen der Zeitungen wird nach Ansatzpunkten gesucht, um möglichst viele Beteiligte rasch zu identifizieren. Durch die Festnahme sei die akute Gefahr weiterer Taten zunächst unterbunden worden, so Wallmeroth.

Meinung
Kommentar: YPG kopierte von Beginn an die Verhaltensregeln des IS

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Das syrische Verfassungskomitee hat ihre erste Ausschusssitzung in Genf begonnen. Das Komitee soll zusammenkommen, um eine neue Verfassung für Syrien zu erarbeiten. Zusammengesetzt ist sie von Vertretern der Regierung von Machthaber Baschar al-Assad, der Opposition und der Zivilgesellschaft sowie unabhängigen Experten, die in Begleitung der Vereinten Nationen tagen. Wer ist nicht dabei? Die sogenannte „Selbstverwaltung Rojava“ in Nordsyrien, die von der PYD/PKK/YPG mit Gewalt und Terror herbei gezaubert wurde und das Kalifat namens IS, die aus der Flasche wie ein Geist entsprang. So schnell, wie das „Islamische Kalifat im Irak und Syrien“ ausgerufen wurde, so schnell ging dieses brutale Terrorregime auch unter. Genauso schnell hatte in der selben Zeit die Terrororganisation PKK mit ihrem syrischen Ableger YPG/PYD die Gunst der Stunde genutzt, um mit Gewalt und Unterdrückung, Vertreibung und ethnischen Säuberungen, ein „Rojava“ zu etablieren. Wer glaubt, diese zwei Terrororganisationen, die IS wie YPG, seien aus eigener Kraft auf diese Schnappsidee gekommen, der glaubt auch an die Marsmännchen. Während die IS plötzlich über nagelneue Humvees und modernste Pritschenwagen mit aufmontierten Panzerschrecks Made in Japan verfügte, hatte die YPG ebenfalls Humvees, MILANs und G-36 Sturmgewehre und hieß nicht mehr YPG, sondern fortan SDF. Weil in dem ständigen Dreibuchstabensalat das Wort „Demokratie“ nicht fehlen durfte, nannte sich die terroristische YPG mit großzügiger Hilfe eines US-Generals – auf die saublöde Idee konnte die YPG/PKK ja selbst nicht kommen – nun „Syrisch Demokratische Kräfte“. Das Einzige, was an dieser völkischen Gruppierung demokratisch war, ist, dass die USA bei der Namensgebung mitbestimmen konnten. Ansonsten hatten vor Ort in Nordsyrien die christlichen und anderen Minderheiten, wie auch die Mehrheit an syrischen Arabern, nun nichts mehr zu lachen. Die Araber sowie Turkmenen wurden samt den christlichen Assyrern, Aramäern und Chaldäern fortan durch Briefkastenvereine ersetzt und dienten als Persilscheine für europäische Interessen. Selbstverständlich kopierte man von Beginn an auch die Verhaltensregeln des IS, die Steuereinahmen wurden ebenso streng durchgesetzt, wie auch die Zwangsrekrutierung von Kindern oberstes Gebot hatte, um die örtliche Bevölkerung auszunehmen, willig zu machen und zu unterdrücken.
(Screenshot/The Telegraph)
Nun, die Show ist jetzt vorbei: der IS wurde längst samt Zivilbevölkerung mit Luftschlägen entweder vertrieben oder in den Erdboden vermischt. Ihre Führer werden einzeln zur Strecke gebracht. Die YPG ist nun in die Wüste verbannt worden und kann sich dort eine Sandburg bauen, wenn sie denn mag, muss sich aber darauf einstellen, dass die Türkei mit einer Nacht- und Nebelaktion sich den einen oder anderen Führer schnappt oder ins Nirvana schickt. Es gibt doch tatsächlich noch diese Aluhutträger, die meinen, in der Türkei könnten irgendwelche Halsabschneider unter dem Radar türkischer Sicherheitsbehörden, ihren Kalifatstaatsphantasien immer noch nachgehen. Das dachten die deutschen „Islamisten“ in Deutschland oder Europa auch, bis sie dann entweder hops genommen wurden oder gleich mit Reisepässen in gelbe Tüten landeten. Nicht anders ist es in der Türkei. Selbstverständlich gibt es in der Türkei auch „Islamisten“, darunter auch Kalifatsbürger, die meinen, in der Türkei ihren feuchten Traum verwirklichen zu können. Die türkischen Sicherheitskreise sind nicht blöde; man überwacht solche Personen, man findet heraus mit wem sich diese Personen noch treffen, welche Netzwerke sich gebildet haben und wenn die Zeit reif ist, schlägt die osmanische Klatsche zu. Februar 2018 war so ein Zeitpunkt, bei der Ismael al-Ethawi in der Türkei dingfest gemacht und in Zusammenarbeit mit internationalen Nachrichtendiensten dem Irak übergeben wurde. Hier pressten die irakischen Behörden diesen IS-Spitzenfunktionär nach nicht geltendem Recht samt seinen Begleitern wie eine Orange aus – ist ja in der Türkei verboten, außer dieser Spitzenfunktionär wäre auf Guantanamo gelandet -, fanden so wichtige Hinweise zu al-Baghdadi. Die Hinweise verdichteten sich, das Puzzle wurde zusammengefügt und al-Baghdadi letztlich in Idlib dingfest gemacht.
(Foto: REUTERS/Screenshot)
Jetzt wollen natürlich manche Aluhutträger, weil er in Idlib gestellt wurde, daraus ableiten, dass dieser al-Baghdadi von türkischen Behörden eine Fotosafari in Idlib oder angeblich auch im türkischen Hatay spendiert bekam. Vielleicht hatten die türkischen Behörden auch vor, diesen Burschen das Handwerk zu legen, wenn sie genug Informationen zusammengetragen haben, um auch den Rest dieser Bande zu schnappen? Vielleicht waren zahlreiche andere Nachrichtendienste daran beteiligt, man wartete jedoch gemeinsam den Zeitpunkt ab und griff dann zu? Im Übrigen, wie konnte denn dieser al-Baghdadi unter dem Radar der allmächtigen YPG-Schnüffler von Irak bis nach Idlib über YPG-kontrolliertes Gebiet gelangen? Hatten denn die Unterwäschenschnüffler von Mazlum Kobane nicht bemerkt, dass dieser Flaschengeist durch ihr Gebiet gewandert ist? Apropos Deutschland: nicht anders dürfte es sich beim NSU zugetragen haben, nur mit dem Unterschied, dass die deutschen Behörden derart diletantisch gegen den rechtsextremistischen Terror vorgingen, dass das neun Menschen das Leben kostete und in Deutschland mehrere NSU-Terroranschläge noch heute politisch wie staatlich gedeckt werden. Aber zurück zum Thema. Jetzt wo zuerst das Kalifat von der syrischen und irakischen Bildfläche ausradiert wurde, ist die Türkei gerade dabei das völkische „Rojava“ in Nordsyrien auszuradieren. Da können sich in Europa oder in Deutschland jetzt noch so viele Pazifisten und Verabscheuer von Krieg und Gewalt zu Wort melden, es wird nicht mehr daran gerüttelt: es ist beschlossene Sache. Diese Bourgeoisie von „Kriegsgegner“ hat Jahrzehnte mitangeschaut, wie in weiten Teilen der Welt Kriege und Konflikte entfacht und Leid verursacht wurden. Diese Konflikte wurden von der Bourgeoisie mitunter auch begrüßt oder man labte sich danach an den Gewinnen des Landraubs, der Ausbeutung dieser Regionen der Erde. Gegenwärtig reißen genau die Marktschreier von Bourgeoisie ihr Maul gegenüber der Türkei auf, um sie in einer Welle der gemeinschaftlichen Entrüstung darüber, zur Aufgabe zu bewegen. Aber da haben sie die Durchhaltekraft und das Durchhaltevermögen der Türken unterschätzt, weshalb sie nun vor der unabwendbaren Tatsache stehen: die syrische Ausschusssitzung in Genf. Das geht wie Öl hinunter, wenn man die Sitzungsteilnehmer betrachtet, schließlich sind die Parteien IS und YPG nicht mitanwesend. Es wurde Zeit, dass die Menschen in Syrien ohne solche Terrorbanden wieder zur Besinnung kommen, aus der sie während des arabischen Frühlings herausgerissen wurden. Was einst mit politischen Mitteln vorgetragen, dann mit Waffen ausgetragen wurde, findet ihren Ursprung wieder am Verhandlungstisch. Wer jetzt genau das angreift oder kritisiert, kann und darf sich nicht als Pazifist oder Kriegsgegner, schon gar nicht als Freund der Kurden, Turkmenen, Christen oder Araber bezeichnen; denen nimmt das keiner mehr ab.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Meinung – Kommentar: Wo blieb der Aufschrei, als die PKK Verbrechen gegen Kurden verübte?

„Bereits 1997 stellte der Spiegel unter Bezug auf Günter Wallraff und dessen Interviews fest, dass die PKK, Hammer und Sichel gegen Fackel ausgetauscht hätten. Aber noch immer wird diese ultranationalistisch-völkische Terrorgruppe in Deutschland verherrlicht“. Ein Kommentar.

Kommentar: Wo blieb der Aufschrei, als die PKK Verbrechen gegen Kurden verübte?

Syrienkrise
Erdogan: Bin ich Tourist? Merkel sollte besser hierher kommen

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Erdogan vor dem Reiseantritt in die USA: Die Resolution des US-Repräsentantenhauses ist opportunistisch Von Nabi Yücel Kurz vor Reiseantritt in die USA sprach der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan vor der Fraktion der AKP in Ankara. Erdoğan kündigte während der Rede unter anderem eine ähnliche Antiterror-Aktion gegen die YPG/PKK-Terrorführer an, wie die USA es eindrucksvoll gegen den IS-Terrorführer al-Baghdati und andere bewiesen habe. Erdoğan zu diesem Thema weiter: „Einige Staaten, die ihre nationale Sicherheit durch Terroristen gefährdet sehen, finden und liquidieren diese Terroristen. Sie stimmen also damit auch zu, dass die Türkei die gleichen Rechte wahrnehmen kann, auch im Falle der Terroristen, deren Hände sie schütteln und die sie loben. Wir werden bei diesem Thema unser Volk mit guten Nachrichten überraschen.“ Erdoğan forderte die USA und Russland nachdrücklich dazu auf, die getrennt erreichten Vereinbarungen über den Abzug von Terroristen der YPG/SDF, rund 30 Kilometer vor der Grenze der Türkei zu Syrien vollständig umzusetzen. Die Militäroperation würde andernfalls fortgesetzt und die Sicherheitszone erweitert werden, falls die Türkei oder einer ihrer Anti-YPG-Koalitionspartner von Terroristen angegriffen werden. „Wir werden uns gegen Angriffe von außerhalb der Sicherheitszone revanchieren und den Bereich der Sicherheitszone bei Bedarf auch stetig erweitern“, sagte Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Erdoğan forderte in seiner Rede auch Russland auf, die am 22. Oktober vereinbarten Ziele über den Abzug der YPG-Kämpfer vom Ost- und Westufer des Tall Abyad/Ras’ul Ayn-Streifens. Die rund 150 Stunden lange Frist für den Rückzug der YPG aus den Provinzen Manbidsch, Ain al-Arab und Tall Rıfat lief am 29. Oktober um 18 Uhr ab, während Russland bekannt gab, dass die YPG das Gebiet verlassen habe. „Russland hat uns mitgeteilt, dass 34.000 Terroristen der YPG mit 3.600 schweren Waffen 30 Kilometer südlich unserer Grenzen abgezogen worden sind. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass die Umsetzung der Vereinbarung nicht gänzlich erfolgt ist. Wir werden unsere Bewertungen dahingehend mit Russland teilen“, sagte Erdoğan und warf auch einen Plan B oder C der Türkei in den Raum, für den Fall, dass die beiden Deals nicht umgesetzt würden. „Wir führen jetzt Plan A aus. Wir können aber unsere vorsorglich getroffenen Pläne B und C auch umsetzen, wenn unsere Erwartungen in Ain al-Arab oder Manbidsch, nicht erfüllt werden. Wir werden sehen, welche Schritte wir nach Abschluss der gemeinsamen Patrouillen in Übereinstimmung mit den Bedingungen vor Ort unternehmen werden“, so der türkische Staatschef. Erdoğan sprach im Zusammenhang mit der Flüchtlingsfrage über den europäischen Vorschlag, unter Beteiligung Deutschlands, Frankreichs und Großbritannien die offenen Fragen zu erörtern. Jedoch gebe es nur die Option, diese in der Türkei an bestimmten Orten selbst zu erörtern: „Es gibt drei Orte, an denen ein solches Treffen stattfinden kann: Entweder in Gaziantep, Şanlıurfa oder Istanbul. Wenn Europa über die Flüchtlingsfrage sprechen möchten, sollten Sie nach Gaziantep oder Şanlıurfa kommen, da sich in diesen Regionen die Flüchtlingslage besser beurteilen lässt.“ Erdoğan deutete in diesem Zusammenhang an, dass die Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgeschlagen habe, zu einem solchen Treffen nach Berlin zu kommen und fügte hierzu an: „Was hat Berlin damit zu tun? Bin ich Tourist? Merkel sollte besser hierher kommen, denn dann kannst du [Merkel] die Situation entlang der Grenze mit deinen eigenen Augen sehen.“ Erdoğan teilte unterdessen immer wieder gegen Europa aus. Die Türkei habe zwei Dutzend Zivilisten und neun Soldaten verloren, weil Terroristen der YPG ihren Terror nach wie vor in die Türkei tragen würden. Mehr als 700 Angriffe hätten gegen die im Ausland lebenden Türken stattgefunden, erklärte Erdoğan und deutete auf die gewalttätigen Ausschreitungen während der YPG/PKK-Demonstrationen in Europa. „Viele von ihnen sind bei uns in der NATO. Viele von ihnen sind in der EU, mit der wir verhandeln (für eine Vollmitgliedschaft), aber all diese Proteste (gegen die Türkei) finden in ihren Ländern unter der Kontrolle der Polizei statt. Irgendwelche Geräusche von ihnen? 79 dieser Proteste richteten sich gegen unsere Flagge, unsere Missionen, Moscheen, Verbände oder unsere Bürger “, fügte er hinzu. Erdoğan warf den Europäern vor, die türkischen Staatsbürger vor diesen „Terroristen“ nicht zu schützen. Mehr als 79 Gewalttaten hätten die türkischen Auslandsvertretungen in Europa registriert, die sich gegen Türken gerichtet hätten. Das Signal, dass die europäischen Sicherheitsbehörden durch ihre laxe Haltung gegenüber gewalttätigen Ausschreitungen von YPG/PKK-Demonstrationen unterstreiche, sei verheerend, so Erdoğan. Erdoğan kritisierte daraufhin auch die Resolution des US-Repräsentantenhauses, in der die Ereignisse von 1915 am 29. Oktober als „Völkermord an den Armeniern“ eingestuft wurde. Erdoğan kündigte an, dass das türkische Parlament eine entsprechende Gegenresolution verabschieden werde. „Von hier aus spreche ich die USA und die ganze Welt an: Dieser Schritt wurde von uns als wertlos angesehen, und wir erkennen ihn daher auch nicht an“, sagte er vor seinen Parteimitgliedern im Parlament. „Ein Land, dessen Geschichte voller Völkermorde und Sklaverei trieft, hat weder das Recht etwas zu sagen, noch die Türkei zu belehren“, erklärte Erdogan und fügte hinzu: „In unserem Glauben hat Völkermord definitiv keinen Platz und ist verboten. Wir betrachten eine solche Anschuldigung als die größte Beleidigung für unser Volk“, sagte er weiter.

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– Syrienkrise – Aramäer: „Wo war der Aufschrei, als die YPG christliche Schulen schloss?“

Der Weltverband der christlichen Aramäer (WCA) hat die mediale internationale Anteilnahme für den syrischen Zweig der Terrororganisation PKK, die YPG, verurteilt und in einer Pressemitteilung gefragt, warum die Empörung ausblieb, als vier christliche Schulen der Aramäer in Nordsyrien am 28. August des vergangenen Jahres durch die YPG geschlossen wurden.

Aramäer: „Wo war der Aufschrei, als die YPG christliche Schulen schloss?“

Syrienkrise
Syrienkrise: YPG-Vertreter beim Treffen in Genf nicht eingeladen

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Von Nabi Yücel Der Ort für eine politische Lösung für Syrien sind nicht Berlin oder Brüssel, sondern Genf. Nach mehr als acht Jahren Bürgerkrieg in Syrien sitzen die verfeindeten Parteien erstmals an einem Verhandlungstisch in Genf. In Genf nahm am Mittwoch der Ausschuss mit insgesamt 150 Mitgliedern seine Arbeit auf, der mit Unterstützung der Vereinten Nationen eine neue syrische Verfassung ausarbeiten soll. Nach zwei Jahren Funkstille scheinen sich die Parteien unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen, Russland, Iran und der Türkei sich wieder auf die politische Lösung des Konflikts zurückbesinnt zu haben. Der UNO-Syriengesandte Geir Pedersen sagte bei der Eröffnungsrede der Ausschusssitzung, „dies ist ein historischer Moment. Die Tatsache, dass Sie bereit sind, einen Dialog zu starten, ist ein starkes Signal der Hoffnung für Syrer überall.“ Der Chef der Oppositionsdelegation und ehemalige Präsident der „Nationalkoalition syrischer Revolutions- und Oppositionskräfte“, hinter dem der Militärrat der FSA (Freie Syrische Armee) steht, Hadi Albahra, nannte den Zusammentritt des Verfassungskomitees in Genf als „einen ersten Schritt auf einem langen Weg der Erholung“. Der lange Weg wird von den Außenministers Sergej Lawrow (Russland), Mohammed Dschawad Sarif (Iran) und Mevlüt Cavusoglu (Türkei) begleitet werden, die Europäer oder die USA sind nicht anwesend. Die drei Schirmherren signalisieren mit ihrer Anwesenheit, dass sie hinter dem Versuch stehen, den Konflikt in Syrien politisch beizulegen. Am runden Tisch sitzen mit jeweils 50 Mitgliedern, die Vertreter der Regierung, der Opposition und der Zivilgesellschaft. Neben der ETILAF (Nationalkoalition syrischer Revolutions- und Oppositionskräfte) und der Freien Syrische Armee (FSA) sitzen auch Vertreter der christlichen Minderheit wie die des Weltverbands der Aramäer (WCA) sowie auch der Kurdische Nationalrat (KNC), unabhängige syrische Oppositionspolitiker sowie auch Vertreter des Nationalen Koordinationskomitees für Demokratischen Wandel (CNCD) mit am Tisch. Die kurdische Partei der Demokratischen Union (PYD) wird nicht mit am Tisch sitzen, dafür hat die Türkei gesorgt. Für die Türkei, wie für die christlichen Minderheiten, ist die Kurdenpartei PYD der politische Ableger der Terrrororganisation PKK, die mit ihrem bewaffneten Arm YPG in Nordsyrien Fuß fassen wollte.

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Türkei
Türkei: Mustafa Yeneroglu verkündet Rücktritt aus der AKP

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Abgeordneter aus Deutschland verkündet Rücktritt aus AKP Der Jurist und Parlamentarier Mustafa Yeneroğlu hat heute überraschend seinen Rücktritt aus der türkischen Regierungspartei AKP verkündet. Der aus Deutschland in das türkische Parlament gewählte Abgeordnete berief dazu unter dem Dach der Nationalversammlung in Ankara eine Pressekonferenz ein. Yeneroğlu, der im Parlament für die Regierungspartei AKP die Stadt Istanbul vertrat, war ebenfalls Vorstandsmitglied seiner Partei. In den letzten Monaten hatte der Politiker immer wieder mit parteiinterner Kritik, nicht zuletzt auch an Entscheidungen von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan, für Schlagzeilen gesorgt. Sein Rücktritt war daher seit langer Zeit von vielen Beobachtern erwartet und auch in Sozialen Medien öffentlich diskutiert worden. Erdoğan soll seinen Rücktritt gefordert haben Während der Pressekonferenz sagte Yeneroğlu zudem, dass sein Rücktritt eine Forderung des Präsidenten Erdoğan gewesen sei, der er somit nachkomme.

Kongress in Ankara
Polit-Analyst Önsoy: Berlin und Ankara sollten sich nicht wie konkurrierende Rivalen verhalten

Ankara (nex) – Organisiert durch das Forschungszentrum für türkisch-deutsche Studien (HÜTAI) an der Hacettepe Universität in Ankara, findet am 12. und 13. November unter Teilnahme des deutschen Botschafters Martin Erdmann sowie namhaften Vertretern deutscher Stiftungen und Organisationen, der 1. Internationale Kongress für türkisch-deutsche Studien statt. Zu den geladenen Rednern gehören unter anderem auch der Direktor der Konrad-Adenauer-Stiftung, Walter Glos, der nach mehr als drei Jahren in Albanien, im April die Leitung des Auslandsbüros Türkei in Ankara übernahm. In einem Gespräch mit NEX24 betonte der Leiter des Forschungszentrums, Prof. Dr. Murat Önsoy, die Bedeutung solcher Treffen, insbesondere vor dem Hintergrund der seit einigen Jahren angespannten deutsch-türkischen Beziehungen. Das Ziel des neuen Zentrums sei die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen der Türkischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland in politischen, ökonomischen, technischen und kulturellen Bereichen, so Dr. Önsoy. Die Gründungssatzung wurde im Amtsblatt der Republik Türkei dieses Jahres publiziert. „Während die Zusammenarbeit beider Länder in etlichen Bereichen Entwicklungen aufzeigen, gibt es jedoch auch Bereiche, in denen die Zusammenarbeit weiterhin gefördert werden kann. Die vergangene Periode hat gezeigt, dass die Gemeinschaftsarbeit beider Länder gefährdet sein kann, wenn diese nicht entsprechend gut angeleitet werden. Aus diesem Grund ist es für beide Länder vorteilhaft, dass die strategische, ökonomische und soziale Zusammenarbeit entwickelt wird. Dadurch können eventuelle Risikofaktoren behoben werden, damit es den Interessen beider Länder dient“, betont Dr. Önsoy gegenüber NEX24. Der Wissenschaft komme aus diesem Grund eine große Aufgabe zu. In der Bundesrepublik führten zahlreiche deutsch-türkische Zentren an Universitäten oder Nichtregierungsorganisationen Tätigkeiten diesbezüglich aus. In der Türkei gebe es jedoch keine akademisch basierten Zentren, die in diesen Bereichen aktiv sind. Diese Situation bringe die türkische Akademie aus Sicht der Wissensproduktion in eine unvorteilhafte Position. „Daher ist es unser Ziel, als Zentrum unseren Beitrag zu leisten, um das zu ändern“, so Dr. Önsoy. Das Ziel des Forschungszentrums für türkisch- deutsche Studien, dessen Tätigkeiten innerhalb der Hacettepe Universität ausgeführt werden, sei es, die Lücke einer akademischen Wissensproduktion zu schließen, die für die bilateralen Beziehungen notwendig sei. Daher bestehe das Verwaltungs- und Beratungskomitee auch überwiegend aus Akademikern aus Deutschland und der Türkei und repräsentiere viele Bereiche der Wissenschaft. Neben akademischen Einrichtungen gehörten Auslandsvertretungen (Bundesrepublik Deutschland, Österreich, Schweiz und Luxemburg), einheimische sowie ausländische NGO’s und Stiftungen zu potentiellen Kooperationspartnern des Zentrums. Hierzu zählten die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD). Der Kongress findet vom 12. bis 13. November 2019 an der Hacettepe Universität auf dem Beytepe Campus im Mehmet Akif Ersoy-Saal mit der Teilnahme von Akademikern aus der Türkei und dem Ausland mit der Expertise in den Disziplinen Internationale Beziehungen, Politikwissenschaft, Recht, Geschichte, Literatur und Soziologie statt. Der Hauptzweck dieses hochrangigen Kongresses sei die Stärkung der Brücken der Freundschaft zwischen den beiden Ländern. Die Eröffnungsreden des Kongresses werden vom Rektor der Hacettepe Universität, Prof. Dr. Haluk Özen, dem Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Martin Erdmann, dem Türkei-Vertreter der Konrad-Adenauer-Stiftung Walter Glos und der Leiterin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) Ankara, Franziska Trepke gehalten. Der Kongress wird in türkischer und deutscher Sprache abgehalten. „Bei der Planung des Kongresses haben wir uns einige grundlegende Ziele gesetzt und haben Schritte unternommen, um diese Ziele zu erreichen. Das erste dieser Ziele – und wahrscheinlich das wichtigste – ist die Konsolidierung der Freundschaftsbrücke zwischen der Türkei und der Bundesrepublik Deutschland. Um dieses Ziel zu erreichen, glauben wir, dass wir als türkische Wissenschaftler unsere Aufgaben haben. Wir sind hier, um zur Entwicklung der türkisch-deutschen Beziehungen beizutragen. Mit diesem Kongress möchten wir die Botschaft vermitteln: «Wir sind bereit, unsere Pflichten zu erfüllen»“, so Önsoy. Monodisziplinarität schränkt Forschung in beiden Ländern ein “Unser zweites Ziel ist es, die Überwindung der Monodisziplinarität in türkisch-deutschen Studien. Es ist unsere Ansicht, dass Monodisziplinarität die Forschung in den beiden Ländern und ihren Gemeinden einschränkt. Dieses Problem ist in den bisher durchgeführten türkisch-deutschen Organisationen zu beobachten. Nur eine Dimension – wie etwa Geschichte – des mehrdimensionalen Beziehungsnetzes, wird zwischen den beiden Ländern und ihren Gesellschaften diskutiert. Um die durch diese Situation entstehenden Hindernisse zu überwinden, haben wir uns bemüht, unseren Kongress interdisziplinär zu gestalten. Wie aus dem Kongressprogramm hervorgeht, wollten wir ein interdisziplinäres Umfeld schaffen, in dem Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen in einer Sitzung zusammentrafen. Wir hoffen, mit unserem neu eröffneten Zentrum die Think-Tank-Lücke in den deutsch-türkischen Beziehungen zu schließen und in Zukunft auch zu den im Ausland bekannten führenden Wissenschaftszentren des Landes zu gehören. Mit diesem Kongress möchten wir der Öffentlichkeit die Zukunftsvision und das Potenzial des Zentrums näher bringen”, betont Dr. Önsoy. Politischen Beziehungen von einem Klima des Konflikts geprägt Die politischen Beziehungen der beiden Länder seien seit mehr als einem Jahrzehnt von einem Klima des Konflikts geprägt. Dies habe dazu geführt, dass die kulturell-menschliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern und ihren Gemeinschaften vergessen wurden. Gleichzeitig seien strategische Fragen mit Risikofaktoren in den Beziehungen zwischen beiden Ländern in den Vordergrund gerückt, führt Dr. Önsoy weiter aus. „Die auf der Grundlage der Allianzen vollzogenen und durch ewige Freundschaft sowie Waffenbrüderschaft gekrönten Beziehungen entfernen sich täglich von der rationalen Basis, auf der sie gegründet waren und nehmen die Gestalt eines aussichtslosen Widerstreits an. Diese Situation, mit der wir sowohl auf der Diskursebene als auch auf der Handlungsebene konfrontiert sind, beeinträchtigt beide Länder, samt ihrer gesamten Bevölkerung, Einrichtungen und Institutionen“, betont Dr. Önsoy. Einige Politiker beider Länder überschritten die Grenzen der diplomatischen Höflichkeit, als ob sie verfeindet wären. Diese mehrdimensionale und konfliktreiche Atmosphäre, die von Journalisten bis hin zu Juristen, viele Persönlichkeiten und Institutionen umfasse, beeinträchtige das gemeinsame Interesse der beiden Länder. Die angespannten Beziehungen seien ein Nährboden für „feindliche Gefühle“ im Gedächtnis der Bevölkerung dieser Länder und beeinträchtige das kulturelle und wirtschaftliche Zusammenwachsen, das durch die mehr als drei Millionen in Deutschland lebenden Türken und Zehntausende in der Türkei lebenden Deutschen mit Mühe aufgebaut worden sei. Beiden Länder hätten Aufgaben in Bezug auf die Normalisierung der Beziehungen. Bei den Wahlen in Deutschland sollte antitürkische Politik verhindert werden, betont der Akademiker. Die Bemühungen der deutschen Politiker, mit antitürkischen Parolen Stimmen zu gewinnen, schafften eine negative Atmosphäre gegen Türkischstämmige in Deutschland. Berlin müsse auch aufhören, sich in die türkische Innenpolitik einzumischen. Aussagen zur Innenpolitik widersprächen dem Prinzip der staatlichen Souveränität. Außerdem schaffe es eine antideutsche Atmosphäre in der Türkei, an der sich alle gesellschaftlichen Schichten beteiligten. Die Sicherheitsinteressen der Türkei in Syrien sollten respektiert werden. Dr. Önsoy erinnert daran, dass Deutschland und die Türkei seit Jahrzehnten NATO-Partner sind. Zugleich fordert Dr. Önsoy Ankara auf, die Grenzen der “neuen türkischen Diaspora-Diplomatie” gegenüber der Türkischstammigen in Deutschland gut zu ziehen und ausgewogen zu handeln. Es sollten Anstrengungen unternommen werden um die Einmischung in innere Angelegenheiten Deutschlands zu verhindern. In der internationalen Politik sollten Berlin und Ankara sich nicht wie zwei konkurrierende Rivalen verhalten, sondern als zwei kooperative Akteure, die sich gegenseitig ergänzen.

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– Berlin – Deutschland will Allianz mit Türkei bei Künstlicher Intelligenz

Deutschland und die Türkei wollen bei der Erforschung der Künstlichen Intelligenz stärker zusammenarbeiten.

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CDU
Laumann: Merkel steuert das Land seit gut 14 Jahren sicher

Düsseldorf – Führende Politiker der NRW-CDU haben die Kritik von Friedrich Merz an Bundeskanzlerin Angela Merkel scharf zurückgewiesen. Herbert Reul, NRW-Innenminister und Vorsitzender des CDU-Bezirks Bergisches Land, warnte vor einem offenen Richtungsstreit in der Union: „Die SPD ist ein schönes Anschauungsbeispiel dafür, wohin ständige Führungsdebatten führen: ins politische Tal der Tränen“, sagte der Politiker dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Er habe in seinen vielen Jahren als CDU-Generalsekretär eins gelernt: „Wahlen gewinnt man nur, wenn man geschlossen ist“, so Reul. „Die Debatte um die Kanzlerkandidatur ist eine Debatte zur Unzeit“, sagte Karl-Josef Laumann, NRW-Arbeitsminister und Vorsitzender des CDU-Bezirks Münsterland, der Zeitung. „Diejenigen, die heute schon eine Entscheidung herbeireden wollen, führen Scheingefechte, die der CDU nur schaden“, fügte Laumann hinzu. Der Minister erinnerte daran, dass Merkel für die Union vier Bundestagswahlen gewonnen haben. Seit gut 14 Jahren habe sie das Land sicher auch durch unruhige Zeiten gesteuert. Trotz Finanz- und Weltwirtschaftskrise gebe es heute in Deutschland die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit der Wiedervereinigung und Rekordbeschäftigung. „Das alles fällt nicht vom Himmel, sondern zeugt von einem klugen Regierungshandeln und starker Führung. Wenn das ein Nebelteppich sein soll, ist das ein sehr erfolgreicher und sympathischer Nebelteppich“, erklärte Laumann. Auch Oliver Wittke, Vorsitzender des CDU-Bezirks Ruhr und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, attackierte den Sauerländer: „Friedrich Merz nervt mit seiner Nörgelei vom Spielfeldrand nur noch.“ Es komme jetzt darauf an, die CDU programmatisch als Partei der Mitte zu platzieren. „Sich immer nur an der Bundeskanzlerin abzuarbeiten ist da zu wenig.“

Gesundheit
Kinder- und Jugendärztepräsident: „Kein Handy vor elf Jahren!“

Fischbach: Furchtbarer Trend mit katastrophalen Folgen  Osnabrück – Deutschlands Kinder- und Jugendärzte warnen vor „katastrophalen Folgen“ einer intensiven Mediennutzung durch Minderjährige. „Wir beobachten mit Schrecken, dass die Kinder, die vor dem Smartphone oder Tablett hängen, immer jünger werden“, sagte Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Kinder- und Jugendärztepräsident warnt Eltern, Kinder vor Smartphone oder Tablet „zu parken“ „Eltern bringen ihren Kindern nicht mehr bei zu spielen oder sich sinnvoll zu beschäftigen, sondern parken den Nachwuchs vor den Geräten. Teilweise am Essenstisch! Ein furchtbarer Trend mit katastrophalen Folgen für die kindliche Entwicklung.“ Schon die Jüngsten würden auf permanente Reizüberflutung konditioniert, beklagte Fischbach. In der Folge würden Kinder immer häufiger an Konzentrationsschwäche leiden. „Medialen Dauerbeschuss macht das beste Hirn nicht mit“, so der BVKJ-Präsident in der NOZ. „Je höher der Medienkonsum, je schwächer die Leistungen in den Schulen.“ „Kein Handy vor elf Jahren!“ Eindringlich forderte er Eltern auf, „ihren Erziehungsauftrag ernst zu nehmen“. Grundsätzlich gelte: „Kein Handy vor elf Jahren!“ Es sei erschreckend, wie leichtsinnig Eltern mit Blick auf die Internetnutzung ihrer Kleinen seien. „Das ist eine fatale Blauäugigkeit. Je länger man die Smartphone-Nutzung der Kinder rausschiebt, umso besser ist es für sie.“ Und auch später gelte: „Zwei Stunden pro Tag – das ist genug!“

Gesundheitspolitik
Kinder- und Jugendärztepräsident fordert Werbeverbot für „Kinderlebensmittel“

Fischbach: Sogenannte Kinderlebensmittel „verantwortungslos“  Osnabrück – Deutschlands Kinder- und Jugendärzte fordern ein Eingreifen der Politik zur Bekämpfung von Fettleibigkeit. „Wir brauchen ein Werbeverbot für sogenannte Kinderlebensmittel, die es ja tatsächlich gar nicht gibt“, sagte Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Nach dem ersten Lebensjahr könnten Kinder alles essen, von besonders scharfen Gerichten abgesehen. „Trotzdem erwecken Lebensmittelkonzerne mit Dinosaurier-Bildern oder strahlenden Jungen und Mädchen auf der Verpackung den Eindruck, es gäbe Lebensmittel für Kinder, als wären Milchschnitte oder Kinderschokolade gesund und ein sinnvoller Bestandteil des Nahrungsmittelkataloges. Das ist verantwortungslos und muss gestoppt werden!“, sagte Fischbach der „NOZ“. „Politische Verzagtheit“ mit schuld an grassierender Fettleibigkeit Die Folgen der grassierenden Fettsucht schon der Kleinen habe „dramatische“ Folgen, vom Leid der Betroffenen bis zu den Kosten für das Gesundheitssystem, so der BVKJ-Präsident. Und Zuckerbomben seien alles andere als kindgerecht. „Ein Eingreifen ist umso wichtiger, als dass Geschmacksvorlieben im frühkindlichen Alter geprägt werden“, erklärte er. Die Strategie der Bundesregierung für zucker- und fettreduzierte Rezepte in Fertigprodukten sei „viel zu schwach“, sagte Fischbach: „Die Folge der politischen Verzagtheit sind immer mehr übergewichtige und kranke junge und ältere Menschen.“

Türkei
Istanbuls Kult-Fischbrötchen vor dem Aus? – Betreiber wenden sich an OB Imamoglu

Balık Ekmek, das Kult-Fischbrötchen steht kurz vor dem kulturellen Kahlschlag Von Nabi Yücel Die Nachricht, dass das in der Türkei und weltweit bekannte „Balık Ekmek“, das Kult-Fischbrötchen aus Istanbul, vor dem Aus steht, sorgt für Furore. Das Makrelensandwich gehört zu Istanbul wie der Bosporus. An den drei verbliebenen Fischkuttern an der Galatabrücke in Eminönü nehmen Säkulare wie Konservative, Kemalisten wie Linke Platz, um das Balık Ekmek zu genießen. Nicht einmal Döner hat eine Chance gegen Balık Ekmek, dem inzwischen meistverkauften Snack in der Stadt. Jetzt droht dem bekannten Kult-Fischbrötchen das Aus. Laut Medienberichten haben sich die Betreiber der Fischkutter selbst an die Medien gewandt, mit der Bitte an die Bevölkerung, die fristlose Kündigung durch die Großstadtverwaltung unter dem Oberbürgermeister Ekrem Imamoglu (CHP) rückgängig zu machen. Die Großstadtverwaltung habe den Betreibern der Fischkutter bis zum 1. November Zeit gegeben, die Anlegestelle vollkommen zu räumen. Die Kündigung wurde offenbar ohne Begründung ausgesprochen, erklärten die drei Betreiber der Fischkutter. Die weit über 200-jährige Geschichte des Standorts werde binnen weniger Tage vollkommen getilgt, so einer der Betreiber. Der Sprecher der Kooperatife für „Traditionelle Fischbrötchen in Istanbul“ erklärte auf Anfrage, dass die Kündigungsschreiben einzeln eingegangen seien. „Falls die Betreiber die Anlegestelle an der Galatabrücke nicht bis zum 1. November geräumt haben, drohen Sie den Betreibern mit polizeilicher Zwangsräumung“ so Arif Hikmet Ilke. Die Betreiber und Mitarbeiter der Fischkutter sind über den plötzlichen Sinneswandel der Großstadtverwaltung überrascht. „An diesem Fischkutter verdienen allein hier vor Ort 50 bis 60 Menschen ihr tägliches Brot“, sagt Ertac Yilmaz, ein 40-jähriger Mitarbeiter, der auf dem Fischkutter die Makrelen für den Verzehr vorbereitet. „Vor einer Woche kam die Kündigung, wir haben es erst gar nicht richtig registriert, dachten, dass wäre nur ein Formfehler. Aber jetzt ist klar, die wollen auch die restlichen drei Fischkutter von Eminönü entfernen“, so Yilmaz. „Was machen wir jetzt, was mache ich?“, ruft ein anderer Mitarbeiter am Kai. Ihre Hoffnung liegt nun bei Ekrem Imamöglu, dem neuen Oberbürgermeister der Millionenmetropole. So schnell wollen sie nicht aufgeben und wenn es sein muss juristisch dagegen vorgehen. Aber jetzt versucht man es gütlich. Zwar ging die Kündigung von einem dem OB unterstehenden und angeschlossenen städtischen Verwaltungsebene heraus, aber dennoch hoffen die Betreiber wie auch die rund 1.500 Menschen, die direkt oder indirekt unter Lohn und Brot stehen, dass der OB vielleicht von dem Treiben doch nichts mitbekommen hat und jetzt rechtzeitig einschreitet. Bislang hat sich Imamoglu, der neue Hoffnungsträger der Metropole, jedoch nicht dazu geäußert. Gestern war der türkische Nationalfeiertag, der Tag an dem Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk am 29. Oktober 1923 die Republik ausgerufen hat. Die Kult-Fischbrötchen an der Galatabrücke und neben dem Schiffsanleger in Eminönü wurden früher in einfachen Booten verkauft. Die gegrillte Makrelenfilets gingen damals direkt über die Bootskante an hungrige Arbeiter und Passanten. Heute liegen neben der Galatabrücke nur noch drei aufwendig verzierte Fischkutter, auf denen die Fischbrötchen zubereitet und verkauft werden. Der Verzehr findet zum Teil in überdachten Ständen statt. Auch in der weiten Welt hat sich das Kult-Fischbrötchen einen Namen gemacht. In zahlreichen internationalen Reiseführern und Bewertungsportalen wird das Fischbrötchen von Eminönü als ein „Muss-Erlebnis“ bewertet.