Meinung
Kommentar: „Meldungen über TRT Deutsch sorgen für Schwerstarbeit meiner Lachmuskeln“

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Deutschland und die moralische Enthemmung II.
  • Der öffentlich-rechtliche türkische Rundfunk TRT Deutsch bekommt derzeit in deutschen Gefilden die ganze geballte Ladung an propagandistischem Mist ab. Die Meldungen sorgen für Schwerstarbeit meiner Lachmuskeln.
  • In Afrin explodiert mitten in der nordsyrischen Stadt Afrin eine Autobombe. Ein deutscher Journalist quittiert die Meldung im sozialen Netzwerk Twitter mit Anerkennung. Ich weiß nicht wie ich das kommentieren soll.
  • Deutsche Medien warnen seit gefühlt 100 Jahren die Türken vor weiteren Zinssenkungen, die Erdogan angeblich aufgrund seiner Religiosität vorantreibe. Der Leitzins in der Türkei beträgt derzeit rund 11 Prozent, während die EZB und damit die Bundesbank mit einer 0 Prozent-Offerte die Inflationsgefahr bändigen will. Bin ich der einzige, der darin eine Unplausibilität erkennt?
  • Nur zwei Tage nachdem sich der FDP-Abgeordnete Thomas Kemmerich auch mit den Stimmen der AfD zum thüringischen Ministerpräsidenten wählen ließ und einen Tag nachdem der Ministerpräsident seinen Rücktritt erklärt hatte, traten bei der ARD-Sendung „Anne Will“ alle Parteien zusammen, darunter auch die AfD, vertreten durch Alice Weidel. Heuchelei ist das.
Die Propaganda eines TAZ-Redakteurs In Deutschland gibt es gleich drei öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten, die die internationale Politik nach eigenem Gusto gestalten wollen: die ARD, das ZDF sowie die Deutsche Welle. Sie alle versuchen im offen propagandistischen Format die globale Meinung zu beeinflussen. ARD und ZDF nehmen die Ausländer in Deutschland aufs Korn, während die DW im Ausland die deutsche Meinungshoheit etablieren soll. Selbstverständlich sind noch andere Blätter und Online-Portale beteiligt, darunter die TAZ mit taz.gazete, die die Türken im Land „informieren“ wollen. Alle wollen bei ihrem Wirken die globale Deutungshoheit zugunsten der eigenen Regierung, Gesellschaft oder Kultur erlangen. Wenn nun ein Redakteur der TAZ namens Volkan Agar meint, der TRT Deutsch mit Seitenhieben beizukommen, dann ist er selbst ideologisch korrumpiert. Wenn man als Beispiel für das propagandistische Wirken der TRT die Wahl in der Türkei nimmt und dabei auf die geringe Sendezeiten der Oppositionsparteien verweist, ist er auf dem einem Auge blind, oder besser gesagt, er hat den Hirnschmalz nicht gründlich durchgerührt. Wenn die türkische Opposition während der Präsidentschaftswahlen 2018 in der TRT zu kurz kam, dann heißt das nicht automatisch, dass der Sender die Opposition aktiv behindert hat. Vielmehr nutzte die Opposition die anderen TV- und Radiokanäle, um Wahlkampf zu betreiben und setzte nicht auf die wenig besuchte TRT. Das hat auch einen simplen Grund: während die TRT mit allen ihren Unterprogrammen einstellige Ratingraten erzielt, teilen sich die anderen privaten Sender den Rest der Zuschauerzahlen. Die Hausaufgaben hatte die Opposition also gemacht und gleichzeitig mit dieser Methode die TRT und damit Erdogan in Misskredit gebracht. So funktioniert Wahlkampf auch. So ist es auch nicht verwunderlich, dass zu besten Sendezeiten die Oppositionsanwärter zur Sprache kamen, im kleinen TV-Sender TV8 sogar alle Oppositionelle während der TV-Sendezeiten zu „Survivor 2018“ in allen Werbeeinblendungen zu Wort kamen, bis man als Zuschauer die Flucht nur durch Wegzappen antreten konnte. Wenn also Volkan Agar meint, die TRT habe „eine gewisse politische Befangenheit“ offenbart, dann kann man das mit gutem Gewissen als propagandistischen Mist bezeichnen. Das Gewissen eines Aktivisten Journalismus war mal ein ehrenwerter Beruf und wie jeder Beruf wird es von manchen schwarzen Schafen in Verruf gebracht. In Zeiten von ideologischen Grabenkämpfen findet man immer wieder Journalisten, die ihren Aktivismus zu kritischen Themen offenbaren. Jüngst scrolle ich mich im sozialen Netzwerk Twitter durch die Meldungen durch und bleibe bei einem völkisch-kurdischen Aktivisten stehen, der die Szene einer explodierten Autobombe mitten in einer belebten Straße teilt und ein Kommentar dazu abgegeben hat. Wie man weiß – sofern man die völkisch-kurdischen PKK-Meldungen und Verlautbarungen mitbekommen hat, wollte die PKK die Schmach von Afrin nicht auf sich sitzen lassen und hatte großkotzig angekündigt, die „Besatzer“ wie auch alle „Zivilisten“, die die „Besatzung“ sozusagen wohlwollend hingenommen haben, als Feind zu betrachten. Das heißt konkret, dass man Feinde „eliminiert.“ Das passiert des Öfteren derzeit mit Autobomben, Selbstmordanschlägen und Kidnapping, die in extralegalen Hinrichtungen durch PKK-Terrorzellen enden. Das ist zwar nach internationalem Recht oder humanitären Gesichtspunkten verwerflich, verbrecherisch oder terroristisch, aber was interessiert das einen deutschen Journalisten, der die Meldung anerkennend mit „Gefällt mir“ markiert. Die völkisch-kurdischen Dreibuchstaben-Terrororganisationen YPG, SDF oder PKK vergießen für ihre linksdrehenden fünfzackigen roten Stern so lange Zivilistenblut, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Und wem gefällt das? Frank Nordhausen, einer, der für seinen Aktivismus für den völkisch-kurdischen Separatismus bekannt ist. Diese Seite von Nordhausen wollte ich nicht kennenlernen. Hier stinkt es nach Scheiße! Gefühlt 100 Jahre, genauer gesagt, seit 2016, wird die türkische Regierung für ihre Niedrigzins-Politik kritisiert. War der Leitzins der türkischen Notenbank im Jahre 2002 bei rund 62 Prozent, lag sie im August 2013 bei 7,25 Prozent, Juni 2017 bei 16,5 Prozent und liegt heute bei rund 12 Prozent. Ich kann mich aber nicht daran erinnern, dass die deutsche Presse sich nach 2002, also mit Regierungsantritt der AKP oder mit Amtserhebung von Erdogan zum Ministerpräsidenten, sich so rührend Sorgen um den türkischen Leitzins gemacht hat. Aber seit 2016 ist der türkische Leitzins in deutschen Grundschulen bekannter als die Bundeskanzlerin dieser Republik, nach Erdogan selbst. Der türkische Leitzins war also 2013 auf einem noch niedrigeren Level als heute, aber damals wollte oder konnte man keine Inflation ausmachen, stattdessen wunderte man sich über die stetigen Zuwachsraten der Wirtschaftsleistung. Seit 2016 bis in die Gegenwart hat man in der deutschen Medienlandschaft die türkische Leitzinspolitik im Visier, als gehe es um die eigene Zinspolitik und um die eigene Zukunft. Die eigene Zukunft der Leitzinsen ist an die Europäische Zentralbank gebunden, sprich, wenn die EZB demnächst sogar Kredite honoriert, Sparer abstraft, damit die Wirtschaft angekurbelt wird, dann kann man davon ausgehen, dass die EU-Wirtschaft demnächst kollabieren wird. Ich würde mir als Deutscher also eher sorgen um die heimische Wirtschaft und Geldpolitik, als um die der Türkei machen. An Heuchelei kaum zu überbieten! Nachdem sich der FDP-Abgeordnete Thomas Kemmerich auch mit den Stimmen der AfD zum thüringischen Ministerpräsidenten wählen ließ und einen Tag danach aufgrund der heftigen Schnappatmung der Linken, SPD, CDU und Grünen, seinen Rücktritt bekannt gab, trafen drei Tage später bei der ARD-Sendung „Anne Will“ alle Parteien zusammen, darunter auch die AfD. Wir erinnern uns: Die Linke warf Thomas Kemmerich nach der Wahl im Thüringer Landtag den Glückwunschstrauß vor die Füße. Die Bundes-CDU ruderte wie wild zurück und forderte Neuwahlen, um sich von der AfD zu distanzieren. Die SPD und Grünen teilten als Berufsschnappatmer mächtig gegen die AfD und FDP sowie CDU aus. Aber nur Tage später sitzen als Vertreter dieser Parteien Peter Altmaier (CDU), Kevin Kühnert (SPD) und Sahra Wagenknecht (Die Linke) mit Alice Weidel (AfD) sowie Wolfgang Kubicki (FDP) in der ARD-Takshow „Anne Will“ an einem Tisch und tratschen über den Wahlausgang. Etwas Gesicht wahren, mehr Anstand und Rückgrat würde jedem gut stehen. Jetzt verstehe ich die Politikverdrossenheit in Deutschland!
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Syrienkrise
PKK-Anschlag in Afrin: Auch Kinder unter Verletzten – acht Tote

Istanbul – Bei einem schweren LKW-Bombenanschlag der Terrororganisation PKK/YPG im syrischen Afrin, starben nach Angaben der türkischen Tageszeitung Milliyet acht Zivilisten und sieben wurden dabei verletzt, darunter auch Kinder. Der Attentäter steuerte den mit Dieselfässern vollbeladenen Lastwagen ins Stadtzentrum und zündete anschließend den im Lastwagen versteckten Sprengsatz. Die türkische Armee hatte die syrische Stadt bei einer Militäroffensive 2018 von der Terrororganisation PKK/YPG befreit.

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Syrienkrise
Vergeltungsaktion: Türkische Streitkräfte greifen 115 Stellungen der Assad-Armee an

Ankara – Die türkische Armee verstärkt ihre militärische Präsenz in der syrischen Provinz Idlib. Bei einem Artilleriebeschuss der syrischen Armee starben am Montag fünf türkische Soldaten. Daraufhin nahm die türkische Armee Stellungen der Regimetruppen unter Beschuss.  Bei den folgenden Gegenangriffen will die Türkei mehr als „100 Regimesoldaten neutralisiert“ haben. Wie das Verteidigungsministerium in Ankara mitteilte, wurden nach dem Angriff 115 Ziele der syrischen Armee unter Feuer genommen. Das Verteidigungsministerium erklärte:
„Diejenigen, die diesen Angriff ausgeführt haben, werden zur Rechenschaft gezogen. Wie bei anderen ähnlichen Angriffen, werden wir auch in diesem Fall von unserem Selbstverteidigungsrecht Gebrauch machen.“
  Wie TRT Haber berichtet, hätten sich über verschiedene Grenzübergänge Fahrzeugkolonnen mit Panzertransportern und gepanzerten Fahrzeugen in Richtung Idlib auf den Weg gemacht. Zur Verstärkung der Beobachterposten wurden Spezialeinheiten der türkischen Armee nach Idlib verlegt. Obwohl Putin und Erdogan sich bei einem Treffen im russischen Sotschi im September 2018 darauf einigten, in der syrischen Provinz Idlib eine entmilitarisierte Zone zu schaffen, in der Aggressionen ausdrücklich verboten sind, gehen russische und syrische Streitkräfte in diesem Gebiet seit Monaten verstärkt gegen Oppositionelle vor. Seitdem seien bei Angriffen des Regimes und der russischen Streitkräfte mehr als 1.300 Zivilisten getötet worden.

Extremismus im Netz
Studie untersucht erstmals umfassend rechtsextreme Akteure auf alternativen Plattformen

Berlin – Die rechtsextremen Attentäter in Halle, Christchurch und Poway nutzten alternative Plattformen dazu, ihre Anschläge per Livestream ins Internet zu übertragen.

Welche Bedeutung diese Plattformen für die Verbreitung von Rechtsextremismus haben und welche Gegenmaßnahmen wirksam sein könnten, zeigt jetzt erstmals eine von der Robert Bosch Stiftung GmbH geförderte Studie des Institute for Strategic Dialogue (ISD), die morgen in Berlin vorgestellt wird. Darin fordern die Forscher Politik, Zivilgesellschaft, Forschung und Tech-Firmen dazu auf, mehr gegen die Radikalisierung einzelner Nutzer und die Normalisierung rechtsextremer Ideologie zu unternehmen. Die Maßnahmen sollten dabei die technischen Kapazitäten und die Eigendynamik der Plattformen berücksichtigen und auf dem Schutz der Grundrechte beruhen. „Es ist wichtig zu verstehen, wie die alternativen Plattformen aufgebaut sind, wer sie betreibt und welche Dynamik sie haben, um Ansatzpunkte für einen geeigneten Umgang mit Rechtsextremismus im Internet zu finden“, sagt Sandra Breka, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. Zehntausende Nutzer instrumentalisieren Plattformen für ihre Zwecke Für die Studie „Das Online-Ökosystem rechtsextremer Akteure“ hat das Forscherteam deutsche Communities auf zehn Plattformen systematisch untersucht, darunter die sozialen Netzwerke VK und Gab, die Gaming-App Discord, das Internetforum 4chan und den Messenger-Dienst Telegram. Die Forscher fanden dort rund 375 rechtsextreme und rechtspopulistische Kanäle und Communities. Die Gesamtzahl der Nutzer in diesen Gruppen schätzen die Forscher auf 15.000 bis 50.000. Die Studie zeigt, dass die Plattformen in der Regel nicht von Extremisten gegründet werden, sondern von Nutzern für ihre Zwecke instrumentalisiert werden. Über ein Viertel der Gruppen (27 Prozent) war durch die Gegnerschaft zu Muslimen, Einwanderung und Flüchtlinge gekennzeichnet, ein Viertel (24 Prozent) sprach sich offen für den Nationalsozialismus aus. Auf 4chan enthielten 56 Prozent aller Posts über Juden und das Judentum antisemitische Äußerungen. Auch wenn der Großteil der analysierten Inhalte nicht zu Gewalt aufruft, sehen die Forscher darin eine gefährliche Inspiration: „Die Posts konzentrieren sich überproportional häufig auf die negativen Folgen der Immigration. Wie wir aus den Manifesten rechtsextremer Attentäter gelernt haben, können rechtsextreme Ideen wie die Verschwörungstheorie des „Großen Austauschs“ extremistische Gewalt und Terrorismus inspirieren, ohne aktiv zur Gewalt aufzurufen“, sagt die Extremismusforscherin Julia Ebner vom ISD, einem unabhängigen Forschungsinstitut mit Sitz in London. NetzDG auf alternative Plattformen nicht übertragbar Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) beschränkt sich auf die Entfernung illegaler Inhalte und ist daher nicht geeignet, auf die häufig legalen, aber extremistischen Aktivitäten auf alternativen Plattformen zu reagieren. Forscher empfehlen passende Maßnahmen für Plattformbetreiber Da den Betreibern alternativer Plattformen häufig die Ressourcen fehlen, Inhalte umfassend zu moderieren, empfiehlt die Studie die Zusammenarbeit mit Mainstream-Plattformen, um von deren technischen Möglichkeiten zu profitieren – zum Beispiel eine Datenbank mit digitalen Fingerabdrücken terroristischer Inhalte, mit der ein erneutes Hochladen automatisch verhindert werden kann. Die Studie zeigt zudem, dass die Sperrung von Accounts rechtsextremer Gruppen und Influencer wirksam ist, um deren Reichweite erheblich einzuschränken. Dabei fordern die Forscher allerdings jeweils eine nachvollziehbare Begründung für die Sperrung. Die Studie spricht sich zudem für die Entwicklung von Frühwarnsystemen aus, etwa in Form von Algorithmen zur Spracherkennung, um konkrete Bedrohungen zu erfassen. Weiterhin sollten Bildungsmaßnahmen wie die Schulung von Jugendarbeitern, zivilgesellschaftlichen Akteuren, Eltern und Lehrern ausgeweitet werden, damit diese über die Radikalisierungsgefahren in rechtsextremen Communities aufklären können.

Islamfeindlichkeit
2019 jeden zweiten Tag islamfeindliche Angriffe

Berlin – Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland jeden zweiten Tag eine Moschee, eine muslimische Einrichtung oder ein religiöser Repräsentant islamfeindlich angegriffen. Das berichtet die Tageszeitung taz unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung. Die Linksfraktion habe demnach zum Thema antimuslimischer Rassismus eine Große Anfrage gestellt. „Das ist rechter Terror, dem entschieden entgegengetreten werden muss. Die Gefährdung von Personen, Moscheen und anderen muslimischen Einrichtungen ist nicht hinzunehmen“, so die Linken-Bundestagsabgeordnete Christine Buchholz gegenüber der taz.

Die Zahl ergebe sich aus einem vom Bundesinnenministerium entwickelten neuen „Angriffszielkatalog“. Dieser weise seit Januar 2019 eine bestimmte Teilgruppe islamfeindlicher Angriffe aus, nämlich jene auf Begegnungsstätten, Kulturvereine, Friedhöfe, Moscheen, Religionsgemeinschaften, religiöse Einrichtungen, Repräsentanten, Symbole oder sonstige Religionsstätten. Der Katalog umfasse somit nur eine Teilmenge der islamfeindlichen Straftaten insgesamt, aber mehr als bloß die Zahl der Angriffe auf Moscheen, berichtet die taz weiter.

„Musliminnen, Muslime sowie religiöse Einrichtungen in Deutschland sind von politisch motivierten Straftaten betroffen“, zitiert die taz aus der Antwort der Bundesregierung. Das Thema Islamfeindlichkeit bilde neben dem Thema Zuwanderung „ein konstantes Aktionsfeld der rechten Szene“.

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Der Zentralrat der Muslime in Deutschland fordert angesichts von Übergriffen und Bombendrohungen mehr Polizeischutz für Moscheen.

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Luftfahrt-News
Turkish Airlines-Tochter Anadolu Jet startet Flüge nach Deutschland

Istanbul – Der Billigflieger AnadoluJet, eine Tochterfirma von Turkish Airlines, soll erstmalig internationale Verbindungen vom Istanbuler Airport Sabiha Gökcen aufnehmen. Ab dem 29. März übernimmt AnadoluJet in Deutschland die bisher von Turkish Airlines angebotenen Strecken von Frankfurt, München, Berlin, Düsseldorf und Stuttgart zum zweiten Istanbuler Airport, berichtet das Luftfahrtmagazin Airliners.  Mit der Aufnahme der Strecken erhöhe Turkish Airlines die Kapazität zwischen Deutschland und Sabiha Gökcen deutlich, da alle Ziele künftig täglich angeflogen werden sollen. Das Catering soll auf den Flügen kostenlos sein, an Bord gibt es nur eine Economy-Klasse. AnadoluJet besteht seit 2008 und bot mit ihren 31 Flugzeugen bisher lediglich Inlandsrouten innerhalb der Türkei an. İlker Aycı, Vorstandsvorsitzende von Turkish Airlines, in einer Pressemitteilung:
„Bis heute haben wir mit unserer Marke Turkish Airlines Millionen von Fluggästen in vier Ecken der Welt befördert. Ab dem 29. März wird AnadoluJet das Beispiel von Turkish Airlines fortsetzen und seine Türen für die Welt öffnen, so dass wir mehr Passagiere mit der türkischen Gastfreundschaft befördern können. Wir möchten AnadoluJet zu der Fluggesellschaft machen, die zum Treffpunkt der Welt wird, genau wie ihr Namensvetter Anatolien, das Land, das im Laufe der Geschichte der Verbindungspunkt zahlreicher Zivilisationen war und ist. Ich glaube, dass AnadoluJet, nachdem er Anatolien von einer Ecke zur anderen verbunden hat, mit seinen erschwinglichen Flügen erfolgreich die Städte der Welt verbinden wird“.
Mit seinen Flugzeugen werde AnadoluJet die Passagierkapazität über 20 Prozent erhöhen und seine Dienste mehr Passagieren zu geringeren Kosten anbieten. Mit dieser neuen Strategie werde die Zahl der zusätzlich angebotenen Sitze 1,2 Millionen betragen. Die neue Flugplanung werde eine um 30 Prozent bessere Konnektivität für die angeschlossenen nationalen und internationalen Flüge bieten. Internationale Flüge von/nach dem internationalen Flughafen Sabiha Gökçen: Ercan, Kuwait, Amsterdam, Dubai, Bagdad, Bahrain, Baku, Dschidda, Erbil, Riad, Teheran, Tel Aviv, Tiflis, Damman, Abu Dhabi, Medina, Barcelona, Berlin, Brüssel, Düsseldorf, Frankfurt, London, Mailand, München, Stuttgart, Paris, Rom, Wien.

Automobilindustrie
Türkei: VW erneut meistverkauftes Auto

Istanbul – Volkswagen war im Januar, was die Anzahl der auf dem lokalen Markt verkauften Einheiten betrifft, die beliebteste Automarke in der Türkei. Nach den Berechnungen der Nachrichtenagentur Anadolu, die auf den Zahlen des Verbandes der Automobilhändler (ODD) basieren, konnte der deutsche Autohersteller insgesamt 3.700 Fahrzeuge verkaufen. Auf Platz zwei lag Fiat mit 3.240 und auf Platz drei Renault mit 2.900 verkauften Einheiten. Im Pkw-Segment war Volkswagen mit 3.292 Einheiten erneut die meistverkaufte Marke, gefolgt von Renault mit 2.743 Einheiten. Toyota eroberte den dritten Platz in dieser Kategorie mit 2.351  verkauften Personenkraftwagen. Im Januar stieg der Gesamtabsatz von Fahrzeugen (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge zusammen) auf Jahresbasis um fast 90 Prozent auf 27.270 Einheiten. Dies folgte auf das 17-prozentige Wachstum des Marktes im Vormonat, in dem fast 91.000 Fahrzeuge verkauft wurden, so Anadolu.  Die Verkäufe von Personenkraftwagen wuchsen in diesem Monat mit einem Plus von 101 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf über 22.000 Einheiten, während der Anstieg im Segment der leichten Nutzfahrzeuge auf Jahresbasis 55 Prozent betrug. Mit rund 48 Prozent aller im Januar verkauften Fahrzeuge entfiel der größte Anteil auf Benzinfahrzeuge, während der Anteil der Diesel-Pkw bei rund 42 Prozent lag. An dritter Stelle standen Autos, die mit LPG (Flüssiggas) betrieben werden, mit einem Anteil von 6,2 Prozent am Gesamtabsatz. Nur 3,6 Prozent aller auf dem Markt verkauften Fahrzeuge waren Hybridfahrzeuge, während der Anteil der Elektroautos 0,06 Prozent betrug. Der ODD prognostiziert, dass die Fahrzeugverkäufe in diesem Jahr zwischen 575.000 und 625.000 Einheiten liegen werden. Im Jahr 2019 gingen die Autoverkäufe in der Türkei um 23 Prozent auf 479.000 Einheiten zurück, wobei der Pkw-Markt um 20 Prozent auf 387.000 verkaufte Einheiten schrumpfte.

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Auto-News
Türkei: US-Automobilzulieferer WABCO eröffnet Multimillionen-Dollar-Fabrik

Sakarya – Der US-amerikanische Automobilzulieferer WABCO eröffnet seine erste Produktionsstätte in der Türkei. Die Investition in Höhe von 20 Mio. US-Dollar wird erheblich zur Wertsteigerung des Landes beitragen. Wie Invest in Turkey weiter berichtet, wird das neue Werk Arbeitsplätze für bis zu 600 Personen bieten und Exporte im Wert von rund 100 Mio. US-Dollar pro Jahr ausführen. In den letzten Jahren sind die Investitionen des Herstellers in der Türkei stark gewachsen. Die neue Produktionsstätte folgt auf die Eröffnung des 100 Mio. US-Dollar Vertriebszentrums in Istanbul im Oktober 2018. Darüber hinaus hat WABCO 2011 ein internationales Beschaffungs- und Einkaufsbüro in Istanbul eröffnet, das derzeit jährlich Teile und Unterbaugruppen im Wert von über 50 Millionen US-Dollar von einer Vielzahl türkischer Lieferanten einkauft. „Die neue Produktionsstätte wird es WABCO ermöglichen, die lokale Talentbasis für die Fertigung zu nutzen und von der außergewöhnlichen Infrastruktur und den Logistikfähigkeiten des Landes zu profitieren. Dadurch können wir unsere Kundennähe vor Ort weiter stärken und Produkte aus der Türkei in ganz Europa und den Nahen Osten exportieren, um die Wettbewerbsfähigkeit von WABCO in diesen Regionen weiter zu verbessern“, sagte Nick Rens, WABCO-Präsident EMEA. WABCO habe bereits seit 1982 „Wurzeln in der Türkei geschlagen, tiefe Beziehungen in der gesamten Nutzfahrzeugindustrie des Landes geknüpft und eine starke Führungsposition in ihrem Markt vor Ort aufgebaut“, so das Unternehmen in einer Mitteilung. „Die neue Anlage wird es WABCO ermöglichen, die Herstellung ihrer Produkte zur Unterstützung des lokalen Marktes schrittweise zu lokalisieren. Dies wird unseren Service für die lokalen Kunden weiter verbessern, indem wir qualitativ hochwertige, kosteneffiziente Produkte mit Agilität, Geschwindigkeit und Flexibilität liefern“, sagte Kazim Eryilmaz, WABCO-Landesleiter Türkei. WABCO ist ein US-amerikanischer Automobilzulieferer hauptsächlich für die Nutzfahrzeug-Automobilindustrie mit Sitz in Auburn Hills und einer weiteren Hauptverwaltung in Bern. Es ist einer der führenden Anbieter von elektronischen Brems- und Fahrzeugregelsystemen sowie von Federungs- und Antriebssystemen überwiegend für mittlere und schwere Nutzfahrzeuge. Ende März 2019 wurde bekannt, dass der deutsche Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen WABCO für sieben Mrd. US-Dollar übernimmt. Am 27. Juni 2019 stimmten die Aktionäre von WABCO dem Übernahmeangebot zu. Der Abschluss des Vorgangs wird von den Beteiligten für Anfang 2020 erwartet.

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Malaysia
Erdogan zu Trumps „Jahrhundertdeal“: Werden es nicht zulassen

Ankara – Die Türkei werde niemals zulassen, dass der Frieden in der Region durch den sogenannten „Deal of Century“-Friedensplan der USA für den Nahen Osten bedroht wird, so der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in einer Erklärung, die er an die momentan in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur tagende dritte Konferenz der interparlamentarischen Plattform zu Jerusalem schickte. In seiner Botschaft an die Plattform unterstrich Erdogan die Bedeutung und die Wichtigkeit einer solchen Konferenz „in dieser kritischen Zeit“ und fügte hinzu, dass „der sogenannte ‚Deal of Century‘ [der] Jerusalem zur Hauptstadt Israels erklärt,  nichts weiter als ein Traum ist, der den Frieden in der Region bedroht. Wir werden nicht zulassen, dass dieser Traum wahr wird.“ „Wir erkennen diesen Plan nicht an, der die Annexion palästinensischer Gebiete, die vollständige Zerstörung Palästinas und die vollständige Einnahme Jerusalems bedeutet. Wir akzeptieren niemals diesen Versuch, der oberflächlich betrachtet eine Zwei-Staaten-Lösung akzeptiert, in Wirklichkeit aber eine Legitimierung der israelischen Besatzung unter dem Mandat der amerikanischen Regierung bedeutet“ zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu den türkischen Präsidenten. Am 28. Januar wurde der so genannte „Deal des Jahrhunderts“ von US-Präsident Donald Trump angekündigt. Er bezieht sich auf Jerusalem als „Israels ungeteilte Hauptstadt“ und erkennt die israelische Souveränität über große Teile des Westjordanlandes an. „Rote Linie Jerusalem“ Der Plan ist in der arabischen Welt auf breite Kritik gestoßen und wurde von der Organisation für Islamische Zusammenarbeit abgelehnt, die „alle Mitgliedsstaaten aufforderte, sich nicht an diesem Plan zu beteiligen oder mit der US-Regierung bei seiner Umsetzung in irgendeiner Form zusammenzuarbeiten“. Die Führer des muslimischen Blocks bekräftigten die Notwendigkeit einer gerechten und umfassenden Lösung, die die Rechte der Palästinenser schützt. Israel habe ungerechterweise und unrechtmäßig seine gegenwärtigen Grenzen erreicht, während Palästina seit Jahren mit Besatzung, Zerstörung und Leid konfrontiert ist, so Erdogan weiter. Die Türkei werde „niemals zur Annexion Jerusalems schweigen oder ihre palästinensischen Brüder in diesem Kampf im Stich lassen“. „Ich möchte noch einmal betonen, dass Jerusalem unsere rote Linie ist. Als muslimische Länder besteht unsere wichtigste Verantwortung in diesem Prozess darin, die Al-Aqsa-Moschee zu schützen, das Friedenssymbol Jerusalem anzunehmen und die Rechte der Palästinenser zu verteidigen“, sagte Erdogan. Malaysia wird immer auf der Seite Palästinas sein Auch der malaysische Premieminister Mahathir bin Mohamad kritiserte Trumps Plan: „Malaysia hält diesen Vorschlag für höchst inakzeptabel und ungerecht. Der fragliche Plan zur Verschlechterung der gegenwärtigen Situation bietet Israel die heilige Stadt Jerusalem auf einem goldenen Tablett an“, sagte er bei seiner Eröffnungsrede. Er betonte, dass der so genannte Friedensplan nur noch mehr Konflikte in die Region bringen würde: „Dieser Plan zielt darauf ab, Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt zu provozieren. Er ist völlig einseitig vorbereitet worden. Es ist unsere Pflicht gegenüber den Bürgern der Welt, dafür zu sorgen, dass die Palästina-Frage nicht vernachlässigt und unter den Teppich gekehrt wird. Malaysia wird Palästina immer unterstützen. ”    

Interview
McDonald’s-Chef kritisiert Forderungen nach höheren Lebensmittelpreisen

Osnabrück – In der Debatte um Lebensmittelpreise in Deutschland hat Holger Beeck, Chef von McDonald’s-Deutschland, vor voreiligen Forderungen nach Preiserhöhungen gewarnt. Beeck: Nicht jeder kann das abfedern – Kleine Erhöhungen mit massiven Auswirkungen Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte er: „Nicht jeder kann eine Preiserhöhung für Essen mal eben schnell abfedern.“ Die Debatte werde in Teilen an den Problemen der Menschen vorbei geführt. Mit Blick auf die knapp 1500 Restaurants seiner Kette in Deutschland sagte Beeck: „Wir merken beispielsweise bei Besuchshäufigkeit und Umsatz sehr deutlich, ob wir noch am Anfang des Monats stehen oder schon am Ende, wo das Gehalt bei vielen ziemlich aufgebraucht ist.“ Wenn sein Unternehmen Produkte verteure, habe das unmittelbare Auswirkungen. Beeck verwies auf eine Preiserhöhung bei Cheeseburgern um 19 Cent im Jahr 2012. Die zwei darauffolgenden Geschäftsjahre seien „die schwersten Jahre in meinem Berufsleben“ gewesen, so Beeck. „Wegen 19 Cent.“ Er kritisierte die aktuelle Debatte: Einerseits heiße es aus der Politik, die Lebensmittelpreise müssten steigen. Andererseits heiße es aber auch, „immer mehr Menschen fühlen sich abgehängt, weil sie nicht genug verdienen oder Angst vor Altersarmut haben“. Nun etwa die Hähnchenpreise erhöhen zu wollen greife zu kurz, so Beeck. McDonald’s-Chef: Schnelle Verbote helfen bei Umweltschutz nicht weiter Beeck hat vor voreiligen Verboten zum Schutz der Umwelt gewarnt. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ kritisierte er entsprechende Forderungen als kontraproduktiv: „Man muss den Unternehmen die Zeit geben, sich neu aufzustellen und in neue Technologien zu investieren. Das sollten diejenigen bedenken, die nach Verboten rufen, wo es noch keine wirklichen Alternativen gibt.“ Beeck verwies in diesem Zusammenhang auf Fortschritte seines Unternehmens. „Wir versuchen, so viel wie möglich zu reduzieren oder wiederzuverwerten“, betonte der Manager. So habe es McDonald’s in Deutschland geschafft, den Energieverbrauch der etwa 1500 Restaurants im Schnitt um 14 Prozent zu senken. Zudem würden in diesem Jahr durch die Umstellung von Verpackungen etwa 1000 Tonnen Plastik eingespart. Und bei Hamburgern werde getestet, diese in grashaltiges Papier einzuwickeln. Mit Blick auf die Fridays-for-Future-Bewegung sagte Beeck, es sei das gute Recht der jungen Menschen, für Umweltschutz auf die Straße zu gehen, deren Forderungen „sehr plakativ und vom Enthusiasmus für die gute Sache“ geprägt seien. „Ob dann aber Erwachsene, etwa Politiker, solche Forderungen eins zu eins übernehmen müssen, ist eine andere Frage.“ Der Manager forderte: „Die Erwachsenen sollten ein bisschen tiefer als bisher über die Klimaproblematik nachdenken.“ In den Restaurants würden Kunden zunehmend nachfragen, wie Tiere gehalten worden sind, die in McDonald’s-Produkten verarbeitet werden. Denkbar sei, so Beeck, dass sein Unternehmen „künftig noch mehr fleischlose Produkte im Angebot“ hat. „Die Nachfrage nach veganen Produkten ist besonders in Städten mit vielen Studenten größer“, sagte der Manager. Der erste vegane Burger der Hamburger Kette sei gut bei den Kunden angekommen, aber er sei in den Restaurants „noch ein Nischenprodukt. Die Klassiker wie zum Beispiel ein Hamburger Royal mit Käse verkaufen sich zwei- bis dreimal so viel.“