Türkisch-albanische Beziehungen
Kooperationsabkommen: Türkei soll Albaniens Militär modernisieren

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Tirana – Albaniens Parlament hat am Donnerstag eine Vereinbarung für ein militärisches Kooperationsabkommen mit der Türkei verabschiedet. Das Abkommen wurde mit 105 Ja- und 4 Nein-Stimmen bei 4 Enthaltungen beschlossen. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf den albanischen Ministerrat berichtet, sollen mit dem Kooperationsabkommen die Grundsätze der finanziellen Unterstützung Albaniens beim Kauf von in der Türkei hergestellten Produkten und Dienstleistungen für militärische Zwecke festgelegt werden. In einer Rede vor der Abstimmung sagte die Abgeordnete Elona Gjebrea, dass das albanische Parlament seit 1998 26 Militärabkommen und -protokolle mit der Türkei genehmigt habe. „Der strategische Partner unseres Landes, die Türkei, hat Albanien im Einklang mit dem Programm für Verteidigung und nationale Sicherheit in einer Vielzahl von Bereichen, einschließlich der militärischen Logistik, konsequent unterstützt“, sagte Gjebrea. „Wir danken der türkischen Seite, die uns in schwierigen Situationen nicht allein gelassen hat, auch nicht, als das Erdbeben unser Land erschütterte“, so Gjebrea. Ich hoffe, dass diese Unterstützung nicht nur zur Modernisierung der Streitkräfte, sondern auch zu unserer Reaktion auf zivile Notfälle beitragen wird“, fügte sie hinzu.

Rüstungsindustrie: Türkische Waffen weltweit gefragt

Wachsende politische Spannungen und terroristische Gefahren in der Türkei und der Welt offerieren der aufsteigenden türkischen Rüstungsindustrie eine einzigartige Wachstumsmöglichkeit. Der Professor und Militärexperte Andreas Krieg sagte gegenüber Eurasia News und NEX24, dass die Türkei zur Schutzmacht der arabischen Golfstaaten aufsteigt und seine rüstungsindustriellen Fähigkeiten erfolgreich ausbaut. „Zahlreiche Panzerfahrzeugmodelle, die sich in der Türkei bewiesen, wurden zu wettbewerbsfähigen Exportprodukten“, erklärte ein Beamter für militärische Prokurator, der auf Rüstungsexport spezialisiert ist, im Gespräch mit dem Militärfachportal Defense News. „Das lässt sich als positiver Teufelskreis beschreiben: Erfolgreich lokal entwickelte Fahrzeuge bekommen zunächst die Chance, ihre Fähigkeiten auf heimischem Boden zu beweisen. Dann werden die Produkte an ausländische Akteure verkauft. Das verdiente Geld kann in neue Technologien investiert werden, was wiederum die Produktion vorantreibt“, fügte der Beamte hinzu, der namentlich nicht genannt werden wollte. Ein solches Erfolgsunternehmen ist Nurol Makina, dessen Hauptgeschäft der Bau von allradbetriebenen taktischen Panzerfahrzeugen ist. Der rasante Anstieg der Arbeitsbelegschaft unterstreicht den Erfolg des Unternehmens, die von 110 Arbeitnehmern im Jahr 2012 auf 480 im vergangenen Jahr angestiegen ist. Der Umsatz legte im gleichen Zeitraum von nur fünf Millionen US-Dollar auf fast 100 Millionen US-Dollar zu. Das entspricht einem 20-fachen Anstieg in nur vier Jahren. Nurol verkaufte bereits 250 Exemplare seines Aushängeprodukts Ejder Yalcin. Das ist ein schwereres Kampfpanzerfahrzeug mit konventioneller und ballistischer Panzerung gegen Minen und improvisierte Sprengstoffe. Die Auftragsbücher für Ejder Yalcin übersteigen 500 Stück. Ejder Yalcin wird sowohl vom türkischen Militär als auch von Sondereinsatzkräften der Polizei im Südosten Anatoliens verwendet. Dort kämpft der türkische Staat gegen die terroristisch-separatistische kurdische PKK-Organisation seit 1984 einen blutigen Krieg. Unterdessen hat Nurol ein leichteres Schwestermodell des Ejder Yalcin unter dem Namen Ilgaz entwickelt. Die ersten zwei Einheiten wurden exportiert.
(Foto: Nurol Makina)
Der Wasserwerfer Ejder Toma Nurol, das auf einem heimisch entwickelten Militärfahrgestell basiert, verfügt über ein unabhängiges Federungssystem und Allradantrieb. Im Gegensatz zu anderen Wasserwerfern ist das Fahrzeug für den Offroad-Einsatz geeignet. Neben der Polizeibehörde der Türkei setzen auch die Landstreitkräfte und Gendarmerie auf Ejder Toma. Das Fahrzeug kommt in der Türkei und Syrien zum Einsatz, wo das türkische Militär bereits mehr als 70 Soldaten verloren hat. Nurol hat bislang 300 Ejder Tomas im In- und Ausland verkauft. Nurol rühmt sich damit, dass all seine Produkte indigen sind. In diesem Rahmen arbeitet es mit dem staatlichen türkischen Konzern FNSS zusammen. Unruhen im Nahen Osten stärken Nachfrage für erprobte Verteidigungsgüter Der Geschäftsführer von Nurol Makina Engin Aykol bewertete die geopolitische Grundstimmung im Nahen Osten:
„Unglücklicherweise gibt es keine deutlichen Zeichen, dass sich die Konflikte in diesem Teil der Welt in den nächsten drei Jahren legen werden. Nehmen wir zum Beispiel die türkischen Militäroperationen in Syrien. Diese werden vorläufig nicht enden. Auch wenn sie es tun sollten, wird die türkische Armee als Abschreckungsmacht wohl in Syrien bleiben.“
Mehr als 15.000 Kämpfer der verbotenen PKK-Organisation und über 1.000 türkische Sicherheitskräfte haben ihr Leben seit dem erneuten Ausbruch des Krieges im Juli 2015 verloren. Diese Auseinandersetzungen und die aktive Bekämpfung der Terrormiliz IS (Daesh) in Syrien und Irak zwangen Ankara, ein Augenmerk auf verschiedene Typen von gepanzerten Fahrzeugen zu werfen. Die Teilnahme an asymmetrischen Kriegsschauplätzen erhöht die Nachfrage für intelligente Lösungen aus dem Bereich gepanzerter Fahrzeuge. Alleine in diesem Jahr kauft das türkische Innenministerium 440 taktische Panzerfahrzeuge und 50 Wasserwerfer zur Zerschlagung von Demonstrationszügen. Die Gendarmerie erwirbt laut offiziellen Angaben 200 Panzerfahrzeuge und 100 minenwiderstehende und hinterhaltgeschützte Fahrzeuge. Golfregion größter Wachstumsmarkt für Türkei Vertreter des militärischen Beschaffungsamtes teilten auf Anfrage mit, dass Polizei und Militär „für fast alle Typen gepanzerter Fahrzeuge“ eine große Nachfrage hätten. Ein Beamter erklärte:
„Wir erwarten auch eine beachtliche Nachfrage für türkische Verteidigungslösungen von ausländischen Märkten, insbesondere aus der arabischen Golfregion und Nordafrika.“
Der türkische Rüstungsexperte Yusuf Akbaba kommentierte gegenüber Eurasia News und NEX24, dass „die Golf-Region den wichtigsten Wachstumsmarkt mit dem größten Potenzial für türkische Rüstungsprodukte darstellt“. Ein Zeichen für den wachsenden Einfluss der Türkei sei der Abschluss eines millionenschweren Rüstungsabkommens mit den Vereinigten Arabischen Emiraten. Während der Internationalen Rüstungsmesse in Abu Dhabi Ende Februar unterzeichnete das türkische Unternehmen Otokar ein Abkommen in Höhe von 661 Millionen US-Dollar mit den Streitkräften der Vereinigten Arabischen Emirate für den Bau eines gepanzerten Infanteriefahrzeuges vom Typ Arma 8×8. Eurasia News und NEX24 sprachen mit dem Professor der militärwissenschaftlichen Abteilung am renommierten Kings College in London, Andreas Krieg, der für die katarischen Streitkräfte tätig war. Auf die Frage, welche Rolle politische Allianzen Ankaras mit der Golfregion für die Nachfrage türkischer Rüstungsprodukte spielten, antwortete der Professor:

„Ankaras Rolle in der Region hat sich in den letzten Jahren stark geändert. Vor allem in Riad und Doha wird die Türkei als moralischer und wirtschaftlicher Partner gesehen. Man hat gemeinsame Interessen und Ziele, vor allem in Syrien und im Irak. Die Türkei positioniert sich zudem als Schutzmacht am Golf, vor allem in Katar. Das heißt, dass nicht nur die Rüstungsindustrie in der Türkei davon profitieren soll, sondern auch dass das türkische Militär am Golf Trainingsbasen aufbaut, um die dortigen Streitkräfte auf die Herausforderungen im Kampf gegen den Terrorismus, gegen Aufständische für die Freiheit der Handelswege vorzubereiten.“

Eine verteidigungspolitische Quelle aus Ankara, die nicht namentlich genannt werden will, bestätigte gegenüber Eurasia News und NEX24, dass es gegenwärtig Verhandlungen zwischen der türkischen Regierung und Saudi-Arabien sowie Bahrain über die eventuelle Errichtung von Militär- und Ausbildungsbasen gebe. Mit Blick auf die rüstungsindustriellen Fähigkeiten der Türkei bemerkte Krieg:
„Während das Training des türkischen Militärs sehr gut ist und auch mit den Trainingsstandards westlicher Streitkräfte mithalten kann, ist die Rüstungsindustrie noch nicht ganz da, wo sie sein muss oder soll.“
Nach Meinung eines Beamten aus dem Verteidigungsministerium in Ankara, der ebenfalls anonym bleiben möchte, konkurriert die Türkei in Nahost erfolgreich mit westlichen, israelischen und südkoreanischen Unternehmen. Der Beamte fügte hinzu:
„Ironischerweise ist in diesem Sektor auch die Kooperation zwischen Rivalen eine willkommene Möglichkeit. Einige ausländische Unternehmen wünschen sich sehr, mit den kosteneffizienten und verlässlichen türkischen Rüstungsherstellern zusammenzuarbeiten.“
Laut Nurol-Geschäftsführer Aykol gehört die Türkei zu jenen Staaten, die auf hohem Niveau Rüstungsprodukte anbieten. „Wir konkurrieren mit US-amerikanischen und israelischen Herstellern.“ Dazu Professor Krieg vom Kings College:
„Die türkischen Produkte sind nicht schlecht und können sicherlich mit denen Pakistans, Chinas und in einigen Gebieten sogar mit westlichen Produkten mithalten. Sie sind aber im Vergleich um einiges günstiger als die Produkte aus dem Westen. Wenn es um Mannschaftstransportwagen geht oder um Schützenpanzer, da sind FNSS und Otokar nicht mehr so weit weg von der westlichen Konkurrenz, was die Qualität angeht.“
Er fügte hinzu, dass der gefallene internationale Ölpreis auch die Golfstaaten dazu zwang, auf den Preis zu schauen. Deshalb „kann die Türkei den Golfstaaten eine günstige Alternative zu den geläufigen westlichen Produkten“ erfolgreich anbieten. Er bemerkte:
„Der Preis spielt am Golf momentan eine große Rolle. Die Türkei kann den Golfstaaten helfen, sich aus der Abhängigkeit vom Westen zu befreien. Katar zum Beispiel hat eine Initiative gegründet, um zusammen mit der Türkei und Pakistan ein neues Rüstungsunternehmen zu gründen. Außerdem sind die türkischen Produkte ein gutes Add-On zu den vorhandenen teuren westlichen Produkten. Das heißt, Golfkooperationsländer kaufen ein kleines Kontingent an westlichen Produkten und bauen darum Bataillone auf, die zu 30 Prozent westlich gerüstet sind und zu 70 Prozent aus der Türkei, Finnland, Pakistan und anderen Staaten beliefert werden.“

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Die türkische Rüstungsindustrie hat die ersten 500 heimisch hergestellten MPT-76 Sturmgewehre an die türkischen Streitkräfte ausgeliefert. Für die türkische Rüstungsindustrie ist die Auslieferung ein Meilenstein und Grund für neue Rüstungsentwicklungen.

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Türkei-Urlaub
Tui-Chef will Touristengebiete in der Türkei von Reisewarnung freistellen lassen

Im Streit um die Reisewarnung des Bundes für die Türkei schlägt Tui-Chef Fritz Joussen einen Kompromiss vor. Die türkischen Urlaubsgebiete am Mittelmeer sollten als „Pilotprojekt“ von der allgemeinen Reisewarnung freigestellt werden, sagte Joussen der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Wir plädieren für einen pragmatischen Ansatz: Weil die Touristenregionen an der türkischen Riviera am Mittelmeer einen sehr hohen Sicherheits- und Qualitätsstandard haben, sollte Deutschland für diese Ziele die Reisewarnung in einem Pilotprojekt aufheben“, sagte Joussen. Es gehe um „sehr weitläufige Urlaubsresorts“, nicht um die Städte. Joussen erinnerte daran, dass auch die Lockerungen für Mallorca schrittweise kamen: „Reisen nach Mallorca hat die Tourismusbranche auch mit einigen Tausend Urlaubern in einem Pilotprojekt gestartet, bevor es allgemein in Spanien wieder losging.“ Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung macht Hoffnung Auch der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, machte bereits Anfang Juli Hoffnung auf Urlaub in der Türkei. Bareiß sehe gestiegene Chancen für eine Aufhebung der Corona-bedingten Reisewarnung für die Türkei. „Wenn die Lage gut ist – und letzte Woche war die Lage gut – können wir relativ schnell die Öffnungen vorbereiten“, so Bareiß im „ntv Frühstart„. „Insofern sind wir da mittendrin zu überlegen, was tun wir die nächsten Tage, um auch hier Reisen zu gewährleisten.“ Neben niedrigen Infektionszahlen sei ein gut funktionierendes türkisches Gesundheitssystem, das Virusausbrüche gut bewältigen könne, damit Urlauber wieder gesund nach Hause kommen, Voraussetzung für eine Entwarnung. Die Gespräche mit der Regierung der Türkei seien gut gewesen. „Man merkt, da wird sicherlich auch viel gemacht, dass vor Ort gewährleistet ist, dass der Schutz da ist.“ Die Türkei müsse genauso beurteilt werden wie andere Urlaubsländer: „Mit jedem Land müssen wir fair und gerecht umgehen“, zitiert das Nachrichtenmagazin Focus Bareiß.

Corona-Krise
Kanzleramtschef: „Test muss verpflichtend sein“

Osnabrück – Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat Forderungen nach verpflichtenden Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten bekräftigt. „Wenn man mit einer frischen Infektion aus einem Risikogebiet kommt, dann dauert es zwei bis drei Tage, bis ein Test überhaupt positiv werden könnte. Wenn dann ein negativer Test vorliegt, kann eine Quarantäne auch vorzeitig beendet werden. Ein Test muss aber verpflichtend sein“, sagte Braun der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Der CDU-Politiker äußerte Unverständnis über Diskussionen in Deutschland, „ob das Virus überhaupt so ernst zu nehmen ist, weil wir im Vergleich bisher gut durch die Krise gekommen sind“. „Ich finde das verwunderlich. Wenn man international schaut, wie viele Länder es gibt, die jetzt in einer sehr ernsten Lage sind, weil sie von einer großen oder zweiten Welle mit hohen Infizierten- und auch Totenzahlen erfasst werden, dann zeigt das doch, in was für einer ernsten Lage wir immer noch sind“, sagte Braun gegenüber der NOZ. Der Vergleich der Zahlen sei nicht immer ganz einfach, weil unterschiedliche Länder unterschiedlich viel testen. „Aber wenn man alle Länder und alle Strategien vergleicht, kommt man zu dem Schluss: Wer gut durch die Krise kommen will, muss viel und transparent testen. Wir haben das von Anfang an getan, und weltweit tun es jetzt immer mehr Länder“, sagte der Kanzleramtschef.

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Die Wollnys aus der gleichnamigen RTL II Pseudo-Doku lassen es sich derzeit in der Türkei gut gehen und teilen Videos und Bilder von ihrem Urlaub auf Instagram.

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"Dialog behindert"
Maas kritisiert Ankara für Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee kritisiert. „Die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee ist kein Beitrag zur Völkerverständigung. Es ist eine Entscheidung, die wir nicht nachvollziehen können, da der Weltkulturerbe-Status dieses einzigartigen Gebäudes eine Bedeutung weit über die Türkei hinaus hat“, sagte Maas der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ und dem Bonner „General-Anzeiger“. Nötig sei ein vernünftiger Dialog zwischen der Türkei und der Europäischen Union. Ankaras Entscheidung zur Hagia Sophia sei dafür nicht sehr hilfreich. Schon ohne diesen zusätzlichen Konflikt werde ein nach vorne gerichteter Dialog zwischen der EU und der Türkei behindert. „So müssen auch andere Streitpunkte wie etwa Erdgasbohrungen der Türkei vor Kreta und vor Zypern gelöst werden.“ Die Unesco werde entscheiden, welchen Einfluss die Maßnahmen der Türkei auf den Weltkulturerbe-Status der Hagia Sophia hätten. „Ich hoffe aber, dass sich die Dinge in der nächsten Zeit so entwickeln, dass nicht noch dieser Status der Hagia Sophia gefährdet wird“, sagte Maas.

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– Türkei – Hagia Sophia: „350.000“ nehmen am ersten Freitagsgebet seit 86 Jahren teil

Die Hagia Sophia in Istanbul ist offiziell wieder eine Moschee. Gemeinsam mit Gläubigen nahm der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in dem historischen Bauwerk über dem Bosporus am ersten Freitagsgebet seit 86 Jahren teil. Zur Eröffnung der Zeremonie rezitierte Erdogan die Eröffnungssure des Koran.

Hagia Sophia: „350.000“ nehmen am ersten Freitagsgebet seit 86 Jahren teil

Türkei
Hagia Sophia: „350.000“ nehmen am ersten Freitagsgebet seit 86 Jahren teil

Istanbul (nex) – Die Hagia Sophia in Istanbul ist offiziell wieder eine Moschee. Gemeinsam mit Gläubigen nahm der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in dem historischen Bauwerk über dem Bosporus am ersten Freitagsgebet seit 86 Jahren teil. Zur Eröffnung der Zeremonie rezitierte Erdogan die Eröffnungssure des Koran. Menschen aus allen Gesellschaftsschichten und Altersgruppen nahmen am Freitagsgebet in der Moschee und im Außenbereich teil. Laut Erdogan waren es 350.000. „Wir haben die traurigen Jahre des Wartens in Glück verwandelt. Das ist der Grund, warum wir glücklich sind“, so Ali Kemal Evlioglu, ein gläubiger Teilnehmer, der extra per Anhalter aus der über 700 km entfernten Schwarzmeer-Provinz Samsun nach Istanbul gekommen sei, gegenüber der Nachrichtenagentur AnadoluEr freue sich, das erste Gebet in der Hagia-Sophia-Moschee miterleben zu können. „Es war die 86 Jahre des Wartens wert. Gott sei Dank konnten wir einen solchen Tag erleben. Wir sind so glücklich“, so Faysal Karakus, ein weiterer Teilnehmer. Er stamme aus der östlichen Provinz Elazig. Radiomoderator Mehmet Bozdag sei mit seinen Freunden aus der ägäischen Provinz Izmir nach Istanbul gekommen. „Die Hagia Sophia ist uns vom osmanischen Sultan Mehmet II., dem Eroberer von Istanbul, anvertraut worden. Das Symbol der Eroberung ist der Schlüssel dafür, dass Istanbul Istanbul ist“, fügte Bozdag hinzu. Ikbal Cetin, ein in Deutschland lebender Bürger, kam mit seinen beiden Kindern in die Türkei, um das erste Gebet in der Moschee zu verrichten. Die Tochter Seher Cetin sagte, sie wollten „Zeugen der Geschichte werden“. „Wir haben die Hagia Sophia schon einmal besucht. Wir waren enttäuscht, dass sie nicht für den Gottesdienst geöffnet war, aber jetzt waren wir glücklich.“ Am 10. Juli annullierte das Oberste Verwaltungsgericht der Türkei einen Kabinettsbeschluss von 1934, der die Hagia Sophia in Istanbul in ein Museum umwandelte. Dieser Schritt ebnete nach 85 Jahren den Weg für ihre erneute Nutzung als Moschee. Das Gericht entschied, dass das architektonische Juwel im Besitz einer Stiftung ist, die von Sultan Mehmet II., dem Eroberer Istanbuls, gegründet und der Gemeinde als Moschee geschenkt wurde – ein Status, der rechtlich nicht geändert werden kann. Die türkische Regierung versicherte, dass die christlichen Mosaike in der ehemaligen byzantinischen Kirche nicht entfernt oder verändert würden. Die Moschee werde weiterhin für Besucher aller Religionen geöffnet sein, und jeder, der möchte, könne „dieses erstaunliche Gebäude besichtigen“, sagte das türkische Außenministerium. Für Touristen wird der Zugang nun kostenlos gewährt. Die vorher erhobenen Eintrittsgelder werden abgeschafft. „Die Hagia Sophia wird mit ihrem neuen Status weiterhin alle Menschen umarmen und das gemeinsame kulturelle Erbe der Menschheit bewahren“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Hami Aksoy, nach einem Treffen des EU-Außenministerrats in Brüssel. Erdogan: Die Türen der Hagia Sophia für jeden geöffnet Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan versicherte, dass die „Türen der Hagia Sophia“, so wie die aller anderen Moscheen der Türkei, weiterhin für Menschen aller Glaubensrichtungen geöffnet bleiben würden, sagte Erdogan in einer Ansprache an die Nation zum neuen Status der Hagia Sophia „Ich unterstreiche, dass wir die Hagia Sophia als eine Moschee eröffnen werden, indem wir das gemeinsame kulturelle Erbe der Menschheit bewahren“, betonte Erdogan. Mit ihrem neuen Status als Moschee werde die Hagia Sophia weiterhin „alle Menschen auf eine viel aufrichtigere Art und Weise umarmen“. Die Hagia Sophia ist eine der bedeutendsten historischen und kulturellen Stätten der Welt. Sie wurde im sechsten Jahrhundert zur Zeit des christlich-byzantinischen Reiches erbaut und diente als Sitz der griechisch-orthodoxen Kirche. Nach der osmanischen Eroberung Istanbuls im Jahr 1453 wurde sie in eine Moschee und 1935 letztendlich in ein Museum umgewandelt.  

US-Proteste
Moskau verurteilt „Gewalt gegen russische Journalisten“ in den USA

Moskau – Vorsätzliche Aggressionen der US-Sicherheitsbehörden gegen Medienvertreter seien inakzeptabel, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Mittwoch, als sie sich zu einem Angriff gegen russische Reporter in den Vereinigten Staaten äußerte. Sacharowa forderte die zuständigen Behörden in den USA auf, das Presserecht im Einklang mit dem Völkerrecht und den Verpflichtungen Washingtons im Bereich der Menschenrechte und der Freiheit der Massenmedien zu behandeln. „Heute wurde ein Filmteam von Channel One von der Polizei in den USA angegriffen. Sie wandten Gewalt gegen Journalisten an und beschädigten deren Ausrüstung. Wir meinen, dass aggressives Vorgehen amerikanischer Sicherheitsbehörden gegen Vertreter der Massenmedien inakzeptabel sind“, sagte Sacharowa. Sacharowa fordert die zuständigen Behörden in den USA auf, das Presserecht in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht und den Verpflichtungen Washingtons im Bereich der Menschenrechte und der Freiheit der Massenmedien zu behandeln. Russland werde sich nach diesem Vorfall an internationale Organisationen wenden. „Dies ist nicht der erste Fall von unverhältnismäßiger Gewaltanwendung durch die US-Polizei gegen russische Journalisten. Im Zusammenhang mit dieser Situation werden wir gezwungen sein, uns erneut an internationale Organisationen zu wenden, deren Aufgabe es ist, die Rechte und Freiheiten von Journalisten zu schützen“, zitiert die Nachrichtenagentur TASS Sacharowa. Protestnote an das US-Außenministerium Russlands Botschaft in den Vereinigten Staaten habe dem US-Außenministerium diesbezüglich bereits eine Protestnote übergeben, sagte Botschafter Anatoli Antonow am Mittwoch. Die russische diplomatische Vertretung sagte auf ihrer Facebook-Seite, Antonow zitierend, dass in den frühen Morgenstunden des 22. Juli „die Korrespondentin Julia Olchowskaja und der Kameramann Wjatscheslaw Arkhipow von der örtlichen Polizei unzulässig behandelt wurden“. „Die Pressemitarbeiter identifizierten sich laut und deutlich, zeigten Presseausweise und leisteten keinen Widerstand“, zitiert TASS Antonow.

Moscheebau
Kosovo: Proteste für und gegen „Türkische Moschee“

Pristina – Im Kosovo kam es am Mittwoch zu rivalisierenden Protesten wegen des Baus der neuen, von der Türkei finanzierten Zentralmoschee im Stadtteil Dardania, in der Hauptstadt Pristina. Auch am Montag protestierten rivalisierende Bürgergruppen vor der Baustelle in der Nähe des Telekom-Gebäudes, wobei eine Gruppe den Bau unterstützt und die andere dagegen ist. Der Bau der Moschee begann am 15. Juli und wird von der Islamischen Gemeinschaft der Türkei finanziert. Die Islamische Gemeinschaft im Kosovo hat die Idee begrüßt und der Türkei sowie den Behörden im Kosovo gedankt. Die Befürworter betonen, dass Pristina eine Moschee brauche. In einem Land, das zu 95 Prozent muslimisch ist, gegen eine Moschee zu protestieren, sei Unsinn, zitiert das Nachrichtenportal Balkan Insight einen Unterstützer mit dem Namen Blerim Ejupi. „Es ist ein Grundrecht, Moscheen zu haben, und dieses Recht ist sogar durch die Verfassung geschützt“, so Ejupi. Binak Gashi, ein ehemaliges Mitglied der Kosovo-Befreiungsarmee UCK, stellte am Mittwoch klar, dass sein Ziel nicht unbedingt der Widerstand gegen die neue Moschee sei, sondern Transparenz herzustellen. Wie BI weiter berichtet, habe Gashi über Facebook zu dem Protest aufgerufen. Er wolle wissen, „wer die Fundamente dieser Moschee in unserem Land legt und welche Absicht diejenigen haben, die die Fundamente der Moschee legen“. „Der Bau dieser Moschee mit vier Minaretten wird den Bewohnern der Stadtviertel Dardania und Ulpiana Kopfschmerzen bereiten“, zitiert BI einen weiteren Protestierenden. Das Viertel benötige mehr „Investitionen in das kulturelle Leben“ nicht Moscheen, so Fatmire Ahmeti aus Dardania gegenüber kosovarischen Medien. „Ich werde durch ganz Dardania marschieren, um den Bau dieser Moschee zu verhindern“, so Ahmeti. Präsident Hashim Thaci äußert sich zu Protesten Der kosovarische Präsident Hashim Thaci hat sich am Mittwoch zu den Protesten geäußert. Thaci sagte, niemand im Kosovo müsse sich aus religiösen Gründen beleidigt, vernachlässigt oder privilegiert fühlen. „Der Ausdruck von Protest und Unzufriedenheit sind demokratische Werte in unserer Gesellschaft. Sie sollten jedoch niemals Hass zwischen Religionen und ethnischen Gruppen provozieren“, sagte er in den sozialen Medien. Laut dem Präsidenten der Islamischen Union des Kosovo, Naim Ternava, wurden für den Bau der Moschee in der Türkei 40 Millionen Euro gespendet. Der Grundstein für die „Große Moschee“ wurde 2012 gelegt. Der Bau verzögerte sich allerdings aufgrund der Reaktionen aus der Gesellschaft, die sich zur Art und Weise der Finanzierung geäußert hatten. Die Moschee in Pristina ist nicht die erste Moschee, die von der Türkei im Kosovo gebaut wurde. Es ist nicht das erste Mal, dass die Politik der Türkei im Kosovo zu Spannungen geführt hat. Im Jahr 2013 erklärte Präsident Recep Tayyip Erdogan bei seinem Besuch in Pristina: „Die Türkei ist Kosovo und der Kosovo ist die Türkei“. Eine Äußerung, die von politischen Persönlichkeiten in Pristina als Ausdruck des „Neo-Ottomanismus“ bezeichnet wurde.

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– „Nachfahren der Osmanen“ – Albanien: Restaurant nach Präsident Erdogan benannt

„Es wäre mir eine Ehre, ihn als meinen Gast willkommen heißen zu dürfen“, so Marinel Balla, Besitzer des Restaurants, gegenüber NEX24. „Im Menü gibt es auch eine Pizza mit dem Namen Erdogan“, betont Balla. Tomatensauce, Pizzakäse, Sahnecreme, Pastirma (getrockneter Schinken), Champignons und Thunfisch seien die Zutaten dieser Spezialität. Er habe das Restaurant so genannt, weil er ein großer Freund Erdogans und der Türkei sei.

Albanien: Restaurant nach Präsident Erdogan benannt
       

Soziales Pflichtjahr
CDU-Landesverbände mehrheitlich für allgemeines Dienstpflichtjahr

Düsseldorf – Fünf Monate vor dem CDU-Bundesparteitag spricht sich bereits die Mehrheit der christdemokratischen Landesverbände für die Einführung eines allgemeinen Dienstpflichtjahres für Männer und Frauen aus. Neun der 15 Verbände erklärten in einer Umfrage der Düsseldorfer „Rheinischen Post“, sie seien für ein verbindliches Gesellschaftsjahr beziehungsweise ein verpflichtendes „Deutschlandjahr“, vier Verbände sind noch unentschlossen, darunter Nordrhein-Westfalen mit den meisten Delegierten auf dem Parteitag. Gegen ein Pflichtjahr haben sich die Landesverbände von Rheinland-Pfalz und Hessen ausgesprochen. Damit wird dennoch erstmals klar, wie groß die Sympathie in der Partei für ein solches Pflichtjahr und es nicht mehr ausgeschlossen ist, dass die Forderung nach einer verpflichtenden gemeinnützigen Arbeit für alle in das neue Grundsatzprogramm und später ins Programm der Partei für die Bundestagswahl 2021 aufzunehmen. Der CDU-Landesvorsitzende und saarländische Ministerpräsident Tobias Hans sagte der Zeitung: „Ich habe große Sympathien für die Idee eines Dienstjahres, weil davon alle Seiten profitieren können. Am geeignetsten und sinnvollsten wäre ein verpflichtendes Jahr für alle.“ Diskussionsbedarf haben nach eigenen Angaben neben NRW noch Schleswig-Holstein, Thüringen und Berlin. Soziales Pflichtjahr oder auch Allgemeine Dienstpflicht ist eine von verschiedenen Politikern in Deutschland geforderte allgemeine zivile Dienstpflicht für Männer und Frauen, ähnlich dem früher nur von Männern geleisteten Wehrdienst und Zivildienst. Nach der Aussetzung der Wehrpflicht 2011 wurden im Hinblick auf die angesprochenen sozialen Fragen und zunehmende Schwierigkeiten der Bundeswehr, qualifizierten Nachwuchs zu finden, verschiedene Stimmen laut, die eine allgemeine Dienstpflicht, im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit für Männer und Frauen, abzuleisten bei der Bundeswehr oder im sozialen Bereich, fordern.  

Kommentar
Armenien: Russland versucht die Türkei zum Einlenken zu bewegen

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge – kboelge@web.de Was steckt hinter den armenischen Angriffen auf Aserbaidschan? Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan ist seit dem 12. Juli wieder aufgeflammt, nachdem armenische Einheiten an der Staatsgrenze zu Aserbaidschan die Region Tovuz mit Granaten beschossen haben und in dessen Verlauf es zu schweren Kämpfen gekommen ist. Auffallend ist, dass die Angriffe in der im Westen von Aserbaidschan gelegenen Stadt Tovuz stattfinden, in dem die strategisch wichtigen Baku-Tiflis-Ceyhan Erdölpipeline, die Erdgaspipeline Baku-Tiflis-Erzurum sowie die Transanatolische Pipeline (TANAP), das Erdgas über Aserbaidschan, die Türkei, Griechenland, Albanien nach Italien bringt. Ferner verläuft dort die Bahnstrecke Baku-Tiflis-Kars. Dieses Gebiet befindet sich außerhalb der von Armenien besetzten Gebiete in Karabach und Aserbaidschan. Daher stellt sich die Frage, warum ausgerechnet jetzt Armenien diese Angriffe durchführt. Zur Erinnerung: 1992 hatten armenische Einheiten das völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörende Berg-Karabach und darüber hinaus 20 Prozent aserbaidschanisches Territorium in einem Angriffskrieg überfallen, die aserbaidschanischen Bewohner massakriert und anschließend besetzt. In Chodschali begingen am 26. Februar 1992 armenische Einheiten einen Genozid an der dortigen Zivilbevölkerung, bei dem wehrlose Frauen, Kinder und Ältere mit unglaublicher Brutalität ermordet wurden. Als Folge der armenischen Aggression wurden über eine Million Aserbaidschaner aus ihrer angestammten Heimat vertrieben. Die Mörder von damals und die Verantwortlichen wurden nie angeklagt und besetzten wichtige Regierungspositionen in Armenien. Die derzeitige armenische Aggression kann nicht mit historischer Feindschaft erklärt werden, sondern hat andere Ursachen. Armeniens größter historischer Verbündeter in der Region ist Russland, das gute Beziehungen zu Eriwan unterhält. Armenien ist Mitglied der politisch-militärischen Allianz OVKS, dem neben Russland auch Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan angehört. Auch ökonomisch betrachtet ist Russland der wichtigste Handelspartner. Armenien hat auch andere Verbündete wie die USA und Frankreich, in dem eine große Zahl einer armenischen Diaspora lebt und mit ihren einflussreichen Lobbyorganisationen Druck auf die Entscheidungsträger in der Politik ausüben. Russland als Großmacht betrachtet die Kaukasusregion als seinen Hinterhof und spielt die Völker im Kaukasus, falls erforderlich, gegeneinander aus. Wie bereits erwähnt verlaufen ganz in der Nähe mehrere Erdöl- und Erdgaspipelines sowie eine Eisenbahnstrecke. Es handelt sich um Erdöl und Erdgas aus Aserbaidschan, das über Baku, Georgien über die Türkei an die Mittelmeerküste bzw. nach Europa befördert wird. Zum besseren Verständnis hier ein Vergleich von russischem und aserbaidschanischem Gas, das die Türkei importiert. Der Anteil von russischem Erdgas auf dem türkischen Markt lag 2015 bei 55,31 Prozent, 2019 bei 33, 61 Prozent und fiel in den ersten vier Monaten dieses Jahres auf 23,56 Prozent. Schauen wir uns jetzt den Anteil von Aserbaidschan an. Der Anteil von aserbaidschanischem Gas auf dem türkischen Markt lag 2017 bei 11,85 Prozent, 2018 bei 14,94 Prozent, 2019 bei 21, 2 Prozent und in den ersten vier Monaten dieses Jahres konnte es seinen Anteil auf 33,16 Prozent ausbauen. Auf dem türkischen Erdgasmarkt hat sich also der Anteil des aserbaidschanischen Erdgases innerhalb von drei Jahren fast verdreifacht, während das russische Gas innerhalb von fünf Jahren um mehr als die Hälfte zurückging. Russland hatte auf dem türkischen Gasmarkt 2015 quasi ein Monopol und dieser Zustand konnte durch Gaslieferungen aus Aserbaidschan, Iran und anderen Ländern deutlich reduziert werden. Ich benenne jetzt mehrere Faktoren, warum Armenien im Auftrag Russlands aserbaidschanisches Staatsterritorium beschießt: Russland unterstützt in Syrien das Assad-Regime und ist dort ein wichtiger Akteur. Durch die Anwesenheit der Türkei in Syrien und der Unterstützung der libyschen Regierung durch Ankara sieht Russland seine Interessen gefährdet und spielt deshalb die armenische Karte, um im Kaukasus eine „dritte Front“ zu eröffnen. Das wiederum ruft die Türkei auf den Plan. Die Erdöl- und Erdgaspipeline aus Aserbaidschan, das Energie nach Europa transportiert, betrachtet Moskau nicht ohne Sorgen, weil dadurch der eigene Gasexportanteil zurückgeht Die Türkei und Aserbaidschan verbindet eine traditionelle Freundschaft. Beide Seiten betrachten die andere Seite als Bruderstaat. Aserbaidschan gilt für die Türkei als das Tor zu den Turkstaaten. Durch armenische Provokationen und einer möglichen Eskalation versucht Moskau die Türkei in Syrien und in Libyen zum Einlenken zu bewegen.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Karabach Konflikt – Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan nicht religiös motiviert

„Seit dem ersten Tag der Auseinandersetzung verfolge ich achtsam die deutschen Medien, um deren Berichterstattung zu beurteilen. Die ersten Tage war dies aus meiner Sicht zum großen Teil ausgewogen. In den letzten Tagen wurde ich hingegen sehr enttäuscht.“

Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan nicht religiös motiviert

Kemal Bölge ist Politologe, Historiker, Verleger und freier Journalist

Karabach Konflikt
Aserbaidschaner verurteilen Deutsche Welle wegen „armenischer Propaganda“

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Ein Gastbeitrag von Dr. Samir Hasanov Mit diesem Schreiben möchte ich den Inhalt des DW-Artikels mit dem Titel „Demonstranten in Aserbaidschan verlangen Militäroffensive gegen Armenien“ kommentieren. Am 20. Juli besuchte ich den Standort der Deutschen Welle in Bonn persönlich, um meine Unzufriedenheit mit der Berichterstattung der DW über Aserbaidschan zum Ausdruck zu bringen. Der am 15. Juli 2020 erschienene DW-Artikel „Demonstranten in Aserbaidschan verlangen Militäroffensive gegen Armenien“ hat in der aserbaidschanischen Community Deutschlands für große Empörung gesorgt. Einige provokante Formulierungen im Text veranlassen uns davon auszugehen, dass dieser aus der Feder eines(r) DW-Journalisten(in) stammt, der/die sich offensichtlich mit genauen Hintergründen des armenisch-aserbaidschanischen Konflikts nicht auskennt und womöglich Sympathien für Armenien hegt. Im Folgenden werden einzelne Passagen genannt, die in der Form eigentlich nicht erscheinen durften und schlichtweg skandalös sind:
„Die Polizei in Aserbaidschan hat eine Kundgebung aufgelöst, bei der Tausende einen Militäreinsatz zur Eroberung von Berg-Karabach forderten”.
Von welcher “Eroberung” ist bitte die Rede? Bergkarabach ist ein völkerrechtliches Subjekt der Republik Aserbaidschan und wird von der internationalen Weltgemeinschaft als solches anerkannt. Es gibt entsprechende Resolutionen der UNO (822, 853, 874, 884), der NATO, OSZE, EU etc., die dies eindeutig belegen. Doch statt diese unbestreitbaren Fakten zu erwähnen, verbreitet der(die) Autor(in) dieses Schreibens eine gezielte und dreiste Desinformation. Es handelt sich also nicht um Eroberung, sondern um die Wiederherstellung der territorialen Integrität der Republik Aserbaidschan im Rahmen ihrer international anerkannten Grenzen. Das mehrheitlich von Armeniern bewohnte Berg-Karabach war zu Sowjetzeiten Aserbaidschan zugeschlagen worden. Den Begriff “zuschlagen” benutzen die armenische Seite und ihre Verbündeten seit Jahrzehnten für propagandistische Zwecke. Die Journalisten der Deutschen Welle setzen leider diese Tradition fort. Liebe(r) Autor/Autorin: Das Gebiet wurde Aserbaidschan nicht zugeschlagen, sondern per Beschluss des ZK der KP Russlands vom 5. Juli 1921 als Teil der neu erschaffenen Aserbaidschanischen SSR “bestätigt”. Ich rufe Sie ausdrücklich dazu auf, das eigentliche Wortlaut dieses Beschlusses (Vgl. Rüdiger Kipke: Konfliktherd Südkaukasus. Aserbaidschan im Fokus (sowjet-) russischer und armensicher Interessen. Wiesbaden 2015, S. 82.) aufmerksam durchzulesen und die Leser mit wahrhaften Informationen zu versorgen. Der anschließende Satz:
Pro-armenische Rebellen brachten das Gebiet Ende der 1980er Jahre unter ihre Kontrolle.
Was ist das denn bitte für ein Satz mit lächerlichen Begrifflichkeiten? Das sind erstens keine Rebellen, sondern pro-armenische Separatisten, die sich ähnlich wie ihre Mitstreiter auf der Krim, im Osten der Ukraine, in Abchasien, Südossetien etc. im Zuge der gewaltsamen Auseinandersetzungen Anfang der 1990-er Jahre abgespalten haben. Zudem haben sie das Gebiet nicht unter ihre Kontrolle gebracht, sondern völkerrechtswidrig besetzt und eine 1 Million Aserbaidschaner aus ihren Heimatorten vertrieben.
“Russland als Schutzmacht des christlich geprägten Armeniens” und “Türkei als Verbündeter des muslimischen Aserbaidschans”.
Was will ein(e) DW-Journalist/in mit derartigen Formulierungen dem deutschen Leser überhaupt vermitteln? Es wimmelt überall von Artikeln über “christliche Armenier” und “muslimische Aserbaidschaner”. Erstens ist Bergkarabach ein rein ethno-territorialer Konflikt. Religiöser Aspekt spielt in diesem Fall absolut keine Rolle, was auch etliche Südkaukasusexperten (Uwe Halbach, Stefan Meister, Thomas de Waal, Rüdiger Kipke, Manfred Quiring, Svante E. Cornell etc.) in ihren Einschätzungen immer wieder betonen. Zweitens schüren Sie mit einer solchen Ausdrucksform nur noch Hass gegen Muslime, zumal dieser in Deutschland in den letzten Jahren ohnehin stark gewachsen ist. Nach ihrer Logik sind also die christlichen Armenier “zivilisiert”, kämpfen für eine “gute Sache” und die muslimischen Aserbaidschaner sind “Barbaren”? Ist das ihre Botschaft? Zutiefst beschämend im Namen des deutschen Qualitätsjournalismus. Ich würde gerne wissen, wer hinter diesem Beitrag steht und von welcher Intention er/sie getrieben wird. Unabhängig davon machen wir jedoch klar, dass die oben erwähnten provokativen und wahrheitswidrigen Formulierungen bzw. Phrasen absolut inakzeptabel sind und der sofortigen (in der oben gezeigten Form) Korrektur bedürfen. Eine derart voreingenommene Berichterstattung in einem renommierten Auslandsrundfunksender wie in der Deutschen Welle hat nichts zu suchen. Außerdem ist es unverständlich wie die Chefredaktion der DW die Veröffentlichung dieses Artikels ohne Überprüfung auf dessen inhaltliche Richtigkeit ermöglicht hat. Ihre Aufgabe sollte darin bestehen, gerade bei Themen dieser Art objektiv, sachlich und neutral zu bleiben. Sollte innerhalb einer Woche keine Reaktion auf diesen Aufruf erfolgen, behalten wir uns das Recht, weitere Schritte vorzunehmen. Geplant ist unter anderem eine große Demonstration vor dem DW-Standort in Bonn wegen der Verbreitung der armenischen Propaganda. Diese Aktionen werden öfter stattfinden, bis die Gerechtigkeit im genannten Artikel wiederhergestellt ist. Zudem ist eine großangelegte und öffentlichkeitswirksame Kampagne gegen die Deutsche Welle auf sozialen Netzwerken geplant. Ich hoffe, mir werden weitere Maßnahmen erspart bleiben. Ich freue mich auf die Rückmeldung mit entsprechender Stellungnahme zu den angesprochenen Punkten.

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