Umweltschutz
Covestro-Chef: Kunststoffprodukte nach Verwendung zum Hersteller zurück

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Markus Steilemann, Vorstandsvorsitzender des Leverkusener Kunststoffkonzerns Covestro, schlägt zur Vermeidung von Plastikmüll vor, dass Nutzer von kunststoffhaltigen Produkten künftig kein Eigentum mehr an diesen haben: „Ich kann mir gut vorstellen, dass Verbrauchern Kunststoffprodukte gar nicht mehr gehören“, sagte Steilemann dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Sobald der Konsument keine Verwendung mehr für ein Produkt, zum Beispiel ein Elektrogerät, hat, kehrt es zum Hersteller zurück. Und der speist es wieder in den Kreislauf ein.“ Auch ein Pfandsystem könne eine Lösung sein. Covestro hat sich im vergangenen Jahr eine Strategie zur Kreislaufwirtschaft verordnet. So will das Dax-Unternehmen vermehrt nicht-fossile Rohstoffe in der Produktion verwenden und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Plastikabfall nicht länger unkontrolliert in die Umwelt gelangt. Stattdessen soll er in seine Bestandteile zerlegt werden, um dann wieder zu Kunststoff verarbeitet zu werden. Im Kern macht Covestro seinen Umsatz zum einen mit Schaumstoffen, die in Autositzen, Möbeln oder als Dämmstoff verwendet werden, zum anderen mit leichten Kunststoffen, die insbesondere in vielen Autoteilen und Elektrogeräten verbaut sind. Für Covestro-Chef Steilemann, seit Juni Präsident des europäischen Kunststoffhersteller-Verbands PlasticsEurope, ist die Etablierung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft eine „Aufgabe für die kommenden Jahrzehnte“: Aus dem Nichts müsse eine langfristig angelegte Lieferkette für nachhaltige Rohstoffe aufgebaut werden, so Steilemann, der im Gespräch mit der Zeitung auch forderte, chemisches Recycling von Kunststoff gesetzlich als Recycling-Methode anzuerkennen: „Mit mechanischen Verfahren allein werden wir niemals befriedigende Recyclingquoten erreichen“, sagte Steilemann: „Neben Technologieoffenheit ist die massive Förderung der erneuerbaren Energien, die wir günstig bereitgestellt bekommen müssen, ein zentraler Punkt, um eine nachhaltige und umweltfreundliche Kreislaufwirtschaft zu realisieren.“ Dass grüne Ideen zu einer Art Leitprinzip vieler politischer Debatten geworden sind, gehe in die richtige Richtung, sagte der Covestro-Chef dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Es ist offensichtlich, dass wir den linearen Verbrauch von Ressourcen nicht so weiter betreiben können.“

Hagia Sofia Umwidmung
Griechischer Priester: „Mit den Türken war es besser“

Athen (nex) – Seit Tagen geht das Video der Predigt eines griechischen Priesters viral, der die Entscheidung der Türkei begrüßt, die ehemalige byzantinische Kirche wieder in eine Moschee umzuwandeln. „Wo die Türken waren, war es viel besser, unsere Schande, aber so war es“, so der orthodoxe Priester Evangelos Papanikolaou von der Heiligen Kirche der Himmelfahrt in Rafina in dem Video. Die Türken hätten etwa auf Kreta keine Klöster geschlossen, während in Griechenland, unter Otto II. (König von Griechenland) zahlreiche Kirchen und Klöster geschlossen und ihre Schätze geraubt worden seien. Papanikolaou zitiert in der Rede auch den griechischen Großherzog Notaras, der nach der Einnahme Konstantinopels durch die Osmanen im Jahre 1453 „Lieber den Turban des Türken als die Mütze des Lateiners“ rief. Die Griechen hatten zuvor unter dem Joch der „Franken“ gelitten. Im Vierten Kreuzzug legten die „Franken“ Konstantinopel in Schutt und Asche. Der Hass saß tief. Das Wort „frangos“ (Franke) steht heute im Griechischen für Westler und hat einen bösen Klang. Ohne die Türken wäre die Hagia Sofia schon zerstört worden, so der Geistliche. Als Museum sei das Gotteshaus nicht respektiert worden. Man werde aus Respekt und Frömmigkeit nun sogar seine Schuhe ausziehen. Auch armenischer Patriarch für Umwidmung Auch der armenische Patriarch von Konstantinopel, Sahag Mashalian, hatte sich für eine Umwandlung in ein Gotteshaus ausgesprochen. „Die Hagia Sophia sollte für Gottesdienste geöffnet werden“, sagte er auf Twitter. Das Gebäude sei durch die mühevolle Arbeit von zehntausenden Arbeitern entstanden und habe ein Vermögen gekostet. Seit 1.500 Jahren sei es unzählige Male restauriert worden. All das, damit es als Gotteshaus erhalten bleiben könne und nicht als Museum, so der Geistliche. Er sagte, es wäre als Ort der Anbetung geeigneter, an dem die Gläubigen in Ehrfurcht  niederknien und beten könnten, als eine touristische Stätte voller umher eilender Besucher. Am 10. Juli annullierte das Oberste Verwaltungsgericht der Türkei einen Kabinettsbeschluss von 1934, der die Hagia Sophia in Istanbul in ein Museum umwandelte. Dieser Schritt ebnete nach 85 Jahren den Weg für ihre erneute Nutzung als Moschee. Das Gericht entschied, dass das architektonische Juwel im Besitz einer Stiftung ist, die von Sultan Mehmet II., dem Eroberer Istanbuls, gegründet und der Gemeinde als Moschee geschenkt wurde – ein Status, der rechtlich nicht geändert werden kann. Die türkische Regierung versicherte, dass die christlichen Mosaike in der ehemaligen byzantinischen Kirche nicht entfernt oder verändert würden. Die Moschee werde weiterhin für Besucher aller Religionen geöffnet sein, und jeder, der möchte, könne „dieses erstaunliche Gebäude besichtigen“, sagte das türkische Außenministerium. Für Touristen wird der Zugang nun kostenlos gewährt. Die vorher erhobenen Eintrittsgelder werden abgeschafft. „Die Hagia Sophia wird mit ihrem neuen Status weiterhin alle Menschen umarmen und das gemeinsame kulturelle Erbe der Menschheit bewahren“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Hami Aksoy, nach einem Treffen des EU-Außenministerrats in Brüssel. Erdogan: Die Türen der Hagia Sophia für jeden geöffnet Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan versicherte, dass die „Türen der Hagia Sophia“, so wie die aller anderen Moscheen der Türkei, weiterhin für Menschen aller Glaubensrichtungen geöffnet bleiben würden, sagte Erdogan in einer Ansprache an die Nation zum neuen Status der Hagia Sophia „Ich unterstreiche, dass wir die Hagia Sophia als eine Moschee eröffnen werden, indem wir das gemeinsame kulturelle Erbe der Menschheit bewahren“, betonte Erdogan. Mit ihrem neuen Status als Moschee werde die Hagia Sophia weiterhin „alle Menschen auf eine viel aufrichtigere Art und Weise umarmen“. Die Hagia Sophia ist eine der bedeutendsten historischen und kulturellen Stätten der Welt. Sie wurde im sechsten Jahrhundert zur Zeit des christlich-byzantinischen Reiches erbaut und diente als Sitz der griechisch-orthodoxen Kirche. Nach der osmanischen Eroberung Istanbuls im Jahr 1453 wurde sie in eine Moschee und 1935 letztendlich in ein Museum umgewandelt.

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Balkan
Albanien: Staatsbürger sollen aus dem Ausland wählen dürfen

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Tirana – Die Änderungen des Wahlgesetzes, die als Teil eines umfassenderen Abkommens zwischen den Parteien gebilligt wurden, sehen vor, dass Albaner auch im Ausland von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen dürfen – wobei die genauen Verfahren noch festgelegt werden müssen. Das genaue Verfahren müsse noch von weiteren Entscheidungen einer vom Parlament ernannten fünfköpfigen Kommission abgewartet werden, so dass die Änderung bei den im nächsten Jahr anstehenden Wahlen wahrscheinlich nicht in Kraft treten wird. Das Parlament hat am vergangenen Donnerstag die lang erwartete Wahlreform mit 100 zu sechs Stimmen gebilligt, was als wichtiger Schritt vor der Eröffnung von Beitrittsverhandlungen zwischen Albanien und der Europäischen Union sowie zur Wiedereingliederung der wichtigsten Oppositionsparteien in die politischen Institutionen, die sie derzeit boykottieren, gewertet wird. Die nächsten Parlamentswahlen in Albanien werden voraussichtlich im April oder Mai 2021 stattfinden.  

Neonazi-Terror
NSU-Terror: Gefahr einer zweiten Welle

Ein Gastkommentar von Yasin Baş Die Gefahr einer zweiten Welle besteht nach wie vor. Und diese Gefahr ist gegenwärtig. Wir dürfen jetzt nicht lockerlassen und uns in Sicherheit wiegen. Wir sollten stets auf der Hut sein. Jederzeit kann es erneut ausbrechen. Nein, ich spreche nicht, wie viele denken könnten, vom Coronavirus, das unseren Alltag im Moment weitgehend beherrscht. Es geht um den „NSU 2.0“. Und: Es geht um den Neonazi-Terror in Deutschland, der schon hunderte Tote auf dem Gewissen hat. Allein seit der Wiedervereinigung verzeichnen Organisationen, die sich gegen rassistische Gewalt und rechten Terror einsetzen etwa 200 Morde, die auf das Konto von rechtsextremistisch motivierten Tätern gehen sollen. Bedauerlicherweise seien jedoch nur etwas mehr als 80 Fälle behördlich und damit offiziell anerkannt, so die Amadeu Antonio Stiftung, die sich unter anderem für Opfer rechtsextremer Gewalt einsetzt. Auf die große Differenz zwischen der Zählung von Todesopfern rechten Terrors durch staatliche Behörden und von unabhängigen Organisationen oder Journalisten weist die Stiftung schon seit Jahren hin. Allerdings mahlen die Mühlen offizieller Stellen oftmals langsamer als manche es sich erhoffen. „NSU 2.0“ treibt weiter sein Unwesen Seit der Urteilsverkündung des NSU-Prozesses vor fast genau zwei Jahren werden immer wieder rechtsextreme Hass- und Einschüchterungsbotschaften mit dem Kürzel „NSU 2.0“ abgeschickt. Die Abkürzung „NSU 2.0“ ist eine Anspielung auf den sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrund“, der nach derzeitigem Wissens- und Ermittlungsstand mindestens zwischen 2000 und 2007 zehn Morde und mehrere Anschläge aus rassistischen Motiven in Deutschland verübte. Eine Polizistin soll ebenso zu den Todesopfern der Terroristen gehört haben. Schutz von Informanten wichtiger als Menschenleben? Das Landes Hessen spielte schon beim „NSU 1.0“ eine zwielichtige Rolle. Ein Teil der Täter wurde zwar ermittelt, deren Helfer und Helfershelfer bleiben in dem Bundesland jedoch weiterhin im Dunkeln. Auch das Verhalten des ehemaligen Innenministers und derzeitigen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) lässt noch heute viele Fragen unbeantwortet. Bei dem Mord an dem Internetcafébesitzer Halit Yozgat (21) hatte Bouffier die Aussagegenehmigung für mehrere V-Leute, für die der Geheimdienstler Andreas Temme zuständig war, verweigert. Die Ermittler, die Temme, der den Spitznamen „Klein Adolf“ gehabt haben soll, des mutmaßlichen Mordes an Halit Yozgat verdächtigten, wollten seine Informanten als Zeugen vernehmen. Dazu kam es aber nicht. Bouffier verhinderte dies. Es stellt sich die Frage, ob der Schutz von sogenannten „Quellen“ schwerer wog als die Aufklärung des Mordes an einem Menschen. Weiteres Vertrauen in die Behörden in Hessen wurde mit der Entscheidung zerstört, die NSU-Akten für 120 Jahre, also bis ins Jahr 2134 unter Verschluss zu halten. Der Entschluss sorgt noch immer für das Entstehen von Verschwörungstheorien. Auch die auf dubiose Weise ums Leben gekommenen V-Leute oder Zeugen, die im Zuge des NSU-Komplexes aussagen sollten, dienen nach wie vor als ein Anlass für Verschwörungserzählungen. Drohungen, Mordaufrufe, Einschüchterungsversuche Der „NSU 2.0“ wurde vor allem dadurch bekannt, dass er eine der Nebenklägerinnen und Opferanwälte des NSU-Prozesses, Seda Başay-Yıldız, massiv bedrohte. Die Juristin aus Frankfurt erhielt schon 2018 Morddrohungen. Der bzw. die Absender schrieben beispielsweise man werde „ihre Tochter schlachten“ oder dass sie nach dem Mord an Walter Lübcke als nächste an der Reihe sei. Es folgten Mordaufrufe im Internet und weitere Einschüchterungsversuche, wobei damit gedroht wird, die Mutter „abzuknallen“. Die Anwältin sowie ihre Tochter stehen seit Langem unter Polizeischutz. Derweil wurde bekannt, dass auch aktive Landes- und Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, eine ehemalige Politikerin der Grünen sowie eine Kabarettistin, Journalisteninnen und Journalisten Drohschreiben vom „NSU 2.0“ erhielten. Hessische Polizei in der Kritik Eines haben die Adressaten der Nachrichten gemeinsam: Die Spur führt zur hessischen Polizei. Die zum Teil nicht öffentlichen und vertraulichen Daten der Geschädigten sollen von den Dienstcomputern der hessischen Polizeibehörden stammen. Es wurde bekannt, dass die persönlichen Daten der Opfer zuvor von Polizeirechnern abgefragt wurden. Besonders Dienststellen in Frankfurt und in Wiesbaden stehen im Blickfeld der Ermittler. Wieder steht das Land Hessen, diesmal die hessische Polizei unter Kritik. Auch wenn es sich nur um Einzelfälle innerhalb der Polizei in Hessen handelt und man nicht generalisieren darf: Der Polizeipräsident Udo Münch musste inzwischen zurücktreten. Zu viele Pannen und wachsendes Misstrauen hatten sich in den letzten Jahren angesammelt. Wieso aber nicht der oberste Dienstherr der Polizei, Innenminister Peter Beuth (CDU), keine persönlichen Konsequenzen aus seinem Versagen zog, bleibt noch immer fraglich. Dass er die Verantwortung an das Landeskriminalamt delegiert und der Behörde vorwirft, nicht rechtzeitig informiert worden zu sein, zeigt nur wie der Politiker Kollegialität und Verantwortungsbewusstsein auslegt. Beuth muss nicht nur die Frage beantworten, ob es in seinem Land eine Problematik mit Rechtsradikalismus und rechtem Terror gibt. In Hessen hat sich nämlich nicht zuletzt seit dem Mord an Halit Yozgat etwas Unheimliches zusammengebraut: In Hanau hat ein Rechtsterrorist im Februar diesen Jahres neun Menschen, zumeist mit Migrationsbiographie, ermordet. Im osthessischen Wächtersbach wurde im Juli 2019 ein Eritreer von einem Rassisten niedergeschossen und schwer verletzt. Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU) wurde am 2. Juni 2019 von einem mutmaßlichen Rechtsterroristen vor seinem Haus erschossen. Wir sehen: Die Probleme, die es in Hessen gibt, sind keine Einzelfälle. Zudem handelt es sich bei den Tätern nicht nur um Einzeltäter. Es hat den Anschein, dass die Schwierigkeiten auch struktureller Natur sind. Und die gilt es jetzt anzupacken. Wo sind die grünen Ideale hin? Es gibt also wichtige Anhaltspunkte, dass das Land Hessen eine grundlegende Reform seiner Sicherheitsbehörden benötigt. Zum Beispiel hat das Land Thüringen nach dem NSU-Versagen eine grundlegende Reform der Sicherheitsarchitektur auf den Weg gebracht. In Hessen scheint jedoch der Wille für solch eine Reform größtenteils zu fehlen. Hessens Innenminister hat zwar einen Neustart, einen „Reset“ versprochen. Falls damit aber lediglich nur der Austausch von Computer- und Zugriffspasswörtern gemeint ist oder neue Regeln bei der Abfrage aus dem Polizeiinformationssystem, wäre das eine etwas eigenartige und verfehlte Reform. Ein Neustart oder ein „Reset“, wie Innenminister Beuth es ankündigte, könnte damit eingeleitet werden, in dem Beuth sein Amt einer kompetenteren Person überlässt. Und wie treten die Grünen, die seit 2014 Koalitionspartner der CDU in Hessen sind auf? Was die Ökopartei für eine „Leistung“ abgibt, mag für manche Beobachter beschämend wirken. Die so kritikfreudigen Grünen sind erstaunlich still in Hessen. Doch für welchen Preis? Der Postmaterialismus sowie die angeblichen ethisch-moralischen Ideale der Grünen gehören der Vergangenheit an. Das Weiterregieren um jeden Preis als Juniorpartner der „schwarz-grünen Koalition 2.0“ wiegt möglicherweise schwerer als die eigene Glaubwürdigkeit und die vermeintlichen Anliegen der Partei. Kurz gesagt: Hessen benötigt einen wirklichen Neuanfang.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
Yasin Baş
Yasin Baş ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?” sowie „nach-richten: Muslime in den Medien”.    

Kaukasus
Türkei und Aserbaidschan kündigen Militärmanöver an

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Baku – Die Streitkräfte der Türkei und Aserbaidschans werden in Aserbaidschan groß angelegte gemeinsame Militärübungen durchführen, teilte das aserbaidschanische Verteidigungsministerium am Montag mit. Den militärischen Übungen, die zwischen dem 1. und 5. August in Baku und Nachitschivan stattfinden sollen, werden sich die Land- und Luftstreitkräfte beider Länder anschließen, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die Stellungnahme des aserbaidschanischen Militärs. Die Ankündigung erfolgt Tage nach einem Angriff armenischer Streitkräfte auf aserbaidschanische Truppen in der nordwestlichen Grenzregion Tovuz. Mindestens 11 aserbaidschanische Soldaten – darunter ein Generalmajor und ein Oberst – wurden dabei getötet.

„Türkische Raketen und Drohnen stehen Aserbaidschan zur Verfügung“

Türkische Raketen und Drohnen stehen Aserbaidschan zur Verfügung, sagte der Leiter der „Präsidentschaft der Verteidigungsindustrie“, die im türkischen Verteidigungsministerium für Rüstungsprojekte zuständig ist, bereits am 17. Juli. Die Türkei und Aserbaidschan müssten der Welt zeigen, dass die „Brüder-Nationen eine Einheit sind“, twitterte Demir nach einem Treffen in der türkischen Hauptstadt Ankara mit Ramiz Tahirov, dem stellvertretenden Verteidigungsminister Aserbaidschans, und Kerem Mustafayev, dem Armeekommandeur der Autonomen Republik Nachitschewan. Mit all ihrer Technologie, Kapazität und Erfahrung stehe die türkische Verteidigungsindustrie Aserbaidschan zur Verfügung, von bewaffneten unbemannten Luftfahrzeugen über Raketen bis hin zu elektronischen Kampfsystemen, betonte er. Neben der Einführung neuer Systeme in die aserbaidschanische Armee werden die beiden Länder bei der Modernisierung bestehender Systeme sowie bei der Wartung und Ausbildung zusammenarbeiten, fügte Demir hinzu und zitierte das Motto der beiden Länder: „Eine Nation, zwei Staaten“. Jüngste Zusammenstöße Am 12. Juli 2020 sind an der Staatsgrenze zwischen Armenien und Aserbaidschan wieder schwere Kämpfe ausgebrochen, die seit April 2016 ruhten. Es handelt sich dabei um Militärstandorte und Zivilobjekte der Republik Aserbaidschan in der Region Tovuz (Towus) im Nordwesten und der Republik Armenien im Bezirk Tawusch im Nordosten. Trotz internationaler Aufrufe zur Zurückhaltung eröffneten armenische Truppen auch das Feuer auf Wohngebiete in den Dörfern Agdam und Dondar Kuscu. Ein 76-jähriger Aserbaidschaner kam bei den Angriffen Armeniens ums Leben. Aserbaidschan hat Armenien „provokative Aktionen“ vorgeworfen. Karabach-Konflikt Ethnische Armenier halten seit 1993 Karabach/Berg-Karabach, eine Enklave innerhalb Aserbaidschans, besetzt. Die internationale Gemeinschaft erkennt Karabach/Berg-Karabach als Teil Aserbaidschans an. Die beiden Ex-Sowjetstaaten Aserbaidschan und Armenien befinden sich im Streit um die Südkaukasusregion Berg-Karabach, seit sie Anfang der 1990-er Jahre in einem Krieg mit etwa 30.000 Toten von armenischen Separatisten besetzt wurde. Die beiden Parteien haben trotz des Waffenstillstandes im Jahr 1994 nie einen stabilen Friedensvertrag unterzeichnet. Zwischen den beiden Ländern kommt es immer wieder zu Grenzscharmützeln.

Zum Thema

– Geschichte – 26.2.1992: Im Gedenken an die Opfer des Völkermordes von Hodschali

Die ersten Nachrichten über die eingekesselten muslimischen Zivilisten ließen das Blut gefrieren. Sie deckten sich mit den Schilderungen der türkischen Flüchtlinge aus dem sogenannten Lacin-Korridor, einem weiter westlich gelegenen Landstrich zwischen der umkämpften Enklave Karabach und der Staatsgrenze der Republik Armenien.

26.2.1992: Im Gedenken an die Opfer des Völkermordes von Hodschali

Russland-Sanktionen
Maas sieht derzeit keine Chance für Rückkehr Russlands in G8

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Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sieht vorerst keine Chance für Pläne von US-Präsident Donald Trump, Russland wieder in die G8 zu holen. Maas sagte der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ und dem Bonner „General-Anzeiger“: „Der Grund für den Ausschluss Russlands waren die Annexion der Krim und die Intervention in der Ostukraine. Solange wir dort keine Lösung haben, sehe ich dafür keine Chance.“ Zu Plänen von US-Präsident Donald Trump, den G7-Gifpel in diesem Jahr um zusätzliche Teilnehmerstaaten zu erweitern und dazu auch Russland einzuladen, sagte Maas: „Russland kann selbst den größten Beitrag dazu liefern, dass solche Türen wieder geöffnet werden. G7 und G20 sind zwei vernünftig aufeinander abgestimmte Formate, wir brauchen nicht noch G11 oder G12.“ Russland habe selbst in der Hand, wie es wahrgenommen wird. Maas: „Momentan ist das Verhältnis in vielen Dossiers schwierig. Aber wir wissen auch, dass wir Russland brauchen, um Konflikte wie in Syrien, Libyen und in der Ukraine zu lösen. Das wird nicht gegen Russland, sondern nur mit Russland gehen. Deutschland hat eine Vermittlerrolle in Libyen übernommen, ebenso vermitteln wir zusammen mit Frankreich in der Ukraine.“ Russland muss aber auch seinen Beitrag liefern, was in der Ukraine nur sehr schleppend passiere. Im Sicherheitsrat habe Moskau humanitäre Hilfe für 1,5 Millionen Menschen in Syrien verhindert, weil es nur noch einen einzigen Zugang zu den notleidenden Menschen zugelassen habe.

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– Krimkrise – Russland: Teilen nicht die Ansichten der Türkei zur Krim

Kreml-Sprecher Dimitriy Peskow äußerte sich am Montag zu den Äußerungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bezüglich der Krim-Tataren und deren Status. Peskow sagte, dass Russland die Ansichten der Türkei über die Volksgruppe nicht teile.

Russland: Teilen nicht die Ansichten der Türkei zur Krim

Corona-Krise
Experte Böhm: Vielen Kindern geht es ohne Kita-Stress besser

Osnabrück – Viele Kinder und ihre Eltern haben nach Einschätzung des renommierten Kinderarztes Rainer Böhm entgegen weitläufiger Befürchtungen mit der coronabedingten Betreuung zu Hause gute Erfahrungen gemacht. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte der Leitende Arzt am Sozialpädiatrischen Zentrum Bielefeld-Bethel: „Die öffentliche Erwartung war ja, dass sich durch die Corona-Krise und den Wegfall von öffentlichen Betreuungsangeboten eine deutliche Mehrbelastung bei Kindern und Familien einstellen würde. Tatsächlich konnte das in dieser Eindeutigkeit nicht nachgewiesen werden. Es gab sicherlich Familien, die deutlich mehr belastet waren. Es gab aber durchaus auch viele Familien, die positive Erfahrungen gemacht haben.“ Laut dem Experten habe die lange Phase der geschlossenen Kitas gezeigt, „dass viele Familien mittlerweile in einem System der umfassenden Inanspruchnahme, der Durchtaktung und Beschleunigung gefangen sind. Dieses permanente Gefühl des ,Auf-Kante-genäht-Seins‘ ist eine erhebliche Belastung für Kinder und Eltern. Die neue Freiheit, die plötzlich da war, hat sich vielfach positiv ausgewirkt“, hat Böhm beobachtet. Er sieht sich in Studienergebnissen bestätigt, wonach „die Settings, die wir unseren Kindern in öffentlichen Einrichtungen anbieten, dem Wohlbefinden der Kinder nicht immer dienlich sind“. Der Aufenthalt in der Kita bedeute gerade für unter Dreijährige „einen enormen Stress, mit häufig negativen Folgen für ihr soziales Verhalten und ihre gesamte Entwicklung“. Man habe außerdem lange unterschätzt, „wie wichtig eine selbstbestimmte Gestaltung des Alltags auch für Kinder ist. Wir haben in den öffentlichen Einrichtungen meist ein sehr strukturiertes Angebot. Kinder können sich da nicht ohne Weiteres herausziehen, um individuell zu spielen oder sich in etwas zu vertiefen, ohne Anforderungen von außen.“ Dies sei in der Corona-Zeit, in der viele Kinder keine Betreuungseinrichtungen besuchen konnten, anders gewesen. Kitas könnten aus den Erfahrungen der Corona-Zeit wichtige Rückschlüsse für ihr pädagogisches Angebot ziehen. „Man könnte durchaus strukturell etwas verändern. Man könnte den Kindern mehr Zeit für selbstbestimmtes Spielen geben. Man könnte auch mehr Beschäftigungen außerhalb der Räumlichkeiten der Kita anbieten. Draußen spielen zu können ist für Kinder ganz wichtig“, sagte Böhm. Noch wichtiger sei aber eine gesunde Balance zwischen Zeit mit der Familie und Zeit in der Einrichtung. Hier habe sich in den vergangenen Jahren vieles in eine ungünstige Richtung entwickelt. „Der kindliche Alltag wird sehr stark aus den Familien herausverlagert. Immer größere Teile des Tages verbringen Kinder im Gruppen-Setting der Kita“, so der Experte weiter.

Corona-Krise
IG Metall warnt vor „Corona-Generation“

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Die Ausbildung in Deutschland droht wegen der Corona-Pandemie nachhaltigen Schaden zu nehmen. Nach einer neuen Umfrage der IG Metall hat sich der Anteil der Betriebe, die mit Problemen bei der Übernahme von Auszubildenden rechnen, im Juni/Juli gegenüber April/Mai dieses Jahres von 7,4 auf 15,6 Prozent mehr als verdoppelt. Der Anteil der Betriebe, die weniger ausbilden wollen, hat sich von 7,2 auf 11,0 Prozent bei den Auszubildenden sowie von 5,1 auf 6,1 Prozent bei den dual Studierenden erhöht. Demnach werden normale Ausbildungsplätze eher gestrichen als Plätze für dual Studierende. Grundlage der Resultate sind Rückmeldungen aus 492 Betrieben. Die Zweite Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, sieht diese Zahlen als „Warnsignal, das darauf hindeutet: Wir kriegen hier ein Problem“, sagte sie der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Montagausgaben). Deutschland habe verglichen mit anderen EU-Ländern eine geringe Jugendarbeitslosigkeit. „Doch jetzt müssen wir alles dransetzen, eine Corona-Generation zu verhindern und dafür sorgen, dass die jungen Menschen eine sichere Bahn in die Zukunft haben“, sagte sie. Vielen von ihnen drohten schlechtere Chancen am Ausbildungsmarkt und beim Einstieg in den Beruf. „Unsere guten Ausbildungsstrukturen dürfen in der Krise nicht kaputtgehen.“ Benner lobte den Arbeitgeberpräsidenten Ingo Kramer, der jüngst an die Wirtschaft appellierte: „Bildet weiter kräftig aus!“ Und wo die IG Metall betriebliche Zukunftsvereinbarungen aushandele, da gelinge es ihr auch, Ausbildungszahlen abzusichern. Dennoch fordert sie den Arbeitgeberverband Gesamtmetall zu mehr Gemeinsamkeit auf: „Ich würde mir hier einen noch stärkeren Schulterschluss wünschen.“

Corona-Krise
SPD-Fraktionschef Kutschaty fordert Testzentren auch an Bahnhöfen und Fernbusbahnhöfen

Die SPD im Düsseldorfer Landtag verlangt angesichts der Reiserückkehrwelle eine Ausweitung der Corona-Tests. SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty sagte der Düsseldorfer „Rheinischen Post“: „An einer Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten führt meines Erachtens kein Weg vorbei. Diese wäre auch einwandfrei durchzusetzen, wenn es entsprechende Wahlmöglichkeiten gibt.“ Und die könnten nur lauten: verpflichtender Corona-Test oder zweiwöchige Quarantäne. „Ich wüsste jedenfalls, wofür ich mich entscheiden würde.“ Kutschaty forderte, die Testpflicht aber nicht nur auf Flugreisende zu beschränken. „Auch an Bahnhöfen und Fernbusbahnhöfen kommen jeden Tag Urlauber von ihren Reisen zurück. Hier müssen ebenfalls Testzentren eingerichtet werden.“ Es räche sich jetzt, dass die Landesregierung nicht von Beginn an auf eine Teststrategie gesetzt und vorausschauende Maßnahmen entwickelt habe, so der Oppositionsführer. „Seit Mai haben wir die Landesregierung dazu aufgefordert. Wenn wir das Virus dauerhaft im Griff behalten wollen, dann gibt es neben den allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln nur ein Rezept: Das heißt Testen, Testen, Testen – und muss für alle Betroffenen kostenlos sein.“

Kanzleramtschef: „Test muss verpflichtend sein“

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat Forderungen nach verpflichtenden Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten bekräftigt. „Wenn man mit einer frischen Infektion aus einem Risikogebiet kommt, dann dauert es zwei bis drei Tage, bis ein Test überhaupt positiv werden könnte. Wenn dann ein negativer Test vorliegt, kann eine Quarantäne auch vorzeitig beendet werden. Ein Test muss aber verpflichtend sein“, sagte Braun der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Der CDU-Politiker äußerte Unverständnis über Diskussionen in Deutschland, „ob das Virus überhaupt so ernst zu nehmen ist, weil wir im Vergleich bisher gut durch die Krise gekommen sind“. „Ich finde das verwunderlich. Wenn man international schaut, wie viele Länder es gibt, die jetzt in einer sehr ernsten Lage sind, weil sie von einer großen oder zweiten Welle mit hohen Infizierten- und auch Totenzahlen erfasst werden, dann zeigt das doch, in was für einer ernsten Lage wir immer noch sind“, sagte Braun gegenüber der NOZ. Der Vergleich der Zahlen sei nicht immer ganz einfach, weil unterschiedliche Länder unterschiedlich viel testen. „Aber wenn man alle Länder und alle Strategien vergleicht, kommt man zu dem Schluss: Wer gut durch die Krise kommen will, muss viel und transparent testen. Wir haben das von Anfang an getan, und weltweit tun es jetzt immer mehr Länder“, sagte der Kanzleramtschef.

Libyen-Krise
Libyen: Ägypten fordert von China Hilfe gegen die Türkei

Kairo – Der ägyptische Außenminister Samih Schukri hat China aufgefordert, Türkeis Unterstützung für die von der UN anerkannten Regierung Libyens zu stoppen. Wie die ägyptische Tageszeitung Al Ahram am Freitag berichtete, erörterte Schukri während eines Telefongesprächs mit dem chinesischen Außenminister Wang Yi die jüngsten Entwicklungen in Libyen und „die engagierte ägyptische Position in seiner Haltung zu Libyen, vor allem die Wahrung der Einheit und Sicherheit des Landes“. Wie Al Ahram weiter berichtet, habe er auch betont, wie wichtig es sei, den Terror zu bekämpfen und externe Einmischung von dem vom Krieg zerrissenen Land fernzuhalten, und verwies auf die türkische Unterstützung für die in Tripolis ansässige Regierung. Der chinesische Außenminister habe darauf gedrängt,  dass sich alle Seiten um die Unterstützung der Vereinten Nationen bemühen sollten sowie um die Wiederbelebung der Rolle der regionalen Organisationen wie der Arabischen Liga und der Afrikanischen Union. Er habe zudem gesagt, dass die grenzüberschreitende Bewegung von Terrorgruppen gestoppt werden müsse, um zu verhindern, dass Libyen zu einer Drehscheibe für Terroristen wird. Yi habe betont, dass sein Land bestrebt ist, den Kontakt und die Koordination mit allen Seiten in der Region aufrechtzuerhalten und sich an einem Prozess zu beteiligen, um einen Waffenstillstand zu erreichen und die Friedensgespräche wieder aufzunehmen.

Rebellenkommandeur Chalifa Haftar hatte bei seinem Kampf gegen die von den Vereinten Nationen anerkannte Regierung in Tripolis Unterstützung von Kairo angefordert. Die Türkei unterstützt Libyens Präsident Fayiz As-Sarradsch. 

Das Kriegsgeschehen in Libyen hat sich mit dem militärischen Einsatz der Türkei, der im Dezember vergangenen Jahres begann, verändert. Regierungschef as-Sarradsch kann sich nach einem Abkommen mit dem türkischen Präsidenten Erdogan auf Korkut-Flugabwehrysteme und vor allem Bayraktar-TB2-Drohnen aus türkischer Produktion verlassen. Tripolis konnte somit die von Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Russland unterstützten Truppen des abtrünnigen Militärkommandanten Haftar zurückdrängen. 

Zum Thema

– Libyen-Krise – Libyen: Türkei und USA stärken zusammenarbeit

Der türkische Vizepräsident Fuat Oktay sagte am Freitag, dass sich die verstärkte Zusammenarbeit der Türkei mit den USA in Libyen, positiv auf die Lage in dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land auswirken könne.

Libyen: Türkei und USA stärken zusammenarbeit