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Vater von UFC-Kämpfer Khabib Nurmagomedov stirbt an Corona
Kaukasus
Aserbaidschan: „Auf dem Weg zu neuen, toleranzbereiten Generationen“
Ein Gastbeitrag von Asif Masimov – Doktorand an der Humboldt-Universität zu Berlin
Das kaukasische Modell: Multikulturalismus in Aserbaidschan
Jedes Land mit mindesten zwei Kulturen ist stets von Reibungspunkten als auch von Bereicherungen geprägt. Nicht immer ist es möglich zu wählen, sodass es oft ein Kampf ist, nur die Bereicherung der Kulturen zu einander zu haben.
Aserbaidschan als Vielvölkerstaat kennt diese Probleme und auch Vorteile, sodass der Multikulturalismus fest in der Politik verankert ist. Dabei gehört starkes Ein- und Durchgreifen politischer Instanzen u.a. zum Schutz von Minderheiten dazu.
Bei fast 700 verschiedenen, registrierten Religionsgemeinschaften und mindestens 40 verschiedenen Kulturen, darunter circa 16 ethnischen Minderheiten, ist es nur verständlich, dass der Staat eine Kontrollfunktion über das Engagement etwaiger Organisationen zum Völkeraustauch ausübt. Dieser Ansatz der Bewahrung und Unterstützung der Multikulturalität ist nicht ausschließlich in Aserbaidschan üblich, jedoch wohl am ehesten gerade in diesem Staat präsent. Ob die Kontrolle über den interkulturellen Austausch im Land sinnvoll ist, beziehungsweise eventuell tatsächlich einen richtigen und unkomplizierten Weg darstellt, kann erst langfristig in einem Vergleich, aber auch im bereits erzielten Ergebnis heute betrachtet werden. Man muss hierbei natürlich beachten, dass an anderer Stelle laut nach Akzeptanz und Schutz der Minderheiten gerufen wird. Hier wäre eine politische Unterstützung angebracht, um eventuell fatale Folgen zu umgehen. So sehen wir das Ergebnis solcher ungelösten Konflikte oftmals als gewalttätige Ausartungen, denen durchaus politische Fehler zu Grunde liegen können. Solch eine Ausartung ist aktuell in den USA zu beobachten, die in der bereits weltweiten Kampagne „Black lives matter“ gemündet hat und nicht ausschließlich friedlich von Statten ging. Ravan Hasanov, seit 2015 Leiter des Baku international Multiculturalism Centre, sagt dazu, dass es in Aserbaidschan keine zwischenethnischen Konflikte gäbe. Durch das Verständnis von einer Völker-Diversität als eine Art Schatz, also auch Ressource, sei der Schutz und die politische Einmischung eine logische Folge. Aserbaidschan unterstützt die kulturelle Pluralität nicht nur durch Gesetze, sondern ebenso durch finanzielle Hilfen. Hasanov sieht die „Einheit durch Ungleichheit“ als ein fehlerhaftes Modell an und sieht die Relevanz des Multikulturalismus allein darin, dass sein Gegensatz, bestenfalls, so Hasanov, die Diskriminierung sei. Den interkulturellen Dialog sieht Hasanov als einen Schlüssel zur regionalen als auch globalen Sicherheit, gerade wenn man die fortschreitende Globalisierung und Migrationsprozesse in Betracht zieht. Aserbaidschan habe in kürzester Zeit eine Politik begonnen, die jedoch fest verankert in moralischen Werten sei und bereits durch historische Auseinandersetzungen zwischen den Völkern nur ein rechtliches Ratifizieren von allgemeingeltenden Regeln darstelle. Somit scheint Aserbaidschan bereits erste Schritte auf dem Weg zu neuen, toleranzbereiten Generationen getan zu haben. Durch Einführen von interkulturellen Kompetenzen in die Schulbildung, kann man einem friedlichen Miteinander und Fremdenverständnis beitragen. Hasanov stellt heraus, dass der Multikulturalismus als Schwerpunkt in Bachelor- sowie Masterstudiengängen behandelt wird und ein Novum darstellt. Möglich wurde dies durch die Initiative des Baku international Multiculturalism Centre. „Different cultures within a state has no choice but to live together with tolerance. History has repeatedly proved this to us.“, sagt Hasanov in seinem Interview für die englische “The Prisma”. Gerade die Erziehung neuer Generationen ist offensichtlich auch in Zukunft relevant und auf heutigen Erfolgen sollte sich kein Staat und kein Volk ausruhen. Für Hasanov liegen die Schwierigkeiten und Herausforderungen deutlich im Nationalismus, welcher –bisher regional- ein Aufleben zu finden scheint. Sollte dieser Nationalismus sich ausbreiten, muss ein solides Grundverständnis von Multikulturalismus und Toleranz dem entgegenstehen. Die Menschen würden die Relevanz dieses Systems und dieser Idee, so Hasanov, „neu“ verstehen und eine solche Politik neu bewerten müssen. Offensichtlich ist für die aserbaidschanische Politik an dieser Stelle der interkulturelle Austausch und damit der von Hasanov erwähnte Dialog von hoher Bedeutung. Der Dialog als Methode wird des Öfteren genutzt und angewandt. In der Regel erfolgreich, also gewaltfrei. Es ist also nicht überraschend, dass Aserbaidschan ein politisch organisiertes, friedliches Miteinander der Vielzahl an Kulturen gelingt. Nun kann man sich fragen, ob man die Kulturpolitik in Europa neu bewerten sollte. Ob es nicht möglich wäre, dieses kaukasische Modell zu übernehmen oder sich zumindest davon inspirieren zu lassen und Toleranzbewegungen in diesem Sinne zu organisieren. Natürlich existieren eine Vielzahl an Hindernissen, dennoch muss beachtet werden, dass Aserbaidschan auf politischer Ebene Unterstützung und Hilfestellungen gibt, damit Dialoge möglich werden. Dieser Gedanke und die Wegbereitung zum Dialog sollte eine zentrale Rolle in jedem demokratischen Staat innehaben.
Asif Masimov
Humboldt Universität zu Berlin, Institut für Geschichtswissenschaften
Born 1987 in Ismayilli, Azerbaijan. Graduate of Baku State University (Bachelor of Arts in “International Relations”) and Georg-August University of Göttingen (Master of Arts in “Political Science”). Currently a PhD student in History at the Humboldt University of Berlin.
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Corona-Krise
Starbucks will Senkung der Mehrwertsteuer nicht an Kunden weitergeben
Berlin
Kurdische Mutter: „Warum ignorieren mich die Medien?“
Die besorgte Mutter habe ihre Tochter immer wieder vor diesen Vereinen gewarnt und sie darum gebeten diese nicht mehr zu besuchen. Nilüfer habe sie jedoch beruhigt und ihr versichert, dass sie nicht auf diese Tricks reinfallen würde.
„Meine Tochter wollte studieren und hatte große Pläne für ihre Zukunft“, so T. Die Justiz habe sie mit Hinweis auf die Volljährigkeit ihrer Tochter „abgewimmelt“.
„Würde man bei Kindern von deutschen Politikern auch in dieser Weise reagieren?“, fragt die Mutter verzweifelt.
Es gebe sehr viele Betroffene wie sie, die sich aber nicht trauen würden, gegen die PKK anzutreten, sagt Maide weiter. Das wolle Sie nun ändern und hat wie in der Türkei die Hoffnung, dass viel mehr Mütter und Väter aufstehen und sich dieser Indoktrination ihrer Kinder entgegenstellen. Seit mehr als 290 Tagen sitzen vor der Parteizentrale der völkisch-kurdischen HDP Dutzende kurdische Eltern im Streik, um die Freilassung ihrer Kinder von der PKK zu erreichen.
Eine tragische Geschichte einer alleinerziehenden Mutter, deren einziges Kind von einem kurdischen Kulturverein in Berlin indoktriniert wird, um im Südosten der Türkei für die sogenannten Rechte der „Kurden“ in den „bewaffneten Kampf“ einzutreten.
Maide T. kam 1997 aus der Türkei nach Berlin. Sie ist kurdischstämmig und wollte in Deutschland mit ihrem Ehemann einen Neuanfang beginnen. Aus der Ehe stammt die Tochter Nilüfer. Dann aber trennte sich das junge Paar. Sie arbeitete fortan als Altenpflegerin und zog das Kind alleine auf.
Ihre Arbeit als Altenpflegerin war hart und mühsam, aber die Fürsorge für die Tochter sollte darunter nicht leiden; dass betont Maide immer wieder. Nilüfer bekam Liebe und die Fürsorge, um es bis ins Gymnasium zu schaffen.
„Ich werde nicht aufgeben, bis meine Tochter zurückgekehrt ist“, so T.
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Assyrisch-christlicher Journalist: Westliche Medien lassen keine kritischen Fragen über PKK oder YPG zuAssyrische Christen und Aramäer sind frustriert über die Berichterstattung westlicher Medien zur Terrororganisation PKK und ihrem syrischen Ableger YPG. Die Berichte entsprächen nicht der Realität und wer Fragen stelle oder Einwände habe, werde in Europa nicht erhört.
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DigitalPakt Schule
Karliczek: 500 Millionen für Schülerlaptops können fließen

– Die Zusatzvereinbarung umfasst ein Volumen von 500 Millionen Euro Bundesmitteln.
– Der Kofinanzierungsanteil der Länder beträgt mindestens zehn Prozent. – Eine vollständige Verausgabung wird für 2020 angestrebt.
– Die Mittel dienen der Unterstützung der Schulen, um in der Zeit der coronabedingten Schulschließungen einem möglichst hohen Anteil an Schülerinnen und Schülern digitalen Unterricht zu Hause durch mobile Endgeräte (Laptops, Notebooks, Tablets, ausdrücklich keine Smartphones) zu ermöglichen. Weiterer Zweck ist, die Ausstattung der Schulen zu fördern, die für die Erstellung professioneller online-Lehrangebote erforderlich ist.
– Die Länder berichten im Rahmen ihrer Nachweis- und Berichtspflichten gemäß der Verwaltungsvereinbarung zum DigitalPakt Schule über die Verwendung, erstmals zum 31.12.2020.
– Auf die Regelungen der Verwaltungsvereinbarung wird salvatorisch Bezug genommen, entsprechend sind Rückforderungen des Bundes bei nicht zweckentsprechender Verwendung möglich.
Als nächstes müssen die Länder auf der Zusatzvereinbarung beruhende Regelungen erlassen, aufgrund derer die Schulträger die mobilen Endgeräte beschaffen können. Sobald diese vor Ort inventarisiert sind, können sie nach dem Ermessen der Schulen an Schülerinnen und Schüler ausgeliehen werden. Die Geräte verbleiben im Eigentum der Schule und sollen auch im Regelbetrieb nach Ende der Corona-Zeit im Sinne des DigitalPaktes Schule eingesetzt werden.
Tönnies-Skandal
SPD-Fraktionsvize Wiese fordert Gabriel zur Spende seines Tönnies-Honorars auf
Fleischkonzern Tönnies bezahlte Sigmar Gabriel als Berater
Sigmar Gabriel wurde von Deutschlands größtem Fleischproduzenten Tönnies als Berater bezahlt. Dies belegen Dokumente, die dem ARD-Magazin „Panorama“ (NDR) vorliegen. Demnach ist der ehemalige Bundeswirtschaftsminister seit März 2020 bis mindestens Ende Mai 2020 für den Konzern tätig gewesen. Gabriel erhielt bislang offenbar ein Pauschalhonorar von 10.000 Euro im Monat sowie ein zusätzliches vierstelliges Honorar für jeden Reisetag. Die Tätigkeit sollte auf zwei Jahre angelegt sein. Auf Anfrage von „Panorama“ teilte Sigmar Gabriel mit, dass seine privatwirtschaftlichen Tätigkeiten keiner Veröffentlichungspflicht unterlägen. Er habe bei Auskünften an Medien immer auch Interessen Dritter zu wahren. Trotzdem bestätigte er, dass er ab dem 1. März 2020 für Tönnies tätig gewesen sei. Er habe das Unternehmen im Rahmen von drohenden Exportproblemen im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest beraten. Seine Arbeit sei aber mittlerweile beendet: „Diese Tätigkeit musste ich aufgrund einer schwierigen Erkrankung und einer dadurch für mich notwendig gewordenen komplizierten Operation zum 31. Mai 2020 beenden. Für mich war zum damaligen Zeitpunkt nicht klar, ob und ggf. wann ich meine beruflichen Tätigkeiten wieder aufnehmen kann.“ Dies erweckt den Eindruck, dass sein Vertragsverhältnis nun endgültig beendet sei. Gabriel betonte, dass er die „Panorama“-Anfrage beantworte „aufgrund des besonderen öffentlichen Interesses im vorliegenden Fall und auch aufgrund der Tatsache, dass weder ich noch meine Geschäftspartner die frühere Beratungstätigkeit für die Firma Tönnies als problematisch ansehen“.Firmenchef Clemens Tönnies hatte sich nach „Panorama“-Recherchen persönlich um die Personalie gekümmert. Panorama liegt eine Präsentations-Folie aus der Sitzung des Konzern-Beirats vom 26. Februar 2020 vor. Darin heißt es: „Es ist Clemens Tönnies gelungen, Herrn Sigmar Gabriel als Berater zu verpflichten Er wird seine weiten Kontakte für die Tönnies Gruppe zur Verfügung stellen und aktiv Projekte begleiten.“ Dabei geht es dem Dokument zufolge insbesondere um den chinesischen Markt. Gabriel solle neue Transportmöglichkeiten mit der Eisenbahn nach China eruieren und die Verhandlungen mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium sowie China im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest führen.
Darüber hinaus gehe es auch um „Kommunikationsberatung in vom Auftraggeber ausgewählten Fällen“. Eine Zielvereinbarung gibt es offenbar nicht. So heißt es in dem internen Papier: „Gegenstand des dem Auftragnehmer erteilten Auftrags ist die vereinbarte Leistung, nicht ein bestimmter Erfolg.“
Eine Antwort der Tönnies Holding hierzu stehe noch aus. Der Fleischkonzern Tönnies steht nach einer Welle von Corona-Infektionen unter überwiegend osteuropäischen Werkvertragsarbeitnehmern am Standort Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh in der Kritik. Anfang 2015 hatte Sigmar Gabriel – noch als Bundeswirtschaftsminister – das System der Ausbeutung in der deutschen Fleischindustrie als „Schande für Deutschland“ bezeichnet. Es ging vor allem um die oft desolaten Arbeits- und Wohnbedingungen der osteuropäischen Werkvertragsarbeitnehmer. Daraufhin besuchte Gabriel das Tönnies-Stammwerk in Rheda-Wiedenbrück und wurde von Firmenchef Clemens Tönnies persönlich durch die Produktion geführt. In der Folge einigten sich die sechs größten deutschen Fleischkonzerne unter Federführung von Gabriel und Tönnies auf eine freiwillige Selbstverpflichtung zur Einhaltung sozialer Standards in der Fleischwirtschaft. Demnach sollten künftig auch alle Werkvertragsarbeitnehmer nach deutschem Arbeits- und Sozialversicherungsrecht beschäftigt sein, die Zahl der Werkverträge sollte reduziert werden. Zudem wurde vereinbart, dass in die Unterkünfte investiert werde. Die Initiative blieb weitgehend wirkungslos. Allein beim Tönnies-Konzern war 2018 nach eigenen Angaben die Hälfte aller Beschäftigten noch über Subunternehmen tätig. Auch die Wohnsituation der Werkvertragsarbeitsnehmer hat sich offenbar nur unwesentlich verbessert. Sigmar Gabriel ist seit November 2019 nicht mehr im Bundestag. Er war von 2013 bis 2017 Bundesminister für Wirtschaft und Energie, bis März 2018 Bundesaußenminister. Gegen die Karenzzeit-Regelung für den Wechsel von der Politik in die Wirtschaft hat er mit seiner Tätigkeit für Tönnies nicht verstoßen. Gabriel war bis März 2018 Minister und ist erst seit März 2020 Tönnies-Berater. Das Gesetz sieht für ehemalige Mitglieder der Bundesregierung eine Anzeigepflicht vor, wenn sie beabsichtigen, innerhalb von 18 Monaten nach Ausscheiden aus dem Amt einer Beschäftigung außerhalb des öffentlichen Dienstes nachzugehen. Grünen-Politiker: „Gabriel hat nach Schröderscher Manier bei Tönnies die Hand aufgehalten“ Die Grünen haben die bezahlte Tätigkeit von Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel für den umstrittenen Fleischkonzern Tönnies scharf kritisiert und Gabriel mit Ex-Kanzler Gerhard Schröder verglichen. „Sigmar Gabriel hat bei Tönnies nach Schröderscher Manier die Hand aufgehalten – nach dem Motto: Man nimmt mit, was man kriegen kann“, sagte Grünen-Wirtschaftspolitiker Dieter Janecek der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ . „Die SPD hat einen Ex-Kanzler, der vor einem Bundestagsausschuss die Position Putins vertritt – und jetzt einen weiteren Ex-Parteichef, der sich von Schröder kaum unterscheidet. Und der noch dazu ständig von der Seitenlinie mit moralischen Appellen zu hören ist“, sagte Janecek. „Man fragt sich: Wo kommt das in der SPD her? Sigmar Gabriel macht sich total unglaubwürdig. Damit schadet er seiner Partei – und der Politik generell“, sagte der industriepolitische Sprecher der Grünen-Fraktion.
