Hamburg – Da, wo es für die großen Standardbusse in der Straßenführung zu eng wird, soll der Midi-E-Bus Atac Elektric des türkischen Busherstellers Karsan zum Einsatz kommen und die Quartiersanbindung verbessern. Die Reichweite gibt Karsan mit 300 km an. Das Fahrzeug wird in Bursa (Türkei) hergestellt.
Wie das Magazin Vision Mobilityberichtet, ist der Midi-E-Bus mit 8,30 m deutlich kürzer als seine „großen Kollegen“, die zwischen 12 und 21 Meter lang sind. In der Höhe misst Karsans Midi-E-Bus 3,10 m, in der Breite 2,43 m. 22 Sitz- und 26 Stehplätze gibt es an Bord, der Zugang ist barrierefrei.
Eine Woche lang werde der E-Bus im Testbetrieb nun geprüft. Bevor es zu einer Entscheidung kommt, sollen aber auch noch weitere Fahrzeuge von anderen Herstellern in der Praxis erprobt werden, so Vision Mobility.Karsan, der türkische Pionier im Fahrzeugbau
In mehr als 50 Jahren türkischer Automobilgeschichte produziert Karsan eigene Fahrzeuge und Komponenten für weltweit führende Marken im Nutzfahrzeugbereich. Seit 1981 werden alle diese Aktivitäten mit 100% heimischem Kapital abgewickelt, und das Werk in Bursa nahe Istanbul kann im Einschichtbetrieb bis zu 18.200 Fahrzeuge pro Jahr herstellen. Dort können ganz flexibel Pkw, Lkw, Minivans und Busse an einem Standort hergestellt werden. Das Werk befindet sich 30 km vom Stadtzentrum von Bursa entfernt und wurde auf einer Fläche von 206.000 qm errichtet, von denen 90.000 qm geschlossene Flächen umfassen.
Karsan ist seit mehr als 50 Jahren der einzige unabhängige Mehrmarken-Fahrzeughersteller in der Türkei, und die nächste Phase für das Unternehmen, unterstützt und gefördert von seinen Geschäftspartnern und Lizenzgebern, besteht darin, maßgeschneiderte Versionen von neuen und bestehenden Fahrzeugen zu entwickeln, um seine Präsenz auf alle Segmente des Güter- und Personenverkehrs auszuweiten. Mit dem Ziel, „innovative Produkte und Dienstleistungen von der Idee bis zur Marktreife zu entwickeln“ und jedes relevante Marktsegment zu bedienen, will Karsan vor allem seine Geschäftssparte Hauptproduzenten/OEM stärken. Dabei managt Karsan die gesamte Wertschöpfungskette von der Forschung und Entwicklung über die Fertigung bis hin zum Marketing und Kundendienst.
Derzeit produziert das Unternehmen den neuen leichten Nutzfahrzeugtyp H350 für die Hyundai Motor Company (HMC), 10-, 12- und 18-Meter-Busse für Menarinibus und die eigenen Modelle Jest, Atak und Star sowie die 100% elektrisch angetriebenen Modelle Jest Electric und Atak Electric in Partnerschaft mit dem Weltkonzern BMW.
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Die Botschaft der Republik Aserbaidschan verurteilt die armenischen Angriffe auf aserbaidschanisches Staatsgebiet und Provokationen im Ausland
Berlin (ots) – Am 12. Juli 2020 begannen die Streitkräfte Armeniens einen Angriff mit schwerer Artillerie auf die aserbaidschanischen Stellungen im Bezirk Tovuz im Nordwesten Aserbaidschans. Die Versuche der armenischen Streitkräfte, militärische Positionen auf aserbaidschanischem Staatsgebiet zu erobern, wurden von den aserbaidschanischen Streitkräften abgewehrt.
Infolge der 5 Tage dauernden intensiven militärischen Auseinandersetzungen, die von Artilleriebeschüssen begleitet wurden, kamen 12 Soldaten, darunter mehrere Offiziere, der Streitkräfte Aserbaidschans, und auch ziviler Bürger Aziz Azizov, der 76jährige Einwohner des Dorfes Agdam im Bezirk Tovuz, ums Leben.
Die Angriffe auf die aserbaidschanischen militärischen Stellungen und Siedlungen sowie die armenischen Militäraktionen, die das Ziel verfolgten, Stellungen auf aserbaidschanischem Staatsgebiet zu erobern, stellen ohne Zweifel eine militärische Aggression gegen einen souveränen Staat und eine schwerwiegende Verletzung der völkerrechtlichen Normen und Prinzipien dar. Armenien beging mit seinen bewaffneten Angriffen auf die zivile Bevölkerung in den grenznahen Dörfern im aserbaidschanischen Bezirk Tovuz auch Kriegsverbrechen und verletzte die durch die Genfer Konvention 1949 obliegenden Verpflichtungen.
Die genannten Aggressionen Armeniens müssen als Fortsetzung der unkonstruktiven Aktivitäten und Rhetorik Armeniens, welche vehement der weiteren Destabilisierung der Lage in der Region dienten, betrachtet werden. Statt die völkerrechtswidrige Okkupation der aserbaidschanischen Region Berg-Karabach und sieben umliegenden Bezirke, eines Fünftels des aserbaidschanischen Staatsgebiets, zu beenden und den über einer Million vertriebenen Aserbaidschanern eine Heimkehr zu ermöglichen, versucht Armenien den Konflikt weiter zu verschärfen und neue Orte in anderen Grenzgebieten zu okkupieren. Dies ist selbstverständlich auch ein harter Schlag auf den Friedensprozess im Rahmen der Minkser Gruppe der OSZE, die für eine friedliche Konfliktlösung beauftragt worden ist und zu deren Mitgliedern auch Deutschland zählt.
Obwohl die Verhandlungen seit vielen Jahren ergebnislos verlaufen und Aserbaidschan trotz seiner rechtlichen, politischen, militärtechnischen und ökonomischen Überlegenheit die schwerwiegenden Folgen der armenischen Aggression seither tragen muss, ist Aserbaidschan bisher dem Friedensprozess treu geblieben. Armenien, das bisher immer substanzielle Verhandlungen im Friedensprozess blockierte und auf einer Verfestigung des Status quo setzte, ist jedoch geneigt, mit derartigen Provokationen und Eskalation den Friedensprozess aufs Spiel zu setzen, um von den Forderungen des Völkerrechts bzw. der vier einschlägigen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates aus dem Jahr 1993 abzuweichen.
Festzustellen ist, dass sich Armenien angesichts des ausbleibenden Druckes seitens der Internationalen Gemeinschaft bezüglich der seit fast 30 Jahren fortdauernden Okkupationspolitik ermuntert sieht, neue Gebiete des Nachbarlandes Aserbaidschan zu okkupieren.
Die kriegerischen Aktionen Armeniens an der international anerkannten Grenze und seine Bemühungen, im Anschluss an diese selbst verursachte Eskalation auch noch eine Sondersitzung der Organisation des Vertrages über kollektive Sicherheit (sog. ODKB) einzuberufen, belegen deutlich, dass Armenien versucht, seine Militärverbündeten mit in den Konflikt gegen Aserbaidschan einzubeziehen. Dies ist Armenien aber nicht gelungen.
Aserbaidschan wird weiterhin das ihm im Einklang mit der UN-Charta zustehenden Selbstverteidigungsrecht nutzen und alles unternehmen, um sein Staatsgebiet und seine Bevölkerung gegen jegliche Aggressionen zu schützen.
Um sich dem wachsenden Druck wegen der Eskalation, die eindeutig eine Folge der fortdauernden völkerrechtswidrigen Okkupation der aserbaidschanischen Gebiete durch Armenien war, zu entziehen und wie früher den Verhandlungsprozess zu torpedieren, versucht nun Armenien den Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan auf eine ethnische Konfliktebene zu heben. Um dies zu erreichen, bemüht sich Armenien durch konstruierte Provokationen zwischen Aserbaidschanern und Armeniern und Verleumdungen an die Adresse der diplomatischen Vertretungen der Republik Aserbaidschan Hass und gewaltsame Auseinandersetzungen im Ausland zu schüren. In den Vereinigten Staaten, Russland und einigen europäischen Ländern wurden friedliche aserbaidschanische Demonstranten von hasserfüllten Bürgern armenischer Abstammung brutal angegriffen. Dutzende Täter wurden verhaftet.
Statt diese Gewalteskalationen zu verurteilen, verbreiten die offizielle armenische Seite und armenische Diasporavereine in diesen Tagen haltlose und falsche Behauptungen über angebliche aggressive Aktivitäten der aserbaidschanischen Diasporaorganisationen in Deutschland und in anderen Ländern. Diese Vorwürfe sind falsch und wir weisen sie entschieden zurück!
Straftaten müssen durch die jeweligen Justizbehörden aufgeklärt werden. Ohne eine rechtliche Beurteilung der Ereignisse jemanden zu beschuldigen, ist nichts anders als Verleumdung.
Wir rufen von unserer Seite alle in Deutschland lebenden Aserbaidschaner auf, – wie im Appell der Ersten Vize-Präsidentin der Republik Aserbaidschan, Frau Mehriban Aliyeva, angesprochen, – rational zu handeln, sich nicht provozieren zu lassen und den Kampf um Gerechtigkeit ausschließlich im rechtlichen Rahmen fortzusetzen!
Pressekontakt:
Botschaft der Republik Aserbaidschan in der Bundesrepublik Deutschland Tel: +49 30 219 16 13 Email: berlin@mission.mfa.gov.az
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„Seit dem ersten Tag der Auseinandersetzung verfolge ich achtsam die deutschen Medien, um deren Berichterstattung zu beurteilen. Die ersten Tage war dies aus meiner Sicht zum großen Teil ausgewogen. In den letzten Tagen wurde ich hingegen sehr enttäuscht.“
Washington – Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat heute um 13.50 Uhr unserer Zeit vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ihre Mission „Mars 2020“ gestartet.
An Bord der Atlas-V-Rakete: Der Mars-Rover Perseverance. Für die 480 Millionen Kilometer lange Reise benötige dieser sieben Monate. Die Entwicklung des Rovers hat acht Jahre gedauert und etwa 2,5 Milliarden US-Dollar gekostet.
Auf dem Mars soll Perseverance ab 2026 Gesteinsproben sammeln und nach Hinweisen auf früheres Leben in dem Krater „Jezero“ suchen.
Als Leitfaden für die Mission untersuchten Wissenschaftler der NASA den Salda See der Türkei, auch bekannt unter der Bezeichnung „türkische Malediven“. Der See weise viele Gemeinsamkeiten mit einem früheren See auf dem Mars auf. Jezero ist ein 28 Meilen breiter Krater, in dem sich einst der See befand.
Nach Angaben der NASA ist der Salda-See der einzige bekannte See auf der Erde, der Karbonate und Ablagerungsmerkmale enthält, die denen des Kraters Jezero ähneln.
„Eines der großartigen Dinge am Besuch des Salda-Sees ist, dass man wirklich ein Gefühl dafür bekommt, wie es gewesen wäre, an den Ufern des antiken Jezero-Sees zu stehen“, sagte Briony Horgan, Planetenforscher an der Purdue University und Mitglied des Wissenschaftsteams „Perseverance“.
Vor kurzem entdeckten Horgan und ihr Team anhand von Daten des Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) der NASA, dass sich im Jezero-See Karbonatmineralien gebildet haben könnten.
„Karbonate sind wichtig, weil sie wirklich gut darin sind, alles einzufangen, was in dieser Umgebung existierte, wie z.B. Mikroben, organische Stoffe oder bestimmte Texturen, die Beweise für vergangenes mikrobielles Leben liefern“, so Purdue-Absolvent Brad Garczynski.
Die NASA veröffentlichte am Donnerstag ein Satellitenfoto des Salda Sees.
„Ein Großteil unserer Arbeit am Salda-See trägt bereits dazu bei, festzustellen, welche Ablagerungen am vielversprechendsten für einen Besuch auf dem Mars sind“, sagte Horgan. „Wir freuen uns darauf, dieselbe Art von Arbeit zu leisten wie am Salda-See, aber jetzt mit unseren Instrumenten vor Ort in Jezero.“ Was den Küstenlinien von Salda die einzigartige Färbung verleiht, ist Hydromagnesit, welches den in Jezero beobachteten Karbonatmineralien ähnele.
Der Salda See im Landkreis Yesilova der südtürkischen Provinz Burdur wird wegen ihres weißen, weichen und feinen Sandstrandes sowie klaren, türkisfarbenen Wassers auch gerne „die Malediven der Türkei“ genannt.
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Der Salda See: „Malediven der Türkei“
Was in Deutschland und anderen Staaten schon die Regel ist, gilt jetzt auch in der Türkei: Onlinenetzwerke wie Twitter, Facebook und Co sollen in der Türkei stärker juristisch kontrolliert werden können.
Das türkische Parlament hat diesbezüglich am Mittwoch ein Gesetz verabschiedet. Interessant dabei: Das deutsche Netzwerkdurchsuchungsgesetz (NetzDG) diente der neuen Verordnung als Vorbild.In Deutschland werden die Betreiber sozialer Netzwerke schon seit 2017 durch das Netzwerkdurchsuchungsgesetz (NetzDG) dazu verpflichtet, sogenannte „Hass-Postings“ den Behörden zu melden, nachdem sie entfernt wurden.
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan kündigte Anfang Juli an, dass das Parlament dabei sei, ein Gesetz zu formulieren, das sich stark nach einem deutschen Modell orientiere und ergänzte: “Wir werden per Gesetz dafür sorgen, dass der Zugang zu den sozialen Medien künftig beschränkt werden kann und dass sie juristisch und finanziell sanktioniert werden können.“
Das deutsche NetzDG beispielsweise verpflichtet Provider dazu, sichtbare rechtswidrige Inhalte innerhalb von 24 Stunden nach einer Beschwerde zu löschen. Zudem ist in diesem Zusammenhang auch die Herausgabe der IP-Adressen der Nutzer in Deutschland für die Internetanbieter verpflichtend.
Die Nachrichten-Webseite heise.de berichtet, dass das deutsche NetzDG“den Schätzungen des deutschen Justizministeriums nach die deutschen Ermittlungsbehörden und Gerichte mit etwa 250.000 zusätzlichen Äußerungsdeliktfällen jährlich beschäftigen” werde, “weil es Facebook, YouTube, Twitter, Instagram und Tiktok dazu verpflichtet, gelöschte ‘Hass-Postings’ nach Beschwerden an das Bundeskriminalamt zu melden.”
Die sozialdemokratische Bundesjustizministerin Christine Lambrecht meine dazu, so heise.de,“Deutschland werde hier ‘Vorreiter sein’, weil es ‘eine solche Meldepflicht für strafbaren Hass’ sonst bislang nirgends gebe.
Durch die Änderung des Telemediengesetzes hatte die schwarz-rote Bundesregierung 2017 unter Führung vom damaligen Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) ein neues Gesetz geschaffen, dass Anbietern von sozialen Netzwerken im Anwendungsbereich des NetzDG einige Pflichten auferlegt: “Berichtspflichten, Einrichten eines Beschwerdemanagements sowie die Pflicht zur Benennung von Zustellungsbevollmächtigten und Empfangsberechtigten. Im Rahmen des Beschwerdemanagements geht es im Kern darum, dass Anbieter sozialer Netzwerke dazu verpflichtet werden, rechtswidrige Inhalte im Sinne des NetzDG nach Kenntnis und Prüfung zu entfernen oder den Zugang zu ihnen zu sperren.” Neben der Türkei haben auch Russland, Indien, Malaysia und andere Staaten das deutsche Gesetz in Teilen als Modell für entsprechende Gesetze verwendet.
Sittenverfall: Hetze im Internet nimmt beängstigende Maße an
Auslöser der Maßnahme sind in der Regel, dass Beleidigungen, Hass, Drohungen, Volksverhetzung und Mordaufrufe über soziale Netzwerke wie in Deutschland auch in der Türkei und anderswo stetig zunehmen. Immer wieder klagen Menschen aber auch Personen des öffentlichen Lebens über diesen „Sittenverfall“ in der virtuellen Welt, in der die Hemmschwelle für Straftaten oder Aufrufe zu kriminellen Handlungen sinkt.
Schmaler Grat zwischen virtueller und realer Welt
Die (Meinungs)freiheit hört dort auf, wo die Freiheit eines anderen Menschen berührt wird. Und diese wird online nicht nur viel öfter und leichter berührt, sondern gar ganz überschritten. Für Twitter, Facebook und Co darf es keine Sonderrechte geben, nur weil sie virtuell agieren. Nicht zuletzt beim Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke mussten wir mit ansehen, wie weit bzw. wie nah der Weg zwischen einer virtueller Drohung und einem realem Mord beieinander liegen kann. Oft beginnt eine Radikalisierung in den sozialen Plattformen.
In Deutschland werden die Betreiber sozialer Netzwerke schon seit 2017 durch das Netzwerkdurchsuchungsgesetz (NetzDG) dazu verpflichtet, sogenannte „Hass-Postings“ den Behörden zu melden, nachdem sie entfernt wurden.
Anfällig für Manipulationen
In vielen Ländern der Welt müssen und werden Gerichte und Strafverfolgungsbehörden in Zukunft all dem Spuk in den Onlinenetzwerken Grenzen setzen. Beleidigungen und Belästigungen, die im Internet eine außerordentliche Reichweite besitzen muss ein Riegel vorgeschoben werden.
Zudem werden die sozialen Medien immer wieder in verstärkter Form für Verschwörungstheorien, Manipulationen und Falschinformationen missbraucht, die sich auch gegen die offenen, demokratischen Systeme wenden können. Liberale Ordnungen und Rechtsstaaten sind anfälliger für Desinformationskampagnen. Darüber hinaus informieren sich heutzutage immer weniger Menschen über klassische Nachrichtenquellen, sondern über Onlineplattformen. Während der Corona-Pandemie hat auch die EU-Kommission die Zügel der sozialen Medien angezogen. Marc Zuckerberg und Co mussten sich verpflichten, Leitlinien der EU zu akzeptieren, die sich gegen Desinformationskampagnen richten.
Neue Auflagen für soziale Medien in der Türkei
In der Türkei werden beispielsweise Plattformen mit täglich mehr als einer Million türkischen Nutzern verpflichtet, innerhalb von 30 Tagen eine Niederlassung in der Türkei zu schaffen. So müssen Dienste wie Twitter, Facebook, Instagram, TikTok oder YouTube einen türkischen Staatsbürger als Vertreter benennen, der neben den Behörden auch der Zivilbevölkerung als Ansprechpartner dienen soll. Außerdem sieht das Gesetz vor, dass die Daten der Nutzerinnen und Nutzer in der Türkei auf türkischen Servern aufbewahrt werden müssen. Dies wird von Beobachtern als ein weiterer Schritt für die Datensicherheit türkischer Verbraucher gewertet. Zudem wird es für Behörden praktischer, diese Daten zu kontrollieren. Überdies müssen die Betreiber der Onlineplattformen innerhalb von 48 Stunden (in Deutschland 24 Stunden) auf Anfragen der türkischen Justiz zur Löschung oder Änderung bestimmter Inhalte zumindest antworten. Bei Zuwiderhandlungen drohen den Diensten in der Türkei Einschränkungen oder Geldstrafen.
Düsseldorf – Reiserückkehrer, die aus einem Risikogebiet nach NRW zurückkehren, können sich nach Angaben der Landesregierung zweimal auf Corona testen lassen.
Ein Sprecher von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte der Düsseldorfer „Rheinischen Post“: „Der Test kann einmal wiederholt werden. Dies ist auch umsetzbar.“ Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein hält eine Wiederholung des Tests nach drei Tagen dagegen für überflüssig. „Eine solche Teststrategie halten wir unabhängig von der Verfügbarkeit für nicht zielführend“, sagte ein Sprecher der KV Nordrhein.
Das NRW-Gesundheitsministerium geht davon aus, dass an den Flughäfen genügend Personal- und Laborkapazitäten für die Testung der Rückkehrer zur Verfügung stünden: So hätten die Kassenärztlichen Vereinigungen ihre zugelassenen Labore gebeten, die Laborkapazitäten auszuweiten, sagte der Ministeriumssprecher.
Die Testzentren an den Flughäfen würden mit Honorarkräften betrieben und hiervon stünden ausreichend zur Verfügung. Für die Testung bei niedergelassenen Ärzten werde ein entsprechender Vertrag mit der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein und Westfalen Lippe und dem Land vorbereitet.
„Die Kassenärztlichen Vereinigungen und das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales gehen davon aus, dass die niedergelassenen Ärzte von diesen Testungen nicht überfordert werden“, sagte der Sprecher.
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Osnabrück – Die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, hat die Pläne der Bundesregierung kritisiert, das Kindergeld und den Kinderfreibetrag ab 1. Januar 2021 zu erhöhen, und die Forderung nach einer Grundsicherung für Kinder bekräftigt.
„Die Erhöhung von Kindergeld und Kinderfreibetrag nützt denen am wenigsten, die sie am dringendsten brauchen. Die Anrechnung des Kindergeldes auf Hartz-IV-Leistungen muss sofort beendet werden“, sagte Kipping der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „1,5 Millionen Kinder leben in Bedarfsgemeinschaften mit Leistungsbezug. Solange Kindergeld auf Hartz-IV-Leistungen angerechnet wird, haben Leistungsberechtigte davon kaum etwas“, so die Linken-Vorsitzende.
Vom Kinderfreibetrag würden außerdem nur diejenigen profitieren, die in entsprechender Höhe Steuern zahlten. „Das sind die, die ohnehin ein gutes Einkommen haben. Für viele Eltern trifft das aber nicht zu. Gerade kinderreiche Familien und Alleinerziehende haben besonders häufig geringe Einkommen und profitieren vom Kinderfreibetrag daher kaum“, führte Kipping aus. Im Jahr 2018 betrug die Armutsrisikoquote von Paaren mit drei oder mehr Kindern ihren Angaben zufolge 30 Prozent. Über ein Drittel der Alleinerziehenden beziehe Hartz IV – gleich ob erwerbstätig oder arbeitslos.
„Das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen in Haushalten von Alleinerziehenden betrug 2016 durchschnittlich 967 Euro pro Monat – staatliche Transferleistungen wie Arbeitslosengeld, Sozialhilfe oder Kindergeld eingerechnet. Die Anhebung des steuerlichen Kinderfreibetrages nutzt vor allem besser verdienenden Alleinerziehenden und Paaren“, sagte Kipping. „Wenn wir wirklich den Familien mit Kindern helfen wollen, die es am nötigsten haben, müssen wir endlich eine Kindergrundsicherung einführen“, forderte die Linken-Politikerin.
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Für die einen ist künstliche Intelligenz die Zukunft, die Technologie die alles möglich machen wird. Für die anderen ist sie der Anfang vom Ende der Menschheit, der Beginn einer Entwicklung die aus Filmen wie Terminator schon bestens bekannt scheint. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Es scheint unwahrscheinlich, dass die neuesten Cloud-Netzwerke sich demnächst gegen ihre Programmierer auflehnen und die gesamte Technologie auf dem Planeten unter ihre Kontrolle bringen.
Aber auch den einen großen Durchbruch, der den Menschen auf die nächste Stufe erhebt, hat es bislang noch nicht gegeben – egal, was die Marketingabteilungen der Tech-Startups so von sich geben. Trotzdem gibt es einige Bereich, in denen künstliche Intelligenz schon jetzt leise das Sagen übernommen hat. Eine Beispiele begegnen im Grunde jedem im Alltag. Andere könnten demnächst zu Umwälzungen in bestimmten Nischen führen. Und wieder andere können tatsächlich eher kritisch gesehen werden.
Künstliche Intelligenz im Alltag
Den meisten Nutzern dürfte mittlerweile bewusst sein, dass sie sich mit einer KI unterhalten, wenn sie Siri oder Alexa eine Frage stellen. Teilweise gelingt es diesen digitalen Persönlichkeiten auch ziemlich gut, ein Gespräch mit einer echten Person vorzugaukeln. Hin und wieder offenbaren sich jedoch immer noch Schwachstellen.
In der Regel ist das allerdings kein Problem: Dann muss der Nutzer sich eben kurz seiner eigenen Intelligenz bedienen. Auf Netflix ist das hingegen deutlich schwerer. Dort erhält der Kunde nur die Filme und Serien angezeigt, die Netflix für geeignet hät. Stöbern auf eigene Faust – das ist bei der Videoplattform überhaupt nicht möglich. Nur wer einen Titel namentlich kennt, kann ihn über die Suchfunktion finden, wenn er denn im Katalog ist. Auch Facebook ist im Rennen um die beste KI natürlich vorne mit dabei. Künstliche Intelligenz stimmt die Inhalte im Newsfeed darauf ab, die Aufmerksamkeit des Nutzers so lange wie möglich einzufangen.
Am liebsten wäre es dem Unternehmen wohl, wenn die Accountinhaber ihre Augen nicht einmal im Schlaf vom Display nehmen. Diese drei Einsatzformen der künstlichen Intelligenz haben zwei Dinge gemeinsam. Zum einen sind sie tatsächlich sehr erfolgreich. Zum anderen erfüllen sie aber eigentlich vor allem einen eher banalen Zweck: Nutzerdaten zu sammeln und Umsatz zu generieren.
Hier stehen Durchbrüche der KI in Aussicht
Ganz anders wäre es, wenn endlich das autonome Fahren in die Gänge kommt. Tesla und andere Tech-Giganten aus dem Silicon Valley arbeiten hieran schon seit Jahren und machen nach eigenen Angaben große Fortschritte. Diesen können schon jetzt bei verschiedenen Assistenzsystemen bestaunt werden. Wer die Steuerung seines Autos allerdings komplett der KI überlasst und sich zurücklehnt, macht sich derzeit noch strafbar. Das könnte sich bald ändern, denn natürlich hat in den USA auch der Gesetzgeber großes Interesse daran, die einheimische Autoindustrie an die Weltspitze zu bringen.
Bitter dürfte sich das beispielsweise für die deutschen Premiumhersteller auswirken, die vom Markt schon seit Jahren auf dem absteigenden Ast gesehen werden. Auch Online Casinos könnten möglicherweise durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz ins Straucheln geraten. Denn möglicherweise könnten mit der richtigen Software sogenannte Zufallsgeneratoren geknackt werden, die das Ergebnis eines Spielzugs berechnen. Diese Zufallsgeneratoren finden beispielsweise bei Automatenspielen Anwendung und sorgen für einen fairen Spielverlauf. Allerdings haben sie eine Schwäche: Genau genommen basieren sie nicht völlig auf dem Zufall, sondern auf einem sogenannten Pseudozufall.
Das bedeutet, dass es zumindest in der Theorie möglich ist, ein Muster zu finden und damit Ergebnisse vorherzusagen. Dann ist es möglich, bewusst kein Geld zu setzen, wenn keine Ausschüttung zu erwarten ist, und dann eine große Summe einzusetzen, wenn eine Gewinnkombination erwartet wird. Die Datenmenge, die hierfür notwendig ist, ist schier unvorstellbar und übersteigt vermutlich die Fähigkeiten jeder Software, die aktuell existiert. Es ist aber durchaus denkbar, dass sich das in einigen Jahren schon geändert hat.
AI bestimmt, was Internetnutzer zu Gesicht bekommen
Von einem AI-Pioneer war bislang noch nicht die Rede, nämlich von Google. Dabei ist der Suchmaschinengigant natürlich ganz vorne mit dabei, wenn es um die Entwicklung intelligenter Algorithmen geht. Das Unternehmen verfügt nicht nur über das Budget, das hierfür nötig ist, sondern auch über jede Mengen Daten, mit denen es neue Ansätze testen kann. Mehr als fünf Milliarden Suchanfragen sind es pro Tag. Google merkt sich nicht nur, von wem diese Suchanfragen stammen, sonder auch, ob der Nutzer mit dem Ergebnis seiner Suche zufrieden war.
Darüber hinaus lässt der Google-Algorithmus aber noch eine schier unendliche Menge weiterer Informationen in die Suchergebnisse einfließen. Dazu zählt beispielsweise die Anzahl der Links, die auf eine Seite verweisen, aber auch das Wetter, wichtige politische Ereignisse, der Ort und sogar die Tageszeit der Suchanfrage. Auf diese Weise entscheidet Google zu jedem Thema, welche Informationen, Meinungen und Lösungen es dem Nutzer zu einer bestimmten Anfrage präsentiert.
Dabei ist der Algorithmus alles andere als neutral. Während das einigermaßen harmlos erscheinen mag, wenn es um den günstigsten Salzstreuer oder die Zutatenliste von Coca Cola geht, kann es bei heiklen politischen Themen deutlich brisanter sein. Eine Diskussion, ob in bestimmten Fällen nicht mehr Transparenz und notwendig wäre, ist daher angebracht.
Istanbul – Das Oberhaupt der orthodoxen Kirche von Konstantinopel, Bartholomäus I., dankte dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für die Restaurierung des Sumela-Klosters und dessen Wiedereröffnung für Besucher.
Bartholomäus habe sich bei Erdogan für seine Unterstützung und sein Interesse an der Restaurierung des Sumela-Klosters bedankt, teilte das Präsidialamt mit. Zudem habe der Geistliche auch zum bevorstehenden muslimischen Fest Eid al-Adha gratuliert.
Am Dienstag eröffnete Erdogan per Videokonferenz das historische Sumela-Kloster in der Schwarzmeerprovinz Trabzon,
Auch bekannt als „Jungfrau Maria“Das im Stadtteil Macka von Trabzon gelegene Kloster ist ein Ort von historischer und kultureller Bedeutung sowie eine wichtige Touristenattraktion. Im Jahr 2000 wurde es in die vorläufige Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.
Die Restaurierung des Klosters Sumela, auch bekannt als die Jungfrau Maria, wurde im Februar 2016 eingeleitet.
Auf einer steilen Klippe auf 1.200 Metern im Nationalpark Altindere erbaut, entwickelte sich das Sumela-Kloster zu einem der wichtigsten Zentren für Glaubenstourismus in der Türkei. Im Mai 2019, nach mehr als drei Jahren Restaurierungsarbeiten, die im Februar 2016 begannen, war es teilweise für Besucher geöffnet. Das Kloster ist ein Ort von historischer und kultureller Bedeutung. Es wurde im Jahr 2000 in die vorläufige UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Das Kloster beherbergt jedes Jahr Hunderttausende von Besuchern.
Nach Angaben der UN-Agentur wurde mit dem Bau des Klosters 385 n. Chr. begonnen.
Über das Kloster schreibt Eslam:
Das Sumela-Kloster (türkisch: Sümela Manastırı), auch bekannt als Marienkloster ist ein ehemals griechisch-orthodoxes Kloster aus Byzantinischer Zeit in der Osttürkei bei Trabzon. Der Ort galt zuweilen auch als Wallfahrtsort für Muslime.
Der Name „Sumela“ stammt vom griechischen Melas (Schwarz), was sich vermutlich auf die Farbe der Marienikone bezieht und/oder die Felsen, in die das Kloster geschlagen wurde. Das Kloster liegt etwa 50 km südlich von Trabzon in den Bergen der Stadt Maçka (Pontisches Gebirge) im Altindere-Nationalpark in etwa 1200 m Höhe. Es ist etwa 270 m oberhalb einer Schlucht des Altindere in den Fels gehauen.
Der Legende nach wanderte die Ikone, die vom Evangelisten Lukas selber gemalt worden sein soll, nach dessen Tod von zwei Engeln getragen durch die Wolken in eine Höhle im Gebirge. Zwei junge Eremiten aus Athen, Barnabas und sein Neffe Sophronios, wurden ebenfalls von den Engeln zu der Wanderschaft eingeladen und entdeckten die Ikone in einer Höhle mitten im Wald bei Wasserfällen. Das war vermutlich im Jahr 385 n.Chr. und die Höhle bereits, wie so viele, von frühchristlichen Eremiten bewohnt. Die Höhle wurde erweitert und eine Kapelle hineingebaut.
Um 500 n.Chr. förderte Kaiser Anastasios den Bau eines Klosters. 640 n.Chr. wurde es durch ein Feuer zerstört. Der Mönch Christophoros aus dem Kloster Vazelon baute es wieder auf. Im 12. Jahrhundert wurde es wieder zerstört, angeblich von Räubern, die auf der Suche nach der Ikone waren. Die Ikone wurde unversehrt aus dem Fluss geborgen.
Die ältesten erhaltenen Gebäude stammen aus dem 11 Jh. n.Chr.. In dem Kloster wurde Alexios III. (1338–1390) am 21. Mai 1350 und sein Sohn Manuel III. (1390–1417) als Kaiser vom Kaiserreich Trapezunt (ehemaliger Name Trabzons) gekrönt. Auch nach der Eroberung durch die Osmanen im Jahr 1461 blieb das Kloster bestehen und entwickelte sich zu einem wichtigen Wallfahrtsort.
Sein heutiges Aussehen erhielt das Kloster im 19. Jh., als Gebäude mit Mönchzellen vor die eigentliche Felsenkirche gebaut wurden. Als nach dem Ersten Weltkrieg die griechische Bevölkerung auf dem Pontus bei dem Versuch, eine eigene Republik zu gründen, den Truppen Atatürks unterlag, mussten auch die Mönche das Kloster verlassen. Die Reliquien wurden von ihnen mitgenommen und in eine gleichnamige Neugründung im griechischen Mazedonien eingebracht. Das Kloster verfiel nach einem verheerenden Brand 1930 immer weiter, bis es 1972 von der türkischen Regierung als Nationalerbe unter Schutz gestellt wurde und Besuchern offen steht. Die Zerstörungen in den Wandmalereien und Fresken sowie der Wandalismus von Besuchern ist nicht zu übersehen. Lediglich die hohen nicht erreichbaren Deckenmalereien sind einigermaßen erhalten.
Das Kloster war nicht nur für Christen sondern auch Muslime ein wichtiger Wallfahrtsort der Region. Es war der „Panhaghia tou Melas“ (Heiligen Maria (a.) des Schwarzen Bergs) geweiht, der Mutter Jesu (a.), weshalb das Kloster auch „Mutter-Maria-Kloster“ (Meryem ana manastiri) genannt wird.
Selim I. hat das Kloster während seiner Gouverneurszeit in Trabzon mit zwei großen Leuchtern beschenkt. Auch Fatih Sultan Mehmed, Bayezit II., Selim II., Murat III., Ibrahim I., Mehmed IV., Süleyman II. und Ahmet III. haben das Kloster reichlich beschenkt, wodurch sich die einheimische christliche Bevölkerung gesichert sah, auch unter den Osmanen.
In dem Kloster waren als Reliquien unter anderem eine Ikone, die vom Evangelisten Lukas gemalt worden sein soll und ein Splitter des Kreuzes, an dem Jesus gestorben sein soll. Mit dieser Kreuzreliquie wurde monatlich das Wasser aus dem heiligenden Brunnen geweiht, welches die Pilger gegen alle erdenklichen Leiden nutzten.
Eine lange, schmale Treppe führt zum Eingang des Klosters, welcher mit Wachhäuschen flankiert ist. Eine weitere Treppe führt in den Innenhof. Die wichtigsten Teile sind die Felsenkirche, einige Kapellen, Studienräume, ein Gästehaus, Bibliothek und der heilige Brunnen. Ein Aquädukt, welches an die Felswand gebaut ist, versorgt das Kloster mit Wasser und wurde mittlerweile restauriert.
Auf der rechten Seite vor der Höhlenkirche befindet sich die Bibliothek. Sechsundsechzig der hauptsächlich aus dem 17. und 18. Jh. stammenden Manuskripte wurden katalogisiert und sind jetzt im Museum von Ankara. Weitere 1000 mit Miniaturen verzierte Tetraevangelien (Die vier Evangelien) aus byzantinischer Zeit befinden sich inzwischen in der Hagia Sophia in Istanbul. Von den weiteren Schätzen des Klosters befindet sich eine Silberne Kreuzreliquie von Manuel III., ein handgeschriebenes Manuskript und eine Große Zahl an Dokumenten im Museum für Byzantinische Kunst in Athen, eine Ikone des Klosters „Lady of the roses“ ist jetzt in der National Gallery in Dublin. Anderes ist in Privatbesitz und im Benaki Museum in Athen.
Die Innen- und Außenwände der Felsenkirche und der angrenzenden Kapelle sind mit Fresken geschmückt. Die Darstellungen auf der Innenseite der Wand zum Hof der Felsenkirche stammen aus der Zeit von Alexios III. Die Porträts von Alexios und Manuel sind nicht mehr erhalten. Die Außenfresken stammen aus dem frühen 18. Jh. und geben Szenen des Alten und Neuen Testaments wieder und das Konzil von Nikaia-Nicaea.
Es wurden Teile einer großen Darstellung der Apokalypse gesichert. Ein Drache und zwei berittene Heilige (Georgios und Demetrios) sind auf einer Wand einer kleinen Kapelle dargestellt. Unter der sichtbaren Farbschicht wurden drei weitere Schichten entdeckt. Am oberen Rand der untersten Schicht wurde die Figur eines Herrschers mit einem Diadem dargestellt, eine ähnliche Figur wurde darübergemalt und darüber eine Metamorphose – Die Veränderung des Blicks von Jesus Christus am Berg Tabor. 100 m nördlich des Klosters befinden sich Kapellen, die ebenfalls in den Berg geschnitten wurden und mit Fresken verziert sind. Seit 1998 restauriert das türkische Kultur- und Tourismusministerium das Kloster, die Fresken werden gereinigt und ausgebessert, das Hauptgebäude hat ein neues Dach erhalten. Es ist aber dennoch Besuchern offen.
Rekordanzahl an Sanierung in der Türkei
Noch nie in der Geschichte der Türkischen Republik hat es so viele Sanierungen und Instandsetzungen von Gotteshäusern der Minderheiten gegeben, wie in der Regierungszeit der vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gegründeten islamisch-konservativen AKP.
Sanierungsprojekte der Türkei unter Erdogan
Die Große Synagoge in der westtürkischen Provinz Edirne, die griechisch-orthodoxe Aya Nikola Kirche in der Provinz Canakkale, eine syrisch-katholische Kirche in der südosttürkischen Provinz Hatay, die armenischen Kirchen in den Provinzen Diyarbakir und Gaziantep, die griechisch-orthodoxen Kirchen Taksiyarhis in der westtürkischen Provinz Balikesir und Aya Yorgi in Istanbul und die bulgarisch-orthodoxe Kirche Sankt Stefan in Istanbul sind einige der fertiggestellten Restaurierungsprojekte der türkischen Regierung. 2017 eröffnete in der Sonnenmetropole Antalya zudem eine weitere evangelische Kirche mit einem Gebetsraum für 220 Gläubige, einem Restaurant, Räumlichkeiten für Kinderbetreuung und einer Bibliothek für Christen.
(Foto: Screenshot/ayvalikholyspring.com)Neue Cemhäuser
Zwischen 80 und 90 Prozent aller Cemhäuser – den Gottesdienststätten der Aleviten – etwa, seien in den vergangenen Jahren errichtet worden. Das Justizministerium kündigte 2016 seinerseits an, einen Rat einzuberufen, der Meinungen und Vorschläge aus der alevitischen Community einholen soll.
Sanierungen armenischer Kirchen
Der Erzbischof des armenischen Patriarchats in der Türkei, Zakeos Ohanyan, bedankte sich in seiner Predigt bei den zuständigen Behörden für die Sanierung und Wiederinstandsetzung der historischen Kirche „Surp Krikor Lusarovic“ in der anatolischen Stadt Kayseri. Ohanyan: „Wir beten mit unseren muslimischen Schwestern und Brüdern zu Gott, dass in unserem Land und in der ganzen Welt der Frieden herrscht.“
Eiserne Kirche in Istanbul
Die bulgarisch-orthodoxe Kirche Sankt Stefan ist die einzige vollständig erhaltene eiserne Kirche der Welt – eisern, weil als Baumaterial hauptsächlich Gusseisen verwendet wurde.
Erdogan habe die Restaurierung auf die Bitte der bulgarischen Minderheit in der Stadt initiiert, sagte Wassil Liaze, Präsident der Bulgarisch-Orthodoxen Kirchenstiftung, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu:
„Er [Erdogan] half uns damals schon, als er noch Istanbuler Bürgermeister war. Und wir sind auch Nachbarn. Er kommt aus Kasimpasa, wir sind aus Balat. Wir haben ihn vor etwa acht-neun Jahren gefragt, und er hat die Restaurierung der Kirche angeordnet.“
Die Restaurierung erfolgte nach dem Reziprozitätsprinzip zwischen den beiden Staaten: Die bulgarische Regierung genehmigte den Wiederaufbau der Dschumaja-Moschee (Freitagsmoschee) in der zweitgrößten Stadt des Landes Plowdiw. Die türkische Regierung ihrerseits ermöglichte die Restaurierung der Eisernen Kirche. Es gibt weltweit lediglich in Argentinien, Österreich und der Türkei drei vorgefertigte Eiserne Kirchen.
Nach einem Brand in einer Holzkirche erhielten die bulgarischen Christen am 25. Juni 1890 vom Sultan die Erlaubnis, neben der Holzkirche ein neues Gotteshaus zu bauen.
Liaze erzählte im Gespräch mit Anadolu, dass die einzelnen Elemente, die zusammen rund 500 Tonnen wogen auf kleinen Frachtschiffen von Wien über die Donau, den Bosporus und das Goldene Horn nach Istanbul gebracht worden seien.
Die Kirche im neugotischen Stil war in zwei Jahren errichtet und 1898 in Balat, dem alten jüdischen Viertel im europäischen Teil der Stadt, eröffnet worden.
Synagoge-Eröffnung: Juden bedanken sich mit Gebet bei Erdogan
Im Jahre 2015 weihte die türkische Regierung die mit staatlichen Mitteln restaurierte Synagoge von Edirne ein – am Wochenende fand die erste Hochzeit statt. Das Gotteshaus war über Jahrzehnte hinweg verfallen und wurde nicht genutzt. 2016 wurde dort die erste jüdische Hochzeitsfeier seit mehr als vier Jahrzehnten abgehalten.
Obwohl sie sich von anderen traditionellen jüdischen Hochzeiten nicht unterschied, war das Ereignis von großer symbolischer Wichtigkeit für die jüdische Gemeinde in der Türkei.
Vor allem für Rufat Mitrani, den Patriarchen der einzigen in Edirne lebenden jüdischen Familie, war es ein unvergesslicher Moment. Er war zuvor der Letzte, der vor mehr als 40 Jahren seine Frau Sara dort geheiratet hatte. In weiterer Folge verwaiste der Tempel und war dem Verfall preisgegeben, da es zu wenige Gemeindemitglieder gab.
Die Zeremonie begann mit dem Lied „Boi Kala“, mit dem die Braut im prächtigen Tempel besungen wurde. Zwei Kantoren rezitierten ein Anoten, ein traditionelles Gebet, das auf die Zeit zurückdatiert, als die sephardischen Juden im 15. Jahrhundert aus Spanien nach Istanbul geflohen waren. Das Gebet stellte ursprünglich eine Dankesäußerung an den osmanischen Sultan dar, der der jüdischen Gemeinde damals Schutz gewährte. Am Hochzeitstag wurde es zu Ehren des derzeitigen politischen Führers der Türkei, Präsident Recep Tayyip Erdogan, vorgetragen.
Düsseldorf – Durch die Rentenerhöhung zum 1. Juli werden nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums rund 51.000 Rentnerinnen und Rentner im laufenden Jahr erstmals steuerpflichtig. Das geht aus der Antwort des Ministeriums auf eine schriftliche Frage des FDP-Bundestagsbgeordneten Markus Herbrand hervor, die der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ vorliegt.
Die Bezüge der 21 Millionen Rentner sind Mitte des Jahres um 3,45 Prozent in Westdeutschland und 4,2 Prozent in Ostdeutschland gestiegen. Für mehr als 50.000 Rentenbezieher bedeutet dies, dass sie im Veranlagungsjahr 2020 erstmals Einkommensteuer bezahlen müssen. Das könnte in Einzelfällen dazu führen, dass Ruheständler unter dem Strich weniger Geld zur Verfügung haben als ohne die Rentenerhöhung, warnte die FDP.
„51.000 neue Einkommensteuerpflichtige sind eine gute Nachricht für den Bundesfinanzminister. Für die Betroffenen bedeutet es im schlimmsten Fall, dass die Rentenerhöhung unterm Strich von der Steuerlast aufgefressen wird“, sagte Herbrand. Das Ministerium weist in seiner Antwort darauf hin, dass die Steuerpflicht nicht nur dadurch entstehen kann, dass der steuerpflichtige Teil der gesetzlichen Rente erstmals den Grundfreibetrag von 9408 Euro übersteigt.
Auch andere steigende Einkünfte – etwa Mieteinnahmen, Betriebsrenten oder Kapitaleinkünfte – könnten dazu beitragen, dass Ruheständler steuerpflichtig würden.
Köln – Der Infektiologe Gerd Fätkenheuer hält den jüngsten Anstieg der Corona-Zahlen für eine „brandgefährliche“ Entwicklung. Als großen Risikofaktor bezeichnete der Wissenschaftler von der Uniklinik Köln das, „was sich derzeit in den Köpfen abspielt“.
Die Menschen fühlten sich heute viel sicherer als noch vor einem Vierteljahr. „Mit dem starken Rückgang der Zahlen werden die Gefahren, die nach wie vor von dem Virus ausgehen, nicht mehr in gebührendem Maße wahrgenommen“, sagte Fätkenheuer dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Bei konsequenter Beachtung aller Schutzvorkehrungen sei es nach wie vor möglich, das Infektionsgeschehen im Griff zu behalten. „Ein erneuter starker Anstieg wäre nicht schicksalhaft, sondern Ausdruck unseres ungenügenden Umgangs mit der Pandemie.“ Fätkenheuer lobte in diesem Zusammenhang die Einführung einer Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten. Aus medizinischer Sicht sei diese „völlig richtig“.
Die Rede von einer „zweiten Welle“ lehnte Fätkenheuer, der wesentlich an der Entwicklung des Covid-19-Medikaments Remdesivir mitgearbeitet hat, ab. „Das Wort Welle klingt nach etwas Schicksalhaftem, dem wir vielleicht entfliehen, das wir aber nicht beeinflussen können.“ Das treffe auf die derzeitige Situation nicht mehr zu. „Die Pandemie kommt nicht zurück, sie ist da. Wir waren und sind in ein und derselben Pandemie, die wir mal besser, mal schlechter im Griff haben. Die Gefahr jedenfalls ist definitiv da. Und wir müssen sehr aufpassen, dass wir nicht spätestens nach dem Ende des Sommers mit sinkenden Temperaturen und der Verlagerung des sozialen Lebens in geschlossene Räumlichkeiten in eine Situation hineinlaufen, die schlimmer ist als im März und April“, so Fätkenheuer weiter.
„Wenn man die Dinge laufen lässt, wird die Lage unbeherrschbar.“ Das sei die bittere Lehre und zugleich die dringende Warnung aus dem Vergleich mit den USA. „Wir haben viel erreicht, aber wir können das Erreichte und unseren Vorsprung auch verspielen. Und dann wird es extrem schwer werden, gegenzusteuern. Auch das sieht man besonders gut in den USA.“
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