Luftfahrt-News
Istanbul: Turkish Airlines nimmt Verbindung mit Leipzig wieder auf

Leipzig – Ab dem 15. Juli 2021 wird Turkish Airlines (THY) den Flughafen Leipzig wieder mit dem Großflughafen Istanbul Airport verbinden. Das berichtet das Flughafenmagazin Airportzentrale unter Berufung auf eine Mitteilung der türkischen Fluggesellschaft. Um wichtige Anbindungen in Richtung Asien, dem Mittleren Osten und Afrika zu erreichen, stehen Flugreisenden demnach ab Mitteldeutschland mit vier Flügen in der Woche zwei auf den Flugplan von Turkish Airlines abgestimmte Abflugzeiten zur Verfügung. Abflug ist Donnerstags und Samstags um 11.20 Uhr sowie Freitags und Sonntags um 18:05 Uhr. Flughafensprecher Uwe Schuhart sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der Flughafen Leipzig/Halle freue sich sehr. Es werde eine wichtige Drehkreuzverbindung wiederhergestellt. Fluggäste könnten damit von Istanbul aus relativ einfach Ziele in Asien, dem Mittleren Osten und Afrika erreichen. Wie MDR weiter berichtet, gilt die Türkei inzwischen nicht mehr als Corona-Hochrisikogebiet. Das Robert Koch-Institut stufte das Land vor wenigen Tagen als normales Risikogebiet ein. Bei der Einreise in Deutschland müssen Fluggäste aus der Türkei somit nicht mehr in Quarantäne. Wer nicht geimpft oder genesen ist, brauche aber weiterhin einen negativen Covid-PCR-Test. Auch Reisende in die Türkei müssen einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Vollständig Geimpfte und Genesene brauchen keinen Test, berichtet MDR weiter.

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Ab dem 15. Mai benötigen Bürger aus zahlreichen Ländern zur Einreise in die Türkei keinen PCR-Test mehr.

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Biden-Erdogan-Treffen
Kommentar: Ohne die Türkei kann die USA ihre angestrebten Ziele kaum bewältigen

Biden und Erdogan – ein neuer Kurs ist gefragt Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel US-Präsident Joe Biden will die NATO wieder als Bollwerk westlicher Demokratien gegen Russland und vor allem China in alter Stärke zeigen. War unter US-Präsident Trump die ungleiche Lastenteilung im Bündnis an der Tagesordnung, so bleibt als weiteres Sorgenkind die Türkei. Biden will am Rande des Gipfels Präsident Recep Tayyip Erdogan treffen – den er im Wahlkampf einen „Autokraten“ nannte und der Opposition zusicherte, sie umfänglich zu unterstützen. Wird Biden beim Treffen am Montag, Erdogan Zugeständnisse machen oder die Türe zuschlagen? Wenn es nach Susanne Güsten vom Tagesspiegel geht, suche Erdogan einen positiven Lichtblick, der nicht nur innenpolitisch gut zu vermarkten wäre, sondern auch internationale Investoren zufriedenstellen würde. Sowohl Erdogan als auch Biden können sich gegenseitig mit einer ellenlangen Beschwerdeliste bewerfen, aber die wirklichen Herausforderungen für das Bündnis und die Partnerschaft zwischen den zwei Ländern sind eher struktureller Natur. Die Türkei und die direkte Nachbarschaft haben sich in einer Weise verändert, die die amerikanisch-türkischen Beziehungen sowohl wichtiger als auch komplexer macht. Washington steht aber vor der großen Herausforderung, eine Politik zu entwickeln, wie man mit Ankara umzugehen hat und eine neue Partnerschaft am besten funktionieren kann. Die Türkei ist einer der wichtigsten Verbündeten der USA in der Region. Die Türkei hat sich aber geändert, die Region hat sich geändert. Das stellt die USA deshalb vor mehr Herausforderungen als jedes andere NATO-Mitglied selbst. Die säkulare, verwestlichte, damals entschieden antisowjetische Türkei der Jahre des Kalten Krieges wird jetzt von einer konservativ-islamischen Prägung angeführt. Die gegenwärtige Türkei interveniert energisch in Libyen, Syrien und sogar in Bergkarabach, was von vielen demokratischen und europäischen Staaten als Werteabweichung betrachtet und auch so kommuniziert wird. Die Türkei kauft auch Waffen von Russland, trotz Androhung und anhaltender US-Sanktionen. Während US-Präsident Biden sich heute auf ein bilaterales Treffen mit Herrn Erdogan vorbereitet, muss er eine neue Politik über diese wichtige Beziehung entwickeln, um die Türkei nicht vollends zu verlieren. Auch Erdogan ist mit dem Ist-Zustand nicht glücklich. Das hat das türkische Außenministerium stets zum Ausdruck gebracht. Es sind nicht nur die US-Sanktionen, die gegen den Kauf des russischen Flugabwehrsystems S-400 ausgesprochen wurden und seither anhalten. Die Entscheidung Bidens, die Geschehnisse von 1915 auf die osmanischen Armenier, als Völkermord zu bezeichnen, hat die Türkei zutiefst getroffen. Die Türkei zeigt sich seit Jahren auch verärgert darüber, dass die US-Unterstützung der syrisch-kurdischen SDF weiterhin anhält, während eine halb-unabhängige sogenannte kurdische Zone im Nordosten und Norden Syriens entsteht. Ankara betrachten die SDF als Ableger der Terrororganisation PKK, was auch nicht einmal mehr das Pentagon bestreitet. Schwerwiegender ist der Umstand, dass die Türkei weiterhin daran glaubt, dass die USA in irgend einer Art beim gescheiterten Putschversuch eine Rolle gespielt haben könnte. Erschwerend kommt hinzu, dass die Region um die Türkei herum sich seit dem Kalten Krieg radikal verändert hat. Russland ist, trotz Wladimir Putins Bemühungen, eine viel schwächere Macht als die alte Sowjetunion. Während Ankara sich immer noch über Moskaus Ambitionen nachdenklich und reserviert zeigt, hat deren Machtverlust zur Folge, dass die Türkei weniger Druck vom alten Feind im Norden spürt – und weniger Ambitionen zeigt, sich eng an Washington oder Europa zu halten. Sie spielt vielmehr mit den ungleichen Mächten je nach geopolitischer Lage. Das einzige Land, das nach dem Ersten Weltkrieg als Nachbar der Türkei aus sich selbst heraus gewachsen ist, taumelt seither und unter den anhaltenden Wirtschaftssanktionen: Der Iran. Die Welt um die Türkei und den einstigen Gebieten des Osmanischen Reichs befindet sich seit dem Ende des Ersten wie Zweiten Weltkriegs im freien Fall und will auch gegenwärtig kein Ende nehmen. Libyen, der Irak und Syrien sind schwach und vom Bürgerkrieg zerrissen. Ägypten sieht sich zwar als Regionalmacht, doch die angespannte innenpolitische Lage nach dem postmodernen Putsch beschäftigt das Land mehr als außenpolitische Themen. Seit dem ehemaligen US-Präsidenten Trump reduziert Washington auch zunehmend seine Präsenz im Nahen Osten. Europa hat sein Interesse am Hindukusch ebenfalls zurückgefahren, ist im syrischen Bürgerkrieg gespalten wie noch nie. Zudem übt Erdogan Druck auf die EU, die sich im syrischen Bürgerkrieg alles andere als effektiv gezeigt hat. Ankara hat überaus gut verstanden, dieses von der wirkschwachen EU zurückgelassene Vakuum in der Region selbst zu füllen, zumindest so gut es geht. Seither hat Ankara auch seine Beziehungen zu Brüssel neu austariert. Die EU schlug aufgrund dieser Neuausrichtung der Türkei die Tür zur EU-Mitgliedschaft zu. Ein weiteres Eingeständnis Europas, dass man es mit der Türkei nie so richtig ernst gemeint hatte – was die Türkei in der Annahme bestärkt, Brüssel bleibe dauerhaft voreingenommen, vor allem angesichts der griechischen und zypriotischen Mitgliedschaft in der EU. Die EU hat aber bislang keinen effektiven Plan, die Türkei zur Räson zu bringen. Es scheint vielmehr, dass die Türkei die EU viel effektiver unter Druck setzt, vor allem mit der Flüchtlingsfrage. Das führt zu innerpolitischen Zerwürfnissen zwischen den EU-Ländern selbst wie auch in den jeweiligen Parlamenten und Gesellschaften der EU-Länder. Das Einzige was die USA, die Europäer und die Türkei gemeinsam haben ist, dass sie gerne Ruhe und Ordnung in den Konfliktherden wie auch in heimischen Gefilden sehen würden. Drei Jahrzehnte voller Konflikte haben inzwischen nicht nur die Türkei, sondern auch die Europäer und die USA erreicht und beschäftigen die Innenpolitik. Alle wollen zudem den Einfluss Chinas zurückdrängen. Die USA und die Türkei würden auch die Stärke des Iran eingedämmt wissen, Russlands Macht im Nahen Osten, im Schwarzen Meer und dem Kaukasus begrenzt sehen. Ohne die Türkei kann die USA ihre angestrebten Ziele kaum bewältigen. In den weiten Zentralasiens würden Washington und Ankara zudem Länder wie Usbekistan, Kasachstan oder Kirgisistan vor der russischen wie chinesischen Einflusssphäre bewahren. Ohne Ankara hat aber Washington in der Region keine Chance. Biden muss Erdogan warm halten, während seiner Amtszeit Zugeständnisse machen, will er sich geopolitisch profilieren. Biden kann jedenfalls nicht erwarten, dass die Türkei wie manch ein europäisches Land pariert bzw. sich immer noch im Kalten Krieg wähnt. Andernfalls werden das für Biden vier lange frustrierende Amtsjahre.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– US-türkische Beziehungen – US-General McKenzie betont NATO-Schutz für Türkei

Entgegen der Äußerungen des US-Präsidenten Joe Biden hat US-General Kenneth F. McKenzie am Dienstag die Türkei als NATO-Partner gewürdigt.

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Islam-Unterricht
Cem Özdemir: Erdogan hat in Schulen in NRW nix verloren

Köln – Grünen-Politiker Cem Özdemir hat sich erneut strikt dagegen ausgesprochen, dass die Ditib in NRW künftig bei Islam-Unterricht mit entscheiden soll. „Weltfremd, sich auf deren Zusagen zu verlassen“ Sich auf Zusagen des muslimischen Verbandes zu verlassen, dass er unabhängig vom türkischen Staat engagiere sei „weltfremd“, sagt er dazu im Podcast „Die Wochentester“ von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND)“. „Ich kann auch erklären und unterschreiben, dass ich den Ironman gerne machen würde. Aber trotzdem werde ich wahrscheinlich den Ironman in diesem Leben nicht mehr schaffen.“ Man müsse „nicht besonders intelligent sein zu wissen, dass Ditib eine hierarchisch gegliederte Organisation ist“. Özdemir wiederholte seine Kritik am der NRW-Landesregierung, die Ditib am Religionsunterricht zu beteiligen. „Herr Erdogan hat in Schulen in NRW nix verloren. Da kann es keine zwei Meinungen drüber geben. Das ist eine Verhöhnung derjenigen, die sich zu unserem Land bekennen.“ Es müsse eine gemeinsame überparteiliche Lösung gefunden werden. „Das kann nicht sein, dass es das letzte Wort ist, dass Ditib und Mili Görus in NRW in die Schulen kommen. Wir Grüne haben da in der Vergangenheit auch Fehler gemacht, aber das ist doch kein Grund, die Fehler jetzt von Seiten der CDU und der FDP zu wiederholen.“

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– Meinung – DITIB: Niemand hat diesen Gastarbeitern zu Beginn unter die Arme gegriffen

Die deutsche Polit- sowie Medienlandschaft hat sich auf Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V., kurz DITIB eingeschossen. Wie konnte die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen auch nur mit der DITIB einen Vertrag zur Zusammenarbeit im Islamunterricht unterschreiben, lautet der einhellige kritische Meinungsbildungspool.

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Vatikan
Papst nennt Mittelmeer „größten Friedhof Europas“

Rom – Nach dem Angelusgebet am Sonntag erklärte das katholische Oberhaupt, dass das Mittelmeer zum „größten Friedhof Europas“ geworden sei, als er an die Migranten erinnerte, die beim Versuch, den Kontinent zu erreichen, gestorben sind. „Lassen Sie uns darüber nachdenken: Das Mittelmeer ist zum größten Friedhof Europas geworden“, sagte Papst Franziskus und erinnerte an die Tragödie vom April 2015, als geschätzte 800 Flüchtlinge auf dem Weg von Libyen nach Italien ertranken, als ihr Boot kenterte. Heute werde in Sizilien im Namen der damaligen Opfer ein Mahnmal eingeweiht. „Möge dieses Symbol für so viele Tragödien des Mittelmeers weiterhin das Gewissen aller herausfordern und das Wachstum einer solidarischeren Menschheit fördern, die die Mauer der Gleichgültigkeit niederreißt“, so Franziskus. Beim Schiffsunglück im Mittelmeer am 19. April 2015 kenterte in der Nacht vom 18. auf den 19. April 2015 rund 200 Kilometer entfernt von der italienischen Insel Lampedusa ein überladenes Flüchtlingsboot auf dem Weg von Libyen nach Italien. Tausende von Menschen, die auf ein neues Leben in Europa hoffen, machen sich jedes Jahr von Nordafrika aus auf den Weg, meist in überfüllten, undichten Booten, die von skrupellosen Menschenschmugglern betrieben werden. Das Gebiet wird von einer Handvoll karitativer Rettungsschiffe patrouilliert. Diese haben oftmals beklagt, dass EU-Behörden sie nicht ausreichend unterstützten. Bereits mehr als 500 Menschen sind laut der Internationalen Organisation für Migration der Vereinten Nationen allein zwischen Januar und Mitte Mai dieses Jahres bei der Überfahrt nach Italien und Malta gestorben.

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– Türkei – BILD-Reporterin: Flüchtlingslager der Türkei wie „5-Sterne-Hotels“

Im Vergleich zu der Situation in Griechenland, gleichen laut der griechischen Journalistin Liana Spyropoulou, die Flüchtlingslager in der Türkei 5-Sterne-Hotels.

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Berlin
Baerbock: Klimagerechtigkeit ist Generationsaufgabe

Berlin – Die Kanzlerkandidatin von B’90/Grüne Annalena Baerbock sieht die Politik in der Pflicht, für einen „klimagerechten Wohlstand“ zu sorgen. Die Menschen seien im letzten Jahr über sich hinausgewachsen und hätten gezeigt, was alles in diesem Land drinsteckt, sagte Baerbock mit Blick auf die Corona-Pandemie. „Jetzt ist es an der Zeit, dass Politik über sich hinauswächst und für klimagerechten Wohlstand für alle Menschen sorgt. Klimagerechtigkeit in die Zukunft zu ziehen – das ist unsere Generationsaufgabe. Dafür trete ich und dafür treten wir gemeinsam an“, erklärte Baerbock im phoenix-Interview nach Abschluss des Parteitages in Berlin. Sie sei „überzeugt davon, dass die große Frage Klimaschutz alle unsere Lebensbereiche definiert“. Die Märkte und Arbeitsplätze der Zukunft könnten nur bestehen, wenn klimaneutrale Produkte hergestellt würden. „Deshalb gehören Klimaschutz, eine starke Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit für uns so eng miteinander verknüpft“, so die Grünen-Co-Vorsitzende. Baerbock unterstrich zudem ihre Forderung nach Investitionen. Das betreffe nicht nur den Bereich Klimaschutz, sondern auch Gesundheitseinrichtungen, Kitas, Schulen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit ihrem Wahlprogramm hätten die Grünen deutlich gemacht, wie in Zukunft eine Gesundheitsversorgung zu finanzieren sei, „bei der die Arbeit nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen“ werde, so Baerbock. „Das sind Punkte, wo andere politische Wettbewerber sagen, das finden sie aber nicht so gut. Aber ich gehe nicht in einen Wahlkampf, wo ich nur Überschriften verspreche – gute Schulen – und nicht sage, wie ich das finanzieren will.“ Sie orientiere sich auch nicht daran, was die anderen jetzt machten. Die Grünen wollten „mit Leidenschaft um die besten Lösungen für die Zukunft unseres Landes streiten.“ Dabei mache man auch Fehler, aber „die korrigiert man dann, um gemeinsam mit Rückenwind diese Lösung auch wirklich auf den Tisch zu bringen.“

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– Umweltpolitik – Plastiktüten-Verbot: Jährlich werden fast 3,65 Mrd. Obst- und Gemüsebeutel verbraucht

Für Gemüse und Obst: Deutsche verbrauchen 3,65 Milliarden dünne Plastikbeutel. „Hemdchenbeutel“ vom Plastiktüten-Verbot ausgenommen – Kritik von der FDP.

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Düsseldorf
Bundespolizei hindert Linken-Politiker an Reise in Kurdengebiete

Die mörderischen Handlanger der Terrororganisation PKK Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Von der Schweiz bis Schweden: Die völkisch-kurdische Terrororganisation PKK setzt auf die Solidarität der europäischen Handlanger in der Politik und Gesellschaft, auch in Deutschland. Politiker, Journalisten und Führer von Zivilorganisationen sollen nun die geschwächte PKK im Nordirak retten und werden von deutschen wie auch kurdischen Behörden daran gehindert. Alles begann am vergangenem Freitag mit einem eindringlichen Appell des Terrorfürsten Murat Karayilan: „Lasst uns in Ruhe; greift endlich ein; wir waren nie gegen die örtliche Autonomiebehörde; hört auf euer Gewissen; ich rufe alle auf, die ein Gewissen haben; ich rufe alle Parteien, alle Gruppen auf; bleibt nicht still, schreitet ein.“ Wenige Stunden später, am Samstag, wollen die Hamburger Linken-Politikerin Cansu Özdemir, der ehem. Hamburger Linken-Abgeordnete Martin Dolzer sowie eine 20-köpfige Delegation in die nordirakische Hauptstadt des autonomen Kurdengebietes fliegen. Am Düsseldorfer Flughafen werden die Handlanger der PKK von der Bundespolizei festgehalten, dürfen nicht ausreisen. Die Ausreiseuntersagung der Bundespolizei in Düsseldorf wird u.a. damit begründet, dass PKK-nahe Vereine dazu aufgerufen hätten, sich als „menschliche Schutzschilde“ im Nordirak aufzustellen, um die Angriffe der Peschmergas und der türkischen Armee gegen die Terrororganisation PKK zu stoppen. Man befürchte ferner, dass der Aufruf der PKK dazu diene, junge gewaltbereite Menschen zu rekrutieren, die in der Region gewaltsam gegen dortige Sicherheitskräfte vorgehen.
(Screenshot/Twitter)
Dasselbe Prozedere im nordirakischen Erbil: Der Berliner Linken-Abgeordnete Hakan Taş wird nach eigenen Angaben 15 Stunden lang von der kurdischen nordirakischen Autonomiebehörde im Sicherheitsbereich des Flughafens Erbil festgehalten. Man legt ihm nahe, sich aus „gewissen Sachen“ herauszuhalten. Danach lässt man ihn zwar einreisen, aber in das umkämpfte Gebiet darf Hakan Taş dennoch nicht. Seit Tagen liefert sich die Terrororganisation PKK in der autonomen Kurdenregion von Nordirak in der Nähe des berüchtigten Camps Machmur Kämpfe mit den kurdischen Peschmergas der Autonomiebehörde. Dabei wurden nach Angaben aus Erbil in den vergangenen letzten Tagen ein Dutzend Peschmergas getötet, mehrere angrenzende Dorfbewohner vertrieben oder deren Hab und Gut zerstört. Die kurdische Autonomiebehörde will den Versuch der Terrororganisation PKK untergraben, sich in diesem Gebiet weiter festzusetzen und fordert die PKK eindringlich auf, das souveräne Gebiet zu räumen. Offensichtlich befürchtet die Terrororganisation PKK um Kontrollverlust über das nordirakische Gebiet Dohuk entlang des Metina-Gebirgszuges, in der sie bislang mit Waffengewalt die Kontrolle ausübte. Die kurdische Autonomiebehörde will dem Treiben wohl nicht mehr länger zuschauen und hat die PKK eindringlich aufgefordert, das Gebiet zu räumen. Die PKK widerum warnte die Peschmergas, weiter nach Dohuk oder Metina vorzudringen. Seit Anfang Juni meldet die kurdische Autonomiebehörde Angriffe auf ihre Sicherheitskräfte seites der PKK. Der Premierminister der autonomen kurdischen Behörde Kurdistan, Masrour Barzani, twitterte, er verurteile die Angriffe der PKK. Barzani forderte das kurdische Parlament und die Parteien auf, „mit einer Stimme gegen diese Aggression zu sprechen“. Der britische Generalkonsul in Erbil, James Thornton, twitterte daraufhin: „Ich verurteile heute den Angriff der PKK auf die Peshmerga“ und sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Zum Thema

– Irak – Berichte: PKK greift erneut kurdische Peschmerga-Truppen an

In der Autonomieregion um Erbil habe es erneut Zusammenstöße zwischen den kurdischen Peschmerga-Truppen und der PKK-Terrororganisation gegeben.

Berichte: PKK greift erneut kurdische Peschmerga-Truppen an

Kampf gegen den Terror
Terrorismusexperte: PKK versucht die „Tötung wichtiger Anführer“ zu verheimlichen

Von Kemal Bölge Bei einem gezielten Angriff in der Nähe des Lagers Mahmur/Nordirak ist nach Medieninformationen der PKK/KCK-Anführer Hasan Adır außer Gefecht gesetzt worden. Aus türkischen Sicherheitskreisen hieß es, Adır sei vor seiner Funktion in Mahmur Verantwortlicher der Terrororganisation PKK/KCK in Süleymania gewesen. Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Terroristen-Anführer habe wie der Anfang Juni ausgeschaltete PKK-Funktionär Selman Bozkır im Fokus des türkischen Geheimdienstes gestanden. Dieser sei 2010 in verantwortlicher Funktion der PKK für Deutschland zuständig gewesen. Im Kampf gegen den PKK-Terror gelingt den türkischen Sicherheitskräften nach der Eliminierung von Nurettin Sofi, Selman Bozkır und jetzt Hasan Adır, ein weiterer Erfolg. Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte erst kürzlich auf die Bedeutung von Mahmur als Rekrutierungszentrum der PKK hingewiesen. Man werde es nicht hinnehmen, so Erdoğan, dass die separatistische Terrororganisation Mahmur als „Brutzentrum“ nutze. Die Türkei werde den Kampf fortführen und „die Quelle des Terrors austrocknen“. Terrorismusexperte Ağar: Ausschaltung dieser PKK-Anführer ist von großer Relevanz Der Lehrbeauftragte und Terrorismusexperte der Bahçeşehir Universität, Abdullah Ağar wies in einer Fernsehsendung des TV Senders Habertürk auf die Wichtigkeit dieser Anti-Terror-Operationen hin. Die ausgeschalteten PKK-Anführer seien im Gegensatz zu den gesuchten Top-Terroristen wie Murat Karayılan oder Cemil Bayık – die Theoretiker der Terrororganisation seien – „Terrorpraktiker“ und von daher von großer Bedeutung. Die Führungsebene der PKK versuche die Tötung dieser „wichtigen Anführer“ vor den PKK-Terroristen zu verheimlichen, um keinen „Demoralisierungseffekt“ herbeizuführen. Die separatistische PKK, die neben der Türkei auch in den USA und der EU als terroristische Organisation geführt wird, ist für den Tod von etwa 40.000 Menschen, darunter zahlreiche Frauen und Kinder, verantwortlich.

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Syrien
Terroranschlag der PKK/YPG auf Krankenhaus in Afrin

Von Kemal Bölge Bei einem Terroranschlag der PKK/YPG auf ein Krankenhaus im syrischen Afrin kamen nach Angaben des Gouverneursamts von Hatay mindestens 14 Menschen ums Leben. 27 Zivilisten seien verletzt worden. Die Terrororganisation soll von der Stadt Tel Rıfat aus, die von der syrischen Armee und mit ihr verbündeten Russland kontrolliert wird, mit Grad-Raketen und Granaten das Krankenhaus und das Zentrum von Afrin angegriffen haben. Der feige Anschlag wurde von der türkischen Regierung und den politischen Parteien scharf verurteilt. Vize-Präsident Fuat Oktay zeigte sich auf Twitter „schockiert und traurig über den Terroranschlag“. Seine Gedanken und Mitgefühle seien bei den Opfern, Verletzten und deren Angehörigen. AK Partei-Sprecher Ömer Çelik fordert ein Stopp der Unterstützung der PKK/YPG Der Sprecher der AK Partei, Ömer Çelik, verurteilte den Terroranschlag der PKK/YPG auf unschuldige Zivilisten aufs schärfste. Es sei an der Zeit, so Çelik im Kurznachrichtendienst, dass die Staaten, die diese Terroristen gegen die andere Terrororganisation IS/DAESH unterstützten, beendeten. Die Türkei werde ihrem Kampf gegen die PKK und ihren Unterstützern fortführen. Wie Präsident Recep Tayyip Erdoğan bereits erklärt habe, werde der Kampf gegen jegliche Form von Terrorismus mit Entschiedenheit begegnet. Türkische Armee nimmt PKK/YPG Stellungen unter Feuer Die türkische Armee hat als Reaktion auf den Anschlag Stellungen der PKK/YPG unter Beschuss genommen. Wie das türkische Verteidigungsministerium mitteilte, habe die Armee Stellungen der Terroristen unter Feuer genommen und den feigen Anschlag auf Zivilisten der Russischen Föderation übermittelt. Die türkischen Streitkräfte und die mit ihr Verbündete „Syrische Nationale Armee“ hatten auf anhaltende Angriffe der PKK/YPG auf türkische Grenzstädte 2018 mit der „Operation Olivenzweig“ begonnen und dabei das Gebiet Afrin von der Terrororganisation PKK/YPG gesäubert. Nach Informationen der Flüchtlingsorganisation „Mülteciler Derneği“, die sich auf Angaben des türkischen Innenministeriums stützt und vom 26. Mai 2021 stammt, hielten sich in der Türkei aufgrund des syrischen Bürgerkriegs 3.672.646 Syrer auf. Bis zum 6. Dezember 2020 kehrten demnach 419.040 Syrer in ihre Heimat zurück.

Gaming
Nintendo Online Bibliothek: 5 neue Retro-Spiele hinzugefügt

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Nintendo: Jetzt mehr als 100 Retrospiele
Der japanische Konsolenhersteller und Spieleentwickler Nintendo vor einigen Tagen seine Bibliothek für Retro-Spiele noch einmal aufgestockt, sodass nunmehr 104 Retro-Spiele für die Fans in der Nintendo Online-Bibliothek zur Verfügung stehen. Insgesamt sind in der Bibliothek nun bereits knapp 5.000 Spiele verfügbar, davon allein 1826 für die Nintendo Switch auf dem europäischen Markt. Einige wenige Browserspiele wie die Spielautomaten im Energy Casino lassen sich über die Nintendo Switch ebenfalls nutzen. Der Energy Casino Promo Code kann ebenfalls genutzt werden. Um über die Konsole im Netz zu surfen, muss man jedoch einen Trick anwenden und in den Interneteinstellungen zunächst die Google-Webseite über die Internet-Einstellungen gehen, um dann über die Suchmaschine zu anderen Webseiten zu gelangen. Welches sind die neuen Spiele? Konkret handelt es sich bei den fünf neuen Spielen um Caveman Ninja: Joe & Mac, Super Baseball Simulator 1000, Ninja JaJaMaru-kun, Magical Drop 2 Sound Spanky‘s Quest. Caveman Ninja: Joe & Mac, einem Ninja-Action-Kampfspiel, das die Spieler in die Zeit der Dinosaurier zurückversetzt und für die SNES Plattform entwickelt wurde. Super Baseball Simulator 1.000 ist ein Basketballspiel, ebenfalls für das SNES. Ninja JaJaMaru-kun ist ein für die NES entwickeltes Action-Kampfspiel, das ursprünglich nur auf dem japanischen Markt angeboten wurde, dann allerdings ab dem Jahr 2007 auch im Westen auf der Wii über die Virtual Console gespielt werden konnte. Magical Drop 2 ist dagegen ein SNES-Rätselspiel und in Spanky‘s Quest können Spieler in die Rolle eines Affen schlüpfen, um mit ihm spannende Abenteuer zu erleben. Bei den fünf Spielen handelt es sich für die meisten Spieler sicher um eher unbekannte Titel. Warum Nintendo noch keine echten Erfolgshits aus der damaligen Zeit wie Earthbound in die Online-Bibliothek gestellt hat, um diese noch besser zu promoten, ist leider nicht bekannt. Bis Ende 2021 soll ein neues Nintendo Switch-Modell auf den Markt kommen Laut übereinstimmenden Berichten mehrerer Quellen arbeitet man bei Nintendo aktuell fieberhaft daran eine überarbeitete Version der Nintendo Switch auf den Markt zu bringen. Wann dies genau sein soll ist jedoch noch reine Spekulation. Gerüchten zufolge, die Nachrichtenseite von Bloomberg hatte darüber jüngst spekuliert, könnte der Release der Nintendo Switch Pro bereits im September geplant sein. Es gibt auch Gerüchte darüber, dass die Vorbestellungen bereits in den nächsten Tagen möglich gemacht werden sollen. Bestätigt ist das alles aber noch nicht. Ein möglicher Preis für die Nintendo Switch Pro ist ebenfalls noch nicht bekannt gegeben worden. Bloomberg berichtete weiter, dass der ursprünglich angesetzte Produktionsstart nicht eingehalten werden konnte, sodass Nintendo erst im April begonnen hatte, die neue Konsole produzieren zu lassen. Eigentlich sollte bereits Ende 2020 mit der Produktion begonnen werden. Da es sehr viele Bestellungen geben dürfte, wird es voraussichtlich noch bis einige Monate nach dem Release dauern, bis jeder Fan dann auch eine neue Nintendo-Konsole besitzen wird, wie die Erfahrungen bei der Sony Playstation 5 und der Xbox Series X gezeigt haben. Manch einer wird sicher auch bis zum nächsten Black Friday warten wollen, um sich einen Rabatt zu sichern. Zur Erinnerung: Nach den Produktionsstart der ersten Nintendo Switch im Jahr 2017 wurden bislang 14 Millionen Konsolen an den Mann gebracht, was nach dem Flop der Wii U einige Jahre zuvor ein voller Erfolg war.

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Die Videospielbranche in der Türkei gewinnt an Fahrt und erfährt zunehmendes Interesse internationaler Investoren.

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Islam
Freitagsbotschaft: Ist diese Welt (dunya) minderwertig?

#Freitagsbotschaft: Ist diese Welt (dunya) minderwertig? Von Benjamin Idriz Manche Muslime sind nicht rückständig geblieben, weil sie sich dem Diesseits gewidmet haben, sondern gerade deshalb, weil sie sich mit dieser Welt nicht mehr beschäftigt haben. Der Koran schreibt ein aktives Verhältnis zum Leben, zu den Dingen und Ereignissen vor – dennoch haben manche Gelehrte ein passives Verhältnis zu der weltlichen Dinge (dunya) propagiert. Und obwohl der Koran dreimal häufiger über das Diesseits als über das Jenseits spricht, wird in muslimischen Gesellschaften bisweilen alles, was mit dem Diesseits und mit materiellen Dingen zu tun hat, herabwürdigt und als minderwertig betrachtet. Diese feindliche Art und Weise des Denkens in Bezug auf das Diesseits (dunya) hat den muslimischen Menschen, von der realen Welt und somit auch von Produktivität und Arbeitsenthusiasmus entfremdet. Dieses Ungleichgewicht kann die Ursache für das Scheitern sowohl im Diesseits als auch im Jenseits werden. Gott warnt: „Und wer in diesem (Leben) blind ist, der wird (auch) im Jenseits blind und noch weiter vom Weg abgeirrt sein“ وَمَن كَانَ فِي هَٰذِهِ أَعْمَىٰ فَهُوَ فِي الْآخِرَةِ أَعْمَىٰ وَأَضَلُّ سَبِيلً (17/al-Isra, 72).“ Diese Welt, dunya, ist in ihrem Wesen nicht schlecht, verdorben oder verachtenswert, wie es die Rhetorik mancher muslimischen Prediger propagiert. Das, was in dieser Welt schlecht ist, sind die schlechte Taten und nicht die Welt an sich. Die Muslime haben anderen seit Langem das Feld der Entwicklung und des Fortschritts überlassen. Heute kann die materielle Zivilisation nur durch Wissenschaft und Wirtschaft weiterentwickelt werden. Einerseits reden die Muslime darüber, wie es schlecht ist, sich dieser materiellen Welt zu widmen, andererseits kritisieren wir, dass Muslime rückständig bleiben. Es ist nicht unerwünscht, Geld zu verdienen und reich zu werden, aber es ist nicht erwünscht und sogar verboten, geizig zu sein, Geld für schädliche Dinge auszugeben und die Zakat (Abgabe) nicht zu entrichten. Arbeit, Verdienst und überhaupt die Beschäftigung mit den weltlichen Dingen – das ist genau das, was Gott vom Menschen erwartet (9/at-Tawba, 105), weil er nur so seinen sozialen Verpflichtungen nachgehen kann. Muslime sind nicht rückständig geblieben, weil sie sich dem Diesseits gewidmet haben, wie es sonst die Glaubensrhetorik propagiert, sondern gerade deshalb, weil sie sich mit dieser Welt nicht mehr beschäftigt haben. Im Islam gilt das Prinzip wonach im Grunde alles erlaubt ist, solange es nicht verboten wird. Mit anderen Worten, die Freiheit ist die Regel und das Verbot ist die Ausnahme. Die feindselige Grundeinstellung zu dieser Welt hat mit ihrer eifrigen Fokussierung auf das Jenseits jedoch eine lange Liste von Verboten und Tabus im Islam hervorgebracht. Der Grund für das Fehlen einer harmonischen Vermittlung zwischen Diesseits und Jenseits liegt darin, dass das Verhältnis zwischen beiden als vertikal betrachtet wird. Ein solches vertikales Verhältnis postuliert, dass die Schönheiten dieser Welt verachtet werden sollten, um Seligkeit im Jenseits zu erreichen. So wird bei manchen Muslimen die Sauberkeit des Körpers, der Kleidung und der Umwelt weniger geschätzt als die Reinheit der Seele. Als Folge solcher Überzeugungen müssen wir im Orient in zahlreichen muslimischen Städten stark verschmutzte Straßen beobachten. Dieses profan-heilige Verhältnis zwischen Diesseits und Jenseits, dieser starke Kontrast, führt zu dem Konflikt zwischen īmān als Überzeugung und amel-salih als Aktion, zwischen dunya als dem Ort der Aktion und akhira als dem Resultat der Aktion. Im Koran werden besonders stark die „Taten für das Wohl der Menschheit“ (amel-salih عمل صالح) betont. „Amel-salih“ ist nicht primär das rituale Gebet, das Fasten oder das Lesen des Korans, sondern sind die Taten welche alle Lebensbereiche umfassen. Die Rituale Handlungen geben dem Menschen die Motivation für seine Aktivitäten im Bereich des amel-salih. Es geht also um ein individuelles aber auch um ein allgemeinmenschliches Engagement, um Bemühen und Einsatz für das Wohl der Gesellschaft und für eine fortschrittliche Veränderung im sozialen Leben. Dann geht es auch um das Engagement des Menschen in folgenden Bereichen: Politik, Wirtschaft, Kultur, Kunst, Wissenschaft, Technologie, Medizin usw. bis hin zum Engagement für die Menschenrechte und Gleichberechtigung und Gleichbehandlung aller Menschen, wie auch die Bekämpfung von Diskriminierung, Ausgrenzung und Feindseligkeit. In Bezug darauf ist die Erfindung eines technischen Gerätes genauso wertvoll wie die Verrichtung der fünf täglichen Gebete. Einem Schüler Hausausgabenhilfe zu leisten, ist genauso eine gute Tat wie das Lesen des Korans. Materielle Unterstützung oder Mitarbeit beim Aufbau einer Schule, eines Krankenhauses oder sozialen Zentrums, verspricht einem Muslim genauso die Seligkeit im Jenseits. Das ist ebenso verdienstvoll, wie die Unterstützung oder Mitarbeit eines Gläubigen beim Aufbau einer Moschee. Seine Stimme gegen alle Formen der Unterdrückung, gegen Geschlechter- und Rassendiskriminierung und gegen jedes Übel öffentlich zu erheben, ist nicht weniger nützlich und moralisch wie die Stimme beim Gebetsruf zu heben. Der Koran lädt ein, das Leben im Diesseits ernst zu nehmen und den Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit und die Förderung des Guten als Glaubensgebot zu verstehen. Der Gläubige ist derjenige, der die Balance zwischen Diesseits und Jenseits halten kann: وَابْتَغِ فِيمَا آتَاكَ اللَّهُ الدَّارَ الْآخِرَةَ وَلَا تَنسَ نَصِيبَكَ مِنَ الدُّنْيَا ۖ وَأَحْسِن كَمَا أَحْسَنَ اللَّهُ إِلَيْكَ وَلَا تَبْغِ الْفَسَا دَ فِي الْأَرْضِ إِنَّ اللَّهَ لَا يُحِبُّ الْمُفْسِدِينَ „Suche stattdessen durch das, was Gott dir gewährt hat, das (Gute des) kommende(n) Leben(s), ohne dabei deinen eigenen (rechtmäßigen) Anteil in dieser Welt zu vergessen; und tue (anderen) Gutes, wie Gott dir Gutes getan hat; und suche nicht Verderbnis auf Erden zu verbreiten“ (28/al-Qasas, 77). Aus diesem kausalen Verhältnis zweier Welten geht hervor, dass Gottes Gnade im Jenseits ohne gute Taten im Diesseits nicht zu erwarten ist. Ein Vers, der dem betenden Gläubigen täglich über die Zunge kommt, müsste ihn ständig an diese Balance erinnern: رَبَّنَا آتِنَا فِي الدُّنْيَا حَسَنَةً وَفِي الْآخِرَةِ حَسَنَةً „O unser Erhalter! Gewähre uns Gutes in dieser Welt und Gutes im kommenden Leben!“ (2/al-Baqara, 201). Diese beiden Welten sollten sich im Bewusstsein und im Alltag, in allen Aktivitäten eines Gläubigen in einem ständigen Prozess der gegenseitigen Ergänzung, eigentlich in einer innigen Einheit befinden. Der Weg zu Gott und dem Jüngsten Tag führt über die Manifestation und Verwirklichung jedes menschlichen Wesens in seinem diesseitigen Leben in dieser Welt und Gesellschaft. Auch interessant

– Weltfrauentag – Der Prophet Muhammed: Ein Kämpfer für Frauenrechte

„Während andere religiöse Führer seltsam schweigsam über die Unterdrückung der Frauen zu sein schienen, hob Muhammed den Status der Frauen als eine Angelegenheit der religiösen Überzeugung und der staatlichen Politik dramatisch an. Muhammad war mit Abstand der radikalste und ermächtigendste in seiner Behandlung von Frauen. Wahrscheinlich war er der erste Feminist der Geschichte“. Jim Garrison, Huffpost.

Der Prophet Muhammed: Ein Kämpfer für Frauenrechte