Tag der deutschen Sprache
Ablehnung von Gendersprache wächst

Die Ablehnung von Gendersternen hat innerhalb von zwei Jahren stark zugenommen. Das ist ein Ergebnis aus einer neuen INSA-Befragung zu Spracheinstellungen. Zum morgigen Tag der deutschen Sprache gibt die Zeitschrift DEUTSCHE SPRACHWELT erste Ergebnisse bekannt. Die Theo-Münch-Stiftung für die Deutsche Sprache hat das Meinungsforschungsinstitut INSA-CONSULERE mit der repräsentativen Meinungsumfrage beauftragt. Diese fand zwischen dem 23. und 26. August 2021 statt. Demnach ist der Anteil derer, die geschlechterbetonte Sprache – wie zum Beispiel mit Gendersternen – sehr unwichtig finden, von 30,5 Prozent im Jahr 2019 auf jetzt 40,9 Prozent gestiegen. Insgesamt halten zwei Drittel der Befragten die Gendersprache für eher unwichtig oder sehr unwichtig. Daß bei ARD und ZDF immer öfter Gendersprechpausen wie „Zuschauer – innen“ zu hören sind, hält nur eine Minderheit von 22,2 Prozent der Befragten für sinnvoll. 56,3 Prozent hingegen halten die Gendersprechpausen in den öffentlich-rechtlichen Sendern für keinen sinnvollen Beitrag zur Geschlechtergerechtigkeit. Bei der Frage, welche Aspekte für die deutsche Sprache aktuell schädlich sind, gab es bei Gendersprache gegenüber 2019 einen Sprung um 16 Prozentpunkte auf jetzt 37 Prozent. Die Liste wird jedoch weiterhin angeführt von reduzierten Sprechweisen (zum Beispiel „Geh ich Fußballplatz“) mit 54 Prozent und einem allgemein sinkenden Bildungsniveau (50 Prozent). Die Amerikanisierung der deutschen Sprache ist für 42 Prozent der Befragten aktuell schädlich. Einen Sprung um 15 Prozentpunkte gab es bei der politisch-korrekten Sprache. 27 Prozent halten inzwischen die Tabuisierung von Wörtern wie „Zigeunersoße“ für schädlich. 68,8 Prozent wollen dieses Wort behalten. Der Aussage „Das Wort ‚Zigeunersoße‘ ist diskriminierend und sollte daher nicht mehr verwendet werden“ stimmen nur 17,6 Prozent der Befragten zu. Der Anteil derer, die glauben, daß die deutsche Sprache zunehmend verkommt, ist unterdessen auf 61,5 Prozent gestiegen.

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– Yunus Emre Insititut – Türkische Sprache boomt: 100.000 Kursbewerbungen aus dem Ausland

Das türkische Yunus Emre Institut (YEE) teilte am Freitag mit, dass es auch in diesem Jahr wieder Türkischkurse für internationale Studierende geben werde. Zu den Sommerkursen seien insgesamt über 1.000 ausländische Studierende zugelassen worden.

Türkische Sprache boomt: 100.000 Kursbewerbungen aus dem Ausland
 

Grandi in der Türkei
UN-Flüchtlingskommissar Grandi dankt Türkei für Einsatz bei Flüchtlingskrise

Ankara – Filippo Grandi, Hochkommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge, dankte in einem Tweet der Türkei für „eine starke Partnerschaft“ und ihrem enormen Einsatz bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise. Er habe mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan über Lösungen „für syrische Flüchtlinge in der Türkei und in der Region sowie über die Notwendigkeit, Afghanistan dringend humanitäre Hilfe zu leisten“ gesprochen. „Das UNHCR ist dankbar für die starke Partnerschaft mit der Türkei in beiden Bereichen“, fügte er hinzu. Grandi traf am 7. September zu einem Arbeitsbesuch in der Türkei ein und wurde am Mittwoch vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan empfangen.
(Screenshot/Twitter)
Unabhängig davon traf Grandi auch mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu zusammen. Wie die englischsprachige Hürriyet Daily News berichtet, traf Grandi in der türksichen Hauptstadt Ankara auch Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu und bedankte sich „für ein gutes Gespräch über vertriebene Flüchtlinge, die sich in der Türkei und in der Region“ befinden und erklärte in den sozialen Medien, dass „wir angesichts der Flüchtlingskrise in Syrien, die sich nun schon zum elften Mal jährt, und der sich verschlechternden humanitären Lage in Afghanistan unsere Maßnahmen verstärken und die Suche nach Lösungen beschleunigen müssen.“ Çavuşoğlu seinerseits sagte nach dem Treffen auf Twitter: „Migration ist ein gemeinsames Thema in allen Ländern. Eine faire Verteilung der Lasten und der Verantwortung ist ein Muss.“ Grandi kam am Mittwoch auch mit dem türkischen Innenminister Süleyman Soylu zusammen. Die Türkei beherbergt mit 3,6 Millionen Syrern und Hundertausenden weiteren illegal Eingereisten vor allem aus Afghanistan die meisten Flüchtlinge weltweit.

Zum Thema

– Türkei – BILD-Reporterin: Flüchtlingslager der Türkei wie „5-Sterne-Hotels“

Im Vergleich zu der Situation in Griechenland, gleichen laut der griechischen Journalistin Liana Spyropoulou, die Flüchtlingslager in der Türkei 5-Sterne-Hotels.

BILD-Reporterin: Flüchtlingslager der Türkei wie „5-Sterne-Hotels“

Auto-News
VW hält Tempo 30 in Wohngebieten für sinnvoll und Tempolimit bei 130 für unproblematisch

Berlin – Volkswagen hält ein Tempolimit von 30 km/h in Wohngebieten und Tempo 50 auf innerstädtischen Durchgangsstraßen für sinnvoll. „Wir sind mit unserer Strategie auf jedes Szenario vorbereitet“, sagte VW-Markenchef Ralf Brandstätter dem Fachdienst „Tagesspiegel Background Verkehr & Smart Mobility„. „Ich halte diesen Vorschlag für einen guten Kompromiss“, fügte er mit Blick auf entsprechende Forderungen von SPD und Grünen hinzu. Da, wo Menschen lebten, müsse langsamer gefahren werden. Ansonsten sollte der Stadtverkehr flüssig organisiert werden. Dafür sei ein „intelligentes Verkehrsmanagement, das über Temporegulierung hinausgeht“ erforderlich, sagte Brandstätter dem „Tagesspiegel“. Auch ein Tempolimit von 130 auf Autobahnen schreckt VW nicht: „Die Debatte hat eher Symbolcharakter, denn sie hat sich mit der weiteren Verbreitung der Elektromobilität überholt“, sagte Brandstätter „Tagesspiegel Background“. Zum einen fahre man mit einem E-Auto ohnehin langsamer, weil die Fahrzeuge bei höheren Geschwindigkeiten schneller an Reichweite verlören. „Und selbst wenn man 150 oder 180 fährt, stößt das E-Auto ja kein CO2 mehr aus“, sagte der VW-Markenchef.

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– iF Design Award – Türkisches Auto TOGG gewinnt internationalen Designpreis

Die türkische Automobile Joint Venture Group (TOGG), die das erste Elektrofahrzeug des Landes produziert, erhielt für ihr C-SUV-Modell einen der weltweit renommiertesten Designpreise, den iF Design Award.

Türkisches Auto TOGG gewinnt internationalen Designpreis
   

Griechenland
Posthumes Gedenken an Mufti Mehmet Emin Ağa

Xanthi/İskeçe – Im Andenken an den 15. Todestag des langjährigen Muftis von İskeçe (Xanthi), Mehmet Emin Ağa, findet am Donnerstag (9. September) um 18 Uhr Ortszeit eine Gedenkzeremonie auf dem Friedhof des Stadtviertels Aşağı Mahalle statt. Ağa wurde am 3. September 1931 im Dorf Şahin, das zur Stadt İskeçe gehört, geboren. Während des Zweiten Weltkriegs musste er die Schule im nordöstlichen Teil Griechenlands abbrechen und eine bulgarische Schule besuchen, da Westthrakien von Bulgarien besetzt wurde. Nach Beginn des griechischen Bürgerkriegs war er gezwungen, seine Schulausbildung zu beenden. Sein Hang für die islamische Religion schien ihm schon von klein auf in die Wiege gelegt, denn sein Vater war ebenfalls Mufti. Beim damaligen Mufti von İskeçe, Sabri Efendi, lernte er Arabisch und vertiefte seine Kenntnisse der islamischen Religion. In Gümülcine (Komotini) absolvierte er eine Ausbildung an einer religiösen Schule (Medresse) und unterstützte die Gründung der Şahin-Medresse, wo er im Anschluss ein Vierteljahrhundert als Hodscha tätig war. Der durch demokratische Wahlen ins Amt gewählte Mufti Nach dem Tod des Muftis von Gümülcine wurde Ağa vom Gouverneur kommissarisch zum Mufti ernannt. Er nahm die Ernennung unter der Bedingung an, dass der Mufti unter Anwendung des Mufti-Gesetzes von 1920 durch demokratische Wahlen bestimmt werden sollte. Als die griechischen Behörden gesetzeswidrig damit begannen, die Religionsgelehrten selbst zu bestimmen, trat Ağa aus Protest von seinem Amt zurück. Von der griechischen Polizei geschlagen und rechtswidrig aus dem Amtssitz geworfen Am 17. August 1990 wählten in der Region İskeçe die Mitglieder von 120 Moschee-Gemeinden Mehmet Emin Ağa zum Mufti. Wenige Tage später verschickten die Behörden ein Schreiben, in dem er seines Amtes enthoben und an seiner Stelle ein anderer Mufti ernannt worden sei. Obwohl er die Behörden auf seine demokratische Wahl durch 120 Moschee-Gemeinden hinwies, wurde Ağa unter Gewaltanwendung von etwa 20 griechischen Polizisten aus dem Amtssitz des Muftis hinausgeworfen. Dabei wurde er so schwer verletzt, dass er im Krankenhaus behandelt werden musste. Daraufhin versammelte sich eine Menschenmenge, um gegen die gesetzeswidrige Absetzung des Muftis und die Gewaltanwendung der Polizei zu protestieren, beidem 35 Westthrakientürken Verletzungen erlitten. Als Zeichen des Protests wurden für 45 Tage die Moscheegemeinden geschlossen. Der furchtlose Mufti setzte sich für die Rechte der türkischen Minderheit in Griechenland ein Wegen angeblicher „Amtsaneignung“ wurde Mehmet Emin Ağa vor Gericht angeklagt und zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt. Von den zehn Monaten verbrachte er sechseinhalb Monate im Gefängnis und wurde wegen gesundheitlicher Probleme vorzeitig aus der Haft entlassen und die restliche Strafe in eine Geldstrafe umgewandelt. Der furchtlose Mufti galt als entschiedener Verteidiger der demokratischen Grundrechte der türkischen Minderheit in Westthrakien, der im Alter von 75 Jahren in den frühen Morgenstunden des 9. September 2006 verstarb. Kemal Bölge/Xanthi

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– NEX24-Interview – „Internationale Menschenrechtsorganisationen haben Griechenland ermahnt“

Interview mit dem Vorsitzenden der Türkischen Union von İskeçe Ozan Ahmetoğlu. Wegen „anti-demokratischer Haltung Griechenlands äußerst beunruhigt“.

„Internationale Menschenrechtsorganisationen haben Griechenland ermahnt“

WSOP 2021
Finden die Pokerturniere in Las Vegas dieses Jahr statt?

Die WSOP gehören zu den aufregendsten Events in ganz Las Vegas. Das weltweit größte Pokerturnier der Welt zieht unzählige Menschen in seinen Bann und ein Ausfall wird von den Spielern sowie Fans stark betrauert. Doch wie sieht es aus, im Zeitalter der Corona-Krise? Wird 2021 endlich wieder auf den Royal Flush gesetzt oder müssen sich Pokerfans noch ein weiteres Jahr oder gar länger gedulden? Gute Nachrichten, für alle Fans Auf onlinecasinosdeutschland.com/news wurde über die Pokerturniere in Las Vegas spekuliert und es stellte sich die eindringliche Frage, ob 2021 endlich wieder gespielt werden darf! Lange lag das Leben in Las Vegas brach, doch jetzt scheint es gute Meldungen in Hülle und Fülle zu geben. Nicht nur, dass ein millionenschweres Restaurantprojekt die Menschen in Vegas künftig kulinarisch verzaubern soll, nein, auch die Bekanntgabe der Austragungstermine für die WSOP 2021 geben Hoffnung. Auch, wenn sich im Zeitalter einer handfesten, pandemischen Krise immer wieder akut Änderungen ergeben können, ist die Freude bei allen Pokerspielern natürlich groß. Geplant ist es, die WSOP zwischen dem 30. September 2021 und dem 23. November 2021 auszutragen. Zwischen dem 04. November und dem 17. November soll das klassische Main Event stattfinden. Austragungsort? Das bekannte Rio All-Suite Hotel & Casino, direkt in Las Vegas. Doch wie sieht die Planung und Strukturierung des Riesenevents aus? Noch viele, offene Fragen Auch, wenn über Austragungszeit und Ort bereits alle Informationen an die Öffentlichkeit gedrungen sind, werden immer noch viele Fragen laut. Der offizielle, neue Weltmeister im gut zu erlernenden Spiel Poker wird also im November 2021 feststehen. Doch wie soll das im Zeitalter der Pandemie laufen? Schon 2019 waren mehr als 8.000 Teilnehmer im Main Event registriert werden. Platz genug gibt es, im rund 200.000 m² großen Resort, dessen Wahl für die Austragung überraschend kam. Das Objekt wurde im Oktober 2020 für rund 516 Millionen Dollar an einen New Yorker Immobilienkonzert verkauft und niemand rechnete damit, dass noch einmal eine WSOP in dieser Location stattfinden würde. Doch die Tradition der WSOP wollte sich auch der neue Betreiber nicht nehmen lassen. Und so findet das Mega-Event in gewohnter und bekannter Umgebung statt. Was allerdings ist mit den Sicherheitsvorkehrungen, die im Zuge der pandemischen Lage getroffen werden müssen? Schon im letzten Jahr wurde hier stark eingeschränkt. Im Livespiel begegneten sich lediglich Damian Salas aus Argentinien und Joseph Herbert aus den USA, um das Heads-Up ausspielen zu können. Bis jetzt ist unbekannt, wie viele Spieler gemeinsam an einem Tisch Platz nehmen dürfen und ob eine allgemeine Maskenpflicht auf die Zocker zukommen wird. Da seit Anfang August Anmeldungen möglich sind, ist in Kürze mit einer genaueren Planung der Anbieter und Veranstaltung zu rechnen. Hinter den Kulissen scheint viel Arbeit auf die Veranstalter zuzukommen, doch der Wunsch, ein spannendes und beliebtes Pokerturnier endlich wieder in alter Manier auszutragen, herrscht vor. Bei den Pokerspielern selbst wurde die Ankündigung der Austragung mit frenetischem Jubel aufgenommen. Das Livespiel ist eben doch etwas anderes als das Duell per Internet. Wir dürfen gespannt sein, wer den Titel des neuen Weltmeisters holt.

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– Reisen – Berlin und Bodrum unter TIME Magazins „weltbesten Orten“

Auch in diesem Jahr hat das US-Magazin TIME die Liste mit den 100 besten Orten weltweit, die „Worlds Greatest Places“, herausgebracht. Bodrum und Berlin vertreten die Türkei und Deutschland dieses Jahr in der Liste.

Berlin und Bodrum unter TIME Magazins „weltbesten Orten“
 

Afghanistan
Muslimische Uiguren befürchten Verfolgung durch die Taliban und Abschiebung nach China

Kabul – Die in Afghanistan lebenden Uiguren befürchten, dass die Übernahme des Landes durch die Taliban eine Auslieferung an China bedeuten könnte oder ihnen in dem vom Krieg zerrissenen südasiatischen Land andere Gefahren drohen. Seit die militanten Taliban nach dem Abzug der US-Streitkräfte Anfang des Monats die Kontrolle über Afghanistan übernommen und damit einen ungebremsten chaotischen Exodus von Tausenden von Zivilisten und Ausländern ausgelöst haben, befürchten Interessengruppen das Schlimmste für die schätzungsweise 2.000 Uiguren im Land. Die 12 Millionen Uiguren in der autonomen Region Xinjiang im Nordwesten Chinas (XUAR) sind seit 2017 das Ziel einer systematischen Assimilierungskampagne mit erzwungener Geburtenkontrolle und Sterilisation, Zwangsarbeit und Masseninhaftierung, die bis zu 1,8 Millionen der turksprachigen Muslime in ein Netzwerk von Internierungslagern gebracht hat. Eine uigurische Frau, die seit mehr als zehn Jahren mit ihrem afghanischen Ehemann in Kabul lebt, sagte gegenüber Radio Free Asia (RFA), dass sie sowohl die Unterdrückung und Misshandlung von Frauen durch die Taliban als auch die Rückführung nach China aufgrund ihres Status als „chinesische Migranten“ fürchtet. „Ich habe Angst, dass sie nach mir suchen werden, weil ich zu China gehöre“, sagte die Frau, die aus Angst vor Repressalien für ihr Gespräch mit den Medien um Anonymität bat. „Es ist möglich, dass sie mich töten oder mich nach China zurückschicken“, erklärte sie. Die rund 80 uigurischen Familien in Kabul leben in Verwirrung und Angst vor dem Leben unter den Taliban, sagt Mamat, ein uigurischer Mann, der in Afghanistan als Sohn von Eltern geboren wurde, die in den 1960er-Jahren dorthin eingewandert waren. Mamat, der mit seiner Familie in Kabul lebt, sagte, er sei geschlagen worden und am Sonntag nur knapp einem Angriff von Taliban-Kämpfern entgangen, als er Brot für seine Kinder kaufen wollte. „Sie sehen, dass hier überall Flugzeuge herumfliegen“, sagte er und bezog sich dabei auf die von den USA und anderen Ländern durchgeführten Lufttransporte zur Evakuierung ihrer Bürger und der Afghanen, die für sie gearbeitet haben. „Die Dinge sehen hier sehr chaotisch aus, aber wie geht es uns [Uiguren]?“, fragte Mamat. „Kasachstan holt Kasachen aus Afghanistan heraus, Usbekistan holt Usbeken heraus, die Türkei und all die anderen Länder holen ihre eigenen Bürger heraus, aber niemand fragt, wie es uns geht. Keiner hilft uns“, fügte er hinzu. Die Uiguren sähen sich neuen Bedrohungen ausgesetzt, so ein in der Türkei lebender Uigure, der von Verwandten in Mazar-e-Sharif, der viertgrößten Stadt Afghanistans, erfuhr, dass militante Taliban jetzt in Häuser eindringen und Mädchen entführen. „Es ist schrecklich dort. Sie fragen sich zum Beispiel, was passieren wird, wenn [die Taliban] ihre Töchter holen, sie zwingen wollen, sie zu heiraten, und sie dann mitnehmen“, sagte Abdulaziz, der vor zwei Jahren aus Afghanistan in die Türkei geflohen ist. „Die chinesischen Ausweispapiere, die viele Uiguren in Afghanistan besitzen, sind abgelaufen, obwohl sie immer noch den Vermerk „Chinesisch-turkestanischer Migrant“ tragen, so Abdulaziz weiter. „Wenn diese Informationen in den kommenden Tagen in ihre Hände fallen, könnte China unsere Auslieferung fordern“, sagte er.

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– Menschenrechtsverletzungen in China – China: Neben Uiguren auch Hui-Muslime vermehrt Repressalien ausgesetzt

Hui-Muslime hatten lange einige Privilegien vor Uiguren: das Kopftuch war auch an Universitäten erlaubt, religiöse Erziehung der Kinder wurde stillschweigend geduldet. Diese Privilegien wurden schon seit einiger Zeit aufgehoben. Moscheen wurden zerstört. Auch auf Hui-Moscheen wurde arabische Schrift, der Halbmond beseitigt.

China: Neben Uiguren auch Hui-Muslime vermehrt Repressalien ausgesetzt
 

Corona-Krise
Neue Ungereimtheiten bei NRW-Maskendeal mit Emix

Die nordrhein-westfälische Landesregierung war auf Spitzenebene mit einem umstrittenen Masken-Geschäft mit der Schweizer Firma Emix im März 2020 befasst. Wie das NRW-Gesundheitsministerium auf Anfrage von CAPITAL und STERN (Online-Ausgaben) bestätigte, wurde die Entscheidung über den Vertragsabschluss über eine Million Masken von Gesundheitsstaatssekretär Edmund Heller getroffen. Dieser habe auch Minister Karl-Josef Laumann (CDU) „über den Vorgang informiert“. Für die Masken von Emix hatte die Landesregierung zu Beginn der Corona-Krise einen außergewöhnlich hohen Preis von 9,90 Euro pro Stück bezahlt – fast doppelt so viel, wie der Bund an Emix überwies. Vermittelt wurde das Geschäft von der Tochter des früheren CSU-Generalsekretär Gerold Tandler. Anstelle der ursprünglich bestellten FFP2-Masken des Herstellers 3M lieferte Emix am Ende nur 527.000 Masken von mehreren chinesischen Herstellern. Recherchen von CAPITAL und STERN auf Basis interner Akten des Ministeriums legen zudem nahe, dass der Maskendeal mit Emix in Höhe von ursprünglich rund 10 Mio. Euro auf Basis gefälschter Dokumente zustande gekommen sein könnte. Laumanns Haus hatte vor der verbindlichen Bestellung Zertifikate angefordert, die die Qualität der Masken belegen sollen. Zu diesem Zeitpunkt ging es nicht mehr um FFP2-Masken von 3M, die laut Emix nicht verfügbar waren, sondern um Fabrikate der kaum bekannten ägyptischen Firma Chemi Pharma Medical. Unter den von Emix übermittelten Dokumenten war auch ein „Zertifikat“ mit Firmenstempel von Chemi Pharma Medical, das eine frühere Lieferung von FFP2-Masken bestätigen sollte. Allerdings hat die ägyptische Firma im Frühjahr gegenüber Schweizer Medien betont, sie habe niemals FFP2-Masken hergestellt. Auf Anfrage von CAPITAL und STERN wollte das NRW-Gesundheitsministerium nicht ausschließen, dass die von Emix übersandten Dokumente gefälscht waren. Die „Werthaltigkeit“ von Zertifikaten sei zu Beginn der Pandemie generell sehr überschaubar gewesen, erklärte es. Die Echtheit habe sich „nur sehr begrenzt“ mit einer „kursorischen Prüfung per Internet“ überprüfen lassen, „Fälschungen konnten nicht ausgeschlossen werden“, räumte das Ministerium ein. Daher seien die Emix-Masken nach der Lieferung „stichprobenartig“ durch ein geeignetes Institut überprüft worden. Dabei habe sich „kein Grund zur Beanstandung“ ergeben, betonte das Ministerium. Nachfragen zu der Echtheit der Zertifikate, die ausweislich der Ministeriumsakten auch Bestandteil des Vertrags wurden, ließ Chemi Pharma Medical unbeantwortet. Ein Emix-Sprecher teilte mit, man habe „keine Erklärung“ für die „nicht nachvollziehbaren Aussagen“ des Herstellers. Emix habe „selbstverständlich nie wissentlich unauthentische Dokumente vorgelegt oder falsch informiert und sämtliche Unterlagen der nötigen Plausibilitätsprüfung unterzogen.“, betonte der Sprecher. Bei Chemi Pharma Medical handele es sich zudem um „einwandfreie Masken“. „Das Gesundheitsministerium hat bedingungslos zugelassen, dass sich die Modalitäten für das Land NRW immer weiter verschlechterten. Nur beim Preis von 9,90 Euro pro Maske änderte sich überhaupt nichts“, kritisierte der SPD-Abgeordnete Stefan Kämmerling. Auch die Rolle von Gesundheitsminister Laumann lasse Fragen offen: „Warum hat er ein so nachteiliges Geschäft für das Land NRW zugelassen?“ Angesichts der Verletzungen der Vertragsbedingungen durch Emix sei es ihm ein Rätsel, warum die Landesregierung nicht versuche, das Geld der Steuerzahler mindestens teilweise zurückzuholen, sagte Kämmerling. Nach seinen Angaben hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf jüngst die Unterlagen zu dem Emix-Deal angefordert. Kämmerling hatte Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Betrugs, Untreue und Wucher zulasten des Landeshaushalts gestellt. Dagegen versicherte das Gesundheitsministerium, in der turbulenten Anfangsphase der Corona-Krise sei es „nicht ungewöhnlich“ gewesen, dass Lieferanten andere Masken geliefert hätten als vorher angekündigt. Dank des Vertrags mit Emix habe sich das Land in der angespannten Lage mehr als eine halbe Million Masken zu einem damals marktüblichen Preis sichern können. Mit Emix einigte sich die Landesregierung später, die ursprüngliche Liefermenge zu reduzieren. Laumanns Ministerium hat nach eigenen Angaben keine Pläne, juristisch gegen Emix vorzugehen.

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Auch in diesem Jahr hat das US-Magazin TIME die Liste mit den 100 besten Orten weltweit, die „Worlds Greates Places“, herausgebracht. Bodrum und Berlin vertreten die Türkei und Deutschland dieses jahr in der Liste.

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Türkei
Tierquälerei: Frau in der Türkei erwartet Haftstrafe von mehr als 10 Jahren

Ankara – Eine Frau in der Türkei könnte die erste Person sein, die nach einem neuen Tierschutzgesetz zu einer langen Haftstrafe verurteilt wird. Sie ist mit der Folterung und Tötung von Haustieren angeklagt, nachdem in ihrem Garten die Leichen von 11 Hunden gefunden wurden. Des Weiteren fand die Polizei in ihrem Haus sieben Hunden, die unter schlechten Bedingungen gefangen gehalten wurden. In einer von einem Amtsgericht in der Hauptstadt Ankara angenommenen Anklageschrift wird für die Angeklagte eine Haftstrafe von bis zu 10 Jahren und sechs Monaten gefordert, berichtet die englischsprachige Daily Sabah.
(Screenshot/Twitter)
Nachdem Nachbarn der Frau wegen „lauten Tierschreien“ die Polizei gerufen hatten, stießen diese bei einer Durchsuchung auf sieben verwahrloste Hunde unter unhygienischen Bedingungen in dem Haus der Frau. Im Garten fanden die Beamten zudem die Kadaver von elf begrabenen Hunden. Die Frau wurde daraufhin am 7. August verhaftet. Die Verdächtige habe die Vorwürfe bestritten und gesagt, dass sie Tiere sehr liebe. Sie kümmere sich freiwillig um streunende Hunde und nehme alle verletzten Tiere zur Behandlung in ihre Obhut auf. Sie habe nur zwei Hunde in ihrem Hof begraben, nachdem diese eines natürlichen Todes gestorben waren.

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Syrien-Konflikt
Amnesty International: Syrische Flüchtlinge werden bei ihrer Rückkehr vergewaltigt und gefoltert

London – Sicherheitskräfte haben Syrer, die nach ihrer Flucht ins Ausland in ihre Heimat zurückgekehrt waren, inhaftiert, verschwinden lassen und gefoltert, einschließlich sexueller Gewalt, so die Menschenrechtsorganisation Amnesty International am Dienstag. In einem neuen Bericht mit dem Titel „Du gehst in den Tod“ dokumentiert die Organisation einen Katalog schrecklicher Verstöße, die von syrischen Geheimdienstmitarbeitern gegen Rückkehrer begangen wurden, darunter auch die Vergewaltigung einer Fünfjährigen. Unter anderem dokumentierte Amnesty International fünf Fälle, in denen Gefangene nach ihrer Rückkehr nach Syrien in der Haft starben, während das Schicksal von 17 gewaltsam verschwundenen Personen unbekannt bleibt. „Jede Regierung, die behauptet, Syrien sei jetzt sicher, ignoriert vorsätzlich die schreckliche Realität vor Ort und lässt die Flüchtlinge erneut um ihr Leben fürchten“, so der Bericht. Die Behörden beschuldigen dem Bericht zufolge Rückkehrer nach Syrien des Verrats oder der Unterstützung des „Terrorismus“. Amnesty dokumentierte Fälle, in denen Männer, Frauen und Kinder aufgrund dieser Anschuldigungen zur Zielscheibe wurden und Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt waren, darunter Vergewaltigung oder andere Formen sexueller Gewalt, willkürliche oder unrechtmäßige Inhaftierung sowie Folter oder andere Misshandlungen. In einigen Fällen wurden Rückkehrer nur deshalb zur Zielscheibe, weil sie aus Teilen Syriens kamen, die von der Opposition kontrolliert wurden. Sexuelle Gewalt Die Bestrafung derjenigen, die unter den Verdacht der Regierung geraten, ist brutal. Amnesty International dokumentierte Fälle von sexueller Gewalt durch Sicherheitskräfte, darunter Vergewaltigungen, die fünf Frauen, einem Teenager und einem fünfjährigen Mädchen angetan wurden. Die sexuelle Gewalt fand an Grenzübergängen oder in Haftanstalten während der Verhöre statt. Die Zeugenaussagen stimmen mit gut dokumentierten Mustern sexueller Gewalt und Vergewaltigung überein, die während des Konflikts von regierungsnahen Kräften an Zivilisten und Gefangenen begangen wurden. Als Noor* aus dem Libanon zurückkehrte, wurde sie an der Grenze von einem Sicherheitsbeamten angehalten. „Warum haben Sie Syrien verlassen? Weil Sie Baschar al-Assad nicht mögen und weil Sie Syrien nicht mögen? Sie sind eine Terroristin … Syrien ist kein Hotel, das Sie verlassen und zurückkehren können, wann Sie wollen“, so der Grenzbeamte. Anschließend vergewaltigte der Beamte Noor und ihre fünfjährige Tochter in einem kleinen Raum, der für Verhöre am Grenzübergang genutzt wurde. Der Beamte sagte: „Du wirst [diese] Demütigung in deinem ganzen Leben nicht vergessen“ Yasmin* kehrte mit ihrem Sohn im Teenageralter und ihrer dreijährigen Tochter aus dem Libanon zurück. Die Sicherheitskräfte verhafteten sie sofort am Grenzübergang und beschuldigten Yasmin, für ein fremdes Land zu spionieren. Yasmin und ihre Kinder wurden in ein Geheimdienstgefängnis gebracht, wo sie 29 Stunden lang festgehalten wurden. Geheimdienstbeamte vergewaltigten Yasmin und brachten ihren Sohn in einen anderen Raum, wo sie ihn mit einem Gegenstand vergewaltigten. „Dies ist ein Willkommensgruß für dich in deinem Land. Wenn du wieder Syrien verlassen und zurückkehren solltest, werden wir dich noch stärker willkommen heißen. Wir werden dich und deinen Sohn demütigen. Du wirst [diese] Demütigung in deinem ganzen Leben nicht vergessen“, habe der Beamte, der Yasmin vergewaltigte, gesagt. Syrien hat bestritten, dass Flüchtlinge willkürlicher Folter und Repressalien ausgesetzt sind, und Präsident Baschar al-Assad hat erklärt, dass Millionen von Flüchtlingen durch „Druck oder Einschüchterung“ gezwungen wurden, in den Aufnahmeländern zu bleiben, und dass die Aufnahmestaaten sie finanziell anlockten, während sie von der internationalen Hilfe für sie profitierten. *Namen geändert

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– Systematische Gewalt – Myanmar: „Unermessliche Grausamkeiten“

Die Kinderrechtsorganisation Save the Children veröffentlicht heute einen neuen Bericht zur Flucht der Rohingya aus Myanmar. In „Horrors I will never forget“ berichten Kinder und Jugendliche erschütternde Erlebnisse von massiver Gewalt, von Vergewaltigungen oder von Menschen, die lebendig verbrannt wurden.

Myanmar: „Unermessliche Grausamkeiten“
 

Corona-Pandemie
Schulleitungsverband kritisiert Quarantäne-Regel

Der Schulleitungsverband Deutschland hat die Vereinbarung der Gesundheitsminister von Bund und Ländern zu Corona-Quarantäne-Regeln in Schulen scharf kritisiert. Die Verbandsvorsitzende Gudrun Wolters-Vogeler sagte am Dienstag im Inforadio vom rbb, die Vereinbarung sei „realitätsfern“. Die Regeln gingen von einem „völlig veralteten Schulbild“ aus. „Sie gehen davon aus, dass die Schülerinnen und Schüler ständig an festen Plätzen arbeiten. Das entspricht nicht moderner Pädagogik. Wenn wir gucken in dem Bereich Grundschule und Sekundarstufe 1, dann geht es da relativ viel um zum Beispiel Gruppenarbeit, Partnerarbeit (…) Das heißt, die Schülerinnen und Schüler haben im Laufe eines Schultags enge Kontakte – nicht nur, wie früher, im Omnibussystem zu immer denselben Schülern.“ Wolters-Vogeler sprach sich auch dafür aus, dass Lehrer nach ihrem Impfstatus befragt werden dürfen. Davon halte sie „sehr viel“, denn das bedeute auch immer, die Schülerinnen und Schüler zu schützen: „Ich glaube für die Lehrer ist es inzwischen auch nicht mehr der große Aufreger.“

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– Corona-Pandemie – Junge Ungeimpfte erkranken schwer an Corona

Schwere Verläufe von Corona-Infektionen treffen in NRW immer häufiger jüngere Menschen. Das geht aus einer Ergebung des Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG) in Bochum hervor.

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