Corona-Krise
Türkei: Gesundheitsministerium prüft Impfung von Kindern

Ankara – Der Wissenschaftsrat des türkischen Gesundheitsministeriums wird prüfen, ob der Coronaimpfstoff von BionTech Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren verabreicht werden kann, nachdem der beratende Ausschuss der US-Arzneimittelbehörde (FDA) den Impfstoff von Pfizer/BioNTech für diese Altersgruppe empfohlen hatte. „Wir werden diese Frage auf der nächsten Sitzung des Gremiums diskutieren. Das bedeutet jedoch nicht, dass mit der Impfung begonnen wird, da wir zunächst sehen müssen, wie sich die Pandemie auf Kinder, schwere Fälle und Krankenhausaufenthalte bei Kindern auswirkt“, zitiert die Tageszeitung Hürriyet Professor Ateş Kara vom Wissenschaftsrat, der die Regierung in Bezug auf den Ausbruch des Coronavirus berät. Kara stellte fest, dass immer mehr Fälle bei Kindern auftreten. „Erwachsene lassen sich impfen. Dies wird zu einer Pandemie der Ungeimpften“, sagte er. Die FDA muss noch ihre formale Genehmigung erteilen Nach Angaben von Professor Mehmet Ceyhan, einem führenden Experten für Infektionskrankheiten, hat eine Studie gezeigt, dass der Impfstoff von Pfizer-BioNTech bei Kindern zu 90,7 Prozent wirksam ist.

Auch interessant

– Türkei – Erdogan erhält 2. Corona-Impfung

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Donnerstag seine zweite Dosis der Corona-Impfung verabreicht bekommen.

Erdogan erhält 2. Corona-Impfung
 

AHA-Regel
Dank Corona-Regeln: Junge Erwachsene wollen auch nach Pandemie auf Handhygiene achten

Junge Erwachsene wollen auf den nützlichen Effekt der AHA-Regeln auch nach der Corona-Pandemie nicht verzichten, zeigt die Studie „Zukunft Gesundheit 2021“. Acht von zehn Befragten möchten künftig weiter auf regelmäßige Handhygiene achten. Und sieben von zehn planen, weiter Abstand zu anderen Personen zu halten. Frauen legen dabei deutlich mehr Wert auf Distanz als Männer. Für die repräsentative Studie der vivida bkk und der Stiftung „Die Gesundarbeiter“ wurden im Juli 2021 1.058 Bundesbürger zwischen 14 und 34 Jahren befragt. Abstand, Hygiene, Alltagsmaske – die AHA-Regeln sind für junge Erwachsene zum Alltag geworden. „Die Mehrheit will die Regeln auch nach der Pandemie beibehalten“, sagt Dr. Tanja Katrin Hantke, Gesundheitsexpertin der vivida bkk. „Jetzt im Herbst, wo sich z.B. Rhinoviren verstärkt wieder ausbreiten, sind AHA-Regeln ein guter Beitrag, um sich besser vor Erkältungen zu schützen.“ AHA-Regeln als Teil bewusst gelebter Vorsicht An erster Stelle steht dabei häufiges intensives Händewaschen. Eine Maßnahme, die auch bei Schülern gut ankommt: 83 Prozent der 14- bis 17-Jährigen planen laut Studie, diese Maßnahme beizubehalten. „Das ist eine bedeutsame Verhaltensänderung“, so die Gesundheitsexpertin. „Vor der Pandemie haben viele Jugendliche der Handhygiene eher weniger Aufmerksamkeit geschenkt.“ Neben Händewaschen und größerem Abstand wollen drei Viertel der jungen Erwachsenen zudem weniger Händeschütteln. Dr. Tanja Hantke: „Vor allem soziale Distanz bleibt bei den 18- bis 34-Jährigen ein Teil ihres Alltags, zeigen die Ergebnisse der Studie. Sie ist Teil einer bewusst gelebten Vorsicht geworden. Die Ergebnisse zeigen auch, dass Frauen planen, vorsichtiger zu bleiben als Männer.“ Und selbst auf gelegentliches Tragen einer Alltagsmaske wollen zwei Drittel der Befragten auch nach Corona nicht mehr verzichten.“ Desinfektion der Hände für ein gutes Gefühl Schon vor der Pandemie war zudem die Nutzung von Desinfektionsmitteln bei jungen Erwachsenen beliebt. So gab die Mehrheit der Befragten in der Umfrage „Gesundheit 2019 – Thema: Hygiene“ der vivida bkk an, dass Desinfektionsmittel ihnen ein gutes Gefühl geben. Daran hat die Pandemie nichts geändert. „71 Prozent wollen die häufige Benutzung von Handdesinfektionsmitteln beibehalten, zeigt die aktuelle Studie“, sagt Dr. Hantke. „Auch das kann prinzipiell gegen die Ausbreitung von Infektionskrankheiten helfen, ist aber im Alltag eigentlich nur notwendig, wenn keine Möglichkeit zum Händewaschen vorhanden ist.“ Allerdings kann häufiges Händewaschen und die Nutzung von Desinfektionsmitteln zu trockener Haut an den Händen führen. „Besonders auf den Handrücken kann die Haut spannen, jucken oder sogar Risse zeigen“, so die Ärztin. „Deshalb sollten die Hände regelmäßig nach dem Waschen eingecremt werden. Besonders empfehlenswert sind Handcremes, die Urea (Harnstoff) enthalten, um die Feuchtigkeit in der Haut zu speichern.“

Auch interessant

– Corona-Pandemie – Junge Ungeimpfte erkranken schwer an Corona

Schwere Verläufe von Corona-Infektionen treffen in NRW immer häufiger jüngere Menschen. Das geht aus einer Ergebung des Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG) in Bochum hervor.

Junge Ungeimpfte erkranken schwer an Corona

Geldpolitik
Zinsen für Immobiliendarlehen erreichen wieder 1-Prozent-Marke

Wie in den vergangenen Wochen prognostiziert, haben die Zinsen für Immobiliendarlehen weiter zugelegt – und nun sogar wieder die 1-Prozent-Marke für zehnjährige Darlehen erreicht. Anfang September lagen die Zinsen im Mittel noch bei rund 0,8 Prozent. Darauf weist die Interhyp AG, Deutschlands größter Vermittler für private Baufinanzierungen, im Vorfeld der EZB-Sitzung Ende Oktober hin. „Die Erwartungen an die Geld- und Zinspolitik sowie steigende Renditen von Staatsanleihen infolge der wirtschaftlichen Entwicklung sind wesentliche Gründe für den Zinsanstieg“, so Mirjam Mohr, Interhyp-Vorständin. Sollte sich der aktuelle Zinstrend nach zwei Jahren extremer Niedrigkonditionen von unter einem Prozent als nachhaltig erweisen, würden sich die Finanzierungsbedingungen für Immobilieninteressentinnen und -interessenten verschlechtern, so Interhyp. Nach Beispielrechnungen der Interhyp AG würden sich die Kosten für ein durchschnittliches Darlehen von 350.000 Euro bei einem Zinsanstieg um 0,2 Prozentpunkte innerhalb der Zinsbindung von zehn Jahren schon um knapp 6.000 Euro erhöhen. Bei einem Zinsanstieg von 0,5 Prozentpunkten wären es fast 15.000 Euro. Die erfolgreiche Pandemieeindämmung sorgt für steigende Inflationszahlen, solide Arbeitsmarkt- und Konjunkturdaten und eine zunehmende Staatsverschuldung. Dieses Umfeld hat unter anderem die Renditen für zehnjährige deutsche Staatsanleihen klettern lassen, von etwa minus 0,5 Prozent Anfang August auf aktuell etwa minus 0,1 Prozent. Die Renditen befinden sich seit mehr als zwei Jahren anhaltend im Minus, was es zuvor seit Jahrzehnten nicht gegeben hatte. Dies hat in Verbindung mit der Notenbankpolitik des billigen Geldes die Bauzinsen in den letzten Jahren nach unten gedrückt. Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft bei der Interhyp AG: „Die nächsten Monate werden für Immobilieninteressentinnen und -interessenten spannend. Es gibt eine Wahrscheinlichkeit, dass sich Baugeld weiter leicht verteuern könnte. Darauf deutet unser monatliches Bauzins-Trendbarometer seit einigen Monaten hin, im Zuge dessen wir regelmäßig Experten befragen.“ Interhyp hat berechnet, was eine mögliche Zinswende für Käuferinnen und Käufer bedeuten würde. Die durchschnittliche Höhe eines Darlehens für den Bau oder Kauf einer Immobilie liegt laut Interhyp aktuell bei etwa 350.000 Euro. Bei einer anfänglichen Tilgung von 3 Prozent beträgt die monatliche Kreditrate bei einem aktuellen Zinssatz von 1 Prozent derzeit 1.167 Euro. Bei einem Zinsanstieg um 0,2 Prozentpunkte auf 1,2 Prozent würde die monatliche Kreditrate auf 1.225 Euro klettern. Das klingt auf den Monat gesehen nicht viel, aber die Zinskosten würden sich innerhalb der Zinsbindung von zehn Jahren um 5.681 Euro erhöhen. Ein Zinssprung um 0,5 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent, wie es ihn etwa 2015 innerhalb kurzer Zeit gegeben hat, bedeutet für Immobilienkäuferinnen und -käufer eine monatliche Kreditbelastung von 1.313 Euro. Die Zinskosten über zehn Jahre würden sich gegenüber dem Zins von einem Prozent um 14.474 Euro erhöhen. Steigen die Zinsen auf 2 Prozent, was bei einer entsprechenden Konjunkturerholung und Inflation auf Sicht von zwei Jahren zumindest möglich oder denkbar wäre, läge die Kreditrate bei 1.458 Euro. Die Gesamtzinskosten über zehn Jahre würden um 29.052 Euro zulegen. Mirjam Mohr: „Wer ein konkretes Finanzierungsobjekt hat, sollte derzeit eher nicht auf niedrigere Zinsen spekulieren. Wer erst in den nächsten ein bis zwei Jahren kaufen möchte, weil er oder sie aktuell noch Eigenkapital ansparen will, sollte auch möglicherweise höhere Kreditkosten bedenken.“ Die Expertin warnt jedoch vor übereilten Handlungen und wackligen Finanzierungen. „Auch wenn steigende Zinsen gerade in Kombination mit weiter steigenden Immobilienpreisen den Erwerb von Wohneigentum für viele Menschen erschweren, darf die zeitliche und finanzielle Tragweite eines Darlehens nicht unterschätzt werden. Der Immobilienerwerb sollte in erster Linie zur jeweilige Lebenssituation und Lebensplanung passen.“ Ratsamer sei es, gegebenenfalls Alternativen in Bezug auf Ort und Größe des Wunschobjektes in Betracht zu ziehen. Seit einiger Zeit gibt es bereits einen Trend hin zu Wohneigentum in mittelgrößeren Städten in der Nähe von Metropolen.

Corona-Schutzmaßnahmen
Nonnemacher kritisiert Forderungen nach einem Ende der Corona-Regeln

Berlin – Die brandenburgische Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher, B’90/Grüne, hat die angekündigte bundeseinheitliche Gesetzesgrundlage zur Verlängerung der Corona-Schutzmaßnahmen begrüßt: „Ich bin sehr froh, dass die Ampel-Koalitionäre gestern ein Papier vorgelegt haben, in dem ganz klar gesagt wird: Wir schaffen im Infektionsschutzgesetz jetzt wieder eine gesetzliche Grundlage, dass Maskenpflicht, Abstandsregeln, 2G-/3G-Regeln, dass diese Dinge auch weiterhin verlängert werden können“, sagte Nonnemacher im phoenix-Interview. Diese gesetzliche Grundlage sei „nötig und zu begrüßen“. Die Gefahr eines zukünftigen Flickenteppichs unterschiedlicher länderspezifischer Corona-Maßnahmen sieht die Grünen-Politikerin nicht: „Ich habe das gestern vorgelegte Eckpunktepapier der Ampel-Verhandler so verstanden, dass ja gerade eine bundesgesetzliche Regelung für die Maßnahmen, die wir weiterhin brauchen, geschaffen werden soll. Ich sehe da jetzt nicht den Flickenteppich. Sondern ich sehe, dass die Instrumente, die im Moment von den Ländern eingesetzt werden – Zugangsbeschränkung, Kontaktnachverfolgung -, dass das weiterhin möglich ist durch bundesgesetzliche Regelung. Das ist dringend erforderlich“. „Es ist kein Anlass, von Freedom-Day zu sprechen“ Nonnemacher kritisierte die Forderungen nach einem Ende der Corona-Regeln: „Es ist kein Anlass, von Freedom-Day zu sprechen“, sagte die Grünen-Politikerin. Der starke Anstieg des Infektionsgeschehens – bundesweit, aber auch in Brandenburg – verdeutliche, dass wir „mitten in der vierten Welle sind. Wir haben jetzt den Herbst und Winter vor uns, und es ist keine Zeit für Entspannungen“. Gleichzeitig betonte die Gesundheitsministerin die Bedeutung des Impfens. „Ich kann immer nur dazu motivieren: Impfen, impfen, impfen. Wir haben gerade in Ostdeutschland eine Impfquote, die viel Luft nach oben hat, in allen Altersgruppen.“ Zudem müssten die Auffrischungsimpfungen gerade bei vulnerablen Gruppen und Hochaltrigen weiterhin mit Nachdruck in Angriff genommen werden. „Das Thema Impfen ist weiterhin ein Schlüssel zur Bekämpfung der Pandemie“, so Nonnemacher.

Auch interessant

– Türkei – Istanbul: Proteste gegen Corona-Politik der Regierung

Tausende Türken protestierten in Istanbul gegen behördliche Auflagen im Zusammenhang mit dem Coronavirus, darunter Impfungen, Tests und Masken, und reagierten damit auf neue Maßnahmen der Regierung und einer Impfkampagne.

Istanbul: Proteste gegen Corona-Politik der Regierung
 

Kommentar
„Iran plant die Schaffung einer Hisbollah im Südkaukasus“

Ein Gastbeitrag von Fakhraddin Hajibayli Nach dem Sieg der Islamischen Revolution im Iran hofften viele, dass die neuen Regierungen die faschistische Politik des gestürzten alten Regimes aufgeben, eine internationale politische Linie verfolgen und die Rechte aller in diesem Land lebenden Völker und ethnischen Gruppen schützen würden. Heute ist jedoch klar, dass sich nicht nur die Erwartungen nicht erfüllt haben, sondern dass die Politik der Diskriminierung von Nicht-Persern durch das klerikale Regime im Iran weiter zunimmt. Leider ist die Politik der Unterdrückung nationaler Minderheiten immer noch die Grundlage der iranischen Staatspolitik, was die internationale Gemeinschaft, die das Geschehen in der Islamischen Republik Iran aufmerksam verfolgt, enttäuscht hat. Infolge der erfolgreichen aserbaidschanischen Anti-Terror-Operationen in Berg-Karabach im vergangenen Jahr führte die Befreiung von Gebieten auch zur vollständigen Wiederherstellung der iranisch-aserbaidschanischen Grenze. Der 132 Kilometer lange Abschnitt der Grenze zum Iran war in den vergangenen 30 Jahren besetzt gewesen, und der Iran hat diese Gebiete zusammen mit Armenien für den Drogenhandel genutzt. Aserbaidschan hat internationale Organisationen wiederholt vor dem Anbau von Rauschgiftpflanzen und der Herstellung von Drogen in den besetzten Gebieten gewarnt und offiziell eine Untersuchung gefordert. Der Sieg Aserbaidschans in Karabach hat auch den freien Zugang Irans zu Treibstoff- und Waffenlieferungen nach Armenien blockiert, so dass der Warentransport in der neuen Realität über Aserbaidschan laufen muss. Diese neuen geopolitischen Veränderungen in der Region stellten das iranische Regime nicht zufrieden und führten zu politischen und diplomatischen Spannungen mit Aserbaidschan, das die Souveränität über seine international anerkannten Gebiete zurückgewann. Das klerikale Regime bedrohte Aserbaidschan, das seine territoriale Integrität im Einklang mit dem Völkerrecht und vier Resolutionen des UN-Sicherheitsrats wiederherstellte, mit Drohgebärden, Truppenaufmärschen an der Grenze und unnötigen Militärübungen. Damit nicht genug, hat das Regime der Mullahs seine Repressionen gegen die im Iran lebenden Aserbaidschaner (Türken aus Südaserbaidschan) verschärft. Aserbaidschanische Aktivisten im Iran wurden von den Sicherheitskräften des Regimes bei Bürgerprotesten gegen die iranische Unterstützung der armenischen Terrorkräfte in Karabach gewaltsam angegriffen, verhaftet und gefoltert. Letzte Woche verurteilte ein Gericht in der Stadt Ardabil 12 Aktivisten aus dem Süden Aserbaidschans zu 180 Monaten Gefängnis und 888 Peitschenhieben, weil sie ihre verfassungsmäßigen Rechte wahrgenommen hatten. Die iranische Regierung, die mit brutalen und gewalttätigen Methoden gegen friedliche Demonstranten vorgeht, wendet mittelalterliche Bestrafungs- und Foltermethoden gegen Inhaftierte an und ignoriert dabei internationales Recht und Menschenrechtskonventionen. Im Iran leben ethnische Minderheiten wie Ahwazi-Araber, aserbaidschanische Türken, Belutschen, Kurden und Turkmenen. In den letzten Jahren wurden die Minderheiten kontinuierlich diskriminiert und ihrer kulturellen und Menschenrechte beraubt. So wird beispielsweise der Zugang zu Bildung und die Teilnahme am Erwerbsleben für Angehörige ethnischer Minderheiten behindert. Es gab auch Fälle, in denen diesen Menschen ihr Recht auf angemessene Lebensbedingungen nicht zugestanden wurde, weil der iranische Staat es versäumt hat, den überwiegend von Minderheiten bewohnten Regionen mehr Geld und Ressourcen zuzuweisen. In diesen Regionen leben die Menschen in der Regel an der Armutsgrenze und werden vom Rest der Gesellschaft aktiv ausgegrenzt. Kulturelle Empfindungen, die in den Traditionen der von der Mehrheit der iranischen Gesellschaft abweichenden Minderheiten enthalten sind, werden ebenfalls eingeschränkt, insbesondere bei denjenigen, die verschiedene Richtungen des Islam praktizieren. Der UN-Generalsekretär hat sich besorgt über die gewaltsame Unterdrückung friedlicher Proteste geäußert, da die iranischen Sicherheitskräfte zwischen Juni 2020 und Januar 2021 mindestens 39 solcher Demonstrationen gewaltsam aufgelöst haben. Außerdem wurden in den ersten Monaten des Jahres 2021 Organisationen der Zivilgesellschaft, die sich gegen Diskriminierung einsetzen, suspendiert und aufgelöst. Diese Einschränkungen behindern das Recht der Menschen auf Vereinigungsfreiheit. Darüber hinaus wurden die Medienfreiheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung im Internet schwer beeinträchtigt. Journalisten und einfache Bürger sind der Gefahr ausgesetzt, festgenommen und inhaftiert zu werden. Die Darstellung der Situation verschiedener Minderheitengruppen im Iran macht deutlich, dass das Leben in diesem Land für diejenigen, die außerhalb der von der iranischen Regierung gesetzten gesellschaftlichen Norm leben, erschwert ist, was in den meisten Fällen dazu führt, dass sie in Angst vor drastischen Sanktionen leben müssen. Auf alle Proteste von Demonstranten und Menschenrechtsaktivisten gegen diese Rechtsverletzungen folgten Inhaftierungen oder verschiedene Formen der Folter, einschließlich Formen der physischen Misshandlung. Das klerikale Regime, das die schiitische Sekte in ein politisch-ideologisches Instrument verwandelt hat, nimmt nun den Südkaukasus ins Visier, insbesondere Aserbaidschan und Georgien. Der Iran setzt alles daran, das Modell der Hisbollah umzusetzen, das er in den letzten 10 Jahren im Nahen Osten „erfolgreich“ umgesetzt hat. Diejenigen, die in den religiösen Zentren von Gum, Mashhad und anderen Städten ausgebildet und einer „Gehirnwäsche“ unterzogen wurden, kehren dann nach Aserbaidschan und Georgien zurück, wo sie die politische und religiöse Ideologie des Iran propagieren und versuchen, ein Netzwerk zu bilden. Dies ist auf die Verbreitung der politischen und religiösen Ideologie des Irans in einem größeren Gebiet, die Ausweitung seines Einflusses sowie den Einsatz Teherans als Druckmittel im politischen Prozess zurückzuführen. Das klerikale Regime, das die schiitische Sekte in ein politisch-ideologisches Instrument verwandelt hat, nimmt nun den Südkaukasus ins Visier, insbesondere Aserbaidschan und Georgien. Der Iran setzt alles daran, das Modell der Hisbollah umzusetzen, das er in den letzten 10 Jahren im Nahen Osten „erfolgreich“ eingeführt hat. Diejenigen, die in den religiösen Zentren von Ghom, Maschhad und anderen Städten ausgebildet und einer „Gehirnwäsche“ unterzogen wurden, werden nach Aserbaidschan und Georgien zurückgeschickt, um die politische und religiöse Ideologie des Iran zu verbreiten und ein Netzwerk zu bilden. Dies ist auf die Ausbreitung der politischen und religiösen Ideologie des Irans in einem größeren Gebiet, die Ausweitung ihres Einflusses und den Einsatz dieser Ideologie durch Teheran als Druckmittel im politischen Prozess zurückzuführen. Das britische Institute for War and Peace Reporting (IWPR) schrieb, dass der Iran seit 2005 religiöse Propaganda unter den georgischen Aserbaidschanern betreibt, um ideologisch radikale religiöse Gruppen zu schaffen, die für künftige Pläne genutzt werden könnten. Iranische religiöse Prediger konzentrierten sich auf die aserbaidschanische Gemeinschaft in Georgien, und Missionare aus dem Iran kämen offiziell, um Persisch und den Islam zu lehren, doch in Wirklichkeit zielten sie hauptsächlich auf die Region Kvemo-Kartli (Borchali) und die Hauptstadt. Dem Institut zufolge verschleiern iranische Prediger ihre politischen Absichten durch wohltätige Aktivitäten: „Ihr Hauptziel ist es, die iranische Politik unter den örtlichen Muslimen zu verbreiten, die Schiiten gegen andere Sekten auszuspielen, religiöse Spaltungen zu verursachen und konfessionelle Konflikte zu schüren, die sie kontrollieren können“. Dass das iranische Mullah-Regime Georgien und insbesondere die dort lebenden Aserbaidschaner ins Visier genommen hat, liegt vor allem daran, dass dieser Ort außerhalb der religiös-politischen Sphäre Aserbaidschans liegt und dort operieren kann, wo das offizielle Baku nicht erreichbar ist und aserbaidschanische Gesetze nicht gelten. Das iranische Regime verfolgt mit der Gründung eigener religiöser Gruppen in Georgien zwei Hauptziele. Erstens will es die georgisch-aserbaidschanischen Beziehungen sabotieren, indem es diese Gruppen jederzeit einsetzt, um Aserbaidschan den Zugang zu Georgien zu verwehren, und zweitens will es eine effektive Plattform schaffen, die für künftige militärisch-politische Zwecke gegen das säkulare Aserbaidschan genutzt werden kann. Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass das Regime der Mullahs heimtückische Pläne für den Südkaukasus hat. Fakhraddin Hajibayli ist Journalist mit Spezialisierung auf Menschenrechte im Iran und lebt in Berlin
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Auch interessant

– Geschichte – Der Platz und die Rolle der deutschen Lutheraner in Aserbaidschan

Der Platz und die Rolle der deutschen Lutheraner in der Konzeption der Koexistenz und Toleranz in Aserbaidschan. Ein Gastbeitrag von Agshin Akhundov – Stellvertretender Leiter der Abteilung für Internationale Beziehungen.

Der Platz und die Rolle der deutschen Lutheraner in Aserbaidschan

Glücksspielstaatsvertrag
Welche Auswirkungen hat das neue deutsche Glücksspielgesetz?

0
Glücksspiel war in Deutschland immer ein heikles Thema, sowohl politisch als auch moralisch. Das gilt insbesondere für das Online-Glücksspiel. Bislang haben die zuständigen Bundesländer es für private Anbieter faktisch verboten und damit einen für internationale Anbieter attraktiven Markt verschlossen. Steht der deutsche Glücksspielmarkt vor einer ungewissen Zukunft? In den letzten Jahren haben enorme Verzögerungen und Veränderungen den deutschen Wettmarkt in Frage gestellt. Im Jahr 2012 verabschiedeten 16 Bundesländer einen Glücksspielstaatsvertrag, der die Einführung von Sportwetten in der Online-Casino-Welt vorsah. Das Jahr 2021 war geprägt von der Vorfreude auf den neuen Glücksspielstaatsvertrag und die damit verbundenen Lizenzierungsmöglichkeiten. Zum 1. Juli 2021 ist der lang erwartete Glücksspielstaatsvertrag bundesweit in Kraft getreten. Es beinhaltet neue Erlaubnismöglichkeiten für Sportwetten, virtuelle Spielautomaten und Online-Poker für private Anbieter. Außerdem sind im Vertrag neue Regeln für die Werbung enthalten. Lizenzen, die nach dieser neuen Verordnung erteilt werden, sind in ganz Deutschland gültig. Dieser neue Glücksspielstaatsvertrag zielt in erster Linie darauf ab, einen regulierten Markt zu lizenzieren und zu zertifizieren, anstatt einen großen Schwarzmarkt zu haben. Das gilt auch für Poker Deutschland und Online-Slots. Dank des neuen Glücksspielstaatsvertrags wurde das Verbot von Online-Casinos im Juli 2021 aufgehoben. Trotz des neu vorgeschlagenen Wettmodells soll das staatliche Lotteriemonopol bestehen bleiben. Aber die Vorschriften sind komplex. Eine besondere Herausforderung für die Branche besteht darin, ihre Technologie schon vor der Beantragung einer Genehmigung so zu gestalten, dass sie den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Außerdem muss sie eng mit den Aufsichtsbehörden zusammenarbeiten. Anbieter, die hier von Anfang an Technologie und Recht miteinander verzahnen, haben trotz aller Restriktionen große Chancen, einen begehrten Markt – auch aus dem Ausland – zu erobern. Hat der Vertrag den Unsicherheiten im Online-Glücksspiel ein Ende gesetzt? Wer glaubte, der Staatsvertrag würde den Zweifeln und Unsicherheiten auf dem deutschen Glücksspielmarkt ein Ende bereiten, hat sich getäuscht. Anfang April stoppte das Verwaltungsgericht Darmstadt die Vergabe von Lizenzen an lokale Betreiber. Einige Wochen später wurde das Urteil von einem renommierten Sportwettenanbieter angefochten. Nach Angaben des Hessischen Rechnungshofs hatten sich über 30 lokale Betreiber um die Glücksspiellizenz beworben. Weitere 20 Casinobetreiber hatten die ernsthafte Absicht, sich zu bewerben. Mehr als 99% der Online-Sportwetten in Deutschland wären auf den legalen Glücksspielmarkt verlagert worden, wenn die Anträge genehmigt würden. Seitdem sind mehrere Wettanbieter bestürzt und bezeichnen das Urteil als schweren Schlag für die deutsche Glücksspielindustrie. Der DSWV, ein Verband, der sich für eine wettbewerbsfähige und moderne Regulierung von Sportwetten in Deutschland einsetzt, hat die Wettbestimmungen und die Politik des Landes als nicht wettbewerbsfähig bezeichnet. Der Verband behauptet, dass Spitzenmeisterschaften wie die Bundesliga auf Werbeeinnahmen und Sponsorenverträge verzichten. Dies liegt daran, dass das Land eine nicht wettbewerbsfähige Sportwettenpolitik und -verordnung hat. Zudem hinken die deutschen Sportligen im Vergleich zu anderen europäischen Sportligen wie der englischen Premier League hinterher. Die üblichen Konflikte zwischen den von den Konservativen und den von den Sozialdemokraten regierten Staaten sind inzwischen beigelegt worden. Das bedeutet, dass es eine Einigung gibt, den Staatsvertrag 2021 zeitnah in Kraft zu setzen. Die Einstellung des Verfahrens zur Vergabe von Lizenzen an lokale Betreiber ist nicht nur frustrierend, sondern auch entmutigend. Mehrere Wettanbieter hatten Mühe und Zeit in die Vorbereitung der Lizenzanträge investiert, nur um dann festzustellen, dass das Verfahren zum Stillstand gekommen ist. In Anbetracht der großen Bevölkerungszahl in Deutschland haben Sportwetten einen bedeutenden wirtschaftlichen Stellenwert. Wie also kann die deutsche Sportwettenbranche florieren? Der DSWV hält es für unerlässlich, den Sportwettenmarkt zu regulieren. Ob die Branche florieren wird, hängt ganz davon ab, ob sich die Behörde dazu verpflichtet, lokale Anbieter ohne Lizenz davon abzuhalten, ihre Wettprodukte deutschen Verbrauchern anzubieten. Daher müssen die Bundesländer mehrere Änderungen an der bestehenden Glücksspielpolitik vornehmen. Infolgedessen werden die deutschen Wettbegeisterten zu lizenzierten und kontrollierten Anbietern gelenkt werden. Im Laufe der Jahre war der Schwarzmarkt für mehrere Glücksspielländer ein Grund zur Sorge. In jüngster Zeit haben renommierte Behörden wie die KSA (die niederländische Glücksspielbehörde) und die SGA (die schwedische Glücksspielbehörde) strenge Regulierungsvorschläge zur Regelung von Online-Sportwetten vorgelegt. Die deutschen Regulierungsbehörden haben ebenfalls strenge Vorschriften und Maßnahmen erlassen. Zu diesen Beschränkungen gehört eine Mindesteinsatzgrenze von 1€ für alle virtuellen Automaten. Weitere Maßnahmen sind ein Verbot von Live-Streaming auf Sportwetten-Websites, begrenzte In-Play-Märkte, bis zu fünfminütige Verzögerungen beim Wechsel zu einer anderen Wett-Website und kommerzielle Werbung für Online-Poker, virtuelle Spielautomaten und Casinospiele.
(Symbolfoto: pixa)
Die vorgeschlagenen Beschränkungen haben kritische Reaktionen hervorgerufen. Lokale Anbieter haben behauptet, dass die Maßnahmen sich nicht auf den Schutz der Wettenden konzentrieren und daher als weniger wettbewerbsfähig und weniger attraktiv angesehen werden. Darüber hinaus bezeichneten die lokalen Anbieter die Maßnahmen als unbefriedigend und als weniger wettbewerbsorientiert für die Wettenden. Man geht stark davon aus, dass die von den Staaten auferlegten Maßnahmen weniger attraktiv sein werden als der nicht lizenzierte Markt. Infolgedessen kann diese Maßnahme Spieler dazu ermutigen, auf Schwarzmarkt-Websites zu wetten. Es wurde jedoch bekannt, dass die Vorschriften geändert werden sollen, um lokale Betreiber und Spieler in Echtzeit zu begünstigen. Die Regulierungsbehörden werden sich mit Politikern zusammensetzen, um sinnvolle und notwendige Änderungen vorzuschlagen. Es ist wichtig, dass Sportwetten in einem regulierten Glücksspielmarkt stattfinden. In Deutschland sind Sportwetten dank der Medien und der vorgestellten Werbekanäle immer beliebter geworden. Im Laufe des Jahrzehnts ist der deutsche Wettmarkt enorm gewachsen. Es wird erwartet, dass sich dieser Trend fortsetzt, sobald die Sportwettkämpfe wieder aufgenommen werden. Das Fazit ist, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen die Kanalisierung nicht fördern. Die lokalen Betreiber behaupten, dass die von den Regulierungsbehörden vorgeschlagenen Maßnahmen das Spiel auf dem Schwarzmarkt fördern. Wettbegeisterte und Betreiber haben sich nach einer Regulierung des Glücksspiels in Deutschland gesehnt. Bald werden Sportwetten-Websites legal sein. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die bestehenden Unsicherheiten beseitigt werden. Alles in allem hoffen die hiesigen Glücksspielanbieter auf eine sicherere Zukunft.

Auch interessant

– „Truth Social“ –

Trump-Aktien steigen um 800% nach Ankündigung einer neuen Social-Media-Plattform

Digital World Acquisition Corp., die SPAC, die die geplante Social-Media-Plattform des ehemaligen Präsidenten Trump an die Börse bringen will, legte am Freitag nach einer massiven Rallye in der vorangegangenen Sitzung kräftig zu.

Trump-Aktien steigen um 800% nach Ankündigung einer neuen Social-Media-Plattform

Hungerkrise
„Musk und Bezos könnten 42 Millionen Menschen vor dem Hungertod retten“

New York – Der Direktor des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP), David Beasley, hat die reichsten Milliardäre der Welt erneut aufgerufen, Millionen Menschen vor dem Hungertod zu retten. Eine kleine Gruppe von Milliardären könne mit einem kleinen Prozentsatz ihres Nettovermögens dazu beitragen, den Hunger in der Welt zu bekämpfen, erklärte Beasley in einem Interview mit dem Nachrichtensender CNN. Milliardäre wie Jeff Bezos und Elon Musk sollten „jetzt einen einmaligen Beitrag leisten“, so Beasley. Während die reichsten Milliardäre der Welt Pläne für ihre eigene Raumstation vorstellen oder sich über die Zahlung von Steuern beschweren, sprach Beasley das Problem von 42 Millionen Menschen an, die „an die Tür des Hungertodes klopfen“. Auf CNN bat Beasley Jeff Bezos von Amazon und Elon Musk von Tesla um sechs Milliarden Dollar, die 42 Millionen Menschen vor dem Hungertod bewahren würden. Dieser Betrag mag auf den ersten Blick beträchtlich erscheinen, doch Bezos hat sein Nettovermögen im letzten Jahr um 64 Milliarden Dollar gesteigert. Musks Vermögen stieg demnach allein in der letzten Woche um sechs Milliarden Dollar. Dieser Betrag reiche schon aus um 42 Millionen Menschen vor dem drohenden Hungertod zu retten. Bezos und Musk haben zusammen ein Vermögen von fast einer halbe Billion Dollar. Beasley sprach von einer aktuellen „herzzerreißenden“ Krise. Beide Milliardäre haben ihren enormen Reichtum für Projekte eingesetzt, die offenbar darauf abzielen, ihr Prestige zu steigern oder ein Vermächtnis mit bahnbrechenden Projekten in der Weltraumforschung zu schaffen, die mit bereits bestehenden staatlich finanzierten Raumfahrtprogrammen konkurrieren. „Die Welt ist in Schwierigkeiten, und Sie sagen mir, dass Sie nichts geben können, um der Welt in Zeiten wie diesen zu helfen?“, fragte Beasley die Milliardäre. „Was wäre, wenn es Ihre Tochter wäre, die verhungert, was wäre, wenn es Ihre Familie wäre, die verhungert?“, so Beasley weiter. Er lud „jeden Milliardär“ auf eine Reise ein, um „sich die Realität zeigen zu lassen“. Es scheint, dass der Klimawandel und die COVID-19-Pandemie nicht die einzigen Krisen sind, mit denen die Welt derzeit zu kämpfen hat. Auch das Welternährungsprogramm (WFP) hat kürzlich einen Bericht veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung Afghanistans (22,8 Millionen Menschen) ab November mit akuter Nahrungsmittelknappheit konfrontiert sein wird.

Nordirak
Türkische Spezialkräfte setzen Dutzende PKK Kämpfer außer Gefecht

Ankara – Die türkische Armee führt seit Monaten Operationen gegen die Terrororganisation PKK im Nordirak durch. Bei den jüngsten Angriffen sollen nach Informationen des Nachrichtensenders TRT Haber sowohl die Luftwaffe als auch Spezialkräfte am Boden beteiligt gewesen sein. Am 21. Oktober habe eine größere Militäraktion mit dem Decknamen „Adlerkralle/Blitz“ im nordirakischen Avaşin, Basyan und Metina begonnen, nachdem die türkische Aufklärung auf dem Hügel des Kartaltepe (Adlergipfel) bei Avaşin Extremisten festgestellt haben soll. Daraufhin wurde das Gebiet mit Kampfflugzeugen und Artillerie unter Beschuss genommen. Terroristen verschanzten sich in einem Tunnel Hubschrauber setzten nach dem Beschuss Spezialeinsatzkräfte des Heeres und der Gendarmerie in dem gebirgigen Terrain ab. Die Einsatzkräfte stießen am 22. Oktober auf ein weitverzweigtes Tunnelsystem, in dem sich eine größere Anzahl an Terroristen verschanzt hätte. Die Ein- und Ausgänge des Tunnels wurden aus der Luft überwacht. Über Lautsprecher sollen die Sicherheitskräfte die Terroristen aufgefordert haben, sich zu ergeben.
(Screenshot/TRT Haber)
Nachdem Schüsse auf die Sicherheitskräfte abgegeben worden seien, hätten die Beamten das Feuer erwidert. In auswegloser Lage hätten sich zahlreiche Extremisten den Sicherheitskräften ergeben und weitere sollen beim Schusswechsel außer Gefecht gesetzt worden sein. Über die genaue Anzahl der getöteten PKK-Terroristen hätten die Sicherheitsbehörden noch keine Angaben gemacht. Wie TRT Haber weiter berichtet, habe der Hügel Kartaltepe innerhalb der PKK lange Zeit als „uneinnehmbar“ gegolten. Die Anti-Terror-Operationen der türkischen Armee im Nordirak würden unverändert fortgesetzt. Der Sicherheitsexperte und Lehrbeauftragte an der Bahçeşehir-Universität; Abdullah Ağar, erklärte in einer Liveschalte gegenüber TRT Haber, dass die türkische Armee an 365 Tagen 24 Stunden im Anti-Terror-Einsatz sei. Die Aufforderung der türkischen Sicherheitskräfte an die PKK-Terroristen zur Aufgabe solle als symbolisches Bild betrachtet werden, denn die PKK habe diese Gegend als „befreite Gebiete“ angesehen. In das Operationsgebiet hätten sich vorher weder die irakische Armee noch kurdischen Peschmergas getraut. Die PKK wird von der Türkei und den USA sowie der EU als terroristische Organisation eingestuft. Sie wird für den Tod von etwa 40.000 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, verantwortlich gemacht. Kemal Bölge/Ankara

Zum Thema

– Nordsyrien – Qamischli: Christliche Assyrer beklagen Gewalt durch PKK-Ableger

Offiziellen Quellen zufolge eskaliert die Gewalt gegenüber der assyrischen Minderheit in Nordsyrien. Mehrere Entführungen von Notablen der christlich-assyrischen Minderheit legen den Verdacht nahe, dass die völkisch-kurdischen „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF) die christliche Minderheit zwingen wollen, sich ihrer Ordnung zu beugen.

Qamischli: Christliche Assyrer beklagen Gewalt durch PKK-Ableger

Donbass-Krise
Ukraine zerstört Artilleriegeschütze der Separatisten mit türkischer Kampfdrohne TB2 Bayraktar

Kiew – Die ukrainische Armee hat in dem umkämpften Gebiet Donbass in der Ostukraine bei Operationen gegen Separatisten zum ersten Mal die türkische Kampfdrohne TB2 Bayraktar eingesetzt. Dabei wurde eine Haubitze zerstört, wie in einem auf der Facebook-Seite des ukrainischen Generalstabes veröffentlichten Videos zu sehen ist. Wie RT Deutsch unter Berufung auf eine die Erklärung des Generalstabs berichtet, habe die ukrainische Seite damit auf gegnerisches Feuer reagiert, infolgedessen ein ukrainischer Soldat getötet worden sein soll. „Zum Zweck des Zwangs des Feindes zur Waffenruhe auf Befehl des Oberbefehlshabers von Streitkräften der Ukraine kam es zum Kampfeinsatz von „Bayraktar“. Die Drohne überquerte keine Kontaktlinien und zerstörte eine Kanone in der Artilleriestellung der Besatzungstruppen. Danach haben Angriffe auf die ukrainischen Positionen aufgehört“, zitiert Rt Deutsch die Erklärung des Generelstabs. Ob bei dem Drohnenbeschuss jemand verletzt oder getötet wurde, sei derzeit unbekannt, so RT Deutsch weiter.
(Screenshot/Facebook)
Situation in der Ostukraine In der östlichen Donbass-Region stehen sich seit Jahren pro-russische Separatisten und ukrainische Regierungssoldaten gegenüber. Dabei wurden nach Angaben der Regierung in Kiew seit Beginn des Konfliktes im Jahr 2014 rund 14.000 Menschen getötet. Die Kämpfe dort sind wieder aufgeflammt, wobei sich beide Seiten gegenseitig beschuldigen, einen im Juli in Kraft getretenen Waffenstillstand zu verletzen. Türkische Kampfdrohnen Die Türkei hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der führenden Länder bei der Herstellung von Kampfdrohnen entwickelt. Erfolgreichen Einsätzen in Kriegsgebieten wie Libyen. Syrien oder Aserbaidschan folgend, sind die weltweiten Auftragseingänge in die Höhe geschnellt. Die Ukraine gehört seit Jahren zu den größten Bestellern der Drohnen. Russland hat die Verkäufe kritisiert. Dies ermutige die Ukraine zu militärischen Schritten in der Krisenregion und trage nicht zu einer Deeskalation bei, so das russische Außenministerium im Juni dieses Jahres. „Während unserer regelmäßigen Gespräche mit der türkischen Regierung tauschen wir uns über alle möglichen Themen aus, einschließlich sensibler internationaler und regionaler Angelegenheiten, die auf der Tagesordnung stehen. Dabei geben wir auch Russlands Einschätzung des südöstlichen Teils der Ukraine an die türkische Seite weiter“, so die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa damals. Ankara wisse sehr gut, dass „die militärische Ermutigung Kiews“ Russland sehr beunruhige. „Offensichtlich ist es nicht etwas das uns Freude bereitet, dass türkische Kampfdrohnen irgendwo im Donbass auftauchen“, sagte der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow zum selben Zeitpunkt. Türkische Exporte in verschiedene Länder seien „ein ernstes Problem,“ betonte Rjabkow. Auch der russische Außenminister Sergei Lawrow warnte Ankara damals davor, Ukraine mit Waffen zu beliefern: „Wir bitten alle verantwortlichen Länder, mit denen wir kommunizieren – und die Türkei ist eines davon -, dass wir ihnen dringend empfehlen, die Situation und die ständigen kriegerischen Äußerungen des Kiewer Regimes zu analysieren, und wir warnen sie auch davor, diese militaristischen Bestrebungen zu fördern“, zitierte die Nachrichtenagentur TASS Lawrow. Russland ist sehr besorgt über das Auftauchen dieser Drohnen, da sie im Kampf gegen moderne Luftabwehrsysteme aus russischer Produktion, wie etwa in Syrien und Armenien, äußerst effektiv waren. Die Ukraine bestellte die TB2-Drohnen bereits Anfang 2019.

Zum Thema

– Ukraine – Marine erhält türkische Kampfdrohne TB2-Bayraktar

Die ukrainische Marine hat nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums die erste Bayraktar-TB2-Drohne des türkischen Rüstungsunternehmens Baykar erhalten.

Marine erhält türkische Kampfdrohne TB2-Bayraktar
 

Westjordanland
USA verurteilen Israels Pläne für neue Siedlungen

Washington – Die USA sind „zutiefst besorgt“ über die Absicht Israels, am Mittwoch Pläne für den Bau von 3.144 Siedlerhäusern voranzutreiben, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, vor Reportern in Washington, als er seine bisher deutlichste Erklärung zu diesem Thema abgab. „Wir sind zutiefst besorgt über die Pläne der israelischen Regierung, am morgigen Mittwoch Tausende von Siedlungseinheiten zu errichten, viele davon tief im Westjordanland“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Ned Price, auf einer Pressekonferenz. „Wir lehnen die Ausweitung der Siedlungen entschieden ab, da sie mit den Bemühungen um einen Abbau der Spannungen und eine Beruhigung der Lage völlig unvereinbar ist und die Aussichten auf eine Zwei-Staaten-Lösung beeinträchtigt“, so Price. Er wandte sich insbesondere gegen den Plan der Zivilverwaltung, zwei Außenposten zu legalisieren, wenn der Höhere Planungsrat für Judäa und Samaria am Mittwoch zum ersten Mal in der Amtszeit von US-Präsident Joe Biden zusammentritt. „Die Pläne zur rückwirkenden Legalisierung illegaler Außenposten sind inakzeptabel. Wir werden unsere Ansichten zu diesem Thema weiterhin direkt mit hochrangigen israelischen Vertretern in unseren privaten Gesprächen zur Sprache bringen“, sagte Price. Er fügte hinzu, dass die Gespräche auf sehr hoher Ebene stattfänden. In Jerusalem brachten die USA ihren entschiedenen Widerstand gegen die Sitzung des Planungsrates am Mittwoch zum Ausdruck. Der amerikanische Geschäftsträger Michael Ratney sprach mit dem diplomatischen Berater von Premierminister Naftali Bennett, Shimrit Meir, über die Angelegenheit, sagte eine hochrangige diplomatische Quelle. Etwa 46 Projekte der Projekte, über die der Höhere Planungsrat für Judäa und Samaria am Mittwoch beraten wird, sind für den Bau in isolierten Siedlungen jenseits der geplanten Trasse der Sicherheitsbarriere vorgesehen. Mit Ausnahme von Givat Ze’ev, der fünftgrößten Siedlung, sind alle Projekte für mittelgroße oder kleine Gemeinden vorgesehen. Es wird erwartet, dass der Rat die Pläne für 1.800 Siedlerwohnungen endgültig genehmigt und den Rest der Pläne zur Hinterlegung freigibt, damit sie zur endgültigen Genehmigung weitergeleitet werden können. Der palästinensische Ministerpräsident Mohammad Shtayyeh verurteilte am Sonntag die Pläne und sagte, er betrachte die israelischen Pläne als „eklatante Aggression gegen unser Land“. Das Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem, gilt nach internationalem Recht als „besetztes Gebiet“, so dass alle jüdischen Siedlungen dort illegal sind.

Auch interessant

– Israel – Israelische Regierung will arabische Minderheit mit 8 Milliarden Euro fördern

Die israelische Regierung hat Mittel in Höhe von über Milliarden Euro bewilligt, um die sozioökonomischen Bedingungen für die arabische Minderheit des Landes zu verbessern, die seit langem über ihre Ausgrenzung klagt und derzeit von einer beispiellosen Verbrechenswelle heimgesucht wird.

Israelische Regierung will arabische Minderheit mit 8 Milliarden Euro fördern