G20-Gipfel
Kommentar: Türkei könnte sich für russischen Kampfjet SU-57 entscheiden

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie findet der G20-Gipfel in Rom in Italien statt. Auf der Agenda stehen große Themen an, vor allem für die Türkei. US-Präsident Joe Biden traf sich am Rande des G20-Gipfels mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan inmitten einer vorangegangenen diplomatischen Kluft und der Frage, ob Biden Ankaras Wunsch nach neuesten US-Kampfflugzeugen vom Typ F-16 nachkommen wird. Einst war es die US-amerikanische F-16 Fighting Falcon, der das Bündnis zwischen der USA und der Türkei festigte. Jahrzehnte später wird derselbe Typ Kampfflugzeug mit fortgeschrittener Technologie das Schicksal der türkisch-US-amerikanischen strategischen Beziehungen sowie auch und vor allem die geopolitische Ausrichtung der Türkei besiegeln. Denn, die Türkei wendet sich an die USA in der Hoffnung, eine Reihe neuer F-16 zu erwerben, um sich ins neue Jahrzehnt zu rüsten und damit auch ihren Bündnis-Verpflichtungen nachzukommen. Dem stehen der Erwerb des russischen Luftverteidigungssystems S-400 gegenüber, die dazu führte, dass die Türkei aus dem Joint Strike Fighter-Programm (JSF) des US-Verteidigungsministeriums ausgeschlossen wurde. Das JSF beinhaltete auch die Lieferung des modernen tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeugs F-35 an die Türkei, die ebenfalls eingefroren wurde, obwohl Ankara bereits eine Anzahlung in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar geleistet hat. Vor der Reise nach Rom bekräftigte Erdogan erneut, dass die USA sich entscheiden müsse, entweder die F-35 auszuliefern oder das erhaltene Geld zurückzuerstatten. Offensichtlich will Ankara nun einen neuen Deal, um die geleistete Anzahlung sinnvoll und schnell in ein neues US-Waffenlieferprogramm zu investieren. Andererseits hat Ankara damit aber auch einen Hebel angesetzt, um die Grundhaltung Washingtons auszuloten. Es steht somit mehr auf dem Spiel als nur die kurzfristigen Pläne der türkischen Luftwaffe, ihre Flotte zu modernisieren, nach dem man sich damit abgefunden hat, keine F-35 zu bekommen. Eine neuerliche Ablehnung des Wunsches Ankara könnte eine strategische Neuausrichtung bedeuten. Ergo würde das Ergebnis des Wunsches nach modernsten F-16 Kampfflugzeugen das Bündnis der Türkei mit den USA zusammenkitten oder gänzlich auseinanderbrechen. Sollte der Wunsch von Ankara von Washington nicht erfüllt werden, hat Erdogan bereits angedeutet, wo man sich dann ersatzweise umschauen könnte: das russische Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeug Su-57. „Wenn die USA die F-35-Frage nicht lösen wollen oder der Kongress sie blockiert, wird die Türkei andere Optionen in Betracht ziehen, einschließlich des Kaufs von (in Russland hergestellten) SU-35 oder SU-57“, sagte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu in einem Fernsehinterview mit CNN Turk. „Wir decken unseren Bedarf aus verschiedenen Quellen, bis wir unsere eigenen Flugzeuge herstellen“, betonte Cavusoglu und fügte hinzu, dass dies das Grundrecht eines jeden unabhängigen und souveränen Landes sei. Der Wink nach Russland ist im Kern eine Warnung an den US-Senat, es mit der CAATSA nicht zu übertreiben. Mit CAATSA (Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act) begründete Washington bislang ihre Entscheidung zum Ausschluss der Türkei aus dem Joint Strike Fighter-Programm und der Verhängung von Sanktionen gegen die Türkei, die seit vergangenem Jahr anhält. Derselbe US-Senat nahm jedoch die Entscheidung Indiens wohlwollend zur Kenntnis, sich mit russischen S-400 einzudecken; jenem Luftverteidigungssystem, die der Türkei ja Sanktionen bescherte.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 da

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– G20-Gipfel – USA und Türkei wollen Beziehungen stärken

Türkei und USA vereinbaren die Einrichtung eines gemeinsamen Mechanismus zur Stärkung der bilateralen Beziehungen.

USA und Türkei wollen Beziehungen stärken

G20-Gipfel
USA und Türkei wollen Beziehungen stärken

Rom – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und sein US-amerikanischer Amtskollege Joe Biden haben sich bei einem Treffen am Rande des zweitägigen G20-Gipfels in Italien auf die Einrichtung eines gemeinsamen Mechanismus zur Stärkung und Verbesserung der bilateralen Beziehungen geeinigt, wie die türkische Kommunikationsdirektion am Sonntag mitteilte. Erdogan und Joe Biden betonten demnach die Bedeutung der NATO, der strategischen Partnerschaft und der gemeinsamen Maßnahmen zum Klimawandel. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu unter Bezugnahme auf die Mitteilung berichtet, erörterten während des Treffens hinter verschlossenen Türen – das über eine Stunde dauerte, viel länger als ursprünglich geplant – die Schritte, die im Einklang mit der gemeinsamen Perspektive zur Ausweitung des bilateralen Handelsvolumens unternommen werden sollen. Die Staats- und Regierungschefs betonten die Bedeutung des NATO-Bündnisses und der strategischen Partnerschaft und äußerten sich auch zufrieden über die gemeinsamen Maßnahmen zum Klimawandel.
(Foto: tccb)
„Präsident Biden unterstrich seinen Wunsch, die konstruktiven Beziehungen aufrechtzuerhalten, die Bereiche der Zusammenarbeit zu erweitern und unsere Meinungsverschiedenheiten effektiv zu bewältigen“, hieß es in einer Erklärung des Weißen Hauses. Biden würdigte den fast zwei Jahrzehnte währenden Beitrag der Türkei zur NATO-Mission in Afghanistan, hieß es in der Erklärung. „Präsident Biden bekräftigte unsere Verteidigungspartnerschaft und die Bedeutung der Türkei als NATO-Verbündeter, wies jedoch auf die Bedenken der USA hinsichtlich des Besitzes des russischen Raketensystems S-400 in der Türkei hin“, hieß es weiter. Die beiden Staatsoberhäupter sprachen auch über den politischen Prozess in Syrien, die Bereitstellung humanitärer Hilfe für bedürftige Afghanen, die Wahlen in Libyen, die Lage im östlichen Mittelmeer und die diplomatischen Bemühungen im Südkaukasus, heißt es in der Erklärung. Erdogan und Biden werden auch zum Gipfel der Staats- und Regierungschefs zu Beginn der UN-Klimakonferenz (COP26) erwartet, die am heutigen Sonntag in der schottischen Stadt Glasgow beginnt.

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– USA – New York: Islam-Gelehrter nennt Erdogan „Anführer aller Muslime“

Bei seiner Rede anlässlich der Einweihung des „Türkischen Hauses“ (Türkevi) in New York bezeichnete ein prominenter US-amerikanischer Imam Präsident Recep Tayyip Erdogan als „Anführer aller Muslime“.

New York: Islam-Gelehrter nennt Erdogan „Anführer aller Muslime“
 

Terrororganisation JCAG
Türkei verurteilt Abschiebung des armenischen Mörders Hampig Sassounian durch die USA

Ankara – Das türkische Außenministerium hat die Abschiebung des armenischen Attentäters und Terroristen Hampig Sassounian durch die Vereinigten Staaten an einen Drittstaat scharf verurteilt. Dieser hatte am 28. Januar 1982 mit einem Mittäter den türkischen Generalkonsul von Los Angeles, Kemal Arıkan (1927-1982), getötet. Sassounian wurde nach seiner Festnahme vom High Court in Los Angeles am 18. Januar 1984 zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt. Das oberste Gericht des Bezirks Los Angeles in den USA hatte im Februar dieses Jahres die Freilassung des Mörders Hampig Sassounian angeordnet.
(Screenshot/Twitter)
Türkisches Außenministerium: Schwerwiegender Fehler und Zugeständnis an den Terrorismus Die Entscheidung zur Abschiebung bezeichnete der Sprecher des Auswärtigen Amtes in Ankara, Botschafter Tanju Bilgic, als schwerwiegenden Fehler und als Zugeständnis an den Terrorismus, die aufs Schärfste verurteilt werde. Es liege auf der Hand, dass solche Entscheidungen Kreisen dienten, die zur Erreichung politischer Ziele den Terrorismus als nützliches Instrument betrachteten und nicht im Kampf gegen den Terrorismus. Armenische Terrororganisation JCAG bekannte sich zum Mordanschlag Zum damaligen Anschlag bekannte sich die armenische Terrororganisation JCAG, die mit der ASALA 58 türkische Staatsbürger, davon 33 Diplomaten, sowie 19 ausländische Bürger ermordete. Beide Terrororganisationen haben strukturelle und ideologische Verbindungen zu der 1890 in Tiflis gegründeten Armenischen Revolutionären Föderation (ARF) der Daschnaken. In Kaliforniern leben besonders viele Amerikaner armenischer Abstammung, deren politische Organisationen als besonders einflussreich gelten. In Los Angeles verübten nationalistische Armenier 1980 einen Bombenanschlag auf das Haus des Generalkonsuls. Kemal Bölge/Ankara

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– Terrorismus – ASALA-Terror: Türkei gedenkt ermordeten Staatsbediensteten Dursun Aksoy

Die Türkei gedenkt heute der Ermordung eines Staatsbedienstetern durch die armenischen Terrororganisationen ASALA und JCAG. Verwaltungsattaché Dursun Aksoy, 39, wurde 1983 vor seinem Haus in Belgien ermordet.

ASALA-Terror: Türkei gedenkt ermordeten Staatsbediensteten Dursun Aksoy

G20-Gipfel
Treffen in Rom: „Biden wird Erdogan vor überstürzten Aktionen warnen“

Rom – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und US-Präsident Joe Biden werden sich am Sonntag während des G20-Gipels in Rom treffen, so ein hoher US-Beamter am Samstag. Bei diesem werde Biden den türkischen Staatschef davor warnen, dass überstürzte Aktionen den amerikanisch-türkischen Beziehungen nicht zuträglich wären und dass Krisen vermieden werden sollten, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen namentlich nicht genannten US-Vetreter. Der nationale Sicherheitsberater der Vereinigten Staaten, Jake Sullivan, hatte bereits am Donnerstagabend angekündigt, dass er ein Treffen zwischen Erdogann und Biden bei der Klimakonferenz  in Glasgow erwarte. Beide Staatschefs werden am Montag am Gipfel der Staats- und Regierungschefs zum Auftakt der UN-Klimakonferenz COP26 teilnehmen. Erdogan traf Biden zuletzt während eines NATO-Gipfels in Brüssel im Juni. „Der Präsident wird sicherlich darauf hinweisen, dass wir einen Weg finden müssen, um Krisen wie diese in Zukunft zu vermeiden, und dass überstürztes Handeln der Partnerschaft und dem Bündnis zwischen den USA und der Türkei nicht zuträglich ist“, so der Beamte gegenüber Reportern. Biden, der sich anlässlich des G20-Gipfels in Rom aufhält, werde auch den Antrag der Türkei auf den Kauf von F-16-Kampfjets, die Verteidigungsbeziehungen der Türkei zu den Vereinigten Staaten sowie eine Reihe regionaler Themen wie Syrien und Libyen erörtern. Der türkische Staatschef sagte am Mittwoch, dass er am Rande der Klimakonferenz mit Biden zusammentreffen werde, um über Entschädigungen zu sprechen, nachdem Ankara aus einem Programm zum Kauf von F-35-Flugzeugen ausgeschlossen wurde. Die Türkei fordert eine Entschädigung in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar, nachdem Washington den NATO-Verbündeten wegen des Kaufs eines russischen Raketenabwehrsystems aus dem Programm geworfen hat. „Wir haben 1,4 Milliarden Dollar gezahlt, was wird daraus?“, sagte Erdoğan gegenüber Reportern auf dem Rückflug von einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Anfang Oktober. „Wir haben dieses Geld nicht leicht verdient – und tun es auch jetzt nicht. Entweder werden sie uns unsere Flugzeuge geben oder sie werden uns das Geld geben.“ Auf die Frage nach den Plänen der Türkei, trotz der Androhung weiterer US-Sanktionen weitere S-400-Systeme zu kaufen, antwortete Erdogan: „Der S-400-Prozess geht weiter. Es gibt kein Zurück mehr.“                    

Waffengewalt
Starker Anstieg der Waffengewalt in der Türkei

Istanbul – In der Türkei ist es in den letzten fünf Jahren zu einem starken Anstieg der Waffengewalt gekommen. Wie türkische Medien mit Bezugnahme auf eine Studie einer Anti-Waffen-Organisation berichten, ist die Anzahl der Delikte in den letzten fünf Jahren um 69 Prozent gestiegen, obwohl die Behörden Aufklärungskampagnen gegen Gewalt durchführten. Allein im vergangenen Jahr verloren demnach mehr als 2.000 Menschen bei insgesamt 3.862 bewaffneten Übergriffen ihr Leben. Bei fast 85 Prozent dieser Übergriffe wurden Schusswaffen eingesetzt und bei 15 Prozent kamen Schneid- oder Stichwerkzeuge zum Einsatz, so der Bericht der Umut-Stiftung. Ayhan Akcan, Psychiater und Vorstandsmitglied der Umut-Stiftung, sieht den Grund für diesen bemerkenswerten Anstieg der Gewalt in einer „fehlenden Kultur der Versöhnung“. „Wir greifen beim kleinsten Problem zur Gewalt, indem wir das Primitive wählen. Wir verbreiten Gewalt in der Familie, auf der Straße, im Verkehr, in der Schule und in allen Lebensbereichen als Lösung“, so Akcan gegenüber Hürriyet Daily News. Marmara ist die Region mit den meisten Vorfällen von Waffengewalt, gefolgt von der Region Zentralanatolien und dem Mittelmeerraum, so der Bericht. Die drei Städte mit der höchsten Zahl an registrierten Vorfällen sind Istanbul, die zentralanatolische Provinz Konya und die Hauptstadt Ankara. Akcan betonte, dass 90 Prozent der individuellen Waffen in der Türkei nicht registriert seien, und erklärte, dass die Strafen für den Gebrauch nicht registrierter Waffen nicht abschreckend genug seien. In dem Bericht werden die staatlichen Behörden dringend aufgefordert, unverzüglich Maßnahmen zur Regelung des Waffengebrauchs zu ergreifen.

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– Waffenrecht – Kölner Polizeipräsident für Messerverbot an Feier-Hotspots

Kölns Polizeipräsident Uwe Jacob befürwortet ein Messerverbot an Feierhotspots.

Kölner Polizeipräsident für Messerverbot an Feier-Hotspots
 

Anwerbe-Abkommen
Türkischer Botschafter fordert bessere Integration Türkeistämmiger

Berlin – Die Türkei hat Deutschland aufgefordert, sich noch stärker für die Integration türkeistämmiger Menschen zu engagieren. 1961 schlossen die Türkei und Deutschland ein Anwerbeabkommen, das zehntausende Menschen mit türkischen Wurzeln nach Deutschland brachte. Doch auch 60 Jahre später bleibt die Integration eine Herausforderung, sagt der türkische Botschafter Ahmet Başar Şen. Der türkische Botschafter in Deutschland, Ahmet Basar Sen, sagte am Freitag im Inforadio vom rbb, die deutsche Politik der letzten 25 Jahre habe zu mehr Chancen und auch zu mehr Erfolgen türkeistämmiger Menschen geführt. Dennoch gebe es noch viel zu tun, so Sen. Er wünsche sich vor allem im Bildungsbereich größere Anstrengungen. „Eine gesunde Integration ohne Bildung ist nicht möglich. Da haben wir noch Defizite. Insbesondere junge Menschen möchten auch die Beziehungen zu den Wurzeln pflegen. Und diese jungen Menschen brauchen auch zum Beispiel Türkisch-Unterricht.“ Sen sprach sich anlässlich des 60. Jahrestags der Unterzeichnung des Anwerbe-Abkommens mit der Türkei außerdem für eine größere Unterstützung für das religiöse Leben türkeistämmiger Menschen aus. „Da müssen wir sehr wahrscheinlich noch ein bisschen gemeinsam arbeiten.“

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– Anwerbeabkommen – Themenabend: „Von Türken zu Almans“

Am 30. Oktober 1961 schlossen die Bundesrepublik Deutschland und die Türkei ein Anwerbeabkommen. 60 Jahre später blickt 3sat mit „3satThema: Fremde oder Freunde?“ in drei aktuellen Dokumentationen auf Geschichte und Gegenwart.

Themenabend: „Von Türken zu Almans“

Waffenrecht
Kölner Polizeipräsident für Messerverbot an Feier-Hotspots

Köln – Kölns Polizeipräsident Uwe Jacob befürwortet ein Messerverbot an Feierhotspots. „Messer haben auf Partymeilen nichts verloren“, sagte Jacob dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Nach dem tödlichen Messerstich auf der Zülpicher Straße Ende Juli in Köln, durch den ein 16-Jähriger starb, und den jüngsten Messerangriffen in der Düsseldorfer Altstadt war eine Diskussion um eine Verschärfung des Waffenrechts entbrannt. Jacob sagte der Zeitung, er könne sich generell ein Waffenverbot an bestimmten Brennpunkten „als weiteren Baustein für mehr Sicherheit in Köln“ vorstellen. Zuvor hatte sich Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) für ein Messerverbot ausgesprochen. Das Land NRW könnte eine sogenannte Rechtsverordnung erlassen, nach der eine Kommune auf bestimmten Straßen, Wegen oder Plätzen das Mitführen von Messern, Pistolen und anderen Waffen untersagen kann – vorausgesetzt, an den betreffenden Orten wurden wiederholt schwere Straftaten unter Einsatz einer Waffe verübt und auch künftig wäre nach Einschätzung der Polizei mit solchen Taten dort zu rechnen. Ein Stadtsprecher sagte, aktuelle Überlegungen, eine solche Verbotszone in Köln einzurichten, gebe es nicht.

Ukraine
Selenskyj: Einsatz türkischer Kampfdrohnen nicht vereinbarungswidrig

Kiew – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij wies am Freitag die Kritik am Einsatz türkischer Kampfdrohnen im Konflikt mit pro-russischen Separatisten zurück und erklärte, sein Land „verteidige sein Territorium“. Die türkischen Bayraktar TB2-Kampfdrohnen wurden von der ukrainischen Armee kürzlich zum ersten Mal eingesetzt, um eine Haubitze zu zerstören, die von prorussischen Separatisten im Donbass eingesetzt wurde. Ein ukrainischer Soldat wurde getötet und zwei weitere wurden durch die Haubitzen verwundet, hieß es in einer Erklärung Zelenskijs. Die ukrainische Armee veröffentlichte in dieser Woche Aufnahmen des nach eigenen Angaben ersten Einsatzes der türkischen Drohne gegen Separatisten im Osten des Landes. Frankreich und Deutschland – beide Vermittler in dem Konflikt – kritisierten das Vorgehen. „Die Ukraine verteidigt ihr Territorium und ihre Souveränität“, sagte Zelensky in einer von seinem Büro veröffentlichten Stellungnahme. . „Wir greifen nicht an, wir reagieren nur“, so der ukrainische Staatschef. Am Donnerstag erklärte Frankreich, es sei „besorgt“ über den Einsatz der Bayraktar-Drohne und über den „immer häufigeren Einsatz schwerer Waffen“, die den Waffenstillstand verletzten. Eine Sprecherin des deutschen Außenministeriums kritisierte laut der Nachrichtenagentur Ukrinform das Vorgehen ebenfalls. Auch Moskau verurteilte den Einsatz am Mittwoch. Der Kreml erklärte, dass sich seine Befürchtungen bezüglich der Entscheidung der Türkei, Kampfdrohnen an die Ukraine zu verkaufen, bewahrheitet hätten und dass die türkischen Drohnen die Situation in der Ostukraine destabilisieren könnten. Situation in der Ostukraine In der östlichen Donbass-Region stehen sich seit Jahren pro-russische Separatisten und ukrainische Regierungssoldaten gegenüber. Dabei wurden nach Angaben der Regierung in Kiew seit Beginn des Konfliktes im Jahr 2014 rund 14.000 Menschen getötet. Die Kämpfe dort sind wieder aufgeflammt, wobei sich beide Seiten gegenseitig beschuldigen, einen im Juli in Kraft getretenen Waffenstillstand zu verletzen. Türkische Kampfdrohnen

Die Türkei hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der führenden Länder bei der Herstellung von Kampfdrohnen entwickelt. Erfolgreichen Einsätzen in Kriegsgebieten wie Libyen. Syrien oder Aserbaidschan folgend, sind die weltweiten Auftragseingänge in die Höhe geschnellt. Die Ukraine gehört seit Jahren zu den größten Bestellern der Drohnen. Russland hat die Verkäufe kritisiert. Dies ermutige die Ukraine zu militärischen Schritten in der Krisenregion und trage nicht zu einer Deeskalation bei, so das russische Außenministerium im Juni dieses Jahres.

Zum Thema

– Donbass-Krise – Ukraine zerstört Artilleriegeschütze der Separatisten mit türkischer Kampfdrohne TB2 Bayraktar

Die ukrainische Armee hat in dem umkämpften Gebiet Donbass in der Ostukraine bei Operationen gegen Separatisten zum ersten Mal die türkische Kampfdrohne TB2 Bayraktar eingesetzt. Dabei wurde eine Haubitze zerstört, wie in einem auf der Facebook-Seite des ukrainischen Generalstabes veröffentlichten Videos zu sehen ist.

Ukraine zerstört Artilleriegeschütze der Separatisten mit türkischer Kampfdrohne TB2 Bayraktar
 

Kryptowährung
Bitcoin und die Zukunft der Mobiltelefonanwendungen

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Bitcoin ist eine dezentralisierte virtuelle Währung, die auch heute noch bedeutende Veränderungen in verschiedenen globalen Wirtschaftssektoren bewirkt. Sie verändert jedoch nicht nur die Art und Weise, wie wir weltweit Geld ausgeben, erwerben und verwalten. Bitcoin beeinflusst auch die Entwicklung verschiedener Geräte und Ressourcen wie Mobiltelefone und deren Anwendungen. Mobiltelefone sind die bequemsten Plattformen für Krypto-Nutzer, da sie die Abwicklung von Zahlungen und Geldtransfers auf Abruf erleichtern. Mobile Bitcoin-Zahlungen werden aufgrund ihrer Einfachheit, Flexibilität und Kosteneffizienz zu einem beliebten Trend. Abgesehen von mobilen Zahlungen verfügen moderne Smartphones über einzigartige Funktionen zur Verbesserung der Bitcoin-Speicherung und -Sicherheit. Solche Mobiltelefone verfügen über eine vertrauenswürdige Ausführungsumgebung (Trusted Execution Environment, TEE), die integrierte Geldbörsen und sichere Plattformen für die Durchführung von Kryptotransaktionen ohne Verbindungen zu anderen Telefonanwendungen oder dem Internet bietet. Smartphone-fähige Bitcoin-Wallets funktionieren ähnlich wie die von Krypto-Börsen wie öl profit angebotenen. Allerdings sind die Wallets von hardwarebasiert, was zu ihrer erhöhten Sicherheit und Bequemlichkeit beiträgt.

Wie Bitcoin die Zukunft der mobilen App-Entwicklung beeinflussen könnte

Der Kryptomarkt ist überschwemmt mit verschiedenen Handy-Apps für den Bitcoin-Handel, Investitionen und Mining. Außerdem nutzen viele Unternehmen und Privatpersonen jetzt Mobiltelefone zum Senden und Empfangen von Zahlungen in Bitcoin. Die Blockchain-Technologie ist jedoch der Schlüsselaspekt von Bitcoin, der sich auf die Zukunft der mobilen App-Entwicklung auswirken wird. Hier sind die wichtigsten Auswirkungen von Bitcoin auf die Entwicklung von Mobiltelefonanwendungen. Verbesserte App-Sicherheit und Datenschutz Obwohl es verschiedene mobile Apps für die Abwicklung von Zahlungen, den Handel und das Investieren in Bitcoin gibt, weisen sie mehrere Schwachstellen auf. Cyberangriffe und Datenlecks sind die häufigsten Risiken, denen die meisten Menschen, die Bitcoin über ihre Mobiltelefone nutzen, ausgesetzt sind. Die dem Bitcoin zugrundeliegende Technologie bietet verbesserte Sicherheitsfunktionen, die Entwickler von mobilen Anwendungen integrieren können, um Schwachstellen zu vermeiden. Die Blockchain schließt Dritte von den Transaktionen aus und führt eine unumkehrbare digitale Aufzeichnung aller Aktivitäten der Nutzer. Außerdem werden Verschlüsselungen verwendet, um die Daten im Bitcoin-Netzwerk zu sichern. So können Entwickler von mobilen Anwendungen diese Attribute in künftige Anwendungen integrieren, um eine verbesserte Sicherheit der Anwendungen und den Schutz der Nutzerdaten zu gewährleisten. Entwicklung von robusten mobilen Apps Die aktuellen Plattformen für die Entwicklung mobiler Anwendungen verfügen ebenfalls über mehrere wichtige Tools für Entwickler, allerdings mit einigen Einschränkungen. Aus diesem Grund haben die meisten mobilen Apps die gleichen Funktionen mit wiederkehrenden Problemen. Blockchain kann Transaktionen verifizieren, intelligente Verträge ausführen und Nutzerdaten sichern. Durch die Integration der Bitcoin-Technologie können Entwickler mobiler Apps robuste und intuitive Anwendungen für den Bitcoin-Handel, das Mining, das Investieren und die Speicherung erstellen. Das bedeutet, dass Sie eine mobile App für alle Bitcoin-bezogenen Transaktionen verwenden könnten. App-Entwickler könnten Blockchain in bestehende mobile Anwendungen integrieren oder neue Anwendungen mit verbesserter Funktionalität entwickeln. Intelligente Vereinbarungen Blockchain verändert auch die Art und Weise, wie Unternehmen und Kunden Verträge abschließen. Unternehmen, die mobile Apps entwickeln, schließen in der Regel Verträge mit neuen Kunden ab. Die meisten dieser Verträge beinhalten Papierkram und erfordern die physische Anwesenheit beider Parteien, was mühsam und zeitaufwändig ist. Blockchain löst dieses Problem, indem es intelligente Verträge ermöglicht, die ohne die Beteiligung Dritter elektronisch ausgeführt werden. Es gibt Bestimmungen, bei denen beide Parteien ihre individuellen Vertragsbedingungen einbringen können und die Technologie sie wie vorgesehen ausführt. Entwickler mobiler Anwendungen könnten entweder spezielle Anwendungen für die Abwicklung intelligenter Verträge entwickeln oder die Optionen in bestehende Plattformen integrieren. Mehr Mobile App-gestützte Transaktionen Bitcoin gewinnt zunehmend an Wert und Popularität, was sich in einer raschen Akzeptanz durch etablierte Finanzinstitute, Unternehmen und Privatpersonen niederschlägt. Die Dezentralisierung von Bitcoin, die schnellere Zahlungsabwicklung und die niedrigen Transaktionsgebühren erzeugen eine positive Wahrnehmung bei den Nutzern und überzeugen viele Menschen, zu mobilen und bargeldlosen Transaktionen zu wechseln. Daher ist mit einer verstärkten Entwicklung und Nutzung von Handy-Apps für Finanztransaktionen zu rechnen, auch für solche, die nicht mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen arbeiten. Bitcoin und Blockchain sind noch relativ neue Konzepte, und wir verstehen vielleicht noch nicht das ganze Ausmaß ihrer Auswirkungen auf Handy-Apps. Sie haben sich jedoch als wertvolle Ressourcen erwiesen, die die künftige Entwicklung mobiler Apps auf verschiedene Weise erheblich beeinflussen werden.

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– Wirtschaft – Polen: Inflation steigt auf höchsten Stand seit 20 Jahren

Nach Deutschland hat am Freitag auch Polen einen Rekordanstieg der Inflationsrate bekanntgegeben.

Polen: Inflation steigt auf höchsten Stand seit 20 Jahren
 

Wirtschaft
Polen: Inflation steigt auf höchsten Stand seit 20 Jahren

Warschau – Nach Deutschland hat am Freitag auch Polen einen Rekordanstieg der Inflationsrate bekanntgegeben. Die Inflation in Polen ist erneut gestiegen und liegt nun bei 6,8 Prozent im Jahresvergleich. Dies ist der vierte monatliche Anstieg in Folge seit Beginn des Sommers, so die vorläufigen Zahlen der staatlichen Agentur Statistics Poland (GUS). Die Inflationsrate des Landes ist die höchste seit zwei Jahrzehnten und eine der höchsten in der Europäischen Union. Als Reaktion darauf hat die polnische Zentralbank Anfang des Monats die Zinssätze zum ersten Mal seit neun Jahren unerwartet von 0,1 Prozent auf 0,5 Prozent angehoben, und weitere Erhöhungen könnten bevorstehen. Mit 6,8 Prozent erreichtt die Inflationsrate des Landes den höchsten Stand seit 2001 ist und übertrifft erneut die Prognosen, die von 6,4 Prozent ausgegangen waren. Eine endgültige Berechnung wird in zwei Wochen erwartet, weicht aber in der Regel nicht wesentlich von der ersten Schätzung ab. Die polnische Inflation gehörte in den letzten zwei Jahren stets zu den höchsten in der EU. Nach den jüngsten EU-weiten Daten von Eurostat für September lag Polen im Jahresvergleich an dritter Stelle, im August an erster und im Juli und Juni an zweiter Stelle.
(Screenshot/Twitter)
Laut dem Wirtschaftsportal THINK, könnte der Verbraucherpreisindex in Polen noch vor Jahresende sogar sieben Prozent übersteigen. Eine neue Welle von „Problemen in der Lieferkette und steigende Preise im Ausland“ erhöhten das Risiko für Inflationsraten über den Prognosen. Nachfrage- und Lohndruck dürften im Jahr 2022 demnach wichtige Inflationsfaktoren sein.

Deutschland erlebt höchste Inflation seit 28 Jahren

Auch Deutschland erlebt momentan einen Rekordanstieg der Inflationsraten. Im Oktober sind die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr um satte 4,5 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Anstieg seit 28 Jahren.

Wie die Bild-Zeitung unter Berufung auf eine Mitteilung des Statistischen Bundesamts vom Donnerstag berichtetete, habe es so einen Anstieg zuletzt im Oktober 1993 gegeben. Im September hatte die Inflation mit 4,1 Prozent bereits die Vier-Prozent-Marke überschritten. Der größte Preistreiber: Energie

Im aktuellen Monat war der größte Preistreiber erneut Energie: Sie kostete im Oktober 18,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Nahrungsmittel verteuerten sich um 4,4 Prozent, Dienstleistungen um 2,4 Prozent, darunter Wohnungsmieten um 1,4 Prozent, berichtet die tagesschau.