Faktenteck
Analysten stufen virales Bild von Khamenei als KI-generiert ein

Berlin – Nach Berichten über den Tod des iranischen Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei hat ein bestimmtes Bild in sozialen Medien wie X und Facebook massive Aufmerksamkeit erregt. Das Bild, das angeblich den religiösen Führer inmitten von Trümmern und Schutt liegend zeigt, hat weltweit heftige Debatten ausgelöst. Mehrere internationale Faktenprüfungsorganisationen und Medien, darunter iVerify und Dawn, haben das Material jedoch inzwischen analysiert und als digitale Fälschung eingestuft. Diesen Berichten zufolge zeigt eine technische Untersuchung des Bildes mehrere Unstimmigkeiten, die typisch für KI-generierte Inhalte sind. Analysten weisen auf anatomische Fehler hin, wie beispielsweise eine Hand mit sechs Fingern, was ein häufiges Artefakt in synthetischen Bildern ist. Darüber hinaus wurde die physikalische Zusammensetzung der Szene in Frage gestellt; die Anordnung der Stahlträger und Betonfragmente scheint nicht den Gesetzen der Statik zu entsprechen, was darauf hindeutet, dass das Bild digital „zusammengesetzt” und nicht in einer realen Umgebung aufgenommen wurde. Zusätzlich zu diesen visuellen Unstimmigkeiten haben Experten von Lead Stories und andere forensische Ermittler Verhaltensanomalien innerhalb des Bildes festgestellt. Die abgebildeten Rettungskräfte stehen direkt auf den instabilen Trümmern, unter denen sich die Leiche angeblich befindet – eine Vorgehensweise, die aufgrund der Einsturzgefahr und der Sicherheitsvorschriften den üblichen Notfallprotokollen widerspricht. Darüber hinaus haben digitale forensische Tools Berichten zufolge Marker in den Bildmetadaten identifiziert, die häufig mit KI-Modellen in Verbindung gebracht werden. Während das Bild weiterhin weit verbreitet ist, sind sich professionelle Faktenprüfer einig, dass es sich nicht um ein authentisches Foto handelt. Solche Deepfakes werden oft in Zeiten geopolitischer Instabilität eingesetzt, um die öffentliche Wahrnehmung zu beeinflussen oder bestimmte Reaktionen zu provozieren. Bislang hat kein offizielles iranisches Staatsmedium fotografische Beweise für den Tod des Verstorbenen veröffentlicht, da die Situation in Teheran weiterhin unter strengen offiziellen Protokollen behandelt wird.
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– Kommentar – Israel und Netanjahu vor dem 7. Oktober 2023

Bevor die ersten Raketen aus Gaza einschlugen, befand sich Israel bereits in der schwersten inneren Zerreißprobe seiner Geschichte. Benjamin Netanjahu trieb eine Justizreform voran, die das Land bis ins Mark spaltete und den sozialen Vertrag aufkündigte.

Israel und Netanjahu vor dem 7. Oktober 2023

Fact Check
Fact Check: Analysts classify viral Khamenei image as AI-generated

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Berlin – In the wake of reports regarding the passing of Iranian Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei, a specific image has gained massive traction across social media platforms such as X and Facebook. The picture, which allegedly shows the religious leader lying amidst rubble and debris, has sparked intense global debate. However, several international fact-checking organizations and media outlets, including iVerify and Dawn, have since analyzed the material and classified it as a digital fabrication. According to these reports, a technical examination of the image reveals several inconsistencies typical of AI-generated content. Analysts point to anatomical errors, such as a hand appearing to have six fingers, which is a common artifact in synthetic imagery. Furthermore, the physical composition of the scene has been questioned; the arrangement of steel beams and concrete fragments does not appear to follow the laws of statics, suggesting the image was digitally „assembled“ rather than captured in a real-world setting. In addition to these visual discrepancies, experts from Lead Stories and other forensic investigators have noted behavioral anomalies within the image. The depicted rescue workers are shown standing directly on the unstable debris where the body is supposedly located—a practice that contradicts standard emergency protocols due to the risk of collapse and safety regulations. Furthermore, digital forensic tools have reportedly identified markers in the image metadata that are frequently associated with AI models. While the image continues to circulate widely, the consensus among professional fact-checkers is that it does not represent an authentic photograph. Such deepfakes are often deployed during periods of geopolitical instability to influence public perception or provoke specific reactions. At this time, no official Iranian state media has released any photographic evidence of the deceased, as the situation in Tehran continues to be handled under strict official protocols.
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– Epstein-Files – Fact check: The allegations against Ellen DeGeneres and the Epstein files

Documents from Jeffrey Epstein’s circle allegedly prove that DeGeneres was involved in ritual atrocities against children and cannibalism.

The anatomy of the allegations

The originators of this false report use extremely shocking details to trigger emotional outrage. The manipulated posts claim that DeGeneres has a “second, secret kitchen” without cameras where human flesh is prepared. There is also talk of refrigeration units for infants and a “sociopathic calm” during consumption.
Fact check: The allegations against Ellen DeGeneres and the Epstein files

Gastbeitrag
„Terror war notwendig, um die Araber zum Verlassen zu bewegen“

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Wie die israelische Tageszeitung Haaretz berichtet, behaupten Israelis seit langem, dass die Palästinenser „freiwillig“ aus ihren Häusern und von ihrem Land geflohen seien und so erst die Gründung Israels ermöglichten. Neu aufgetauchte und bewertete israelische Dokumente besagen was anderes. Demnach haben zionistische Milizen Massaker, Vergewaltigungen und Vertreibungen verübt, um im Land etwa 800.000 Palästinenser zu vertreiben oder ethnisch zu säubern und so den Staat Israel im Jahre 1948 zu gründen. Laut der Haaretz sind in den Dokumenten und Aufzeichnungen, Augenzeugenberichte über den Krieg von 1948 (von den Palästinensern als Nakba (Katastrophe) bezeichnet) enthalten, die von Kommandeuren der zionistischen Milizen verfasst wurden, welche den Kern des israelischen Militärs bildeten. Die Dokumente wurden entdeckt, nachdem vor zwei Jahren jemand in einem Tel Aviver Viertel Kisten mit Tausenden von Dokumenten neben einem Müllcontainer abgestellt hatte. Deren Auswertung widerlegt „vollständig die israelische Darstellung, nach der die arabischen Einwohner des Landes auf Geheiß ihrer eigenen Führer aus eigenem Antrieb geflohen seien.“ Die Zoologin Ronit Zilberman entdeckte die Kisten mit tausenden Dokumenten neben einem Müllcontainer im Tel Aviver Stadtteil Ramat Hahayal. Zilberman kontaktierte das Akevot Institute for Israeli-Palestinian Conflict Research, welches die Unterlagen sichtete und deren historische Bedeutung (insbesondere militärische Befehle aus dem Jahr 1948) erkannte. Nach einer zweijährigen Phase der Archivierung und Forschung wurde die Geschichte unter dem Titel „Terror Was Needed to Make Arabs Leave“ veröffentlicht. Die Dokumente enthalten einen Kriegsbericht von Jitzchak Broschi, dem Kommandeur von Golanis 12. Bataillon. Broschi schreibt, er habe den Befehl gegeben, das Dorf Arab a-Zabah, eine Beduinensiedlung in Untergaliläa, zu zerstören und alle dort anzutreffenden Personen zu töten. „Jeder Araber unter den Zabahim ist zu töten“, heißt es in seinem ausdrücklichen Befehl. In einem anderen Fall befahl Broshi seinen Truppen, nach der Eroberung des Gebiets, um den Berg Turan in Untergaliläa nach dort versteckten Arabern zu durchsuchen. „Tötet jeden, der sich versteckt“, lautete damals der Befehl von Broshi. Haaretz merkt an, dass, obwohl seit der Nakba, die die Israelis als „Unabhängigkeitskrieg“ bezeichnen, fast 80 Jahre vergangen sind, viele Dokumente in den israelischen Archiven weiterhin geheim gehalten werden. Daher baue das „historische Gedächtnis in Israel auf einer Täuschung“ auf.

Ethnische Säuberung und demografische Verschiebung

„Es lässt sich nun anhand einer beeindruckenden Beweislage bestätigen, dass die israelische Armee (IDF) während des Unabhängigkeitskrieges Araber systematisch und gewaltsam vertrieben hat. Die Vertreibung erfolgte durch Massaker, Morde und eine Reihe von Maßnahmen, die darauf abzielten, die Zivilbevölkerung zu terrorisieren und ihre Flucht zu beschleunigen“, so das Fazit von Haaretz. „Wie vertreibt man ein Dorf?“, fragte u.a. Maxim Cohen in einem Dokument, ein Kommandeur der Carmeli-Brigade. „Man schneidet einem Araber vor aller Augen das Ohr ab, und alle fliehen. In der Praxis wurde kein Dorf evakuiert, ohne jemanden zuvor in den Bauch zu stechen oder ähnliche Methoden anzuwenden. Wir siegten nur dank der Angst der Araber, und sie fürchteten sich nur vor Taten, die gegen das Gesetz verstießen.“ Haim Ben-David, der später den Rang eines Generalmajors erreichte und Militärsekretär des ehemaligen Premierministers David Ben Gurion wurde, erklärte in einem Dokument, dass die Befehle zur Tötung und Vertreibung palästinensischer Zivilisten während des Krieges von 1948 mündlich und nicht schriftlich erteilt wurden. „In unseren Einsatzbefehlen achteten wir sorgfältig darauf, das Töten nicht zu erwähnen. Die Verhaltensanweisungen wurden den Bataillonskommandeuren mündlich übermittelt“, erklärte Ben-David.

Widerstand der Zivilbevölkerung mit Tod brechen

Yisrael Carmi, ein Bataillonskommandeur der 7. Brigade, gab an, dass er während der Eroberung von Beerscheba im Oktober 1948 den Befehl gegeben habe, dass jeder Palästinenser, der sich der Vertreibung widersetze, hingerichtet werden solle. „Ich habe die Stadt erobert“, sagte Carmi aus. „Bei der Säuberung des Gebiets gab ich den Befehl, jeden, der auf der Straße erschien, zu vernichten, ob er Widerstand leistete oder nicht. Es wurde befohlen, alles zu zerstören. Nach der Einnahme der Polizeistation – nach der Kapitulation – hörten die Morde auf. Bis dahin wurden alle getötet – Frauen, Kinder, alle. Dann wurde den Leuten befohlen, nach Hebron zu gehen. Wer nicht ging, wurde beseitigt.“

Ohne Terror keine Vertreibung

Mordechai Maklef, ein Einsatzleiter, erklärte in einem weiteren Dokument: „Die Absicht war die Ausweisung.“ „Es ist unmöglich, 114.000 Menschen, die [in Galiläa] lebten, ohne Terror zu vertreiben. Es muss ein gewisses Maß an anfänglichem Terror gegeben haben, damit sie gingen.“

Auf Stumm gleichgeschaltet

Um diese Geschichte zu verschleiern, hat Israel von den 17 Millionen Akten im israelischen Staatsarchiv und im Archiv des Heeres und des Verteidigungsministeriums lediglich eine Million Akten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Den Mitarbeitern des Archivs wurde befohlen, „Materialien zu verbergen, die dem Ansehen der Armee schaden und sie als Besatzungsarmee ohne moralische Grundlage darstellen könnten, die gewalttätiges Verhalten gegenüber der arabischen Bevölkerung und grausame Taten (Tötung, Mord) an den Tag legt.“ Den Mitarbeitern wurde des Weiteren befohlen, die Veröffentlichung von Dokumenten zu verhindern, die die „Vertreibung von Arabern“ und „Befehle zur Misshandlung von Eindringlingen [Araber, die versuchen, in ihre Dörfer zurückzukehren]“ belegen. Obwohl jetzt die neuen Dokumente ausgewertet worden sind, die Israels Morden und Vertreiben von Palästinensern zur Gründung des Staates belegen, hatten einige israelische Führungskräfte bereits zuvor und intern das eingeräumt, was die Palästinenser seit Jahrzehnten behaupten. Man suchte nach einem Erklärungsansatz für die Nakba Während einer Kabinettssitzung nach dem Krieg von 1948 erörterte, der damalige israelische Innenminister Jitzchak Grünbaum, wie die Befehle zur „Säuberung des Gebiets“ erteilt worden waren. „Wer diese Angelegenheit von außen betrachtet, kann keine Erklärung für die Flucht der Araber finden. Es liegt auf der Hand, dass sie zur Flucht gezwungen wurden, weil sie ausgeraubt, vergewaltigt, ermordet und vertrieben wurden“, erklärte er.

Frauen, Alte und Kinder, ausnahmslos alle

Eines der größten Massaker während der Nakba ereignete sich in der Stadt Dawayima in der Region Lachisch in der nördlichen Negev. Laut der Aussage des Soldaten Meir Efron gegenüber der Partei Mapam heißt es: „Es gab keinen Kampf und keinen Widerstand. Die ersten Eroberer töteten 80 bis 100 arabische Männer, Frauen und Kinder.“ „Ein Kommandant befahl dem Pionier, zwei alte arabische Frauen in ein bestimmtes Haus zu bringen und es mit ihnen darin in die Luft zu sprengen. Ein anderer Soldat prahlte damit, eine arabische Frau vergewaltigt und sie dann erschossen zu haben. Eine Frau, die ein Neugeborenes im Arm hielt, arbeitete als Putzfrau. Sie arbeitete ein oder zwei Tage, und am Ende erschossen sie sie und ihr Baby.“ Haaretz weist darauf hin, dass laut Hunderten von Zeugenaussagen von Palästinensern, die der palästinensische Historiker Salah Abd al-Jawad gesammelt hat, während der Nakba mindestens 100 Massaker an Zivilisten stattfanden, und zwar in jedem fünften Dorf, das von Israels jungem Militär erobert wurde. Bei sechs der Massaker ermordeten israelische Truppen zwischen 50 und 100 Opfer. Jawads Forschung ergab, dass bei der Eroberung des Gebiets, das später Israel wurde, ein vierstufiges Muster zu erkennen war: Israelische Truppen umzingelten Dörfer von drei Seiten und terrorisierten die palästinensischen Bewohner mit Schüssen und Artilleriebeschuss; sie erlaubten einigen Einheimischen die Flucht in Nachbarländer; sie ermordeten diejenigen Bewohner, die nicht flohen, insbesondere Männer im Alter von 15 bis 50 Jahre und sie sprengten und verbrannten Häuser, oft mit Menschen darin. Israelische Truppen wenden seit 2023 ähnliche Methoden im Gazastreifen an. „Da war von Anfang an das gleiche Muster zu erkennen. Israel hat nach dem 7. Oktober, dass für den Tod von schätzungsweise 100.000 Palästinensern im Gazastreifen verantwortlich ist, kein einziger Soldat wegen Mordes oder Totschlags angeklagt. Zum jetzigen Zeitpunkt wurde lediglich ein Soldat wegen Plünderung vor Gericht gestellt“, bemerkt Haaretz. „Die Leugnung der Verbrechen von 1948 hat jahrzehntelange Konflikte angeheizt. Was wird die Leugnung der Verbrechen in Gaza über uns noch bringen?“, fragt die israelische Zeitung.  
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.
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Epstein-Files
Fact check: The allegations against Ellen DeGeneres and the Epstein files

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London – Since February 2026, massive accusations against US presenter Ellen DeGeneres have been circulating on social media. Viral posts on X and TikTok, some of which have received over 12 million views, claim that newly released documents from Jeffrey Epstein’s circle prove that DeGeneres was involved in ritual atrocities against children and cannibalism.

The anatomy of the allegations

The originators of this false report use extremely shocking details to trigger emotional outrage. The manipulated posts claim that DeGeneres has a “second, secret kitchen” without cameras where human flesh is prepared. There is also talk of refrigeration units for infants and a “sociopathic calm” during consumption.

Analysis of the evidence

Technical examination of the evidence presented paints a clear picture: Forensic examination of the audio material The main piece of evidence being circulated is an alleged “whistleblower audio” recording. Experts at Northwestern University (including Prof. V.S. Subrahmanian) examined the recording using 83 recognition algorithms. Sixty-three of these tools exposed the material as an AI-generated deepfake. The analysis revealed “aliasing artifacts,” static background noise, and the absence of natural breathing patterns, which technically proves that the voice was artificially generated. Comparison with the Epstein court files A search of the official records of the Giuffre v. Maxwell case and the US Department of Justice’s “Epstein Library” reveals no evidence of criminal activity by DeGeneres. Her name does not appear on the relevant flight lists or in incriminating witness statements regarding the abuse that took place on Epstein’s island. Origin of the reports The reports can be traced back to the platform “The People’s Voice” (formerly NewsPunch). On February 11, the website published an article and a video quoting an unnamed “insider source.” The video contained an audio recording of a “whistleblower” making detailed and unsubstantiated allegations about DeGeneres. According to studies by the Oxford Internet Institute, this site is considered one of the world’s most active sources of systematically fabricated news. “This account is based in Africa and is likely to be spamming for X revenue,” according to one comment.

Assessment of the current evidence

The investigation shows that the evidence currently being circulated for the serious allegations has been technically manipulated or does not exist in the official sources cited. Regardless of the personal assessment of the protagonists, the claims currently going viral about cannibalism and child abuse in the DeGeneres case are based on demonstrably fictitious content created using AI technology to distract from the facts actually documented in the files.
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– Epstein-Files – Fact Check: Is Tom Hanks mentioned in the latest 3-million-page Epstein document release?

Following the January and February 2026 release of approximately 3.5 million documents related to the Jeffrey Epstein investigation by the U.S. Department of Justice, social media has been flooded with claims regarding high-profile celebrities.

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– Kommentar – Epstein-Akten: Gesicherte Straftaten, begriffliche Unschärfen und die Dynamik öffentlicher Zuschreibungen

Bei den derzeit kursierenden sogenannten „Epstein Files“ handelt es sich nicht um eine neue Ermittlungsakte, sondern um eine Zusammenstellung bereits existierender Unterlagen aus unterschiedlichen straf- und zivilrechtlichen Verfahren.

Epstein-Akten: Gesicherte Straftaten, begriffliche Unschärfen und die Dynamik öffentlicher Zuschreibungen

Iran-Krieg
Kuwait: Wir haben versehentlich US-Jets abgeschossen

Kuwait City -Inmitten der massiven militärischen Eskalation im Nahen Osten ist es in Kuwait zu einem schwerwiegenden Zwischenfall durch Eigenbeschuss („Friendly Fire“) gekommen. Das kuwaitische Verteidigungsministerium bestätigte am Montagmorgen den Absturz von US-Kampfflugzeugen vom Typ F-15E Strike Eagle. Ursache war nach offiziellen Angaben eine Fehlfunktion in der Identifizierung der Luftziele durch die kuwaitische Luftabwehr.

Der Vorfall ereignete sich in den frühen Morgenstunden in einer Phase höchster militärischer Alarmbereitschaft. Laut ersten Berichten sollen die Jets im Norden Kuwaits nahe der irakischen Grenze niedergegangen sein.

Die Wrackteile wurden in einer dünn besiedelten Gegend beim Khor-Abdullah-Wasserweg lokalisiert. Das Verteidigungsministerium erklärte, die nationale Luftabwehr habe „unbekannte Objekte“ am Himmel identifiziert und bekämpft, die sich im Nachhinein als befreundete Einheiten der US-Luftwaffe herausstellten.

„Die zuständigen Behörden haben umgehend Such- und Rettungsmaßnahmen eingeleitet. Wir stehen in direkter Koordination mit den befreundeten US-Streitkräften, um die genauen Umstände zu untersuchen“, so eine offizielle Erklärung des kuwaitischen Verteidigungsministeriums. Trümmerteile fielen unter anderem auf das Gelände der Mina Al Ahmadi Raffinerie, wobei nach ersten Berichten zwei Arbeiter leicht verletzt wurden.

Widersprüchliche Berichte über die Absturzursache

Während das kuwaitische Militär den Vorfall offen als tragischen Irrtum einräumte, verbreitete die iranische Seite umgehend eine andere Darstellung. Die Führung in Teheran reklamierte für sich, eine F-15 im Rahmen ihrer großangelegten Vergeltungsoperationen gezielt abgeschossen zu haben. Unabhängige Belege für diese Behauptung liegen derzeit nicht vor; die kuwaitischen Behörden bleiben bei ihrer Darstellung eines internen Koordinationsfehlers aufgrund der extremen Nervosität im regionalen Luftraum.

Videos in sozialen Netzwerken zeigten brennende Objekte am Horizont und Fallschirme über dem Grenzgebiet. Das Verteidigungsministerium betonte, dass die Besatzungsmitglieder den Absturz überlebt haben. Die Piloten konnten sich mit dem Schleudersitz retten und wurden nach ersten Informationen bereits von kuwaitischen Such- und Rettungsteams geborgen. Ihr Zustand wird als stabil beschrieben, sie wurden zur weiteren Untersuchung in ein Militärkrankenhaus gebracht.

Die F-15 Strike Eagle: Ein hochkomplexes Waffensystem

Bei den betroffenen Maschinen handelt es sich um das Rückgrat der US-Luftüberlegenheit in der Region. Die F-15 Eagle ist ein zweistrahliger Allwetter-Kampfjet zur Lufthoheitssicherung. Laut Angaben der US Air Force zeichnet sich das Muster durch hohe Wendigkeit, starke Beschleunigung, große Reichweite und moderne Avionik aus. Besonders das hohe Schub-Gewichts-Verhältnis gilt als entscheidend im Luftkampf.

Die hier eingesetzte Variante F-15E Strike Eagle ist zusätzlich für Präzisionsangriffe auf Bodenziele konzipiert. Sie ist darauf ausgelegt, sowohl Luftüberlegenheits- als auch Tiefschlagmissionen zu fliegen. Experten weisen darauf hin, dass in solch hochgradig angespannten Konfliktsituationen die technische Freund-Feind-Erkennung (IFF) an ihre Grenzen stoßen kann, insbesondere wenn gleichzeitig massive elektronische Störmaßnahmen im Einsatz sind.

Regionale Auswirkungen

Die US-Botschaft in Kuwait-Stadt löste nach dem Vorfall Alarm aus und rief alle amerikanischen Staatsbürger sowie diplomatisches Personal dazu auf, Schutzräume aufzusuchen („Shelter in place“). Es gebe eine fortwährende Bedrohung durch Raketen- und UAV-Angriffe.

Gemeinsame technische Kommissionen beider Länder haben die Untersuchung aufgenommen, um festzustellen, warum die Kommunikation zwischen der kuwaitischen Leitstelle und den US-Flugzeugen versagte und wie es zu diesem fatalen Identifizierungsfehler kommen konnte.

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Iran-Krieg
Griechenland: Tausende protestieren vor US-Botschaft gegen Angriffe auf den Iran

Athen – Die ohnehin fragile Lage im Nahen Osten ist am vergangenen Wochenende in eine neue, gefährliche Dimension gestürzt. Nachdem Israel und die USA massive Luftschläge gegen mehrere iranische Städte durchgeführt haben, kam es am Sonntag in der griechischen Hauptstadt Athen zu großangelegten Protesten. Tausende Demonstranten zogen vor die Botschaften der USA und Israels, um gegen die militärische Eskalation und die Beteiligung westlicher Infrastruktur an dem Konflikt zu demonstrieren, berichtet Reuters.

„Hände weg vom Iran“ – Proteste erreichen das Herz Athens

Die Straßen Athens waren am Sonntag gesäumt von Menschenmengen, die ihren Unmut über die jüngsten Ereignisse lautstark kundtaten. Mit Bannern und Transparenten, auf denen Slogans wie „Hände weg vom Iran“ zu lesen waren, machten die Teilnehmer deutlich, dass sie eine weitere Ausweitung des Krieges ablehnen. Die Demonstranten forderten zudem die Schließung des Marinestützpunkts Souda auf Kreta, einer strategisch zentralen Einrichtung für die Vereinigten Staaten im östlichen Mittelmeer. Die griechischen Behörden hatten die Sicherheitsvorkehrungen rund um die US-amerikanische und die israelische Botschaft bereits im Vorfeld massiv verschärft. Reihen von blauen Polizeibussen riegelten die Gebäude ab, während die Demonstranten Parolen wie „Das Volk wird einen Ausweg aus dem Krieg finden, der Imperialismus ist nicht unbesiegbar“ skandierten. Unter den Teilnehmern befanden sich zahlreiche Verbände und Organisationen, viele trugen palästinensische und iranische Flaggen als Zeichen der Solidarität.

Strategische Alarmbereitschaft und internationale Solidarität

Griechenland hatte bereits am Samstag die Sicherheitsmaßnahmen auf dem Stützpunkt Souda verstärkt, da die Basis eine Schlüsselrolle für US-Operationen in der Region spielt. Die Angst vor Vergeltungsschlägen ist in den Anrainerstaaten des Mittelmeers greifbar. Doch nicht nur in Athen regte sich Widerstand: Auch in London versammelten sich am Samstag Menschen, unterstützt von der „Campaign for Nuclear Disarmament“, um gegen das gemeinsame Vorgehen von Washington und Tel Aviv zu protestieren.

Ein verheerender Schlag und die Folgen

Hintergrund der weltweiten Protestwellen ist eine beispiellose Militäroperation. Seit Samstagmorgen haben Israel und die USA koordinierte Angriffe auf mehrere Ziele im Iran geflogen. Berichten zufolge wurde dabei der Oberste Führer Ayatollah Khamenei sowie zahlreiche hochrangige Sicherheitsbeamte getötet. Während Israel die Operation als notwendigen Schritt zur Beseitigung einer „existenziellen Bedrohung“ bezeichnete, kündigte US-Präsident Donald Trump „umfassende Kampfhandlungen“ gegen das iranische Regime an. Der Iran reagierte umgehend mit Drohnen- und Raketenangriffen auf israelische Ziele sowie auf US-Einrichtungen in der gesamten Region. Diese Gegenangriffe zwangen mehrere Golfstaaten dazu, ihren Luftraum aus Sicherheitsgründen komplett zu sperren. Die iranische Führung hat nach der Bestätigung des Todes von Khamenei eine 40-tägige Staatstrauer ausgerufen und Rache geschworen. Ein Interimsrat wurde bereits benannt, um die Regierungsgeschäfte zu führen, bis ein Nachfolger bestimmt ist. Die Welt blickt nun mit Sorge auf die kommenden Tage, während die diplomatischen Bemühungen hinter den militärischen Realitäten zurückzutreten scheinen.    
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Israel und Netanjahu vor dem 7. Oktober 2023

Kommentar
Israel und Netanjahu vor dem 7. Oktober 2023

Von Polat Karaburan Wer heute, im Frühjahr 2026, durch die staubigen Straßen von Tel Aviv geht oder die schattigen Alleen von Jerusalem passiert, spürt eine seltsame, bleierne Schwere, die über dem Land liegt. Es ist nicht nur der tägliche Nachhall der Sirenen oder die ständige Angst vor einer weiteren Eskalation mit dem Iran, die wie ein dunkler Schatten über der israelischen Gesellschaft schwebt. Es ist vielmehr die schmerzhafte, fast unerträgliche Erkenntnis einer tiefen, inneren Wunde, die bereits lange vor jenem schwarzen Sabbat im Oktober 2023 klaffte. In den Redaktionen, in den akademischen Zirkeln und in den geschäftigen Cafés wird heute eine Debatte geführt, die Benjamin Netanjahu um jeden Preis unterdrücken will: Die Frage nach der Kausalität. War der 7. Oktober das zwangsläufige Ende einer Kette von bewussten, egoistischen Entscheidungen, die ein einziger Mann traf, um seine eigene Freiheit gegen das Gesetz zu verteidigen? Für die schärfsten Kritiker innerhalb Israels – von ehemaligen Geheimdienstchefs bis hin zu führenden Ökonomen – ist das Urteil längst gefällt: Benjamin Netanjahu hat das Land geschwächt, die Institutionen systematisch demoliert und die nationale Sicherheit auf dem Altar seiner persönlichen Korruptionsprozesse geopfert. Um die heutige Lähmung des jüdischen Staates und die verzweifelte Eskalationspolitik des Jahres 2026 zu verstehen, muss man die Anatomie jenes schicksalhaften Jahres 2023 rekonstruieren. Es war ein Jahr, in dem Israel mit sich selbst im Krieg lag, noch bevor die erste Rakete der Hamas den Grenzzaun von Gaza überquerte.

Der Sündenfall: Macht um jeden Preis

Benjamin Netanjahu, der Mann, der sich über Jahrzehnte als „Mr. Security“ stilisierte und dessen gesamtes politisches Kapital auf dem Versprechen der Unantastbarkeit beruhte, trat Ende 2022 eine Amtszeit an, die unter einem düsteren Vorzeichen stand. Er war kein freier Staatsmann mehr, als er die Hand auf die Thora legte. Gejagt von drei massiven Korruptionsverfahren – den berüchtigten Fällen 1000, 2000 und 4000 –, befand sich der erfahrenste Politiker des Landes in der Enge. Die Vorwürfe von Bestechlichkeit, Betrug und Untreue waren keine bloßen politischen Störmanöver der Opposition, wie er seine Anhänger unermüdlich glauben machen wollte. Besonders der Fall 4000 wog schwer: Hier ging es um den Vorwurf, Netanjahu habe dem Telekommunikationsriesen Bezeq regulatorische Vorteile in Millionenhöhe verschafft, im Gegenzug für eine schmeichelhafte Berichterstattung auf dem Nachrichtenportal Walla. In dieser existenziellen Not traf Netanjahu eine Entscheidung, die den Grundstein für die kommende nationale Katastrophe legen sollte. Er schloss ein Bündnis mit den radikalsten, messianischsten Kräften des politischen Spektrums – Männern wie Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich, die zuvor selbst vom Sicherheitsapparat als Bedrohung eingestuft worden waren. Gemeinsam begannen sie einen beispiellosen Feldzug gegen die einzige Institution, die Netanjahus absoluter Macht und seiner persönlichen Freiheit noch im Weg stand: das unabhängige Justizsystem. Was darauf folgte, war eine „Justizreform“, die in Wahrheit ein Frontalangriff auf die Grundfesten der Gewaltenteilung war. Das Vorhaben, das Justizminister Jariv Levin im Januar 2023 mit einer Kälte vorstellte, die weite Teile der Bevölkerung erschütterte, zielte darauf ab, das Oberste Gericht zu entmachten. In einem Land wie Israel, das weder eine geschriebene Verfassung noch eine zweite Parlamentskammer besitzt, ist der Oberste Gerichtshof die einzige Brandmauer gegen die Willkür der Herrschenden. Die damalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofs, Esther Hayut, fand deutliche Worte für diesen Angriff auf die Demokratie: „Dies ist kein Plan zur Verbesserung des Justizsystems, sondern ein Plan zu seiner Zertrümmerung. Es ist ein tödlicher Schlag für die Unabhängigkeit der Richter.“ Doch diese Warnung verhallte im Getöse der rechtsextremen Koalition ungehört. Die geplante Überstimmungsklausel war der Versuch, die absolute Macht in der Exekutive zu konzentrieren, damit Netanjahu seine Prozesse manipulieren konnte.

Das Narrativ vom „Deep State“ als Waffe

Besonders zerstörerisch war die Rhetorik, derer sich Netanjahu bediente, um seinen Feldzug zu legitimieren. Er importierte den Begriff des „Deep State“ (hebräisch: Medinat Amok) direkt aus dem Arsenal des internationalen Rechtspopulismus und pflanzte ihn tief in das israelische Bewusstsein ein. Plötzlich waren die Generalstaatsanwaltschaft, die Polizei und sogar die eigenen Geheimdienstchefs nicht mehr Diener des Staates, sondern Mitglieder einer verschwörerischen, linksliberalen Elite, die den „Willen des Volkes“ untergraben wollten. In diesem Narrativ wurde jede juristische Prüfung seiner Taten zu einem „Putschversuch von oben“ umgedeutet. Im Zentrum dieses Angriffs stand Gali Baharav-Miara, die Generalstaatsanwältin. Sie wurde zur Zielscheibe einer beispiellosen Diffamierungskampagne, nachdem sie Netanjahu schriftlich gewarnt hatte:
„Sie befinden sich in einem massiven Interessenkonflikt. Als Ministerpräsident, gegen den strafrechtliche Ermittlungen laufen, dürfen Sie sich unter keinen Umständen in eine Reform einmischen, die das Justizsystem schwächt, welches über Sie urteilt.“
Netanjahu und seine Minister brandmarkten sie daraufhin als politische Aktivistin im Gewand einer Juristin. Diese persönliche Diffamierung hatte System: Indem er die oberste Rechtsberaterin der Regierung als Feindin markierte, delegitimierte Netanjahu den Rechtsstaat in den Augen seiner Anhänger. Er schuf ein Klima der Paranoia, in dem Fakten weniger zählten als die bedingungslose Loyalität zum „Leader“.

Der Aufstand der Armee: Wenn Piloten weinen

Doch der interne Feldzug blieb nicht auf die Knesset beschränkt. Er fraß sich wie ein bösartiges Geschwür tief in das Herz der nationalen Sicherheit: die israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF). Im Frühjahr und Sommer 2023 geschah das Unvorstellbare, das, was die Feinde Israels jahrzehntelang für unmöglich gehalten hatten. Hunderte Elite-Reservisten erklärten ihren Dienststopp. Es war ein Schrei der Verzweiflung. Wenn Kampfjet-Piloten der Reserve erklärten, sie würden nicht für eine angehende Diktatur in den Einsatz fliegen, dann war das ein Alarmzeichen der Stufe Rot. Der Chef der Luftwaffe, Tomer Bar, warnte im August 2023 unmissverständlich:
„Die aktuelle Situation führt zu einer tiefen Schädigung der Einsatzbereitschaft der Luftwaffe. Die Feinde Israels interpretieren unsere interne Lage als Schwäche der Flugfähigkeit und der gesamten IDF.“
Netanjahu jedoch reagierte mit Arroganz. Er nannte die Reservisten „Anarchisten“ und weigerte sich, die Warnungen der militärischen Führung ernst zu nehmen. Er sah darin keine patriotische Sorge, sondern eine Bedrohung für sein persönliches politisches Überleben. Doch der Widerstand der Sicherheitselite war weit mehr als eine rein strategische Sorge um die Schlagkraft der Armee. Es war ein tiefgreifender moralischer und demokratischer Gewissenskonflikt. Für die Kampfjet-Piloten und Elite-Einheiten, die den Dienst verweigerten, ging es nicht um militärische Taktik, sondern um das Fundament ihres Eides: Sie sahen sich als Soldaten einer Demokratie, nicht als Handlanger eines autoritären Regimes. Ihre Verweigerung war ein verzweifelter Protest gegen die Aushöhlung des Rechtsstaates. Männer wie der ehemalige Mossad-Chef Tamir Pardo machten unmissverständlich klar, dass ein Staat ohne eine unabhängige Justiz seine moralische Legitimation verliert – und damit auch die Loyalität derer, die bereit sind, ihr Leben für ihn zu geben. Der Sicherheitsverlust war in ihren Augen lediglich das fatale Symptom einer viel tiefer liegenden Krankheit: dem drohenden Verlust der israelischen Demokratie selbst. Es war Verteidigungsminister Yoav Gallant, der im März 2023 schließlich die Reißleine zog und in einer dramatischen Fernsehansprache erklärte: „Die wachsende Kluft in unserer Gesellschaft dringt in die IDF und die Sicherheitsbehörden ein. Dies ist eine klare, unmittelbare und reale Gefahr für die Sicherheit des Staates. Ich werde dazu nicht schweigen.“ Netanjahus Antwort war bezeichnend: Er entließ Gallant kurzerhand. Auch wenn er diese Entscheidung nach massiven Protesten zurücknehmen musste, war das Signal an die Feinde Israels im Ausland eindeutig: Der jüdische Staat ist im Inneren gelähmt. Die militärische Führung und die politische Spitze misstrauten sich zutiefst.

Die Warnungen, die im Wind verhallten

Man muss sich die Absurdität jener Monate vor dem 7. Oktober vor Augen führen: Die Chefs von Mossad und Schin Bet legten Dossiers vor, die warnten, dass „Feinde“ die interne Zerrissenheit Israels als historische Chance begriffen. Ronen Bar, der Chef des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet, warnte im Sommer 2023 eindringlich: „Der soziale Zusammenhalt ist das strategische Rückgrat Israels. Wenn dieser bricht, wird unsere nationale Sicherheit direkt untergraben. Unsere Feinde beobachten diesen Prozess mit Genugtuung.“ Doch im Büro des Ministerpräsidenten wurden diese Berichte als „Hysterie der Sicherheitseliten“ abgetan. Auch der ehemalige Mossad-Chef Tamir Pardo fand radikale Worte: „Wir befinden uns in einem Prozess der Selbstzerstörung. Ein Land ohne ein unabhängiges Justizsystem hört auf, eine Demokratie zu sein. Netanjahu opfert den Staat für seine eigenen Interessen.“ Wer ständig vor einem eingebildeten „Deep State“ im Inneren warnt, verliert den Blick für die realen Bedrohungen an den Grenzen. Netanjahu hatte sich in eine paranoide Welt geflüchtet, in der die größte Gefahr für Israel nicht der Terrorismus war, sondern ein Richter am Obersten Gerichtshof, der eine Regierungsentscheidung als „unangemessen“ einstufen könnte. Der 7. Oktober war somit das furchtbare Echo einer Politik, die die nationale Einheit für das egoistische Überleben eines Einzelnen geopfert hatte. Generalstabschef Herzi Halevi hatte Netanjahu im Juli 2023 in einem vertraulichen Brief gewarnt: „Wenn wir nicht weiterhin eine starke und geeinte Armee bleiben, und wenn die besten unserer Leute nicht mehr dienen wollen, wird unsere Existenz als Staat in Gefahr sein.“ Doch Netanjahu war zu sehr damit beschäftigt, Gali Baharav-Miara zu bekämpfen und Truppen ins Westjordanland abzuziehen, um seine rechtsextremen Partner milde zu stimmen.

Die Erosion der „Startup-Nation“

Die Folgen dieser Politik waren nicht nur militärischer Natur. Auch das wirtschaftliche Fundament Israels begann zu bröckeln. Die „Startup-Nation“ lebt von ihrem Ruf als stabiler Rechtsstaat für globale Investoren. Bank-of-Israel-Gouverneur Amir Yaron warnte verzweifelt:
„Die Unsicherheit über die Rechtsstaatlichkeit schreckt Investoren ab und gefährdet das Fundament unserer Wirtschaft. Der Schaden könnte dauerhaft sein.“
Tatsächlich sanken die Investitionen im ersten Halbjahr 2023 drastisch. Wissenschaftler und Tech-Gründer sprachen offen von Abwanderung. Doch Netanjahu blieb unbeeindruckt. Sein Fokus lag nicht auf dem BIP, sondern auf der Anzahl der Stimmen in der Knesset, die ihn vor dem Gefängnis bewahren konnten. Blickt man nun aus dem Jahr 2026 zurück, wird die Kontinuität dieser verheerenden Strategie sichtbar. Beobachter werfen Netanjahu heute vor, dass er die Kriege in Gaza und die Eskalationen gegen den Iran instrumentalisiert, um von der Abrechnung mit seinem eigenen Versagen abzulenken. Die Logik der „Permanenz des Ausnahmezustands“ ist zum letzten Rettungsanker eines Mannes geworden, der weiß, dass am Tag nach dem Krieg die Gerichte auf ihn warten. Er nutzt den Krieg als Schutzschild gegen seine eigenen Korruptionsverfahren. Jede Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung des 7. Oktobers wird mit dem Hinweis abgewehrt, dass man „mitten im Kampf nicht den Anführer wechselt“. Es ist eine zynische Form der Geiselnahme eines ganzen Volkes.

Der Verrat am sozialen Vertrag

In seinem wegweisenden Werk „Die Sache mit Israel“ beschreibt der langjährige Journalist und Israel-Kenner Richard C. Schneider mit chirurgischer Präzision die Komplexität eines Landes, das oft an seinen eigenen, tief sitzenden Widersprüchen zu zerbrechen droht. Schneider analysiert darin die verschiedenen Stämme Israels, die sich zunehmend unversöhnlich gegenüberstehen. Doch was wir im Jahr 2023 und nun in der Folgekatastrophe von 2026 erleben, geht über die von Schneider beschriebenen strukturellen Spannungen hinaus: Es ist kein gewöhnlicher politischer Konflikt mehr. Es ist die bewusste Demontage eines Staates durch seinen eigenen Führer. Der ehemalige Mossad-Chef Efraim Halevy brachte es auf den Punkt: „Ich sorge mich heute mehr um die interne Bedrohung der israelischen Demokratie durch diese Regierung als um die Bedrohung durch den Iran.“ Die Rhetorik vom „Deep State“ hat tiefe Gräben hinterlassen, die vielleicht nie wieder zugeschüttet werden können. Wenn eine Regierung ihren eigenen Sicherheitsapparat als Feind betrachtet, ist das Ende der kollektiven Verteidigungsfähigkeit erreicht. Die Hamas hat dies am 7. Oktober 2023 mit blutiger Präzision ausgenutzt. Die Tatsache, dass Netanjahu bis heute keine Verantwortung übernommen hat, sondern die Schuld bei der Armee sucht, ist für viele Israelis der finale Beweis seiner moralischen Insolvenz. Netanjahu hat den sozialen Vertrag nicht nur gebrochen, er hat ihn verbrannt. Er wird als der Mann in die Geschichte eingehen, der die Tore von innen öffnete, indem er das Fundament des Hauses untergrub. Die Spaltung, die er säte, ist heute die größte Bedrohung für die Existenz des Staates – eine Bedrohung, die keine Raketenabwehr der Welt stoppen kann. Israel wird erst dann wieder sicher sein, wenn es den Krieg gegen sich selbst beendet – einen Krieg, den Benjamin Netanjahu im Namen seines persönlichen Fortkommens begonnen hat und den er bis heute auf Kosten der Zukunft des ganzen Nahen Ostens weiterführt. Die Aufgabe der kommenden Generationen wird es sein, diesen sozialen Vertrag neu zu verhandeln – ohne einen Architekten, dem sein eigener Machterhalt wichtiger war als das Überleben seines Volkes.
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– Israel – Knessetabgeordneter Golan bezeichnet Siedler als „Untermenschen“

Der israelische Knessetabgeordnete Yair Golan bezeichnete die in der illegalen Westjordanland-Siedlung Homesh lebenden Siedler am Mittwoch als „Untermenschen“.

Knessetabgeordneter Golan bezeichnet Siedler als „Untermenschen“
 

Iran
Tragödie in Iran: Opferzahl nach Angriff auf Mädchenschule steigt auf 148

Teheran – Das Ausmaß der Tragödie im Süden Irans nach den jüngsten US-Angriffen ist weitaus verheerender als zunächst angenommen. Wie örtliche Behörden und Rettungskräfte mitteilten, ist die Zahl der Todesopfer nach dem Raketeneinschlag in einer Mädchengrundschule massiv angestiegen. Inzwischen werden mindestens 148 verstorbene Menschen bestätigt. Viele davon Schülerinnen.

Waren die Behörden zunächst von 24 Todesopfern ausgegangen, korrigierten Rettungskräfte und medizinische Sprecher die Zahl der verstorbenen Schülerinnen am heutigen Sonntag massiv nach oben. Inzwischen sind mindestens 148 Todesopfer bestätigt, nachdem die Bergungsarbeiten in den Trümmern einer betroffenen Mädchengrundschule die ganze Nacht über andauerten. Die Szenen, die sich in den betroffenen Provinzen im Süden des Landes abspielen, werden von Augenzeugen als apokalyptisch beschrieben. Lokale Rettungsteams, die oft nur mit bloßen Händen in den rauchenden Überresten der Bildungseinrichtung nach Überlebenden graben, stoßen stündlich auf weitere Leichen. Da die Kommunikation in den Kriegsgebieten im Süden Irans weitgehend zusammengebrochen ist, gelangen Informationen nur verzögert an die Öffentlichkeit. Erst mit dem Eintreffen spezialisierter Katastrophenschutzhelfer aus den nördlicheren Regionen wurde das tatsächliche Ausmaß der Tragödie sichtbar.

Krankenhäuser am Rande des Kollapses

In den umliegenden Krankenhäusern herrscht blanke Verzweiflung. Die medizinische Infrastruktur im Süden Irans war bereits durch die vorangegangene Offensive der US-Streitkräfte stark geschwächt. Nun müssen die Kliniken Hunderte Schwerverletzte gleichzeitig versorgen. Ärzte vor Ort berichten gegenüber nex24, dass es an grundlegenden Dingen wie Anästhetika, sauberen Verbänden und Blutkonserven fehlt. Viele der Mädchen, die den direkten Raketeneinschlag zunächst überlebten, erlagen in den Stunden danach ihren schweren Verbrennungen oder inneren Verletzungen, da keine intensivmedizinische Betreuung möglich war. „Wir operieren auf den Fluren, ohne ausreichende Beleuchtung und unter ständigem Lärm von Drohnen am Himmel“, zitiert eine regionale Nachrichtenagentur einen Chirurgen aus der Krisenregion. Die psychische Belastung für die Hinterbliebenen ist unermesslich; ganze Familien suchen in den Krankenhäusern verzweifelt nach Lebenszeichen ihrer Kinder.

Internationales Entsetzen und geopolitische Folgen

Der mutmaßliche US-Raketenangriff auf eine zivile Bildungseinrichtung hat eine Welle des internationalen Entsetzens ausgelöst. Während das Pentagon die Angriffe offiziell als „Präzisionsschläge gegen militärische Infrastruktur der Revolutionsgarden“ rechtfertigt, werfen Menschenrechtsorganisationen der US-Führung vor, zivile Opfer billigend in Kauf zu nehmen oder die Zielkoordinaten nicht ausreichend geprüft zu haben. Kritiker warnen, dass solche Vorfälle den Widerstand innerhalb der iranischen Bevölkerung massiv radikalisieren könnten. Selbst jene Teile der Gesellschaft, die der Führung in Teheran kritisch gegenüberstehen, empfinden den Tod von fast 150 Schulkindern als einen Angriff auf die gesamte Nation. Der Kriegschaoas im Süden Irans droht durch diese Eskalation vollends außer Kontrolle zu geraten, da lokale Milizen bereits Vergeltungsschläge angekündigt haben. Die Identifizierung der Opfer gestaltet sich extrem schwierig, da viele Dokumente in den Trümmern vernichtet wurden. Die Regierung in Teheran hat eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen, während die internationale Gemeinschaft mit Sorge auf die weitere Entwicklung im Nahen Osten blickt.
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– Iran-Krise Iran: Demonstranten fordern Rache für Khamenei-Tod

Nach der Bestätigung des Todes von Ajatollah Ali Khamenei am frühen Sonntagmorgen zeigen sich in den sozialen Netzwerken zwei Gesichter des Irans.

Iran: Demonstranten fordern Rache für Khamenei-Tod
 

Iran-Krise
Iran: Demonstranten fordern Rache für Khamenei-Tod

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Tehran – Nach der Bestätigung des Todes von Ajatollah Ali Khamenei am frühen Sonntagmorgen zeigen sich in den sozialen Netzwerken zwei Gesichter des Irans.

Während virale Videos von Hupkonzerten in Teheran und feiernden Exil-Iranern in London und Los Angeles ein Bild der Befreiung zeichnen, mischen sich unter die Freude zunehmend nachdenkliche und warnende Stimmen. Viele Iraner blicken mit tiefer Sorge auf das, was nun folgt.

In den Kommentarspalten großer Nachrichtenportale und auf Plattformen wie X (ehemals Twitter) wird deutlich, dass die emotionale Lage im Land weit über politische Sympathien hinausgeht. Es ist für viele eine existenzielle Frage geworden. Ein Tenor, der sich in zahlreichen Beiträgen widerspiegelt, ist die Angst vor einem totalen Staatszerfall nach dem Vorbild der Nachbarländer.

Zwischen Dysfunktion und Chaos

Viele Nutzer beschreiben ein Gefühl der Gefangenschaft zwischen zwei kollabierenden Strukturen: einem internen Machtapparat, der durch Jahrzehnte der Misswirtschaft und Unterdrückung jede Legitimität verloren hat, und einem externen Druck, der das Land ins Chaos stürzen könnte. „Niemand glaubt mehr an Reformen – jeder Versuch wurde in der Vergangenheit entweder vereinnahmt oder zerschmettert“, schreibt ein User in einem viel geteilten Post. Doch die Skepsis gegenüber einer „Befreiung von außen“ sitzt tief. Die Erinnerungen an die Interventionen im Irak, in Libyen oder Afghanistan sind im kollektiven Gedächtnis des Nahen Ostens präsent. „Wir haben Angst vor dem Kollaps des Regimes – weil wir gesehen haben, was nach westlichen Interventionen in unseren Nachbarländern geschah“, erklärt ein Iraner in einer Nachricht gegenüber NEX24. „Jedes Mal wurde Freiheit versprochen, und jedes Mal endete es in Chaos, Bürgerkrieg oder Besatzung. Wir trauen den USA oder Israel nicht – nicht weil wir unser Regime unterstützen, sondern weil wir wissen, wie Großmächte mit ‚befreiten‘ Nationen umgehen.“

Freiheit vs. Instabilität

In den Online-Debatten wird das Paradoxon immer wieder auf den Punkt gebracht: Die Islamische Republik wird als politisch und moralisch bankrott angesehen, aber die angebotenen Alternativen von außen werden nicht als echte Befreiung, sondern als Vorbote des Zusammenbruchs wahrgenommen. Ein häufig geteiltes Argument in den Netzwerken lautet, dass eine schlechte Regierung zwar schmerzhaft, das völlige Fehlen einer staatlichen Ordnung jedoch tödlich sei. Der eingangs erwähnte Iraner präzisiert dieses Gefühl gegenüber nex24: „Iran ist eine Nation, die von ihrem eigenen Regime als Geisel gehalten wird, aber gleichzeitig vom Schicksal seiner Nachbarn heimgesucht wird. Wir stecken in einem Haus fest, das wir hassen, umgeben von Feuern, die wir noch mehr fürchten. Wir sind nicht schweigsam, weil wir einverstanden sind. Wir sind vorsichtig, weil wir gelernt haben, was passiert, wenn Supermächte beschließen zu ‚helfen‘.“

Ungewisse Zukunft

Während die Welt auf die militärische Eskalation starrt, bleibt für die Menschen im Iran die quälende Ungewissheit. Die Feiern in einigen Straßenzügen Teherans mögen ein Ventil für den aufgestauten Frust der letzten Jahre sein, doch in den Wohnzimmern vieler Familien herrscht die Sorge vor einem „Vakuum des Feuers“. Die kommenden Tage werden zeigen, ob der Iran den Weg in eine neue Ordnung findet oder ob die Befürchtungen der Realisten eintreten. Ein Bewohner Teherans erklärte gegenüber BBC Persian, dass die Welt nach dem Tod Khameneis ein „besserer Ort“ geworden sei. In diesem Moment des massiven Aufruhrs steht die iranische Führung nun unter dem gewaltigen Druck, Stabilität zu demonstrieren und einen nahtlosen Übergang der Macht zu organisieren. In einigen Städten protestierten Menschen jedoch auch gegen die Angriffe Israels und der USA. Die Demonstranten forderten die Staatsführung und die Revolutionsgarden (IRGC) lautstark dazu auf, Rache für den Tod Khameneis zu nehmen. In Sprechchören wurde der Angriff als „feiger Akt gegen die gesamte Nation“ verurteilt. Die Stimmung auf den Plätzen verdeutlicht, dass viele Iraner die Tötung des Obersten Führers nicht nur als politischen Verlust, sondern als direkten Angriff auf die Souveränität und Sicherheit ihres Landes empfinden.

Was bisher geschah

Der Oberste Führer Irans, Ajatollah Ali Khamenei, wurde am Samstagmorgen bei einem gezielten Angriff der USA und Israels auf sein Büro getötet. Während Israel bestätigt, weiterhin Ziele „im Herzen von Teheran“ zu attackieren, hat der Iran seine Luftschläge gegen arabische Golfstaaten wieder aufgenommen. Berichte über Einschläge liegen bereits aus Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten, der katarischen Hauptstadt Doha sowie aus Bahrain und Kuwait vor. US-Präsident Donald Trump bezeichnete Khamenei in einer Stellungnahme als „einen der bösartigsten Menschen der Geschichte“ und rief die iranische Bevölkerung dazu auf, „ihr Land zurückzunehmen“. Teheran reagierte prompt und schwor die „verheerendste Offensivoperation“ gegen US-Stützpunkte und Israel als Vergeltung herbei, woraufhin Trump drohte, mit einer „Macht zu antworten, die man so noch nie gesehen hat“. Die internationalen Reaktionen fallen erwartungsgemäß gegensätzlich aus. Während US-Präsident Donald Trump Khamenei als „einen der bösartigsten Menschen der Geschichte“ bezeichnete und die Iraner aufrief, „ihr Land zurückzunehmen“, verurteilte der russische Präsident Wladimir Putin die Tötung als „zynischen Bruch des Völkerrechts“ und sprach der iranischen Führung sein tiefes Beileid aus. Moskau warnte zudem davor, dass die Region an den Rand einer nuklearen Katastrophe gerückt sei. Auch in der muslimischen Welt herrscht Alarmbereitschaft: Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate verurteilten die iranischen Vergeltungsschläge auf ihr Territorium in schärfster Form und betonten ihr Recht auf Selbstverteidigung. Der türkische Präsident Erdoğan warnte eindringlich vor einem „Ring aus Feuer“ und leitete eine diplomatische Offensive ein, um einen totalen Flächenbrand zu verhindern. In Europa sorgten die offiziellen Stellungnahmen für erhebliche Irritationen bei vielen Lesern. Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilte scharf „den Angriff Irans“, was vielfach als einseitig kritisiert wurde, da die iranischen Schläge als direkte Gegenwehr auf die vorangegangene Tötung Khameneis und die Angriffe auf Teheran erfolgten. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verurteilte die iranischen Angriffe auf Israel und die Nachbarländer ohne die vorangegangene Eskalation durch die USA und Israel in gleicher Weise zu gewichten. Diese Positionierung stieß auf Unverständnis, da sie die iranische Reaktion als isolierten Akt der Aggression darstellte und nicht als Teil der militärischen Gegenwehr.
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– Iran-Krise – Bericht: Revolutionsgarden suchen nach Nachfolger für Khamenei

Berichte von Iran International: Die IRGC suchen nach Trumps Todesmeldung einen Nachfolger für Khamenei. 85 Tote bei Schulangriff im Südiran.

Bericht: Revolutionsgarden suchen nach Nachfolger für Khamenei
   

Iran-Krise
Bericht: Revolutionsgarden suchen nach Nachfolger für Khamenei

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Teheran – Die Islamische Republik Iran steht vor einer historischen Zäsur. Nach dem massiven Militärschlag der USA und Israels am Samstag, den 28. Februar 2026, mehren sich die Anzeichen für ein Ende der Ära von Ajatollah Ali Khamenei. Während US-Präsident Donald Trump den Tod des 86-jährigen Obersten Führers bereits via Truth Social verkündet hat, berichtet der renommierte Exilsender „Iran International“, dass die mächtige Islamische Revolutionsgarde (IRGC) hinter verschlossenen Türen bereits die Weichen für eine Zeit nach Khamenei stellt. Demnach suchen die Generäle der IRGC unter Hochdruck nach einem Nachfolger, wobei sie offenbar bereit sind, die verfassungsmäßigen Prozesse des Expertenrats zu umgehen, um die Macht des Militärapparats zu sichern. Die Berichte über eine hektische Nachfolgesuche kommen zu einem Zeitpunkt, an dem das Land nach der „Operation Epic Fury“ im Chaos versinkt. Präsident Trump bezeichnete Khamenei in seiner Ansprache als „einen der bösesten Menschen der Geschichte“ und erklärte, der Schlag sei die „größte Chance“ für das iranische Volk, sein Schicksal wieder selbst in die Hand zu nehmen. Obwohl offizielle Stellen in Teheran die Nachricht von Khameneis Tod bisher als „psychologische Kriegsführung“ dementieren und behaupten, er befinde sich an einem sicheren Ort, deuten die Informationen von „Iran International“ auf eine tiefe Paralyse innerhalb des Klerus hin. Die IRGC befürchten offenbar ein Machtvakuum, das zu einem unkontrollierten Zusammenbruch des Systems führen könnte.

Dramatische Eskalation und zivile Tragödien

Während die politische Zukunft des Iran ungewiss ist, sind die Folgen der militärischen Offensive bereits jetzt verheerend. Besonders der Süden des Landes wurde Schauplatz einer menschlichen Tragödie: Bei einem Raketentreffer auf die Shajareh-Tayyebeh-Mädchengrundschule in der Stadt Minab kamen nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim mindestens 100 Menschen ums Leben, darunter zahlreiche Kinder. Bilder in den sozialen Medien zeigen zerstörte Klassenzimmer und verzweifelte Eltern, die in den Trümmern nach Überlebenden suchen. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) erklärte, man prüfe die Berichte über den Einschlag in der Schule, betonte jedoch, dass die Angriffe präzise auf Kommandozentralen der Revolutionsgarden und Luftabwehranlagen ausgerichtet gewesen seien. Kritiker und internationale Beobachter befürchten jedoch, dass die schiere Intensität der Angriffe – die Ziele in über 20 Provinzen betrafen – zwangsläufig zu hohen zivilen Opferzahlen führt.

Iranische Vergeltung: „Truthful Promise 4“

Teheran reagierte auf die Offensive mit einer massiven Vergeltungswelle unter dem Codenamen „Truthful Promise 4“. Laut Berichten wurden mindestens 14 US-Militärstützpunkte in der Region angegriffen:
  • Bahrain: Das Hauptquartier der 5. US-Flotte in Manama meldete schwere Schäden durch Drohnen- und Raketeneinschläge.
  • Kuwait & Katar: Die Luftwaffenstützpunkte Ali Al-Salem und Al-Udeid wurden Ziel iranischer Salven, was zu Verletzungen bei US-Personal und lokalen Mitarbeitern führte.
  • Israel: In Tel Aviv und anderen Städten heulten die Sirenen, während das Abwehrsystem „Iron Dome“ Dutzende Geschosse abfing. Dennoch wurden über 90 Verletzte gemeldet.
Die USA melden mittlerweile, dass der Schaden an den Stützpunkten in Bahrain, Katar und Kuwait trotz massiver Drohnen- und Raketenangriffe jedoch „minimal“ sei. Die meisten iranischen Geschosse konnten abgefangen werden. In Bahrain wurden jedoch Evakuierungen im Umkreis der 5. Flotte durchgeführt.

Ein Wendepunkt für den Nahen Osten

Die Auswirkungen auf die Weltgemeinschaft sind immens. Der Luftraum über dem Mittleren Osten wurde für den zivilen Flugverkehr weitgehend gesperrt; Airlines wie die Lufthansa und British Airways strichen sämtliche Verbindungen. Zudem drohen die Huthis im Jemen mit einer vollständigen Blockade des Roten Meeres, was die globalen Lieferketten und den Ölpreis massiv unter Druck setzt. Experten wie die des Council on Foreign Relations betonen, dass ein tatsächlicher Tod Khameneis erst der Anfang einer noch größeren Instabilität sein könnte. Ob sich die Revolutionsgarden auf einen Nachfolger wie Khameneis Sohn Masoud oder eine kollektive Militärführung einigen können, bleibt die entscheidende Frage der kommenden Stunden.