Germanwings
Lufthansa weist Vorwürfe von Germanwings-Hinterbliebenen zurück
Frankfurt/Main (dts) – In einem Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Lufthansa, Carsten Spohr hatten die Hinterbliebenen der 18 Germanwings-Opfer aus Haltern am See ihren Ärger unter anderem über aus ihrer Sicht zu geringe Entschädigungszahlungen Luft gemacht: Im Gespräch mit „Bild“ wies Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels die Vorwürfe zurück. Zum Vorwurf, trotz persönlicher Einladung zu einer Beerdigung habe Carsten Spohr nicht einmal abgesagt, sagte der Lufthansa-Sprecher: „Herrn Spohr ist kein persönliches Einladungsschreiben für eine Beerdigung zugegangen. Herr Spohr hat mit vielen Familienmitgliedern persönlich gesprochen, aber er konnte nicht mit jedem einzelnen der über Tausend Angehörigen sprechen.“
Zum Vorwurf, Herr Spohr habe sich nicht bei den Hinterbliebenen entschuldigt, sagte der Sprecher zu „Bild“: „Vom 1. Tag an hat Herr Spohr zu seiner Verantwortung für das Unglück gestanden – und sich für das Leid, das die Katastrophe über die Familien gebracht hat, entschuldigt. Wir würden alles geben, das Unglück ungeschehen zu machen. Der Co-Pilot hat seine Ausbildung mehrere Monate aufgrund seiner Depressionen unterbrochen – und sie nach Überwindung seiner depressiven Phase fortgesetzt.“ Auf den Vorwurf, Lufthansa habe den Eltern nicht gesagt, dass nicht zuzuordnende Leichenteile anonym beerdigt werden, antwortet Bartels: „Das ist so nicht richtig. Was den Opfern eindeutig zugeordnet werden konnte, wurde auch überführt. In einigen Fällen war diese Zuordnung nicht mehr möglich, weshalb sie diesen Freitag in Frankreich beigesetzt werden.
“ Zum Vorwurf, Lufthansa biete nicht ausreichend Entschädigung an, sagte Bartels: „Lufthansa geht deutlich über das hinaus, was gesetzlich vorgeschrieben ist. 50.000 Euro gab es an Soforthilfe, 25.000 Euro Schmerzensgeld und mindestens 10.000 Euro für nähere Verwandte. Materielle Schäden, die darüber hinausgehen, werden auch erstattet.“ Auf den Vorwurf, Lufthansa tue nicht genug für die Angehörigen, sagte Bartels zu „Bild“: „Wir haben Verständnis dafür, dass die Angehörigen wütend sind und emotional reagieren. Wir tun alles dafür, das Leid der Angehörigen zu verringern. Wir haben über 600 Mitarbeiter unseres Konzerns dafür abgestellt, sich um die Bedürfnisse der Angehörigen zu kümmern.“
Frankfurt
Geldvermögen der Deutschen hat mit über 2000 Milliarden Euro ein Rekordniveau erreicht
Frankfurt (nex) – Dank steigender Einkommen können Menschen in Deutschland immer mehr Geld auf die hohe Kante legen. Mittlerweile werden 2000 Milliarden Euro in Bar oder Spareinlage gehortet.
Wie die Deutsche Bundesbank am Montag in Frankfurt mitteilte, nahm das Geldvermögen
der privaten Haushalte im ersten Quartal 2015 gegenüber dem Vorquartal «außergewöhnlich kräftig um knapp 140 Milliarden Euro oder 2,8 Prozent zu». Damit verfügen die privaten Haushalte nun über 5 212 Milliarden Euro in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen oder Ansprüchen gegenüber Versicherungen. Nach den Angaben stieg das Geldvermögen allein durch Transaktionen um 53 Milliarden Euro. Private Haushalte investieren ihr Geld trotz niedriger Zinsen nun erneut in kurzfristige und vermeintlich sichere Bankeinlagen, sowie in Versicherungen und Pensionseinrichtungen. Eine noch größere Bedeutung für die Geldvermögensbildung der privaten Haushalte hatten zum Jahresauftakt die Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionseinrichtungen, die netto um rund 26,5 Milliarden Euro aufgestockt wurden.
Betreuungsgeld
Schwesig sichert Familien Übergangslösung zu
Berlin (dts) – Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Betreuungsgeld betroffenen Familien eine Übergangslösung zugesichert. Sie werde nach einer Möglichkeit suchen, damit Familien, die die Leistung bereits erhielten, es bis zum Ende bekämen, erklärte Schwesig am Dienstag. „Über die weitere Umsetzung werde ich mich mit den Regierungsfraktionen am 13. August beraten.“
Die Familienministerin forderte, die frei werdenden Mittel für eine verbesserte Kinderbetreuung eingesetzt werden. „Das Geld darf nicht im Haushalt des Bundesfinanzministeriums versickern“, betonte die SPD-Politikerin. Zuvor hatte das Bundesverfassungsgericht das 2013 eingeführte Betreuungsgeld für verfassungswidrig erklärt. „Die Entscheidung zeigt: Das Betreuungsgeld ist der falsche Weg und hat keine Zukunft“, sagte Schwesig. CSU-Chef Horst Seehofer kündigte unterdessen an, dass Bayern die Leistung weiter zahlen werde. Die Leistung in Höhe von 150 Euro monatlich wird an Eltern gezahlt, die ihr Kleinkind zu Hause betreuen.
Iran
Deutsch-Israelische Gesellschaft: Gabriels Iran-Reise falsches Signal
Berlin (dts) – Die Reise des Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriel (SPD) in den Iran stößt in Berlin auf Kritik: Diese sei das „absolut falsche Signal“, sagte der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe (SPD), dem „Tagesspiegel“. „Dadurch wird der Eindruck erweckt, dass es Deutschland in erster Linie um Wirtschaftsinteressen geht.“ Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck warnte vor einem „prinzipienlosen Buhlen um Wirtschaftsaufträge“.
Mit seiner Menschenrechtsbilanz und seiner Verleugnung der Existenz Israels könne das Regime in Teheran nicht Deutschlands Partner sein.
Türkei
Merkel kondoliert nach Anschlag türkischem Ministerpräsidenten
Berlin (dts) – Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach dem Anschlag in der Stadt Suruc im Südosten der Türkei dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu kondoliert. „Ich möchte Ihnen und Ihren Landsleuten die Anteilnahme der Menschen in Deutschland ausdrücken und auch mein ganz persönliches Mitgefühl übermitteln“, so Merkel. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer. Den Verletzten wünschen wir eine rasche und vollständige Genesung.“
Deutschland stehe im Kampf gegen den Terrorismus eng an der Seite der Türkei, betonte die Bundeskanzlerin. „Uns eint das Ziel, unsere gemeinsamen Werte und das friedliche Zusammenleben der Nationen zu verteidigen und zu bewahren.“ Bei dem Anschlag in einem Kulturzentrum waren mindestens 32 Menschen getötet worden, etwa 100 weitere wurden verletzt. Die türkische Regierung vermutet die Terrormiliz „Islamischer Staat“ hinter dem Attentat.
FIFA 16
FIFA 16: Alex Morgan wird an der Seite von Lionel Messi der erste weibliche Coverstar
Fifa 16 präsentiert den ersten weiblichen Coverstar in der Geschichte des Frauenfußballs
Burnaby (nex) – Nach Angaben von EA Sports wird der US Star im Frauenfußball, Alex Morgan, neben dem Dauercoverfavouriten Lionel Messi auf dem Titelcover der nächsten Ausgabe erscheinen. Die kanadische Ausgabe des Fußballmagazins wird Christine Sinclair, die Kapitänin der Mannschaft des Landes, zieren.
In Großbritannien machte nach einer öffentlichen Wahl der kürzlich ernannte Liverpooler Kapitän Jordan Henderson neben Messi das Rennen um einen Platz auf das Titelbild. Die englischen Frauenmannschaften beendeten eine der erfolgreichsten Weltpokalkampagnen des Landes in diesem Sommer, wurden aber in der Coverwahl nicht berücksichtigt.
„Es ist eine unglaubliche Ehre, eine der ersten Frauen zu sein, die auf dem Cover von EA SPORTS FIFA gezeigt wird“, sagt Alex Morgan in einem Interview. „Ich weiß, dass dieses Spiel weltweit gespielt wird und ich bin wirklich hoch erfreut, dass FIFA 16 den Frauenfußball somit ins Rampenlicht rückt. Und jetzt das Cover mit dem heutigen größten Spieler zu teilen, ist für mich irgendwie surreal.“
Fotoquelle: CC BY 2.0
Gaming
Umfrage: Jeder sechste Gamer schaut Livestreams von Spielszenen
Berlin (dts) – Die Live-Übertragung von Computer- und Videospielen im Internet ist ein beliebter Trend im Gaming: Jeder sechste (17 Prozent) Gamer in Deutschland ab 14 Jahren hat sich bereits Spiele anderer Gamer auf entsprechenden Portalen angesehen. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Video-Livestreams von Computerspielen haben eine beständig wachsende Fangemeinde, die jetzt schon weltweit mehrere Millionen Gamer vereint“, sagte Bitkom-Experte Timm Lutter.
Das Potenzial der Gaming-Streams sei noch längst nicht ausgereizt. Laut Umfrage kann sich jeder Zehnte (zehn Prozent) vorstellen, in Zukunft live Spiele zu verfolgen. Auf speziellen Streaming-Plattformen zeigen Gamer in Echtzeit ihr Spielerlebnis und kommentieren das Geschehen. Die Zuschauer können dabei mit dem Spieler und anderen Nutzern per Chat kommunizieren. „Mit ihren Kanälen sind manche Spieler regelrechte Superstars in der Gaming-Szene“, so Lutter. Häufig treten Gamer auf den Portalen in digitalen Turnieren gegeneinander an, die auch als E-Sports bekannt sind. Solche Wettkämpfe werden mittlerweile ebenfalls als öffentliche Großveranstaltung ausgetragen. „Auch hierzulande strömen Zehntausende in Stadien und verfolgen dort live E-Sports-Turniere auf der Großleinwand“, so Lutter.
Bujumbura
Gewalt überschattet Präsidentschaftswahl in Burundi
Bujumbura (dts) – Im ostafrikanischen Burundi hat am Dienstag die Präsidentschaftswahl begonnen: Bereits in der Nacht kam es Berichten zufolge in der Hauptstadt Bujumbura zu Explosionen und Schüssen. Mindestens zwei Menschen kamen Behördenangaben zufolge ums Leben. Insgesamt sind rund 3,8 Millionen Menschen zur Abstimmung aufgerufen.
Offiziell stehen acht Kandidaten zur Wahl, darunter der amtierende Staatschef Pierre Nkurunziza. Er strebt eine dritte Amtszeit an, obwohl die Verfassung des Landes nur zwei vorsieht. Die Opposition hat deshalb angekündigt, die Abstimmung wie bereits die Parlamentswahl Ende Juni zu boykottieren. Nkurunzizas Kandidatur hatte zu gewaltsamen Protesten im ganzen Land geführt, Dutzende Menschen kamen ums Leben.
Besorgte Bürger
Terrorfahndung: Türkischer Student verklagt dänische Polizei und erhält 35.000 Kronen
Kopenhagen (nex) – Im August 2014 befand sich der 21jährige Student Alişer Ceran aus Kopenhagen auf einer Zugfahrt. Er las aus Interesse an der Thematik in einem Buch über die Terroranschläge am 11. September 2001. Argwöhnisch beobachteten ihn einige Mitreisende und beschrieben das Verhalten des jungen Türken später in ihren Zeugenaussagen bei der Polizei, die sie umgehend informierten, als „auffällig“.
Nach Meldungen von „Sabah“ und „Anadolu Ajansı“ zufolge nahmen die Beamten umfassende Ermittlungen gegen Alişer Ceran auf und veröffentlichten die Bilder der Zugkamera in den Medien. Der junge Student ahnte nicht, dass bereits eine Fahndung nach ihm ausgeschrieben wurde und befand sich in einer Prüfung an seiner Universität. Erst nach Beendigung der Klausur wurde Alişer auf die Meldungen in den Medien aufmerksam und musste feststellen, dass er wie ein Schwerkrimineller gesucht wurde. Umgehend meldete er sich bei der Kopenhagener Polizei, die nach eingehender Prüfung aller Sachverhalte und Aussagen des Studenten erkennen musste, dass es sich bei der fünfstündigen Terroroperation um falschen Alarm handelte.
Obwohl Alişer Ceran sich in keiner Weise strafbar gemacht hatte, schadete die öffentliche Fahndung ihm auch noch im Nachhinein. Aus diesem Grund verklagte der 21-jährige die zuständigen Ermittler und erhielt nach einem kurzen Prozess vor dem zuständigen Gericht eine Entschädigung in Höhe von 35.000 Kronen (ca. 4.750 Euro), zu dessen Zahlung die Kopenhagener Polizei verurteilt wurde.
NSA-Abhörskandal
Auch Steinmeier systematisch vom US-Geheimdienst belauscht
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ist offenbar systematisch vom US-amerikanischen Nachrichtendienst NSA abgehört worden. Das geht aus neuen Dokumenten der Enthüllungsplattform Wikileaks hervor. Danach stand sogar das Handy, das die NSA Steinmeier als ranghohem SPD-Politiker zuordnete, auf der Ausspähliste.
Wikileaks veröffentlichte dazu am Montagabend Dokumente, die zuvor der „Süddeutschen Zeitung“ sowie dem NDR und dem WDR zugänglich gemacht worden waren. Die neuen Unterlagen deuten hin auf einen jahrelangen Lauschangriff der NSA auf das Auswärtige Amt. Auf der Liste stehen insgesamt zwanzig Nummern – darunter auch mehrere Telefonnummern, die die NSA Steinmeier zugerechnet hat. In den vergangenen Wochen hatte Wikileaks bereits insgesamt 125 Spähziele der NSA im Kanzleramt, im Bundesfinanzministerium, im Bundeswirtschaftsministerium sowie im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft veröffentlicht. Wikileaks dokumentiert nun auch ein Abhörprotokoll eines Gesprächs oder eines Telefonats Steinmeiers vom 29. November 2005; mit wem er damals sprach, bleibt unklar. Steinmeier war seinerzeit gerade Außenminister der Großen Koalition geworden und zu einem zweitägigen Besuch in die USA geflogen. Unmittelbar vor der Reise hatten Medien über CIA-Entführungsflüge und -Gefängnisse in Europa berichtet. Die Zusammenfassung des Gesprächs erweckt den Eindruck, dass der neue deutsche Außenminister damals eher zufrieden darüber war, von der US-Seite keine klaren Antworten zu der Angelegenheit erhalten zu haben: „Er schien erleichtert“, steht in dem Protokoll. Zumindest in einem Fall ist ausführlich dokumentiert, dass das verschleppte Opfer, der Ägypter Abu Omar, über den US-Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein in ägyptische Folterhaft gebracht worden ist. Wegen dieser Entführung sind später mehrere CIA-Agenten in Mailand in Abwesenheit zu langen Freiheitsstrafen verurteilt worden.
Jahrelange Ermittlungen der für Ramstein zuständigen Staatsanwaltschaft Zweibrücken gegen Unbekannt wegen Freiheitsberaubung und Nötigung mussten eingestellt werden. Die Bundesregierung hatte erklärt, sie habe keine Kenntnis über die Identität der Passagiere. Die US-Stellen blockten ab, und die deutschen Dienste hatten angeblich oder tatsächlich keine eigenen Erkenntnisse. „Wir stehen vor einer Mauer“, sagte damals der zuständige Oberstaatsanwalt Norbert Dexheimer ,“und klopfen mit dem Stock dagegen“. Doch die Mauer öffnete sich nicht. Die Entführung des Ägypters, das stellte sich später heraus, war in Frankfurt von amerikanischen Geheimdienstlern geplant worden. Details zu den Flügen finden sich in dem von Wikileaks veröffentlichten Abhörprotokoll nicht. Steinmeier betonte stets, erst mit den Presseveröffentlichungen 2005 von den CIA-Entführungsflügen in Europa erfahren zu haben. Möglicherweise stand auch der frühere Außenminister Joschka Fischer auf der NSA-Liste. Dort findet sich ein Eintrag mit dem Namen „Fischer“. Ob es sich um eine alte Nummer Fischers handelte oder ob es um einen Namensvetter im Auswärtigen Amt ging, ist unklar. Sowohl Steinmeier als auch der ehemalige Grünen-Politiker wollten sich bis Montagnachmittag nicht zu der Angelegenheit äußern.

