Griechenland
Neue Volkseinheit-Partei hofft auf Varoufakis-Mitgliedschaft
Athen (dts) – Die neugegründete griechische Partei Volkseinheit hofft darauf, dass der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis ihr zügig beitritt. Gegenüber „Bild“ (Samstag) erklärte Volkseinheit-Frontmann Panagiotis Lafazanis, er habe bereits mit Varoufakis gesprochen. „Ich hoffe, auf ein positives Ergebnis. Und ich bin sicher, wir werden es bald haben“, sagte Lafazanis gegenüber „Bild“.
Lafazanis hatte am Freitag die Partei Syriza verlassen und 24 weiteren Abgeordneten die Volkseinheit gegründet.
Frankreich
Möglicher Terrorakt: Blutbad im Thalys-Express verhindert
Paris (dts) – Im französischen Thalys-Schnellzug auf der Strecke zwischen Amsterdam und Paris ist am späten Freitagabend ein blutiges Drama verhindert worden. US-Soldaten überwältigten einen schwer bewaffneten Mann. Der Mann habe mindestens einen Schuss abgegeben, bevor er von den zufällig anwesenden Soldaten überwältigt werden konnte.
Der belgische Regierungschef Charles Michel sprach von einem „Terrorangriff“, die französische Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein. Der junge Mann sei mit einem Sturmgewehr, einer Pistole, neun Magazinen und einem Teppichmesser bewaffnet gewesen. Als der Mann mit den Waffen ein Abteil betreten habe, sei er von den Soldaten überwältigt worden. Nach französischen Medienangaben sei einer der Männer mit dem Teppichmesser verletzt worden, zudem habe ein Passagier eine Schusswunde erlitten. Die genauen Hintergründe der Tat sind bislang noch unklar.
Störfaktor Kind?
Kinderschutzbund kritisiert kinderfreie Hotels
Berlin (dts) – Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, kritisiert die Einrichtung von kinderfreien Hotels scharf. In einem Beitrag für das Nachrichtenmagazin Focus schreibt Hilgers: „Kinderfreie Hotels diskriminieren Kinder und ihre Familien. Wenn Menschen wegen ihres Geschlechtes, ihrer Hautfarbe, einer Behinderung, ihrer sexuellen Orientierung, aber auch Senioren, auf gleiche Weise diskriminiert würden, würde es in unserer Gesellschaft zu Recht einen Aufschrei geben. Wenn Eltern und Kinder sich wehren, werden sie auch noch als unverschämt abgestempelt.“
Das Schamgefühl, so Hilgers, fehle aber offensichtlich denjenigen, die solche kinderfreie Zonen fordern oder einführen. „Wenn Kinder zunehmend aus (Lebens-) räumen ausgegrenzt werden, darf man sich nicht wundern, dass die Geburtenrate hierzulande so niedrig ist“, schreibt Hilgers. Ausgrenzung und Diskriminierung seien der falsche Weg.
1. Bundesliga
Hertha und Bremen unentschieden
Berlin (dts) – Am zweiten Spieltag in der Bundesliga haben Hertha und Bremen mit einem 1:1 unentschieden gespielt. Schon in der 6. Minute waren die Berliner durch Valentin Stocker in Führung gegangen, in der 27. Minute hatten die Gäste durch Anthony Ujah ausgeglichen. Beide Mannschaften versuchten, größere Risiken zu vermeiden und schienen mit jeweils einem Punkt zufrieden.
Es gab viele Chancen auf beiden Seiten, die allerdings meist nicht verwandelt werden konnten. Die Hertha ist damit vorübergehend auf Platz eins der Tabelle.
Apartheidmauer
Christliche Palästinenser: „Israel ist ein Terrorstaat!“
Protest palästinensischer Christen gegen Israels Grenzzaun wird handgreiflich
Jerusalem (nex) – Am Mittwoch ist es in der Nähe von Bethlehem zwischen palästinensischen Christen und der israelischen Grenzpolizei zu Handgreiflichkeiten gekommen, nachdem Dutzende christlicher Aktivisten, darunter Priester, gegen die Wiederaufnahme der Arbeiten zur Errichtung eines Teilstücks der Befestigungsanlage protestierten, die Israel von der West Bank trennen soll und an der seit Montag weitergebaut wird. Die Protestierenden, zu denen sich einige ausländische Aktivisten gesellten, versammelten sich in der mehrheitlich christlichen Stadt Beit Jala. Drei katholische Priester versuchten, Gebete zwischen Olivenbäumen zu sprechen, die von Bulldozern und mechanischen Baumaschinen entwurzelt werden sollten. Ein Demonstrant soll der Nachrichtenagentur AFP zufolge festgenommen worden sein, nachdem er versucht haben soll, einen Olivensetzling vor den Baggern einzusetzen. Zwischen der Polizei und Demonstranten, die unter anderem skandierten, Israel sei ein „Terrorstaat“, kam es zu Rangeleien.
Die Bautätigkeiten zur Errichtung der Grenzbefestigungsanlage waren am Montag nach langjährigem Rechtsstreit wiederaufgenommen worden. Israel hatte 2002 auf dem Höhepunkt der „Zweiten Intifada“ nach mehreren blutigen Terroranschlägen, unter anderem in Bussen und auf öffentlichen Plätzen, beschlossen, eine Barriere aus Mauern, Zäunen und militärischen Sperrgebieten innerhalb der besetzten West Bank zu errichten. Israel bezeichnete die Einfriedung als unerlässlich für die Sicherheit des Landes. Die Palästinenser sehen die, wie sie sagen, „Apartheidmauer“, hingegen als „Landraub“ und werfen Israel vor, auf diesem Wege Teile des Gebietes eines künftigen Palästinenserstaates abzutrennen. UN-Angaben zufolge seien bereits etwa zwei Drittel der Barriere komplett. Am Ende soll sich die Grenzanlage über 712 Kilometer erstrecken und zu 85 Prozent durch palästinensische Gebiete verlaufen.
Palästinensischen Angaben zufolge würden am Ende rund neun Prozent ihres Territoriums in der West Bank und Ost-Jerusalem vom Kernland abgetrennt. Dabei würden auch Bauern von ihren Feldern und Dorfbewohner von ihrer Wasserversorgung abgetrennt. So auch in Beit Jala und dem angrenzenden Cremisan-Tal, wo nun die örtliche christliche Community protestiert, mit der sich jüngst unter anderem auch der Papst solidarisiert hat. Die Angelegenheit hatte Aufmerksamkeit erregt, als bekannt wurde, dass der Schutzwall die Abtei Cremisan von den angrenzenden Konventen und Weinbergen abschneiden würde. Auch wären palästinensische Christen aus dem nahe gelegenen Beit Jala von ihren Olivenhainen abgeschnitten. Der Oberste Gerichtshof hatte im April einen Baustopp angeordnet und der Regierung aufgetragen, Alternativrouten zu erwägen. Diese hat jedoch am 6. Juli ihre Zustimmung zum Weiterbau gegeben mit der Begründung, das Urteil des Höchstgerichts beziehe sich nur auf einige wenige hundert Meter entlang der Abtei und dem Konvent.
Ethikkommission
Fifa-Präsidentschaftskandidat Chung droht 15-jährige Sperre
Zürich (dts) – Dem südkoreanischen Fifa-Präsidentschaftskandidaten Chung Mong-Joon droht eine langjährige Sperre für alle Fußball-Aktivitäten. Wie die „Welt am Sonntag“ erfuhr, hat die Untersuchungskammer der Ethikkommission des Weltverbandes eine 15-jährige Sperre wegen Verstößen gegen den Ethikkodex vorgeschlagen. Hintergrund der Ermittlungen ist eine angebliche Offerte des 63 Jahre alten Milliardärs aus dem Oktober 2010 an seine damaligen Kollegen im Fifa-Exekutivkomitee (ExCo).
Zwei Monate später wurde über die Austragungsorte der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 abgestimmt. Südkorea gehörte zu den Bewerbern für 2022. In den Briefen, die Chung an die ExCo-Mitglieder verschickte, soll er laut des Zeitungsberichtes angeblich die Errichtung eines „Global Football Fund“ vorgeschlagen haben. Zwischen 2011 und 2022 würde Südkorea demnach 777 Millionen US-Dollar für Fußball-Entwicklungsprojekte in aller Welt ausgegeben.
UEFA
Europa League: Fenerbahce Istanbul gewinnt gegen Atromitos Athen
Fenerbahçe Istanbul hat sich einen Vorteil erkämpft.
Istanbul (nex) – Fenerbahçe Istanbul hat das Hinspiel der Play-Offs in der UEFA-Europa League gegen den griechischen Erstligisten Atromitos mit 1:0 gewonnen. Der niederländische Neuzugang Robin van Persie schoss in der 89. Minute das einzige Tor der Partie. Das Rückspiel findet am Donnerstag, 27. August in Istanbul statt. Der kroatische Schiedsrichter Ivan Bebek wird das Spiel leiten.
Krieg gegen den Terror
Türkei: „BBC unterstützt Terrorismus!“
Ankara (nex) – Das türkische Außenministerium hat am Freitag ein veröffentlichtes Interview des englischen Senders BBC mit Mitgliedern der verbotenen Terrorgruppe PKK scharf kritisiert. „Das Veröffentlichen eines derartigen Interviews über eine Organisation, die in vielen Ländern als Terrorgruppe eingestuft wird, ist eine klare Unterstützung des Terrorismus.“
Am 20. August ist eine Bilddokumentation des BBC unter dem Namen „PKK Kämpfer bereiten sich auf den Kampf gegen die Daesh vor“ erschienen. Ankara hat die Veröffentlichung als „inakzeptable, schriftliche und visuelle Propaganda“ für die Terroristen der PKK bezeichnet.
Im Interview hat BBC die PKK folgendermaßen beschrieben: „Die PKK wird als Terrororganisation von den türkischen Behörden und mehreren Weststaaten bezeichnet, dabei ist sie ein Schlüsselelement im Kampf gegen die jihadistische Gruppe Islamischer Staat.“
Das türkische Ministerium hat den Bericht als Propaganda für Terrorismus bezeichnet und warnt, dass mit diesem Interview junge Männer animiert werden könnten, der verbotenen Terrormiliz beizutreten, um gegen den IS zu kämpfen. Außerdem würde fälschlicherweise das Bild einer harmlosen, unschuldigen Organisation vermittelt werden.
Währungsreform?
Lafontaine will Rückkehr zum Europäischen Währungssystem
Berlin (dts) – Der frühere Linken-Chef Oskar Lafontaine hat sich für die Rückkehr zum Europäischen Währungssystem ausgesprochen. „Ich plädiere für die Rückkehr zu einem Europäischen Währungssystem, EWS, das die Erfahrungen, die mit diesem Währungssystem gemacht wurden, berücksichtigt und seine Konstruktion im Interesse aller teilnehmenden Länder verbessert“, schreibt Lafontaine in einem Meinungsbeitrag für die Wochenendausgabe der Tageszeitung „Junge Welt“. „Das Europäische Währungssystem förderte, und darauf kommt es an, im Gegensatz zum Euro die fortschreitende Zusammenarbeit der Völker Europas. Durch regelmäßige Auf- und Abwertungen wurde das zu starke Auseinanderdriften der europäischen Volkswirtschaften verhindert. Zwar war die Dominanz der Bundesbank ein großes Problem, aber ein ungleich geringeres als die heutige Bevormundung der Europäer durch die deutsche Wirtschaft und die Merkel-, Schäuble-, Gabriel-Regierung.“
Scharfe Kritik übte der Linken-Politiker zudem an den Institutionen der EU: „Seit immer deutlicher wird, in welchem Ausmaß die Europäische Kommission und das Europäische Parlament zu Erfüllungsgehilfen der Wirtschaftslobby wurden, ist eine weitere Übertragung von Zuständigkeiten auf die europäische Ebene gleichbedeutend mit dem Abbau von Demokratie und Sozialstaat. Darauf, und das meine ich auch selbstkritisch, weil ich als überzeugter Europäer lange die Politik der zunehmenden Übertragung von Aufgaben auf die europäische Ebene befürwortet habe, hätte man schon früher kommen können.“ Die europäische Linke müsse jetzt einen Plan B entwickeln „für den Fall, dass eine europäische Mitgliedspartei in eine vergleichbare Situation kommt. Das europäische Regelwerk muss so umgebaut werden, dass der demokratisch nicht legitimierten Zentralbank die Macht genommen wird, per Knopfdruck die Demokratie außer Kraft zu setzen“.
Asylverfahren
FDP will Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Eritrea pauschal anerkennen
Berlin (dts) – FDP-Generalsekretärin Nicola Beer will Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Eritrea pauschal anerkennen, um die Asylverfahren zu beschleunigen. „Angesichts der gewaltigen Flüchtlingszahlen muss endlich gehandelt werden. Dafür ist es in einem ersten Schritt notwendig, die Asylverfahren deutlich zu beschleunigen und den Verfahrensstau nachhaltig abzubauen“, erklärte Beer am Donnerstag mit Blick auf die neue Prognose der Bundesregierung, derzufolge im laufenden Jahr bis zu 800.000 Menschen einen Asylantrag in Deutschland stellen könnten.
„Deshalb schlagen die Freien Demokraten vor, dass Verfahren zu vereinfachen und Flüchtlinge aus Ländern mit einer Anerkennungsquote von nahezu 100 Prozent wie Syrien, Irak und Eritrea in Verbindung mit einer Sicherheitsüberprüfung pauschal anzuerkennen. Diese Regelung sollte alte und neue Anträge umfassen und zunächst bis Ende des Jahres befristet werden.“ Darüber hinaus müsse das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) personell besser ausgestattet werden, forderte die Generalsekretärin der Freidemokraten. „Hierfür müssen alle verfügbaren und geeigneten Kräfte aus Zoll und anderen Behörden abgeordnet werden. Die Asylantragsbearbeitung muss absoluten Vorrang vor der Mindestlohnkontrolle beim Bäcker bekommen. Darüber hinaus sollte auch die Bundesagentur für Arbeit zusätzliche Mittel und Personal bekommen, um für eine schnelle anschließende Integration in den Arbeitsmarkt sorgen zu können.“

