Mekka (dts) – Bei der islamischen Pilgerfahrt nach Mekka in Saudi-Arabien sind bei einer Massenpanik am Donnerstag mindestens 150 Menschen ums Leben gekommen. Rund 400 Gläubige seien verletzt worden, berichtet der arabische Nachrichtensender Al-Arabija. Die Panik war in einer Zeltstadt im Tal Minā, östlich von Mekka, ausgebrochen.
Viele Menschen seien zerquetscht worden. Die islamische Pilgerfahrt nach Mekka – auch Hadsch genannt – begann am Dienstag. Sie findet alljährlich im letzten Monats des islamischen Kalenders statt. Für viele Muslime ist die Teilnahme an der Pilgerfahrt zur heiligsten Stätte des Islam in Mekka Pflicht. Jedes nehmen weit mehr als eine Million Gläubige an der Wallfahrt teil.
Brüssel (nex) – Im Ringen um eine Lösung im Syrien-Konflikt hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erstmals Gespräche mit Syriens Staatschef Baschar al-Assad angeregt.
Ja, es muss mit vielen Akteuren gesprochen werden. Dazu gehört auch Assad“, sagte Merkel beim EU-Sondergipfel in Brüssel anlässlich der Flüchtlingskrise. Der Konflikt könne „nicht allein von außen, aus Ländern heraus, die nicht direkt zu der Region gehören“ gelöst werden.
Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen „einen UN-geführten, internationalen Prozess“ zur Befriedung Syriens unterstützen, so Merkel. „Letztendlich können wir die Flüchtlingsursachen nur richtig bekämpfen, wenn wir auch diese internationalen Krisen bewältigen.“ Wegen der Flüchtlingskrise wird die Europäische Union eine weitere Milliarde Euro zusätzlich bereitstellen. Das Geld solle unter anderem dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen zugute kommen.
Kiel (dts) – Unmittelbar vor dem Flüchtlingsgipfel der Ministerpräsidenten in Berlin hat der stellvertretende Regierungschef von Schleswig-Holstein, Robert Habeck (Grüne), die Einquartierung von Flüchtlingen auf Schiffen ins Gespräch gebracht. „In Schleswig-Holstein denken wir zum Beispiel darüber nach, für den Winter Schiffe zu chartern“, erklärte Habeck gegenüber der „Bild“-Zeitung. Die Flüchtlingskrise sei eine historische Frage für die gesamte deutsche Politik und müsse jeden Tag konkret beantwortet werden, so Habeck.
Wie die Kanzlerin „auf die Angriffe aus der Union reagiert hat, finde ich stark“, fügte der Grünen-Politiker hinzu. Das Management der Krise sei allerdings „chaotisch, und das ist politisch gefährlich“. In der Union tobe ein Machtkampf um die Linie. Wenn die CSU Ungarns Regierungschef Orbán hofiere, sei das genau „das Gegenteil von dem, was die Kanzlerin in Wort und Tat signalisiert“. Da seien die Grünen „geschlossener, lösungsorientierter und unideologischer“.
Berlin (dts) – Um den Verkauf von rund 2.000 Sturmgewehren an Mexiko genehmigen zu können, hat die Bundesregierung 2005 einen Waffenhersteller zur Manipulation seiner Unterlagen aufgefordert.
Das geht aus den Vernehmungsprotokollen der zuständigen Abteilungsleiter des Wirtschaftsministeriums hervor, die „Bild“ zitiert. Danach hat das Ministerium darauf gedrängt, zweifelhafte Endabnehmer wie eine Polizeieinheit in der damaligen Bürgerkriegsregion Chiapas aus der Endverbleibserklärung zu streichen. Das Wirtschaftsministerium habe nach einer „politischen Lösung“ gesucht, heißt es in den Protokollen, und „darauf hingewirkt, dass die Anträge für die kritischen Bundesstaaten zurückgezogen werden“. In der Folge wurden in den Genehmigungsunterlagen die problematischen Bundesstaaten, in denen Menschenrechtsverletzungen damals an der Tagesordnung waren, durch harmlose (z.B.Puebla) ersetzt.
Dem Wirtschaftsministerium war dabei offenbar klar, dass das keine Garantie dafür war, dass die Waffen nicht doch in falsche Hände geraten. „Die Möglichkeit der Überprüfung entzieht sich den Einflussmöglichkeiten der Bundesregierung“, heißt es in dem Protokoll. Heute ist der zweifelhafte Waffendeal Thema einer Aktuellen Stunde im Bundestag.
Hebron (nex) – In Hebron kam es am heutigen Mittwoch zu Unruhen, nachdem eine 18-jährige Palästinenserin von einem israelischen Soldaten an einem Checkpoint zwischen Israel und der Westbank in Hebron erschossen worden war. Bei dem Mädchen dürfte es sich um die Studentin Hadeek al-Hashlamon handeln. Es existieren Fotoaufnahmen der 18-Jährigen, die wenige Momente vor dem Vorfall angefertigt worden wurden, und widersprüchliche Bildaufnahmen von der Zeit nach dem tödlichen Schuss, berichtet der „Independent“.
Im Vorfeld des jüdischen Rosh-Hashanah-Festes und des muslimischen Opferfestes war es in den letzten Tagen zu erhöhten Spannungen in der Stadt gekommen. Die Studentin soll auf den noch nicht identifizierten Soldaten, der den Schuss abgegeben haben soll, mit einem Messer losgegangen sein, weshalb dieser das Feuer eröffnet habe. Dies behauptet ein Sprecher der israelischen Armee.
(Foto: IDF/Twitter)
Der Soldat selbst blieb unverletzt. Eines der beiden – noch nicht von einer unabhängigen Stelle verifizierten – Videos zeigt den Körper einer Frau, für einen längeren Zeitraum unbeachtet auf dem Boden liegend, ehe dieser aus dem Blickfeld der Kamera gezogen wurde.
Diese Aufnahme hat Vorwürfe nach sich gezogen, die israelische Armee hätte die von einer Kugel getroffene Studentin ohne medizinische Versorgung sterben lassen. Ein anderes Video von der Shebab News Agency zeigt drei Soldaten, die den Puls einer auf dem Boden liegenden fühlen und anschließend aufstehen. Im Anschluss an den Vorfall wurde Hadeek al-Hashlamon in ein nahe gelegenes israelisches Krankenhaus gebracht, wo sie wenig später starb. Sie soll Angaben der israelischen Armee zufolge mehrfach in die Beine und in den Brustkorb getroffen worden sein.
In ihrer Tasche konnte kein Messer gefunden werden (Foto: Facebook /youthagainstsettler)
Die palästinensische Autonomiebehörde (PNA) forderte eine internationale Untersuchung der Todesumstände der 18-jährigen Studentin. In einem Statement erklärte die PNA, die Bilder des Mädchens hätten eindeutig gezeigt, dass das Leben des Soldaten nicht gefährdet gewesen wäre und er lediglich auf al-Hashlamon geschossen hätte, weil diese vor ihm stand.
(Foto: Facebook/youthagainstsettlers)
Berlin (dts) – Viele deutsche IS-Kämpfer sind laut einer Studie offenbar überdurchschnittlich gut gebildet. Die deutschen Sicherheitsbehörden haben Herkunft und Radikalisierung von fast allen aus Deutschland nach Syrien und in den Irak ausgereisten Islamisten untersucht, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrer Donnerstagsausgabe. In der gemeinsamen Analyse des Bundesamtes für Verfassungsschutz, des Bundeskriminalamtes und des Hessischen Informations- und Kompetenzzentrum gegen Extremismus geht es um insgesamt 670 Personen, die bis Ende Juni 2015 in das Kriegsgebiet gezogen sind.
Es ist die bisher umfassendste Studie dieser Art. Zu den Feststellungen gehört, dass in der Hälfte der Fälle Hinweise vorliegen, dass sich die Ausgereisten islamistisch-jihadistischen Gruppierungen angeschlossen haben, die meisten dem Islamischen Staat. Meist sind es Männer, aber der Frauenanteil unter den Ausgereisten steigt ständig und liegt nun bei 21 Prozent.
409 der 670 untersuchten Personen wurden bereits in Deutschland geboren, 114 von ihnen konvertierten zum Islam. Auffällig ist, dass sowohl viele gut Gebildete mit Abitur- oder Fachhochschulreife unter ihnen sind, aber auch sehr viele Arbeitslose. Fast die Hälfte der Ausgereisten war bereits durch Straftaten aufgefallen, zumeist Eigentums-Drogen und Gewaltdelikte. 63 sollen direkt von der Schulbank in den Jihad gezogen sein. Überraschend sind die Erkenntnisse über die Gründe für die Radikalisierung: Danach spielt das Internet zwar eine bedeutsame eine Rolle, wichtiger aber sind Freunde oder Kontakte in Moscheen. Nur in neun Fällen sollen Kontakte in Haftanstalten eine Rolle gespielt haben. Die Studie soll nach dem Willen der Innenminister-Konferenz helfen, bessere Präventions-Konzepte zu erarbeiten.
Wolfsburg (dts) – VW-Chef Winterkorn hat seinen Rücktritt erklärt. „Ich bin bestürzt über das, was in den vergangenen Tagen geschehen ist“, erklärte er über eine Mitteilung am Mittwochnachmittag. Vor allem sei er „fassungslos, dass Verfehlungen dieser Tragweite im Volkswagen Konzern möglich waren“.
Als Vorstandsvorsitzender übernehme er die Verantwortung für die bekannt gewordenen Unregelmäßigkeiten bei Dieselmotoren. Er habe deswegen den Aufsichtsrat gebeten, mit ihm eine Vereinbarung zur Beendigung der Funktion als Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns zu treffen. „Ich tue dies im Interesse des Unternehmens, obwohl ich mir keines Fehlverhaltes bewusst bin“, so Winterkorn. Volkswagen brauche einen Neuanfang – auch personell. „Mit meinem Rücktritt mache ich den Weg dafür frei. Mein Antrieb war es immer, dem Unternehmen, vor allem unseren Kunden und Mitarbeitern zu dienen. Volkswagen war, ist und bleibt mein Leben. Der eingeschlagene Weg der Aufklärung und Transparenz muss weitergehen. Nur so kann wieder Vertrauen entstehen. Ich bin überzeugt, dass der Volkswagen Konzern und seine Mannschaft diese schwere Krise bewältigen werden.“
Moskau (eurasia) – Russland wird keine genetisch veränderten Organismen bei der Produktion von Lebensmitteln zulassen, betonte der stellvertretende Premierminister der Russischen Föderation, Arkadi Dworkowitsch, mit Blick auf den diesbezüglichen Trend in Europa und den USA am Freitag.
„Im Falle von genetisch veränderten Organismen (GMO) ist die Frage zwar nicht leicht zu beantworten, aber wir haben uns entschieden: Wir werden keine Produkte produzieren, die GMOs beinhalten“, sagte der Minister gegenüber Journalisten bei seinem Besuch der Landwirtschaftsmesse BioKirov-2015 vergangene Woche.
Zur gleichen Zeit betonte er, dass es essentiell sei, eine klare Trennlinie zu ziehen zwischen dieser Entscheidung, welche „zu keinem Zeitpunkt hintergangen wird“, und den Entwicklungen in der wissenschaftlichen Forschung. Diese werden in anderen Sektoren wie der Medizin gebraucht. „Es ist keine einfache Angelegenheit. Wir werden klare Trennungen auferlegen und einen legalen Rahmen schaffen“, schloss Dworkowitsch.
Zuerst erschienen auf eurasinews.de
Bückeburg (dts) – Die Staatsanwaltschaft Bückeburg hat die Ermittlungen gegen die sogenannte „Ketchup-Leiche von Bückeburg“ und ihren Ehemann eingestellt. Das bestätigte ein Sprecher auf Nachfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Das Paar hatte laut Polizei im Juni einen Mord inszeniert, um den Liebhaber der Frau loszuwerden.
Dabei soll das Duo dem Mann ein Foto der Frau in einer vermeintlichen Blutlache liegend geschickt haben. Der Liebhaber glaubte an ein Verbrechen und alarmierte die Polizei. Die klärte dann allerdings auf, dass es sich bei dem Blut lediglich um Ketchup gehandelt habe. Laut Staatsanwaltschaft hätte sich das Ehepaar strafbar gemacht, wenn sie das Bild beispielsweise direkt an die Polizei geschickt und so eine Straftat vorgetäuscht hätte. Stattdessen habe sie das Foto aber an eine Privatperson gesendet. „Dass die Beschuldigten den Vorsatz hatten, dass der Adressat die Polizei benachrichtigt und das Bild auf diesem Wege an die Polizei gelangt, wird ihnen nicht mit der erforderlichen Sicherheit nachzuweisen sein“, zitiert die Zeitung einen Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Putin würdigt muslimischen Beitrag zu „Frieden und gesundem Menschenverstand“
Moskau (nex) – Der Präsident der Russischen Föderation, Vladimir Putin, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, haben am heutigen Mittwoch gemeinsam die neu errichtete Zentralmoschee in Moskau eingeweiht.
(Foto: AA)
Die neue Moschee wurde an der gleichen Stelle errichtet, an der die 2011 abgerissene, kleinere und 100 Jahre alte Vorgängermoschee gestanden hatte. Sie bietet 10 000 Gläubigen Platz. Insgesamt gibt es in Moskau etwa zwei Millionen Muslime, die meisten von ihnen aus den nordkaukasischen Republiken im Süden Russlands, aus Aserbaidschan und früheren Sowjetrepubliken in Zentralasien zugewandert. Derzeit gibt es sechs Moscheen in der Millionenmetropole, in einigen Fällen war das Bestreben, weitere zu errichten, an Obstruktion aus der Stadtverwaltung und vonseiten einiger Anwohner gescheitert.
(Foto: AA)
Präsident Putin nutzte die Gelegenheit, um einmal mehr der muslimischen Community in der Stadt und in der gesamten Föderation den Rücken zu stärken. In Gegenwart des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan sagte Putin: „Muslimische Meinungsführer haben stets zur Entwicklung von Frieden und gesundem Menschenverstand gegen Extremismus in Russland beigetragen.“ Der russische Präsident verurteilte zudem die Ausbeutung des Islam durch die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). „Es gibt Versuche, in zynischer Weise religiöse Überzeugungen für politische Ziele auszubeuten“, zitiert die staatliche Nachrichtenagentur Sputnik den Präsidenten.
Putin erklärte, der IS würde „eine großartige Weltreligion kompromittieren, den Islam kompromittieren, Hass verbreiten, Menschen töten – darunter Geistliche – und Objekte des Weltkulturerbes zerstören“. Die Ideologie des IS sei „auf Lügen gegründet und eine schändliche Pervertierung des Islam.“ Die Türkei spielte bei der Konzeption der neuen Moschee eine wichtige Rolle. So hat die staatliche Religionsbehörde der Türkei, Diyanet, bei der designerischen Gestaltung des Interieurs der Moschee mitgeholfen. Im Anschluss an die Eröffnungszeremonie war ein Treffen zwischen Putin und Erdoğan vorgesehen. Dabei soll über die zunehmende russische Präsenz in Syrien gesprochen worden sein und über Moskaus Unterstützung für das Regime Bashar al-Assads in Damaskus, die eine der größten Belastungen der türkisch-russischen Beziehungen darstellt.
Erdoğan soll Putin gegenüber einmal mehr erklärt haben, dass das Regime Assads den Hauptfaktor für Instabilität in der Region wäre und das die Friedensinitiativen Russlands und des Irans wahrscheinlich erfolglos bleiben würden, solange Assad an der Macht bleibe. Auch Differenzen rund um das Energieprojekt Turkish Stream sollen ausgeräumt werden, mittels dessen russisches Erdgas durch das Schwarze Meer und die Türkei in vier Pipelines mit einer Kapazität von 63 Milliarden Kubikmetern transportiert werden sollen.
(Grafik: dailysabah)
Die Türkei wollte bereits die erste Linie in Betrieb nehmen, die eine Kapazität von 15,75 Milliarden Kubikmetern aufweist, der Start des Projekts scheiterte jedoch daran, dass keine Vereinbarung zwischen der Türkei und Russland zustande gekommen ist. Neben Erdoğan waren auch Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas und Kasachstans Präsident Nursultan Nazarbayev zur Eröffnungsfeier eingeladen. Die 1904 erstmals in Moskau errichtete Moschee ist die größte Europas und parallel zur Abtragung der ursprünglichen begann bereits im Mai 2005 die Rekonstruktion, die zehn Jahre später endgültig abgeschlossen war. Dem stellvertretenden Vorsitzenden des Russischen Muftirats, Rushan Abbyasov, zufolge flossen 170 Millionen US-Dollar in das Projekt.