Google-Mutterkonzern
Wertvollste Firma der Welt: Google-Mutter Alphabet überholt Apple

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New York (nex) – Nach positiven Nachrichten, wonach die Alphabet-Holding mit 21,3 Milliarden US-Dollar Umsatz im letzten Quartal des Jahres diesen um weitere 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern konnte, hat die Google-Mutter den Konkurrenten Apple als wertvollste Firma der Welt überholt. Nach Bekanntgabe der aktuellen Quartalszahlen schnellte der Wert der Holding auf geschätzt 544 Milliarden Dollar hoch, das waren zum Börsenschluss am Dienstag neun Milliarden mehr als jener des bisherigen Spitzenreiters Apple. Wie das Handelsblatt berichtet, führt die Alphabet-Holding ihr Wachstum vor allem auf die Zuwächse in der mobilen Suche zurück, aber auch auf die Video-Plattform Youtube. Nur 15 Jahre, nachdem die New Economy aus internetbasierten Dienstleistungen einen verheerenden Absturz erlebt hatte und sich Anleger schwerpunktmäßig auf traditionelle Unternehmen aus Branchen wie Chemie, Maschinenbau, Automobilindustrie oder Nahrungsmittel konzentriert hatten, ist das Internetsegment wieder obenauf. Mit Alphabet, Apple, Microsoft und Facebook stammen die nach Marktkapitalisierung größten vier Unternehmen alle aus der New Economy. Erstmals sei damit zudem ein Konzern der teuerste der Welt, der keine haptischen Produkte herstellt, wird Experte Daniel Saurenz von Feingold Research im Handelsblatt zitiert. Neben Google und dessen Teilen von der Suchmaschine über YouTube, Android und Google Play, das einen Umsatz von 74,5 Milliarden US-Dollar im letzten Jahr verbuchen konnte, gehören zur Alphabet-Gruppe auch unter anderem die Unternehmen Nest, Google X, Calico und Fiber, die jedoch zum Teil Verluste schreiben, weil sie vorwiegend mit Entwicklung und Innovation in Bereichen wie Drohnen, Hochleistungs-Internet, Sensoren oder selbstfahrenden Autos beschäftigt sind.

Irritationen in der Türkei
Syrien: Bilder von US-Sondergesandtem McGurk mit PKK-Terroristen aufgetaucht

Ankara (nex) – Jüngst in sozialen Medien veröffentlichte Bilder, die den Sondergesandten des US-Präsidenten Barack Obama für die globale Anti-IS-Koalition, Brett McGurk, beim Treffen mit ehemaligen PKK-Kämpfern zeigen, haben für Irritationen in der Türkei gesorgt. Polat Can, Sprecher und Mitbegründer des syrischen PKK-Ablegers „Volksverteidigungseinheiten“ (YPG), teilte über seinen Twitter-Account ein Bild, auf dem er McGurk gerade eine Auszeichnung überreicht. Umgehend verbreitete sich das nicht datierte, alte Bild über zahlreiche Accounts, das aus einer Zeit stammt, als Can noch PKK-Kommandant war. pkk.polatcan.haber2 Die PKK wird von der Türkei ebenso wie von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Ein weiteres Bild zeigt zudem den Anführer der Einheit für die interne Sicherheit innerhalb der YPG, Ciwan İbrahim, und eine Frau, alle in erkennbarer PKK-Uniform. Der Führer der „Demokratischen Vereinigungspartei“ (PYD), des politischen Arms der PKK in Syrien, Salih Muslim, hatte vor drei Wochen gegenüber Al-Quds Al-Arabi erklärt, dass hunderte PKK-Kämpfer in den Reihen der YPG, der bewaffneten Einheiten der PYD, kämpften. Er rechtfertigte dies mit den Worten: „Es ist recht natürlich für einen Kurden, der früher zu den [PKK-]Kämpfern in den Bergen gehörte, seine Heimat zu verteidigen.“ Eine Anfrage an den Sprecher des U.S. State Departments, John Kirby, beantwortete dieser mit er Aussage, er habe nicht die Personalausweise aller YPG-Kämpfer. „Das ist nichts Neues. Wir haben unsere Bedenken bezüglich dieser Gruppe deutlich gemacht“, erklärte Kirby, nachdem er die Frage erst als nicht aktuell abgetan hatte. „Ich kannte auch Muslims Kommentare nicht.“ Die Türkei hatte wiederholt ihre Sorge hinsichtlich des Naheverhältnisses zwischen PKK und PYD zum Ausdruck gebracht und einem möglichen Informations- und Waffenaustausch zwischen diesen. Premierminister Ahmet Davutoğlu machte ebenso wiederholt deutlich, dass die Türkei kein Problem mit den Kurden in Syrien hätte, die PYD jedoch auf Grund ihrer PKK-Nähe nicht als legitime politische Kraft oder Vertreterin der syrischen Kurden betrachtet werden könne.

Türkischer Kaffee
Für Genuss und Freundschaft: Türkischer Kaffee-Truck auf weltweiter Mission

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New York (nex) – Das Projekt „Türkischer Kaffee-Truck“ erobert die Vereinigten Staaten. Es handelt sich dabei um eine Freiwilligeninitiative, die 2012 gegründet worden war, um die türkische Kaffeekultur in den USA bekannt zu machen. Damals startete die Initiative in den Städten Washington, D.C., Baltimore (Maryland), New York City, New Haven (Connecticut) und Boston (Massachusetts) und bot Amerikanern kostenlos typischen türkischen Kaffee an. Mittlerweile hat die Gruppe auch prestigeträchtige Universitäten wie Harvard, Yale und die George Washington Universität besucht, um dort Kaffee an Studenten auszuschenken. Ziel der Aktion ist es, Interesse an der türkischen Kultur zu wecken und gleichzeitig die Beziehungen zwischen den beiden Nationen zu stärken. Der Spezialist für Marken-Freiwilligenwesen und Gründer Gizem Şalcıgil erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu (AA), dass die Gruppe auch durch Europa tourt und türkischen Kaffee unter dem Motto „Der Geschmack einer 500-jährigen Freundschaft“ anbietet. Die Freiwilligen mieten mobile Tresen an und dekorieren sie mit farbenfrohen Motiven, welche die türkische Kultur repräsentieren. „Mit einem Team von zehn Freiwilligen haben wir eine Road Map entworfen und einen Veranstaltungskalender herausgegeben“, erklärte Teamchef Şalcıgil. „Nach Wasser ist Kaffee das am Zweitmeisten konsumierte Getränk der Welt. Türken hatten den Kaffee erst in Europa und den westlichen Ländern eingeführt und Kaffee blieb seither stets ein Element, um soziale Beziehungen zu gestalten.“ Das Team konnte mithilfe von Zuwendungen aus dem türkischen Ministerium für Kultur und Tourismus auch Touren durch die Niederlande, Belgien und Frankreich organisieren. Im Zuge ihrer allerersten Tour durch die USA konnten 10 000 Amerikaner türkischen Kaffee genießen. Über das Projekt wurde auch in heimischen wie internationalen Medien berichtet, es gab zudem offizielle Anerkennung vonseiten des Gouverneurs von Maryland, des Bürgermeisters von Washington, D.C., des türkischen Generalkonsulats in New York sowie des US-Repräsentantenhauses. Hauptsponsor des Projekts ist das älteste türkische Handelsunternehmen für geriebenen Kaffee, Kurukahveci Mehmet Efendi. Das Team plant nun, seine Touren nach China, Südkorea und Singapur auszuweiten.

Kinder berichten von Vergewaltigung durch EU-Soldaten
Oralsex für eine Packung Kekse: EU-Soldaten sollen Kinder in Afrika sexuell missbraucht haben

New York (nex) – Französische Militärangehörige und georgische EU-Soldaten stehen laut der UNO im Verdacht, in Zentralafrika Kinder im Alter zwischen sieben bis 16 Jahren vergewaltigt zu haben. Entsprechende Zeugenaussagen seien „äusserst alarmierend“, erklärte der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein. Die EU, Frankreich und Georgien sowie ein weiteres Land, das nicht benannt wurde, hätten strafrechtliche Ermittlungen angekündigt. Die Vorwürfe bezögen sich auf das Jahr 2014, seien aber erst jetzt bekanntgeworden. Tausende von ausländischen Soldaten waren damals im Einsatz, um in Zentralafrika einen Bürgerkrieg zwischen muslimischen und christlichen Milizen einzudämmen. Mädchen, die seinerzeit zwischen 14 und 16 Jahren alt waren, sagten demnach einem UN-Team, sie seien von Soldaten des europäischen Militärverbands Eufor für Sex bezahlt oder vergewaltigt worden. Ein siebenjähriges Mädchen berichtete, es habe für Oralsex mit Soldaten der französischen Militärmission eine Flasche Wasser und eine Packung Kekse bekommen. Das Mädchen und ein neunjähriger Junge gaben an, auch andere Kinder seien von französischen Soldaten missbraucht worden. „Das sind äusserst schwerwiegende Vorwürfe, und es ist dringend erforderlich, dass dies rasch untersucht wird“, so Al-Hussein. „Viel zu viele solcher Verbrechen werden nicht verfolgt, und die Täter bleiben straffrei, das ermutigt zu weiteren Taten.“ Bereits im vergangenen Jahr gab es gegen 15 Soldaten Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs. Die Soldaten waren im Rahmen der UNO-Friedensmission in die Zentralafrikanische Republik geschickt worden.            

EU-Beitritt
Trotz EU-Schmeicheleien: Nur noch 20 Prozent der Türken wollen in die EU

Ankara (eurasia) – Die Türkei sei ein wichtiger Akteur in der Region, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini bei einer Pressekonferenz in Ankara. Wie der TV-Sendeer TRT berichtete gab Mogherini an, die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU würden sich stärker entwickeln. Ankara hatte sich im Jahr 1987 um eine Mitgliedschaft in der damaligen Europäischen Gemeinschaft beworben. Beitrittsverhandlungen wurden aber erst 2005 aufgenommen. Seit Beginn der 2010er Jahre bemerkte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan jedoch, dass die Bevölkerung seines Landes immer weniger an einem Beitritt zur EU interessiert sei. Die Türkei schlug unter Erdoğans AKP einen zunehmend unabhängigen und mitunter eurasischen Kurs ein. Die Türkei fokussiert sich dabei auf ihr ethnisches Erbe mit Blick auf die zahlreichen Turkstaaten zwischen dem Kaukasus und Zentralasien sowie ihr historisches und kulturelles Erbe mit Blick auf die muslimisch geprägten Staaten, die aus dem ehemaligen Staatsgebiet des Osmanischen Reiches hervorgingen. Ankara zielt mutmaßlich darauf ab, ein neues und, anders als die EU heute, eher loses Machtzentrum zwischen Ost und West zu werden. Gegenwärtig verhandeln die EU und die Türkei über einen gemeinsamen Aktionsplan bei der Abschirmung von syrischen Flüchtlingen. Dabei versprach die EU, die in zahlreichen ihrer Mitgliedsländer einen Besorgnis erregenden Rechtsruck durchmacht, Ankara für seine Hilfe finanzielle Zuwendungen in Höhe von drei Milliarden US-Dollar zukommen zu lassen. Bislang wurde die volle Summe noch nicht bezahlt. Darüber hinaus sollen die türkischen Beitrittsverhandlungen zur EU nun doch intensiviert und Visa-Beschränkungen für türkische Bürger eingestellt werden. Mit der Flüchtlingskrise hat sich Europa vom guten Willen der Türkei abhängig gemacht, da es nicht fähig ist, in Entsprechung seiner sonst immer wieder beschworenen menschenrechtlichen Postulate dem Strom Hilfsbedürftiger aus zahlreichen vom Westen selbst geschaffenen Kriegsgebieten des Nahen Ostens Herr zu werden. Letzte Meldungen aus der Türkei gaben Aufschluss darüber, dass die Regierung in Ankara ihrerseits gedenkt, Syrern künftig permanente Arbeitserlaubnisse zu gewähren. Für die Türkei, die nicht weniger als zwei arabische Nachbarstaaten hat, dürfte sich langfristig ein gesundes wirtschaftliches Potenzial ergeben. In der Türkei leben mehr als zwei Millionen Syrer. Allein in der südosttürkischen Stadt Gaziantep ist bereits jetzt jedes fünfte Unternehmen ein Geschäft, welches von Syrern gegründet wurde.   Mehr zum Thema:

Studie: Türken wollen nur noch zum Shoppen nach Europa

  Erschienen auf eurasianews.de

Tigermücke
Experten: Exotische Mückenart in Deutschland kann Zika-Virus übertragen

Düsseldorf (ots) – Biologen haben darauf hingewiesen, dass die in Deutschland vorkommende asiatische Tigermücke auch das gefährliche Zika-Virus übertragen kann. Diese Art breite sich seit Jahren in Deutschland aus. „Der Anteil dieser exotischen Mückenart ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen“, sagte die Biologin Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung der „Rheinischen Post“. So sei die sehr aggressive Tigermücke vor allem in Baden-Württemberg verbreitet, komme aber mittlerweile auch in Teilen von Bayern, NRW, Hessen und Thüringen vor. „Die asiatische Tigermücke gilt nach der Gelbfiebermücke als der wichtigste Überträger von Erregern wie dem Zika-Virus“, sagte der Mückenexperte Norbert Becker der „Rheinischen Post“. Becker lehrt an der Universität Heidelberg und ist zudem für die Weltgesundheitsorganisation WHO tätig. Unterdessen wiesen Tropenmediziner vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut darauf hin, dass in Südeuropa vermehrt mit Zika-Infektionen zu rechnen sei, wo die asiatische Tigermücke seit den 1990er Jahren heimisch ist. Insgesamt wird die Übertragungsgefahr in Deutschland aber als gering eingeschätzt.

Cyber-Krieg gegen Boykottbewegung
Israelischer General: „Das gefährlichste Land im Nahen Osten ist der Staat Facebook“

Jerusalem (nex) – Die israelische Regierung hat angekündigt, einen „elektronischen Krieg“ gegen die Bewegung „Boykott, Desinvestition und Sanktionen“ (BDS) führen zu wollen. Dazu sollen eine Überwachung, Spurenverfolgung und Obstruktion der Online-Aktivitäten von BDS-Aktivisten ebenso gehören wie Attacken mittels „spezieller intelligenter Maßnahmen“. In der Zeitung Israel Hayom heißt es dazu: „Israel ist einer Delegitimationskampagne ausgesetzt. Deren Wirkung reicht weit und erreicht sogar den Generalsekretär der Vereinten Nationen“. Allerdings sei dies eine Schlacht in „unserem eigenen Stadion: den Cyberspace“. Die Zeitung zitierte den israelischen Minister für strategische Angelegenheiten, Gilad Erdan, wonach dieser geäußert habe, das Statement des UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, in dem dieser zu einem Ende der Besetzung palästinensischen Territoriums aufgerufen habe, trage zu einer „globalen Beeinträchtigung des israelischen Images“ bei. Während der Cyber Tech Conference 2016 in Tel Aviv erklärte Erdan: „BDS sollte eigentlich in die Defensive gezwungen werden und nicht Israel angreifen können.“ Er fügte hinzu, dass die Regierung mehr als 100 Millionen Schekel (etwa 25 Mio. US-Dollar) für den „elektronischen Krieg“ zur Verfügung gestellt habe. Der Vorsitzende des Instituts für Nationale Sicherheitsstudien, General Amos Yadlin, erklärte: „Das gefährlichste Land im Nahen Osten ist der Staat Facebook.“ In den Universitäten, an denen nun antiisraelische Propaganda existiere, lernten derzeit diejenigen, die in 20 Jahren die USA führen würden.

Geberkonferenz zu Syrien in London
Welthungerhilfe: Neue Strategie zur Unterstützung der syrischen Flüchtlinge erforderlich

Bonn (ots) – Vor der internationalen Geberkonferenz am Donnerstag in London fordert die Welthungerhilfe eine neue Strategie, um die syrischen Flüchtlinge in den Anrainerstaaten besser zu versorgen. Die wichtigsten Organisationen, die in Syrien sowie der Türkei, dem Libanon und Jordanien Hilfe leisten, treffen sich bereits heute in London, um ihren Forderungen an die Staatengemeinschaft noch einmal Nachdruck zu verleihen. Dazu gehört auch, dass die Kriegsparteien aufgefordert werden müssen, die Belagerung von Städten zu beenden und den Beschuss von Krankenhäusern sowie Schulen einzustellen. „Nur ein Ende der Kämpfe und eine politische Lösung können langfristig das Leid der Syrer beenden. Deshalb müssen alle Länder konstruktiv die diplomatischen Bemühungen für einen Frieden unterstützen. Bis dahin muss es uns gelingen, die katastrophale humanitäre Lage der Menschen zu verbessern“, betont Dr. Till Wahnbaeck, Vorstandsvorsitzender der Welthungerhilfe, am Rande des Treffens in London. Zentraler Bestandteil einer neuen Strategie muss auch die langfristige Finanzierung der Programme der Vereinten Nationen sein. Die UN braucht mehr als 7 Milliarden Dollar, um die Kriegsflüchtlinge versorgen zu können. Bisher sind die von den Vereinten Nationen für 2015 benötigten Hilfsgelder nur zu knapp 60 Prozent überwiesen worden. Seit Ausbruch des Krieges vor 5 Jahren werden stündlich 50 syrische Familien aus ihren Häusern vertrieben. Die Lebenserwartung ist im Land um 13 Jahre gesunken und jeder zweite Syrer ist auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Dr. Till Wahnbaeck steht für Interviewanfragen in London zur Verfügung. Die Welthungerhilfe leistet seit November 2012 humanitäre Hilfe für syrische Bürgerkriegsopfer. Nachdem dies zunächst innerhalb Syriens erfolgte, wurde die Welthungerhilfe angesichts der zunehmenden Flüchtlingsströme in die Türkei und in den Nordirak auch in diesen Ländern aktiv. Koordiniert von dem Länderbüro in Gaziantep/Türkei werden seit Sommer 2014 Bürgerkriegsopfer und Vertriebene in der Region unterstützt. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der Welthungerhilfe.  

Russische Jets über der Türkei
Türkei erlaubt russische Beobachtungsflüge

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Ankara (nex) – Ungeachtet der jüngsten Spannungen zwischen der Türkei und der Russischen Föderation infolge des Abschusses eines russischen Su-24-Kampfjets im November 2015 und der mutmaßlichen weiteren Verletzung türkischen Luftraums am Freitag der Vorwoche wird im Laufe dieser Woche ein russisches Beobachtungsflugprogramm über der Türkei stattfinden. Dieses wird im Rahmen des 1992 abgeschlossenen internationalen Open Skies Abkommens abgehalten, dem die Türkei 1994 beigetreten war. In der Zeit von Montag bis Freitag ist es Russland auf dieser Basis gestattet, unbewaffnet Beobachtungsflüge über türkischem Territorium durchzuführen. Ein Team türkischer Spezialisten wird die Flüge überwachen. Üblicherweise nimmt die Türkei ihrerseits ihr Recht, über russischem Territorium Beobachtungsflüge durchzuführen, im Schnitt vier Mal pro Jahr in Anspruch, die Russische Föderation übt ihres regelmäßig zwei Mal jährlich aus. Unabhängig davon hat die türkische Luftwaffe jedoch, wie militärische Quellen mitteilen, infolge des Vorfalls vom letzten Freitag über das gesamte Land hinweg einen „orange Alarm“ auf Schlüsselbasen ausgelöst. Damit ist eine hohe Alarmstufe in Kraft getreten, die sonst nur bei akuter Gefahr eines Terroranschlags Anwendung findet. In Anbetracht der erhöhten Bedrohungslage angesichts des syrischen Bürgerkrieges und der wiederholten Verletzungen türkischen Luftraums hat die NATO am Montag Statements zufolge den Lieferungsumfang militärischer Hardware ausgeweitet, insbesondere seit dem Zwischenfall mit der russischen Su-24. Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu kündigte an, neben der spanischen Entscheidung, die Patriot-Raketenabwehrsysteme, die an die türkische Grenze geliefert worden waren, „in Kürze noch weitere Erklärungen“ abgeben zu können. Aus einem NATO-Statement geht unterdessen hervor, dass das westliche Militärbündnis seinem türkischen Partner ein maßgeschneidertes neues Sicherheitspaket in Aussicht gestellt habe, das der instabilen Situation vor Ort Rechnung tragen soll. Dieses Paket soll zusätzliche AWACS-Aufklärungsflüge, eine verstärkte Präsenz der Luftwaffe, stärkere Präsenz zur See und den Einschluss des östlichen Mittelmeers in Hafenrufsysteme, Übungen und maritime Aufklärungsflüge beinhalten. Auch soll der NATO-Sicherheitsplan langfristige Verteidigungspläne für die Türkei umfassen und in diesem Zusammenhang die türkische Luftwaffe mit defensiven Raketenabwehrgeräten ausstatten. Nachdem die syrische Luftwaffe am 22. Juni 2012 nach einem kurzen Eindringen in den syrischen Luftraum eine türkische RF-4E, eine unbewaffnete Aufklärungsversion des F4-Kampfflugzeugs abgeschossen hatte und immer wieder Kampfhandlungen auf der syrischen Seite türkische Grenzdörfer in Mitleidenschaft gezogen hatten, stationierten die NATO-Partner auf Ansuchen der Türkei Patriot-Batterien an mehreren süd- und südosttürkischen Standorten in den Provinzen Şanlıurfa und Gaziantep. Im Vorjahr wurden diese abgezogen. Einige Stimmen hatten die zunehmende Indifferenz russischer Kampfpiloten gegenüber der türkischen Grenze auch auf die Abwesenheit der Patriot-Systeme zurückgeführt. Das Außenministerium erklärte zum Vorfall vom Freitag, man habe den russischen Botschafter in der Angelegenheit der mutmaßlichen Grenzverletzung einbestellt.

Integrationsprojekt
Sachsen-Anhalt: Flüchtlinge fahren in den Karnevalszügen mit

Halle (ots) – Trotz Terror, Gewalt und Flüchtlingskrise: Sachsen-Anhalts Karnevalisten bereiten sich auf einen fast normalen Faschingshöhepunkt vor – die Rosenmontagsumzüge. „Ich bin relativ gelassen“, sagte der Präsident des Karneval-Landesverbandes, Dirk Vater, der Mitteldeutschen Zeitung. Die Polizei im Osten des Landes sprach zwar von verstärkter Präsenz. „Das ist aber wie immer im Karneval“, so Ralf Moritz, Sprecher der Polizeidirektion in Dessau-Roßlau. In Dessau und Köthen finden am Sonntag und Montag zwei der größeren Umzüge statt. „Wir haben keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung“, so Moritz. Das verlautete auch aus dem Innenministerium. Auch Sicherheitszonen für Frauen, wie sie am Rhein nach den Kölner Vorfällen der Silvesternacht eingeführt werden, seien nicht geplant, so Moritz. Beim Köthener Karnevalsverein Kukakö hieß es zwar, die Sicherheitsvorkehrungen seien bürokratischer geworden – erstmals habe das Konzept der Veranstalter schriftlich vorgelegt werden müssen. Von einer Verschärfung könne man aber nicht reden. In Dessau wurden Vereine nach Angaben der Organisatoren lediglich gebeten, leere Kartons oder Rücksäcke nicht auf der Straße stehen zu lassen, um Irritationen zu vermeiden. In Halle war von einem etwas verschärften Konzept mit mehr Sicherheitspersonal die Rede. „Wir gehen dem aber auch gelassen entgegen“, so Vereins-Chef Volker Rosenau. Vorgaben zum inhaltlichen Umgang mit den Themen Terror, Gewalt und Flüchtlinge gebe es nicht, sagte Verbandschef Vater – lediglich den Hinweis „verantwortungsbewusst damit umzugehen“. Gänzlich aussparen lasse sich das Flüchtlingsthema nicht. „Dazu ist es im Tagesgeschehen zu präsent. Aber man sollte nicht über die Stränge schlagen.“ Kostümierungen wie jüngst in Hübitz (Mansfeld-Südharz), wo Gäste im Dschihadisten-Kostüm mit Attrappen von Munitionsgürteln erschienen, „sind für mich nicht mehr lustig“. In Köthen werden Flüchtlinge sogar bewusst in den Rosenmontagsumzug integriert. Auf dem Mottowagen des Deutschen Fördervereins für Sanitätswesen würden 15 bis 20 Gäste aus Syrien, Afghanistan und Indien mitfahren, sagte Vereinschef Raymond Schulz der Zeitung. „Die Flüchtlinge gehören zu unserem Alltag, wir wollen sie integrieren – und sie den Karneval kennenlernen.“ Der Verein ist in der Flüchtlingsbetreuung aktiv. Auch auf anderen Faschingsveranstaltungen sei er bereits mit Flüchtlingen gewesen, so Schulz – ohne negative Reaktionen.