Uni-müde Studenten
Lehre für immer mehr Studenten eine attraktive Alternative
Berlin (dts) – In Deutschland hadert jeder dritte Student mit dem Studium und glaubt nicht an einen erfolgreichen Abschluss: Für ein Drittel dieser Wackelkandidaten ist eine duale Ausbildung durchaus eine attraktive Alternative. Das ist das Ergebnis einer Befragung von 12 000 Studenten durch die Universität Maastricht in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), über die das „Handelsblatt“ berichtet. Hochgerechnet auf die mittlerweile 2,7 Millionen Studenten heißt das: Rund 300 000 Studierende liebäugeln mit einer Lehre.
Die Angst, den Abschluss nicht zu schaffen ist durchaus berechtigt: Aktuell liegt die Abbrecherquote bei den Bachelorstudenten bei 28 Prozent. Generell ist das Image der Berufsausbildung unter Studenten recht positiv: In der BIBB-Umfrage bewerteten sie die Lehre auf einer Skala von 1(sehr schlecht) bis 5 (sehr gut) mit 3,7. Das Urteil fällt allerdings je nach Beruf extrem unterschiedlich aus: Das beste Image genießen Fachinformatiker, Medizinische Fachangestellte und Forstwirte. Schlecht kommen Gebäudereiniger, Friseure und Einzelhandelskaufleute weg.
Ex-Parlamentssprecher im Interview
Irak: „Bagdad war zu jeder Zeit über alle türkischen Truppenbewegungen informiert“
Erbil (eurasia/nex) – Der sunnitisch-irakische Politiker und frühere Parlamentssprecher Osama Nujaifi sprach gegenüber der irakisch-kurdischen Nachrichtenplattform „Rudaw“ über die Zukunft des Irak und warnte vor einem Auseinanderbrechen des Landes, sollte es nicht gelingen, eine Föderalisierung und die Schaffung starker Provinzen mit weit reichenden Befugnissen zu schaffen. Andernfalls wäre mit einem Zerfall des Irak zu rechnen. Nujaifi rechne damit, dass es noch in diesem Jahr zum Krieg um Mosul kommen werde. Um sich darauf vorzubereiten, wäre es nötig, zwischen sunnitischen Milizen wie Hashd al Watani und den Peshmerga Koordination zu schaffen.
Auf der anderen Seite sollten schiitische Milizen wie Hashd al Shaabi nicht in die Planungen rund um die Befreiung der im Vorjahr von der Terrormiliz eroberten Millionenstadt einbezogen werden. „Die Hashd al Shaabi ist nicht beliebt in Mosul und wird auch kaum gebraucht“, erklärte Nujaifi. „Es gibt Einheiten aus der Stadt Mosul selbst und benachbarte Peshmerga-Kräfte, die uns assistieren.“ Es werde gut abgestimmte Luftunterstützung geben und auch die irakische Armee, die eine wichtige Rolle spielen werde. Diese Kräfte wären jedoch auch ohne Hashd al Shaabi in der Lage, die Stadt zu befreien. Die Schiitenmiliz habe insbesondere in der Provinz Niniveh durch ihre Beteiligung an Plünderungen und Brandschatzungen sowie das Zurückweisen von Flüchtlingen jeden Rückhalt innerhalb der Bevölkerung verloren. In Kenntnis dieser Sachlage haben auch die irakische Regierung und die internationale Koalition eine Beteiligung dieser Gruppierung an der Befreiung Ramadis abgelehnt.
„Für die Mosul-Offensive brauchen wir nicht mehr Männer, sondern mehr Waffen und bessere Koordination unter den Menschen in Mosul, den Peshmerga, der irakischen Armee und den Koalitionskräften – wobei die irakische Armee, die bislang erst zwei Brigaden beigesteuert hatte, ihren Part der Vorbereitungen noch nicht abgeschlossen habe. „Die Regierung sollte sich mehr um Mosul kümmern, aber sie macht es bisher nicht“, erklärte Nujaifi. Er rechne damit, dass noch in diesem Jahr der Krieg um die Rückeroberung der Stadt beginnen werde. Die amerikanische Position, die davon ausgeht, dass diese bis zu fünf Jahren an Zeit in Anspruch nehmen werde, lehnte er ab. Man sei nicht gewillt, die Stadt so lange in der Geiselhaft der Extremisten zu belassen. Mit den Peshmerga bestehe, so Nujaifi, ein intaktes Einvernehmen im Rahmen der Kooperations- und Koordinationsarbeit. Dennoch sprach der Politik sich dagegen aus, dass diese auch in die Stadt selbst einrücken. Wichtig wäre, dass die Peshmerga mithelfen, den Zugang nach Mosul selbst freizukämpfen. Diesbezüglich gäbe es auch Vereinbarungen zwischen der Hashd al Watani und den Peshmerga.
Mosul nicht als Feindesland betrachten
Nujaifi begrüßte zudem auch den aktiven Einsatz der türkischen Armee für die Ausbildung der sunnitischen Milizen in Bashiq. Diese geschehe entgegen jüngsten Darstellungen Bagdads mit Wissen und Billigung der Zentralregierung in Bagdad. Die Türkei leiste keine finanzielle Hilfe und habe auch keine Kampftruppen in der Region, aber stehe mit einigen Soldaten und militärischen Gerät bereit, um einige tausend Milizionäre von Hashd al Watani auszubilden. Insgesamt sollen Hashd al Watani 6000 Kämpfer angehören, von denen 1000 als Elitesoldaten ausgebildet würden. Aus diesen sollen am Ende Spezialeinheiten gebildet werden. Sobald die Befreiungsaktion für Mosul begonnen habe, sei es wichtig, zu verhindern, dass der IS keine Racheakte an der Bevölkerung verübe und keine Politik der verbrannten Erde betreibe. Es müssten alle erforderlichen Vorkehrungen für die Evakuierung der Bewohner getroffen werden. Auch müsste die kulturelle Substanz der Stadt geschont werden. „Wir sollten Mosul nicht als Feindesgebiet betrachten und alles zerstören, nur um die Terroristen loszuwerden“, so Osama Nujaifi. Das Beispiel Ramadi habe gezeigt, dass der anvisierte Weg der richtige sei, auch wenn es noch Terrornester und vereinzelte Anschläge gäbe. Auch hier seien lokale Milizen trainiert worden und man habe auf der Habbaniya-Militärbasis die einzelnen Akteure unter einen Hut gebracht. Bagdad betrachte die Idee einer Bewaffnung sunnitischer Einheiten immer noch argwöhnisch, aber gerade das sei es, so Nujaifi, was den Extremismus im Irak erst angeheizt hätte. Die Sunniten im Irak würden nicht durch einen einzelnen Führer repräsentiert, sondern durch ein Parteienbündnis, in dessen Koordinationskomitee 13 Personen sitzen, darunter auch Nujaifi selbst. Man arbeite mit den politischen Kräften im Irak in diesem Zusammenhang ebenso zusammen wie mit internationalen Kräften. Allerdings sei aus der sunnitischen Welt sehr wenig an Unterstützung für die Sunniten im Irak gekommen, was den Iran seinerseits zur Einmischung aufseiten der Schiiten ermuntert hätte. Eine Zukunft habe der Irak nur, so Nujaifi, wenn der Irak stark regionalisiert würde und Provinzen wie Niniveh, Ramadi, Saladin oder Kirkuk als selbstständige, starke Regionen agieren könnten. Eine Teilung des Irak nach Ethnie oder Religion sei hingegen nicht nur von der Verfassung verboten, sie würde unter sunnitischen Gruppierungen auch keinen Rückhalt finden. Eine starke Föderalisierung hingegen sei auf dem Boden der Verfassung möglich. Sie sei auch der einzige Weg, ein Auseinanderfallen zu verhindern.
Schwerpunkt Wirtschaft
Erdoğan bricht am Sonntag zu mehrtägiger Reise durch Südamerika auf
Santiago de Chile (nex) – Die Türkei versucht, ihre ökonomischen Beziehungen zu Südamerika zu stärken. Dies wird auch der Schwerpunkt des bevorstehenden Besuchs des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan sein, der einer am Mittwoch veröffentlichten offiziellen Erklärung des Pressedienstes der Präsidentenkanzlei zufolge vom 31. Januar bis zum 4. Februar Chile, Peru und Ecuador besuchen wird. Den Besuchen wird eine wichtige Rolle mit Blick auf die Verbesserung der bilateralen Beziehungen zugeschrieben, betonen türkische Offizielle. Der Präsident wird am 31. Januar in Chile eintreffen, nach einem Tag Aufenthalt am 2. Februar nach Peru weiterreisen und am 3. Februar nach Ecuador fliegen. „Im Rahmen des Besuchs werden politische und ökonomische Fragen ebenso diskutiert werden wie regionale und internationale Entwicklungen“, heißt es in dem Statement.
Erdoğan wird als zweiter türkischer Präsident der Geschichte nach Chile reisen, in Peru und Ecuador wird er als erster türkischer Präsident überhaupt einen Staatsbesuch abhalten. Unter dem Vorsitz des türkischen Präsidenten soll eine Reihe wichtiger Vereinbarungen unterzeichnet werden, deren Gegenstand unter anderem Bereiche wie ökonomische und technische Hilfsmittel, industrielle Investitionen, Entwicklung der Infrastruktur und technischer sowie wissenschaftlicher Austausch zwischen den Ländern sein wird. Auch soll der Präsident vor türkischen und südamerikanischen Geschäftsleuten eine Rede halten. Das Handelsvolumen zwischen der Türkei und Chile betrug in den ersten elf Monaten des Vorjahres 417 Mio. US-Dollar, während es im gleichen Zeitraum des Jahres 2014 noch 921 Mio. US$ waren. Im Jahr 2012 hatte der damalige chilenische Präsident Sebastian Piñera die Türkei besucht und dort im Rahmen einer strategischen Partnerschafts-Rahmenvereinbarung eine Reihe von Vereinbarungen unterschrieben. Chile war das erste lateinamerikanische Land, mit dem die Türkei ein Freihandelsabkommen abschloss.
Grenzschutz statt Flüchtlingsbetreuung
Kujat: „Keine Bundeswehr mehr in der Flüchtlingshilfe“
Berlin (dts) – Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, hat ein sofortiges Ende des Einsatzes der Bundeswehr in der Flüchtlingshilfe gefordert. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch) sagte Kujat: „Das sollte man sofort stoppen. Die Flüchtlingshilfe bedeutet eine weitere Überbeanspruchung der Bundeswehr.“
Die chronisch unterfinanzierte Truppe müsse sich auf die Aufgaben konzentrieren, für die sie da sei, etwa die Landesverteidigung oder die Verteidigung des Nato-Bündnisses. Die Idee, Bundeswehr-Soldaten in der Flüchtlingskrise einzusetzen, sei aus der Not geboren. „Man greift zu dem Rettungsanker Bundeswehr, um Löcher zu stopfen und die Defizite bei der Bundespolizei auszugleichen. Das zeigt, dass Deutschland völlig überfordert ist.“ In der Debatte um den Einsatz von Soldaten zum Grenzschutz sagte Kujat, dazu wäre wohl eine Verfassungsänderung erforderlich. Ende 2015 waren bis zu 8000 Soldaten an über 80 Standorten im Flüchtlingseinsatz. Nach bisherigen Plänen soll die Bundeswehr noch bis Mitte des Jahres in der Flüchtlingskrise die zuständigen Behörden unterstützen. Die Soldaten helfen beispielsweise bei der Registrierung, bauen Unterkünfte auf und versorgen die Flüchtlinge. Kujat forderte eine grundsätzliche Kurskorrektur für die Truppe. Seit Jahren sei die Bundeswehr unterfinanziert, es gebe zu wenig und veraltetes Material, zudem fehle Geld für Reparaturen. „Wir sehen eine Ignoranz der Politik gegenüber dem, was die Bundeswehr leisten soll und was sie braucht.“ Daran habe sich bislang nichts geändert: „Eine Trendwende ist unbedingt erforderlich.“
Razzien in mehreren Bundesländern
„Hast Du Problem, Altermedia?“: Razzien und Festnahmen gegen Nazi-Plattform
(nex/dts) – Den deutschen Sicherheitsbehörden ist heute ein massiver Schlag gegen die neonationalsozialistische Internet-Plattform „Altermedia“ gelungen. Nachdem bereits mehrere Hausdurchsuchungen und Festnahmen gegen mutmaßliche Hintermänner der Naziseite stattgefunden hatten, hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) nach einem Bericht von „Spiegel online“ auch die hinter der Plattform stehende rechtsextreme Organisation verbieten lassen. Unter dem Deckmantel der freien Meinungsäußerung verbreite das Betreiberteam „rassistische, ausländerfeindliche, antisemitische, homophobe und islamfeindliche Inhalte“, heißt es in der Begründung des Ministeriums. Der Rechtsstaat toleriere keine Hasskriminalität, so de Maizière.
Als mutmaßliche Betreiber wurden in der Nähe von Bielefeld und in Villingen-Schwenningen die 47-jährige Jutta V. und der 27-jährige Ralph Thomas K. unter dem Verdacht der Volksverhetzung festgenommen. Ihnen werde auch die Gründung einer kriminellen Vereinigung zur Last gelegt. Etwa 60 Beamte durchsuchten auf Betreiben der Bundesanwaltschaft mehrere Wohnungen in Baden-Württemberg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Thüringen sowie in einem spanischen Badeort. Zudem erging ein Ersuchen an Behörden in Russland, den dort untergebrachten Server der Gruppierung abzuschalten. „Altermedia“ galt jahrelang als wichtige Kommunikations- und Propagandaplattform innerhalb der deutschsprachigen Neonazi-Szene.
Die Grünen haben die Razzia gegen die Internet-Plattform begrüßt: „Das war überfällig. ‚Altermedia‘ konnte viel zu lang eine menschenverachtende Ideologie verbreiten“, erklärten Konstantin von Notz, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen, und Monika Lazar, Grünen-Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus, am Mittwoch in Berlin. Die Plattform bereite seit Jahren den ideologischen Nährboden für schwerste Straftaten, so die Grünen-Politiker. „Gerade dieser Tage ist ein entschlossenes, rechtsstaatliches Vorgehen gegen diejenigen, die dumpfen, volksverhetzenden Hass säen, nötiger denn je. Unsere Demokratie muss gegen diejenigen, die sie beseitigen wollen, verteidigt werden, auch und gerade online.“
Köln
Karneval: Kölner Polizeipräsident rät dringend davon ab sich als Dschihadist zu verkleiden
Köln (dts) – Für die Karnevalstage rät der neue Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies „dringend davon ab“, sich „etwa als Dschihadist zu verkleiden oder Waffen zu tragen, bei denen man nicht erkennen kann, ob sie echt sind oder nicht.“ Derartige Kostümierungen könnten die anderen Jecken unnötigerweise verunsichern.
Als „unerträglich“ hat der neue Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies die Situation an Dom und Hauptbahnhof bezeichnet. Die Umgebung sei „in einer Weise verkommen“, dass sich zahlreiche Bürger und Besucher dort nicht mehr sicher fühlten:
„Wir müssen dringend dafür sorgen, dass sich dieser Zustand am Eingangstor der Stadt schon bald ändert“, betonte Mathies im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Um eine größere Präsenz zu zeigen, werde seine Behörde zukünftig häufiger auch außerhalb von besonderen Einsatztagen wie etwa bei Demonstrationen auf Einheiten der Bereitschaftspolizei zurückgreifen.
„Damit deutlich wird, dass die Polizei so stark ist, dass konsequent und schnell auf Regelüberschreitungen reagiert wird.“
Er sei überzeugt, dass die mit 140 Beamten bestückte „Ermittlungsgruppe Neujahr“ trotz „einer extrem schwierigen Beweislage“ noch weitere Straftäter aus der Silvesternacht ermitteln werde. Bisher gibt es lediglich 28 Beschuldigte, einer davon soll an den sexuellen Übergriffen beteiligt gewesen sein.Die Tatsache, dass viele Beschuldigte von Straftaten wie etwa bei wiederholtem Taschendiebstahl schnell schon wieder in Freiheit sind, sei „frustrierend“, so Mathies. Beispielsweise die bisherige Praxis, dass ein fester Wohnsitz im europäischen Ausland stets auch als Grund herangezogen wird, gegen die Beschuldigten wegen angeblich fehlender Fluchtgefahr keine Untersuchungshaft zu verhängen, müsse „dringend überdacht“ werden.
Dies gelte auch für die Regel, dass bei gewalttätigen Gruppen wie etwa Hooligans oder den Straftätern an Silvester nach derzeitiger Praxis immer das Handeln jedes Einzelnen bewertet und prognostiziert werden müsse, um reagieren zu können. „Aus meiner Sicht aber wäre es erforderlich, dass in bestimmten Situationen auch eine Gruppe von der Straße genommen werden kann, damit die Lage beruhigt wird.“
Times Rating
Bildungsstandort: Zwei türkische Privatuniversitäten unter den Top 10 der Welt
London (nex) – Zwei türkischen Bildungseinrichtungen ist es gelungen, einen prestigeträchtigen Rang in den Top 10 der weltweit besten Kleinuniversitäten zu ergattern.
Sowohl die Koç als auch Sabancı Universität wurden als zwei bedeutende Privatuniversitäten in Istanbul in der Liste des Times-Magazins für höhere Bildung genannt, das weithin als führende Publikation für höhere Bildung im Vereinigten Königreich gilt, und das die Wertung für das akademische Jahr 2016/17 am Montag veröffentlichte.
Koç belegte den achten und Sabancı den zehnten Platz in dem Ranking aller privater Kleinuniversitäten, wobei all jene in Betracht kamen, die weniger als 5000 Studenten haben, aber dennoch gleichzeitig in mehr als vier Disziplinen lehren und forschen. An der Spitze der Liste, die bis Platz 20 reicht, steht das California Institute of Technology (Caltech).
Insgesamt kommen fünf der besten 20 kleinen Privatuniversitäten aus den USA und acht aus Europa. Das Magazin merkte an, dass Koç eine von nur drei Universitäten in der Liste war, die alle sechs Bereiche der Humanwissenschaften abdecke, Medizin, Ingenieurwissenschaften und Technologie, Physik, Geisteswissenschaften und Sozialwissenschaften.
„Türkische Einrichtungen sind im Ranking der besten Kleinuniversitäten der Welt 2016 gut repräsentiert. In einer Reihe mit Caltech zeigen sie, dass Weltklassebildung auch an kleineren Instituten machbar ist und das unabhängig vom Standort“, erklärte Phil Baty, der Ratings-Redakteur bei der Times Higher Education. „Wenn es um Universitäten geht, macht die Größe etwas aus. Einige kommen mit den großen am besten zurecht, aber für andere ist eine kleine Universität die beste Option.“ Kleine Universitäten würden den Studenten ein vertraulicheres Umfeld bieten, mit mehr Aufmerksamkeit aufseiten der Dozenten „und – seien wir ehrlich – auch den besseren Chancen für Studenten, Zeit mit Starprofessoren zu verbringen, die an großen Universitäten einfach zu beschäftigt sein können“, ergänzte Baty.
Kolumbien
Steinmeier begrüßt Einrichtung von Monitoring-Mission in Kolumbien
Berlin (dts) – Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat die Verabschiedung einer Resolution des UN-Sicherheitsrats zur Einrichtung einer Monitoring-Mission in Kolumbien begrüßt. Das sei eine Nachricht, die Hoffnung mache, sagte Steinmeier am Dienstag. „Denn sie ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Beendigung des jahrzehntelangen bewaffneten Konflikts in Kolumbien. Sie wird auch in der kolumbianischen Bevölkerung das notwendige zusätzliche Vertrauen in den Erfolg des Friedensprozesses schaffen.“
Mit der Einigung zur Entwaffnung und der Anrufung des Sicherheitsrats hätten die kolumbianische Regierung und die Rebellenorganisation Farc eines der schwierigsten Verhandlungskapitel auf dem Weg zu einem dauerhaften Frieden abgeschlossen. „Hierfür gebührt Ihnen Anerkennung und Respekt.
Die Bundesregierung, insbesondere Tom Koenigs, der Beauftragte des Bundesministers des Auswärtigen für den Friedensprozess in Kolumbien, bleibt zu einer Ausweitung ihres Engagements für den Frieden und die Sicherheit Kolumbiens bereit“, sagte Steinmeier. Kolumbien und die Farc hatten sich in der vergangenen Woche darauf geeinigt, einen Waffenstillstands und die späteren Niederlegung der Waffen durch die FARC-Kämpfer von einer Mission der Vereinten Nationen und der Gemeinschaft der Länder Lateinamerikas und der Karibik (CELAC) überwachen zu lassen.
Gesundheitssystem in Bulgarien
Bulgarische Nationalisten in Angst: „Türken könnten an alle Fingerabdrücke kommen“
Sofia (nex) – In Bulgarien bekommt ein Skandal im Gesundheitssystem nun eine nationalistisch aufgeladene Dimension.
Der Fraktionsvorsitzende der ultrarechten „Patriotischen Front“ , Valeri Simeonov, auf deren Stimmen die derzeitige Regierung angewiesen ist, hat dieser mit einer Vertrauensabstimmung gedroht, da der Politiker befürchtet, die Türkei könnte schon in Kürze über die Fingerabdruckdaten aller bulgarischen Bürger verfügen.
Hintergrund der Panik auf der türkenfeindlichen Rechten ist ein vor etwa zwei Jahren aufgeflogener, groß angelegter Betrugsskandal, in den eine Reihe von Krankenanstalten involviert war. Sie sollen Akten von Phantompatienten angelegt und bei den Kassen Behandlungen abgerechnet haben, die nie stattfanden. Auf diese Weise soll ein Schaden von etwa 75 Millionen Leva (38 Millionen €) entstanden sein.
Die Politik wollte auf diesen dreisten Fall von Missbrauch von Pflichtbeiträgen schnell und effektiv reagieren. Deshalb beschloss die Regierung in Sofia, flächendeckend Fingerabdruck-Scanner zu ordern, um durch die Erfassung der Patientendaten auf diesem Wege Betrügereien dieser Art entgegenzuwirken.
Was der „Patriotischen Front“ dabei so überhaupt nicht behagen will, ist, dass bei der Ausschreibung dieses neuen Systems ein in Ankara ansässiger türkischer Hersteller von Fingerabdruckscannern zum Zuge kam. Dieses sollte auch in der Türkei produziert werden.
„Wenn eine türkische Firma die Scanner herstellt, wird die Patriotische Front einen Misstrauensantrag einbringen“, kündigte Simeonov jüngst gegenüber Radio Focus Burgas an. Er werde es nicht zulassen, dass eine Regierung an der Macht bleibe, die es erlaube, dass bulgarische Fingerabdrücke in der Türkei verarbeitet würden. Simeonov hält es für untragbar, dass, wie er befürchtet, die Türkei auf diesem Wege an die Daten aller Bulgaren kommen könnte.
Dass die EU das Projekt mit sechs Millionen Euro fördern würde, vermag den Politiker ebenso wenig umzustimmen wie die Tatsache, dass diese Variante die preisgünstigste wäre, um das nach dem Skandal stärker denn je angeschlagene bulgarische Gesundheitssystem wieder voll funktionsfähig zu machen.
Die Nationalisten fordern nun, die 2015 durchgeführte Ausschreibung zu wiederholen, ausschließlich bulgarische Anbieter dafür zuzulassen und diese durch den Geheimdienst DANS überprüfen zu lassen. Das türkische Unternehmen soll bereits bis Ende des Jahres die ersten E-Cards liefern. Im sieben Millionen Einwohner insgesamt zählenden Bulgarien lebt eine 800 000 Personen umfassende türkische Minderheit.
Der ultrarechte Politiker Valeri Simeonov hatte bereits gefordert, die zehnminütigen türkischsprachigen Nachrichten, die täglich mehrmals im Staatsfernsehen laufen, sodass insgesamt eine Stunde lang auf Türkisch gesendet wird, abzuschaffen. Premierminister Boyko Borissov ist im Parlament auf die 18 Stimmen der „Patriotischen Front“ angewiesen.

