Ankara (eurasia/nex) – Mindestens 15 Energieunternehmen wollten an einem geplanten Konsortium partizipieren, das israelisches Erdgas über die Türkei nach Europa transportieren soll, erklärte der Vorsitzende des Energieunternehmens Turcas, Batu Aksoy. Erstes israelisches Erdgas soll die Türkei bereits in den nächsten fünf Jahren erreichen.
„Wir planen die Schaffung eines Käufer-Konsortiums [, um israelisches Erdgas durch die Türkei nach Europa zu bringen]. Jedes Konsortiumsmitglied ist in diesem Plan für eine bestimmte Menge Erdgas verantwortlich. Bislang haben uns mindestens 15 Unternehmen kontaktiert und uns gegenüber ihre Absicht bekundet, Teil des geplanten Konsortiums werden zu wollen“, sagte Batu Aksoy im Interview mit der türkischen Tageszeitung Hürriyet.
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Aksoy wies darauf hin, dass es für ein Unternehmen alleine nicht möglich sei, solch große Exportmengen alleine abzuwickeln. Israel könnte jährlich bis zu acht Milliarden Kubikmeter Erdgas in die Türkei pumpen, vorausgesetzt, verlässliche Partner teilen die Risiken Israels. Die Inhaber der Erdgas-Förderrechte in Israel haben in den vergangenen Monaten hinsichtlich des Exports von israelischem Erdgas türkische Unternehmen, einschließlich Turcas, regelmäßig kontaktiert.
Erschienen bei unserem Kooperationspartner eurasianews.
Schiffbrüchige dank einfallsreichem „HELP“-Ruf von unbewohnter Insel gerettet.
Mikronesien (nex) – Drei Männer, die seit drei Tagen vermisst wurden, konnten am vergangenen Donnerstag von einer einsamen Insel in der Pazifik gerettet werden, als ein US-Militärflugzeug einen mit Palmwedeln geschriebenen Hilferuf bemerkte.
Die Sprecherin der Küstenwache Melissa McKenzie teilte mit, dass die Männer am vergangenen Dienstag von ihren Familien als vermisst gemeldet worden waren, nachdem sie nicht wie erwartet auf der Insel Weno ankamen.
Die Männer seien auf einem Boot zwischen zwei Inseln in Mikronesien unterwegs gewesen, als dieses von einer Welle erfasst worden sei, so McKenzie weiter. Alle drei Schiffbrüchigen hätten Rettungswesten getragen und seien in der Lage gewesen, zu der verlassenen Insel zu schwimmen.
Zwei Stunden nachdem sie entdeckt wurden, konnten sie mit einem kleinen Boot abgeholt und in ein Krankenhaus gebracht werden.
London (nex) – Etwa 100 Aserbaidschaner marschierten am vergangenen Sonntag durch London, um gegen die armenische Aggression während der letzten gewaltsamen Auseinandersetzungen im besetzten Berg-Karabach zu protestieren.
„Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die internationale Gemeinschaft und auch Großbritannien als Teil dieser Gemeinschaft Aserbaidschan in ihrer gerechten Sache unterstützen und gegen Armenien Sanktionen verhängen, bis es die vier ausstehenden Resolutionen des UN-Sicherheitsrates umsetzt, die schon vor 22 Jahren beschlossen wurden“, erklärte die Europäisch-Aserbaidschanische Gesellschaft in einem Statement.
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Die Protestteilnehmer liefen mit Türkei- und Aserbaidschanflaggen vom Trafalgar Square zur Downing Street, in der sich das Büro und die Residenz des Premierministers befinden.
Nach Angaben des aserbaidschanischen Verteidigungsministeriums kamen bei Kämpfen zwischen aserbaidschanischen Truppen und ethnischen armenischen Kräften an den Grenzen des besetzten Berg-Karabach mehr als 270 Militärangehörige ums Leben.
Armenier halten seit 1993 Berg-Karabach, eine Enklave innerhalb Aserbaidschans, besetzt. Die internationale Gemeinschaft erkennt Berg-Karabach als Teil Aserbaidschans an.
Tel Aviv (nex) – Zwei Verdächtige, einer davon ein israelischer Soldat, wurden im Rahmen von Ermittlungen zum jüdischen Terror in der vergangenen Sonntagnacht festgenommen, berichtet die israelische Tageszeitung Haaretz.
Details der Ermittlungen unterliegen der Geheimhaltung. Der Soldat wurde von der Militärpolizei auf seinem Stützpunkt festgenommen. Der zweite Verdächtige ist noch minderjährig und wurde zuvor schon wegen einer ähnlichen Straftat festgenommen.
Einem Statement der rechtsextremen NGO Honenu zufolge, die israelischen Staatsbürgern Rechtsbeistand bietet, wurde den beiden Festgenommenen der Zugang zu einem Anwalt verwehrt.
Honenu vertritt die Auffassung, dass der Fall eine solche Maßnahme nicht rechtfertige. Drei weitere Verdächtige in dem Fall wurden in der vergangenen Woche vom israelischen Inlandsgeheimdienst Shin Bet und der Polizei von Judäa und Samaria festgenommen. Honenu beschuldigte den israelischen Inlandgeheimdienst bereits im Dezember vergangenen Jahres der Folter an jüdischen terrorverdächtigen Häftlingen.
Adana (nex) – Der 26-jährige Ahmet Suphi Altındöken, der am 3. Dezember 2015 vom 1. Strafgerichtshof in Tarsus des Mordes an der 20-jährigen Studentin Özgecan Aslan schuldig gesprochen wurde, ist tot.
In einem Gefängnis in der südtürkischen Provinz Adana wurden er und sein 50-jähriger Vater Necmettin, der – wie auch der 20-jährige gemeinsame Freund Fatih Gökçe -wegen Beihilfe ebenso zu lebenslanger Haft ohne Aussicht auf vorzeitige Entlassung verurteilt worden war, zum Ziel eines Angriffs mit einer Schusswaffe.
Vater und Sohn erlitten bei der Attacke in einem geschlossenen Gefängnis des Typs E schwere Verletzungen, Ahmet Altındöken im Brustkorb, Necmettin in Bauch und Hüfte. Der als Haupttäter verurteilte Sohn starb wenig später im Krankenhaus an den Folgen der Tat.
Sondereinheiten der Bereitschaftspolizei wurden infolge der Eskalation ins Gefängnis verlegt, zwei Ermittler sollen nun die Umstände der Tat klären. Özgecan Aslan war Psychologiestudentin und wurde im Februar 2015 ermordet, nachdem Ahmet Altındöken sie als letzten Fahrgast des von ihm gelenkten Omnibusses entführt, an einen abgelegenen Ort gebracht und dort zu vergewaltigen versucht hatte.
Als die junge Frau sich wehrte, soll Altındöken sie getötet haben. Ihr verbrannter Leichnam wurde zwei Tage nach einer Vermisstenanzeige vonseiten ihrer Eltern in einem Flussbett in Tarsus gefunden. Auf der Suche nach dem vermissten Mädchen hielt die Gendarmerie am 12. Februar 2015 einen verdächtigen Minibus an und fanden darin Blutspuren und einen Hut, die der Ermordeten zugeordnet werden konnten. Daraufhin wurden die Ahmet und Necmettin Altındöken sowie Gökçe unter dringendem Tatverdacht festgenommen.
Der Mord an Özgecan Aslan hatte in der gesamten Türkei Wut und Empörung hervorgerufen. Einer jüngst veröffentlichten Umfrage zufolge sprachen sich mehr als 90 Prozent der befragten Türken in 36 Provinzen für eine Wiedereinführung der Todesstrafe aus – unter anderem nach Vergewaltigungsfällen wie diesem.
Istanbul (nex) – Fans und Funktionäre des Istanbuler Spitzenklubs und derzeitigen Tabellenführers in der Süper Lig, Beşiktaş Istanbul, haben die Eröffnung der fertiggebauten „Vodafone Arena“ gefeiert, in der die Mannschaft künftig ihre Heimspiele austragen wird.
(Foto: AA)
Auch die politische Führung des Landes wohnte dem Ereignis bei. Der Dank der Verantwortlichen im Verein und der Fans galt unter anderem dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, der die immer wichtige Rolle der Türkei auch als Sportstandort unterstrich und in seiner Ansprache darauf hinwies, dass das Land mit 659 internationalen Sportevents, die in den letzten 13 Jahren stattgefunden hätten, auch in diesem Bereich ihre wachsende Bedeutung unter Beweis gestellt habe.
Gebetsraum im Stadion (Foto: Adnan Demir/BJK)
Die Errichtung der Vodafone Arena sei nicht der letzte bedeutende Sportstättenbau gewesen, den die Türkei erlebt hätte. Derzeit würden weitere 14 Stadien in verschiedenen Städten gebaut und zum Bau von neun weiteren würden die technischen Vorbereitungen laufen. Erdoğan wies auch darauf hin, dass die Zahl der lizenzierten Sportler in der Türkei im gleichen Zeitraum von 278 000 auf 6 225 000 angewachsen sei und die der Sportvereine von 6000 auf 14 000.
Mehr zum Thema: Sportstadt Samsun(Foto:nex24.com/Adnan Demir)
Auch Spitzensportler wie die Olympioniken könnten mittlerweile auf bessere Rahmenbedingungen durch einwandfreie Infrastruktur hoffen. In Städten wie Erzurum, Antalya, Trabzon oder Mersin seien zusätzliche Anlagen für das Training und für die Austragung internationaler Sportveranstaltungen geschaffen worden. Das erste Meisterschaftsspiel in der Vodafone Arena findet am Montag gegen den Tabellenneunten Bursaspor statt.
Kairo (nex) – Im Rahmen des Staatsbesuchs des saudischen Monarchen Salman am Freitag in Kairo stand ein prestigeträchtiges Infrastrukturprojekt im Mittelpunkt der Gespräche mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi. Dies berichten mehrere Medien unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur.
Um den Handel zwischen den beiden über den Golf von Akaba aneinander angrenzenden Ländern zu fördern, wollen Riad und Kairo demnach ein bereits seit den 1980er Jahren erwogenes Bauprojekt einer Brücke über das Rote Meer realisieren. Dieses soll, so der 2013 in Ägypten durch einen Putsch an die Macht gekommene Al-Sisi, den Namen des saudischen Monarchen tragen.
Detailliertere Angaben über den geplanten Zeitpunkt der Fertigstellung des Projekts oder über dessen Finanzierung drangen bis dato noch nicht an die Öffentlichkeit.
Lagos (nex) – Sechs türkische Seeleute wurden am Montag von Piraten vor der Küste Nigerias von einem Frachtschiff entführt. Der Nachrichtenagentur Deniz zufolge handelte es sich um das Schiff „M/T Puli“, das dem Unternehmen Kaptanoglu Shipping gehören und mit Chemikalien unterwegs gewesen sein soll. Unter den sechs entführten Seeleuten soll sich auch der Kapitän des Schiffes, Ilkay Olgun, befinden.
Das Unternehmen teilt mit, dass sowohl die gekidnappten Mitglieder der Mannschaft als auch jene, die auf dem Schiff geblieben waren, bei guter Gesundheit seien und das Schiff sicher in einen Hafen einlaufen konnte. Die zuständigen Behörden erklärten zudem, dass es vonseiten der Piraten bis dato noch keine Kontaktaufnahme gegeben habe. Man habe sich selbst an das Außen- sowie an das Ministerium für Meeres- und Transportangelegenheiten gewandt, um den Vorfall zu untersuchen. Seit 2009 wurden somit bereits drei türkische Schiffe entführt.
Der erste Fall ereignete sich am 21. September 2009, als der Öltanker Ilena Mercan entführt worden war. Nach 15 Tagen wurden Schiff und Mannschaft jedoch wieder freigelassen. Aus dem Jahre 2013 datiert der zweite Zwischenfall, als der Rohöltanker MT Cotton von Piraten angegriffen wurde, die diesen anschließend eine Woche lang in ihrer Gewalt behielten. Berichten zufolge sollen immer mehr ehemalige Söldner aus Nigeria ihren Geschäftsbereich in Richtung Piraterie verlagert haben.
Seit 2011 sollen bereits 30 Schiffe und mehr als 100 Seeleute entführt worden sein. Während Piraten in Somalia im Regelfall Lösegeld für die entführten Mannschaften erpressen, verkaufen Piraten in Nigeria üblicherweise Rohöl aus den in ihre Gewalt gebrachten Tankern auf dem Schwarzmarkt.
Köln (nex) – Am Sonntagnachmittag haben deutschlandweit Tausende PKK-Sympathisanten gegen den von Erdogan initiierten Demokratisierungsprozess in der Türkei demonstriert.
Es war vorauszusehen, dass Erdogans „Çözüm süreci“ (Lösungsprozess) ein schwieriges Unterfangen sein würde, als er dieses Friedensprojekt während einer Rede in Diyarbakir im Jahre 2005 zum ersten Mal erwähnte und 2009, damals noch Premierminister der Türkei, mit der Gefahr, Stimmen aus dem rechten Rand der AKP-Wähler zu verlieren, in Gang setzte.
Durch den „Açılım“ (Öffnungs)-Prozess sollte die Türkei offener und demokratischer werden. Erdogan sprach von „gläsernen Polizeiwachen“, wo etwa Folter, die in den von deutschen Medien und Politikern „demokratisch“ genannten Vorgängerregierungen der Türkei bei Befragungen zur Tagesordnung gehörte, abgeschafft werden sollte.
Minderheiten sollten zu ihren Rechten kommen. Nicht nur Kurden, auch Aleviten, Christen, Juden ebenso wie die Anatolier sollten in diesen Demokratisierungs- und Öffnungsprozess mit eingebunden werden. Zwischen 80 und 90 Prozent aller in der Türkei errichteten „Cemhäuser“ (cemevi= alevitisches Versammlungs- und Gotteshaus) wurden in den vergangenen 13 Jahren erbaut.
Das Direktorat für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet; DİB) soll künftig auch die Kosten für die Wasser- und Stromversorgung der alevitischen Gebetshäuser übernehmen. Darüber hinaus werden die Geistlichen der Aleviten, die so genannten „Dedes“, ihr Gehalt einem geplanten neuen Gesetzespaket zufolge künftig, so wie die Imame der Moscheen auch, von der Regierung bezahlt bekommen.
Cemhäuser sollen offiziell als Gottesdienststätten anerkannt werden und es soll eine Einrichtung namens „Zentren und Cemhäuser Traditioneller Weisheit“ geschaffen werden, deren Aufgabe es sein soll, den Betrieb von Cemhäusern zu regulieren.
Wie Vize-Premierminister Elvan jüngst mitteilte, arbeite die Regierung derzeit auch an einer Roadmap, um Methoden zu entwickeln, die helfen sollen, Probleme in der alevitischen Gemeinschaft zu erkennen und zu lösen. Erstmals wurden auch Publikationen von alevitischen Klassikern veranlasst.
Erster Roma-TV-Sender
Auch für die Gemeinschaft der türkischen Roma hat die AKP-Regierung eine Reihe von Reformen vorgesehen. Ahmet Davutoglu hat den aus der Roma-Community stammenden türkischen Staatsbürger Metin Özceri als Berater engagiert, dessen Aufgabe in der Schaffung einer ständigen Schnittstelle zwischen Regierung und Roma-Gemeinschaft bestehen soll.
Vor einigen Monaten hat auch der erste Roma-TV-Sender seinen Sendebetrieb aufgenommen, der das Ziel verfolgt, Vorurteilen gegen die Gemeinschaft gegenzusteuern. Außerdem soll unter dem Dach des Ministeriums für Familie und Soziales ein Generaldirektorat gegründet werden, die als Anlaufstelle für die Bürger aus der Roma-Community bei Problemen, Anliegen etc. dienen soll.
Die Roma werden so eine direkt ansprechbare Behörde für ihre Angelegenheiten bekommen. Um öffentliche Dienstleistungen für die Roma besser zugänglich zu machen, soll auch unter der Federführung des Direktorats für Auslandstürken und verwandte Communities eine eigene Institution geschaffen werden.
Erdogan: Erster Träger des „Großen Roma-Preises“
Die in der Zeit des Nationalsozialismus in Europa zu Hunderttausenden ermordeten Roma erleben auch heute noch in den meisten Ländern der EU Diskriminierung und Ausgrenzung. Lediglich in Österreich sind sie als gleichberechtigte Volksgruppe anerkannt.
In der Türkei hat sich Präsident Recep Tayyip Erdogan, der in einem Viertel aufgewachsen war, in dem auch zahlreiche Roma lebten, stets für eine Verbesserung der rechtlichen und sozialen Situation der Roma eingesetzt und ist deshalb am 6. Februar von der „Türkischen Roma Konföderation“ als erster Preisträger mit dem „Großen Roma-Preis“ ausgezeichnet worden.
Der türkische Staatspräsident hat in seiner Amtszeit als Ministerpräsident viele Maßnahmen und Projekte gegen die Diskriminierung der Roma-Minderheit und für die Verbesserung ihrer Lebenssituation in die Wege geleitet. Mehrere abwertende oder diskriminierende Zitate wurden aus Gesetzestexten und Schulbüchern gestrichen.
„Ich möchte nicht, dass ihr in diesen lebensunwürdigen Baracken wohnt“, sagte Erdogan im Hinblick auf die teils miserable Lebenssituation der Roma-Minderheiten in Großstädten. Im Zuge von Stadtteilerneuerungsmaßnahmen wurde den Bewohnern von Roma-Vierteln, die meist aus Hüttenhäusern bestanden, neugebaute Sozialwohnungen zu einem sehr niedrigen Vorzugspreis angeboten.
Kopftuchverbot an türkischen Unis
Türkische Frauen mussten lange Zeit gegen diskriminierende Gesetzesbestimmungen kämpfen, die ihnen das Tragen von Kopftuch als Schülerinnen an Schulen und in öffentlichen Einrichtungen verboten, obwohl dieses im türkischen Alltagsleben weit verbreitet ist. Dank Erdogans „Demokratiepaket“ wurde auch dieses Verbot abgeschafft und Kopftuchträgerinnen können nach Jahrzehnten wieder studieren.
Im November letzten Jahres führte sogar erstmals eine Kopftuch tragende Richterin eine Verhandlung vor dem 3. Zivilen Friedensgerichtshof. Der Hohe Rat der Richter und Staatsanwälte (HSYK) hate das zuvor noch formal bestehende gesetzliche Verbot am 1. Juni 2015 abgeändert und das Recht auf Kopftuch auch während des Führens von Verhandlungen anerkannt.
Juden feiern Hanukkah-Fest erstmals öffentlich
Zum ersten Mal in der Geschichte der türkischen Republik feierte die jüdische Gemeinde im vergangenen Jahr ihr Hanukkah-Fest mit einer öffentlichen Veranstaltung in Istanbul. An der Feier auf dem Ortaköy-Platz in Istanbul, das von der Gemeinde Besiktas organisiert wurde und ein buntes Beisammensein beinhaltete, nahmen unter anderem auch Vertreter des Gouverneursamtes, der Stadtverwaltung, des türkischen Außenministeriums und des Muftiamtes teil.
(Foto: iha)
In der historischen Neve-Shalom-Synagoge in Istanbul hatte im Dezember letzten Jahres erstmals eine türkische Amtsperson eine jüdische Hochzeit abgehalten. Nach den Hanukkah-Feiern unter freiem Himmel im Dezember erlebte die jüdische Gemeinde in der Türkei damit eine weitere weit über die Grenzen der Stadt wahrgenommene Großveranstaltung.
(Foto: daily)
Kurde: „Die (AKP-) Regierung arbeitet gut“
„Trotzdem ist seine AKP die allerbeste Regierungspartei, die wir jemals hatten. Wäre die kemalistische Oppositionspartei CHP an die Macht gekommen, gäbe es mit den Kurden immer noch Krieg,“ antwortete ein kurdischer Taxifahrer in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Juni 2013.
Und weiter: „Es gab keine politischen Zeitungen und keinen Frieden mit den Kurden. Man durfte nicht einmal sagen, dass man Kurde ist oder Alevit. Ich bin Kurde, ich stamme aus dem Osten der Türkei, ich weiß also, wovon ich rede. Und jetzt gibt es den Friedensprozess mit der PKK, ich kann sagen, dass ich Kurde bin und es gibt sogar alevitische Programme im Fernsehen. Die Regierung arbeitet also gut.“
Seit Erdogan im November 2002 an die Macht kam, gibt es die muttersprachliche Verteidigung vor Gericht. Es gibt Kurdisch als Wahlfach an Schulen, Kurdologieinstitute, einen staatlichen kurdischen Sender, der auf Kurdisch sendet, kurdische Presse und sogar eine kurdische Suchmaschine.
Opposition gegen Demokratisierungsprozess
Nicht nur die Opposition, sondern auch bestimmte Teile der AKP-Wählerschaft waren von Anfang an gegen den von Erdogan initiierten Prozess. Man wollte weder kurdische Musik im Fernsehen hören noch Kopftuchträgerinnen an den Unis dulden. Kurden gehörten in den Augen der das Land seit Jahrzehnten regierenden Eliten als Arbeitskräfte in die Gärten der Sommerhäuser; Frauen mit Kopftuch wollte man höchstens als Putzkraft in den Istanbuler Penthäusern und nicht wie immer öfter in Nobel-SUVs die Flaniermeilen entlangfahren sehen.
Demokratisierungsgegner in Europa
Die demokratiefeindliche Opposition in der Türkei hat in Europa allerdings einen verlässlichen Unterstützer und Partner:
Radikale PKK-Anhänger und Sympathisanten, die sich angeblich für die Rechte der Kurden einsetzen.
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Auch sie wollen die Zeiten der 1990er, als bürgerkriegsähnliche Zustände herrschten, zurück und sind kurz davor, dies auch zu erreichen. Immer wieder demonstrieren sie, wie auch gestern, deutschlandweit für eine Beendigung des Demokratisierungsprozesses in der Türkei.
Ankara (nex) – Die privaten Daten von 50 Millionen türkischen Staatsbürgern, die veröffentlicht wurden, stammen nicht vom Hohen Wahlausschuss (YSK), dessen Schutz nach den Worten des zuständigen Leiters „sehr stark“ sei.
Der Präsident des Hohen Wahlausschusses erklärte am Freitag, dass die Veröffentlichung der persönlichen Daten nicht vom System seiner Behörde stamme.
„Am Ende unserer Ermittlungen auf den Webseiten [mit den geleakten Daten] sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass diese mit den Daten unserer Datenbank, die wir den politischen Parteien mitgeteilt haben, übereinstimmen“, sagte der YSK-Präsident Sadi Güven in einem Gespräch mit der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Wählerdaten seien den politischen Parteien vor den Wahlen mitgeteilt worden.
„Experten haben recherchiert. Wenn auch die Daten mit unseren Aufzeichnungen übereinstimmen, gab es in unserem System keine undichte Stelle. Eine undichte Stelle zu entdecken wäre sehr schwierig bis unmöglich“, fügte Güven hinzu.
Güven teilte mit, dass die Staatsanwaltschaft Ankara Informationen über den Fall angefordert habe und der Hohe Wahlausschuss bereits sorgfältig geprüft habe, ob die geleakten Dokumente mit den Datensätzen des Wahlausschusses übereinstimmten.
„Unsere Bemühungen in der Angelegenheit gehen weiter. Wir werden diese Informationen der Staatsanwaltschaft zukommen lassen“, so Güven weiter.
Am Mittwoch hatte der Generalstaatsanwalt von Ankara infolge von Hinweisen in Berichten auf die Online-Veröffentlichung der persönlichen Daten von fast 50 Millionen türkischen Staatsbürgern Ermittlungen eingeleitet
Nach Angaben des Büros des Generalstaatsanwalts werden Staatsanwälte mit einer Reihe von Behörden wie zum Beispiel dem Hohen Wahlausschuss oder der Generaldirektion für Personenstands- und Staatsangehörigkeitsangelegenheiten in Verbindung treten.
„Wir haben gesehen, dass die im Internet zirkulierenden Daten mit den Dateien, die wir im Jahr 2008 geteilt haben, übereinstimmen. Wir wissen, wer diese Listen von uns bekommen hat. Wer aber diese geleakt hat – das ist etwas, was die Justiz in Erfahrung bringen sollte“, schloss Güven.