World Monopoly Day
Frankfurter freuen sich über 750.000 Monopolydollar von Mr. Monopoly
Dreieich (ots) – Anlässlich des gestrigen World Monopoly Day hat Mr. Monopoly in der Frankfurter Innenstadt insgesamt 750.000 Monopolydollar unter die Leute gebracht. Weil er aufgrund der aktuellen Leitzinssenkung auch keine Zinsen mehr auf sein Geld bekommt, gibt die Hauptfigur des weltweit wohl erfolgreichsten und bekanntesten Brettspiels den Bürgern der Finanzmetropole einen aus. Von den verteilten 100 und 500 Monopolydollarscheinen konnten sich die Beschenkten einen Kaffee oder Donut „kaufen“.
Am „World Monopoly Day“ feiert Hasbro alljährlich die Geburtsstunde dieses Brettspielklassikers. Mit dem Verkauf der Spielelizenz an Parker Brothers begann am 19. März 1934 der Siegeszug von Monopoly. Der Geburtstag jährt sich dieses Jahr zum 81. Mal und mittlerweile ist das Spiel in 47 Sprachen in 114 Ländern der Erde erhältlich. Würde man die Spielbretter aller bislang verkauften Einheiten aneinander legen, könnte man damit 3,5-mal den Erdball umrunden.
„Wir wollen mit einem Augenzwinkern die aktuellen Geschehnisse am europäischen Finanzmarkt aufgreifen“, so Gabriel Ladwein, Brand Manager bei Hasbro Deutschland. „Dazu zählt auch die Diskussion um die Abschaffung des Bargeldes und weil Monopoly schon immer ein Stück weit ein Spiegelbild der Gesellschaft war, kommt im Herbst mit ‚Monopoly Banking Ultra‘ eine neue Version ohne Bargeld und mit variablen Mieten auf den Markt“, so Ladwein weiter.
Internationaler Tag gegen Rassismus
Menschenrechtsinstitut: Politik und Behörden müssen entschieden gegen Rassismus vorgehen
Berlin (ots) – Anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus am 21. März erklärt das Deutsche Institut für Menschenrechte:
„Die Übergriffe und Brandanschläge gegen Flüchtlingsunterkünfte und geflüchtete Menschen haben in den letzten zwei Jahren dramatisch zugenommen. Soweit Täter ermittelt wurden, kamen diese häufig nicht aus dem organisierten Rechtsextremismus. Auch die Einstellungsforschung zeigt seit Jahren, dass Stereotypen und negative Einstellungen gegen Juden, Sinti und Roma, Muslime, Flüchtlinge und Migranten in der deutschen Gesellschaft weit über rechtsextreme Milieus hinaus verbreitet sind.
Entschiedenes Handeln gegen Rassismus und für den Schutz der Opfer rassistischer Anfeindungen und Gewalt ist dringend notwendig. Politik und Behörden sollten dabei keinesfalls die Fehler der Vergangenheit fortsetzen und ihre Maßnahmen auf die Bekämpfung des organisierten Rechtsextremismus engführen. Vielmehr muss Rassismus überall in der Gesellschaft in den Blick genommen werden. Polizei und Justiz müssen im Fall rassistischer Gewalt wirksam auf Seiten der Opfer eingreifen und effektiv gegen die Täter vorgehen. Dazu – das hat die Aufarbeitung des Behördenversagens im Fall des NSU gezeigt – müssen auch die Verfahren, Strukturen und Einstellungen in Polizei und Justiz kritisch hinterfragt werden.
Der Justizgipfel des Bundes und der Länder am 17. März hat hierfür wichtige Maßnahmen verabredet, etwa die Bildung von Sonderdezernaten, das verstärkte Vorgehen gegen Hasskriminalität im Internet, die Entwicklung aussagekräftiger Statistiken zu Phänomenen der Hasskriminalität und ihrer Strafverfolgung und die Fortbildung der Justiz. Diese Maßnahmen werden jedoch nicht zum Ziel führen, wenn nicht zugleich die Engführung von Rassismus auf organisierten Rechtsextremismus aufgegeben wird.“
Glück
Bestsellerautor Manfred Lütz: „Unser Dorf ist glücklicher, seit wir Flüchtlinge haben“
Osnabrück (ots) – Wie das Dorf des Bestsellerautors durch Flüchtlinge glücklicher wurde – Das Lesen von Glücksratgebern findet der Autor „schrecklich“ – Eigene Bücher entstehen im Urlaub in Venedig.
Manfred Lütz, Psychiater und Bestsellerautor („Wie Sie unvermeidlich glücklich werden“), hält die Ratgeberliteratur zum Thema „Glück“ für absurd: „Bevor ich mein Glücksbuch geschrieben habe, habe ich nicht systematisch Ratgeber gelesen, um nicht unbewusst zu plagiieren. Erst danach habe ich diese Bücher gelesen, und es war wirklich schrecklich“, sagte der 62-Jährige der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Da gibt es zum Beispiel ein ,World Book of Happiness‘: 200 Glücksspezialisten aus allen Ländern der Welt beschreiben da auf jeweils zwei, drei Seiten, was sie für das Glück halten. Das sind 400 anstrengende Seiten, und zu 95 Prozent sind das reine Banalitäten. Zum Beispiel, man sollte mal ausspannen und Freundschaften pflegen.“
Problematisch sei an Glücksratgebern auch, dass diese sich auf die Produktion von Glücksgefühlen fokussierten: „Glück ist kein Ego-Trip. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Unser Dorf hier im Rheinland ist glücklicher, seit wir Flüchtlinge haben, weil viele Menschen, die bislang nur ihre Rente aufgezehrt haben, jetzt Deutschkurse geben oder Flüchtlinge zum Arzt begleiten. Es gibt viel mehr Kommunikation im Dorf, man sieht mehr lächelnde Gesichter. Menschen in Not zu helfen erlebt man als in sich sinnvoll, und das macht glücklich.“
Erfolg ist nach Meinung des Autors nicht notwendig für ein gelingendes Leben, das habe er auch seinen Töchtern mit auf den Weg gegeben: „Wir haben unseren Töchtern Glück gewünscht, aber keinen Erfolg. Man soll die Fähigkeiten, die man mitbekommen hat, fleißig einsetzen, und ob man dann damit Erfolg hat, das hängt von so vielen Zufällen ab. Das ist nicht wirklich wichtig.“ Seine Bücher schreibt Lütz im Urlaub: „Für ein Buch brauche ich so zwischen vier und sechs Wochen. Die letzten Bücher sind in Venedig entstanden.
Über Tag fahre ich mit einem Boot durch Venedig, weil ich die Stadt sehr liebe. Wenn mir Ideen kommen, notiere ich sie auf einem Zettel und abends schreibe ich dann.“ Trotz seines Erfolges als Autor ist es für Lütz undenkbar, seinen Beruf als Psychiater und Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses in Köln aufzugeben. Nur noch Bücher zu schreiben sei langweilig: „Da hat man dann nichts mehr, worüber man schreiben kann, und dreht sich nur noch um sich selbst. Ich finde es immer noch interessant, im Krankenhaus tätig zu sein. Durch den Kontakt zu den Patienten behält man auch eine gewisse Erdung.
"Bürgerliche und rechtsbürgerliche Kräfte"
Kultur-Autor Christoph Hein: AfD nicht in die Nazi-Ecke stellen
Halle (ots) – Der Schriftsteller Christoph Hein („Der fremde Freund“, „Glückskind mit Vater“) warnt davor, die AfD „in die Nazi-Ecke zu stellen“, meldet die Mitteldeutsche Zeitung.
„Ich halte es für falsch, sie in die Nazi-Ecke zu stellen“, sagt der Schriftsteller über die Partei im Gespräch mit der Mitteldeutschen Zeitung. „Wenn wir das lange genug machen, sind die dann tatsächlich dort. Es gibt bürgerliche und rechtsbürgerliche Kräfte in dieser Partei, die sich genau dagegen wehren, aber wenn die Presse, die Bevölkerung und die anderen Parteien sie in diese Nazi-Ecke stellen, dann werden wir erleben, dass sie auf einmal dort landen.Und da könnte es ein böses Erwachen geben, auch für die CDU.“
Über die Situation in Sachsen-Anhalt nach den Landtagswahlen sagt der 71-jährige Autor weiter: „Es gibt ein heftiges Erschrecken im Land, aber es gibt etwas an diesem Wahlergebnis, das ich nicht als schrecklich, sondern sogar als positiv bewerte: Wir wissen etwas genauer, in welchem Land wir leben. Wir hatten nach 1945 das große Problem, dass in Folge der überschweren Schuld der Deutschen etwa zum Thema Antisemitismus oder Fremdenfeindlichkeit in der Bevölkerung geschwiegen wurde. Wer sich irgendwie in diese Richtung bewegte, zumal in Ostdeutschland, war sofort ein Krimineller. Wir können mit Verboten einiges regeln, aber es geht unter der Decke weiter. Wir haben jetzt ein bisschen genauer erfahren, wo wir sind. Die Leute werden das, was sie tatsächlich glauben und meinen, jetzt offener sagen.“
Für Hein, der in Berlin und Havelberg lebt, stehe demnach fest: „Klar sehen, auch auf die politischen Verhältnisse, ist immer ein Gewinn.“ Hein stellte auf der Leipziger Buchmesse seinen neuen Roman „Glückskind mit Vater“ vor. Heute Abend wird in Magdeburg die von dem US-Amerikaner Sidney Corbett komponierte Oper „Die Andere“ uraufgeführt, zu der Hein das Libretto schrieb.
EU-Türkei-Gipfel
Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter kritisiert europäisch-türkisches Flüchtlingsabkommen
Düsseldorf (ots) – Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat das europäisch-türkische Flüchtlingsabkommen scharf kritisiert. „Angela Merkel hat eine europäische Lösung erreicht – aber damit ihre eigene humanitäre Haltung aufgegeben“, sagte Hofreiter der in „Rheinischen Post“.
„Denn der Deal mit der Türkei geht zu Lasten der Flüchtlinge“, sagte der Grünen-Politiker. „Es mag eine individuelle Scheinprüfung geben, in der Realität werden nun die Flüchtlinge, die es nach Europa schaffen, wieder in die Türkei zurückverfrachtet. Sie werden vom Individuum, das nach Schutz sucht, zur reinen Verschiebemasse herabgewürdigt“, sagte Hofreiter. Europa versäume mit diesem Deal, selbst Verantwortung für eine seiner wichtigsten Nachbarschaftsregionen zu übernehmen.
„Die Verantwortung wird abgegeben an eine immer autokratischer agierende Türkei. Über die Probleme der Türkei wird hinweggeschaut, um das Land als sicher einstufen zu können. Das wird sich für die Zukunft rächen.“
Zu Ferienbeginn erhöhtes Passagieraufkommen
Verdi: Zu wenig Fluggastkontrolleure in Köln/Bonn
Düsseldorf (ots) – Die Gewerkschaft Verdi hat dem Essener Sicherheitsunternehmen Kötter zu Beginn der Osterferien in NRW erneut vorgeworfen, zu wenig Fluggastkontrolleure am Flughafen Köln/Bonn einzusetzen. Der zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim sagte der „Rheinischen Post“: „Es kann nicht sein, dass die Sicherheit darunter leidet, dass zu wenig Personal vorhanden ist und die eingesetzten Mitarbeiter unkonzentriert werden, weil sie nicht genügend Pausen bekommen.“ Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi fehlten am Donnerstagmorgen 68 Kräfte, am Freitagmorgen 60.
Kötter übernimmt im Auftrag der Bundespolizei die Kontrollen der Passagiere in Köln/Bonn. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen einräumen müssen, nicht die von der Bundespolizei geforderte Anzahl an Luftsicherheitsassistenten bereitstellen zu können, aber nach zwei Spitzentreffen versprochen, mehr Personal einzustellen.
Das Unternehmen äußerte sich auf Anfrage der „Rheinischen Post“ nicht zu den Zahlen, erklärte allerdings: „Um dem zu Ferienbeginn üblicherweise deutlich erhöhten Passagieraufkommen gerecht zu werden, hat unser Unternehmen eine Reihe von innerbetrieblichen und organisatorischen Maßnahmen am Flughafen Köln-Bonn ergriffen. Diese wurden im Vorfeld mit dem Betriebsrat abgestimmt.“ Gleichzeitig gewährleiste Kötter zur Ferienzeit „konsequent die gewohnt hohen Sicherheitsstandards“
World Airport Awards
Changi-Airport in Singapur erneut bester Flughafen der Welt – München wieder auf Platz drei
London (nex) – Bereits zum sechsten Mal gewann Singapurs Flughafen Changi-Airport den Titel des besten Flughafens der Welt. Vergeben wird dieser seit 1999 von dem Londoner Luftfahrtinstitut Skytrax jährlich auf der Basis einer Passagierumfrage, an der dieses Mal 13,25 Millionen Fluggäste aus 106 Ländern teilnahmen.
Südkoreas Incheon landete wie bereits im Vorjahr auf Platz zwei. München sicherte sich als bester Europäer noch vor Tokio und London wie auch letztes Jahr den dritten Platz. Zürich rutschte vom sechsten auf den siebten Platz, Flughafen Charles de Gaulle in Paris machte als „Most Improved Airport“ den größten Sprung in der Umfrage. Er kletterte von Platz 95 auf Platz 48. Istanbul Atatürk Airport schaffte es nicht einmal in die Top 100.
1 Singapore Changi Airport 2 Incheon International Airport 3 Munich Airport 4 Tokyo International Airport (Haneda) 5 Hong Kong International Airport 6 Chubu Centrair Nagoya 7 Zurich Airport 8 London Heathrow Airport 9 Kansai International Airport 10 Hamad International Airport
Istanbul: Weltgrößter Flughafen wird 2018 eröffnet – Dritte Bosporus-Brücke bereits im August
Das Netzwerk
Ex-Pentagon-Sprecher Gordon: Fethullah Gülen destabilisiert die Türkei von den USA aus
New York (nex) – Der ehemalige Pentagon-Sprecher und pensionierte US-Marine-Kommandant, Jeffrey D. Gordon, sagte in einem Gespräch mit dem US-Sender Fox News Channel, dass Fethullah Gülen die Türkei von den USA aus destabilisiere.
Gordon sagte am Donnerstag, dass die USA Fethullah Gülen, den Führer der Gülen-Bewegung, ausweisen sollten. Die Türkei bezeichnet diese Bewegung als eine Schattenorganisation und beschuldigt sie der Errichtung von Parallelgesellschaften in verschiedenen Ländern.
„Die Türkei wird gerade von den USA aus destabilisiert und zwar von Fethullah Gülen. Er besitzt das größte Charterschulennetzwerk (charter school=öffentliche, von privaten Unternehmen geleitete Schule) in den USA. Die Türkei hat einen Haftbefehl gegen ihn ausgestellt, nachdem er versucht hat, die Regierung zu stürzen und diese durch eine Theokratie wie im Iran zu ersetzen. Die USA sollten ihn ausweisen, wir brauchen ihn hier nicht“, so Gordon.
In der Türkei wird dem Prediger vorgeworfen, an der Spitze einer Terrororganisation zu stehen, die innerhalb des türkischen Staatsapparates eine Parallelstruktur gebildet haben soll mit dem Ziel, einen institutionellen Staatsstreich gegen die gewählte Regierung zu verüben. In diesem Zusammenhang soll die „Fethullistische Terrororganisation“ (FETÖ) unter anderem gesetzwidrige Lauschangriffe durchgeführt und Militärspionage begangen haben. Türkische Gerichte hatten im Vorfeld grünes Licht für die Erwirkung eines Auslieferungsantrags auf dem Wege der Interpol gegeben.
Insgesamt vier Verfahrensakten, zwei aus Istanbul, eine aus Izmir und eine aus Bursa, die mit strafrechtlich relevanten Tatvorwürfen gegen mutmaßliche Angehörige der FETÖ in Verbindung stehen, wurden im Ersuchen zusammengefasst, das vonseiten des türkischen Justizministeriums nun an Interpol weitergeleitet werden soll. Auf der Basis des bilateralen Auslieferungsabkommens zwischen den USA und der Türkei soll eine Auslieferung des krimineller Machenschaften beschuldigten Predigers begehrt werden.
Der langjährige Polizeikommissar und hochrangige Beamte im polizeilichen Nachrichtendienst der Türkei, Hanefi Avci, hatte das Gülen-Netzwerk im Staatsapparat als die größte Gefahr für die innere Sicherheit im Land bezeichnet. Der „Parallelstaat“, den die sogenannte „Hizmet-Bewegung” im Wege einer jahrelangen, strategisch durchgeplanten Aktion im Inneren von Justiz und Verwaltung errichtet habe, sei noch schwerer zu bekämpfen als bekannte terroristische Vereinigungen wie PKK, TIKKO oder DHKP/C.
Avci machte deutlich, dass zur Bekämpfung des Gülen-Netzwerkes völlig andere Maßnahmen und Schritte erforderlich seien als beim Vorgehen gegen die PKK und andere terroristische Vereinigungen, die außerhalb des Staatsapparates in der Illegalität agierten und deren Strategien bekannt seien. Die Parallelstruktur habe hingegen zum Ende hin in allen wichtigen Institutionen des Staates ihre Schläfer gehabt und Teile des Apparates sogar vollständig kontrolliert. Auch wenn die Regierung sich des Problems mittlerweile bewusst sei und durch umfassende Umstrukturierungen, Vorruhestände und Entlassungen einiges von der Macht des Gülen-Netzwerkes gebrochen habe, befänden sich heute noch Elemente innerhalb der Bürokratie, deren Loyalität im Zweifel nicht dem türkischen Staat gelte.
Darauf deute unter anderem die Tatsache hin, dass es zwei Staatsanwälten, gegen die Haftbefehle erlassen wurden, ebenso rechtzeitig gelungen sei, sich ins Ausland abzusetzen, wie auch anderen Persönlichkeiten, um die sich infolge ihrer Rolle beim Aufbau und der Finanzierung der „Parallelen“ die Schlinge immer enger gezogen habe. Hier habe einiges bezüglich der Koordination zwischen den Strafverfolgungs- und Verwaltungsbehörden nicht gestimmt. Es wird gemutmaßt, dass die Betreffenden Hinweise auf bevorstehende Razzien oder Verhaftungen erhalten hätten.
Auch die Rolle eines dubiosen Twitteraccounts mit dem Namen „Fuat Avni“ ist noch nicht geklärt, der sich seit Anfang des Jahres 2014 als eine Art Wahrsager im Zusammenhang mit angeblich geplanten Maßnahmen der türkischen Justiz gegen mutmaßliche Angehörige des Gülen-Netzwerks geriert.
Dennoch hätten, so Avcı, die umfangreichen Razzien und Umstrukturierungen der letzten Jahre in Polizei und Justiz der Parallelstruktur viel an Spielraum genommen und dieser ihre Wühlarbeit erschwert. Im letzten Jahr hatte in der Türkei eine umfangreiche Antiterror-Razzia auf mehreren Anwesen der Koza Ipek Holding stattgefunden, eines Mischkonzerns, der, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, in Verdacht geraten ist, terroristische Aktivitäten im Zusammenhang mit dem „Parallelstaat“ finanziell unterstützt und Propaganda für eine terroristische Organisation betrieben zu haben. Sechs Personen wurden festgenommen, ein Haftbefehl gegen den Vorsitzenden der Gruppe, Akin Ipek, konnte nicht vollstreckt werden, weil dieser sich AA zufolge zwei Tage vor Beginn der Operation mit seinem Privatjet nach London abgesetzt habe.
Avci bat trotz der tragischen Vorfälle in den letzten Tagen im Zusammenhang mit dem Terror der PKK nicht in Hoffnungslosigkeit zu verfallen: „Dieser Staat besitzt die Kraft und die Fähigkeit, vieles zu unternehmen. Man sollte niemals auf diese Provokationen eingehen, die Kontrolle verlieren und dagegen maßlos reagieren. Dadurch schadet man lediglich dem gemeinen Volk und dem Staat. Das bewusste Handeln muss unsere Haltung sein. Wer darüber hinaustritt und eigenständig versucht, ins Geschehen einzugreifen, könnte somit selbst Anarchie heraufbeschwören und vielleicht sogar den größten Schaden an der nationalen Sicherheit richten.“
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USA: Staatsanwälte untersuchen dubiose Geldflüsse des Gülen-Netzwerks
Türkisch-Palästinensisches Wirtschaftsforum
Palästinensischer Ex-Wirtschaftsminister Sinokrat: Die Türkei ist unser Vorbild
Istanbul (nex) – Der ehemalige palästinensische Wirtschaftsminister Mazen Sinokrat betonte bei einer Rede, die er vor dem Türkisch-Palästinensischen Wirtschaftsforum hielt, dass sein Land die Türkei als Vorbild im Gesundheits-, Tourismus- und anderen Bereichen nehme. „Die öffentlichen und privaten Sektoren in Palästina brauchen die strategische wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Türkei“, hob Sinokrat hervor.
Die Türkei war einer der ersten Staaten, der Palästina bei seiner Gründung im Jahre 1988 anerkannte. Sie befindet sich unter den nach Palästina exportierenden Ländern nach Israel, Jordanien und Italien an vierter Stelle. „Aber wenn man bedenkt, dass Israel türkische Produkte in der Türkei kauft und sie nach Palästina reexportiert, kann man durchaus sagen, dass wir auf Platz zwei stehen“, so der stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung türkischer Exporteure (TIM) Mustafa Cikrikoglu.
„Unsere Exporte [nach Palästina], die 2005 bei 9,4 Millionen Dollar lagen, haben sich seitdem verneunfacht und 2015 einen Wert von 82,2 Millionen Dollar erreicht“, so Cikrikcioglu weiter. Er wies auch darauf hin, dass der Außenhandel 83 % des palästinensischen Bruttosozialprodukts ausmache. „Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, die Handelswege freizumachen“, fügte er hinzu.
Cikrikoglu merkte an, dass beide Länder bei ihrem bilateralen Handel vor denselben Hindernissen stünden, da Israel zusätzliche Zollsteuern verlange. Ein Freihandelsabkommen zwischen der Türkei und Palästina – das Land wird von mehreren Staaten der Welt anerkannt – wurde 2014 unterzeichnet und trat 2015 in Kraft. Die Veranstaltung wurde vom Türkischen Außenhandelsverband (DEIK) organisiert.
Treffen in Brüssel
EU-Türkei-Gipfel: 72 Anforderungen bis zur türkischen Visafreiheit
Brüssel (nex) – Die EU und die Türkei haben sich am Freitag auf ein Flüchtlingsabkommen geeinigt, das ein neues Kapitel im Beitrittsprozess des Landes öffnet. Den Kernpunkt des Abkommens bildet die Rückführung der Flüchtlinge in die Türkei, die illegal über Griechenland nach Europa kommen.
Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu kam mit allen 28 EU-Staats- und Regierungschefs zusammen, um das Abkommen zu besiegeln, auf das große Hoffnungen gesetzt werden: Es soll die Flüchtlingsströme von Griechenland nach Europa eindämmen. Davutoglu erklärte: „Hauptziel dieses Abkommens ist den Tod von Kindern, Frauen, Jugendlichen und alten Menschen im Ägäischen Meer sowie in seiner Umgebung zu verhindern, auf diese Weise Schleppern den Boden zu entziehen und die legale Einwanderung zu ermöglichen.“
Des Weiteren hat Ankara die Einführung des visumfreien Reisens für ihre Bürger bis Ende Juni, die Beschleunigung der Beitrittsverhandlungen und weitere drei Milliarden Euro für die Belange der syrischen Flüchtlinge in der Türkei gefordert.
„Der wichtigste Aspekt ist die Visumfreiheit“, betonte Davutoglu. „Wir hoffen, dass dies bis Ende Juni realisiert wird.“
Die Türkei muss in der Visumfrage 72 Anforderungen, unter anderem Migrationssteuerung, Gewährleistung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, erfüllen. Die Türkei habe bereits 37 Punkte des Anforderungskatalogs verwirklicht. „Wir werden alle Anforderungen erfüllen und hoffen, dass die EU ihrerseits ihren Part erledigen wird“, merkte Davutoglu an.
In dem Abkommen hat die EU der schnelleren Auszahlung der bereits versprochenen drei Milliarden Euro für die Belange der syrischen Flüchtlinge in der Türkei zugestimmt. Weiter wurde vereinbart, dass EU und Türkei innerhalb einer Woche gemeinsam eine Liste konkreter Projekte in diesem Rahmen erstellen werden. Im letzten Jahr haben Hunderttausende Flüchtlinge das Ägäische Meer in Richtung Griechenland überquert.
Der türkische Ministerpräsident führte weiter aus, dass die Lebensbedingungen der syrischen Flüchtlinge in der Türkei in vielen Teilen der Welt auf große Anerkennung stießen. Die Türkei habe als eine der ersten Amtshandlungen nach den Parlamentswahlen im November Arbeitserlaubnisse für die in der Türkei lebenden syrischen Flüchtlinge eingeführt: „Jeder EU-Staats- und Regierungschef wird wohl zustimmen, wenn ich sage, dass das eine schwierige Entscheidung war“, gab Davutoglu zu bedenken.
„Wir haben Flüchtlingscamps, in denen seit fünf Jahren 300 000 Menschen leben“, so der türkische Ministerpräsident weiter. Diese Camps hätten sich zu Dörfern und Städten, teilweise mit Schulen und Krankenhäusern, entwickelt. Syrische Flüchtlinge lebten Seite an Seite mit Türken zusammen und würden nicht diskriminiert, betonte er. Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi, der nach dem EU-Gipfeltreffen ebenfalls ein Statement in einer Pressekonferenz abgab, bekräftigte erneut die Unterstützung seines Landes für den EU-Beitrittsprozess der Türkei und fügte hinzu:
„Die Türkei hat nach von der Europäischen Kommission im letzten Jahr veröffentlichten Zahlen weltweit die meisten syrischen Flüchtlinge aufgenommen und über 7 Milliarden Euro für deren Bedürfnisse ausgegeben.“


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