"Türkischer Nationalismus"
Cem Özdemir: „International ist Erdogan isoliert, seine Außenpolitik ist ein Scherbenhaufen“

Bielefeld (ots) – Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir legt im Streit mit dem türkischen Präsidenten Erdogan nach. „Erdogan weiß, was er macht. Er jagt die Fanatiker regelrecht auf die Bäume“, sagte Özdemir dem Bielefelder WESTFALEN-BLATT. „Egal, was Erdogan sagt: Ich werde in der Frage des Völkermordes an den Armeniern nicht locker lassen. Seine Drohungen bestärken mich darin, an dem Thema dranzubleiben. Wir sehen ja, wie versucht wird, türkischen Nationalismus in türkische Organisationen in Deutschland zu verbreiten. Dem müssen wir auch über den Unterricht in unseren Schulen etwas entgegensetzen“, betonte Özdemir. Dass Erdogan sein persönliches Schicksal so eng mit dem Schicksal seines Landes verwoben habe, sei nicht gut für die Türkei. „International ist Erdogan isoliert, seine Außenpolitik ist ein Scherbenhaufen“, sagte der Grünen-Chef.

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Syrienkrise
Türkei: Syrische Oppositionsführer treffen türkischen Außenminister in Ankara

  Ankara (nex) – Laut diplomatischen Quellen dankte der Präsident der Syrischen Nationalen Koalition Anas al-Abdah am gestrigen Mittwoch in Ankara dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu für die Unterstützung der Flüchtlinge in der Türkei. Cavusoglu und al-Abdah erörterten gemeinsam die Lebensbedingungen der Syrer in der Türkei, die neuesten Entwicklungen in Syrien und die Verhandlungen zur Lösung des Konflikts, wie diplomatische Quellen unter der Bedingung der Anonymität aufgrund des Verbots des Kontakts mit den Medien mitteilten. Cavusoglu kam auch mit dem Präsidenten des Hohen Verhandlungsrates Riyad Hijab zusammen. Die Türkei beherbergt derzeit 2,7 Millionen syrische Flüchtlinge und hat bisher Berichten zufolge über acht Milliarden US-Dollar für deren Unterstützung ausgegeben.

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PKK-Terror in Deutschland
Köln: Stadt verbietet im letzten Moment als Sportfest getarnte Terror-Veranstaltung

Köln (nex) – Die Sportverwaltung der Stadt Köln hat einer offenbar für kommenden Sonntag ins Auge gefassten Provokation durch Anhänger der terroristischen PKK rechtzeitig einen Riegel vorgeschoben. Wie die Stadt einem hellhörig gewordenen Bürger mitteilte, der auf Plakate aufmerksam geworden war, die zu einem „Festival“ auf der Bezirkssportanlage Chorweiler eingeladen hatten, sei die auf diesen Plakaten beworbene Veranstaltung auf Initiative der zuständigen Behörde abgesagt worden. Wie auf dem Ankündigungsplakat deutlich zu erkennen war, sollte im Rahmen des Festivals Propaganda für die Terrororganisation gemacht werden. So ist darauf das Konterfei des inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan mit einem Fußball abgebildet und es wird angekündigt, dass getöteter Terroristen der PKK und ihres syrischen Ablegers YPG gedacht werden soll. Tag und Beginnzeit der mittlerweile abgesagten Veranstaltung lassen zudem vermuten, dass die Verantwortlichen offenbar auch die gezielte Provokation von Ausschreitungen im Sinn gehabt haben könnten. Am Sonntag wird ab 15 Uhr bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich die Türkei ihr erstes Gruppenspiel gegen Kroatien bestreiten. Es ist davon auszugehen, dass insbesondere die Kölner Innenstadt eine erhöhte Präsenz türkischer Fußballanhänger zu verzeichnen haben wird. Es wäre nicht das erste Mal, dass PKK-Anhänger eine solche Situation für gezielte Provokationen nutzen wollen, die nicht selten in gewalttätige Ausschreitungen münden. Die politisch aufgeheizte Stimmung nach mehreren blutigen Terroranschlägen in der Türkei, die von PKK-Anhängern in Deutschland in den sozialen Medien frenetisch gefeiert wurden, hätte für ein zusätzliches Eskalationspotenzial gesorgt. Die Kölner Stadtverwaltung scheint das Ansinnen der Extremisten jedoch durchschaut zu haben und reagierte prompt.

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Bürgerkrieg in Syrien
Syrien: Usbekische Gruppen Teil neuer Offensiven gegen Assad

Aleppo (eurasia/nex) – Die turksprachigen Organisationen Katibat el-Tevhid vel Dschihad und Katibat Imam el-Buhari kämpfen seit geraumer Zeit integriert an der Seite von al-Nusra, Ahrar al-Scham und anderen oppositionellen Elementen gegen Assad. In den vergangenen Tagen haben beide Gruppierungen neue Videos veröffentlicht. In diesen werden eigene Milizionäre im Kampf um das kleine Dorf Maarata in der ländlichen Region von Süd-Aleppo dokumentiert. Ahrar al-Scham gab ebenfalls Videos ihrer Kämpfer aus dem Dorf heraus. Die Videos sind kurz, doch sie weisen auf heftige Zusammenstöße mit al-Assad-Truppen und Verbündeten pro-iranischen Schiiten-Milizen innerhalb der Ortschaft hin. Beide usbekische Milizen behaupten, in Süd-Aleppo zusammenzuarbeiten, aber nur Imam el-Buhari berichtete bislang, al-Assad-Soldaten gefangengenommen zu haben. Videomaterial von Imam el-Buhari: https://youtu.be/sE0VwrdVeNs  
Erschienen bei unserem Kooperationspartner Eurasianews

Deutsch-türkische Beziehungen
Armenien-Resolution: Erdogan fordert Deutschland auf den „Fehler zu korrigieren“

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Ankara (nex) – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan will Deutschland die Gelegenheit geben, den „Fehler“ zu korrigieren, den das Land in Form der vom Deutschen Bundestag in der Vorwoche verabschiedeten, umstrittenen Resolution begangen habe, in der die Ereignisse von 1915 rund um die Deportation armenischer Bevölkerungsteile im Osmanischen Reich als „Völkermord“ eingestuft worden waren. Bevor Erdoğan am Mittwochabend vom Esenboğa-Flughafen in Ankara aus in Richtung USA aufbrach, wo er dem Begräbnis der jüngst verstorbenen Boxlegende Muhammad Ali beiwohnen wird, hatte er, wie er Reportern gegenüber betonte, ein Treffen mit hochrangigen Sicherheitskreisen absolviert. Dabei sei es um mögliche Maßnahmen gegangen, die von der Türkei ergriffen werden könnten, sollte Deutschland seinen „falschen Schritt“, wie Erdoğan die Resolution nannte, nicht korrigieren. „Wir haben während unserer Gespräche einige Themen hinsichtlich uns möglicher Schritte besprochen. Wir werden diese Schritte setzen, wenn Deutschland seinen Fehler nicht korrigiert“, erklärte der türkische Präsident. „Wenn Deutschland seinen falschen Schritt nicht korrigiert, werden auch unsere Schritte andere sein“, machte Erdoğan deutlich. „In anderen Worten: Der Prozess wird nicht mehr der sein, der er jetzt ist.“ Erdoğan machte auch darauf aufmerksam, dass fast 3,5 Millionen türkischer Menschen in Deutschland lebten. Der türkische Präsident hatte bereits zuvor mehrfach die Resolution des Bundestages scharf kritisiert. Dabei warnte er unter anderem auch, dass Entscheidungen, die im deutschen Parlament fallen, „ernsthafte Auswirkungen auf unsere Beziehungen“ haben würden. Am 2. Juni hatte der Deutsche Bundestag eine Resolution verabschiedet, in der man sich den armenischen Narrativ, es habe im Zusammenhang mit der Deportation armenischer Bevölkerungsteile im Osmanischen Reich 1915 einen „systematischen Völkermord“ an Armeniern und anderen christlichen Minderheiten, zu Eigen gemacht hat. Die Türkei erkennt die Tragödie hinter den Todesfällen hunderttausender Menschen an, die von 1915 an im Zusammenhang mit den Ereignissen in Ostanatolien während des Ersten Weltkrieges ihr Leben verloren hatten. Allerdings verwahrt sich die Türkei gegen die Beurteilung der Ereignisse als „Völkermord“ und spricht von einer beiderseitigen Tragödie. Ankara hat wiederholt die Bildung einer gemeinsamen internationalen Historikerkommission angeregt, um die Ereignisse vom Grunde her aufzuarbeiten und historisch zu bewerten. Die Regierung des Osmanischen Reiches hatte 1915 die Deportation armenischer Bevölkerungsteile aus der Region beschlossen, nachdem sich armenische Terrormilizen und Teile der Bevölkerung mit der russischen Armee verbündet hatten, die im Osten an der Kaukasusfront in osmanische Gebiete vorrückte.

Türkei
Istanbul bekommt zwei neue U-Bahn-Linien

Istanbul (nex) – Die Provinzverwaltung Istanbul hat die Projekte für zwei neue U-Bahn-Linien zur weiteren Entlastung des überlasteten Istanbuler Verkehrs, besonders an den Küsten des Bosporus, zusammengelegt. Eine neue U-Bahn-Linie wird zwischen den Distrikten Beykoz und Üsküdar im asiatischen, die zweite zwischen den Distrikten Besiktas und Sariyer im europäischen Teil der Stadt gebaut. Die Ausschreibung für die Projekte wird am 27. Juni veröffentlicht. Die Beykoz-Üsküdar-Linie wird 18 Kilometer lang sein. Sie soll zehn Monate nach Ende des Ausschreibungsverfahrens fertiggestellt sein. Die Besiktas-Sariyer-Linie mit 18,4 Kilometern Länge soll nach Fertigstellung soll an die Kabatas-Mahmutbey-Linie angeschlossen sein.

Action!Kidz - Kinder gegen Kinderarbeit
Welttag gegen ausbeuterische Kinderarbeit

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Duisburg / Köln (ots) – Ein sichtbares Zeichen gegen Kinderarbeit setzten mehr als 100 Kölner Schüler zusammen mit der Kindernothilfe-Botschafterin und TV-Moderatorin Shary Reeves auf dem Roncalliplatz in Köln. Anlässlich des Internationalen Tags gegen ausbeuterische Kinderarbeit (12. Juni) fertigten sie ein großes Fotomosaik an. So kamen nach und nach drei überdimensionale Motive zum Vorschein: eine Tafel Schokolade, ein T-Shirt und ein Handy – erstellt aus tausenden kleiner Bilder von hart arbeitenden Kindern. Unter dem Motto „Schau genau hin: Was steckt drin?“ fordert die Kindernothilfe zusammen mit Shary Reeves, beim Einkauf darauf zu achten, ob bei der Herstellung der Waren Kinder ausgebeutet wurden. Passanten konnten auch direkt eine Alternative ohne Kinderarbeit probieren: Ein Teil der Schüler verteilte Schokolade und Weingummi aus fairer Produktion. David, 12 Jahre, vom Georg-Büchner-Gymnasium, findet es falsch, wenn Kinder arbeiten und nicht zur Schule gehen können. „Das ist ein Kreislauf, das kann nicht gut gehen.“ Der 13-jährige Aziz von der Willy-Brandt-Gesamtschule ergänzt: „Die Kinder tun mir voll leid. Wir hier in Deutschland chillen oft und kaufen Sachen, und woanders müssen die Kinder arbeiten.“ Die Kindernothilfe-Botschafterin und TV-Moderatorin Shary Reeves meint: „Bildung ist unser größter Reichtum, das lernen die Schüler bei der Action!Kidz-Kampagne.“ Und zur heutigen Aktion: „Die Schüler haben verstanden, wo ihre Alltagsgegenstände herkommen: Nämlich, dass Kinder in ihrem Alter anderswo gezwungen sind, T-Shirts oder Schokolade unter primitiven Umständen herzustellen.“ Weltweit arbeiten 85 Millionen Jungen und Mädchen unter ausbeuterischen Bedingungen. Sie schuften beispielsweise in der Textil- und Lebensmittelindustrie oder graben in einfachsten Minen nach wertvollen Rohstoffen. Mit ihrer Kampagne „Action!Kidz – Kinder gegen Kinderarbeit“ setzt sich die Kindernothilfe für diese Jungen und Mädchen ein. Bei den „Action!Kidz“ engagieren sich jedes Jahr tausende Schüler aus Deutschland für arbeitende Gleichaltrige weltweit. Seit 2007 haben 45.000 Action!Kidz unter der Schirmherrschaft von Christina Rau rund 750.000 Euro an Spenden für Kinderarbeiter in Indien, Bolivien, Haiti, Sambia, Indonesien, Äthiopien und Peru gesammelt.

Türkisch-japanische Beziehungen
Türkei und Japan möchten Militärkooperation stärken

Ankara (nex) – Der türkische Verteidigungsminister Fikri Isik, der vor seinem Treffen mit dem Generalstabschef der Self-Defense Force, Tomohisa Takei, in Ankara ein Statement abgab, rief zur Erhöhung der Zahl japanischer Soldaten auf, die in der Türkei eine Ausbildung absolvieren. Wir sollten die Zahl der japanischen Soldaten, die in der Türkei eine Ausbildung absolvieren, erhöhen“, erklärte der Minister und fügte hinzu, dass ein solcher Schritt der Verbesserung der militärischen Beziehungen zwischen der Türkei und Japan beitragen werde.Wir möchten auch im Verteidigungssektor unsere Zusammenarbeit mit Japan intensivieren”, fügte er hinzu.  

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Türkisch-japanische Freundschaft
„Ertuğrul 1890“: Bewegender Film über türkisch-japanische Freundschaft kommt in die Kinos

Die filmische Umsetzung zweier schicksalhafter Ereignisse, die beide Nationen verbinden, hat in der Türkei wie auch in Japan für emotionale Reaktionen gesorgt.


PKK-Terror
Türkei: EU-Gesandte besuchen Anschlagsort in Istanbul

EU-Gesandte besuchen Anschlagsort in Istanbul und bringen ihre Solidarität mit der Türkei zum Ausdruck Istanbul (nex) – Gesandte aus EU-Mitgliedsstaaten besuchten am gestrigen Mittwoch, einen Tag nach dem Terroranschlag mit elf Toten, den Anschlagsort in Istanbul. Die EU-Generalkonsuln legten Rosen am Anschlagsort zum Gedenken an die Opfer nieder und brachten gegenüber den Familienangehörigen der Opfer ihr Beileid zum Ausdruck. Der französische Generalkonsul zu Istanbul, Muriel Domenach, erklärte, dass sie den Terror, wo auch immer er herkomme, verurteilten. Der deutsche und der spanische Generalkonsul befanden sich ebenfalls unter den Anwesenden. Die Vereinten Nationen, der NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg und die EU haben nach dem Anschlag in Statements ebenfalls ihre Sorge über den Terror zum Ausdruck gebracht und diesen verurteilt. “Wir weisen wiederholt auf unsere weitere Solidarität mit der Türkei, ihrer Regierung und ihrem Volk und auf unser weiteres Engagement für eine enge Zusammenarbeit im Kampf gegen die globale Bedrohung des Terrors hin“, erklärte die EU in einem Statement. Wie der Gouverneur von Istanbul am vergangenen Dienstag mitteilte, ereignete sich der Terroranschlag mittels einer Autobombe auf einen Mannschaftsbus der Bereitschaftspolizei um 8.40 Uhr Ortszeit im Istanbuler Bezirk Beyazit nahe der U-Bahn-Station Vezneciler. Neben elf Opfern, die sowohl Zivilisten als auch Polizeiangehörige waren, hatte der Anschlag 36 Verletzte und Schäden an umstehenden Geschäften, Fahrzeugen und Hotels zur Folge.

Grünen-Politiker: Nato-Russland-Rat muss tagen
Militärmanöver „Anakonda“: Trittin warnt Nato-Staaten vor Teufelskreis der Aufrüstung

Grünen-Politiker: Nato-Russland-Rat muss tagen Osnabrück (ots) – Der Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin hat wegen des Militärmanövers „Anakonda“ die Nato-Staaten vor einem Teufelskreis der Aufrüstung gewarnt. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Trittin: „Die höchstwahrscheinliche russische Gegenantwort wird die Staaten Osteuropas weiter verunsichern und weitere Rückversicherung erfordern.“ Der Grünen-Politiker warnte: „Aus diesem Teufelskreis müssen wir ausbrechen.“ Polen hatte das größte Militärmanöver im östlichen Mitteleuropa organisiert, an dem 24 Nato-Staaten teilnehmen. Der Bundestagsabgeordnete sagte, kurz vor dem Nato-Gipfel in Warschau wolle das Bündnis die nervösen Partner in Osteuropa beruhigen und mit Blick auf Russland Stärke demonstrieren. Dieses Ziel werde aber verfehlt, warnte Trittin. Stattdessen müsste die Nato noch vor dem Warschauer Gipfel am 8. und 9. Juli auf Russland zugehen: „Das wichtigere Signal vor dem Warschauer Gipfel wäre eine feste Vereinbarung für das nächste Treffen des NATO-Russland-Rates.“ Trittin beklagte, dass der polnische Präsident gar von der „Vorbereitung auf einen Überfall“ spreche. „Das erzeugt nicht nur Verunsicherung in der Bevölkerung, sondern schürt Misstrauen, wo mehr Vertrauen und Dialog dringend nötig wären.“