Autovermietung Car2go
Deutsche Umwelthilfe fordert sofortigen Verkaufsstopp für den Smart fortwo 0.9

DUH fordert von Daimler Rückrufprogramm für alle bisher verkauften Schmutz-Smart und Nachbesserung der Abgasreinigung Berlin (nex) – DUH setzt Daimlers Autovermietung Car2go ein Ultimatum bis Monatsende zur Stilllegung der innerstädtisch betriebenen ungefilterten Smart-Flotten in Berlin, Frankfurt, Hamburg, München und dem Rheinland – heutige Wirtschaftswoche berichtet ausführlich über die Messungen der DUH sowie des ADAC und die eingeleiteten rechtlichen Schritte Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat in einem Schreiben den Vorstandsvorsitzenden der Daimler AG Dieter Zetsche aufgefordert, den Verkauf des Benzinmodells Smart fortwo 0.9 Turbo (Euro 6 – 66 kW) sowie aller weiteren Benzin-Smarts (fortwo und forfour mit ähnlichem Abgasverhalten) mit sofortiger Wirkung einzustellen. Grund dafür ist der extrem hohe Partikelausstoß der Fahrzeuge im realen Fahrbetrieb. Bei Straßenmessungen der DUH mit einem portablen Partikelanzahlmessgerät (TSI P-TRAK 8525) wurde in Berlin im April diesen Jahres direkt hinter einem Euro 6 Smart fortwo des Daimler-Autovermieters car2go der Rekordwert von 440.000 Partikeln pro cm³ gemessen. „Ich habe schon viele schlechte Werte gesehen, aber solche Werte findet man sonst nur in den Abgasfahnen von Kreuzfahrtschiffen“, so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. Die Daimler AG verkauft derzeit nicht nur den nach Messungen unseres Emissions-Kontroll-Instituts schmutzigsten Diesel-Pkw aus deutscher Produktion (Mercedes B-Klasse 180 d), was die Stickoxid-Emissionen angeht: Aktuelle Messungen der DUH im Straßenverkehr sowie des ADAC zeigen, dass die Daimler AG mit dem Smart fortwo 0.9 Turbo den europaweit am schmutzigsten gemessenen Pkw bei den Rußpartikel-Emissionen verantwortet. Um schätzungsweise 50 Euro Kosten in der Abgasreinigung zu sparen, nutzt der schwäbische Konzern, der in seiner Werbung vollmundig „Das Beste oder nichts“ verspricht, dabei eine von der Automobilindustrie in die Abgasbestimmungen hineinverhandelte Regelungslücke für Benzin-Fahrzeuge mit einer Benzineinspritzung vor (und nicht hinter) den Ventilen. Über diesen Trick sieht sich Daimler im Recht, die Innenstädte mit Rußpartikeln regelrecht zu fluten. Alarmierende Messungen gibt es auch vom ADAC. Selbst auf dem Labor-Rollenprüfstand ist dieser smart fortwo 0.9 Turbo das „Schlusslicht beim Partikelausstoß“, für ein Stadtauto seien die Werte „untragbar“, so der ADAC. Nach dem aktuell geltenden Prüfverfahren WLTC wurden 44,6 mg/km gemessen. Dies stellt eine Überschreitung des Euro 6 Grenzwerts für Diesel-Pkw um das 10-fache dar. Noch drastischer fällt die Überschreitung bei der Betrachtung der Partikelanzahl aus: Die gemessene Partikelanzahl betrug 8.284 Milliarden Partikel pro km. Dies stellt eine Überschreitung des Euro 6 Grenzwerts für Diesel-Pkw um das 14-fache dar. Noch extremer sind die Partikelemis-sionen im ADAC-Motorway Labortest: Die hier ermittelte Partikelmasse übersteigt den Grenzwert von 4,5 mg/km für Euro 6 Diesel-Pkw mit 136,1 mg/km um das 30-fache. Der Grenzwert für die Partikelan¬zahl bei Diesel-Pkw Euro 6 wird mit 263.084 Milliarden Partikel pro km um das 440-fache überschritten. „Es ist unanständig – im Schwäbischen sagen wir: Es ist schäbig – wie Daimler Chef Zetsche Profite maximiert und Qualität minimiert. Ultrafeine Rußpartikel sind hochgradig gesundheitsschädlich. Sie dringen über unsere Atemwege bis in die Blutbahn und das Gehirn. Wir haben Anfang dieser Woche Zetsche aufgefordert, den Verkauf aller Benzin Smarts mit hohen Partikel-Emissionen mit sofortiger Wirkung zu stoppen und die bereits ausgelieferten Fahrzeuge mit wirksamer Abgasreinigung nachzurüsten. Darüber hinaus muss die von Daimler betriebene Autovermietung car2go ihre Smarts in den Städten Berlin, Frankfurt, Hamburg, München und dem Rheinland so lange stillzulegen, bis ihre Abgasreinigung nachgebessert wurde“, so Resch. Beworben werden die aktuellen insgesamt 11 unterschiedlichen Smart Modelle mit Benzin-Motoren im Daimler/Smart Internetauftritt ausgerechnet mit einem „Öko-Trend“ Zertifikat. Nachfragen der DUH beim Öko-Trend Institut für Umweltforschung an diesem Montag, 8.5.2017, führten nach einer anfänglichen Verteidigung der Richtigkeit dieser bis August 2017 ausgestellten Zertifikate keine 24 Stunden später zu einer Ankündigung, diese für die Zukunft nicht erneut auszustellen. Gleichzeitig wurde die Bewertung der Abgasemissionen auf der Öko-Trend Webseite für den Smart forfour in den letzten vier Tagen zweimal geändert. Die DUH fordert Daimler auf, die irreführenden Werbeaussagen zur aktuellen Smart fortwo Baureihe zu beenden. Einmal mehr täuscht Daimler die Verbraucher in seiner Smart-Werbung mit der Behauptung, „Kraftstoffverbrauch und Abgasemissionen erhielten die Note „sehr gut“. Die DUH sieht in dem Fall einen Verstoß gegen die Zulassungsbestimmungen der Europäischen Kommission und hat sich daher auch an Bundesverkehrsminister Dobrindt gewandt und diesen aufgefordert, die Typzulassung für Benzin-Smarts mit diesen beim Modell 0.9 Turbo gemessenen Partikelemissionen zu entziehen. Die immens hohen Realemissionen des Smarts stellen nach Ansicht der Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation einen Verstoß gegen die Erwägungsgründe der Verordnung (EU) Nr. 459/2012 der Kommission vom 29. Mai 2012 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 und der Verordnung (EG) Nr. 692/2008 hinsichtlich der Emissionen von leichten Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen (Euro 6) dar. Diese besagen in Absatz (6): „In der Verordnung (EG) Nr. 692/2008 wurde für die Partikelzahl ein Grenzwert von 6 × 10 11 /km für Euro-6- Dieselfahrzeuge festgelegt. Nach dem Grundsatz der technologieunabhängigen Gesetzgebung sollte für Euro-6-Fahrzeuge mit Fremdzündungsmotoren derselbe Emissionsgrenzwert gelten, da nichts darauf hindeutet, dass Partikel aus Motoren mit Fremdzündung eine geringere spezifische Toxizität aufweisen als Partikel aus Dieselmotoren.“ An anderer Stelle führt diese Verordnung die gesundheitliche Relevanz an: „Die von Fahrzeugen ausgestoßenen Partikel können sich in den Lungenbläschen von Menschen ablagern und zu Erkrankungen der Atmungsorgane und des Herz-Kreislauf-Systems sowie zu erhöhter Sterblichkeit führen. Ein hohes Maß an Schutz vor solchen Partikeln liegt daher im öffentlichen Interesse.“ Die mit dieser Verordnung 2014 eingeführten Grenzwerte für die Partikelanzahlemissionen wurden auf Druck der Automobilindustrie auf die „Fremdzündungsmotoren“ beschränkt, „bei dem der Kraftstoff in die Ansaugluft gespritzt wird, nachdem diese die Einlassventile passiert hat“ (715/2007 neu: Art. 3 (18)) und dies wie folgt begründet: „Nach heutigem Wissensstand haben konventionelle Fremdzündungsmotoren mit indirekter Einspritzung, bei denen der Kraftstoff in den Ansaugkrümmer oder den Ansaugkanal und nicht direkt in den Brennraum gespritzt wird, einen niedrigen Partikelausstoß.“

Gesundheit
HNO-Arzt: „Schlechtes Hören ist ein ernsthaftes Problem“

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Baierbrunn (nex) – Hörprobleme sollte man auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen – sondern sich unbedingt untersuchen lassen. „Schlechtes Hören ist keine Lappalie, sondern ein ernsthaftes Problem“, betont Dr. Jan Löhler, Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde in Bad Bramstedt, im Patientenmagazin „HausArzt“. Schwerhörigkeit gehe mit einem erhöhten Depressionsrisiko einher. Demenzen würden in ihrem Verlauf beschleunigt, das Sturzrisiko nehme zu, weil man sich im Raum nicht mehr akustisch orientieren könne. „Wird die Schwerhörigkeit nicht frühzeitig ausgeglichen, verlegen sich die Betroffenen aufs Raten. Das hat nicht nur Missverständnisse zu Folge – das Gehirn verlernt das Hören“, warnt Löhler. Dabei kann Schwerhörigkeit dem Experten zufolge verschiedene Ursachen haben. „Das reicht von einem durch Ohrenschmalz verstopften Gehörgang bis zu beruflich verursachter Schwerhörigkeit oder, in selteneren Fällen, einem Tumor am Hörnerv.“ Der Hausarzt finde schnell heraus, ob das Ohr lediglich verstopft ist. „Ist dies nicht der Fall, wird er Sie zur genaueren Untersuchung an einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt überweisen.“

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Weltweite Cyberattacke
Cyber-Attacken: In Sachsen-Anhalt fielen sogar Anzeigetafeln der Deutschen Bahn aus

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DB in Sachsen-Anhalt von Hackerangriff betroffen Dortmund (nex) – Eine weltweite Cyberattacke hat am Samstag auch die Deutsche Bundesbahn in Sachsen-Anhalt in Mitleidenschaft gezogen, Anzeigetafeln und Überwachungssysteme fielen aus. Hacker-Angriffe, die am Samstag insgesamt 74 Länder trafen und für Konfusion und Chaos sorgten, haben auch in der Region Sachsen-Anhalt für Probleme gesorgt. Laut den Berichten regionaler Medien und der Tageszeitung „Die Welt“ war das Anzeigensystem der Deutschen Bahn in verschiedenen Städten des Bundeslandes betroffen. In Magdeburg, Bitterfeld, Halle und Roslau funktionierten demgemäß Service- und Überwachungstechnik nicht einwandfrei, der Zugverkehr selbst und die Sicherheit sollen jedoch nicht gefährdet gewesen sein. Die DB selbst gab bekannt es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Störung zu beheben, Störungen würden aber vermutlich noch bis zum Nachmittag andauern. Reisende wurden gebeten, sich vorab über Smartphone-Applikationen und die Internetseite der Bahn zu informieren, in den Bahnhöfen selbst standen den Bahnkunden aber auch Informationsschalter zur Verfügung. Die weltweiten Angriffe haben offenbar einen kommerziellen Hintergrund: Ein Schadprogramm dringt in Computer ein und verschlüsselt diese, zur Wiederherstellung wird die Überweisung von Geldbeträgen in Form von Bitcoins verlangt. Am stärksten betroffen waren u.a. Russland, Ukraine, Indien und Taiwan.

Landtagsswahlen 2017
Türkei: Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses ruft Minderheiten in Deutschland zum Wählen auf

Köln (nex) – Bei den bevorstehenden Wahlen seien insbesondere Minderheiten aufgerufen, Politiker in das Landesparlament zu wählen, die sich für eine gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen einsetzten.
Vor allem religiöse und ethnische Minderheiten stünden deshalb in der Pflicht, an die Urnen zu gehen und eine Politik für Demokratie und Vielfalt zu wählen, dies gelte in ganz besonderer Weise für die wahlberechtigten Türkeistämmigen.
Das teilte Mustafa Yeneroğlu, Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses der Großen Nationalversammlung der Türkei, anlässlich der bevorstehenden Landtagswahl am kommenden Sonntag (14.05.2017) in Nordrhein-Westfalen mit. Mustafa Yeneroğlu weiter:
„Über 1,5 Million Muslime leben in Nordrhein-Westfalen, davon eine Million Türkeistämmige, mehr als die Hälfte von ihnen hat die deutsche Staatsbürgerschaft. Sie sind in ganz besonderer Weise aufgerufen, an die Wahlurnen zu gehen und Verantwortung für sich selbst und das Land zu übernehmen. Häufig haben türkeistämmige Wähler in der Vergangenheit Politiker mit türkischen Wurzeln in etablierten Parteien gewählt in der Hoffnung, sie würden sich für ihre Belange einsetzen und ihre Interessen vertreten. Gestärkt wurde diese Hoffnung, weil auch in türkischen Vereinsheimen und Moscheegemeinden um die Stimmen der Türkeistämmigen gebuhlt und aktiv mit der türkischen Herkunft geworben wurde. Und nicht selten wurden die Wähler bitter enttäuscht. Die wachsende Fremden- und Islamfeindlichkeit in Deutschland und Europa sowie der historische Tiefpunkt deutsch-türkischer Beziehungen geben den anstehenden Wahlen eine besondere Bedeutung.“
Die Wahlberechtigten hätten es in der Hand, Politiker zu wählen, die offen für eine vielfältige Gesellschaft einträten und Pluralität als gesellschaftliche Stärke und nicht als Problem betrachteten. Es gelte, sorgfältig zu prüfen, inwieweit sich Kandidaten für eine gleichberechtigte Teilnahme von Muslimen im öffentlichen Leben einsetzten, ob und inwiefern sie den verfassungsrechtlich verbürgten Anspruch der Gleichstellung von muslimischen Religionsgemeinschaften unterstützten und sich für konkrete Projekte gegen die Bekämpfung der Islamfeindschaft stark machten, betonte Yeneroglu weiter. Darüber hinaus sollten Türkeistämmige, so Yeneroglu,  ein besonderes Augenmerk darauf richten, inwieweit sich Politiker für eine Integration durch Partizipation aussprächen oder etwa assimilative Tendenzen guthießen, ob sie der Versuchung widerstünden, aus der zunehmend antitürkischen Stimmung Kapital zu schlagen oder sich für die deutsch-türkische Freundschaft einsetzten – und vor allem welche Position sie bzw. ihre Parteien zur Terrororganisation PKK hätten. Yeneroglu:
„Während die Linke sich aufgrund ihrer offenen Unterstützung für die Terrororganisation PKK grundsätzlich disqualifiziert, tun sich die Grünen, trotz vieler guter Politiker in ihren Reihen, mit einem Parteivorsitzenden, der permanent auf Veranstaltungen auftaucht, die von Kadern der Terrororganisation unterstützt werden und auf welcher PKK-Flaggen wehen, keinen Gefallen. Jeglicher Einsatz für die Stärkung von Unfrieden in einem ausländischen Staat ist nicht tolerierbar. Ähnliches gilt auch für die SPD, dessen Parteivorsitzender eine Partei, die ihr Verhältnis zur PKK und zum Terror selbiger längst nicht geklärt hat, in kurioser Weise als „Schwesterpartei“ bezeichnet. Und selbst wenn die CDU in puncto Verhältnis zur PKK eindeutig Stellung bezieht, vergrault sie mit ihrer inhaltsleereren Symbolpolitik, die rechtspopulistische Parolen legitimiert und den eigenen Parteivorsitzenden als Türken-Armin belustigt, potentielle Wähler. Es reicht nicht, türkischstämmige Kandidaten loszuschicken, vor allem dann nicht, wenn sich solche offenbar auch noch der religiösen und kulturellen Identität ihrer eigenen Familie schämen.“
Enttäuschend sei zudem, dass viele türkeistämmige Politiker in Deutschland, sobald sie gewählt seien, die seit Jahrzehnten in Deutschland lebenden Türken plötzlich nicht mehr als einheimische und gleichberechtigte Bürger betrachteten, sondern als Problem-Menschen, die noch integriert werden müssten. „Dies meistens daher, um in der eigenen Partei selbst nicht als suspekt zu gelten. Muslimen im Allgemeinen und Türkeistämmigen im Besonderen droht also längst nicht mehr nur Ungemach von rechtsextremer und rechtspopulistischer Politik“, sagte Yeneroglu. Ausdrücklich ausgenommen von dieser Kritik seien laut Yeneroglu Politiker, die sich tatsächlich für die Interessen der Türken und Muslime in Deutschland einsetzten, jedoch in ihren Parteien nur ganz selten eine Chance bekämen oder sich deshalb teilweise in „kleinen“ Parteien engagierten. „Vor diesem Hintergrund ist die türkeistämmige und muslimische Minderheit aufgefordert, mit größter Sorgfalt auszusondern und ihre Stimme mit Bedacht abzugeben, denn diese wird die Politik und somit Zukunft des Landes mitbestimmen“, so Yeneroglu.

Türkei
Erdogan zum Muttertag: Personen in leitenden Positionen sollten wie Mütter sein

Ankara (nex) – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat sich am Samstag anlässlich des bevorstehenden Muttertags geäußert und seine guten Wünsche zum Ausdruck gebracht. Er betonte, dass Mütter für Liebe, Respekt, Mitgefühl und das Erbringen von Opfern ständen. Gemäß der Ansicht des türkischen Präsidenten spielen Mütter eine wichtige Rolle in der Gestaltung von Gesellschaften und tragen mit ihrer Fähigkeit zu Mitgefühl zu einem friedlichen und gesunden Miteinander bei. Er sagte wörtlich: „Beim Muttersein geht es nicht nur darum, ein Kind auf die Welt zu bringen. Eine Mutter hat die bedeutendste Rolle inne, wenn es darum geht, die Gefühle, Gedanken und den Charakter eines Menschen über ihr Rollenmodell zu formen“. Auch äußerte Erdogan die Ansicht, dass hinter Gesellschaften mit starken Individuen, großen Nationen und gesunden sozialen Beziehungen auch eine „starke Mutterschaft“ ständen. Laut Erdoğan sollten sich Verwaltungsfachleute und Personen in leitenden Positionen ebenfalls an der Geduld und Aufopferungsbereitschaft von Müttern ein Beispiel nehmen: Man müsse zur Erzeugung eines guten Staates und einer guten Gesellschaft bereit sein, ohne Erwartung von Gegenleistungen zu handeln.

"Mehr Gesundheit - Weniger Alkohol"
Deutsche Krebshilfe: Schon geringe Mengen Alkohol steigern Krebsrisiko

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Bonn (nex) – Wer trinkt, schadet seiner Gesundheit nachhaltig: Der regelmäßige Konsum auch geringer Mengen steigert das persönliche Krebsrisiko. Dennoch trinkt über 90 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland Alkohol. Pro Kopf konsumiert sie in einem Jahr etwa eine Badewanne voll Bier, Wein und Schnaps. Um über den richtigen Umgang mit Alkohol aufzuklären, engagieren sich tausende Freiwillige vom 13. bis 21. Mai 2017 bei zahlreichen Aktionen im gesamten Bundesgebiet. Alle zwei Jahre findet unter Federführung der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) die Aktionswoche Alkohol statt. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt diese Woche mit ihrem Präventionsratgeber für Männer „Riskante Partnerschaft. Mehr Gesundheit – Weniger Alkohol“. Das Trinken von Alkohol ist weitgehend gesellschaftlich anerkannt und alkoholische Getränke sind praktisch unbegrenzt verfügbar. Lediglich an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren darf kein Alkohol abgegeben werden. „Viele Menschen gehen jedoch zu sorglos mit dem Alkohol um, da der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Krebs unbekannt ist oder verdrängt wird“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. Experten schätzen, dass alkoholische Getränke für zehn Prozent aller Krebserkrankungen bei Männern und drei Prozent aller Krebserkrankungen bei Frauen verantwortlich sind. Ein regelmäßiger Alkoholkonsum begünstigt das Entstehen verschiedener Krebsarten, darunter Darm-, Speiseröhrenkrebs und Brustkrebs. Ursache für die krebsfördernde Wirkung ist unter anderem das Acetaldehyd, eine Substanz, die beim Abbau von Alkohol im Körper entsteht und von Wissenschaftlern als krebserregend eingestuft wird. Anlässlich der Aktionswoche Alkohol empfiehlt Dr. Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der DHS, die Beachtung von Regeln im Umgang mit Alkohol: „Gesunde Männer sollten nicht mehr als einen Viertelliter Wein oder 0,6 Liter Bier pro Tag trinken, gesunde Frauen die Hälfte davon nicht überschreiten. Zudem sollten mindestens zwei alkoholfreie Tage pro Woche eingelegt werden. Allerdings ist es schwer, einen Grenzwert festzulegen, da es einen risikofreien Konsum von Alkohol nicht gibt. Risiken, die eine alkoholbezogene Erkrankung fördern könnten, sollten darüber hinaus gemieden werden. Dazu zählt insbesondere Tabakrauchen.“ Jeder dritte Mann und jede fünfte Frau überschreiten die empfohlene tägliche Trinkmenge. Insbesondere die Gruppe der über 30-jährigen Männer entwickelt häufig riskante Trinkgewohnheiten. Deshalb unterstützt die Deutsche Krebshilfe mit einer gemeinsam mit der DHS produzierten Informationsbroschüre die Aktionswoche Alkohol. Mit dem Präventionsratgeber für Männer „Riskante Partnerschaft. Mehr Gesundheit – Weniger Alkohol“ spricht die Deutsche Krebshilfe Inte-ressierte an und ruft zu einem bewussteren Umgang mit Alkohol auf. Der Ratgeber kann kostenlos unter www.krebshilfe.de bestellt oder heruntergeladen werden.

Xenophobie
Türkei will Europa im Kampf gegen Rassismus helfen

Rom (nex) – Die Türkei ist bereit, im Kampf gegen Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und islamfeindliche Rhetorik in Europa zu helfen. Dies teilte der türkische Parlamentspräsident am gestrigen Freitag mit.

In seiner Rede beim Treffen der Parlamentarischen Versammlung der Union für den Mittelmeerraum (PV-UfM) in Rom erklärte Ismail Kahraman, dass „es besorgniserregend und erschütternd ist, wie einfach Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und islamfeindliche Rhetorik – zusätzlich zum Einfluss rechtsextremer Kreise – unter dem Einfluss von Wahlen auf lokaler und Landesebene ihren Platz in der europäischen Politik finden“.

Kahraman rief zu einem ernsthaften Kampf gegen den Terror und zunehmende Probleme in Europa auf.

„Besonders gefährlich ist der Einsatz eines marginalisierenden Diskurses, der als ein Werkzeug populistischer Politiker der Kultur der Koexistenz schadet“, warnte Kahraman und ergänzte, dass Tendenzen, die die Zukunft eines größeren Europas bedrohten, nur durch die Verinnerlichung der Prinzipien der Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Toleranz bekämpft werden könnten.

„Die Türkei ist bereit, die notwendige Unterstützung in diesem Prozess zu leisten“, so Kahraman.

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"Klientel-Ministerium für die Lebensmittelindustrie"
Foodwatch fordert eigenständiges Ministerium für Verbraucherschutz

Geschäftsführer Rücker: „Landwirtschaftsministerium ist ein Klientel-Ministerium für die Lebensmittelindustrie“ Osnabrück (nex) – Nach den Skandalen um die Tiermast und gefälschte Lebensmittel fordert die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch die Abschaffung des Landwirtschaftsministeriums und ein eigenständiges Ministerium für Verbraucherschutz. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ kritisierte Foodwatch-Chef Martin Rücker: „Niemand braucht ein Landwirtschaftsministerium, das ist ein Relikt aus alten Zeiten.“ Es handle sich dabei nur um ein Klientel-Ministerium für die Lebensmittelindustrie und die Bauern. Keine andere Branche habe ein eigenes Ministerium. Rücker sagte: „Es gibt ja auch kein Auto-Ministerium.“ Verbraucherorganisation reagiert auf Skandale um Tiermast Der Foodwatch-Geschäftsführer fordert ein eigenständiges Verbraucherschutzministerium, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Rücker stellte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) ein schlechtes Zeugnis seiner Amtszeit aus: „Wenn ich ein Auge zudrücke, würde ich sagen: Schulnote fünf plus.“ Schmidt habe beim Thema Tierhaltung „zwar zurecht ein Thema erkannt, aber leider nichts erreicht und einen völlig falschen Weg eingeschlagen“. Weder bei der Gentechnik-Kennzeichnung noch bei der Reform des Lebensmittelrechts habe Schmidt die Versprechen im Koalitionsvertrag eingelöst. Rücker sagte: „Schmidt wirkt wie der Kreativdirektor einer Bundeswerbeagentur, der eine Aufklärungskampagne nach der anderen macht und vollständig auf Freiwilligkeit setzt.“ Nötig seien aber schärfere Gesetze. Im Wahlkampf sieht Foodwatch keine Partei, die eine starke verbraucherpolitische Agenda hat. „Das scheint ein Thema zu sein, mit dem Parteien glauben, nicht punkten zu können“, sagte Rücker. Die Parteien hätten Angst, dass solche Vorschläge als wirtschaftsfeindlich oder bevormundend kritisiert würden. „Das ist wirklich schwach. Seit dem Veggie-Day traut sich auch kein Grünen-Politiker mehr, sich mit Initiativen zu den Verbraucherrechten zu positionieren.“

Steuerentlastung
Arbeitgeberverband Gesamtmetall: Ideenwettlauf um Ausgabenerhöhung ist erschreckend

Heilbronn (nex) – Rainer Dulger, Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, fordert in der Debatte um höhere Steuerentlastungen, Altschulden abzubauen. Dulger sagte der „Heilbronner Stimme“: „Ich finde es schon erschreckend, dass steigende Steuereinnahmen einen Ideenwettlauf auslösen, wie man die Ausgaben erhöhen kann. Ziel der Haushaltspolitik darf es nicht sein, möglichst viele Wählerstimmen zu kaufen – sondern es gilt, die langfristige Handlungs- und Investitionsfähigkeit auch in wirtschaftlich schlechteren Zeiten zu sichern.“ Dulger fügte hinzu: „Der dauerhafte, beschleunigte Abbau von Altschulden wäre ein wichtiger Beitrag hierzu. Und da meiner Ansicht nach etwas mehr Demut denjenigen gegenüber, die diese Steuereinnahmen erwirtschaften, angebracht wäre, sollte zudem die kalte Progression abgebaut werden.“ Laut aktueller Prognose der Steuerschätzer können Bund, Länder und Kommunen bis zum Jahr 2021 mit 54,1 Milliarden Euro mehr Steuereinnahmen rechnen als noch im November vorhergesagt. Trotz der Mehreinnahmen soll es nach dem Willen der CDU-Spitze dabei bleiben, dass Steuerzahler und Unternehmen ab 2018 jährlich um maximal 15 Milliarden Euro entlastet werden.

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"Belt and Road"-Forum in Peking
Auslieferung der Putsch-Soldaten: Erdogan fordert Tsipras zur Einleitung notwendiger Schritte auf

Peking (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat, wie aus Präsidialkreisen bekannt wurde, die Nichtauslieferung der am vereitelten Putschversuch vom 15. Juli 2016 beteiligten ehemaligen türkischen Soldaten gegenüber dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras als „nicht richtig“ bezeichnet.

Erdogan habe sich zu der Angelegenheit bei seinem Treffen mit Tsipras am Rande des „Belt and Road“-Forums in Peking geäußert.

So soll der türkische Präsident dem griechischen Premier gesagt haben, dass die Nichtauslieferung ein „Problem“ zwischen den beiden Ländern darstelle; des Weiteren sei der Aufenthalt der Ex-Soldaten in Griechenland „nicht richtig“.

Erdogan habe Tsipras um die Einleitung der notwendigen Schritte zur Lösung des Problems gebeten, so die Quelle weiter.

Am 4. Mai hatte der Oberste Gerichtshof in Athen die Auslieferung von zwei ehemaligen türkischen Soldaten abgelehnt. Zuvor war bereits die Auslieferung von sechs Soldaten abgelehnt worden.

Den ehemaligen Soldaten wird die Verwicklung in den vereitelten Putschversuch mit 249 Toten sowie fast 2.200 Verletzten vorgeworfen. Die Türkei beschuldigt den im US-Exil lebenden Prediger und Anführer des Gülen-Netzwerks FETÖ, Fetullah Gülen, der Drahtzieher hinter dem gescheiterten Staatsstreich gewesen zu sein.

Die türkische Regierung hat zun wiederholten Male die Auslieferung der acht verdächtigen Putschisten mit dem Versprechen eines fairen Prozesses in der Türkei gefordert.

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