Portland (nex) – Verschiedene muslimische Gruppen haben für die Opfer des Messerangriffs vom vergangenen Freitag Spenden in Höhe von fast einer Million US-Dollar gesammelt. Die Muslime in Portland haben der Gemeinde für ihre Unterstützung beim Sammeln des Geldes für die Opfer des tödlichen Angriffs eines weißen Rassisten in einer Stadtbahn bedankt.
Muhammed A. Najieb, der Imam des örtlichen Muslim Community Center, teilte mit, dass die zwei jungen Frauen die Opfer hätten sein können: „Aber drei Helden griffen ein und unterstützten sie.“ Najieb gab des Weiteren bekannt, dass seine Gemeinde ein Spendenkonto für die Angehörigen aller Opfer eingerichtet habe, auf das in nur zwei Stunden 50.000 US-Dollar eingegangen seien.
„Ich bin sehr dankbar als Muslim und Portlander, dass wir hier zusammenhalten“, betonte er.
Der Bürgermeister von Portland im US-Bundesstaat Oregon hat die beiden Männer, die zwei muslimischen Teenagerinnen in einer Stadtbahn in Portland helfen wollten und dabei erstochen wurden, als Helden bezeichnet. Der Täter hatte zuvor die beiden jungen Frauen rassistisch beschimpft.
Der Angriff erfolgte am vergangenen Freitag, wenige Stunden vor dem ersten Tag des muslimischen Fastenmonats Ramadan. Die Polizei hat den mutmaßlichen Täter Jeremy Christian, einen 35-jährigen Mann wegen Mordes, wegen versuchten Mordes und Einschüchterung festgenommen.
Bei den Todesopfern handelt es sich laut Polizeiangaben um Ricky John Best (53) und Taliesin Myrddin Namkai Meche (23). Micah David-Cole Fletcher (21), ebenfalls Opfer des Messerangriffs, liege schwerverletzt in einem Krankenhaus in Portland, schwebe aber nicht in Lebensgefahr, so die Polizei weiter.
(Foto: Screenshot/Facebook)
Dyjuana Hudson, die Mutter einer der beiden Teenagerinnen, erklärte gegenüber der lokalen Tageszeitung The Oregonian, dass der Mann beim Anblick der beiden jungen Frauen – die eine farbig, die andere mit Hijab – eine rassistische Hasstirade ansetzte.
„Er sagte, dass Muslime sterben müssten“, so Hudson.
„Ich möchte mich bedanken bei den Menschen, die ihr Leben für mich riskiert haben. Sie kannten mich nicht einmal. Sie haben ihr Leben wegen mir und meiner Freundin verloren, wegen der Art und Weise, wie wir aussehen. Ich möchte mich bei ihnen bedanken, bei ihren Familien und meine Wertschätzung ausdrücken, weil ohne sie wären wir vermutlich jetzt tot“, so Destinee Mangum im TV-Kanal Fox 12 KPTV.
Destinee Mangum, one of the targets of hate speech on a MAX train, thanks strangers for saving her life. pic.twitter.com/sefmOAyIVt
„Brutale Worte können zu brutalen Taten führen“, erklärte der Bürgermeister von Portland, Ted Wheeler, auf einer Pressekonferenz und forderte alle Politiker der USA auf, sich bewusst für die Änderung des politischen Dialogs einzusetzen.
Auf einer Facebook-Seite, die vermutlich dem Tatverdächtigen gehört, sind Beiträge mit Sympathiebekundungen für Nazis zu sehen. „Mögen alle Götter Timothy Mc Veigh, einen WAHREN PATRIOTEN, segnen!“, ist beispielsweise über den Attentäter von Oklahoma (1995) zu lesen. Damals wurden bei einem der schwersten Terroranschläge in der Geschichte der USA auf ein Regierungsgebäude 168 Menschen getötet.
Medienberichten zufolge sei der Verdächtige im Jahr 2002 wegen Raub und Entführung festgenommen und verurteilt worden.
Das Schweigen Trumps
Unterdessen stellten sich Nutzer in den sozialen Medien die Frage, warum sich US-Präsident Trump und andere Republikaner nicht zum Vorfall äußerten.
https://twitter.com/tonyposnanski/status/868813078384824320
Call me crazy but had a Muslim killed two white Christians in Portland I suspect our president would have said something
Brüssel (nex) – Der Pressesprecher des EU-Kommissionspräsidenten, Margaritis Schinas, hat am gestrigen Montag zur Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen der Türkei und der EU aufgerufen.
„Die EU und die Türkei müssen und werden weiterhin zusammenarbeiten“, erklärte er auf einer Pressekonferenz in Brüssel.
Schinas‘ Äußerungen war ein Nato-Gipfel in der vergangenen Woche in Brüssel vorausgegangen, auf dem der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, EU-Ratspräsident Donald Tusk sowie dem Präsidenten des EU-Parlaments Antonio Tajani zusammengekommen war.
Die Treffen zwischen Erdogan und den Vertretern der EU hätten in einer konstruktiven Atmosphäre stattgefunden, so der Sprecher weiter.
Die EU und die Türkei hatten sich im März vergangenen Jahres auf einen Plan zur Eindämmung der illegalen Migration über das Ägäische Meer geeinigt. Dabei soll Menschenhändlern das Handwerk gelegt und die Situation der etwa drei Millionen syrischen Flüchtlinge in der Türkei verbessert werden.
Die Visaliberalisierung im Schengen-Raum war eines der Hauptversprechen der EU bei der Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen der EU und der Türkei in der Flüchtlingskrise sowie bei der Beschleunigung der EU-Beitrittsverhandlungen des Landes.
Die Türkei hat die meisten Bedingungen für die Visaliberalisierung erfüllt, lehnt jedoch die Forderung der EU nach einer Lockerung des Anti-Terror-Gesetzes vehement ab, was zu einem Stillstand bei den Verhandlungen geführt hat.
Türkische Regierungsvertreter hatten zuvor darauf hingewiesen, dass das Flüchtlingsabkommen scheitern könne, sollte die EU die der Türkei versprochene Visaliberalisierung nicht bis zum Ende dieses Jahres umsetzen.
Dortmund (nex) – Kinder hören immer, wenn sie nur studieren, lernen und hart arbeiten, können sie erreichen, was auch immer sie wollen. Aber was wollen Mädchen und Jungen eigentlich werden? Einem OECD Bericht zufolge, kann sich jeder zehnte Junge eine Karriere in Ingenieurwissenschaften vorstellen. Bei Mädchen sind es nur 1 von 100. Nur 17% der berufstätigen Ingenieure in Deutschland sind Frauen – eine Männerdomäne. Ist das der Grund, warum nicht mehr junge Frauen Ingenieurwesen studieren möchten? Und was kann getan werden, diesen Bereich für Frauen attraktiver zu machen?
Die Unterrepräsentation von Frauen hat definitiv nichts damit zu tun, dass sie weniger kompetent sind. Jungen und Mädchen sind gleich gut in der Schule – inklusive der MINT-Fächer, sie machen Abitur und bei den Studienanfängern haben sie sogar die Spitze vorne. Neben veralteten Stereotypen sind auch fehlende Vorbilder Grund dafür, dass Mädchen sich nicht für ein Ingenieurstudium entscheiden. Vorbilder in Schule und Familie haben einen großen Einfluss auf die Studienwahl. Aber auch weibliche Vorbilder in der Branche selbst sind knapp: Unter Forbes’ Top 100 ist nur eine Ingenieurin.
Dabei spricht viel für ein Studium im MINT-Bereich: mit speziellen Initiativen, wie Femtec oder Komm mach MINT, werden Frauen unterstützt und es ergeben sich hier leicht gute Chancen. Das Studium ist auch inhaltlic besonders attraktiv, da der Job viele Gestaltungsmöglichkeiten mit hoher Innovationsquote mit sich bringt. Frauen mit abgeschlossenem Studium haben günstige Job-Bedingungen, weil weibliche Führungskräfte Mangelware sind. Neben schnellen Karrieremöglichkeiten locken auch überdurchschnittliche Gehälter. Neben den bereits erwähnten Programmen haben sich in Deutschland auch Frauenstudiengänge etabliert, die Fächer aus dem MINT-Bereich aufgreifen.
Sie basieren auf der Annahme, dass sich Frauen diese Studiengänge und Berufe aufgrund von überholter Rollenvorstellungen nicht zutrauen. Das sogenannte Phänomen der Bedrohung durch Stereotype beschreibt die Angst von Mitgliedern einer Gruppe (in diesem Fall Frauen), ihr Verhalten könne negative Stereotype gegenüber dieser Gruppe bestätigen. Tests zeigen, dass Mädchen bei Prüfungen schlechter abschneiden, wenn das Geschlecht hervorgehoben wird – zum Beispiel durch die Anwesenheit von Jungen. Bei einer reinen Frauengruppe kann diese Barriere überwunden werden. Somit stellen Frauenstudiengänge eine gute Möglichkeit dar, Frauen für MINT-Studiengänge zu gewinnen.
Projekte wie Komm Mach MINT zeigen erste Erfolgen. Dennoch fehlen positive Signale aus der Arbeitswelt gibt. Erst dann werden mehr Frauen in den Hörsälen sitzen und dann als erfolgreiche Ingenieurinnen arbeiten. TradeMachines hat das Thema grafisch aufbereitet. Schauen Sie sich die Infografik an und finden Sie heraus, an welchen Stellen Mädchen und Frauen auf dem Weg zur Ingenieurin verloren gehen und was getan werden kann, um diese Lücken zu schließen.
Ankara (nex) – Das Türkische Außenministerium hat am Montag der Opfer des rassistischen Brandanschlags von Solingen im Jahr 1993 gedacht. Das Außenministerium der Türkei hat am Montag der fünf Toten gedacht, die eine türkische Familie in Solingen im Jahr 1993 aufgrund eines rassistisch motivierten Brandanschlags zu beklagen hatte.
Das Ministerium teilte in einer schriftlichen Stellungnahme mit, dass die Erinnerung an dieses Verbrechen im türkischen Volkes weiterhin lebendig sei.
„Obwohl seit dem Angriff 24 Jahre vergangen sind, ist der Schmerz, den dieser Mord im türkischen Volk hervorgerufen hat, noch frisch. Wir wünschen unseren Landsleuten Allahs Gnade.“, hieß es in dem Schreiben.
Es wurden auch Verbindungen gezogen zum erneuten Aufstieg von Xenophobie und Islamophobie, wie er aktuell vor allem in Westeuropa zu beobachten sei:
„Wir hoffen, daß sich Tragödien wie die des Massakers von Solingen nicht wiederholen werden“. Das Außenministerium der Türkei ruft in diesem Zusammenhang explizit Politiker und Medienvertreter dazu auf, sich keiner diskriminierender Diskurse zu bedienen und, statt auf weitere Spaltung hinzuarbeiten, verstärkt auf verbindende Elemente zu setzen.
Am 29. Mai 1993 hatten vier Täter das Haus der türkischstämmigen Familie Genc in Solingen, Nordrhein-Westfalen in Brand gesetzt und damit fünf Menschen getötet sowie weitere 14 verletzt. Ein Teil der Täter stammte aus der unmittelbaren Nachbarschaft.
Sanaa (ots) – Für eine weitere Welle von Cholera-Erkrankungen in Jemen könnte ein neuer Erreger verantwortlich sein. Das vermuten Ärtze der WHO. Im Jemen, dessen Bevölkerung durch Kriegsfolgen und Mangelernährung aufgrund von Dürre bereits geschwächt ist, brach im vergangenen Herbst eine Cholera-Epidemie aus.
Nun sieht sich das Land mit einer weiteren Welle an Erkrankungen konfrontiert, die WHO vermutet einen neuen, besonders aggressiven Erregerstrang. Im Zeitraum von 27. April bis 24. Mai 2017 wurden laut eines aktuellen Berichtes der Weltgesundheitsbehörder WHO aus ingesamt 19 Provinzen 42 207 Cholera-Verdachtsfälle gemeldet.
Den Statistiken zufolge kam es für diesen Zeitraum zu 420 Todesfällen, womit sich die Sterberate im Vergleich zu den Vormonaten fast verdreifacht hat. Viele der Opfer sind Kinder und Jugendliche. Laut der britischen Tageszeitung The Guardian befürchtet die WHO eine weitere schnelle Ausbreitung des Erregers.
Dr. Nevio Zagaria, Leiter des WHO-Regionalbüros in Jemen, teilte mit, daß die WHO Untersuchungen eingeleitet hätte um zu bestimmen, ob den aktuellen Infektionen ein neuer, besonders virulenter Cholerastrang zugrunde läge.
Proben seien bereits gesammelt worden, man warte nun auf die Testergebnisse aus Untersuchungslabors in Paris. Die Aussichten für das kriegsgeschüttelte Land sind ohnehin düster: Die Infrastruktur des Landes ist geschädigt und Krankenhäuser werden nur unzureichend versorgt.
Größere Teile der Bevölkerung haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Für die Ausbreitung von Infektionskrankheiten sind das ideale Bedingungen. Es werde mit 150 000 Neuerkrankungen bzw. insgesamt ca. 300 000 Cholerafällen für die kommenden 6 Monate gerechnet, sagen WHO-Statistiker.
Düsseldorf (nex) – Der Deutsche Fußball Bund (DFB) stellt nach der massiven Kritik am Auftritt von Sängerin Helene Fischer die Halbzeitshow beim DFB-Pokalfinale in Berlin auf den Prüfstand.
„Wir werden für die Zukunft aus dem vergangenen Samstag lernen“, sagte DFB-Vizepräsident Peter Frymuth der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“.
„Es gilt ganz genau zu prüfen, was in Deutschland zu einem Pokalfinale passt – und was eben nicht. Es gibt sicherlich unterschiedliche Gedanken, wie man das Format gestalten kann. Wir müssen versuchen, alle Interessen in unsere Überlegungen einzubeziehen.“
Hinsichtlich der harschen Kritik von großen Teilen der organisierten Fans gegen den DFB („Krieg dem DFB“) ist Frymuth um eine differenzierte Aufarbeitung bemüht. „Wer ganz genau erklärt hier eigentlich wem den Krieg und warum? Ist damit die ganze Arbeit des DFB gemeint? Also auch die Arbeit an der Basis? Oder wird hier auf generelle Entwicklungen im bezahlten Fußball abgehoben? Werden damit Strafen wegen Verfehlungen der Fans kritisiert?“, fragt sich Frymuth.
„Niemand kann ernsthaft an einer Entfremdung zwischen Verband und Fans Interesse haben. Wir werden uns damit offensiv auseinandersetzen und auch Gespräche mit vielen Beteiligten suchen.“
Berlin (nex) – Das Bundesverfassungsgericht will zwei Verfassungsbeschwerden von PIRATEN und 6.000 Bürgern gegen die umstrittene Bestandsdatenauskunft zur Identifizierung von Internetnutzern und zur Anfrage von Passwörtern prüfen. Es hat die Bundesregierung und die Datenschutzbeauftragten aufgefordert, bis zum 30. Juli 2017 Stellung zu beziehen.[1][2]
Der Kieler Abgeordnete und Sprecher der Piratenpartei Deutschland für Datenschutz, Patrick Breyer und Katharina Nocun, ehemalige Politische Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschland, haben 2013 als Erstbeschwerdeführer eine Verfassungsbeschwerde gegen das Bestandsdatengesetz eingereicht. Vertreten werden sie durch den Rechtsanwalt Meinhard Starostik, der bereits die erfolgreiche Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung vertreten hat. Starostik ist Richter am Landesverfassungsgericht Berlin. Die Kläger sehen dieses Gesetz zur Datenabfrage als verfassungswidrigen Eingriff in die informationelle Selbstbestimmung.
Patrick Breyer erklärt dazu: „Ich hoffe, dass das Bundesverfassungsgericht diesen staatlichen Angriff auf die Vertraulichkeit unserer Passwörter und unsere Anonymität im Internet stoppt. Menschen in Notlagen, Wirtschaftsunternehmen, Regierungsbehörden, Journalisten, politische Aktivisten – sie alle sind in bestimmten Situationen auf anonyme Kommunikation und Internetnutzung angewiesen. Wer die Freiheit aufgibt, um etwas Sicherheit zu gewinnen, der ist nur einen Regierungswechsel vom autoritären Überwachungsstaat entfernt.“
Geprüft wird erstens eine Sammel-Verfassungsbeschwerde von knapp 6.000 Personen gegen das Bundesgesetz zur Bestandsdatenauskunft (1 BvR 1873/13 und 1 BvR 2618/13). Die Beschwerde beanstandet u.a. das Fehlen einer eindeutigen und normenklaren gesetzlichen Regelung, unter welchen Voraussetzungen Anbieter Zugangssicherungscodes wie Mailbox-PINs oder E-Mail-Passwörter an Staatsbehörden herausgeben dürfen.
Weitere Informationen und die Beschwerdeschrift im Volltext: https://stopp-bda.de/
Karlsruhe prüft zweitens eine Verfassungsbeschwerde von sechs Landtagsabgeordneten der Piratenpartei gegen das schleswig-holsteinische Landesgesetz zur Bestandsdatenauskunft und gegen das Telemediengesetz (1 BvR 1732/14). Diese Beschwerde richtet sich nicht nur gegen Datenauskünfte von Telekommunikationsanbietern wie der Telekom, sondern auch von „Telemedien-Diensteanbietern“ wie Facebook, Google oder Twitter. Sie will die Herausgabe von Daten über Internetnutzer und ihr Kommunikations- und Surfverhalten einschließlich ihrer Passwörter ohne richterliche Anordnung bereits bei Verdacht von Bagatelldelikten stoppen.
Ankara (nex) – Der Türkische Rote Halbmond (TRH) plant im muslimischen Fastenmonat Ramadan Millionen Menschen auf der ganzen Welt mit Nahrungsmittelhilfen zu erreichen. Dies hat die Organisation am Sonntag mitgeteilt.
Wie TRH-Präsident Kerem Kinik gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu erklärte, werde seine Organisation dabei den Schwerpunkt auf Ostafrika und den von schwerer Hungersnot betroffenen Jemen setzen.
„Vor allem in Ostafrika und dem Jemen gibt es fast neun Millionen Menschen die wegen Dürre und Hunger dringendst auf Unterstützung angewiesen sind“, warnte er und ergänzte:
„Wir planen, in 19 Ländern Ramadan-Veranstaltungen durchzuführen, unter anderem in Kenia, Äthiopien, dem Südsudan, Pakistan und Bangladesch sowie weiteren Ländern in Asien, Europa und Afrika.“
Der Türkische Rote Halbmond ist die größte humanitäre Organisation in der Türkei.
Palermo (nex) – Ein palästinensisches Olivenölunternehmen hat bei dem international bekannten Wettbewerb Domina International Olive Oil Contest eine Silbermedaille gewonnen. Dies meldet die Nachrichtenagentur Safa gemeldet.
Bei dem Wettbewerb wurde Palästina von Mount of Green O’live vertreten. Italien belegte in der Kategorie Green O’Live Premium Extra Virgin den ersten Platz, während Palästina auf Platz zwei kam und Spanien die Bronzemedaille erhielt.
Das palästinensische Unternehmen hatte sich für die Teilnahme an dem internationalen Contest mit mehreren Siegen in lokalen Wettbewerben qualifiziert.
Die Silbermedaille bedeute „Stolz und Ehre für die Palästinenser und das unverwechselbare palästinensische Öl“, freute sich der Sprecher von Mount of Green Olive.
Cannes (nex) – Der nordkaukasische Autorenfilm „Tesnota“ (engl. Titel: Closeness) ist auf dem 70. Filmfestival von Cannes in der Kategorie „Un certain regard“ ausgezeichnet worden: Wie am Samstag bekanntgegeben wurde, erhielt der Film den Fipresci-Preis der Internationalen Filmkritiker. Der Regisseur ist ein junger Tscherkesse aus der Republik Kabardino-Balkarien, die einen Teil der Rußländischen Föderation bildet.
Die Jury lobte den Film für seine „frappante neue Stimme, die ein intimes Porträt einer geschlossenen Gemeinschaft bietet. Das Filmmagazin ScreenDaily nennt „Tesnota“ ein „intensives Debut“ und will auch deutliche Einflüsse der Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne – beide preisgekrönte Regisseure und Drehbuchautoren – auf den Film festgestellt haben. Selbst sagt der Regisseur, daß er neben Sokurov u.a. von der französischer Neuen Welle sowie dem sowjetischen Autorenkino eines Michail Kalatosow beeinflußt worden sei.
Kantemir Balagov wurde 1991 in Nalchik, der Hauptstadt Kabardino-Balkariens geboren. Laut eigener Schilderung dachte er zunächst an eine Ausbildung als Wirtschaftswissenschaftler an der Universität von Stavropol. Bald schon jedoch entdeckte er sein Interesse an Photographie und Film und stieß im Jahr 2011 auf einen Kurs des russischen Meisterregisseurs Alexander Sokurow. Dieser hatte eine Filmakademie an der Universität Nalchik eingerichtet. Sokurow ist international berühmt für seine ungewöhnlichen Perspektiven und Filmtechniken sowie seine düsteren, symbolreichen Sujets.
„Tesnota“ stellt den ersten Langfilm Balagovs dar und konnte vor allem dank rückhaltloser Unterstützung durch Alexander Sokurow realisiert werden. Der Film spielt in den 1990er Jahren in Nalchik: Er erzählt die Geschichte einer jüdischen Familie, die am Abend der Verlobung mit der Entführung ihres Sohnes David und dessen Braut konfrontiert wird. Die Entführer fordern ein hohes Lösegeld, die Familie sieht sich gezwungen, ihre Autowerkstatt zu verkaufen sowie bei der jüdischen Disapora um Hilfe anzufragen. Der Film beruhe auf einer wahren Begebenheit, die der Regisseur zunächst von seinem Vater, dann auch von anderen Augenzeugen gehört habe, so Balagov (weitere Informationen auch in der Pressemappe).
Ihn habe interessiert, wie weit eine Familie bereit sei zu gehen, um ihre Kinder zu retten, erklärt der junge Regisseur. Er beobachte in seinem Film, wie unterschiedliche Personen auf dramatische Ereignisse reagieren, wie manche Menschen hierbei ihre dunklen Seiten hervorkehrten,während andere sich alturistisch zeigten und wieder andere eher gleichgültig verblieben. „Tesnota“ erzählt die Geschichte aus der Sicht von Davids 24-jähriger, rebellischer Schwester Ilana und erkundet das Problem, ob ein Mensch sich auch selbst aufopfern müsse, um diejenigen, die ihm nahestehen, zu retten.
„Tesnota“ wurde, mit einer Drehdauer von 23 Tagen, mit einem schmalen Budget realisiert. Die Innenaufnahmen fanden aus Kostengründen in Sankt Petersburg statt, die Außenaufnahmen in Nalchik. Hilfe erfahren habe er nicht nur von seinem Lehrer Alexander Sokurov, sondern u.a. auch durch den Produzenten Nikolaj Yankin und dessen Filmfond „Example of Intonation“, so Balagov. Sein Vorhaben sei von anderen russischen Produzenten zunächst als „zu wenig kommerziell“ wahrgenommen worden. Er selbst glaube auch, daß in der Rußländischen Föderation niemand „eine Geschichte über Kabardiner und Juden“ sehen wolle.
Das Werk beschäftigt sich nicht nur mit der Entwicklung der innerfamiliären Beziehungen, sondern auch mit dem multikulturellen nordkaukasischen Kontext, vor dessen Hintergrund sich die Geschichte entfaltet. Ihn hätten gerade die interethnischen Beziehungen und die Unterschiedlichkeit russischer, kaukasischer und jüdischer Mentalitäten interessiert, erklärt Balagov. Diese seien für den Nordkaukasus von großer Bedeutung, hätten sich bisher aber zu wenig im Kino niedergeschlagen.
Im Nordkaukasus leben seit Jahrhunderten auch jüdisch geprägte Bevölkerungsgruppen, oft „Bergjuden“ oder auch „Nordkaukasische Juden“ genannt. Im Laufe der Zeit hat vielfach eine gegenseitige kulturelle Annäherung und Beeinflussung, etwa zwischen Tscherkessen und Juden, stattgefunden- Allerdings haben die Umbrüche in den 1990ern auch zu größeren Auswanderungswellen der jüdischen Diaspora geführt.Während des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Invasion hatten die muslimisch geprägten Kabardiner jüdische Familien und Individuen versteckt und beschützt. Jüdischstämmige bzw. israelische Autoren und Intellektuelle haben ihrerseits auch die russische Unterwerfung des Nordkaukasus und den Völkermord an den Tscherkessen thematisiert. Eine jüdische Gemeinde und eine Synagoge gebe es auch heute noch in Nalchik, so der Regisseur selbst.
Den Filmtitel, der von Anfang an festgestanden habe, erklärt Balagov folgendermaßen: „Tesnota [der russische Begriff kann sowohl mit „Nähe“ wie auch mit„Enge“ übersetzt werden] besteht dann, wenn Du von Dir selbst ausgefüllt bist, wenn in Deinem Geiste kein Platz für einen weiteren Menschen ist. Andererseits bedeutet Tesnota auch außergewöhnliche Nähe: in der Familie, auf dem gleichen Fleckchen Erde. Du stößt überall auf andere Menschen und ihre Meinungen, Regeln, Gesetze, Dir reicht die Luft zum Atmen, die Freiheit nicht.“. Das Licht, der Ton, die Montage – alle Mittel des Kinos sollen diese Enge vermitteln.Zur Teilnahme von „Tesnota“ am Wettbewerb in Cannes erklärte Balagov gegenüber „Eto Kavkaz“ das zur russischen Nachrichtenagentur TASS gehört, daß es schwierig sei, als junger Regisseur von einem so großen und bedeutenden Festival wahrgenommen zu werden – das Auswahlkommitte für die Nominierungen habe unter einer Vielzahl an Einsendungen zu entscheiden. Als er erfahren habe, daß der Film für die Wettbewerbskategorie „Un certain regard“ nominiert worden war, sei sein Gefühl unbeschreiblich gewesen. Er danke besonders seinem Lehrer Sokurov für seine Unterstützung wie auch allen übrigen, die sich für ihn eingesetzt und an den Erfolg seines Films geglaubt hätten.
Ein neues Projekt hat Balagov auch schon: Er will in seinem nächsten Film auf der Grundlage von Swetlana Alexandrowna Alexijewitschs Werken die Geschichte einer jungen Frau erzählen, die aus dem Krieg heimkehrt und sich ihr Leben erneut aufbauen muß. Er lese zur Zeit die Tagebücher, Erinnerungen und Erzählungen von Alexijewitsch. Die weißrussische Autorin ist bekannt für ihre stalinismuskritische Literatur und hatte für ihr Buch „Der Krieg hat kein weibliches Gesicht“ (1983) im Jahr 2015 den Literaturnobelpreis erhalten. Man darf also gespannt auf die weitere Entwicklung des Regisseurs sein und seinen Filmen ein neugieriges, aufgeschlossenes internationales Publikum wünschen.