.Statement from the Turkish Mission to the U.S., October 8, 2017 pic.twitter.com/4i0BwInOCj
— Türkiye in the USA (@TC_VasingtonBE) October 8, 2017
Türkisch-amerikanische Beziehungen
Erdogan: „Warum haben die USA vor der Visa-Sperre nicht Cavusoglu kontaktiert?“
Belgrad (nex) – „Die Türkei ist nicht der Verursacher der Visa-Krise mit den USA“, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei einer Rede mit seinem Amtskollegen Aleksandar Vucic während eines Staatsbesuchs in Serbien.
Es sei verwunderlich, dass die USA vor der Visasperre nicht Außenminister Mevlüt Cavusoglu kontaktierten, so Erdogan. Wenn diese Entscheidung vom Botschafter ausgegangen sei, dürfe dieser nicht mehr im Amt bleiben, betonte Erdogan.
Dieser habe nicht das Recht, sich in türkisch-amerikanische Beziehungen einzumischen. Das müsse Washington klar machen. Falls aber die US-Regierung hinter der Visasperre stecke, dann sei nichts mehr zu machen, sagte Erdogan.
Zu der Verhaftung eines US-Konsulatsmitarbeiter, sagte der Staatspräsident, die Justiz habe über die U-Haft eines Angestellten entschieden und anschließend seine Festnahme beschlossen.
Bei den Ermittlungen sei zudem eine Verbindung eines weiteren Mitarbeiters im US-Konsulat zur Organisation des in den USA im Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen (FETÖ) enthüllt worden. Das deute eindeutig auf ein Problem im US-Konsulat hin. „Wie sind diese Agenten ins US-Konsulat eingedrungen und wer hat sie aufgenommen?, fragte Erdogan.
Nach der Festnahme eines amerikanischen Konsulatsmitarbeiters hatte die US-Botschaft in der Türkei die Vergabe von Visa ausgesetzt. Die türkische Regierung reagierte mit der gleichen Maßnahme.
In einer Erklärung Washingtons hieß es, dass die US-Regierung prüfen müsse, inwieweit die Regierung in Ankara sich der Sicherheit der US-Botschaft und ihres Personals verpflichtet fühle.
Die Türkei veröffentlichte nur wenig später eine nahezu wortgleiche Erklärung und legte ihrerseits die Visavergabe an US-Bürger auf Eis.
“Jüngste Ereignisse zwingen die türkische Regierung dazu, das Bekenntnis der US-Regierung zur Sicherheit der türkischen Vertretungen und ihres Personals neu zu bewerten”, hieß es.
Bundesregierung will Fristen wieder einhalten
Familiennachzug von Flüchtlingen aus Griechenland geht jetzt schneller
Osnabrück (ots) – Die Bundesregierung beschleunigt den Nachzug von tausenden Flüchtlingen, die in Griechenland gestrandet sind, zu ihren Familien nach Deutschland.
Diese Migranten sollen künftig wieder innerhalb von sechs Monaten nach Deutschland kommen, wie es die Dublin-Verordnung vorsieht. Wie das Bundesinnenministerium auf Anfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ mitteilte, setzt sich die Bundesregierung in enger Abstimmung mit Griechenland für bessere Rahmenbedingungen dort ein, damit die Überstellungen nach Deutschland „mittelfristig wieder in der vorgesehenen sechsmonatigen Frist stattfinden können“.
In den vergangenen Wochen gingen die Zahlen laut Ministerium schon deutlich nach oben. Demnach reisten im September 262 Flüchtlinge aus Griechenland zu ihren Familien nach Deutschland. Das waren mehr als doppelt so viele wie im August (117 Personen) und in den Monaten davor. Im Mai waren es nur 82 gewesen. Im Gesamtjahr wurden demnach bislang 1885 Personen überstellt, davon 322, die seit Jahresbeginn eine Zusage erhalten hatten. Eine Sprecherin des Ministeriums sagte:
„Das Bamf akzeptiert aktuell auch Überstellungen aus Griechenland, die außerhalb der sechsmonatigen Überstellungsfrist stattfinden, um aus humanitären Gründen zur Entspannung der Situation in Griechenland beizutragen.“
Seit Monaten sitzen tausende Syrer, aber zum Beispiel auch Afghanen und Iraker, in Griechenland fest. Trotz einer Zusage zur Aufnahme durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) kommen sie nicht weiter, weil nach Angaben der Bundesregierung die Koordinierung und Logistik nicht klappt und Bund und Ländern Kapazitäten für die Aufnahme und Unterbringung fehlen. Aus einem bekannt gewordenen Brief des griechischen Migrationsministers ging jedoch schon vor Monaten hervor, dass die Überstellungen infolge einer politischen Vereinbarung auf Wunsch Deutschlands begrenzt wurden. Dies ist offenbar nun wieder aufgehoben.
Die innenpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag Ulla Jelpke, sprach von einem „Signal der Hoffnung für die Tausenden verzweifelten Menschen“. Sie fügte hinzu, es sei „eine überfällige Nachricht, dass die Bundesregierung sich wieder an Recht und Gesetz halten will“.
Nach der Dublin-Verordnung haben anerkannte Flüchtlinge Anspruch darauf, innerhalb von sechs Monaten jene Angehörigen nachzuholen, die in einem anderen Dublin-Land – zumeist Griechenland – untergekommen sind. Bei dieser Art von Familienzusammenführung geht es nicht um den Familiennachzug aus den Herkunftsländern, der für Flüchtlinge mit eingeschränktem (subsidiärem) Schutz noch bis März 2018 ausgesetzt ist.
Umweltpolitik
EU meldet Anstieg der Dieselabgas-Todesfälle in Deutschland um 20 Prozent
Europäische Umweltagentur legt alarmierenden Bericht zu den gesundheitlichen Folgen der Luftverschmutzung in Europa vor
Berlin (ots) – Mit Segen des Kraftfahrt-Bundesamtes sollen Diesel-Pkw bei Temperaturen unterhalb von plus 10 Grad Celsius, also praktisch das gesamte Winterhalbjahr über, mit abgeschalteter Abgasreinigung die Innenstädte mit Stickstoffdioxid belasten. Bereits zum zweiten Mal hat die Europäische Umweltagentur (EEA) in den letzten beiden Jahren die Zahl der vorzeitigen Todesfälle durch das Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2) in Deutschland und Europa heraufgesetzt.
12.860 vorzeitige Todesfälle in Deutschland durch das Dieselabgasgift Stickstoffdioxid sind nahezu viermal mehr als die Anzahl der Verkehrstoten
In seinem aktuellen, heute vorgestellten Bericht spricht die Umweltbehörde der Europäischen Union nun von 12.860 vorzeitigen Todesfällen in Deutschland. Dies entspricht einer Steigerung von circa 20 Prozent gegenüber den im Vorjahresbericht präsentierten 10.610 jährlichen vorzeitigen Todesfällen.
Die Ergebnisse des Berichts kommentiert Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH):
„Die erschreckend hohe Anzahl an vorzeitigen Todesfällen durch das Dieselabgasgift Stickstoffdioxid ist die Folge der kriminellen Praxis der Autohersteller, die mit der Ausrede ‚Motorschutz‘ insbesondere im Winterhalbjahr die ordnungsgemäße Abgasreinigung von Diesel-Pkw bei unter 10 Grad Celsius abschalten. Der Bericht der EU-Umweltbehörde ist eine schallende Ohrfeige für Autokanzlerin Angela Merkel. In zwei Dieselgipfeln vor der Wahl wurde Aktivität simuliert und eine Milliarde Euro für Sofortmaßnahmen noch in diesem Winter versprochen. Nach der Wahl stellt sich das Gegenteil heraus – das Geld soll im Wesentlichen für neue Pläne und Untersuchungen ausgegeben werden, statt für die versprochenen sofort wirksamen Maßnahmen. Wir setzen auf gerichtliche Diesel-Fahrverbote und sind zuversichtlich, dass das Bundesverwaltungsgericht Leipzig am 22. Februar 2018 die lange erwartete Grundsatzentscheidung zu Diesel-Fahrverboten für ‚Saubere Luft in unseren Städten‘ treffen wird.“
Auch bei der Belastung durch Feinstaub (PM2,5) gibt es keine Entwarnung. Vier von fünf Stadtbewohnern atmen mehr gesundheitsgefährdende Partikel ein als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für tolerabel hält. Hauptquelle für Feinstaub und besonders gesundheitsschädlichen Ruß sind Feuerungsanlagen – insbesondere Holzfeuerungsanlagen in Haushalten, wie Kaminöfen. „Die kommende Bundesregierung muss unbedingt die Grundlagen für strengere Luftqualitätsstandards in Ballungsräumen schaffen, damit emissionsarme Anlagen mit wirksamer Abgasreinigung zum Standard werden“, so Resch weiter.
Wirtschaft
USA: IWF verdoppelt Türkeis Wachstumsprognose
Washington, D.C. (nex) – Der Internationale Währungsfonds (IWF) mit Sitz in Washington D.C. hat am gestrigen Dienstag seine Wirtschaftswachstumsprognose 2017 für die Türkei auf 5,1 Prozent korrigiert und somit mehr als verdoppelt.
Auf der Weltwirtschaftsausblick-Konferenz in Washington prognostizierte der IWF für die Türkei für das kommende Jahr ebenfalls ein Wachstum von 3,5 Prozent. Der revidierte Ausblick bedeute auch die Anhebung der Prognosen für die Schwellen- und Entwicklungsländer in Europa.
„Diese Veränderung wird in hohem Maße durch die Revision des Wachstums der Türkei im Jahr 2017 auf 5,1 Prozent angetrieben, was auf ein stärkeres als bislang erwartetes Ergebnis im ersten Quartal des Jahres zurückzuführen ist“, erklärte der IWF laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters.
Man erwarte, dass die Geldpolitik in einigen Ländern mit hohen Inflationsraten, darunter auch der Türkei, wo die Verbraucherpreise im September gegenüber dem Vorjahr um 11,20 Prozent sprunghaft angestiegen sind, weiterhin angespannt bleibe.
Im vergangenen Monat hatte die Türkei in ihrem mittelfristigen Programm ein Wirtschaftswachstum von 5,5 Prozent im Jahr 2017 mit einer Inflation von 9,5 Prozent vorhergesagt.
Das jährlich aktualisierte Programm sieht für den Zeitraum von 2018 bis 2020 ein Wachstum von 5,5 Prozent vor.
Der Fonds warnte, dass das Wachstum in der Eurozone aufgrund der schwachen Produktivität, einer alternden Bevölkerung und, in einigen Ländern, einer hohen Verschuldung unter Druck gerate.
Koalitionsverhandlungen
SPD-Fraktionschefin Nahles: Kompromiss der Union zur Migration ist eine „Scheineinigung“
„Einziger Zweck ist, die Tür für Koalitionsverhandlungen aufzustoßen“
Osnabrück (ots) – SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles hat den Migrationskompromiss von CDU und CSU als „Scheineinigung“ kritisiert.
Deren „einziger Zweck“ sei, die Tür für Koalitionsverhandlungen mit FDP und Grünen aufzustoßen, kritisierte Nahles im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
„Es ist ein Formelkompromiss, der deutlich mehr Fragen offen lässt, als Antworten gibt“, meinte die SPD-Politikerin. CDU und CSU seien bei der Flüchtlingspolitik „in der Sache nach wie vor weit voneinander entfernt“.
Während der Koalitionsverhandlungen werde die Union Farbe bekennen müssen. Offen sei jetzt, wie sich die Grünen verhalten würden.
„Alle vier Parteien – CDU, CSU, FDP und die Grünen – sind jedenfalls in der Pflicht, ihre staatspolitische Verantwortung zu übernehmen“, betonte Nahles.
Die Wählerinnen und Wähler hätten für die „schwarze Ampel“ votiert. Ob eine solche Koalition gut für Deutschland sei, werde man später sehen, erklärte die SPD-Fraktionschefin.
"Sparschweinaffäre"
AfD in NRW schließt engen Freund Björn Höckes aus der Partei aus
Köln (ots) – Das Landesschiedsgericht der AfD hat den ehemaligen Chef des Kreisverbandes Rhein-Sieg, Thomas Matzke, am Montag mit sofortiger Wirkung aus der Partei ausgeschlossen. Das hat eine Sprecherin auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ bestätigt.
Es lägen vorsätzliche und erhebliche Verstöße gegen die Ordnung und die Satzung der Partei vor, hieß es. Zu den genauen Gründen wollte sich der Landesverband nicht äußern. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ war einer der Auslöser für den Rauswurf die sogenannte „Sparschweinaffäre“.
Demnach soll Matzke bei zwei Parteiveranstaltungen im November 2015 und Januar 2016 Geld aus einem Sparschwein entwendet haben, das zu Spendenzwecken bei den Teilnehmern herumgereicht worden war. Insgesamt soll es um einen Betrag von mehreren Hundert Euro gehen.
Zum anderen soll er bei einer Veranstaltung mit der stellvertretenden Bundesvorsitzenden Beatrix von Storch zugunsten seiner eigenen Firma Beleuchtung und Akustik abgerechnet haben, obwohl die Technik zur Verfügung gestellt worden war. Außerdem soll er in unangemessenem Ton über Parteifreunde gesprochen haben. Die Vorwürfe der Untreue weist Matzke zurück.
„Das ist eine böswillige Verleumdung“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Hier geht es ausschließlich um Beschädigung.“ Matzke, Mitglied der „Patriotischen Plattform“ und enger Freund des Thüringer Landeschefs Björn Höcke, hat angekündigt Rechtsmittel einzulegen, um am kommenden Wochenende doch noch beim Landesparteitag der AfD im oberbergischen Wiehl teilnehmen zu können.
Tourismus
Kommentar: All Inclusive schadet der Türkei mehr als Urlaubsboykott
Ein Gastbeitrag von Marina Bütün
Nach den Wahlen macht sich jetzt bei vielen deutschen Landsmännern von mir der Unmut breit… denn rund sechs Millionen Deutsche haben die AfD gewählt. Und das sind doppelt so viele deutsche Menschen wie die türkische Provinz Antalya Einwohner hat.
Beides hat nicht direkt mit meinem Thema zu tun, aber erstens zeigt es die Größe der Provinz Antalya im Vergleich auf, zweitens sind aus meiner Erfahrung heraus AfD-Wähler die Leute, die gegen die Türkei wettern und gegen den Islam. Doch es gibt auch noch andere Landsmänner, die nicht zu diesen Parteianhängern gehören, die seltsame Vorstellungen von der Türkei haben und die irgendwie auf einem anderen Planeten leben….
Es ist mir in Deutschland vor meiner Auswanderung mehrmals passiert, dass ich Sätze von deutschen Landsmännern hörte, die , als sie hörten, dass ich in die Türkei auswandern werde, so fragten:
“Ach, Türkei, das ist doch Antalya, oder?“
Leider ist das heute noch nicht einmal allen Deutschen klar, wo die Türkei liegt, wie groß sie ist und gerade die sind es, die unseren Präsidenten furchtbar hassen und die Türken ja sowieso und sagen, dass man sein Geld da auf keinen Fall im Urlaub ausgibt und nieeemals hinfährt und und und und! – Woran liegt das eigentlich?
Es liegt nicht immer an einer “braunen“ Einstellung, auch nicht immer an fehlender Intelligenz, sondern auch an anderen Faktoren, die ich einmal beleuchten möchte. Nach meiner Auswanderung vor ganz vielen Jahren ist es immer noch so, dass, wenn ich sage, wo ich in der Türkei lebe, keiner weiß, wo das auf der Landkarte zu suchen ist und manchmal bin ich, wenn ich es so betrachte, fast froh darüber, dass wir nicht die große Touristenschwemme haben, obwohl unsere Strände die besten an der ganzen Küste sind.
Ein kleines Paradies noch, welches gerne so bleiben kann und das fast keiner kennt, nicht einmal viele Türken, und trotzdem nagt unsere Region nicht am Hungertuch, nur weil die deutsche Presse das unbedingt so haben will – und der Rest der weiteren 80 Provinzen der Türkei auch nicht.
Denn wer von den Türkeihassern denkt, dass die Türkei (und bei den meisten ist das eben nur Antalya) durch All Inclusive Tourismus reich wurde, ist völlig falsch informiert. Im Gegenteil, All Inclusive bringt dem Land und der Region herzlich wenig und das nicht erst seit heute. Das war schon immer so. Wer All Inclusive bucht, der hat alles inklusive Essen bereits bezahlt, kann trinken so viel er will und muss nicht mehr in den Ort gehen, um das zu tun. Das heißt, Restaurants und Bars im Ort verdienen nicht mehr an diesen Touristen.
Die Geschäfte in den Hotels halten aufgrund der hohen Ladenmieten die Kunden gerne im Hotel und verkaufen dort schon ihre Waren, was sonst im Ort passieren würde. Dieses System gibt es bereits seit Jahrzehnten, es schadet der Türkei und ihren örtlichen Geschäften im Tourismus mehr als der jetzt so hochgepuschte Boykott der deutschen Touristen.
Wer sich damit nie beschäftigt hat, der weiß das natürlich auch nicht. Hier auch nachzulesen in dem Bericht der WELT 2009.
Aber zu sagen, die Türkei stirbt, wenn in einer von 81 (!!) Provinzen die Geschäfte schlechter gehen, dann finde ich das weit hergeholt und völlig blödsinnig.

Die Türkei besteht nicht nur aus der Provinz Antalya mit knapp drei Millionen Einwohnern, sondern die Türkei hat insgesamt noch 77 Millionen Einwohner mehr als das: 80 Millionen Menschen in 80 anderen Provinzen, wovon der Löwenanteil NICHT an einem Meerstreifen liegt
Natürlich ist der Tourismus mit eine Haupteinnahmequelle der Türkei, aber pauschal zu sagen, hinter den türkischen Stränden im Inland passiert sonst nichts, ist ziemlich dumm. Deutschland hat außer dem Bayerntourismus und dem an der Küste im Norden ja auch nicht nur Brachland.
Und trotzdem, auch wenn wir bei mir hier in der kleinen Region (die nicht zur Provinz Antalya gehört, sondern zu Muğla, das gleich angrenzend liegt) wir im Umkreis von 50 km nur ein ganz kleines Kontingent an Individualtouristen haben, ist nicht der Bankrott ausgebrochen. Denn unsere Region ist völlig anders strukturiert als die Provinz Antalya. Die Haupteinnahmequelle der Region um Dalaman ist der Zitrusfrüchte- und Granatapfelanbau.
Als Hauptlieferant der Türkei liegt bei uns nicht der Schwerpunkt auf dem Tourismus. Genau wie auch Regionen im Inland andere Haupteinnahmequellen haben.
Bei uns an der Küste gibt es zum Glück auch Orte wie Kaş, Kalkan oder gerade unseren Ortsteil Dalyan, die keinen All-Inclusive-Urlaub anbieten. Dalyan hat nur kleine Aparthotels zum Selbstversorgen oder Hotelanlagen mit Frühstück und Halbpension. Dort bringen die Touristen das Geld wirklich in den Ort und unter die arbeitende Bevölkerung und lassen es nicht den großen Hotelketten. Auch diese vielen kleinen Hotels schaffen Arbeitsplätze und tun mehr für die türkische Wirtschaft als ein All Inclusive Hotel.
Und nicht zuletzt natürlich auch die etwa 16 000 Auswanderer in meiner Provinz. Engländer, Deutsche, Niederländer, Belgier und Türken aus Deutschland, die hier nicht in Hotels leben, sondern in eigenen Wohnungen und Häusern, die ihr Geld in den Läden der Einheimischen und nicht in den Hotels ausgeben. Diese wohnen auch nicht alle in Tourismusorten, direkt am Meer, ganz viele leben unter den Einheimischen in der Flughafenstadt Dalaman oder anderen Städten in der Provinz.
Es leben zur Zeit insgesamt 650.308 gemeldete Ausländer (mit Aufenthaltserlaubnis) permanent in der Türkei, hier die Verteilung:
199.260 in Iastanbul, 55.064 in Ankara, 54.755 in Antalya, 28.897 in Bursa, 24.597 in İzmir, 16.554 in Muğla, 15.584 in Gaziantep, 13.813 in Konya, 11.744 in Mersin und 11.514 Sakarya.
Das heißt, es gibt in der Türkei offiziell fast so viele Ausländer wie die deutsche Stadt Frankfurt Einwohner hat. Sie unterstützen dauerhaft die türkische Wirtschaft, 69.873 davon sind deutsche Staatsbürger, die permanent in der Türkei leben, von diesen wiederum 8.412 in der Provinz Antalya. Das sind keine Touristen-, sondern Einwohnerzahlen.
Der allseits beliebte Spruch von gerade den All Inclusive-Touristen aus Deutschland war bisher, dass SIE ja schließlich das Geld ins Land bringen würden. Aber ist das auch wirklich so viel, dass die Türkei zusammenbricht, wenn sie dem Protest der deutschen Medien Folge leisten und deswegen wegbleiben, wenn man eine Woche lang mit Flug und Übernachtung, Essen, trinken, so viel man will schlappe 300 Euro bezahlt?
Mal davon abgesehen, dass ein normaler Fluggast, der wie ich, nur einen Flug bucht, mindestens 300 Euro allein für den Flug bezahlen muss?
Wer nicht weiß, wie so ein All Inclusive System funktioniert, denkt das wohl.
Der Tourist weiß nicht, dass z.B. Reiseveranstalter wie früher schon Neckermann Reisen oder Öger, die deutsche TUI ein ganzes Kontingent an Hotelzimmern im Vorfeld dem türkischen Hotel bereits fest anmietet und diese dann selbst, inklusive Flug als Paket verkauft. Das heißt, wenn dann die Buchungen ausbleiben, werden die Preise des Reiseveranstalters gesenkt und bevor man ein halbleeres Flugzeug in die Türkei schickt, das Geld kostet, schenkt man dem Bucher den Aufenthalt im Hotel, damit sich der Verlust verringert.
Das wissen die Wenigsten. Ich kenne mich hier aus, weil in meinem direkten privaten Umfeld sowohl ein Inhaber einer Agentur aus München und einer aus Istanbul ist. Gehen keine Buchungen ein, verliert das Reiseunternehmen, nicht das Hotel in der Türkei.
Fakt ist, gewinnt der Hotelier mit seinem billigen All-Inclusive-Konzept, verlieren der Ort und die Einwohner mit ihren Geschäften Einkommen. Nimmt der Tourist nur Frühstück oder Halbpension, ist es umgekehrt und das schon seit den 90-er Jahren und nicht erst seit es die deutsche Hetze gibt, nicht mehr in die Türkei zu fliegen.
Das bedeutet, jeder, der früher schon als All-Inclusive-Tourist in die Türkei kam und jetzt nur weg bleibt, weil er den Medien glaubt, schadet der Türkei auch nicht wirklich mehr als vorher. Er schadet dem Reiseveranstalter in seinem eigenen Land. Wenn man einmal genau hin sieht, wer denn die großen Luxushotels hat, sind es ausländische Investoren und keine Einheimischen, die von diesen Kunden profitieren. Die Gewinne gehen an Hotelketten wie Hilton (amerikanisch), Steigenberger (deutsch), Club Robinson (französich), Aldiana (deutsch) oder Club Magic Life (österreichisch). In Antalya sind es auch russische Hotelketten.
Glauben Sie, dass all die Gewinne dieser Hotelanlagen dann wieder in der Türkei ausgegeben werden? Natürlich werden dort türkische Löhne bezahlt, Steuern an den Staat, aber der Gewinn unterm Strich, nach den Ausgaben, fließt ins Ausland. Auch auf dem Arbeitsmarkt sieht es ähnlich aus. Sicherlich werden Menschen entlassen, wenn ein Hotel schließen muss, doch weiß man dann auch warum?
Vielleicht liegt es ja am Hotelbesitzer, der nicht wirtschaften kann, sein Hotel verkommen ließ, die Standards nicht mehr halten kann und schlechte Bewertungen hat, weil er jahrelang sein Hotel nicht gepflegt hat. Da gibt es vielfältige Gründe. Überall auf der Welt gibt es die gleichen Leute, die nie zufrieden sind und jammern, und wie überall auf der Welt gibt es Menschen, die sofort Arbeit finden, weil sie das wirklich wollen, weil sie flexibel sind. Und es gibt auch Faulpelze, die notorisch jammern, wie sch…e doch ihr Leben und ihr Land ist.
Da gibt es keine Unterschiede zu den Deutschen, nur dass unsere Faulpelze kein Hartz IV bekommen und selber sehen müssen, wo sie bleiben, notfalls unter der Brücke – ich habe hier aber noch keine Obdachlosen unter unseren Brücken gesehen. Notfalls jobbt man sich von einem Arbeitgeber zum anderen oder man schlüpft bei Familie oder Freunden unter, die es schon Jahre gewöhnt sind, wenn es wieder heißt, ich habe gekündigt, weil der Job sch…e war. Es ist nun mal so, es sind auch immer dieselben.
Alle fleißigen Türken, die ich kenne, haben jahrelang ihre Geschäfte und sind nicht pleite, weil sie ihr Handwerk verstehen und etwas gelernt haben. Und alle, die ich kenne, die ohne Pause seit 20 Jahren jammern und lamentieren, fangen jede Saison Jobs an, um nach drei Monaten freiwillig wieder zu gehen , weil es angeblich nichts war, weil angeblich die Bezahlung nicht stimmte usw. Die ewigen Ausreden, die jeder hier kennt, wenn immer bestimmte Pappenheimer denken, dass sie ohne Schulabschluss und ohne Ausbildung mehr verdienen könnten wie der Chef im Unternehmen. Immer sind die anderen schuld, man selbst ist es nie.
Seit ich in unserer Region lebe und das ist sehr lange, höre ich jede Saison, wie schlecht die Geschäfte in einem kleinen Stadtteil von uns am Strand laufen, in dem es seit 20 Jahren schon immer 5 ausländische, All-Inclusive-Luxushotels gab und die Leute nur am Markttag zum Einkaufen in den Ort gehen – und trotzdem sind im nächsten Jahr alle Geschäftsbesitzer wieder da, zum Teil sogar mit erweiterten Geschäftsräumen, Investitionen in eigene Ladengeschäfte oder in wesentlich teureren, gemieteten Ladengeschäften – wie kommt’s?
Und trotzdem wird weiter gejammert, wie jedes Jahr und auf eine bessere neue Saison im nächsten Jahr gehofft. Das ist schon fast schizophren. Aber die Touristen, die sie mit ihrer alten Schallplatte volljammern, die glauben das, denn sie waren ja nicht jedes Jahr da oder kommen zum ersten Mal.
Wieso immer nur die türkischen Jammerlappen bei der deutschen Presse Gehör finden, kann man sich vorstellen.
Was man selbst in Deutschland in Form von Obdachlosen oder Rentnern hat, die ihr Essen aus den Abfallcontainern der Supermärkte nehmen und dafür noch bestraft werden, das verschweigt man lieber in Deutschland, dafür ist dann der Fingerzeig auf völlig hirnrissige “Missstände“ der Türkei gerade recht. So lenkt man die Menschen von den Problemen im eigenen Land ab, die jetzt nach den Wahlen mehr als offensichtlich wurden.
Uns Firmeninhabern in der Türkei an der Küste, die zwar auch so ihre Problemchen haben, es mal rauf, mal runter geht, wie überall auf der Welt, die werden nicht gefragt. Ich für meinen Teil habe es, vor zehn Jahren schon, nach zig Versuchen von VOX- oder RTL-Redakteuren geschafft, meine Ablehnung per E-Mail nach Fragen zu Interviews so deutlich zu formulieren, dass mich niemand mehr behelligt.
Auch vor drei Jahren hätte ich die Möglichkeit gehabt, zusammen mit einer in Deutschland beheimateten und bekannten, türkischen Schauspielerin und Buchautorin, die mich zwei Wochen hier besuchte, in der ARD zu erscheinen. Aber ich habe ebenfalls abgelehnt, da es zu der Zeit schon offensichtlich war, wie einem durch geschnittene Filmchen, das Wort im Mund herumgedreht werden kann. Ich werde definitiv nie im Fernsehen erscheinen, ich habe daran kein Interesse.
Denn das Letzte wäre für mich, am Ende einen zusammengeschnittenen Clip zu sehen, in dem die Geschichte anders verstanden wird, als sie ist. Mein Bauchgefühl hat mich noch nie im Stich gelassen, und ich hatte damals schon den richtigen Riecher, mich nicht mit deutschen Fernsehsendern einzulassen.
Ich habe das bei anderen, die ich kenne, so oft beobachtet und nach einem überraschenden Anruf im Jahr 2008 von RTL, die angeblich interessiert an uns und dem Leben in der Türkei waren und meinten, das wäre doch eine tolle Werbung für unsere Firma, habe ich gesagt, ok, ich möchte aber das Konzept sehen, bevor ich mich entscheide. Beim nächsten Anruf von RTL hörte ich dann, dass die Redaktion nicht an Leuten interessiert ist, die es in der Türkei geschafft haben und sie deswegen auch ihre Idee nicht umsetzen kann. Da war mir klar, wie der Hase läuft im deutschen Sender. Das war noch lange bevor dieses elende Türkeibashing los ging. Ganze fünf bis sechs Jahre vorher.
Natürlich sind es dann gerade in der ganzen Antalya-Region mehr Betroffene, weil diese Provinz fast ausschließlich auf Tourismus ausgerichtet ist. Aber auch diese Unternehmer, wenn sie schlau sind, verlassen sich nicht einfach darauf, dass der Deutsche aufwacht, sondern versuchen, anderes Klientel zu bekommen, das dann ersatzweise kommt. Dass das nicht einfach ist, das ist jedem bewusst.
Manchmal habe ich so das Gefühl, dass die meisten, die in Deutschland Chips futternd auf ihrer Couch in die Glotze kucken, von ihren vielen Fernsehprogrammen (ich alleine habe in der Türkei 5000 davon über Satellit) nur wenige nutzen. Man beschränkt sich auf die deutschen Programme, man könnte auch internationale über Internet empfangen, doch das scheint nicht interessant zu sein.
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Kommentar: Berichterstattung über Türkei eine einzige Katastrophe
Der ehemalige Axel-Springer-Mitarbeiter Holger Vorbeck (71) aus Hamburg schildert in einem Kommentar seine Eindrücke zur deutschen Berichterstattung über die Türkei. Es werde massiv gegen die Türkei Stimmung gemacht. Die Berichterstattung sei seit Längerem eine „einzige Katastrophe“. „Einseitig, tendenziös, bösartig und zu einem beträchtlichen Anteil schlicht unwahr“, so Vorbeck.
Kommentar: Berichterstattung über Türkei eine einzige Katastrophe
Brüssel
Europarat: Türkei bittet um Krisensitzung zu Rohingyas – abgelehnt
Brüssel (nex) – Am Montag wurde ein Antrag der Türkei vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE) auf eine Krisensitzung zur Rohingya-Krise in Myanmar abgelehnt.
Der amtierende Präsident Roger Gale gab in der Eröffnungssitzung in Straßburg bekannt, dass Angebot der türkischen Delegation vom Präsidium der Versammlung abgelehnt worden sei.
Die Türkei wollte das brutale Vorgehen der Regierung in Myanmar gegen Rohingya-Muslime erörtern. Stattdessen stimmte die Parlamentarische Versammlung Sitzungen zum Referendum in Katalonien und zu einem neuen Erziehungsgesetz in der Ukraine zu.
Am 25. August begann das Militär von Myanmar, gegen die Rohingya-Kämpfer vorzugehen. Seitdem sind laut UNO 515.000 Rohingya aus Myanmars westlichem Staat Rakhine nach Bangladesch geflohen.
Laut dem Außenminister Bangladeschs, Abul Hasan Mahmood Ali, sind rund 3.000 Rohingya bei den Vorgängen getötet worden.
Die Rohingya, die die UNO als die weltweit am meisten verfolgte Volksgruppe der Welt bezeichnet, ist zunehmenden Angriffen ausgesetzt, seit 2012 Dutzende bei Ausschreitungen getötet wurden.
Infolge der Angriffe auf Grenzposten im Distrikt Maungdaw im Oktober letzten Jahres gehen Sicherheitskräfte seitdem brutal gegen die Bevölkerung vor , bei dem laut Rohingya-Organisationen rund 400 Menschen getötet wurden.
Verkehr
Fahrten ins Ausland: Verkehrssünder werden härter verfolgt
Essen (nex) – Deutsche Autofahrer, die etwa im Italien-Urlaub oder beim Ausflug in die Niederlande zu schnell unterwegs sind und ein Knöllchen erhalten, werden immer öfter auch in der Bundesrepublik zur Kasse gebeten. Lag die Zahl der Ersuchen aus dem EU-Ausland beim zuständigen Bundesamt für Justiz in Bonn im Jahre 2010 gerade einmal bei sechs Verfahren, ist ihre Zahl bis 2016 auf 11537 Ersuchen geklettert.
Schuld daran, dass diese unliebsamen Souvenirs auch in Deutschland Gültigkeit haben, hat ein europäischer Rahmenbeschluss über die gegenseitige Anerkennung von Geldstrafen und Geldbußen. Darauf hatten sich die Mitgliedsstaaten der EU 2005 geeinigt. Im Oktober 2010 wurde dieser Beschluss in deutsches Gesetz übernommen. Nur Griechenland ist bislang außen vor, da das Land den EU-Beschluss noch nicht in ein nationales Gesetz überführt hat.
Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) rät Autofahrern dringend, die Knöllchen aus dem Ausland nicht zu ignorieren. Sollten die Bußgeldbescheide Hand und Fuß haben, sei es ratsam, diese zu bezahlen – ansonsten drohen bei der erneuten Einreise ins betreffende Land Probleme. Denn rechtskräftige Bußen bleiben weiterhin vollstreckbar und verjähren in Italien zum Beispiel erst nach fünf Jahren, in Spanien nach vier Jahren, wie der Verkehrsclub betont. Zu einer späteren Vollstreckung der Buße im Ausland könne es etwa bei einer Verkehrskontrolle kommen oder auch bei der Passkontrolle am Flughafen des Ziellandes.
Um durchschnittlich 38 Prozent sei das Fallaufkommen pro Jahr zwischen 2011 und 2016 gestiegen, wie das Bundesamt mitteilt. Nicht nur ausländische Staaten versuchen deutsche Verkehrssünder zu belangen, umgekehrt sind auch deutsche Stellen daran interessiert, von niederländischen, italienischen oder spanischen „Rowdys“ Bußen einzutreiben. So stiegen auch die von Deutschland ausgehenden Ersuche in andere EU-Staaten stark an, von 1802 im Jahr 2011 auf zuletzt 7405 in 2016. Vor diesem Hintergrund wurde das Personal im Bundesamt aufgestockt. „Der Personalbestand in dem für die Bearbeitung der Verfahren zuständigen Bereich des Hauses wurde den wachsenden Fallzahlen angepasst“, heißt es dazu aus Bonn.
Berechtigte Geldbußen werden dabei aus allen Rechtsbereichen vollstreckt, in der überwiegenden Masse geht es jedoch um klassische Verkehrsverstöße. Ab einer Bußgeld-Höhe von 70 Euro wird eine Halterfeststellung beim Kraftfahrbundesamt erwirkt, anschließend erhält der Autofahrer Post.
Erfolgt darauf keine Reaktion, wird das Bundesamt für Justiz eingeschaltet: „Ist das Ersuchen zulässig, hören wir den Betroffenen an, der innerhalb von zwei Wochen Einwände gegen die Vollstreckung vorbringen kann. Mit Übersendung des Anhörungsschreibens besteht allerdings auch die Möglichkeit, die offene Geldsanktion zu bezahlen, ohne dass eine Zwangsvollstreckung eingeleitet wird.“
Denn am Ende können die Verfahren vor dem Amtsgericht landen. Und dann dürfte es teuer werden. Zumal bei den Geldbußen die Tarife des Urlaubslandes gelten, die nicht nur bei Tempo-Verstößen deutlich höher liegen als in Deutschland. Ein Beispiel: Wer 20 km/h schneller unterwegs ist als erlaubt, kommt in Deutschland mit bis zu 35 Euro Verwarnungsgeld davon. In Italien werden mindestens 170 Euro fällig, in Norwegen sogar mindestens 420 Euro. Bei einer Radarkontrolle mit Foto beispielsweise ist die Beweislage ziemlich klar.
Kinderpornographie
Nach BKA-Fahndung: Kinderschänder gefasst
Frankfurt (nex) – Wie das Bundeskriminalamt am Montagabend mitteilte, wurde der Täter, nach dem das Bundeskriminalamt mit den Bildern eines Mädchens gefahndet hat, identifiziert. Auch das Opfer wurde identifiziert.
„Der Verdächtige wurde in den Abendstunden von der Landespolizei in einer Wohnung festgenommen. Das BKA hat den Einsatz koordiniert. Er ist deutscher Staatsbürger. Der Mann wird zur Zeit befragt. Das Mädchen ist ebenfalls Deutsche und vier Jahre alt. Es wurde von einem Polizeipsychologen untersucht und ist jetzt wieder in elterlicher Obhut. Ob es morgen auch noch medizinisch untersucht werden muss, ist heute nicht entschieden“, sagte Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk (39) von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main gegenüber der „Bild„.
„Unser erstes Ziel war, den Beschuldigten so schnell wie möglich zu finden und festzunehmen, um weitere Taten zu verhindern“, so Ungefuk weiter.
Dem Kind gehe es „den Umständen entsprechend gut. Wie die „Bild“ weiter berichtet, werde es nun psychologisch betreut. Weitere Infos wollen die Ermittler am Dienstagmorgen bekanntgeben.
Der „Bild“ zufolge wurde der Kinderschänder in Niedersachsen gefasst. Mutter, Tochter und Großeltern des Täters seien auf einer Polizeistation erschienen und hätten Anzeige erstattet.
Staatsanwaltschaft und Bundeskriminalamt (BKA) hatten mit Fotos des missbrauchten minderjährigen Opfers nach dem zunächst unbekannten Sexualstraftäter gefahndet. Bei dem Kind handelt es sich laut BKA um ein vier bis fünf Jahre altes Mädchen. Der Täter soll das Kind im Zeitraum von Oktober 2016 bis Juli 2017 mehrfach schwer sexuell missbraucht, die Tat gefilmt und auf einer Kinderporno-Plattform im sogenannten Darknet verbreitet haben.
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Sexueller Missbrauch: BKA bittet dringend um Mithilfe


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