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— Hürriyet Daily News (@HDNER) April 8, 2018
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Kommentar
Anschläge auf Moscheen bedrohen Frieden in Deutschland
Von Yasin Baş
Nachdem in der Nacht zu Samstag und Sonntag türkische Einrichtungen und Geschäfte wieder Ziel von Anschlägen wurden, steigt die Besorgnis und Unsicherheit innerhalb der türkischstämmigen Menschen in Deutschland.
Sorge und Unsicherheit bei Deutschtürken
In der Nacht zum Sonntag haben mutmaßliche PKK-Anhänger die Scheiben der Eingangstür der Emir-Sultan-Moschee in Darmstadt mit Steinen beworfen und zerstört. Zudem beschmierten die Täter die Fassaden des Gotteshauses mit terroristischen Parolen. Die Polizei geht von einem politisch motivierten Hintergrund aus. Die Moschee gehört dem deutsch-türkischen Moscheeverband Union der „Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa“ (ATIB) an. ATIB betreibt seit 1987 Moscheen in Deutschland.
Hilferuf von Öner: „Auch das Recht der Türken und Deutschtürken verteidigen“
Deren Vorsitzender Ihsan Öner wandte sich mit einer Pressemeldung an die Öffentlichkeit. Öner ruft in dem Schreiben die Sicherheitsbehörden zum Handeln auf und spricht von täglichen Angriffen auf Gotteshäuser in Deutschland sowie der wachsenden Sorge und einem allgemeinen Gefühl der Unsicherheit unter der türkischstämmigen Community. Er beklagt in seinem Hilferuf, dass bis jetzt kaum ein Täter ermittelt oder verurteilt wurde.
Mindestens 40 Anschläge seit Jahresbeginn allein auf Moscheen
Tatsächlich gab es seit Anfang des Jahres bereits 40 Anschläge auf Moscheen in Deutschland. 25 dieser Übergriffe richteten sich gegen die „Türkisch-Islamische Union“ (DITIB). Die Gebetshäuser der „Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş” (IGMG) wurden seit Beginn des Jahres bereits sechsmal angegriffen. Obwohl in einschlägigen Internetseiten, die der Terrororganisation PKK nahestehen, Bekennerschreiben auftauchen, beklagen Mitglieder und Vorstände islamischer Organisationen in Deutschland, dass es kaum zu nennenswerten Verhaftungen und Verurteilungen komme. Auch ATIB-Vorsitzender Ihsan Öner wendet sich an die Ermittlungsbehörden:
„Worauf warten Sie, um aktiv zu werden und die Täter zu ermitteln und zu fangen? Wenn diese Untätigkeit nicht vorsätzlich ist (wir gehen davon aus, dass es keinen Vorsatz gibt), wieso werden die Täter dann nicht verhaftet? Wem sollen wir vertrauen, wenn solche Taten und Angriffe in einem Land, das bekannt ist für seine Nachrichtendienste, ungestraft und unbeantwortet bleiben? Oder möchten einige Kreise bewusst, dass wir in Unsicherheit und Sorge leben? Das sind die Fragen, die sich heutzutage die türkische Gesellschaft in Deutschland stellt. Niemand besitzt in einem Verfassungsstaat das Recht, Menschen auf sich alleine zu stellen und sie in Sorge und Unsicherheit leben zu lassen.“
Solidaritätsaufruf an Deutsche: Auch das Recht von Türken und Deutschtürken verteidigen
Öner bittet die Verantwortlichen, nicht zuzulassen, dass „die Ruhe unter den friedlich miteinander lebenden Menschen gestört wird.“ Der Vorsitzende spricht auch von der ausgereizten Geduld der „türkischen Gesellschaft in Deutschland, die Ziel solcher Angriffen und Anschlägen ist“. Am Ende fordert er eine breite Solidarität von der deutschen Mehrheitsbevölkerung. Die „besonnenen Menschen“ sollten „auch das Recht der Türken und Deutschtürken“ verteidigen.
Verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen
Deutschland ist Heimat geworden für die muslimisch-deutsch-türkische Gesellschaft. Auch wenn in regelmäßigen Abständen immer wieder hochrangige Politiker das Gegenteil behaupten. Die türkischstämmigen Menschen fühlen sich in Deutschland zu Hause. Ihre Kinder, Enkel und mittlerweile Urenkel sind hier geboren, aufgewachsen und werden auch hier ihre letzte Ruhe finden. Diese Menschen gehören genauso zu Deutschland wie ihre Religion und Kultur.
Sie fühlen sich den bundesdeutschen Gesetzen verpflichtet und sind gegenüber unserem Land loyal. Die in großen Teilen der türkischstämmigen Bevölkerung herrschende Unsicherheit muss so schnell wie möglich beendet werden. Verloren gegangenes Vertrauen in die Medien, Politik und Sicherheitsorgane sollten zurückgewonnen werden, damit ein Gefühl der Entfremdung und Resignation erst gar nicht ensteht.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
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2017 registrierte der „Kriminalpolizeiliche Meldedienst“ 2691 politisch motivierte Straftaten mit antichristlichem, antisemitischem sowie antimuslimischem Hintergrund. 1495 Delikte hatten demnach ein judenfeindliches und 1069 Fälle ein antimuslimisches Tatmotiv. Bei den politisch motivierten Verbrechen gegenüber Christen zählten die Behörden 127 Fälle.
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Yasin Baş
Yasin Baş ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?” sowie „nach-richten: Muslime in den Medien”.
Türkei
Adana-Festival bricht Besucherrekorde

Nach weiteren Berichten war die Ausstrahlung so groß, dass im Prinzip ganz Adana und Umgebung zumindest zeitweise auf den Beinen waren; dann könnte man sogar von einer potentiellen Anziehungskraft von über einer Million Menschen sprechen.
Herr Bozkurt sagte mir, dass sich nunmehr ein Traum verwirklicht hätte; der Karneval werde von Jahr zu Jahr besser, größer. Als ich ihn vor vier Jahren ebenso hier im schönen Adana kennenlernen durfte, war er sich da noch nicht so sicher – der 2. Karneval war noch viel kleiner, und es war noch unsicher, ob es genügend Sponsoren geben würde, um weitere Veranstaltungen dieser Art auf die Beine zu stellen.
Mit unermüdlichem Fleiß haben er und sein ehrenamtliches (!) Team aber genau das geschafft – eine Mega-Veranstaltung, wo sich potentielle Sponsoren schon lange im Voraus zusammenfinden, um gemeinsam das Beste für die Stadt, die Region und im Prinzip auch für die gesamte Türkei zu bewerkstelligen.
Ali Haydar Bozkurt sagte uns auch, dass Adana eine Stadt der Harmonie sei, kosmopolitisch und weltoffen und dass der Karneval ein enormes Potential zur Tourismuswerbung und weiteren Ankurbelung der regionalen Wirtschaft habe.
Einige Beispiele: Es gab eine faszinierende Modenschau, auf der die schönsten Kleider-Designs mit dem Thema Blüten (und Bienen) ausgezeichnet und mit Preisen honoriert wurden. Man konnte zu Ausstellungseröffnungen von bekannten Künstlern gehen. Für alle Fans von Volkswagen wurde ein Treffen der VW-Fans organisiert. Die gesamte Innenstadt war im Sinne der Orangenblüte dekoriert, und es ist bestimmt nicht übertrieben zu sagen, dass Adanas Innenstadt mit ihrer sehr großen Fußgängerzone in ein gigantisches Freiluftausstellungs-, Flanier- und Verkaufszentrum umgewandelt wurde.
NEX24 nutzte ebenso die Gelegenheit, um mit Frau Doktor Seyda Andaç zu sprechen. Frau Andaç hatte zusammen mit einer Gruppe von 500 praktizierenden Ärztinnen aus der ganzen Türkei am Karneval teilgenommen. Diese beeindruckende Anzahl von Teilnehmerinnen, die alle dieselbe Gruppe oder Organisation repräsentieren, dürfte für sich selber genommen rekordverdächtig sein. Und dann gibt es da ihre Facebook-Gruppe, allerdings nur für Mitgliederinnen, die ebenso wie die Delegation, die nach Adana reiste, rein aus weiblichen Ärzten besteht und von Frau Doktor Figen Demir Kardeş ins Leben gerufen wurde.
Dort tauschen sich rund 12.000 Personen aktiv zu medizinischen Themen aus; man kümmert sich um Anfragen der Mitglieder, unterstützt bei medizinischen oder auch kosmetischen Problemen und Anfragen und greift auch jüngeren Menschen finanziell mit kleinen Zuschüssen für ihre Ausbildung unter die Arme.
Der gesamte sechste internationale Orangenblüten-Karneval, der nun zu Ende ist, zeigt, wie aktiv die türkische Zivilgesellschaft wirklich ist – ein Fakt, der im Ausland gerne absichtlich oder unwissentlich übersehen wird.
Die Ärztinnen aus der ganzen Türkei, die nach Adana reisten, sind eine tolle, aber eben auch nur eine von sehr, sehr vielen und unterschiedlichen Gruppen, Vereinen und Clubs, die jeden Tag ihren Beitrag zu einer noch besseren, noch schöneren, noch erfolgreicheren Türkei leisten.
Als ich mich mit einem Handschlag und Lächeln von Ali Haydar Bozkurt verabschiedete, kam mir ein Gedanke: Mein Vorschlag für Sie, verehrte Leserinnen und Leser – streichen Sie sich den Monat April 2019 schon einmal rot im Kalender an, denn eines ist wohl sicher: Ser 7. Internationale Orangenblüten-Karneval wird wieder versuchen, neue Rekorde zu setzen. Schauen Sie einfach regelmäßig unter www.nisandaadanada.com nach!
Klaus Jurgens
Klaus Jurgens – London School of Economics Postgraduate Degree Government. Vormals Uni-Dozent Ankara, Schwerpunkt BWL und KMU. Über zehn Jahre vor Ort Erfahrung Türkei. Zur Zeit wohnhaft in Wien. Politischer Analyst und freiberuflicher Journalist. 
