Erdogans Frankreich-Besuch
Erdogan: „Wir können nicht ewig ‚bitte nehmen Sie uns jetzt endlich auf‘ sagen“

Die Türkei ist von ihrem EU-Beitrittsprozess "müde" und kann nicht auf unbestimmte Zeit die Mitgliedschaft im Block beantragen, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Freitag in Paris.

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Ankara (nex) – Die Türkei ist von ihrem EU-Beitrittsprozess „müde“ und kann nicht auf unbestimmte Zeit die Mitgliedschaft im Block beantragen, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Freitag in Paris.

Er kritisierte den Stillstand im Beitrittsprozess seines Landes, das die EU seit inzwischen 54 Jahren „vor der Türe warten“ lasse.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron in Paris sagte Erdogan: „Wir können die EU nicht ewig fragen, ‚bitte nehmen Sie uns jetzt auch auf'“.

„So, wie es uns ermüdet hat, ermüdet es auch mein Volk erheblich“, sagte Erdogan und fügte hinzu: „Das wird uns also vielleicht auch in Richtung einer Entscheidung treiben.“

Die Türkei beantragte 1987 die Mitgliedschaft in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, einem Vorläufer der EU. und wurde 1997 für eine EU-Mitgliedschaft in Betracht gezogen. Die Beitrittsverhandlungen begannen 2005. Er sagte, dass trotz der Tatsache, dass die Beitrittsverhandlungen vor Jahrzehnten begonnen habe, dem Land keine Mitgliedschaft gewährt worden sei.

„Wenn wir nach dem Grund fragen, kann uns die EU keinen geben. Zuerst verhinderten sie unseren Beitritt durch 15 Kapitel [EU-Politik], später wurde die Anzahl der Kapitel, die uns betrafen, auf 35 erhöht“, so Erdogan.

Präsident Emmanuel Macron rief seinerseits zur Zusammenarbeit und zum offenen Dialog auf, um die EU-Mitgliedschaft der Türkei zu erörtern. Macron sagte, dass die „Doppelzüngigkeit“ in den Beziehungen zwischen der Türkei und der EU beendet werden sollte.

Allerdings sehe Macron derzeit keine Chance auf Fortschritte bei den EU-Beitrittsverhandlungen. Er erwähnte jedoch eine andere Form der Partnerschaft. Er habe dazu mit Erdogan eine sehr klare Diskussion geführt, sagte Macron bei der gemeinsamen Pressekonferenz. Frankreich glaube jedoch, dass die Zukunft der Türkei und des türkischen Volkes in Europa liegen sollte, sagte Macron.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hatte jüngst ein Abkommen mit der Türkei, ähnlich dem mit Großbritannien nach dem Brexit geplanten Abkommen, vorgeschlagen.

 

 

 

 

 

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