Militäroffensive in Syrien
Kosovo: Ermittlungen gegen Lehrer nach „türkischem“ Militärgruß

Prishtina – Nachdem ein Lehrer im Kosovo in Solidarität mit der türkischen Anti-Terror-Offensive in Nordsyrien gemeinsam mit seinen Schülern ein Selfie mit Militärgruß machte, ermittelt nun das kosovarische Bildungsministerium. Auf dem Foto, das viral ging, halten die Schüler einer Schule in Prizren türkische Fahnen und zeigen den Militärgruß. In einer im TV-Sender KTV veröffentlichten schriftlichen Erklärung an das Bildungsinspektorat, sagte der Lehrer, dass das Foto von den Schülern selbst angefordert wurde. Er sagte auch, dass es sich nicht um einen Tribut an die türkische Militäroffensive in Syrien handele, sondern um einen Gruß an türkische Fußballspieler, die nach einem Sieg gegen Albanien in einem Qualifikationsspiel zur Euro 2020 ebenfalls einen Militärgruß machten. Prizren ist die Heimat einer starken türkischen Gemeinschaft. „Nach dem Sieg der türkischen Mannschaft baten mich meine Schüler, die gleiche Geste zu machen wie die Spieler, als sie ihr Spiel gewannen“, sagte Shantir. „Aber mein Foto wurde von einigen böswilligen Personen verwendet, die das Foto mit den Ereignissen in Prishtina in Verbindung gebracht haben, aber es hat nichts damit zu tun“, fügte er hinzu und bezog sich auf einen Protest gegen türkische Luftangriffe in Syrien, der am Samstag von einer Gruppe von Kosovo-Frauen organisiert wurde. „Ich hatte nie die Absicht, jemanden aus nationalen, religiösen oder rassischen Gründen zu demütigen oder zu beleidigen“, so der Lehrer. „Schulen sind keine Orte für die Anwendung irgendeiner Ideologie, und der Missbrauch dieser mit Kindern steht im Widerspruch zu internationalen Konventionen und den Gesetzen des Kosovo“, sagte das Ministerium in einer schriftlichen Erklärung.

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– Militäroffensive Friedensquelle – Türkei: „Bosnische Mütter“ unterstützen türkische Anti-Terror-Offensive

Der im Rahmen des Projektes „Bosnische und türkische Mütter Hand in Hand“ vorgenommene Solidaritätsbesuch sei auch deshalb organisiert worden, weil die bosnischen Mütterverbände nicht nur den Müttern von Diyarbakir Mut zusprechen, sondern auch der Türkei ihre Unterstützung im Kampf gegen den Terror zusichern wollten.

Türkei: „Bosnische Mütter“ unterstützen türkische Anti-Terror-Offensive
 

EAEU
Trotz EU-Warnung: Serbien unterzeichnet Freihandelsabkommen mit Russlands „Eurasische Union“

Moskau – Die serbische Premierministerin Ana Brnabic unterzeichnete am Freitag in Moskau ein Freihandelsabkommen mit der von Russland geführten eurasischen Wirtschaftsunion EAEU, nachdem die EU davor gewarnt hatte, dass sie diese Beziehungen genau überwachen werde, da Serbien ein Kandidat für den Beitritt zur Europäischen Union ist. Neben Brnabic wurde das Abkommen von den Premierministern Russlands, Weißrusslands, Kasachstans, Kirgisistans und Armeniens unterzeichnet. Brnabic betonte, dass die Vereinbarung im Hinblick auf den EU-Integrationsprozess Serbiens nicht problematisch sei. „Das steht in keiner Weise im Widerspruch zu unserer[pro] europäischen Politik; ich denke, das ist eine Ergänzung zu unserer europäischen Politik und unserem EU-Weg. Weil es im Interesse der EU liegt, ein wirtschaftlich stärkeres Serbien zu haben…. und ein Freihandelsabkommen mit der EAEU wird uns diese Chancen bieten“, sagte Brnabic nach der Unterzeichnungszeremonie. Brnabic reiste mit Handelsminister Rasim Ljajic nach Moskau, der zuvor im September den serbischen Medien sagte, dass es sich nicht um ein politisches Abkommen, sondern nur um ein Handelsabkommen handele, wie es Serbien mit der Türkei und CEFTA – dem mitteleuropäischen Freihandelsabkommen – unterzeichnet hatte. Da die euro-asiatische Wirtschaftsunion seit Januar 2015 als einheitliches Ganzes funktioniert hat, müssen alle bestehenden serbischen Abkommen vereinheitlicht werden. „Am 31. Mai 2016 beschloss der Hohe Eurasische Wirtschaftsrat, Verhandlungen mit Serbien über den Abschluss eines neuen einheitlichen Freihandelsabkommens aufzunehmen, das für alle fünf EAEU-Mitgliedstaaten gelten würde“, sagte er. „Das bedeutet, dass die bisherigen Abkommen mit Russland, Belarus und Kasachstan durch ein neues, moderneres Abkommen ersetzt werden müssen, das jetzt von Serbien mit der gesamten EAEU unterzeichnet wurde, zu dem neben diesen drei Ländern auch Armenien und Kirgisistan gehören“, fügte Ljajic hinzu. Die Beziehungen Serbiens zu Russland sind jedoch auch ein Thema für die Europäische Union, da die EU 2014 Sanktionen gegen Russland verhängte, die Serbien, obwohl es ein Beitrittskandidat ist, nicht befolgt hat. Serbien und Russland verstärken auch die militärische Zusammenarbeit. EU-Beamte wiesen im vergangenen Monat darauf hin, dass Serbien zwar Freihandelsabkommen wie das mit der EAEU haben kann, dass sie jedoch gekündigt werden müssen, sobald Serbien Mitglied der EU wird. David McAllister, ehemaliger Serbien-Beauftragte im EU-Parlament, sagte, das neue Abkommen müsse „eine Austrittsklausel enthalten, die garantiert, dass Serbien das Abkommen bis zum Beitritt zur EU kündigen kann“. „Serbien muss die Kompatibilität aller seiner Handelsabkommen, Investitionen und wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie anderer relevanter Abkommen mit dem EU-Rechtsbestand sicherstellen“, sagte McAllister gegenüber Radio Europe Liberty, RSE. Die EU-Sprecherin Maja Kocijancic sagte gegenüber dem Portal Euraktiv, die Europäische Kommission verfolge die Gespräche über ein Handelsabkommen zwischen Serbien und der EAEU aufmerksam und erwarte, dass sich Belgrad an die EU-Politik anpasse. „Es wird erwartet, dass Serbien sich schrittweise an die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU anpasst. Wir verfolgen die Situation aufmerksam und diskutieren diese Themen in unseren regelmäßigen politischen und handelspolitischen Dialogen mit den serbischen Behörden“, sagte Kocijancic. Der serbische Handelsminister Ljajic sagte auch, dass das Abkommen mit dem Beitritt Serbiens zum EU-Mitgliedstaat seine Gültigkeit verlieren wird.

Zum Thema

– Serbien – Politanalyst: Kein wirtschaftlicher Nutzen für Serbien durch Beitritt zur Eurasischen Union

Serbien wird keinen wirtschaftlichen Nutzen aus der Unterzeichnung des Freihandelsabkommens mit der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAEU) ziehen, sagte der Politanalyst Srecko Djukic dem serbischen TV-Sender N1.

Politanalyst: Kein wirtschaftlicher Nutzen für Serbien durch Beitritt zur Eurasischen Union

Tauchen
Türkische Freitaucherin Şahika Ercümen bricht weiteren Weltrekord

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Mersin (nex) – Sie gehört zu den besten Taucherinnen der Welt: Die türkische Freitaucherin Şahika Ercümen hat einen neuen Weltrekord im flossenlosen Tauchen erzielt. Die Apnoe-Taucherin widmete ihre Rekordleistung den türkischen Streitkräften, die in den letzten Tagen eine Anti-Terror-Offensive gegen die terroristische YPG/PKK im Nordosten Syriens gestartet hatten. Bereits im Jahr 2016 hatte Şahika Ercümen im Mittelmeer einen Weltrekord im Tauchen mit Flossen gebrochen. Diesmal wartete eine weitaus schwierigere Aufgabe auf die Hochleistungssportlerin: In der Kategorie Höhlentauchen in den Grotten von Gilindire im Mittelmeer bei Mersin, überquerte Ercümen die 90 Meter-Marke ohne Flossen und sicherte sich damit einen Weltrekord bei den Frauen. Der in den frühen Morgenstunden begonnene Weltrekordversuch wurde unter anderem vom türkischen Industrie- und Technologieministerium, dem Jugend- und Sportministerium sowie von der Entwicklungsagentur der Stadt Cukurova unterstützt und begleitet. Die Sporttaucherin hatte für ihren Weltrekordversuch seit Tagen unter schwierigen Bedingungen trainiert. Ercümen, der mit ihrer überragenden Leistung ein Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde sicher ist, zeigte sich nach ihrem Weltrekord sichtlich erleichtert und freute sich. Nachdem sie ihre Freude noch im Wasser mit ihren Teamkammeraden geteilt hatte, entfaltete sie einen Banner mit folgendem Statement: „Ich widme diesen Sieg im 96. Gründungsjahr unserer Republik unserer ruhmreichen Armee“. Ercümen zeigte danach den obligatorischen Militärgruß, den türkische Sportlerinnen und Sportler in den letzten Tagen immer wieder zeigen, um ihre Solidarität mit den türkischen Streitkräften zu demonstrieren.

Syrien
Bericht: In Assads Folter-Gefängnissen werden Geschlechtsteile mit Gartenscheren abgeschnitten

Eine Menschenrechtsorganisation listet in ihrem Bericht die grausamen Foltermethoden des syrischen Regimes auf.  Seit Beginn des blutigen Bürgerkrieges seien über 14.000 Menschen durch Angehörige des Regimes zu Tode gefoltert worden. Laut dem Syrischen Netzwerk für Menschenrechte (SNHR) befinden sich unter den Opfern auch 173 Kinder und 45 Frauen.  In dem Bericht ist von 72 verschiedenen Foltermethoden die Rede. Dokumentierte Foltermethoden umfassen das Herausziehen von Nägeln, das Ausstechen von Augen, das Einschlagen des Schädels, das Ausschlagen von Zähnen und das Abschneiden von Körperteilen mit Gartenscheren, wie zum Beispiel den Fortpflanzungsorganen sowie das Zuklammern von Nasen, Ohren und Lippen. Des Weiteren seien Häftlinge gezwungen worden ihre Mithäftlinge sexuell zu missbrauchen oder zu vergewaltigen. Einige Überlebende berichteten laut SNHR von „Einführen von Werkzeugen in die Fortpflanzungsorgane“. Einige Gefangene seien an Metallstühle gefesselt und an ihren Geschlechtsteilen mit Strom gefoltert worden. Dies habe zu schweren Schäden am Nervensystem geführt, so der Bericht. Auch feuerbezogene Foltermethoden wurden dokumentiert. Bei einem dieser Techniken sei ein Metallspieß auf höchstmögliche Temperatur erhitzt und gegen „empfindliche Körperteile“ gehalten worden. Verbrennen mit Öl, Chemikalien, Insektiziden und sogar Schießpulver, das auf den Körper des Opfers gezündet wurde, werden in dem Bericht erwähnt. Zu den psychologischen Foltermethoden gehörten unter anderem das „Ablecken von Toiletten und Tierlaute machen“. Häftlinge hätten auch bei den Folterungen von Mithäftlingen zuschauen müssen, so der Bericht. Die Leichen der zu Tode Gefolterten, seien nicht aus den überfüllten Zellen entfernt worden. Insgesamt seien in syrischen Gefängnissen und „Krankenhäusern“ zwischen März 2011 und September dieses Jahres 14.298 Menschen durch Folter zu Tode gekommen. Der Bericht basiere auf den Dokumenten und Tausenden Interviews, die von der Menschenrechtsgruppe seit Beginn der Aufstände 2011 gesammelt wurden. Wie Bild berichtet, ist das Menschenrechtsnetzwerk auch an der Identifizierung der Opfer auf den sogenannten Cäsar-Fotos beteiligt. 801 Opfer hätten so bereits zugeordnet werden können. Der Militärfotograf „Cäsar“ hatte Tausende Beweisfotos von zu Tode Gefolterten aus Syrien geschmuggelt und veröffentlicht. Die Fotos wurden unter anderem der EU, dem US-Kongress und dem Menschenrechtsrat der UN vorgelegt. Auch das Holocaust-Museum in Washington hat sie dokumentiert, berichtet Bild weiter.

Syrien
Erdogan-Sprecher: Baghdadis Reisebewegungen vor seiner Tötung sollten untersucht werden

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Ankara – Der Kommunikationsdirektor des türkischen Präsidialamtes sagte am Montag, dass die Reisebewegungen Abu Bakr al-Baghdadis innerhalb Syriens bis zu seiner Tötung untersucht werden sollten. „Es sollte eine gründliche Untersuchung über die Reisebewegungen des IS-Führers innerhalb Syriens und schließlich nach Idlib stattfinden. Diejenigen, die für die Unterstützung, Anstiftung und Beihilfe solcher Bewegungen verantwortlich sind, müssen ermittelt und vor Gericht gestellt werden“, sagte Fahrettin Altun auf Twitter.
(Screenshot/Twitter)
Ein BBC-Reporter behauptete am Sonntag, dass der syrische Arm der Terrororganisation PKK, die YPG, gegen Geld IS-Kämpfer aus dem Osten des Landes in die Region Idlib schmuggelten. Bis zu 10.000 US-$ pro Kopf nimmt die YPG und SDF demnach für eine Route nach Idlib. Riam Dalati, Korrespondent der BBC aus Syrien teilte die Meldung jüngst über Twitter mit. Der Menschenschmuggel erfolge u.a. über den Euphrat in Öltankern und werde zeitweise in LKW-Tanks fortgesetzt. In einem Beispiel spricht Dalati von einer Familie aus Belgien die IS-Anhänger seien und in der Region Idlib so angekommen seien. „Die IS-Familie benutzte die Ölschiffahrtswege in ausgehöhlten Öltankschiffen“, es scheine ein von der SDF genutzter Trick zu sein, um IS-Familien herauszuschmuggeln, so Dalati weiter. Die derzeitigen Meldungen überstürzen sich, zumal die SDF selbst bekannt gab, seit fünf Monaten in der Region nach IS-Anführern zu suchen. Ragip Soylu, Journalist der „Middle East Eye“ twittert hierzu, „einige SDF/YPG-Milizionäre haben laut BBC IS-Familien nach Idlib geschmuggelt. Dies könnte teilweise erklären, wie al-Baghdadi in Idlib gelandet ist.“ Das erkläre auch, warum US-Drohnen einen Öltanker anvisiert hätte, um in dieser Nacht einen IS-Vertreter zu töten. Eben jene Ölschifffahrtswege, die zuvor die Schmuggler der SDF/YPG benutzt haben, so Soylu weiter. Soylu in Twitter weiter: „Sie [IS-Angehörige] zahlen zwischen 2.000 bis 10.000 US-$ pro Kopf, um dann über Manbidsch, Dscharablus, Azaz nach Idlib gebracht zu werden

Ratgeber
Black Friday Preisstudie: Die durchschnittliche Ersparnis liegt bei nur 6 Prozent

Der Black Friday gilt inzwischen als der Schnäppchen-Tag des Jahres. Doch wie sehr lohnt sich der Black Friday für die Verbraucher wirklich? Wie hoch fallen die Rabatte aus, wenn man statt der Unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) den tatsächlichen Marktpreis als Vergleichswert heranzieht? Und in welchen Produktkategorien können Verbraucher am meisten sparen? Um diese Fragen zu beantworten, hat die Shopping- und Vergleichsplattform idealo die Preisentwicklung von über 2.500 Top-Produkten am und kurz vor dem Black Friday 2018 analysiert.[1] Drei Viertel (74 Prozent) der untersuchten Produkte waren am Black Friday 2018 günstiger als in den vier Wochen davor. Das ist das Ergebnis der idealo Preisstudie. Wer auf echte Schnäppchen mit mindesten 20 Prozent hoffte, musste allerdings genau hinschauen, denn nur 14 Prozent der untersuchten Produkte waren so stark reduziert. In den 50 nachfragestärksten Kategorien am Black Friday lag die durchschnittliche Preisersparnis bei lediglich 6 Prozent. Bei Gesellschaftsspielen (19 Prozent), Gamepads (19 Prozent) und Spielekonsolen (15 Prozent) konnten Verbraucher am meisten sparen. Flexibilität zahlt sich aus Wer am Black Friday echte Schnäppchen machen möchte, sollte vor allem flexibel sein. In der nachfragestärksten Kategorie Smartphones wird das besonders deutlich: Die durchschnittliche Preisersparnis fiel hier mit 34 Euro (7 Prozent) vergleichsweise moderat aus. Im direkten Vergleich zwischen den beiden beliebtesten Marken Apple und Samsung hatten die Südkoreaner die Nase vorn: 19 der 20 untersuchten Samsung-Modelle waren am Black Friday günstiger als im Vormonat, im Schnitt sieben Prozent. iPhones hingegen waren mit durchschnittlich nur zwei Prozent Ersparnis deutlich preisstabiler. Auch Ausstattung und Farbe können einen Unterschied machen. Das Samsung Galaxy S8 in „Midnight Black“ war am Black Friday nur 10 Euro (3 Prozent) reduziert, das baugleiche Modell in „Arctic Silver“ hingegen 32 Euro (8 Prozent). Käufer des iPhone 7 konnten bei der Variante mit 32GB Speicher ganze 40 Euro (9 Prozent) sparen, beim gleichen Gerät mit 128GB hingegen nur 24 Euro (4 Prozent). Wer nicht auf ein bestimmtes Modell, Ausstattung und Farbe festgelegt ist, erhöht die Chance auf ein echtes Schnäppchen deutlich. Das gilt auch für andere Produktkategorien wie Spielekonsolen, Fernseher oder Sneaker. Schnäppchentage im Vergleich: Black Friday vs. Cyber Monday Längst ist der Black Friday nicht mehr der einzige Schnäppchentag. Amazon hat den Cyber Monday etabliert, viele Händler werben sogar eine ganze Woche lang mit Sonderangeboten. Lohnt sich der Black Friday da überhaupt noch? Die idealo Preisanalyse zeigt ein eindeutiges Bild: Am Cyber Monday 2018 konnten Verbraucher zwar auch einige Schnäppchen machen. Kopfhörer, Kamera-Objektive und einige Kühlschränke waren sogar etwas mehr reduziert als am Black Friday. In nahezu allen anderen Produktkategorien war der Black Friday aber besser. Philipp Peitsch, Geschäftsführer von idealo: „Unser wichtigster Rat an Verbraucher lautet: Trefft keine übereilten Entscheidungen und bewahrt einen kühlen Kopf. Am Black Friday gibt es zwar überdurchschnittlich viele Preisnachlässe – gute Angebote lassen sich aber das ganze Jahr über finden.“ Verbraucherschutzorganisationen haben in den vergangenen Jahren immer wieder gewarnt, dass nicht alle Sonderangebote so gut sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen. Denn oft berechnen Händler ihre angeblichen Rabatte auf Grundlage der Unverbindlichen Preisempfehlung. Der tatsächliche Marktpreis der Produkte liegt aber meist weit darunter. „Nur jedes siebte Produkt war am Black Friday um 20 Prozent oder mehr reduziert. Werben Online-Shops mit hohen Rabatten, empfehle ich vor dem Kauf noch einmal den aktuellen Marktpreis zu überprüfen. So lassen sich überstürzte Käufe vermeiden, die man im Nachhinein bereut“, sagt Philipp Peitsch. [1] Untersucht wurden jeweils mindestens 50 Produkte in den 50 beliebtesten Kategorien auf idealo.de. Die Gesamtstichprobe betrug 2.541 Produkte. Zur Ermittlung der Ersparnis wurde auf Kategorie- und Produktebene die Differenz zwischen dem Median-Preis am Black Friday (23.11.2018) bzw. Cyber Monday (26.11.2018) und in den vier Wochen vor dem Black-Friday-Wochenende 2018 berechnet.

Luftfahrt-News
Thomas-Cook-Pleite: Reisebüroverband erwägt Klage gegen Bundesregierung

Osnabrück –  Einen Monat nach der Thomas-Cook-Pleite spitzt sich der Streit um die Entschädigung der Kunden zu. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ kündigte die Vorsitzende des Verbandes unabhängiger selbstständiger Reisebüros (VUSR), Marija Linnhoff, an, notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof in Luxemburg zu gehen, um Berlin in die Staatshaftung zu klagen. „Kein Deutscher soll auf dem Schaden der mangelnden Versicherung sitzen bleiben“, sagte sie. Schaden müsse zudem auch vom Modell Pauschalreise, die immer auch für Sicherheit stehe, abgewendet werden. „Vor allem für den touristischen Mittelstand, für den sie ein wichtiges Geschäftsmodell ist, wäre das eine Katastrophe“, warnte Linnhoff. Vorwurf der Fahrlässigkeit gegen Bundesregierung  Der Bundesregierung wirft Linnhoff „Fahrlässigkeit“ bei der Umsetzung der EU-Pauschalreiserichtlinie in deutsches Recht vor, weil sie eine Deckelung der Haftungssumme auf 110 Millionen Euro zugelassen habe. Dieser Insolvenzschutz für Thomas-Cook-Reisen reicht nach Angaben der Zurich Versicherungsgesellschaft bei Weitem nicht aus, um die Kunden vollständig zu entschädigen. Linnhoff beklagte, dass Ermahnungen des Verbraucherzentralen-Bundesverbandes (vzbv) und des VUSR, die zu niedrige Haftungssumme zu erhöhen, in Berlin ignoriert worden seien. Verbraucherzentralen-Bundesverband sieht Versicherer in der Pflicht Der Verbraucherzentralen-Bundesverband (vzbv) sieht unterdessen vorrangig die Zurich-Versicherung in der Pflicht, die Schäden der Verbraucher auszugleichen. „Die Pauschalreiserichtlinie sieht ausdrücklich vor, dass der Versicherungsschutz für Pauschalreiseanbieter wirksam sein und die nach vernünftigem Ermessen vorhersehbaren Kosten abdecken muss“, betonte der für Mobilität und Reisen zuständige vzbv-Referent Felix Methmann gegenüber der NOZ. Dies sei aber nicht der Fall gewesen. „Aus Sicht des vzbv ist die Haftungsbegrenzung im Verhältnis zwischen Reisenden und der Zurich-Versicherung daher unwirksam.“ Staatshaftungsansprüche hält Methmann für nachrangig. „Da der deutsche Gesetzgeber die EU-Pauschalreiserichtlinie nicht richtig umgesetzt hat, sind sie aber auch nicht auszuschließen“, sagte er.

Wohnungspolitik
Linke: Mietendeckel könnte bundesweit Schule machen

Nach Ansicht von Berlins Stadtentwicklungssenatorin Kathrin Lompscher (Linke) könnte der geplante Mietendeckel bundesweit Schule machen. Er betreffe nicht nur Berlin, sondern habe Bedeutung weit darüber hinaus, sagte die Senatorin gegenüber rbb24 Recherche. Lompscher weiter: „Es scheint sich die Erkenntnis so langsam durchzusetzen, dass hier gesellschaftliche Grundfragen verhandelt werden. Insofern haben wir auch eine große Verantwortung, das richtig zu machen.“ Anlass für die Äußerungen der Senatorin ist die ARD- Dokumentation „Erst die Miete, dann die Moral?“, in der die rbb24 Recherche Autoren Ute Barthel, Jana Göbel und Ansgar Hocke den ethischen Fragen des Wohnungsmarktes nachgehen. Auf die Frage, wieviel Profit in der Wohnungswirtschaft moralisch vertretbar sei, antwortet die Senatorin: „Wenn jemand was investiert, dann darf er auch was verdienen. Wir wollen nicht, dass die Stadt vor sich hin bröckelt, weil keiner mehr Geld hat zu investieren. Man muss sogar verdienen, es muss bloß alles im Rahmen bleiben.“ Gegen den Vorwurf, Deutschlands Vermieter wollten nur abzocken, wehrt sich unterdessen Sun Jensch, Geschäftsführerin des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA). Es werde kaum noch differenziert, beklagt sie, obwohl 99% der Eigentümer ihren sozialen Verpflichtungen nachkämen und gute Vermieter seien. Die Lobbyistin, die 37.000 Unternehmen der Wohnungswirtschaft vertritt, nimmt ihre Klientel in Schutz: „Sie bauen neu, sie bauen klimagerecht, sie bauen sozialverträglich, das heißt: sie investieren in den Wohnungsbau und die Renditen liegen bei zwei bis sechs Prozent. Das ist nicht viel.“ Wirtschaftliches Handeln könne also sehr wohl auch mit moralischem Verhalten in Einklang stehen. Der Film „Erst die Miete, dann die Moral?“ von Ute Barthel, Jana Göbel und Ansgar Hocke läuft am Montag, den 28.10.2019, 23:30 Uhr im Ersten.

Gesundheit
Warnung vor verdorbenen Pilzen aus dem Handel

Pilze aus dem Handel sind häufig verdorben und können schwere gesundheitliche Beschwerden verursachen. Zu diesem Ergebnis kommt Wolfgang Bivour, Sachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie. Der Pilz-Experte hatte im Auftrag des Verbrauchermagazins SUPER.MARKT vom rbb 15 Stichproben begutachtet und nur vier als unbedenklich eingestuft. Dafür hatte die rbb-Redaktion bei Wochenmarkthändlern, Discountern und Supermärkten Champignons und Waldpilze gekauft. Das Ergebnis war erschreckend: 11 der 15 gekauften Pilzproben waren nach Ansicht des Experten gesundheitsbedenklich. Sie waren zum Teil vergammelt, verschimmelt oder enthielten Maden und seien „eigentlich nur noch für die Mülltonne bestimmt“ (Bivour). Der Verzehr solcher Pilze kann eine unechte Pilzvergiftung auslösen. Das sind Erkrankungen, die nicht durch Giftpilze, sondern durch verdorbene Waren ausgelöst werden. „Eine unechte Pilzvergiftung kann zu leichten Symptomen führen, wie Übelkeit und Erbrechen“, erklärt Antje Engel vom Giftnotruf der Charité gegenüber dem rbb-Verbrauchermagazin. „Sie kann aber auch zu schweren Symptomen führen, die zu einem massiven Flüssigkeitsverlust führen.“ Besonders gefährdet seien kleine Kinder, ältere Menschen oder Risikopatienten wie chronisch Kranke. (Die Charité bietet für Betroffene eine Telefonhotline an. Der sogenannte Giftnotruf ist 24 Stunden unter 030-19240 erreichbar.) Vor schlechter Ware können sich Verbraucher durch leichte Tests schützen: So sind frische Champignons hart und trocken und dürfen keine dunkelbraunen Stellen haben. Pfifferlinge sollten gelb aussehen und der Hut von Steinpilzen sollte nach einem leichten Drucktest mit dem Finger von allein wieder ausbeulen. Ideal: Pilze lose kaufen und nicht in eingeschweißten Plastikverpackungen. Weitere Informationen dazu im rbb-Verbrauchermagazin „SUPER.MARKT“ am 28.10.2019, 20:15 Uhr rbb-Fernsehen.

Landtagswahlen
Björn Höcke (AfD): „Wir sind eine bürgerlich-patriotische Kraft und wollen staatspolitische Verantwortung tragen“

Björn Höcke, AfD-Spitzenkandidat in Thüringen, neigt angesichts des guten Wahlergebnisses bei der Landtagswahl sein Haupt vor dem Wähler. Die Menschen wollten eine Neubelebung der Demokratie. „Die Alt-Parteien sind gut beraten, dieses Ergebnis sehr, sehr genau zu registrieren“, sagte Höcke im Interview mit dem TV-Sender phoenix. Die Alt-Parteien seien in den zentralen Politikfeldern nicht zu unterscheiden. Die Thüringer seien nicht mehr bereit, diese Art von erstarrter Parteiendemokratie weiter zu tolerieren. „Wir stehen zu unserem Wort, wir wollen staatspolitische Verantwortung tragen. Wir sind eine bürgerlich-patriotische Kraft, die in den letzten fünf Jahren eine gute parlamentarische Arbeit in der Opposition gemacht hat – und jetzt wollen wir regieren“, so Höcke weiter. Thüringen müsse neu aufgestellt werden. In Richtung CDU sagte er, die Partei müsse sich entscheiden, „ob sie weiter dem rot-grünen Zeitgeist hinterher hecheln oder zu ihren konservativen Wurzeln zurück kehren will. Ich sage der CDU: Wenn ihr den Weg so weiter geht, den ihr in den letzten Jahrzehnten eingeschlagen habt, dann werdet ihr den Weg der italienischen Christdemokratie gehen, und das ist der Weg in die politische Bedeutungslosigkeit.“