Ein Kommentar von Asif Masimov – info@masimovasif.net
Am 12. Juli 2020 sind an der Staatsgrenze zwischen Armenien und Aserbaidschan wieder schwere Kämpfe ausgebrochen, die seit April 2016 geruht haben.
Es handelt sich dabei um Militärstandorte und Zivilobjekte der Republik Aserbaidschan in der Region Tovuz (Towus) im Nordwesten und der Republik Armenien im Bezirk Tawusch im Nordosten.
Im Zuge dieser Gefechte sind bereits zwölf aserbaidschanische und fünf armenische Angehörige des Militärs ums Leben gekommen. Seit dem ersten Tag der Auseinandersetzung verfolge ich achtsam die deutschen Medien, um deren Berichterstattung zu beurteilen.
Die ersten Tage war dies aus meiner Sicht zum großen Teil ausgewogen. In den letzten Tagen wurde ich hingegen sehr enttäuscht, was die Berichterstattung in diesem Zusammenhang betraf. Ich frage mich daher, ob jeder Journalist von anderen die Nachrichten einfach abschreibt, oder ob es in Deutschland gewissermaßen nur eine Berichterstattung gibt, an die sich alle unbedingt anpassen müssen. Ihr seid doch aber keine Papageien, die alles bloß kopieren! Oder irre ich mich da?
Worum geht es eigentlich konkret in diesem Fall?
Fast in jeder deutschen Online-Zeitung oder -Zeitschrift ist im Bezug auf den Begrkarabachkonflikt die Rede von einem „chritstlichen Armenien und muslimischen Aserbaidschan“.
Ich bezweifele Eure geografischen Kenntnisse nicht. Ihr wurdet wahrscheinlich auch in der Schule darüber unterrichtet, dass es einst eine Sowjetunion gab, in der 15 Sowjetrepubliken existierten. Ihr seid wahrscheinlich ebenso informiert, dass nach der Auflösung der Sowjetunion in unterschiedlichen neugegründeten Republiken separatistische Bewegungen oder Bürgerkriege ausgebrochen sind.
Als Ergebnis haben wir heute im postsowjetischen Raum die folgenden Konflikte: In Georgien gibt es die separatistische Sezessionsbewegung in Abchasien und Südossetien, die seit 2008 offiziell als Konflikt zwischen Russland und Georgien gilt.
Wir haben den Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um Bergkarabach, einen ungelösten Konflikt in der Moldauregion um Transnistrien und seit 2014, nach der Krim-Annexion, einen neuen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Im Vergleich zum Bergkarabachkonflikt ist die Bevölkerung in den anderen aufgeführten Fällen meist christlich geprägt, sodass es keinen Sinn machen würde, den Konflikt als religiös zu definieren. Interessanterweise sind Russland, Georgien und die Ukraine sogar zum großen Teil orthodox ausgerichtet. Trotz all dieser Aspekte kämpfen sie. Sie stehen trotz der gleichen Glaubensrichtung in Konflikt.
Nun möchte ich Euch, meine lieben Journalisten, fragen: Was unterscheidet all die genannten Konflikte voneinander? Ich kann es Euch gern verraten: Nichts. Überhaupt nichts! All die aufgelisteten Konflikte, sei es Bergkarabach, Abchasien, Südossetien oder Transnistrien, sind ähnlich. Es geht um eine separatistische Sezessionsbewegung, in der ein Teil der Bevölkerung eines Landes mit Waffen gegen die zentrale Regierung kämpft und die Unterstützung von außen bekommt.
Die häufige Wiederholung der Äußerung über diesen Konflikt „zwischen dem christlichen Armenien und muslimischen Aserbaidschan“ drängt mich zu dem Gedanken, dass die deutsche Berichterstattung ausgerechnet das schreibt, um eine europäische, anti-islamische Rhetorik hervorzuheben. Viele von Euch waren noch nie in Aserbaidschan, kennen weder Land, Menschen, noch Kultur, berichten aber über dieses Land, vollkommen planlos. Ihr Möchtegernjournalisten! Ihr seid wahrscheinlich kaum darüber informiert, dass Aserbaidschan vor allem ein säkuläres Land ist.
Das amerikanische Meinungsforschungsinstitut Gallup führt regelmäßig Umfragen durch, u. a. über die Religiösität der Staaten. Interessanterweise zeigen hierbei die Ergebnisse in Bezug auf eben diese Religiosität, dass Armenien mit > 90 % fast immer religiöser als Aserbaidschan mit > 30 % abschneidet. Wenn deutsche Medien in deren Berichterstattung immer wieder die Formulierung „zwischen dem christlichen Armenien und muslimischen Aserbaidschan“ hervorheben möchten, raste ich bald komplett aus.
Soll ich als Aserbaidschaner die Tatsache vergessen, dass in den Kämpfen für Aserbaidschan, die Personen, die gefallen sind, aus unterschiedlichen religiös-kulturellen Hintergründen stammten? Sie kämpften nicht für deren Religion, sie kämpften für das Land, in dem sie geboren und aufgewachsen sind. Es ist eine Tatsache, dass in Aserbaidschan das Wort „Märtyrer“ nicht aus der islamischen Perspektive definiert wird.
Sei es der Präsident, ein geistliches Oberhaupt oder ein Wissenschaftler – definieren sie das Wort Märtyrer für derjenigen, der für sein Land, seine Heimat und seine Familie gefallen ist – nicht für seine Religion. An dieser Stelle möchte ich Euch auf zwei Beispiele aufmerksam machen: Ich wurde in einem russischen Dorf in Aserbaidschan geboren. Seit der Schulzeit war mir bekannt, dass auch mein Dorf einen russischen Märtyrer mit molokanischer religiöser Abstammung beheimatete. Sein Name war Beljakov Vasilij Nikolaevič (1969-1993).
Letztes Jahr war ich dann in Aserbaidschan in der „Roten Siedlung“, im Norden Aserbaidschans, wo aserbaidschanische Bergjuden auf engstem Raum leben. Bei meiner Reise bin ich auf eine Gedenktafel für Albert Agarunov aufmerksam geworden.
Im Zuge des Berg-Karabach-Krieges fiel Agarunov bei der Verteidigung der aserbaidschanischen Stadt Schuscha. Er wurde daraufhin postum als Nationalheld der Republik Aserbaidschan ausgezeichnet. Im Zuge des Krieges gab er ein Interview, in dem er stolz betonte: „Ich kämpfe für das Land, in dem ich geboren bin“.
Für mich macht es keinen Unterschied, wie die Hintergrundgeschichten der Märtyrer lauten. Alle Aserbaidschaner, die für ihr Land fielen, sind Helden für mich, weil sie uns vor der armenischen Aggression gerettet haben. 20 % der aserbaidschanischen Territorien sind aber weiterhin unter armenischer Besetzung und über eine Million Aserbaidschaner dürfen immer noch nicht die Gräber ihrer verstorbenen Familien und Vorfahren besuchen.
Bitte gießt mit den irreführenden Mitteilungen kein Öl ins Feuer. Im Falle des Konfliktes zwischen Armenien und Aserbaidschan um Bergkarabach handelt es sich einzig und allein um einen politisch-territorialen Konflikt, der faktisch nicht religiös begründet ist.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.Asif MasimovHumboldt Universität zu Berlin, Institut für GeschichtswissenschaftenBorn 1987 in Ismayilli, Azerbaijan. Graduate of Baku State University (Bachelor of Arts in “International Relations”) and Georg-August University of Göttingen (Master of Arts in “Political Science”). Currently a PhD student in History at the Humboldt University of Berlin.
Der Grünen-Co-Vorsitzende Robert Habeck hat als Reaktion auf die jüngsten Verdachtsfälle von Rechtsextremismus in der Polizei unabhängige Ermittler sowie Polizeibeauftragte in Bund und Ländern gefordert.
Zu Todesdrohungen wie gegen die hessische Linke-Politikerin Janine Wissler und des vorausgegangenen Abrufs ihrer persönlicher Daten von einem Polizeicomputer sagte Habeck der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ und dem Bonner „General-Anzeiger“ :
„Aufgabe der Politik ist es jetzt, sehr entschlossen aufzuklären und die Strukturen so zu verändern, dass sich solche skandalösen Vorfälle nicht wiederholen können.“
Er schloss nicht aus, dass sich auch der Generalbundesanwalt in den Fall einschalten wird. „Ich gehe davon aus, dass er sich sehr genau anschaut, was in Hessen los ist und dann entscheidet, ob er den Vorgang an sich zieht.“
Habeck sprach sich dafür aus, unabhängige Ermittler von außen einzusetzen, die die Gründe für die Bildung „dieser NSU-2.0-Strukturen und mutmaßlich rechtsextremer Netzwerke in der Polizei“ untersuchen.
Er betonte:
„Die Ermittlungen als solche sind auch deshalb wichtig, um die vielen Polizistinnen und Polizisten, die in treuer Verbundenheit zum Staat dienen, vor dem Ruch des Rechtsextremismus zu schützen.“
Zudem plädierte er für Polizeibeauftragte auf Landes- und Bundesebene. Sie sollten aus dem Berufsumfeld der Polizei kommen. „Die Vertrauensbasis für die Meldung von Missständen ist größer, wenn man weiß, dass die Beauftragten Ahnung und Erfahrung aus eigenem Erleben haben.“
Er forderte ferner eine Untersuchung von Rechtsextremismus in der Polizei. „Bundesinnenminister Horst Seehofer versteht die Lage falsch, wenn er eine Studie zu Rassismus in der Polizei ablehnt, weil die Beamten schon genug unter Druck stünden. Damit hilft er der Polizei am wenigsten.“
Ankara (who) – Die Türkei hat angekündigt, Regelungen zur Begrenzung der erlaubten Menge an industriell hergestellten Transfettsäuren in Lebensmitteln einführen zu wollen.
In Einklang mit Empfehlungen der WHO sehen diese Regelungen vor, dass für den Endverbraucher und für den Einzelhandel bestimmte Lebensmittel nicht mehr als 2 g Transfettsäuren pro 100 g Fett enthalten dürfen. Diese Maßnahmen sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Eliminierung von Transfettsäuren aus der Lebensmittelversorgung. Jährlich sterben rund 500.000 Menschen an einer Herzerkrankung, die von Transfettsäuren verursacht wurde.
In der Türkei sind nichtübertragbare Krankheiten für 87,5% aller Todesfälle verantwortlich, wobei davon wiederum 36,6% auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen sind.
„Die Türkei hat großes politisches Engagement gezeigt, vorzeitige Todesfälle zu verhindern, indem sie einen verbindlichen Ansatz zur Eliminierung industriell hergestellter Transfettsäuren aus der Lebensmittelversorgung verfolgt. Dies reduziert die Belastung durch künstliche Transfette und erhöht die Verfügbarkeit gesünderer Alternativen, um die Zahl der Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren“, erklärt Dr. Toker Ergüder, Experte für nichtübertragbare Krankheiten und Gesundheitsförderung im gesamten Lebensverlauf im WHO-Länderbüro in der Türkei.
Industriell hergestellte Transfettsäuren sind ein unnötiger und potenziell schädlicher chemischer Stoff, der an Orten ohne entsprechende Beschränkungen oft in Backwaren und frittierten Waren zu finden und mit einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen verbunden ist. Die WHO und ihre Mitgliedstaaten haben sich zum Ziel gesetzt, bis 2023 industriell hergestellte Transfettsäuren aus der Lebensmittelversorgung zu eliminieren.
Nichtübertragbare Krankheiten wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die führende Todesursache in der Europäischen Region der WHO. Eine an Transfetten reiche Ernährung erhöht das Risiko für Herzerkrankungen um 21% und das Risiko eines vorzeitigen Todes um 28%. Die Eliminierung industriell hergestellter Transfettsäuren aus der globalen Lebensmittelversorgung wird daher als lebensrettende Intervention für den Schutz der öffentlichen Gesundheit erachtet, berichtet die WHO.
Tirana – Seit die Schutzmaßnahmen aufgehoben wurden, ist in Albanien die Zahl der gemeldeten Fälle von Coronavirus-Infektionen sprunghaft angestiegen. Auch die Zahl der Krankenhausaufenthalte hat stetig zugenommen.
Albanien verzeichnete am Montag ein Allzeit-Tageshoch von 117 Coronavirus-Infektionen, berichtet die Albanian Daily News. Das Ministerium gab bekannt, dass die Zahl der Krankenhauseinweisungen gestiegen sei. Die Zahl der aktiven Fälle liegt demnach bei 1462, hauptsächlich in Tirana, Shkodra, Kruja und Durres.
Die Gemeinden im ganzen Land befinden sich in einer schwierigen finanziellen Lage mit einem drastischen Rückgang der Einnahmen und fehlenden Ausgaben als Folge der negativen Auswirkungen der Pandemie.
In der gesamten Region des Westbalkans verschlechtert sich die Situation im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie, wobei in fast allen Ländern ein deutlicher Anstieg der Infektionen und Todesfälle zu verzeichnen ist.
Osnabrück – Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Mathias Middelberg (CDU), hat in der Debatte um ein mögliches rechtes Netzwerk in der hessischen Polizei eine sachliche Debatte angemahnt.
„Ich plädiere für eine Versachlichung der Diskussion. Die Vorfälle in der hessischen Polizei sind sehr schwerwiegend. Sie müssen rückhaltlos aufgeklärt werden“, sagte Middelberg der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).
Die Einsetzung eines Sonderermittlers durch den hessischen Innenminister sei dafür richtig. Middelberg kritisierte die Stellungnahme der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken, die ein entschlosseneres politisches Vorgehen gegen Rechtsextremismus bei der Polizei gefordert hatte.
„Daraus nun wieder einen Generalverdacht gegen unsere Polizei abzuleiten, wie Frau Esken es tut, hilft in der Sache null“, sagte Middelberg. Grundlage für eine sachliche Debatte sollte seiner Meinung nach das Lagebild zu Rechtsextremismus und Rassismus in den Sicherheitsbehörden sein, das der Präsident des Verfassungsschutzes im September vorlegen will.
New York – Insgesamt 46 etablierte Medien, die überwiegend in den USA ansässig sind, veröffentlichten mehr als 90 Meinungsartikel von 19 nichtexistierenden Experten, die die Türkei und Katar kritisierten und sich gleichzeitig positiv über die politischen Interessen der Vereinigten Arabischen Emirate in der Region äußerten.
Wie das US-Nachrichtenportal Daily Beast berichtet, handelt es sich bei einem dieser Schein-Experten um eine Person mit dem Namen Raphael Badani. Als Newsmax-„Insider“- Kolumnist seien seine Kommentare in einer Vielzahl von Publikationen, darunter Washington Examiner, Real Clear Markets, American Thinker und The National Interest, veröffentlicht worden.
In diesen habe er Dubai stets als Oase der Stabilität in einer turbulenten Region dargestellt. Badani beschrieb sich selbst als „Berater für geopolitische Risiken und Designer interaktiver Simulationen“ und als „Senior Analyst für internationale Beziehungen“ für das Arbeitsministerium.
„Seine Profilfotos sind aus dem Blog eines Startup-Gründers in San Diego gestohlen worden. Sein LinkedIn-Profil, das ihn als Absolvent von George Washington und Georgetown [Universitäten] beschrieb, ist ebenso fiktiv“, so Adam Rawnsley vom Daily Beast.
Unmittelbar nach der Veröffentlichung des Berichts entfernte der Washington Examiner seinen von „Badani“ verfassten Artikel und hinterließ nur einen Vermerk des Herausgebers: „Dieses Op-ed wurde nach einer Untersuchung seiner Herkunft und Urheberschaft entfernt. Twitter sperrte nach Veröffentlichung des Berichts Badanis Konto zusammen mit 15 anderen.
Der Bericht enthüllte zudem, dass die Jerusalem Post, Arab News, Al-Arabiya, South China Morning Post, Jewish News Service, Middle East Online, Asia Times, The Post Millennial und viele andere Publikationen diese falschen Experten ebenfalls in ihrer Berichterstattung verwendet haben.
Wie Daily Beast weiter berichtet, bestand der gemeinsame Tenor der Texte darin, die Rolle der Türkei und Qatars in der Region negativ dazustellen.
„Sie stehen Katar und insbesondere seinem staatlich finanzierten Nachrichtensender Al Jazeera kritisch gegenüber. Sie sind auch keine großen Befürworter der Rolle der Türkei, die eine der Fraktionen im libyschen Bürgerkrieg unterstützt“, so der Daily Beast.
Istanbul – Die türkische Schauspielerin Esra Bilgic, bekannt für ihre Rolle als Halime Hatun, Frau der Hauptfigur in der beliebten historischen Fernsehserie „Auferstehung: Ertugrul“ (Dirilis Ertugrul), steht Berichten zufolge kurz davor Markenbotschafterin für Peshawar Zalmi zu werden.
Peshawar Zalmi ist eines der größten Cricket-Teams der pakistanischen Super League (PSL).
(Foto: Instagram/esrabilgic)
Anfang Juli markierte Bilgic in einem Tweet sowohl die Mannschaft als auch dessen Vorsitzenden Javad Afridi mit der Nachricht , dass sie demnächst „gute Nachrichten“ übermitteln werde. Obwohl keine weiteren Einzelheiten über die Vereinbarung bekannt wurden, hat sie bereits zuvor ihr Interesse an einer Zusammenarbeit mit mehreren pakistanischen Marken bekundet.
(Foto: Instagram/esrabilgic)Die Serie ist in Pakistan, wo sie in Urdu synchronisiert wird, ein großer Hit. Sie wurde sogar von Premierminister Imran Khan empfohlen. Er sagte, die Jugend des Landes könne „islamische Werte“ daraus lernen. Bilgic hat auch eine große Fangemeinde aus Pakistan.In 60 Länder exportiert
Die beliebte türkische Historie-Serie Dirilis Ertugrul wurde bislang in 60 Länder exportiert. Dies teilte der stellvertretende Generaldirektor des staatlichen TV-Senders TRT, Ibrahim Eren, mit.
(Foto: Screenshot/TRT)
„Videos der Serie Dirilis Ertugrul stießen bei arabischsprachigen Zuschauern im Internet auf so großes Interesse, dass arabische Sender die Rechte der Serie kaufen mussten,“ so Eren in einem Interview mit der türkischen Tageszeitung Yenisafak.
Der TRT-Vizegeneraldirektor wies auch darauf hin, dass der Sender nach der Premiere von Dirilis Ertugul einen Anstieg der Einschaltquoten verzeichnet habe. Dies habe man der neuen Generation von Historie-Serien mit dem Schwerpunkt Osmanisches Reich zu verdanken, so Eren weiter.
Dirilis spielt im oghusischen Anatolien des 13. Jahrhunderts. Im Zentrum steht das Leben von Ertugrul Gazi, dem Vater von Osman I., der das Osmanische Reich gründete.
Ertugrul war der Anführer des oghusischen Kayi-Stammes. Als er mit seinen 400 Reitern aus Turkmenistan in Anatolien ankommt, um den Seldschuken gegen die Byzantiner zu helfen, löst er eine Kette von Ereignissen aus, die letztlich zur Gründung des Osmanischen Reiches führen. Die Serie gibt einen Einblick in die Gründungsjahre des 700 Jahre währenden Imperiums.
Zu den größten Fans gehört auch der venezolanische Staatspräsident Nicolas Maduro:
Türkische TV-Serien weltweit auf Platz zwei
Türkische TV-Serien haben sich in den vergangenen Jahren zu einem der lukrativsten Exportgüter der Türkei entwickelt und haben noch dazu den Nebeneffekt, dass das Interesse der Touristen, das Land zu besuchen, geweckt wird. Nach Angaben des türkischen Ministeriums für Kultur und Tourismus ist die Türkei nach den USA die zweitgrößte Exporteurin von TV-Serien.
„Beim Export von TV-Serien befindet sich die Türkei nach den USA weltweit auf dem zweiten Platz“, sagte Kultur- und Tourismusminister Numan Kurtulmus vor dem Planungs- und Haushaltsausschuss des türkischen Parlaments am Freitag und fügte hinzu, dass dem weltweiten Export türkischer TV-Serien nun große Bedeutung beigemessen werde. In Europa stünden türkische Serien bereits an erster Stelle, so Kurtulmus.
Türkische TV-Serien wurden erstmals im Jahr 2001 in die Balkanstaaten, den Nahen Osten und nach Lateinamerika exportiert. Ende 2014 lagen die Exportzahlen bei 200 Millionen Dollar und 2015 bereits bei 250 Millionen Dollar.
Bislang wurden etwa 150 türkische Fernsehserien (Stand 2016) ins Ausland verkauft, die von 500 Millionen Zuschauern in 100 Ländern im Nahen Osten und Nordafrika sowie Ost- und Westeuropa verfolgt werden.
Türkische Vornamen in Südamerika
Inspiriert von den sehr beliebten Seifenopern und TV-Serien wenden sich immer mehr Eltern in Chile sogar von den traditionellen lateinamerikanischen Vornamen ab und geben ihren Kindern türkische Namen.
„Es gibt aus jeder Schicht der chilenischen Gesellschaft eine Riesenresonanz auf die türkischen Serien, und Binbir Gece – die erste Serie, die wir ausstrahlten – stellte einen historischen Erfolg mit sehr hohen Einschaltquoten dar“, erklärte Juan Ignacio Vicente vom Mega TV gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu (AA).
Chilenische Familien fühlten sich mittlerweile von den türkischen Serien inspiriert und gäben ihren Neugeborenen Namen wie Elif, Nilüfer, Fatmagül oder Ibrahim.
Nach offiziellen Angaben wurden viele chilenische Mädchen, die im vergangenen Jahr zur Welt kamen, Elif genannt – ein traditioneller türkischer Vorname. Elif toppte selbst den in Lateinamerika weitverbreiteten Namen Veronica.
„In den letzten Jahren sind in Lateinamerika türkische Schauspieler dank der TV-Serien sehr berühmt geworden“, sagte Vicente und fügte hinzu, dass chilenische Fans Serienstars wie Bergüzar Korel, Halit Ergenc, Cagatay Ulusoy und Kivanc Tatlitug persönlich erleben wollten.
Er sei überrascht, dass die Namen der Charaktere aus den Serien zu einem Teil der chilenischen Kultur geworden seien: „Ich denke, dass die Leute sich mit ihnen identifizieren und sich deshalb diese Charaktere als Vorbilder für ihre Kinder wünschen.“
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Türkische TV-Serien: Fans aus den USA, Kanada und Südamerika besuchen Türkei
Eine internationale Gruppe von Fans türkischer TV-Serien organisierte eine Reise in die Türkei, bei der sie am Samstag in einem Hotel in Istanbul Fernsehstars trafen.
Osnabrück -Die Ergebnisse der aus Hessen zeigen für Linken-Chefin Katja Kipping, dass „Familien und insbesondere Alleinerziehende mehr denn je Unterstützung brauchen“.
Das reiche „von Arbeitszeitmodellen, die um die 30-Stunden-Woche kreisen und die Arbeit für alle Beschäftigten produktiver, effizienter und gesünder machen, bis zu kostenlosen Betreuungsangeboten durch gut ausgebildetes und besser entlohntes Personal“, sagte Kipping im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).
Von der Bundesregierung verlangte Kipping, „Vertrauensarbeitszeit und Homeoffice zu ermöglichen und dabei abzusichern, dass das Recht auf Nichterreichbarkeit und das Recht auf Feierabend gewährleistet sind“. Überdies müssten Eltern und Kinder mit Blick auf eine drohende zweite Corona-Welle stärker ins Blickfeld der Regierung rücken. „Über die Sommerpause brauchen wir einen Digitalisierungsschub – um Beschäftigten vom Osnabrücker Land bis ins Allgäu Homeoffice zu ermöglichen und schulische Bildung aus den Klassenzimmern zu den Kindern zu bringen.“
Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung hatte am Dienstag in Wiesbaden eine Studie vorgestellt, wonach die Lockdown-Phase für fast die Hälfte der Eltern eine sehr belastende Phase war. Frauen hätten noch häufiger als Männer von einer hohen Belastung berichtet.
Bus- und Bahntickets im Ruhrgebiet sollen erstmals seit vielen Jahren nicht wie sonst üblich ab Januar teurer werden.
Offenbar aus Rücksicht auf die Corona-Entwicklung im Nahverkehr mit deutlich zurückgegangenen Fahrgastzahlen will der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) auf den zum Jahresauftakt turnusmäßigen Dreh an der Preisschraube verzichten. Das berichtet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) unter Berufung auf Kreise aus den Verkehrsbetrieben der Region.
„Der VRR und seine Mitgliedsunternehmen geben jetzt die Mehrwertsteuersenkungen eins zu eins an die Kunden weiter“, sagte der Verkehrsvorstand der Dortmunder Stadtwerke, Hubert Jung, der Zeitung. Sollte es bei der Befristung der Mehrwertsteuerabsenkung zum 31. Dezember bleiben, würden die Ticketpreise im Januar entsprechend angepasst. „Für eine darüber hinausgehende Preiserhöhung kann ich im VRR derzeit keine Bereitschaft erkennen“, betonte Jung.
Auch in den Chefetagen anderer Verkehrsbetriebe sieht man laut der Zeitung eine Anhebung der Ticketpreise zum Januar nicht kommen. Vordringliches Ziel sei, das Vertrauen der Kunden wieder zurückzugewinnen, hieß es. „Generell nicht ausgeschlossen“ sei indes eine Preiserhöhung im späteren Verlauf des Jahres.
Grünen-Fraktionschefin nennt Lieferkettengesetz „Hoffnungsschimmer“
Osnabrück – Grünen-Fraktionscefin Katrin Göring-Eckardt hat die Ankündigung eines Lieferkettengesetzes als „Hoffnungsschimmer“ begrüßt. Besonders in der Textilindustrie gebe es wegen fehlender Regeln gravierende Probleme.
„Sowohl die Näherinnen in Asien als auch die Verbraucher, die sich hierzulande ein T-Shirt aus dem Ladenregal nehmen, haben ein Recht darauf, dass daran weder Blut klebt noch dafür Flüsse und Grundwasser vergiftet worden sind“, sagte Göring-Eckardt im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).
Der Vorschlag von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) dürfe nun „kein wirkungsloser Papiertiger werden, sondern muss echten Wandel bringen und den weltweiten Handel fairer machen“, sagte die Grünen-Politikerin. Deutschland habe als starke Wirtschaftsmacht dafür die besten Möglichkeiten.
Altmaier soll „sture Blockade“ aufgeben
Von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) forderte Göring-Eckardt, „seine sture Blockade gegen mehr Verantwortung in den Lieferketten, die auch viele Unternehmen längst wahrnehmen wollen, endlich zu beenden“.
Es sei nicht vermittelbar, dass im weltweiten Handel jede Schraube normiert sei, „aber keine funktionierenden Regeln gegen ausbeuterische Arbeitsbedingungen oder kalkulierte Umweltsauereien möglich sein sollen“. Es brauche klare Standards, „um das gnadenlose Preisdumping zulasten von Mensch und Natur zu beenden“.
Auch Verbraucherschützer begrüßten den Vorstoß von Heil und Müller: „Es ist gut, dass die Bundesregierung Wort halten und zügig ein Lieferkettengesetz auf den Weg bringen will“, sagte Kathrin Krause, Expertin für nachhaltigen Konsum beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der NOZ: „Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass bei der Herstellung eines T-Shirts oder Handys keine Arbeiterinnen ausgebeutet oder Umweltgifte eingesetzt wurden. Schließlich muss man beim Autokauf auch nicht individuell überprüfen, ob eine funktionierende Bremse eingebaut wurde.“
Verbraucherschützer mahnen EU-Lösung an
Zugleich mahnte der vzbv eine europäische Lösung an: „Richtige Wirkung kann erst eine EU-weite Regelung entfalten. Die Bundesregierung sollte das Thema nachhaltige Lieferketten daher zu einem zentralen Thema der deutschen EU-Ratspräsidentschaft machen und für ein europäisches Gesetz werben“, sagte Krause. „Ein Lieferkettengesetz würde für Fairness und gleiche Wettbewerbsbedingungen im EU-Binnenmarkt sorgen. Nachhaltige Produktion darf kein Wettbewerbsnachteil sein.“