Türkei
Ex-Kellner: Nusret Gökce drohte mir mit dem Tod

Istanbul – Salt Bae hat mir gedroht, mich umzubringen, weil er dachte, dass ich in seinem Restaurant zwei Frauen an einen Männertisch gesetzt habe, so ein Ex-Kellner Der extravagante Küchenchef, der mit bürgerlichem Namen Nusret Gökce heißt, wurde zu einer Geldstrafe verurteilt und musste außerdem dem Kellner eine Entschädigung zahlen. Der Vorfall ereignete sich bereits 2019, die Tageszeitung Hürriyet sprach mit dem ehemaligen Mitarbeiter Ali Ihsan Kandil in der vergangenen Woche. Wie Hürriyet berichtet, beschwerten sich damals zwei Frauen darüber, dass sie im Nusr-Et Steakhouse in Istanbul gezwungen worden waren, mit fremden Männern an einem Tisch zu sitzen. Daraufhin habe Gökce den Kellner angeschrien und ihn mit dem Tod gedroht. „Hast du die Frauen dort hingesetzt, du Zuhälter, verkaufst du Frauen in meinem Restaurant? Ich bringe dich um, verpiss dich, ich feuere dich“, soll er zu dem schockierten Kellner gesagt haben. Der Kellner habe laut eigener Aussage jedoch nichts mit dem Vorfall zu tun gehabt. Kandil erstattete daraufhin Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft, und Salt Bae wurde wegen Beleidigung vor Gericht gestellt, was nach türkischem Recht eine Straftat ist. Das 23. Strafgericht in Istanbul entschied damals in erster Instanz zu Gunsten des Kellners und verurteilte Salt Bae zu einer Geldstrafe von 8700 Türkischen Lira (etwa 750€). Das Gericht ordnete außerdem an, dass Salt Bae Kandil eine Entschädigung in Höhe von 35.000 Lira (etwa 3.000 Euro) zahlen muss, und setzte ihn für fünf Jahre auf Bewährung, berichtet Hürriyet weiter. Ihm sei es nicht um das Geld, sondern Gerechtigkeit gegangen, so der Kellner. Der erlittene mentale Schaden könne nicht mit Geld ausgeglichen werden. „Ich wurde mit einer Tat beschuldigt, mit der ich nichts zu tun hatte. Ich musste vor Gericht gehen“, erklärte Kandil. Dies ist nicht das erste Mal, dass Salt Bae nach einem Konflikt mit dem Personal in die Tasche greifen musste. Letzten Monat wurde Salt Bae gezwungen, 230.000 Dollar an ehemalige Mitarbeiter zu zahlen, nachdem ihm vorgeworfen wurde, sie um Trinkgelder betrogen und bei Beschwerden entlassen zu haben. In der Manhattan-Filiale von Nusr-Et wurde er 2019 von vier ehemaligen Kellnern verklagt. Salt Bae Gökce erlangte internationale Berühmtheit, nachdem er anfing, Fotos seiner theatralischen Salzstreu-Pose in den sozialen Netzwerken zu teilen. Dutzende Restaurants weltweit und ein 50-Millionen-Dollar-Hotel, gehören mittlerweile zu seiner Unternehmensgruppe.

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– Klage gegen Salt Bae – New York: Weitere Angestellte klagen gegen Nusret „Salt Bae“ Gökce

Erneut haben Mitarbeiter gegen den weltberühmten türkischen Gastronomen Nusret Gökce Klage eingereicht.

New York: Weitere Angestellte klagen gegen Nusret „Salt Bae“ Gökce
 

Corona-Pandemie
DKG-Vorstandschef Gaß fordert bundesweite 2G-Regelung

Bonn – Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft, hat der Politik im Zusammenhang mit der Zuspitzung der Corona-Situation in Deutschland schwere Versäumnisse vorgeworfen und Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte sowie eine bundesweite 2G-Regelung gefordert. „Wir halten die politische Steuerung dieser Pandemie für defizitär“, so Gaß im Fernsehsender phoenix. Man gehe jetzt in den Herbst mit hohen Inzidenzen „und einer absolut unvorbereiteten Bevölkerung“. Offenbar habe die Politik angenommen, dass Ende des Jahres alles vorbei sei und zudem die Illusion besessen, dass sich mehr Menschen impfen lassen würden. Das Ergebnis dieser Fehleinschätzungen sehe man jetzt. Die Booster-Impfungen in den Altersheimen sei „deutlich zu niedrig. Hier drohen uns noch gravierendere Konsequenzen“. Schon jetzt sei zudem klar, dass die Zahl der bislang 3.100 Intensivpatienten mit einer Corona-Erkrankung in zehn Tagen auf 4.000 ansteigen werde. „Jetzt muss 2G sofort in allen Bundesländern umgesetzt werden, zunächst einmal in denen, die höhere Inzidenzzahlen haben“, meinte der DKG-Vorstandsvorsitzende. „Und wir brauchen die konsequente Anwendung weiterer Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte. Das ist zwingend erforderlich“, so Gaß weiter. Auch dürfe man seitens der Politik keine weitere Zeit bei der Wiedereröffnung der Impfzentren verstreichen lassen, um die Booster-Impfungen voranzubringen. Zudem forderte der DKG-Chef die Einsetzung eines Gremiums aus Experten, Praktikern und Politikern, um die Situation steuern zu können. „Wir brauchen endlich einen nationalen Krisenstab, der kontinuierlich zusammensitzt und berät, was die nächsten Schritte sind, und der vor allem für Akzeptanz sorgt und nicht für einen vielstimmigen Chor von allen möglichen Vorschlägen, die dann im Raum stehen“, meinte Gaß. Kritik übte Gaß auch an den politischen Beschlüssen, die epidemische Notlage Ende des Monats für beendet zu erklären. Bei den Bürgern sei dies als Signal verstanden worden, wonach man das Schwerste überstanden habe. „Es war die falsche politische Botschaft in diesem Moment“, erklärte der DKG-Vorstandsvorsitzende.

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– Corona-Pandemie – Islamischer Gelehrter: Corona-Impfung ist religiöse Pflicht

Der in Österreich lebende Imam Tarafa Baghajati hat auf Facebook zum Impfen aufgerufen.  Baghajati klärt aus islamischer Sicht über soziale, rechtliche und moralische Aspekte der Corona-Impfung auf.

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Corona-Pandemie
Forscher betont Effektivität der Corona Impfung: Booster hochwirksam

Köln – Der Corona-Forscher Gerd Fätkenheuer ruft trotz einer steigenden Zahl von Impfdurchbrüchen zu einer möglichst umfassenden Impfung gegen das Coronavirus auf. „In einer vollständig geimpften Bevölkerung würde die Rate der Neuinfektionen immer weiter zurückgehen“, schreibt der Leiter der Infektiologie am Kölner Universitätsklinikum im „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit Verweis auf Entwicklungen in Ländern wie Portugal mit einer Impfquote von annähernd 90 Prozent. In einer vollständig geimpften Bevölkerung biete die Impfung möglichst der gesamten Bevölkerung „den vielversprechendsten Weg, aus den vielen Zumutungen der Pandemie herauszukommen“. Fätkenheuer betonte die nachweislich hohe Effizienz insbesondere der Auffrischung des Impfschutzes durch eine dritte Dosis (Booster). Eine aktuelle Studie aus Israel zeige, dass dieser Booster die Wirkung der Impfung drastisch steigere. Die Effektivität für die Verhinderung schwerer Erkrankungen sei mit 92 Prozent bestimmt worden. „In den Alltag übersetzt bedeutet dies, dass jede Person, die dreimal geimpft wurde, einen sehr großen Schutz vor Covid-19 hat. Wollte man aus Impfdurchbrüchen und folgenden Covid-19-Erkrankungen, die laut Fätkenheuer bei Geimpften weniger schwer verlaufen, schließen, dass die Impfung keinen Sinn habe, „wäre das ungefähr so falsch, als würde ein Tempolimit in geschlossenen Ortschaften für sinnlos erklärt mit der Begründung, dass es ungeachtet von Tempo 50 oder 30 zu Unfällen mit Verletzten und sogar Toten kommt“, so der Experte. Deshalb rät er allen Menschen ab zwölf Jahren eindringlich zur baldigen Impfung, die in Kürze überdies auch für Kinder ab dem fünften Lebensjahr möglich sein werde. „‚Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben…‘ So beschreibt Rainer Maria Rilke in einem berühmten Herbstgedicht die düstere Aussicht auf den Winter. Damit wir nicht allein bleiben müssen und bald wieder unbesorgt mit anderen zusammen sein können, sollten wir uns alle impfen lassen – je eher, desto besser.“

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Brüsse
Außenminister Maas fordert EU-Beitrittsgespräche mit Albanien und Nordmazedonien

Brüssel – Außenminister Heiko Maas fordert EU-Beitrittsgespräche mit Albanien und Nordmazedonien. Die Europäische Union müsse Glaubwürdigkeit beweisen und endlich Beitrittsgespräche beginnen. Dies würde eine stabilisierende Wirkung auf die ganze Region haben, so Maas beim Treffen der EU-Außenminister in Brüssel. Bereits beim Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs im März 2020 wurde grünes Licht für Beitrittsgespräche mit Nordmazedonien und Albanien gegeben. Bulgarien und die Niederlande bremsen seitdem – aus unterschiedlichen Gründen – den Start der Gespräche. „In Bosnien und Herzegowina erleben wir die schlimmste politische Krise seit dem Ende des Bosnien-Kriegs 1995. Diese nationalistische Politik reißt alte Wunden auf und gefährdet die friedliche Zukunft des ganzen Landes. Das kann uns in der EU nicht egal sein„, so Maas. „Wir werden die Fortsetzung dieser verantwortungslosen Politik nicht tatenlos hinnehmen können. Denn sie schadet nicht nur den Menschen in Bosnien und Herzegowina. Sie wirft auch all die Fortschritte zurück, die mit massiver Unterstützung der internationalen Gemeinschaft, der EU und Deutschlands auf der Basis des Friedensvertrags von Dayton über viele Jahre erreicht wurden“, zitiert das Auswärtige Amt Maas mit Bezugnahme auf ein Interview mit bosnischen Medien. Leugnung des Völkermords in Bosnien-Herzegowina künftig strafbar Bosnien befindet sich derzeit inmitten eines politischen Streits zwischen Bosniern und den im Land lebenden Serben. Seit Juli ist die Leugnung des Völkermords von 1995 strafbar. Serbische Nationalisten im gesamten ehemaligen Jugoslawien leugnen den damaligen Genozid an rund 8.000 Menschen immer wieder. Die Leugnung wird nun mit bis zu drei Jahren Haft bestraft, Amtspersonen mit bis zu sechs Jahren. Wenn die Tat von Drohungen und Beleidigungen begleitet wird, können drei weitere Jahre hinzukommen. Bis zu drei Jahre Haft erwartet auch Personen, die Preise und öffentliche Ehrungen an verurteilte Kriegsverbrecher verleihen. Am Widerstand ethnisch serbischer Politiker waren im Parlament  jahrelang Versuche gescheitert, eine solche Regelung per Gesetz durchzusetzen.

Milorad Dodik, das serbische Mitglied der bosnischen Dreier-Präsidentschaft und amtierendes Oberhaupt des Staates, verurteilte die Neuregelung und drohte mit der „Auflösung“ des Landes. „Ich denke, es gibt keine andere Option für die Republik Srpska, als einen Auflösungsprozess zu beginnen.“  Es habe keinen Völkermord gegeben. „Das ist die Meinung von uns allen“, so Dodik. Im Oktober drohte der Politiker sogar offen mit einem Kriegsszenario. Man werde die Kasernen der gesamtbosnischen Armee in der sogenannten Republika Srpska blockieren und die Staatsanwälte und Richter vertreiben. Es seien bereits konkrete Schritte für eine Abspaltung unternommen worden.

Demnach sollen die Kompetenzen auf der gesamtstaatlichen Ebene über Transfervereinbarungen auf die Ebene der Republika Srpska übertragen werden – und zwar in den Bereichen Justiz, Armee, Steuern, Telekommunikation, Grenzpolizei, Personaldokumente und Kennzeichen, berichtet der Standard. Das Parlament der Republika Srpska will demnach Gesetze beschließen, wonach Entscheidungen des Hohen Repräsentanten, aber auch Entscheidungen des Verfassungsgerichts von Bosnien-Herzegowina „rückgängig“ gemacht werden. Viele dieser Schritte stellen einen Bruch der Verfassung von Bosnien-Herzegowina dar, berichtet der Standard weiter. Bosnien und Herzegowina besteht aus der mehrheitlich von ehtnischen Serben bewohnten Teilrepublik Republika Srpska, die Föderation Bosnien und Herzegowina sowie das Sonderverwaltungsgebiet Brčko.

Nordzypern
Nordzypern feiert Ausrufung der Republik

Lefkoşa – Die Türkische Republik Nordzypern (TRNZ) feiert heute ihr 38-jähriges Bestehen. Am 15. November 1983 rief das Parlament des Türkischen Föderativstaats (Kıbrıs Türk Federe Devleti) die Türkische Republik Nordzypern aus. Dem vorausgegangen waren jahrelange ergebnislose Verhandlungen mit dem griechischen Südteil der Insel. Trotz der jahrzehntelangen Bereitschaft zyperntürkischer Regierungen, eine gerechte Lösung herbeizuführen, weigert sich die international als „Republik Zypern“ anerkannte zyperngriechische Administration, die Zyperntürken als gleichberechtigte Volksgruppe zu akzeptieren. Anlässlich des Unabhängigkeitstages empfing Präsident Ersin Tatar am Präsidentensitz in Lefkoşa Ministerpräsident Faiz Sucuoğlu, Parlamentspräsident Önder Sennaroğlu, das neue Regierungskabinett, die Kommandeure der verschiedenen Waffengattungen, den Vize-Präsidenten der Türkei, Fuat Oktay sowie weitere geladene Gäste. In einer Rede betonte Tatar:
„Wenn wir heute als zyperntürkisches Volk mit erhobenem Haupt und Würde in unserem eigenen Land in Freiheit leben können, verdanken wir das unseren tapferen Gefallenen, die für uns ihr Leben ließen. Ferner unseren Kriegsveteranen, nationalen Helden, Dr. Fazıl Küçük, Rauf Raif Denktaş und unserem Vaterland, der Türkischen Republik.“
Präsident Ersin Tatar: Keine weiteren Gespräche auf bisheriger Grundlage Tatar lehnt weitere Gespräche mit den Zyperngriechen ab, solange die Forderung nach Gleichberechtigung und internationaler Anerkennung nicht erfüllt werde. Das Modell der Föderation sei am Ende und diese Ansicht habe man den Verantwortlichen auf internationaler Ebene mitgeteilt. Zypern wurde 1974 geteilt, nachdem Griechenland einen Militärputsch durchgeführt und die Türkei als Garantiemacht interveniert hatte. Die türkische Regierung hatte unter Premierminister Bülent Ecevit entschieden, am 20. Juli 1974 türkische Truppen auf die Insel zu entsenden, um eine ethnische Säuberung durch die nationalistische Regierung zu verhindern, die infolge eines von Griechenland unterstützten Putsches gegen den zyprischen Präsidenten, Erzbischof Makarios, an die Macht gekommen war. Die Putschisten strebten damals den Anschluss der gesamten Insel an das ebenfalls von einer Militärjunta regierte Griechenland an.

Bereits in den Jahren vor dieser Entwicklung hatte es vielfach Übergriffe und Pogrome gegen die türkische Bevölkerung auf Zypern gegeben. Die unter dem Namen „Operation Atilla“ durchgeführte Militäraktion führte in weiterer Folge zum Ende der Militärdiktatur in Griechenland, die türkischen Truppen blieben dennoch auf Nordzypern stationiert und 1983 erklärte der dort entstandene De-facto-Staat unter dem bis 2005 regierenden Langzeitpräsidenten Rauf Denktaş seine Unabhängigkeit. In den letzten Jahren gab es mehrere Versuche, die Insel zu einigen, 2004 scheiterte jedoch ein Referendum zur Wiedervereinigung an einer „Nein“-Mehrheit im griechischen Teil.

Kemal Bölge/Lefkoşa  

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– Istanbul – Nordzyperns Präsident Tatar gratuliert Aserbaidschan zum Karabach-Sieg

Nordzyperns Präsident Ersin Tatar: Sieg Aserbaidschans im Berg-Karabach-Krieg ist auch ein Sieg der turksprachigen Welt.

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PIAR-Umfrage
Türkei: Rekordzuwachs für DEVA-Partei bei Umfrage

Ankara – Die erst im vergangenen Jahr gegründete DEVA-Partei konnte laut Umfragen einen enormen Zuwachs verzeichnen. DEVA kam bei ersten Umfragen nach der Gründung 2020 für eine lange Zeit nicht über die 1 bis 2 Prozentgrenze. Laut einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage des Forschungsinstituts PIAR könnte DEVA, unter Berücksichtigung unentschlossener Wähler und ungültiger Stimmen, momentan bereits sechs Prozent erreichen. Das wäre ein Rekordanstieg von über 200 Prozent. Die Teilnehmer der Umfrage wurden gefragt: „Wenn an diesem Sonntag Parlamentswahlen wären, für welche politische Partei würden Sie stimmen? Die MHP würde demnach die Wahlhürde von 10 Prozent nicht überschreiten können, während der Stimmenabstand zwischen der regierenden AKP und der größten Oppositionspartei CHP auf vier Prozentpunkte sinken würde. Nach einer Verteilung der unentschlossenen und ungültigen Stimmen ergeben sich folgende Werte: 30,6 Prozent für die regierende AKP, 26,6 Prozent für die größte Oppositionspartei CHP, 12,4 Prozent für die İYİ-Partei, 11,5 Prozent für die HDP, 8,7 Prozent für die MHP und 6 Prozent für die DEVA-Partei. Demnach würde die regierende Volksallianz aus AKP und MHP 39,3 Prozent der Stimmen erhalten, während die oppositionelle Nationale Allianz aus CHP und İYİ-Partei auf 39 Prozent käme. DEVA-Gründer: Neues Bewusstsein „Wir werden einen neuen Stil, ein neues Bewusstsein für die Parteimitgliedschaft, einen neuen Führungsstil und eine neue Art, Geschäfte zu machen, schaffen“, sagte DEVA-Gründer Ali Babacan bei der Eröffnung der Parteizentrale in der Hauptstadt Ankara im Juli 2020. Der einstige Weggefährte des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, trat im Juli 2019 aus der regierenden „Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung“ (AKP) aus und gründete im März 2020 eine neue Partei. Er kritisiert die Regierung besonders in Wirtschaftsfragen. Er war einst für die türkische Wirtschaft verantwortlich. Ihm schreibt man den Verdienst zu, den Wirtschaftsboom des Landes in den 2000er-Jahren ausgelöst zu haben. Auch der deutsch-türkische Abgeordnete Mustafa Yeneroglu, der wie zahlreiche andere 2019 aus der AKP ausgetreten war, gehörte zu den Mitgründern der neuen Partei. Insgesamt gab es 90 Gründungsmitglieder. Babacan war 2001 Mitgründer der AKP und arbeitete jahrelang eng mit Präsident Erdogan zusammen. Er war zudem Chefunterhändler für die EU-Beitrittsgespräche und wurde 2007 Außenminister und Stellvertreter des damaligen Ministerpräsidenten Erdogan.

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Der Chef der neuen Oppositionspartei DEVA, hat in einem TV-Interview mitgeteilt, aus welchen Parteien der größte Stimmenzuwachs kam.

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Corona-Krise
Studie: Risiko für Corona-Tod zwanzig Mal höher bei Ungeimpften

München – Daten aus Texas zeigen: Das Risiko an COVID-19 zu versterben, ist bei Ungeimpften zwanzig Mal höher als bei Geimpften. In Texas wollten die Behörden es wissen: Welche Folgen hat das COVID-19-Impfprogramm für die Bürger:innen? Dazu haben Fachleute des Texas Department of State Health Services für den Zeitraum zwischen 1. Januar und 31. Oktober 2021 digitalisierte Laborbefunde, Impfbescheinigungen und Sterbeurkunden ausgewertet. Besonderes Interesse lag dabei auf dem Zeitraum zwischen September und Oktober, als der US-Bundesstaat mit einer schweren Pandemiewelle im Zeichen der besonders ansteckenden Delta-Variante zu kämpfen hatte. Die Ergebnisse im Überblick:
  • Ungeimpfte hatten ein um den Faktor 13 erhöhtes Risiko, an COVID-19 zu erkranken als vollständig Geimpfte.
  • Das Risiko, an den Folgen der Infektion zu versterben, war um das 20-fache höher.
  • Die Impfung zeigt in allen Altersgruppen einen hohen Schutz vor Infektion – er ist besonders hoch bei den 12- bis 17-Jährigen.
  • Die Impfung zeigt in allen Altersgruppen einen hohen Schutz vor Tod. Es gibt jedoch je nach Altersklasse Unterschiede – das gilt vor allem für vergangenen September, als in Texas die hochansteckende Delta-Variante zirkulierte. Ungeimpfte in ihren Vierzigern hatten ein 55-fach höheres Risiko, an ihrer Infektion zu versterben, als ihre vollständig geimpften Altersgenoss:innen. Bei ungeimpften Senior:innen (75 Jahre und älter) war das Risiko zwölffach höher.
Die Daten belegen auch die zusätzliche Gefährdung, die durch die Delta-Variante ausgeht. Sie erhöhte das Risiko der Menschen in Texas, sich zu infizieren oder an den Folgen zu versterben, um das Vier- bis Fünffache gegenüber dem Zeitraum, als diese Variante dort noch nicht zirkulierte – und das unabhängig vom Impfstatus. Fazit der Gesundheitsbehörde: „Alle in den USA zugelassenen COVID-19-Impfstoffe sind hochwirksam und schützen Menschen davor, krank oder schwer krank zu werden – inklusive jene, die sich mit Delta- oder anderen bekannten Varianten infizieren. Real-World-Daten aus Texas zeigen diesen Nutzen ganz klar.“ Was sie auch zeigen: Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen (im Unterschied zu denen, die sich nicht impfen lassen können), spielen eine virale Form von Russisch-Roulette. Es gibt allerdings einen fundamentalen Unterschied zum „echten“ Russisch-Roulette. Wer es spielt, gefährdet ausschließlich sich selbst. Bei COVID-19 ist das anders, berichtet Pharmafakten.

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Die Mescheten
Türkei gedenkt Vertreibung der Ahiska-Türken aus Georgien

Ankara – Heute jährt sich zum 77. Jahrestag die Zwangsverschickung der turksprachigen Mescheten (Ahıska Türkleri) aus Georgien. Am 14. April 1944 wurden auf Geheiß des sowjetischen Staatschefs Josef Stalin etwas mehr als 100.000 Mescheten aus ihrer angestammten Heimat in Georgien vertrieben und in weit entfernte Gebiete Zentralasiens deportiert. Aus sowjetisch-russischen Archivbeständen geht hervor, dass die Vertreibungen die „ethnische Säuberung der Region von Türken“ zum Ziel hatte. Das türkische Außenministerium gedachte in einer veröffentlichten Mitteilung der Opfer dieser Tragödie. Das Auswärtige Amt der Türkei schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter:
Am 77. Jahrestag der Vertreibung der Ahiska-Türken, unserer Landsleute, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, gedenken wir mit Barmherzigkeit der Opfer und teilen die Trauer derer, die nicht zurückkehren konnten. Wir werden unsere Brüder und Schwestern der Ahiska-Türken weiterhin unterstützen.
Die sowjetischen Behörden unter dem Machthaber Josef Stalin zwangsumsiedelten die Mescheten, wie die Ahiska-Türken auch genannt werden, 1944 aus der namensgleichen Mescheti-Region, beziehungsweise Samzche-Dschawachetien, in Georgien im Grenzgebiet zur Türkei. Dabei kamen etwa 13.000 Ahiska-Türken durch Hunger, Kälte und Krankheit ums Leben. Die ethnische Minderheit wurde seitdem politisch marginalisiert, diskriminiert und zahlreichen Menschenrechtsbrüchen ausgesetzt. Ihre Zahl wird laut öffentlich zugänglichen Informationen weltweit auf 600.000 Menschen geschätzt. Die meisten Mescheten leben in Kasachstan. Daraufhin folgen Siedlungsgebiete in Ukraine, Aserbaidschan, Russland und der Türkei. Ahiska-Umsiedlung Auf Weisung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan findet seit 2015 eine Umsiedlung von Ahiska-Türken aus der Ukraine und anderen Ländern statt. Diese werden seit 2017 auch eingebürgert. Kemal Bölge/Ankara

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Türkei: Einbürgerung von 23.000 Ahiska-Türken geplant

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Berlin
Kurdische Mutter: Die PKK tötet unsere Kinder

Berlin – Eine mutige kurdische Mutter protestiert seit Jahren gegen die Terrororganisation PKK vor dem Bundeskanzleramt in Berlin. Mit ihrer Aktion möchte Maida Aktas die Unterstützung der Öffentlichkeit erlangen. Die PKK habe ihre Tochter Nilüfer einer Gehirnwäsche unterzogen und sie daraufhin ins Ausland verschleppt, so Aktas. Die Terrorgruppe sei Deutschlandweit in sogenannten Kulturvereinen vertreten und locke junge Leute zuerst mit Kultur- Sprach- und Musikprogrammen. Auch ihre Tochter habe vor ihrem Verschwinden angefangen, eine dieser Begegnungsstätten zu besuchen. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit beginne man jedoch, auch politische Themen in den Mittelpunkt zu stellen. Nilüfer habe man eingeladen, an „Campingurlauben in den Bergen und freier Natur“ im Ausland teilzunehmen. Des Weiteren versuchte die Mutter im vergangenen Jahr mit einer Petition die Menschen auf die Situation der Kurden in Deutschland aufmerksam zu machen. Diese fand jedoch wenig Beachtung, auch unter den Türkeistämmigen. Nun hat sich die verzweifelte Mutter mit einem Video an die Menschen gewandt. Auch in diesem Video verurteilt Aktas erneut die Terrororganisation PKK aufs Schärfste. Die Gruppe vertrete die Kurden nicht. Die PKK als Sprecher der Kurden darzustellen, wie etwa in Europa, sei ein großer Fehler, so Aktas weiter. Die in der EU und den USA als Terrororganisation eingestufte Gruppe unterscheide sich nicht von der IS (Daesh) und töte (kurdische) Kinder. Kurden sollten ihre Kinder weder der einen noch der anderen Terrorgruppe opfern müssen, so Aktas. Die Sorge um ihre „von der PKK entführten Tochter Nilüfer“ habe bei ihr „Krebs verursacht“. Aktas kämpfe derzeit nicht nur darum ihre Tochter wiederzusehen, sondern gleichzeitig auch gegen die tödliche Krankheit. „Hilft mir die PKK zu stoppen“, so Aktas in dem Video. Zur Petition: Holt meine Tochter von der PKK zurück! Verhindert, dass sie eine Terroristin wird Aktas in einer Stellungnahme:
„Meine 21jährige Tochter  Nilüfer hat uns am 12. November 2019 verlassen, um sich der Terrororganisation PKK anzuschließen. Radikalisiert und rekrutiert wurde sie in einem angeblichen kurdischen Kulturverein in Berlin, der eigentlich ein PKK-Nest ist. Nilüfer ist eine von vielen jungen Kurden, die in Deutschland angeworben wurden, um sie zum kämpfen nach Nordirak und nach Nordsyrien zu schicken, wo sie töten und getötet werden. Das erste, was die PKK macht ist, jede Verbindung zu den Eltern und Familien zu unterbinden. Wir Kurden werden von niemandem mehr unterdrückt als von der PKK, die angeblich um unsere Rechte kämpft. Ich stehe seit März 2020 jede Woche im Regierungsviertel und bitte die Bundesregierung sowie die Bundesbehörden um Unterstützung bei der Suche nach meiner Tochter. Vergeblich. Niemand hört mich, niemand sieht mich, obwohl ich da bin: hörbar, sichtbar. Es heißt immer wieder, Nilüfer sei volljährig und könne tun, was sie will. Auch eine Straftat begehen? Ist Mitgliedschaft in einer Terrororganisation nicht verboten? Ist die PKK nicht in Deutschland verboten? Ist es nicht verboten, Menschen zu töten, zu terrorisieren? Weder die Politik noch die Presse ist bereit, sich diesen Fragen zu stellen und sie zu thematisieren. Mir scheint, als würde die PKK in Deutschland einen besonderen Schutz genießen, verboten und doch erlaubt. Dabei befinden sich in hierzulande mehrere PKK-Mitglieder, die Kampferfahrungen haben und an aktiven Kämpfen teilgenommen haben. Sie können ungehindert ein- und ausreisen. Sie sind gefährlich, für die innere Sicherheit Deutschlands. Diese Gefahren sind im Verfassungsschutzbericht aus dem Jahr 2019 detailliert dokumentiert. Wie gefährlich diese Menschen sind, durfte ich auf der Suche nach meiner Tochter selbst erfahren und erleben.

Helft mir, die Bundesregierung zum Handeln zu zwingen. Ich möchte, dass die Verantwortlichen gegen die PKK vorgehen, so wie auch gegen andere Terrororganisationen. Ich möchte, dass man meine Tochter aus den Fängen der PKK befreit und wieder nach Hause holt, genauso wie alle anderen kurdischen Mädchen und Jungs, die sich in der gleichen Situation befinden, ich kenne ihre Namen, denn ihre Eltern bitten nicht die Zuständigen sondern mich um Unterstützung. Ich fordere die Bundesregierung auf, meine Tochter und auch die anderen aus den Fängen der PKK zu befreien und gegen die Strukturen der Terrororganisation in Deutschland vorzugehen, damit kein Kind mehr in den Tod oder zum Töten geschickt werden kann.

Vielen Dank für eure Hilfe, Maide Aktas, die Mutter von Nilüfer“

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– Terrorismus – Düsseldorf: Jesiden fordern von PKK Freilassung verschleppter Kinder

Während die auch in Deutschland als Terrororganisation eingestufte PKK in großen Teilen der hiesigen Medien und bei Politikern eine gewisse Sympathie genießt, bleiben die Hilferufe verschiedener Minderheiten aus den Regionen im Norden Syriens und des Irak in Deutschland weitgehend ungehört.

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Organisation türkischer Staaten
Istanbul: Ungarn potenzielles Mitglied der „türkischen Union“

Istanbul – Mit einem historischen Akt vollzogen die Staats- und Regierungschefs aus Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan, der Türkei und Usbekistan auf der Insel Yassıada im Marmarameer am 12. November 2021 die Umbenennung des bisherigen Kooperationsrats der türkischsprachigen Länder in Organisation der türkischen Staaten (Türk Devletleri Teşkilatı). An dem jährlich stattfindenden Gipfeltreffen nimmt Ungarn seit 2018 als Beobachter bzw. potenzielles Mitglied teil. Zum ersten Mal nahm am vergangenen Freitag auch Turkmenistan als Beobachter an der Konferenz teil. Nach dem Treffen veröffentlichte das türkische Präsidialamt ein Kommuniqué, in dem auf die Umbenennung in Organisation der türkischen Staaten verwiesen wird.
Der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijev (l.) mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan. (Foto: tccb)
Strategiepapier von Ex-Präsident Nazarbayev dient als Fahrplan Das vom Ex-Präsidenten Kasachstans, Nursultan Nazarbayev, vorbereitete Strategiepapier „Vision der turksprachigen Welt 2040“ verweist auf die gemeinsamen Interessen der turksprachigen Staaten. In der Abschlusserklärung wird auf das Strategiepapier von Nazarbayev ausdrücklich hingewiesen und als „strategischer Wegweiser“ beschrieben. Um den strategischen Fahrplan der Organisation der türkischen Staaten 2022-2026 vorzubereiten, hätten die Staatschefs entsprechend Weisung erteilt. Die Teilnahme Turkmenistans als Beobachter an der Organisation für türkische Staaten werde die Solidarität und die Zusammenarbeit zwischen den Turkstaaten und den Völkern fördern. Ferner wurde in der Erklärung zum Sieg Aserbaidschans über Armenien während des zweiten Bergkarabach-Krieges gratuliert. In der Zypernfrage forderten die Staaten eine Lösung auf Grundlage der Realitäten auf der Insel, die gerecht, dauerhaft, nachhaltig und für beide Seite akzeptabel sei. Der Konflikt solle in Solidarität mit dem zyperntürkischen Volk erreicht und die grundlegende Gleichberechtigung zum Ziel haben.
Die offizielle Fahne der Union.
Darüber hinaus wurde in der Verlautbarung auf die Bedeutung des Ausbaus des gemeinsamen Kampfes gegen Terrorismus, radikale Tendenzen, Separatismus, Rassismus, Ausländerfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit und jegliche Form von Hassreden hingewiesen. Außerdem sollen entsprechende Maßnahmen getroffen werden, um den gegenseitigen Handel und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zwischen den Mitgliedsstaaten zu erleichtern. Der Ex-Admiral der türkischen Marine, Cem Gürdeniz, hob in einem Beitrag für das News-Portal veryansın.tv die Namensänderung der Organisation türkischer Staaten hervor. Nach Ansicht des Ex-Admirals ist der jetztige Zeitabschnitt von großer Bedeutung. Das 21. Jahrhundert werde nicht nur ein Jahrhundert Asiens und der Meere, sondern auch ein türkisches Jahrhundert. Der größte Traum von Atatürk werde Wirklichkeit. „Hoch lebe der türkische Zusammenhalt“, so der pensionierte Vizeadmiral zur See Cem Gürdeniz. Kemal Bölge/Istanbul

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– Erdogan-Besuch in Ungarn – Kovacs: Ungarn unterstützt weiterhin EU-Beitritt der Türkei

Die Türkei spielt eine Schlüsselrolle bei der Sicherheit in Europa und im Nahen Osten, sagte der Sprecher der ungarischen Regierung.

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