Psychologie
TikTok-Syndrom: Tourette-ähnliche Tics bei Usern

London – Verursacht TikTok bei Menschen Symptome des Tourette-Syndroms?  Ärzte sind überrascht, dass junge Erwachsene Tics und Anfälle entwickeln, die normalerweise in der Kindheit beginnen. In letzter Zeit haben Tourette-ähnliche Symptome unter Jugendlichen stark zugenommen und die Social-Media-App TikTok könnte dafür verantwortlich sein. Laut Ärzten in medizinischen Zeitschriften registrieren auf das Tourette-Syndrom spezialisierte Kliniken in der ganzen Welt eine deutliche Zunahme an jungen Patienten mit komplexen motorischen oder vokalen Tics. Die Zahl der neuen Patienten habe sich innerhalb von kürzester Zeit teilweise verzehnfacht, Vor allem seien junge Mädchen im Alter zwischen zwölf und 25 Jahren betroffen. Kirsten Müller-Vahl, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie an der Medizinischen Hochschule Hannover. hat sich damit beschäftigt. Auch sie habe plötzlich viele Patienten mit der Verdachtsdiagnose Tourettesyndrom gehabt, so Müller-Vahl gegenüber Deutschlandfunkkultur. (DLF) Die Symptome seien bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen „abrupt“ aufgetreten. Ihre Patienten hätten „sehr komplexe Bewegungen, häufig mit ausfallenden Armbewegungen“ gezeigt und Schimpfwörter und Beleidigungen gerufen. „Wir haben Gruppen von Teenagern aus derselben Schule gesehen, die fast identische Tics entwickelten“, sagt Dr. Tammy Hedderly, Kinderneurologin am Guy’s and St Thomas‘ NHS Trust. Stern hat ebenfalls von Ausbrüchen in britischen Schulen gehört. „Sie schreien ‚Baked Beans!‘ oder schlagen ihren Eltern auf den Kopf“, so Hedderly. „Wenn ein 15-jähriges Mädchen in meine Klinik kommt und ‚Baked Beans!‘ schreit, lautet meine erste Frage: ‚Hast du diesen Influencer gesehen? Denn ich kenne alle Namen der Influencer. Es ist also wichtig zu erkennen, dass die sozialen Medien eine Rolle spielen und das Ausmaß des Problems groß ist, und zwar in ganz Großbritannien.“ Viele junge Mädchen hätten sich scheinbar beim Ansehen von Tourette-Content im Internet „infiziert“ und selbst Tics entwickelt. „Es war von Beginn an klar, dass es kein Tourette ist“, so Müller-Vahl. Es handle sich vielmehr um eine „funktionelle Störung“ – damit umschreiben Ärzte körperliche Beschwerden, deren Ursache auch nach intensiver medizinischer Diagnostik nicht zu ermitteln ist. Offenbar litten viele der Patienten nicht unter individuellen Tics, sondern hätten exakt jene Symptome entwickelt, die sie zuvor bei anderen Betroffenen im Internet gesehen hätten, berichtet der WDR mit Hinweis auf eine Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „Movement Disorders“. Auch die Neurologin Dr. Caroline Olvera aus den USA beobachtet einen Anstieg unter jungen Menschen, vor allem Mädchen, mit plötzlich auftretenden Tics. Sie verfasste eine Forschungsarbeit, die auf ihrer Untersuchung von mehr als 3 000 Videos von TikTok-Tourette-Influencern basiert, und stellte fest: „Obwohl sich unsere Studiengruppe über verschiedene Länder erstreckte, gaben 67,9 Prozent der Gruppe an, dass ihre TikTok-Tics von anderen Inhaltserstellern stammten, und die Mehrheit hatte denselben vokalen Tic.“ Psychotherapeuten raten zur schnellen Behandlung Die Bundespsychotherapeutenkammer rät, möglichst bald einen Facharzt aufzusuchen, falls Eltern bemerken, dass ihre Kinder plötzlich chronische Tics entwickeln. Gesetzlich Krankenversicherte könnten sich auch ohne eine Überweisung durch den Haus- oder Kinderarzt direkt an einen Psychotherapeuten wenden. Jugendliche könnten sich auch ohne Wissen der Eltern an einen Arzt eigener Wahl wenden. In der Regel können gesetzlich versicherte Jugendliche ab 15 Jahren eine Psychotherapie selbstständig bei der Krankenkasse beantragen. Bei Privatversicherten müssen die Eltern die Kostenübernahme bei der Versicherung veranlassen, berichtet der WDR mit Bezugnahme auf die Bundespsychotherapeutenkammer.

Afghanistan
Linke: „Bundesregierung hat sich vor ihrer Verantwortung viel zu lange gedrückt“

Osnabrück – Neue Zahlen zeigen einen entscheidenden Fehler der Bundesregierung bei der Evakuierung von Ortskräften aus Afghanistan: Bei der Bundeswehr-Luftbrücke im August gab die Regierung den meisten Betroffenen erst während der Evakuierung oder sogar danach eine Zusage zur Aufnahme. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine schriftliche Frage der Linken-Abgeordneten Gökay Akbulut hervor, die der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) vorliegt. Dadurch konnten viele Ortskräfte und schutzbedürftige Afghanen die Chance nicht mehr nutzen, das Land mit Bundeswehr-Maschinen zu verlassen. Nach Angaben des Ministeriums wurden von den 18.619 Zusagen für Ortskräfte und Werkvertragsnehmer sowie deren Familien, die die Bundesregierung von Mitte Mai bis Ende August erteilte, 11.866 erst während der militärischen Evakuierung ab Mitte August gegeben. Das heißt, fast zwei Drittel (64 Prozent) aller Zusagen erfolgten innerhalb der elf Tage von Mitte bis Ende August, in denen die Luftbrücke unter extrem unsicheren und unklaren Bedingungen stand. Besonders erstaunlich ist, dass weitere 4119 Aufnahmezusagen sogar erst nach Beendigung der Evakuierungsflüge ausgesprochen wurden. Ein Grund dafür war laut Linksfraktion, dass das Auswärtige Amt und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bis Ende August daran festhielten, dass nur solche afghanischen Ortskräfte berücksichtigt werden sollten, die in den vergangenen beiden Jahren als Ortskräfte gearbeitet hatten. Andere Ministerien hätten diese Auflage schon Monate zuvor aufgehoben. Die Migrationsexpertin der Linksfraktion, Gökay Akbulut, sagte der „NOZ“: „Die Zahlen zeigen: Die Bundesregierung hat sich vor ihrer Verantwortung viel zu lange gedrückt.“ Viele Ortskräfte müssten sich nun seit Monaten in Angst und Schrecken vor den Taliban verstecken, doch lange könnten sie das nicht mehr durchhalten. Akbulut forderte daher: „Die Bundesregierung muss alles tun, um diese Menschen schnell zu retten. Das ist sie den Betroffenen auch schuldig.“ Nach der Machtübernahme durch die militant-islamistischen Taliban in Afghanistan hatte die Bundeswehr im August in elf Tagen mehr als 5300 Deutsche, Afghanen und Staatsbürger anderer Länder mit Militärtransportern ausgeflogen. Kurz vor dem Abzug der letzten US-Soldaten aus Afghanistan endete die Aktion.

Berlin
Friedrich Merz will Illoyalität in CDU-Parteizentrale nicht dulden

Berlin – Friedrich Merz, Kandidat um den CDU-Bundesvorsitz, macht für den Fall eines parteiinternen Sieges eine klare Ansage an die CDU-Parteizentrale im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin. „Ich gehe davon aus, dass alle, mit denen ich zusammenarbeite, loyal mit der neuen Führung arbeiten. Wenn sie dazu nicht bereit und in der Lage sind, dann werde ich ihnen einen fairen Weg in eine andere Beschäftigungsmöglichkeit ebnen“, sagt der CDU-Politiker im Interview mit der in Hagen erscheinenden WESTFALENPOST. Beim großen Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mache er sich da aber keine Sorgen. Merz hält sich zudem die Option offen, bei einem parteiinternen Wahlsieg auch nach dem Fraktionsvorsitz im Bundestag zu greifen. Zwar habe er als Bundestagsmitglied auch so als möglicher CDU-Parteivorsitzender die Möglichkeit zu sprechen. Generell halte er es aber für richtig, dass die beiden Ämter in der Opposition in einer Person verbunden werden. „Darüber kann man nachdenken, das war auch immer meine Meinung.“ Das Thema Kanzlerkandidatur stelle sich heute nicht, so der Sauerländer. Friedrich Merz betont zudem, dass die Entwicklung einer neuen Sozialpolitik „die größte Baustelle für die CDU“ sei – noch vor der Klimapolitik. Mit Mario Czaja hat sich Merz für einen ausgewiesenen Sozialpolitiker als Kandidat für den Generalsekretärs-Posten der CDU ausgesprochen.

Berlin
Thierse: Merkel Kanzlerin ohne ostdeutsches Gesicht

Berlin – Ex-Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat die aus dem Amt scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel einer kritischen Würdigung unterzogen. Viele Menschen in den neuen Ländern begegneten Merkel noch immer distanziert. „Irgendwie war sie eine gesamtdeutsche Kanzlerin ohne besonderes ostdeutsches Gesicht. … Meine Wahrnehmung war immer, dass ganz viele Ostdeutsche sie nicht mehr als eine der ihren erkannt haben“, erklärte Thierse in der rbb-Fernsehsendung „WIEPRECHT„. Der ehemalige Chef des Bundeskanzleramtes, Peter Altmaier (CDU), erwiderte in derselben Sendung: „Ich glaube, dass sie als Kanzlerin dem gesamtdeutschen Volk gehört, dass es nicht gut wäre für eine erfolgreiche Politik, wenn sie mit bestimmten Bundesländern oder einer bestimmten Region identifiziert würde. Der SPD-Politiker Thierse machte in seiner Würdigung Merkels Licht und Schatten aus. Merkels „lobenswerter Stoizismus“ habe eine Kehrseite: „Einen Mangel an Programmatik, an Emotionalität und Leidenschaft; an der Fähigkeit, Menschen für etwas zu begeistern“. Merkels Politikstil, so Thierse, sei „durch und durch pragmatisch“. Thierse weiter: „Angela Merkel ist eine erstaunliche Kombination aus wenig eitlem Glanzbedürfnis einerseits, und andererseits viel realistischem Machtbewusstsein“.

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„Mehr als sechs Millionen unserer jungen Menschen werden bei den Wahlen 2023 zum ersten Mal wählen“, so Recep Tayyip Erdogan.

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WM-Qualifikation
Danke Stefan Kuntz!

Podgorica – In der WM-Qualifikation der Gruppe G setzte sich die türkische Fußball-Nationalmannschaft mit 2-1 in Podgorica gegen Montenegro durch. Die Nationalmannschaft von Montenegro ging zunächst in der 3. Spielminute durch Fatoş Bećiraj in Führung. Die Mannen um Trainer Stefan Kuntz egalisierten den Treffer in der 22. Minute durch Kerem Aktürkoğlu. Die türkische Nationalmannschaft dominierte über weite Strecken das Spiel und erspielte sich viele Torchancen. Der verdiente Siegtreffer fiel in der 60. Minute durch den eingewechselten Orkun Kökçü von Feyenoord Rotterdam. Die Niederlande gewannen ihr Heimspiel gegen Norwegen mit 2-0 und konnten ihr Punktekonto auf 23 erhöhen und fahren direkt zur WM nach Katar. Mit dem Sieg über Montenegro beendet die Mannschaft von Stefan Kuntz die Gruppe G als zweiter und muss in die Play-Offs. Unter dem neuen Trainer Stefan Kuntz hat die türkische Nationalmannschaft keines der letzten vier Spiele verloren. Nach Spielende postete Orkun Kökçü auf Twitter: „Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich für die Türkei mein erstes Tor erzielen konnte“. Mittelfelder Kökçü ist ein niederländisch-türkischer Fußballspieler, der seit Beginn seiner Profikarriere bei Feyenoord Rotterdam unter Vertrag steht. Kemal Bölge/Podgorica

Mord an Moise
Türkei: Mann im Zusammenhang mit Mord an Haitis Präsidenten festgenommen

Istanbul – Die türkischen Behörden haben einen Mann verhaftet, der im Zusammenhang mit der Ermordung des haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse im Juli, als Verdächtiger gilt, wie der haitianische Außenminister Claude Joseph am Montag mitteilte. Der 53-jährige ehemalige Geschäftsmann Moïse , der sein Amt 2017 angetreten hatte, wurde in seinem Privathaus erschossen, seine Frau wurde bei dem Anschlag verletzt. Kolumbianische Söldner erwiesen sich als Hauptverdächtige, jedoch wurde bisher niemand im Zusammenhang mit dem Fall angeklagt oder verurteilt. Es habe Medienberichten zufolge jedoch bereits mehr als 40 Festnahmen gegeben, darunter auch haitianische Polizeibeamte. „Ich hatte gerade ein Telefongespräch mit dem türkischen Minister, meinem Freund Mevlut Cavusoglu, um der Türkei für die Verhaftung von Samir Handal zu danken, einer der Personen, die bei den Ermittlungen zur Ermordung des Präsidenten von großem Interesse sind“, so Joseph auf Twitter. In einem Bericht der haitianischen Polizei vom August heißt es, Handal habe in seinem Haus in Port-au-Prince „Treffen mit politischem Charakter“ veranstaltet, an denen auch Emmanuel Sanon teilgenommen habe, ein mutmaßlicher Drahtzieher des Attentats, der im Juli verhaftet worden war. Türkische Medien berichteten am Dienstag, dass Handal, der mit einer internationalen Haftbefehl der Interpol gesucht wurde, auf dem Istanbuler Flughafen von den Behörden festgenommen wurde, als er auf dem Transitflug von den Vereinigten Staaten nach Jordanien war. Letzte Woche hatte das US-Außenministerium seine Bürger in Haiti aufgefordert, das Land zu verlassen, da sich die politischen Unruhen nach der Ermordung von Moïse verschärft hatten. „Die weit verbreitete Treibstoffknappheit kann im Notfall wesentliche Dienstleistungen einschränken, einschließlich des Zugangs zu Banken, Geldtransfers, medizinischer Notversorgung, Internet und Telekommunikation sowie öffentlichen und privaten Transportmöglichkeiten“, warnte das Außenministerium und merkte an, dass die US-Botschaft „wahrscheinlich nicht in der Lage ist, US-Bürgern in Haiti bei der Ausreise zu helfen, wenn kommerzielle Optionen nicht mehr verfügbar sind“. Moïse war seit 2017 im Amt und regierte seit mehr als einem Jahr per Erlass, weil die Ausrichtung einer Wahl scheiterte. Die Opposition warf dem 53-Jährigen Korruption vor, es kam zu Massenprotesten. Moïse hat die Anschuldigungen stets bestritten und auf eine Verfassungsreform gedrungen, mit der er nach eigenen Angaben für mehr Stabilität sorgen wollte, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Seine Gegner sahen darin den Versuch, eine Diktatur zu errichten. Nach Angaben der haitianischen Behörden wurde Moïse von ausländischen Profi-Killern getötet. Zwei Männer erklärten sich daraufhin jeweils zum Interims-Regierungschef.

Corona-Pandemie
Saudi-Arabien: 97 Prozent der Infektionen betreffen Ungeimpfte

Riad – Nach Angaben der saudischen Gesundheitsbehörden waren 97 Prozent der Menschen, die sich in den vergangenen zw Monaten im Königreich mit COVID-19 infiziert hatten, nicht gegen das Coronavirus geimpft. 65 Prozent der Infizierten waren demnach gar nicht geimpft, während 32 Prozent nur eine einzige Dosis des COVID-19-Impfstoffs erhalten hatten. Der Anteil derjenigen, die mit zwei Dosen geimpft waren, lag bei nur drei Prozent. Die Zahl derjenigen, die in Saudi-Arabien die zweite Dosis des Impfstoffs gegen das Coronavirus erhalten haben, beläuft sich nach Angaben der Nachrichten-Website Argaam auf mehr als 22 Millionen Menschen, bei einer Gesamtbevölkerung von 35,01 Millionen Menschen. Das Ministerium rief alle Bürger und Einwohner, die vor mindestens sechs Monaten zwei Dosen des COVID-19-Impfstoffs erhalten haben, dazu auf, sich die dritte Impfung bzw. Auffrischungsdosis geben zu lassen, um die Immunität der Bevölkerung zu stärken. Die saudische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde hat am Mittwoch den COVID-19-Impfstoff von Pfizer-BioNtech für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren zugelassen, wie die saudische Nachrichtenagentur SPA berichtete. Pfizer hatte zuvor einen Antrag auf Zulassung durch die Behörde gestellt.

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Der in Österreich lebende Imam Tarafa Baghajati hat auf Facebook zum Impfen aufgerufen. Baghajati klärt aus islamischer Sicht über soziale, rechtliche und moralische Aspekte der Corona-Impfung auf.

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Rüstungsdeal
F-35: USA planen Kampfjet-Verkauf an Emirate

Washington – Die geplante Lieferung der F-35 Kampfjets an die Türkei wurde aufs Eis gelegt – ein Verkauf an die Vereinigten Arabischen Emirate soll jedoch stattfinden. Die Vereinigten Staaten beabsichtigen, den Verkauf von 50 F-35 Tarnkappen-Kampfjets an die Vereinigten Arabischen Emirate voranzutreiben,  zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen US-Offiziellen am Dienstag. Es müsse jedoch „ein klares Verständnis der emiratischen Verpflichtungen“ geben. „Wir beraten uns weiterhin mit emiratischen Vertretern, um sicherzustellen, dass wir ein unmissverständliches, klares gegenseitiges Verständnis in Bezug auf die emiratischen Verpflichtungen und Handlungen vor, während und nach der Lieferung haben“, so Mira Resnick, eine Sprecherin des US-Außenministerin, in einem Telefonat mit Reportern, ohne näher auf die Verpflichtungen einzugehen. Der Verkauf von 50 F-35-Kampfflugzeugen an die Vereinigten Arabischen Emirate hat sich aufgrund von Bedenken in Washington über die Beziehungen Abu Dhabis zu China, einschließlich der Nutzung der 5G-Technologie von Huawei im Land, verzögert. Die Vereinigten Staaten stimmten unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump dem Verkauf des Kampfflugzeugs zu, nachdem die VAE im vergangenen Jahr Beziehungen zu Israel aufgenommen hatten. Die Regierung von Präsident Joe Biden hat in diesem Jahr erklärt, dass sie den Verkauf fortsetzen würde, berichtet Reuters weiter. Kampfjet-Krise mit der Türkei Die USA hatten die Türkei im Juli 2019 aus dem F-35-Kampfjet-Programm gestrichen und mit Sanktionen belegt, nachdem Ankara das russische Luftabwehrsystem S-400 gekauft hatte. Die Türkei ist Mitentwickler und Lieferant von etwa 900 Bauteilen des F-35. Sollte der Wunsch von Ankara von Washington nicht erfüllt werden, hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bereits angedeutet, wo man sich dann ersatzweise umschauen könnte: das russische Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeug Su-57. „Wenn die USA die F-35-Frage nicht lösen wollen oder der Kongress sie blockiert, wird die Türkei andere Optionen in Betracht ziehen, einschließlich des Kaufs von (in Russland hergestellten) SU-35 oder SU-57“, sagte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu in einem Fernsehinterview mit CNN Turk. „Wir decken unseren Bedarf aus verschiedenen Quellen, bis wir unsere eigenen Flugzeuge herstellen“, betonte Cavusoglu und fügte hinzu, dass dies das Grundrecht eines jeden unabhängigen und souveränen Landes sei. Die russische S-400 „Triumf“ (NATO-Bezeichnung: SA-21 Growler) ist das neueste Boden-Luft-Raketensystem mit langer und mittlerer Reichweite Russlands, das 2007 in Dienst gestellt wurde. Es ist für die Zerstörung von Flugzeugen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen ausgelegt und kann auch gegen Bodeneinrichtungen eingesetzt werden. Die S-400 kann Ziele in einer Entfernung von bis zu 400 km und in einer Höhe von bis zu 30 km unter intensivem feindlichem Beschuss und Störfeuer bekämpfen. Washington lehnt Kauf der S-400 ab

Washington lehnte die Übernahme des russischen Fliegerabwehrsystems durch die Türkei entschieden ab und suspendierte die Türkei von ihrem Hi-Tech-Kampfjetprogramm F-35, da die S-400 eine Bedrohung für die Stealth-Kampfjets darstelle. Die US-Regierung hatte Ankara auch davor gewarnt, dass es US-Sanktionen nach dem Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act riskiert, wenn das S-400-System aktiviert wird. Die Türkei besteht darauf, dass sie gezwungen wurde, das russische System zu kaufen, nachdem Washington sich geweigert hatte, ihm das US-Patriot-System zu verkaufen.

Zum Thema

– Raketendeal – Russland und Türkei unterzeichnen bald Abkommen für weitere S-400-Raketensysteme

Russland und die Türkei wollen bald eine neue Vereinbarung über die Lieferung von S-400 treffen. Nach Angaben des Geschäftsführers des staatlichen Waffenexporteurs Rosoboronexport, Alexander Mikheyev, gehen die Konsultationen weiter und befinden sich in der Endphase.

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Vierte Welle
SPD ist offen für Impfpflicht bestimmter Berufsgruppen

Berlin – Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Dirk Wiese, steht einer Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen offen gegenüber. Im ARD Mittagsmagazin sagte er: „Die SPD kann sich eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen vorstellen.“ Aktuell diskutieren die Ampelparteien SPD, Grüne und FDP über eine Corona-Impfpflicht für Berufsgruppen wie zum Beispiel medizinisches Personal. Wiese warnt vor einer überstürzten Einführung: „weil es auch von dem ein oder anderen Experten die Sorge gibt, die Pflegekräfte, die ungeimpft sind, dann ihre Arbeit hinlegen und wir zu einer verschärften Situation kommen“, so Wiese. Darüber hinaus übte er Kritik an der bisherigen Impfkampagne: „Aus meiner Sicht ist auch einiges im Bundesgesundheitsministerium unter Jens Spahn nicht richtig gelaufen. Die Impfkampagne ist nicht in die richtige Richtung gegangen und man hat es durchaus in den letzten Wochen im Bundesgesundheitsministerium auch schleifen lassen“, sagte Wiese.

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Der Corona-Forscher Gerd Fätkenheuer ruft trotz einer steigenden Zahl von Impfdurchbrüchen zu einer möglichst umfassenden Impfung gegen das Coronavirus auf.

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Türkei
Erdogan betont Wichtigkeit der Jugend bei den kommenden Wahlen

Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat bei einer Rede die Wichtigkeit der jungen Menschen bei den kommenden Wahlen 2023 zum Ausdruck gebracht. „Mehr als sechs Millionen unserer jungen Menschen werden bei den Wahlen 2023 zum ersten Mal ihre Stimme abgeben“, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu den türkischen Staatschef, der auf dem Jugendfestival der Kommunalverwaltungen in der türkischen Hauptstadt Ankara eine Rede hielt. „Der Schlüssel zu den kommenden Wahlen sind unsere jungen Menschen, nicht diese oder jene Partei.“ „Die Träume, Erwartungen, Gedanken, Entschlüsse und Vorschläge unserer jungen Menschen sind für uns von entscheidender Bedeutung“, fügte er hinzu. 2017 beschlossen die türkischen Wähler, von einem parlamentarischen System zu einem exekutiven Präsidialsystem überzugehen. Im darauffolgenden Jahr wurde Amtsinhaber Erdogan unter dem neuen System wiedergewählt. Im Jahr 2023 sollen in der Türkei landesweite Wahlen stattfinden, bei denen die Bürgerinnen und Bürger den Präsidenten sowie alle 600 Abgeordneten des Parlaments wählen werden. Die Türkei hat mit fast 16 Prozent der Gesamtbevölkerung im Alter von 15 bis 24 Jahren den größten Anteil junger Menschen aller europäischen Länder. Daher wird die politische Zukunft der Türkei voraussichtlich in hohem Maße von der Präferenz der jungen Wähler beeinflusst werden. Es wird erwartet, dass bei den Wahlen 2023 etwa sieben Millionen Jugendliche zum ersten Mal wählen werden. „Jedes Mal, wenn wir mit jungen Menschen zusammentreffen, wachsen unsere Hoffnungen für die Zukunft dieses Landes“, sagte Erdogan in seiner Rede auf dem Jugendgipfel der Türkei im Juli. Er sehe, dass die Türkei „kluge junge Menschen mit einem klaren Horizont und Gewissen“ habe. „Trotz derjenigen, die sich ständig darüber beschweren, was mit dieser jungen Generation geschehen wird, lesen, forschen und verfolgen unsere jungen Leute die Welt. Unsere jungen Leute bereiten sich auf die Zukunft vor, in dem Bewusstsein, dass sie Bürger eines wachsenden und erstarkenden Landes sind“, erklärte er. In den vergangenen 19 Jahren habe seine Regierung hart für die junge Generation gearbeitet und viele Schritte in diese Richtung unternommen, so Erdogan weiter. Die Regierung habe die Zahl der Jugendzentren auf 375 und die Zahl der Sportzentren auf 3.915 erhöht. Auch die Zahl der Universitäten sei von 76 auf 207 gestiegen. Generation Z Derzeit ist in der Türkei die „Generation Z“ in aller Munde – ein Begriff, der sich auf die um die Jahrtausendwende geborenen jungen Menschen bezieht. Es ist eine Generation, die keine andere Türkei kennt als die, die von Recep Tayyip Erdogan und seiner islamisch-konservativen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) regiert wird. Und es ist auch eine Generation von Digital Natives, die gerne viel Zeit in den sozialen Medien verbringen. „Diese Generation wird bei den Parlamentswahlen 2023 ein entscheidender Faktor sein“, so Murat Gezici in einem Gespräch mit dw. Er erklärt, dass die jungen Wähler etwa 12 Prozent der Wählerschaft ausmachen werden und somit einige der bei der Wahl diskutierten Themen diktieren können – nämlich die Themen Fairness und Einkommen, so Gezici. In einer groß angelegten Studie des Gezici Arastirma Merkezi-Instituts wurden kürzlich Jugendliche in 12 der 81 türkischen Provinzen genauer unter die Lupe genommen. Hauptziel der Studie war es, sich ein Bild von ihrer Einstellung zur Religion, ihrer Weltanschauung und ihren politischen Neigungen zu machen. Junge Wähler seien „umweltfreundlicher, einfühlsamer, sensibler und nachdenklicher“ als frühere Generationen. Außerdem ergab die Studie, dass diese jungen Wähler auch Einfluss darauf haben, wie ihre Eltern abstimmen. Umgekehrt ist dies jedoch nicht der Fall: „87,5 Prozent der Befragten gaben an, dass die Meinung ihrer Eltern keinen Einfluss auf ihr Wahlverhalten hat“, so Gezici, der hinzufügt, dass die Jugend des Landes kein Interesse mehr an traditionellen Werten zu haben scheint. Baris Ülgen, der gerade sein Studium der Elektrotechnik an der Sabanci-Universität in Istanbul abgeschlossen hat, sagt, dass ihn keine der politischen Parteien des Landes vertritt und er eine von ihnen wählen muss. Was die Zukunft der Türkei angeht, ist er pessimistisch: „Ich liebe mein Land, aber ich denke, dass ich irgendwann in meinem Leben ins Ausland gehen werde“. Der Journalist und Akademiker Can Ertuna sagt, es sei unmöglich, mit jungen Wählern „auf die alte Art“ in Kontakt zu treten. Er betont, dass „eine neue Sprache“ gefunden werden müsse, um eine Generation anzusprechen, die sich in den sozialen Medien wohler fühlt als anderswo: „Wir sprechen über Menschen, die YouTube als Browser benutzen und ihre Nachrichten über Instagram erhalten.“ Ertuna fügt hinzu, dass die Politiker auch dringend mehr Lösungen für altersspezifische Probleme finden müssten. Der Politikwissenschaftler Nezih Onur Kuru kritisiert die Regierung scharf, weil sie einen Großteil ihrer Energie darauf verwende, nur die Themen anzusprechen, die ältere, konservative, ländliche Wähler beträfen. Das mache die Kluft zwischen den Regierenden und der Jugend des Landes unüberbrückbar, so Kuru gegenüber dw.

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Das Teknofest Istanbul, organisiert von der Turkey Technology Team Foundation (T3) und der Stadt Istanbul, hat zum Ziel, den schnellen technologischen Fortschritt der Türkei zu fördern und zu präsentieren.

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