ARD-DeutschlandTrend
73 Prozent halten Russland für nicht vertrauenswürdig

Bei der Frage nach internationalen Partnern für Deutschland hat Russland unter den Bundesbürgerinnen und –bürgern an Vertrauen verloren. Das hat eine repräsentative Umfrage von infratest dimap unter 1.325 Wahlberechtigten für den ARD-DeutschlandTrend von Montag bis Mittwoch dieser Woche ergeben. Aktuell sagt jeder Sechste (17 Prozent), das Land sei ein Partner, dem Deutschland vertrauen kann (-11 im Vgl. zu August 2019); drei von vier Deutschen (73 Prozent) halten Russland für keinen vertrauenswürdigen Partner. Noch hinter diesem Urteil zurück steht China: Derzeit halten 7 Prozent die Volksrepublik für einen vertrauenswürdigen Partner (-21 im Vgl. zu Februar 2019); 83 Prozent sind der Meinung, Deutschland könne China nicht vertrauen. Eine gegenläufige Entwicklung ist bei den USA zu beobachten: 56 Prozent der Deutschen bewerten sie als vertrauenswürdigen Partner. Das sind 37 Prozentpunkte mehr als im August 2019, also noch vor dem Regierungswechsel von Donald Trump zu Joe Biden. Weiterhin hoch ist das Vertrauen der Deutschen in Frankreich: 81 Prozent halten das Nachbarland für einen vertrauenswürdigen Partner (-8). Großbritannien kommt auf 46 Prozent, Polen auf 35 Prozent, die Ukraine auf 30 Prozent. Mehrheit für Nord Stream 2 Eine Mehrheit der Deutschen ist dafür, dass die russische Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 den Betrieb aufnimmt. An der Pipeline, die Erdgas aus Russland direkt nach Deutschland liefern soll, haben neben den USA auch verschiedene europäische Staaten Kritik geübt. Unter den Bundesbürgerinnen und -bürgern aber befürworten es 60 Prozent, wenn Deutschland an dem Projekt festhält. 28 Prozent sind dagegen. Anhänger fast aller im Bundestag vertretenen Parteien sind mehrheitlich für einen Start der Erdgas-Pipeline. Nur unter Grünen-Anhängern ergibt sich ein anderes Bild: Hier sind 55 Prozent dagegen, dass Deutschland an Nord Stream 2 festhält, und 34 Prozent dafür. Nach dem russischen Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine wird auch über mögliche neue Sanktionen gegen Russland diskutiert. Die Deutschen sind in dieser Frage geteilter Meinung. 47 Prozent befürworten es, wenn die USA und die EU die Sanktionen gegen Russland weiter verschärfen; 41 Prozent stimmen dieser Aussage eher nicht zu. Jeder zweite Deutsche (50 Prozent) kann nicht verstehen, dass Russland sich vom Westen bedroht sieht; 41 Prozent hingegen haben dafür sehr wohl Verständnis (+1 im Vgl. zu Dezember 2018). Zwei Drittel (65 Prozent) sind der Meinung, europäische Staaten sollten bei der Vermittlung im Ukraine-Konflikt eine stärkere Rolle einnehmen; jeder Vierte (24 Prozent) stimmt dem eher nicht zu. Befragungsdaten
  • Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland
  • Fallzahl: 1.325 Befragte;
  • Erhebungszeitraum: 03.01.2022 bis 05.01.2022
  • Erhebungsverfahren: Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung
  • Schwankungsbreite: 2* bis 3** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 10% ** bei einem Anteilswert von 50% Die Fragen im Wortlaut:
  • Geben Sie bitte zu den folgenden Ländern an, ob das jeweilige Land ein Partner für Deutschland ist, dem man vertrauen kann oder nicht.
  1. Die USA
  2. Russland
  3. Ukraine
  4. Frankreich
  5. Großbritannien
  6. China
  7. Polen
  • Bitte geben Sie zu den folgenden Ansichten zum Konflikt zwischen Russland und der Ukraine an, ob Sie ihnen eher zustimmen oder eher nicht zustimmen.
  1. Ich kann nachvollziehen, dass sich Russland vom Westen bedroht sieht.
  2. Europäische Staaten sollten bei der Vermittlung im Ukraine-Konflikt eine stärkere Rolle einnehmen.
  3. Ich fände es richtig, wenn die USA und die EU die Sanktionen gegenüber Russland weiter verschärfen würden.
Mit der Pipeline NordStream 2 soll künftig Erdgas aus Russland direkt nach Deutschland geliefert werden. Sollte Deutschland aus Ihrer Sicht an dem Projekt NordStream 2 weiter festhalten oder nicht?

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Griechenland
Türkische Städtenamen und die demografische Entwicklung in Westthrakien

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge Vor etwas mehr als 100 Jahren stellte die türkische Volksgruppe in Westthrakien die Bevölkerungsmehrheit. Durch die systematische Ansiedlung von Griechen aus anderen Landesteilen Griechenlands und Pontus-Griechen aus der ehemaligen Sowjetunion wurde die türkische Volksgruppe zur Minderheit im eigenen Land. Hier ein Vergleich der Bevölkerungszahl aus dem Jahr 1896. Damals lebten im Sandschak des Osmanischen Reiches in Gümülcine (das heutige Komotini), Dedeağaç (Alexandroupolis), Edirne und Selanik (Thessaloniki) 206.914 türkische Muslime, 20.671 Bulgaren, 15.241 Griechen, 912 Roma, 360 Armenier, 339 Juden und 235 Ausländer. Tabelle aus Alp, Ilker: Batı Trakya Türkleri (S. 615). Der Begriff Kaza steht im Deutschen für Landkreis. Die Zahlen sind nach den entsprechenden Landkreisen und Bevölkerungsgruppen aufgeteilt. Bei der türkischen Bevölkerungsgruppe ergibt sich eine Gesamtbevölkerung von 129.120, die griechische Volksgruppe mit 33.910, die Bulgaren mit 26.266, die Juden 1.480 und die Armenier 923. Bevölkerungsverschiebung begann bereits in den 20er-Jahren Anhand der dritten Tabelle wird die demografische Entwicklung der türkisch-muslimischen und griechischen Bevölkerungsgruppen in Westthrakien noch deutlicher. Für Leser, die der türkischen Sprache nicht mächtig sind, möchte ich diese Tabelle erläutern. Ganz links sind die Jahre angegeben und gleich rechts die Bevölkerungsentwicklung in Griechenland insgesamt. Rechts davon ist die Gesamtbevölkerungszahl Westthrakiens aufgelistet, daneben die Bevölkerungszahl der türkisch-muslimischen Bevölkerung. Rechts ist der prozentuale Anteil der türkisch-muslimischen Bevölkerung und ganz rechts der griechische Bevölkerungsanteil in Westthrakien und der prozentuale Anteil. Ich hatte zu Beginn dieses Artikels die Auffassung vertreten, dass die türkische Minderheit, die einst die Bevölkerungsmehrheit in Westthrakien stellte, heute zur Minderheit im eigenen Land geworden ist. Diese These wird durch die Tabelle (S. 103) des Akademikers Ahmet Serdar bestätigt, weil durch die Ansiedlung von Griechen bereits in den 20-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und in den 90er-Jahren aus der ehemaligen UdSSR mittlerweile die griechische Bevölkerung die Mehrheit in Westthrakien stellt. Griechenland setzt Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte nicht um Zur türkisch-muslimischen Minderheit in Westthrakien: Es gibt dazu zahlreiche Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR), bei dem die ethnische und religiöse Identität der türkisch-muslimischen Minderheit seitens des Gerichts anerkannt wurde. Leider weigert sich Griechenland seit nunmehr 14 Jahren, die Urteile des höchsten europäischen Gerichts umzusetzen. Griechenland nimmt EU-Gelder gerne in Anspruch, aber wenn es darum geht, Urteile des EGMR umzusetzen, weigert sich Athen, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Griechenland ist das einzige Land in Europa, das ethnische Minderheiten nicht anerkennt. Pomaken sind türkischer Herkunft Griechische Regierungen haben in Westthrakien stets nach der lateinischen Redewendung „Divide et impera“ (Teile) gehandelt und versuchen die Bevölkerungszahl der türkischen Volksgruppe klein zu halten. Es ist immer von „muslimischen Griechen“ die Rede, obwohl sich die Türken in Westthrakien zu ihrer türkischen Identität bekennen. Dann werden die Türken noch einmal in Pomaken und Roma unterteilt. Pomaken haben von ihrer Herkunft betrachtet türkische Wurzeln. Wenn sich jemand als Roma betrachtet, ist das in Ordnung, aber man kann meines Erachtens die Menschen nicht zwingen, eine ethnische Identität anzunehmen, die sie gar nicht wollen. Westthrakien gehört zu den ärmsten Regionen der EU Die Regionen Westthrakien und Ostmazedonien gehörten nach einer Meldung der griechischen Zeitung Kathimerini 2017 zu den ärmsten Regionen in Griechenland. Demnach haben diese beiden Regionen das geringste Bruttosozialprodukt (46 pct). 4 von 13 Regionen Griechenlands gehören EU-weit zu den 20 ärmsten Regionen in den Mitgliedsstaaten der EU. Ostmazedonien und Thrakien rangieren auf dem 11. Platz, gefolgt vom Epirus auf dem 13. Platz, die nördliche Ägäis auf Rang 14 und Westmazedonien auf dem 17. Platz. Die Gesamtstaatsverschuldung Griechenlands stieg nach Angaben des Statistischen Bundesamts 2021 auf 366,26 Milliarden Euro und soll bis 2026 auf 379,49 Milliarden Euro ansteigen. Immer mehr Menschen wandern vom Land in die Städte und von ärmeren Regionen in Städte, in dem das Bruttoinlandsprodukt höher bzw. die Aussicht auf Arbeit wahrscheinlicher ist. Diese Entwicklung trifft nicht nur auf Griechenland zu, sondern ist ein Problem vieler Länder.
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Türkei
Oppositionspolitiker verurteilt „größte Strompreiserhöhung in der Geschichte der Türkei“

Ankara – Der Vorsitzende der größten türkischen Oppositionspartei hat am Dienstag die Regierung für die „größte Strompreiserhöhung“ in der Geschichte des Landes scharf kritisiert. In einer Rede vor der Parlamentsfraktion der Republikanischen Volkspartei (CHP) sagte Kemal Kilicdaroglu, die Entscheidung zur Erhöhung der Strompreise sei von Präsident Recep Tayyip Erdogan und nicht von „ausländischen Mächten“ getroffen worden, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Die Regierung hatte in der vergangenen Woche überarbeitete Stromtarife für 2022 angekündigt und die Preise für Haushalte um 50 Prozent und für Unternehmen um 125 Prozent erhöht. „Wer hat die größte Strompreiserhöhung in der Geschichte der türkischen Republik vorgenommen? Diese Frage stelle ich meinen Brüdern, die für die AK-Partei (Gerechtigkeit und Entwicklung) gestimmt haben“, erklärte Kilicdaroglu. „Wurde dies von einer ausländischen Macht beschlossen? Welche ausländische Macht hat das getan“, fuhr er fort. Mit Blick auf Präsident Erdogan fügte er hinzu: „Sie haben das getan. Diese Preiserhöhung war Ihre Entscheidung.“ Durmus Yilmaz, ein ehemaliger Zentralbankchef, schrieb auf Twitter, die Regierung verurteile die türkische Bevölkerung zu „tiefer Armut“ und warnte vor „großen sozialen Problemen“.

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Rassismus
Asamoah bezeichnet Affenlaute als „das Schlimmste“

Hamburg – Der rassistische Vorfall in einem Drittligaspiel zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Osnabrück im Dezember hat den früheren Fußballprofi und deutschen Nationalspieler Gerald Asamoah „tief getroffen“. Besonders die Affenlaute erinnern ihn an seine eigene Profizeit. „Diese Laute sind das Schlimmste. Es sind verstörende Erinnerungen“, schreibt Asamoah in einem Gastbeitrag für den stern. Der ehemalige deutsche Nationalspieler schildert die Verletzungen, die rassistische Äußerungen bei ihm in seiner aktiven Zeit ausgelöst haben: „Oft höre ich dann selbst von Leuten, die sich für fortschrittlich halten: „Ach komm‘, stell‘ Dich doch nicht so an.“ Aber das sind nicht einfach irgendwelche Beleidigungen. Du wirst zu einem Tier abgewertet! Zu einem Affen, der seine Bananen fressen soll! Nur weil Deine Hautfarbe anders ist, sprechen Dir diese Leute ab, ein gleichwertiger Mensch zu sein, überhaupt ein Mensch zu sein!“ Das Gleiche gelte für das N-Wort, das für „jahrhundertelange systematische Unterdrückung“ stehe. Den Spielabbruch und die Reaktion der Zuschauer, die sich mit dem Profi Aaron Opoku im Stadion solidarisierten, hält Asamoah für einen „historischen Moment im deutschen Profi-Fußball“. Dass „alle gemeinsam“ aufgehört haben zu spielen“, sei ein „großes, ein selbstloses Zeichen. Ein Zeichen, das mir Hoffnung macht“. Asamoah, der als Teammanager für seinen Herzensklub Schalke 04 arbeitet, sieht in der Reaktion der Fans im Stadion eine „positive Entwicklung“. Er plädiert dafür, auch den „eher leisen und für viele unangenehmen strukturellen Rassismus“ in den Blick zu nehmen. Wir alle müssten uns fragen: „Tun wir wirklich genug dafür, damit Rassismus in unserer Gesellschaft keine Chance hat?“

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Corona-Pandemie
NRW gegen Schulschließungen

Bielefeld – Die Landesregierung von NRW hat sich im Vorfeld der für Mittwoch geplanten Kultusministerkonferenz, auf der über die Lage und Zukunft der Schulen beraten werden soll, gegen eine Schließung der Einrichtungen ausgesprochen. Ein Sprecher des Schulministeriums sagte der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen, dass landesweite Schulschließungen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vermieden werden müssten. Zudem gebe es für landesweite Schulschließungen keine infektionsschutzrechtliche Grundlage. Ein Aussetzen des Schulbetriebes würde zudem zwangsläufig auch ein Aussetzen aller Schultestungen bedeuten – und damit eine weniger kontrollier- und einschätzbare Infektionslage. Stark-Watzinger appelliert an Länder: Schulen auch mit Omikron offen halten Bundesbildungsministerin hofft auf klares Signal der Kultusministerkonferenz am Mittwoch – Schulen „keine Pandemietreiber“ Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) hat vor der Kultusministerkonferenz an diesem Mittwoch an die Bildungsminister der Länder appelliert, weiterhin auf Schulschließungen zu verzichten. „Ich hoffe sehr, dass sich die Kultusministerkonferenz dafür aussprechen wird, die Schulen auch mit Omikron offen zu halten. Wir unterstützen als Bund mit allem, was notwendig ist, um das zu ermöglichen. Die Schulen sind durch Testen, Maskentragen und Hygienemaßnahmen weitgehend sichere Orte. Sie wirken stabilisierend und sind bisher keine Pandemietreiber“, sagte Stark-Watzinger der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ). Präsenzunterricht müsse trotz Omikron „absolute Priorität haben“. „Wir haben gesehen, dass gerade die Kinder, die besondere Unterstützung brauchen, bei Schulschließungen und Distanzunterricht benachteiligt werden. Es sind erhebliche Lernlücken entstanden. Präsenzunterricht ist daher eine Frage der Chancengerechtigkeit. Wir müssen das Recht auf Bildung, das das Bundesverfassungsgericht noch einmal unterstrichen hat, garantieren“, sagte Stark-Watzinger der NOZ. Wichtig sei, dass das Impfen mit mobilen Teams an den Schulen stärker vorangetrieben werde.

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Türkei
Veranstaltung zu Ehren des Menschenrechtlers Dr. Sadık Ahmet

Ankara/Gümülcine – Das Amt für Auslandstürken und verwandte Gemeinschaften (YTB) führt im Andenken und zum Geburtstag des Menschenrechtlers, Politikers und Gründers der Partei für Freundschaft, Gleichheit und Frieden (DEB), Dr. Sadık Ahmet, am 7. Januar 2022 im Konferenzsaal der Volksbibliothek des Präsidialamtes in Ankara ein Gedenkprogramm durch. Im Rahmen der Veranstaltung soll zu Ehren des „Helden von Gümülcine“ ein von der YTB vorbereitetes Buch über Ahmet vorgestellt werden. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung durch das staatliche türkische Volksmusikchor (Devlet Türk Halk Müziği Korosu). Es sollen Lieder gesungen werden, die der Mediziner zu Lebzeiten gerne gehört hat. Türkische Post PTT ehrt Dr. Sadık Ahmet mit zwei Sonderbriefmarken Ferner ist ein Auftritt eines Schulchors aus Westthrakien geplant, der den Sadık Ahmet Marsch anklingen lassen soll. Die türkische Post (PTT) hat sich eine ganz besondere Ehrung für Ahmet einfallen lassen und bringt zwei Sonderbriefmarken zum Arzt aus Gümülcine heraus. Während der Gedenkstunde sollen nach Angaben des Veranstalters Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy und der Präsident des Amtes für Auslandstürken Abdullah Eren eine Rede halten. Sadık Ahmet erblickte am 7. Januar 1947 im Dorf Sirkeli/Gümülcine das Licht der Welt. Nach der Grundschule in Sirkeli, besuchte dieser die Celal-Bayar-Schule der türkisch-muslimischen Minderheit in Westthrakien, in dem er auch sein Abitur absolvierte. Der Chirurg aus Komotini, der sich den Menschenrechten der türkischen Minderheit verschrieb An den Universitäten in Ankara und Thessaloniki studierte er Medizin, die er 1974 abschloss und ab 1984 als Chirurg arbeitete. Neben seiner beruflichen Tätigkeit als Arzt, widmete sich Ahmet den gesellschaftlichen Problemen der türkischen Minderheit im nordöstlichen Teil Griechenlands. Ein wesentliches Merkmal dieser Problematik besteht darin, dass Athen sich weigert die Türken in Westthrakien als ethnische Minderheit anzuerkennen und stattdessen den Begriff „griechische Muslime“ verwendet, obwohl diese Menschen sich als Türken muslimischen Glaubens betrachten. Bei einem dubiosen Verkehrsunfall im Dorf Susurköy (Sostis) am 24. Juli 1995, der noch immer nicht vollständig aufgeklärt werden konnte, kam Sadık Ahmet ums Leben. Kemal Bölge

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– Griechenland – Gedenkzeremonie für den Menschenrechtsaktivisten und Politiker Dr. Sadık Ahmet

Im Andenken an den Menschenrechtsaktivisten, Politiker und Gründer der Partei für Freundschaft, Gleichheit und Frieden (DEB), Dr. Sadık Ahmet, findet heute in der griechischen Stadt Komotini (Gümülcine) eine Gedenkzeremonie statt.

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Gastkommentar
Gräberschändung: Empörung alleine reicht nicht mehr

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel „Breite Empörung nach Beschädigung muslimischer Gräber in Iserlohn“, heißt es heute im Westdeutschen Rundfunk. Empörung allein reicht aber schon lange nicht mehr! Und eine „Beschädigung“ ist es auch nicht mehr! Vielmehr sind wir schon längst über das berühmt-berüchtigte „Nie wieder!“ hinaus! Der Alltagsrassismus grassiert seit Jahren, der strukturelle Rassismus hat sich etabliert. Er ist mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen und gesellschaftsfähig geworden, weil vor allem Politik und Medien kontinuierlich daran gearbeitet haben. Nach Mölln und Solingen hat man sich empört gezeigt und gleich danach Politik auf dem Rücken der „Ausländer“ betrieben. Nach der Aufdeckung der NSU war man außer sich vor Empörung, um recht schnell alles geschreddert ad acta zu legen. Empört gezeigt hat man sich auch nach Hanau, um im Anschluss daran die Türken für Ihre Empörung zurechtzuweisen und damit die Integrationsindustrie erneut anzukurbeln. Vor lauter Empörung über die Türken, die türkische Regierung, über den einen oder anderen türkisch-islamischen Verband und Zivilorganisationen, die von sämtlichen deutschen Parteien und in Deutschland ansässigen NGO‘s gepflegt werden; kein Wunder, dass auch die jetzige Schnappatmung über eine „Beschädigung“ eines muslimischen Gräberfeldes nur kurz anhalten wird, um sich dann wieder genüsslich über das Türkendasein echauffieren zu können. Nein, Empörung allein reicht nicht mehr! Jeder von uns muss diesen gehässigen, propagandistischen Schnappatmern dieses hässliche Gesicht des Hasses und Rassismus vorhalten, damit sie sich Ihrer indirekten Rolle bei solchen Anfeindungen und rassistisch-abscheulichen Taten bewusst werden. Denn Sie haben es gewusst, wohin das führen wird – nein, nicht führen kann, sondern führen wird. Denn die Geschichte ist sich damit schon überdrüssig geworden!
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar

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Der Zentralrat der Muslime in Deutschland fordert angesichts von Übergriffen und Bombendrohungen mehr Polizeischutz für Moscheen.

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Griechenland
Raubüberfall in Gümülcine: Täter zückt Messer und erbeutet Bargeld 

Gümülcine/Komotini – Ein bewaffneter Räuber hat am 31. Dezember einen Stehimbiss in Gümülcine überfallen und den Besitzer mit einem Messer angegriffen. Dabei stahl er das Bargeld aus der Kasse. Dem Räuber gelang es zunächst unerkannt zu entkommen. Die örtliche Polizei im Nordosten Griechenlands leitete eine Fahndung nach dem flüchtigen Täter ein. Der beim Angriff des Täters an der Hand verletzte Imbissbuden-Besitzer wurde im Krankenhaus ärztlich versorgt. Nach der intensiven Fahndung gelang es der Polizei den flüchtigen Räuber festzunehmen. Ferner stellte die Polizei die gestohlenen Tageseinnahmen des Imbissbuden-Besitzers sicher, die dem Besitzer von den Beamten ausgehändigt wurden. Der festgenommene Räuber wurde einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Kemal Bölge

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Im Zuge der Wiederannäherung zwischen der Türkei und Armenien hat Jerewan angekündigt, ihr Embargo gegen türkische Waren ab Anfang 2022 aufzuheben.

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Armenien hebt Embargo für Waren aus der Türkei auf

Jerewan – Im Zuge der Wiederannäherung zwischen der Türkei und Armenien hat Jerewan angekündigt, ihr Embargo gegen türkische Waren ab Anfang 2022 aufzuheben. Wie das armenische Wirtschaftsministerium am Donnerstag bekannt gab, wurde die Entscheidung das Embargo für türkische Waren nicht zu verlängern, „als Ergebnis ressortübergreifender Diskussionen getroffen“. Das Embargo wurde von Armenien aufgrund der Unterstützung Aserbaidschans durch die Türkei während des sechswöchigen Konflikts um Berg-Karabach gegen Ende 2020 verhängt. Der Erklärung des Ministeriums zufolge ist es nicht nur die Wiederbelebung der Beziehungen, die die Aufhebung des Embargos erforderlich macht, sondern auch die Tatsache, dass Armenien wirtschaftlich mit dem Mangel an türkischen Waren im Land zu kämpfen habe. „Obwohl das Embargo dazu geführt hat, dass die [armenische] Produktion neu aufgebaut oder ausgeweitet wurde …, ist die wichtigste negative Auswirkung des Embargos die erhebliche Auswirkung auf die Inflation, die sich vor allem bei einer Reihe von Konsumgütern bemerkbar macht. Es gibt viele Bitten unserer Geschäftsleute, das Einfuhrverbot für türkische Waren aufzuheben“, so die Mitteilung. Nach Jahren der Spannungen vereinbarten die Türkei und Armenien im vergangenen Monat die Ernennung von Sondergesandten im jeweils anderen Land, um den Normalisierungsprozess voranzutreiben. Der Neustart in den türkisch-armenischen Beziehungen soll nicht nur die Aufhebung des Embargos ermöglichen, sondern auch die Wiedereröffnung der Grenze zwischen den beiden Ländern und die Aufnahme von Charterflügen zwischen Jerewan und Istanbul. Anfang dieser Woche kündigte der türkische Außenminister an, dass die bilateralen Gespräche in Russland stattfinden werden. Es müsse ein Fahrplan für die Normalisierung der Beziehungen festgelegt werden. Dies werde auf der Tagesordnung des ersten Treffens stehen, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu Mevlüt Cavusoglu. Er wies darauf hin, dass die Charterflüge zwischen der Türkei und Armenien bald beginnen würden, und bekräftigte, dass die Türkei ihre Normalisierungsgespräche in Absprache und Koordination mit Aserbaidschan führe. Die Rhetorik Armeniens sei „bisher positiv gewesen“. Eine Normalisierung der Beziehungen werde für die Stabilität, den Frieden und den Wohlstand im Kaukasus wichtig sein, fügte Cavusoglu hinzu. Am 15. Dezember ernannte die Türkei Serdar Kilic, einen ehemaligen Botschafter in den USA, zu ihrem Sondergesandten, um Schritte zur Normalisierung der Beziehungen mit Armenien zu erörtern. Drei Tage später ernannte auch Armenien seinen Sonderbeauftragten für den Dialog mit der Türkei, den stellvertretenden Sprecher der Nationalversammlung Ruben Rubinyan. „Alle Länder der Region, einschließlich Armenien, und die ganze Welt werden von Frieden und Entspannung im Kaukasus profitieren“, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan in einer Rede vor dem aserbaidschanischen Parlament im Juni.

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Armenien sieht „positive Signale“ aus der Türkei und wird entsprechend reagieren, sagte der armenische Premierminister am Freitag.

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Afghanistan
Hungerkrise: Erneut Proteste gegen US-Sanktionen in Kabul

Kabul – Am heutigen Sonntag gab es in der afghanischen Hauptstadt erneut Proteste gegen US-Sanktionen. Die Demonstranten forderten die Vereinigten Staaten auf, eingefrorene afghanische Gelder freizugeben und den wirtschaftlichen Druck auf Afghanistan zu verringern, damit das „afghanische Volk sein Land wieder aufbauen kann“. Die Demonstranten erklärten, die US-Sanktionen gegen Afghanistan hätten die wirtschaftliche Lage verschlechtert. Ferner forderten sie die internationale Gemeinschaft auf, die Übergangsregierung der Taliban anzuerkennen, wie lokale Medien berichten. Auch der pakistanische Premierminister Imran Khan forderte bereits im November die USA auf, die Gelder Afghanistans freizugeben. Er warnte vor einem „wirtschaftlichen Zusammenbruch“ des Landes. „Pakistan hat immer wieder die Bereitstellung von sofortiger humanitärer Hilfe für Afghanistan gefordert … Pakistan würde wichtige Nahrungsmittel wie Weizen und Reis, medizinische Notversorgung und Unterkünfte für Afghanistan bereitstellen“, hieß es in einer Erklärung. Unmittelbar nachdem die Taliban Mitte August die Kontrolle über das vom Krieg zerrüttete Land übernommen hatten, blockierte Washington den Zugang Kabuls zu rund 9,4 Milliarden Dollar, die größtenteils bei der US-Notenbank gelagert waren. Das Einfrieren des Geldes und die internationalen Sanktionen haben die afghanische Wirtschaft, die in den letzten 20 Jahren stark von externer Hilfe abhängig war, an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Auch die Weltbank und der Internationale Währungsfonds haben die finanzielle Unterstützung für die Entwicklungsprojekte eingestellt. Hungerkrise in Afghanistan Afghanistans Wirtschaft liegt am Boden. Die Hungerkrise spitzt sich dramatisch zu und viele Menschen wissen nicht, woher sie Essen bekommen sollen. Im Winter breitet sich der Hunger dramatisch aus und erreicht das Niveau vom Jemen oder dem Südsudan. Wie aus einer Analyse der UN-Landwirtschaftsorganisation (FAO) und des UN-Welternährungsprogramms (WFP) hervorgeht, hat aktuell fast die Hälfte der Bevölkerung in Afghanistan nicht genug zu essen, knapp 19 Millionen Menschen. Zwei Millionen Kinder sind mangelernährt. Aufgrund von Dürre, Pandemie und Konflikt wird sich der Zugang zu und die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln weiter verschlechtern. Es sei schrecklich, was man im Kinderkrankenhaus sehe, sagt Mary-Ellen McGroarty vom Welternährungsprogramm – aber dort seien nur die Kinder, die es in ein Krankenhaus schaffen. Die größte Katastrophe sehe man dort nicht, betont sie und fragt, wie viele Kinder es seien, deren Eltern nicht in der Lage seien, sie in ein Krankenhaus zu bringen. Die kleinen Kinder „zahlen hier in Afghanistan im Moment einen unglaublichen Preis“, zitiert tagesschau McGroarty weiter. US-Regierung unter Druck Die US-Regierung Biden sieht sich zunehmendem Druck von Abgeordneten, Hilfsorganisationen und ehemaligen Beamten ausgesetzt, den Fluss von Milliarden von Dollar an Hilfsgeldern und Bargeld nach Afghanistan wieder aufzunehmen, wo die humanitäre Krise immer gefährlicher wird. Anfang Dezember forderten drei ehemalige US-Militärkommandeure in Afghanistan und vier ehemalige US-Botschafter in Kabul sowie weitere ehemalige hochrangige Beamte die Regierung auf, eine Lockerung der Politik in Betracht zu ziehen, die das Auslandsvermögen der afghanischen Regierung eingefroren und die US-Finanzhilfe abgeschnitten hat, die zusammen mit anderen Gebermitteln einst drei Viertel der Einnahmen des Landes ausmachte. „Was wir brauchen, ist der Mut zum Handeln“, so die Autoren in einer vom Atlantic Council veröffentlichten Erklärung. Sie wiesen auf Schätzungen der Vereinten Nationen hin, wonach nur 5 Prozent der rund 40 Millionen Einwohner Afghanistans über ausreichend Nahrungsmittel verfügen und 97 Prozent der Bevölkerung in den nächsten 18 Monaten unter die Armutsgrenze fallen werden, und erklärten, die Vereinigten Staaten hätten „ein Interesse an ihrem Ruf und eine moralische Verpflichtung“, ihnen zu helfen. In einem separaten Schreiben an Außenminister Antony Blinken und Finanzministerin Janet Yellen appellierten im Dezember fast 40 überparteiliche Kongressmitglieder, darunter die demokratischen Vorsitzenden der wichtigsten nationalen Sicherheitsausschüsse im Repräsentantenhaus, an die Regierung, neue Schritte in Betracht zu ziehen. „Wir wollen den Taliban nicht helfen, aber wir wollen auch nicht, dass die Afghanen im Winter verhungern“, sagte der Abgeordnete Tom Malinowski, D-N.J., der die Initiative mit angestoßen hat. „Wir wollen, dass die Millionen von Afghanen, die das Land nicht verlassen werden, sondern versuchen, die Errungenschaften der letzten 20 Jahre zu verteidigen, wissen, dass die Vereinigten Staaten immer noch hinter ihnen stehen“. „Wenn man den Menschen helfen will, den Winter zu überleben“, sagte Malinowski in einem Interview, „kann man nicht bis zum Frühling warten.“ Oh ja