Fußball International
Wie haben sich die Regeln der Champions League von 1992 bis heute verändert?

0
Der Europapokal 1991/92 war die letzte Saison unter diesem Namen. Das Finale im Wembley-Stadion gewann Barcelona, trainiert von Johan Cruyff, gegen Sampdoria. 1993 – Die Geburtsstunde der Champions League. Bereits im Europapokal der Landesmeister 1991/1992 wurde eine Zwischenrunde mit Gruppenspielen eingeführt, wobei das Viertelfinale in ein Gruppenformat umgewandelt wurde. Es gab vorerst die erste Runde mit 32 Mannschaften, danach die zweite Runde mit 16 mit Hin- und Rückspiel. Die acht Mannschaften, die am Viertelfinale im Ligaformat teilnahmen, erlebten einen völlig neuen Ansatz für die Spielorganisation und Kommerzialisierung. Sie wurden in zwei Gruppen zu je vier Mannschaften gelost. Es ist nicht zu leugnen, dass es Anfang bis Mitte der 1990er-Jahre eine Periode des Umbruchs gab, welcher die Geschichte des Spitzenfußballs neu schrieb. Der Wettbewerb wurde für die Saison 1992/93 in UEFA Champions League umbenannt. Sogar eine neue Hymne wurde vom Briten Tony Britten frei nach Georg Friedrich Händels Zadok „The Priest“ gestaltet und ertönte zum ersten Mal, als die Champions League zur Saison 1992/93 ihre Jungfernfahrt antrat. Dieser neu-geformte Wettbewerb begann gleich mit einem Rekord: Mit 36 Klub-Mannschaften nahmen so viele teil als je. Grund dafür war der Zusammenbruch der Sowjetunion und Jugoslawiens, wodurch sich die Anzahl der teilnehmenden Nationen und deren Meister erhöht hat. Dazu machten erstmals ein israelisches Team Maccabi Tel Aviv und auch der Meister der Färöer-Inseln ihr Europapokal-Debüt. Im Gegensatz zum Vorjahr war eine Qualifikationsrunde nötig. Marseille besiegte Milan und gewann 1993 das Finale als das erste Team, das die Champions League und den ersten Europameister aus Frankreich gewann. Weitere Innovationen In Sachen Novitäten war der englische Fußball führend, als 1981 das Drei-Punkte-für-einen-Sieg-System eingeführt wurde. Auch der Wert eines Unentschiedens wurde reduziert, in der Hoffnung, dass die Teams auf einen Sieger drängen und ein offensiverer Fußball die Zuschauerzahlen steigen lassen würde. Dies wurde von der FIFA für die Weltmeisterschaft 1994 und in der Saison 1995/96 eingeführt. Ebenfalls in der Saison 1995/96 wurde festgelegt, dass es nicht mehr strafbar war, sich in einer Abseitsposition zu befinden, außer der Spieler sei im Moment des Ballspiels im Abseits „aktiv“. Die Rückpassregel Vor 1992 durfte ein Torhüter einen direkt vom Fuß eines Mitspielers gespielten Pass aufnehmen oder fangen. Dieses Verhalten betrachtete die FIFA als negatives Spiel. Insbesondere nach der Weltmeisterschaft 1990 tat die FIFA alles in ihrer Macht Stehende, um sicherzustellen, dass die Teams mehr angreifen und aufhören, das Spiel zu unterdrücken und Zeit zu verschwenden, indem sie bei jeder Gelegenheit zum Stützpunkt zurückkehren. Auch im Wettbereich hat sich Fußball stark entwickelt. Die Anzahl der Quoten auf diverse Teile des Spielverlaufs entfaltete sich stark, sodass heute der sportwetten bonus als Geschenk und Anreiz des Buchmachers an Wettbegeisterte betrachtet wird. Das Bosman-Urteil Der Pionier-Fall von Jean-Marc Bosman aus dem Jahr 1995 hatte tiefgreifende Auswirkungen auf das Spiel. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte ein Klub für einen Spieler eine Ablösesumme verlangen, auch wenn er oder sie nicht unter Vertrag stand. Das Urteil stellte sicher, dass Spieler in der Europäischen Union ohne Vertrag und ohne Ablöse den Verein wechseln konnten. Auch die Ausländerquote gegenüber EU-Bürgern wurde abgeschafft, als Vereine nur bis zu drei „ausländische“ Spieler in UEFA-Wettbewerben einsetzen konnten. Das ebnete den Teams den Weg, Talente aus aller Welt zu verpflichten, um ihre Kader zu verbessern. Seit 2009 hat die UEFA in der Qualifikationsrunde der Europa League und der Champions League eine Play-off-Runde eingeführt. Neues Format für Klubwettbewerbe ab der Saison 2024/25 Die Gesamtzahl der Mannschaften in der UEFA Champions League wird von 32 auf 36 erhöht, was die Umwandlung von der traditionellen Gruppenphase in eine einzige Ligaphase mit allen teilnehmenden Mannschaften bedeutet. Jedem Klub werden jetzt mindestens 10 Spiele in der Ligaphase gegen 10 verschiedene Gegner anstatt wie bisher sechs Spiele gegen drei Mannschaften, die zu Hause und auswärts gespielt wurden. Die acht besten Mannschaften der Liga qualifizieren sich automatisch für die K.-o.-Runde, während die Teams auf den Plätzen 9 bis 24 in einem zweibeinigen Play-off gegeneinander antreten. Ab der Saison 2020/21 wurden Auswärtstore abgeschafft Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat mit Beginn der Saison nach langer Beratung die Auswärtstorregel gekippt. Nun wird nicht mehr zwischen erzielten Treffern im eigenen und im Auswärtsstadion unterschieden. Nach 56 Jahren zählt die Auswärtstorregel nicht mehr. Falls beide Teams nach Hin- und Rückspiel gleich viele Tore schießen, geht es in die Verlängerung oder sogar ins Elfmeterschießen.

Auch interessant

– Ukraine-Konflikt – Mesut Özil: Arsenal Heuchelei in Sachen Ukraine vorgeworfen

Inmitten des Ukraine-Konflikts wurde der FC Arsenal der Heuchelei bezichtigt, nachdem der Londoner Verein vor dem Spiel gegen Watford am Sonntag seine Unterstützung für das ukrainische Volk bekundet hatte.

Mesut Özil: Arsenal Heuchelei in Sachen Ukraine vorgeworfen
   

Ukraine-Krieg
Russischer Rapper Oxxxymiron gibt Anti-Kriegs-Konzert in Istanbul

Moskau – Um gegen den Krieg in der Ukraine zu protestieren, hat der weltberühmte russische Rapper Oxxxymiron eine Konzertreihe namens „Russians Against War“ (Russen gegen den Krieg) ins Leben gerufen.
„Es gibt zig Millionen Russen, die mit diesem Krieg kategorisch nicht einverstanden sind, und ich denke, das sollte so laut wie möglich gesagt werden. Und so kündige ich eine Reihe meiner Wohltätigkeitskonzerte an, die sich Russians Against War, kurz RAW, nennen.“
Aufgrund der Zensur in seinem Heimatland sollen die Benefiz-Konzerte jedoch in anderen Ländern stattfinden. Wegen des Krieges in der Ukraine hatte der russische Rapper, der mit bürgerlichem Namen Miron Yanovich Fjodorow heißt, bereits in der vergangenen Woche alle Russland-Konzerte abgesagt, von denen einige sogar ausverkauft waren. Die ausverkauften Shows sollten in Moskau und St. Petersburg stattfinden.
„Ich kann Sie nicht unterhalten, wenn russische Raketen auf die Ukraine einschlagen. Wenn die Einwohner von Kiew gezwungen sind, sich in Kellern und in der Metro zu verstecken, während Menschen sterben.“
Wie der Künstler auf Instagram mitteilte, werde er das erste Anti-Kriegs-Konzert am 15. März in der Istanbuler Konzerthalle Kadiköy-Sahne abhalten. Das Konzert werde auch über Instagram, Youtube und Twitch live übertragen. Alle Einnahmen der Konzerte würden für ukrainische Kinder gespendet. Laut dem Veranstalter Serkan Fidan, sei das Konzert die am schnellsten ausverkaufte Veranstaltung in der Geschichte von Kadıköy-Sahne. „Ich bin froh, dass dieser Rekord nun einer Antikriegsveranstaltung gehört“, so Fidan in einem Tweet.  
 
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
 

Ein Beitrag geteilt von Oxxxymiron (@norimyxxxo)

Ukraine-Konflikt
Ukraine: Russische Truppen erschießen New York Times-Journalisten Brent Renaud

0
Kiew – Nach Angaben des Kiewer Polizeipräsidenten haben russische Truppen das Feuer auf ein Fahrzeug mit ausländischen Journalisten eröffnet und den 51-jährigen Videojournalisten der New York Times, Brent Renaud, in Irpin erschossen. Einer seiner Kollegen ist verletzt und liegt im Krankenhaus. „Ein 51-jähriger weltbekannter Medienkorrespondent wurde heute in Irpin erschossen“, sagte Polizeipräsident Andrej Nebitow. Er sei bei Bewusstsein und werde behandelt – er wurde Berichten zufolge von einem ukrainischen Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht. Es sei auf sie geschossen worden, als sie Flüchtlinge gefilmt haben, die gerade einen militärischen Kontrollpunkt passierten. Der nationale Sicherheitsberater des Weißen Hauses, Jake Sullivan, bezeichnete die Berichte über Renauds Tod als „schockierend und entsetzlich“ und sagte am Sonntag in der Sendung „Face the Nation“, dass die USA und ihre Verbündeten „angemessene Konsequenzen“ gegen Russland für die Tötung verhängen würden. „Ich möchte nur sagen, dass dies Teil einer dreisten Aggression seitens der Russen ist, bei der sie Zivilisten, Krankenhäuser, religiöse Stätten und Journalisten ins Visier genommen haben“, sagte Sullivan. Ersten Berichten zufolge arbeitete Brent Renaud für die New York Times, aber Cliff Levy, der stellvertretende Chefredakteur der Zeitung, sagte, er habe nicht mehr für die Zeitung gearbeitet. „Wir sind zutiefst betrübt, vom Tod Brent Renauds zu hören. Brent war ein talentierter Fotograf und Filmemacher, der über Jahre hinweg für die New York Times gearbeitet hat“, sagte Levy in einer Erklärung, die auf Twitter geteilt wurde.
„Obwohl er in der Vergangenheit für die Times gearbeitet hat (zuletzt im Jahr 2015), war er nicht für die Times in der Ukraine im Einsatz“.

Auch interessant

– Ukraine-Konflikt – Vize-Bürgermeister von Mariupol: „Wie Grosny und Aleppo“

Die Lage in der seit Tagen belagerten ukrainischen Stadt Mariupol wird für die Zivilbevölkerung immer bedrohlicher. Ukraine.

Vize-Bürgermeister von Mariupol: „Wie Grosny und Aleppo“

Ukraine-Konflikt
UNO: Wir dürfen andere Krisen nicht vergessen

0
Bonn – Mehr als 2,5 Millionen Menschen mussten bislang die Ukraine verlassen, suchen Schutz und Sicherheit in den Nachbarländern. Die UNO-Flüchtlingshilfe, der deutsche Partner des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR), ist dankbar für das großartige Engagement der deutschen Zivilgesellschaft für den lebensrettenden Einsatz des UNHCR in der Ukraine und den Nachbarländern. „Die Solidarität und das großartige Engagement der Zivilgesellschaft für die ukrainischen Flüchtlinge zeigt, dass die Willkommenskultur weiterlebt. Unsere Anstrengungen für die Geflüchteten dürfen nicht nachlassen, weil der Hilfsbedarf riesig ist und täglich wächst“, sagt Peter Ruhenstroth-Bauer, der Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe. Unterstützung auch für andere Krisen benötigt Gleichzeitig macht er darauf aufmerksam, dass sich am 15. März die Krise in Syrien bereits zum 11. Mal jährt. Mit 5,7 Millionen registrierten Flüchtlingen zählt diese zu den größten Flüchtlingskrisen weltweit. Die humanitäre Situation im gesamten Land ist katastrophal. Dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen zufolge, können in Syrien 12,4 Millionen Menschen nicht ausreichend mit Lebensmitteln versorgt werden. Am 26. März jährt zum 7. Mal der Konflikt im Jemen. 20,7 Millionen Menschen sind dort auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mehr als vier Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht vor der Gewalt. 79 Prozent von ihnen sind Frauen und Kinder. Fünf Millionen Menschen haben bislang Venezuela verlassen und in benachbarten Ländern Zuflucht gefunden. Weitere eine Million Venezolanerinnen und Venezolaner flohen vor Gewalt und Armut in andere Länder. Viele der Geflüchteten sind Familien mit Kindern. Im November 2020 brachen in der äthiopischen Provinz Tigray Kämpfe aus. Mehr als zwei Millionen Menschen sind in Tigray auf der Flucht, 55.000 Menschen flüchteten außerdem ins Nachbarland Sudan. Trinkwasser und Lebensmittel gehen zur Neige, es gibt kaum eine Gesundheitsversorgung. Zwei Flüchtlingslager in Tigray, in denen eritreische Flüchtlinge Zuflucht gefunden hatten, wurden komplett zerstört. „Wir dürfen jetzt auch diejenigen Menschen nicht vergessen, die in anderen Teilen der Welt zur Flucht gezwungen werden. Diese Krisen stehen nur selten in den Schlagzeilen – gerade deshalb brauchen die Menschen auch dort unsere ganze Unterstützung“, kommentiert Peter Ruhenstroth-Bauer.

Auch interessant

– Systematische Gewalt – Myanmar: „Unermessliche Grausamkeiten“

Die Kinderrechtsorganisation Save the Children veröffentlicht heute einen neuen Bericht zur Flucht der Rohingya aus Myanmar. In „Horrors I will never forget“ berichten Kinder und Jugendliche erschütternde Erlebnisse von massiver Gewalt, von Vergewaltigungen oder von Menschen, die lebendig verbrannt wurden.

Myanmar: „Unermessliche Grausamkeiten“

Energiepolitik
Lindner gegen Spritpreisbremse und befristetes Tempolimit

Berlin – Trotz der Rekordpreise an den Tankstellen lehnt Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) eine befristete Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent für Benzin und Diesel weiterhin ab. „Wenn die Union eine so genannte Spritpreisbremse fordert, dann muss sie sagen, was sie im Haushalt kürzen will“, sagte Lindner in einem Interview mit dem Tagesspiegel. „Oder sie muss bekennen, dass sie dafür neue Schulden aufzunehmen bereit ist. Vor dieser Klarheit hätte ich Respekt, aber leider bleibt die Union die Antworten schuldig“, kritisierte Lindner die Vorschläge der größten Oppositionspartei im Bundestag. „So leicht kann ich es mir als Bundesfinanzminister nicht machen.“ Entgegen der Vermutung vieler werde der Fiskus auch nicht reich durch die steigenden Spritpreise. „Wenn vom verfügbaren Einkommen eines Haushalts ein höherer Anteil für Sprit aufgewendet wird, kommt es zu einer Verschiebung der Mehrwertsteuer, allerdings nicht zu einer Erhöhung des Aufkommens. Die Menschen halten sich dann an anderer Stelle mit Konsum zurück.“ In der Ölkrise 1973/1974 hatte die damalige sozial-liberale Bundesregierung unter Zustimmung der FDP vier autofreie Sonntage und ein auf sechs Monate befristetes Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen und 80 km/h auf anderen Straßen beschlossen. Angesprochen darauf lehnte Lindner ein befristetes Tempolimit auch als Maßnahme zur Reduzierung des Spritverbrauchs in der aktuellen Preiskrise ab. „Angesichts der hohen Spritpreise gibt es einen natürlichen Impuls, weniger zu verbrauchen“, betonte Lindner, dass die Bürger auch von sich aus den Fuß vom Gaspedal nehmen könnten. „Wir haben einen Krieg in Europa, von dem nicht nur menschliches Leid ausgeht, sondern auch massive Versorgungsrisiken. Symbolische Debatten muss ich da anderen überlassen.“ Einen generellen Öl- und Gasboykott Russlands lehnt Lindner trotz entsprechender Forderungen auch führender FDP-Politiker weiter ab. „Uns muss es darum gehen, maximalen Druck auf Russland aufzubauen und zugleich unsere strategische Durchhaltefähigkeit möglicherweise sehr lang aufrechtzuerhalten. Deshalb sollte von unserer Seite die Energieversorgung nicht ohne Not in Frage gestellt werden“, betonte der Finanzminister und Vizekanzler. „Wir haben das System Putin durch Sanktionen massiv getroffen. Insbesondere die Maßnahmen, die sich gegen die Zentralbank richten, haben die russische Wirtschaft auf Talfahrt geschickt, den Rubel entwertet und russische Staatsanleihen auf Ramschniveau gebracht“, betonte Lindner. „Solche Maßnahmen müssen wir verstärken, weil sie unsere Position gegenüber Russland verbessern. Maßnahmen, die unsere Position mittelfristig schwächen: Davon rate ich ab.“

Auch interessant

– Herzog-Besuch – Erdogan: Türkei und Israel können Gas nach Europa liefern

Der türkische Präsident wird im nächsten Monat bei Gesprächen mit seinem israelischen Amtskollegen die Zusammenarbeit im Energiebereich erörtern.

Erdogan: Türkei und Israel können Gas nach Europa liefern

Ukraine-Konflikt
Türkische Moschee in Mariupol nicht von Raketen getroffen

0
Kiew – Der Vereinsvorstand der türkischen Moschee in der ukrainischen Stadt Mariupol hat internationale Medienberichte, darunter auch eine Meldung der Nachrichtenagentur AFP, wonach das Gotteshaus durch russische Raketen getroffen wurde, dementiert. In einem Interview mit der unabhängigen Journalistin Esra Öztürk sagte İsmail Hacıoğlu, dass es zwar Raketeneinschläge in der Nähe der Moschee gegeben habe, das Gebäude selbst jedoch nicht getroffen wurde. Laut Hacıoğlu trafen die Raketen in etwa 700 Meter Entfernung ein. Es gebe keine Schäden am Gebäude oder menschliche Opfer. Es befänden sich noch 86 türkische Zivilisten in Mariupol, die am Sonntag mit Bussen evakuiert werden sollen, so der Moscheechef. Die Journalistin Esra Öztürk hat Medienvertreter und die Öffentlichkeit eindringlich dazu aufgerufen, keine Falschmeldungen mehr zu verbreiten. In einem Gespräch mit NEX24 erklärte Öztürk, dass auch türkische Staatsbürger in einem nahegelegenen Bunker die Meldung dementiert hätten. Sie warnte davor, mit solchen Falschmeldungen die Türkei in Kriegshandlungen hineinzuziehen. Auch das ukrainische Außenministerium berichtete von Angriffen auf die Moschee. Nach Angaben Kiews suchten mehr als 80 Menschen, darunter auch türkische Staatsbürger, in der Moschee Zuflucht, als diese bombardiert wurde. „Die Moschee von Sultan Suleiman dem Prächtigen und seiner Frau Roxolana (Hurrem Sultan) in Mariupol wurde von russischen Angreifern beschossen. Mehr als 80 Erwachsene und Kinder, darunter auch türkische Staatsangehörige, verstecken sich dort vor dem Beschuss“, so das Ministerium in einer Twittermitteilung. Die Sultan-Suleiman-Moschee und das Islamische Kulturzentrum wurden am 15. Oktober 2007 eröffnet. Die Architektur der Moschee wurde der Süleymaniye-Moschee in Istanbul nachempfunden. Finanziert wurde die Moschee vom türkischen Geschäftsmann Salih Cihan.    

Antalya Diplomacy Forum
Antalya: „Historisches“ türkisch-armenisches Treffen

0
Antalya – Vor dem Hintergrund der türkisch-armenischen Wiederannäherung fand am Samstag zwischen den Außenministern der Türkei und Armeniens am Rande des Antalya Diplomacy Forums ein historisches bilaterales Treffen statt. Gegenüber Reportern bezeichnete der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu das Treffen mit seinem armenischen Amtskollegen Ararat Mirsojan als „äußerst fruchtbar und konstruktiv“, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Cavusoglu betonte, dass auch Aserbaidschan den Normalisierungsprozess zwischen Ankara und Jerewan unterstütze. Der armenische Minister erklärte seinerseits, dass sein Land entschlossen sei, sich für Frieden und Stabilität in der Region einzusetzen, und dass es an der Normalisierung der Beziehungen zur Türkei arbeite. Die türkisch-armenischen Beziehungen sind in eine neue Phase eingetreten, nachdem beide Länder Sonderbeauftragte ernannt hatten, die am 14. Januar in Moskau zu einem ersten Treffen zusammenkamen. Die Gesandten der Türkei und Armeniens, Serdar Kilic und Ruben Rubinyan, trafen sich am 24. Februar zum zweiten Mal in Wien und „bekräftigten ihr Einverständnis, den Prozess ohne Vorbedingungen fortzusetzen“. Das dreitägige hochrangige Antalya Diplomacy Forum in der Urlaubsstadt Antalya in der Südtürkei brachte Teilnehmer aus 75 Ländern zusammen, darunter 17 Staatsoberhäupter, 80 Regierungsminister und 39 Vertreter internationaler Organisationen. Die Anadolu Agency ist der globale Kommunikationspartner des Forums.

Zum Thema

– Türkisch-armenische Beziehungen . Annäherung: Flüge zwischen Armenien und Türkei beginnen

Vor dem Hintergrund der türkisch-armenischen Wiederannäherung gibt es seit dieser Woche wieder Flugverbindungen zwischen den beiden Ländern.

Annäherung: Flüge zwischen Armenien und Türkei beginnen

Griechenland
Neuer US-Botschafter in Athen mit griechischen Wurzeln

0
Vom Geschäftsmann zum Diplomaten Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge Die Vereinigten Staaten haben für den scheidenden US-Botschafter in Athen, Geoffrey Pyatt, einen Nachfolger bestimmt. Der amerikanische Senat hatte am gestrigen Freitagmorgen mitteleuropäischer Zeit der Ernennung von George Tsunis zum neuen US-Botschafter in der griechischen Hauptstadt offiziell zugestimmt. Tsunis ist eigentlich Geschäftsmann und seit 2009 Mitglied der Demokratischen Partei. Geboren 1967 und Sohn griechischer Einwanderer in der zweiten Generation, steht dieser sprichwörtlich für den amerikanischen Traum vom Tellerwäscher zum Millionär. Mit Fleiß, Disziplin und einer gehörigen Portion Geschäftssinn ausgestattet, schaffte er es, aus einem familiengeführten Café ein Imperium aus Restaurants und Hotels aufzubauen. Die US-Botschaft in Athen twitterte zur Ernennung: „Im Namen der US-Mission in Griechenland gratulieren wir George J. Tsunis herzlich zu seiner Bestätigung durch den Senat als nächster US-Botschafter in Griechenland. Wir freuen uns darauf, Sie willkommen zu heißen und zusammenzuarbeiten, um unsere vielen gemeinsamen Ziele in Griechenland voranzubringen. Συγχαρητήρια! [Herzlichen Glückwunsch, Anm. d. Red.]“ Freundschaften und Netzwerke der Anti-Türkei-Lobby Er hatte über eine Lobbyorganisation von Amerikanern griechischer Abstammung die Kandidatur von Ex-Präsident Barack Obama und seinem damaligen US-Vizepräsidenten Joe Biden, der wegen seiner griechenfreundlichen Art manchmal auch „Bidenopoulos“ genannt wird, finanziell und politisch unterstützt. Der umtriebige US-Senator und Philhellene Bob Menendez gilt als enger Freund von Tsunis, dessen Karriere Intimus Menendez während der Verleihung des Tsunis-Preises durch die Hellenic Bar Association einmal als eine „beeindruckende Erfolgsgeschichte“ bezeichnet hatte. Auch zu Außenminister Antony Blinken unterhält der neue Botschafter gute Beziehungen wie auch zum Kongress und dem US-Senat. Geschäftlich gilt Tsunis als Gründer und Vorstandsvorsitzender der Chartwell Hotelgruppe. Unter der Biden-Administration sollte Tsunis 2013 neuer US-Botschafter in Norwegen werden. Tsounis-Freund Bob Menendez patzte 2013 im US-Senat, weil er schlecht vorbereitet war Ausgerechnet der größte Unterstützer von Tsunis, Senator Bob Menendez, patzte im Auswärtigen Ausschuss des US-Senats, weil er sich bei seiner Aussprache schlecht vorbereitet, nicht auf den norwegischen Ministerpräsidenten bezog, sondern auf einen Präsidenten, den es gar nicht gab und Norwegen bekanntlich eine konstitutionelle Monarchie ist. Nicht besser erging es Tsunis selbst, der sich damals abfällig über ein Mitglied der damaligen norwegischen Koalitionsregierung geäußert haben soll und daraufhin von einer Ernennung als Botschafter Abstand genommen wurde. In den USA wurde 2013 eine Petition gestartet, die die Nominierung von Tsunis kritisierte und die Kompetenzen von ihm infrage stellte. „Wir fordern Herrn Obama auf, die Nominierung Tsunis zurückzuziehen oder alternativ dazu, dass der Senat im Interesse der USA, der Steuerzahler und der Beziehungen zu Norwegen handelt und die Nominierung ablehnt“, so die Forderung der Petition. „Wir erwarten, dass der US-Vertreter in Norwegen jemand ist, der zumindest einen Mindeststandard an Qualifikationen erfüllt“, sagte Ivar Sorensen, ein ehemaliger Leiter der norwegisch-amerikanischen Handelskammer. Vom idyllischen Bergdorf Platanos nach New York Seine Eltern entstammen aus einem griechischen Bergdorf namens Platanos, das zur Stadt Nafpaktos gehört, einer westgriechischen Hafenstadt am Eingang zum Golf von Korinth. George Tsunis gilt als cleverer Geschäftsmann und ist Mitglied der griechisch-amerikanischen Diaspora mit sehr guten Verbindungen zur amerikanischen Wirtschaft, aber auch zum politischen Establishment. Insofern dürfte es der neue Botschafter in Griechenland nicht schwer haben, die Interessen der Vereinigten Staaten in Athen zu vertreten. Dass Tsunis eine Freundschaft zum Philhellenen Menendez pflegt, dürfte kein Zufall sein, denn der Senator aus New Jersey gilt als entschiedener Aktivist der Anti-Türkei-Lobby in Washington, was der griechischen Regierung sicherlich gefallen haben dürfte. Da Tsounis kein Karrierediplomat im eigentlichen Sinne ist, sprechen Beobachter in Washington von einer „politischen Entscheidung“ der Biden-Administration.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar

Auch interessant

– Treffen in Athen – Türkei und Griechenland möchten Handelsbeziehungen stärken

Während Politiker und zahlreiche Medien auf beiden Seiten auf Spannung setzen, möchte die Wirtschaft die Beziehungen stärken. Besonders der Tourismussektor bietet zahlreiche Möglichkeiten.

Türkei und Griechenland möchten Handelsbeziehungen stärken

Ukraine-Konflikt
Kiew: Russische Armee entführt Bürgermeister von Melitopol

0
Kiew – Ukrainischen Angaben zufolge haben russische Soldaten den Bürgermeister der belagerten südukrainischen Stadt Melitopol entführt. Iwan Fedorow sei am Freitag bei einem Besuch des Krisenzentrums von Melitopol von einer Gruppe von „zehn Besatzern“ verschleppt worden, als er sich um Versorgungsfragen kümmern wollte, berichtet die Berliner Zeitung unter Berufung auf eine Meldung der Nachrichtenagentur AFP „Er weigerte sich, mit dem Feind zu kooperieren“, hieß es in der Twitter-Nachricht. In einem veröffentlichten Video ist ein Mann zu sehen, über dessen Kopf offenbar ein Sack gestülpt wurde. „Eine Stunde vor seiner Entführung durch die russische Armee postete Fedorow auf seiner Facebook-Seite einen Dankesbrief an lokale Unternehmen, die die in Not geratenen Einwohner unterstützen“, so der in den USA lebende ukrainische Journalist Victor Kovalenko in einer Twitter-Mitteilung.

Auch interessant

– Ukraine-Konflikt – Mesut Özil: Arsenal Heuchelei in Sachen Ukraine vorgeworfen

Inmitten des Ukraine-Konflikts wurde der FC Arsenal der Heuchelei bezichtigt, nachdem der Londoner Verein vor dem Spiel gegen Watford am Sonntag seine Unterstützung für das ukrainische Volk bekundet hatte.

Mesut Özil: Arsenal Heuchelei in Sachen Ukraine vorgeworfen

Ukraine-Konflikt
Türkische Botschaft in Kiew evakuiert

0
Kiew/Ankara – Die türkische Botschaft in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist aus Sicherheitsgründen evakuiert und das Personal abgezogen worden. Das diplomatische Corps wurde nach Medienberichten in die ukrainische Stadt Chernivtsi, an der Grenze zu Rumänien, verlegt. Die Botschaftsgeschäfte sollen von dort aus weitergeführt werden. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine ging auch am 16. Tag unvermindert weiter, obwohl Fluchtkorridore für die Zivilbevölkerung eingerichtet wurden. Der Vormarsch der russischen Armee auf die Hauptstadt Kiew nahm heute weiter an Fahrt auf. Die Evakuierung türkischer Staatsbürger aus der Ukraine wurde noch einmal beschleunigt. Nach einer Mitteilung des türkischen Außenministers Mevlüt Çavuşoğlu wurden bis zum 6. März 11.841 türkische Staatsbürger aus der Ukraine evakuiert. Kemal Bölge

Auch interessant

– Ukraine-Konflikt – Mesut Özil: Arsenal Heuchelei in Sachen Ukraine vorgeworfen

Inmitten des Ukraine-Konflikts wurde der FC Arsenal der Heuchelei bezichtigt, nachdem der Londoner Verein vor dem Spiel gegen Watford am Sonntag seine Unterstützung für das ukrainische Volk bekundet hatte.

Mesut Özil: Arsenal Heuchelei in Sachen Ukraine vorgeworfen