Corona-Pandemie
Impfgegner: Jeder vierte Arzt berichtet von Beschimpfungen

Hamburg – Die niedergelassenen Ärzte stellen einen Impfrekord nach dem nächsten auf: Das Engagement in den Praxen ist enorm, zahlreiche Haus- und Fachärzte sowie die Medizinischen Fachangestellten arbeiten am Limit. Wie groß die nervliche Belastung dabei ist, lässt nun das Ergebnis einer Umfrage des Ärztenachrichtendienstes (änd) erahnen: Ständige Terminverschiebungen aufgrund schwieriger Impfstoff-Lieferbedingungen und Pöbeleien durch Impfgegner gehören vielerorts zur Tagesordnung. An der Befragung des Branchendienstes beteiligten sich vom 20. bis zum 26. Dezember über 1.200 niedergelassene Haus- und Fachärzte, die derzeit gegen Corona in ihren Praxen impfen. Erschreckendes Resultat: Rund jeder vierte Arzt (24 Prozent) gab an, in der Praxis schon einmal von Impfgegnern beleidigt oder beschimpft worden zu sein. 19 Prozent sprachen dabei von Einzelfällen, 5 Prozent registrierten mehrfach solche Vorgänge. In der Regel handelt es sich den befragten Ärzten zufolge dabei um verbale Attacken von Patienten. In Einzelfällen berichten die Niedergelassenen aber auch von Drohbriefen, direkten Gewaltandrohungen oder zerstörten Schildern. Auffällig auch: Anonyme Internetbewertungen werden von Impfgegnern offenbar gern als Kritikinstrument missbraucht. Impfaktion verlangt Zusatzarbeit Dass die deutliche Mehrzahl der Ärzte ihre wöchentliche Arbeitszeit aufgrund der Impfungen nach oben schrauben muss, zeigte kürzlich schon eine Erhebung des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung (ZI). Und auch die Umfrage des änd bestätigt den Mehraufwand: 82 Prozent der befragten Ärzte gaben an, dass sie aufgrund der Impfaktion ihre wöchentliche Arbeitszeit spürbar erhöhen mussten. Auf die Frage nach den zusätzlich geleisteten Arbeitsstunden gaben die meisten Ärzte zwischen fünf und zehn zusätzliche Arbeitsstunden pro Woche an. Zusatzbelastung auch für die MFA: Auf die Frage, ob sich die Arbeitsbelastung für das ganze Praxisteam durch die Impfungen erhöht habe, antworteten satte 66 Prozent der Ärzte, dass die Belastung „stark gestiegen“ sei, weitere 30 Prozent sehen eine „etwas gestiegene“ Arbeitsbelastung. Praxen fordern Lieferungen in Einzeldosen Die große Mehrheit der impfenden Ärzte (70 Prozent) impft laut Umfrage an einem eigens dafür freigehaltenen Tag oder Zeitraum und nicht ausschließlich im Rahmen der normalen Sprechstunde. Warum genau dies auch nur schwer möglich ist, lassen die Antworten auf die Frage nach möglichen Verbesserungen der derzeitigen Impfkampagne erahnen: Neben reduzierter Bürokratie und zuverlässigeren Impfstofflieferungen steht insbesondere die Lieferung in leichter zu verplanenden Impfstoff-Einzeldosen ganz oben auf der Wunschliste der impfenden Praxisärzte. Forderungen nach mehr Honorar werden dagegen nur selten aufgeführt. Dass organisatorische Probleme die Praxisteams derzeit belasten, zeigen auch die Fragen nach der Terminvergabe: Mehr als jeder dritte Arzt (36 Prozent) gab an, dass er in den vergangenen Wochen häufig Impftermine verschieben und Patienten vertrösten musste, weil der Impfstoff nicht wie erwartet geliefert wurde. Weitere 37 Prozent berichteten von seltenen Verschiebungen. Biontech nach wie vor der Patienten-Liebling Der änd stellte auch die Frage, welcher Impfstoff derzeit von den Patienten am häufigsten aktiv nachgefragt wird. Das Ergebnis war zu erwarten – überrascht jedoch in seiner Deutlichkeit: 95 Prozent der Ärzte gaben an, dass die Patienten eindeutig den Impfstoff Comirnaty (Bointech) bevorzugen. Nur vier Prozent der Niedergelassenen berichten von überwiegenden Forderungen nach Spikevax (Moderna). Große Mehrheit der Niedergelassenen bleibt am Ball Bleibt noch die Frage, ob die derzeit impfenden Ärzte die Arbeitsbedingungen akzeptieren und weitermachen – oder ob der eine oder andere Niedergelassene aufgrund der organisatorischen Herausforderungen an einen Stopp der Impfaktion denkt. Letzteres ist offenbar bei 22 Prozent der befragten Ärzte der Fall. Sie wählten die Antwort „Ich habe bereits darüber nachgedacht, mit den Impfungen aufzuhören, bin mir aber noch nicht sicher.“ Den festen Entschluss, die Impfaktion bald zu beenden, haben nach eigenen Aussagen schon 5 Prozent der Ärzte gefasst. Die große Mehrheit von 73 Prozent der impfenden Ärzte ist jedoch sicher: „Ja, ich werde so lange Impfungen anbieten, wie es meines Erachtens nötig ist.“ An der änd-Befragung beteiligten sich vom 20. bis zum 26. Dezember insgesamt 1.257 niedergelassene Haus- und Fachärzte, Mitglieder des änd, die derzeit gegen Corona in ihren Praxen impfen.

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– Corona-Pandemie – Ex-US-Präsident Donald Trump ruft zur Corona-Impfung auf

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump, der den Amerikanern zuvor vorgeschlagen hatte, sich zur Behandlung von COVID-19 Bleichmittel zu injizieren, hat scheinbar einen Kurswechsel vollzogen und sich öffentlich für Impfungen ausgesprochen.

Ex-US-Präsident Donald Trump ruft zur Corona-Impfung auf

Corona-Pandemie
Ex-US-Präsident Donald Trump ruft zur Corona-Impfung auf

Palm Beach – In einem Interview hat Ex-US-Präsident Donald Trump die Menschen aufgefordert, sich impfen zu lassen und den Corona-Impfstoff als „eine der größten Errungenschaften der Menschheit“ gelobt. „Der Impfstoff ist eine der größten Errungenschaften der Menschheit“, sagte Trump am Mittwoch in einem Interview mit der Kommentatorin Candace Owens. Die Impfung schütze vor schweren Verläufen: „Die Ergebnisse des Impfstoffs sind sehr gut, und wenn man [COVID] bekommt, ist es eine sehr leichte Form. Die Menschen sterben nicht, wenn sie sich impfen lassen. Diejenigen, die sehr krank werden und ins Krankenhaus müssen, sind diejenigen, die sich nicht impfen lassen, aber es ist immer noch ihre Entscheidung“, sagte er. „Und wenn man sich impfen lässt, ist man geschützt“. Während eines Live-Interviews in Dallas mit dem ehemaligen Fox News-Moderator Bill O’Reilly wurde Trump vom Publikum ausgebuht, nachdem er verraten hatte, dass er eine Booster-Impfung erhalten habe. Trump winkte die Rufe mit der Hand ab. US-Präsident Joe Biden lobt Trump Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, teilte auf Twitter den Owens-Interview-Clip: „Ich schließe mich hier dem ehemaligen Präsidenten Trump an, was die Sicherheit und Wirksamkeit von Impfstoffen angeht. Fröhliche Weihnachten, lasst euch impfen.“ Auch US-Präsident Joe Biden lobte Trump am Dienstag dafür, dass er sich impfen ließ. „Das ist vielleicht eines der wenigen Dinge, bei denen er und ich einer Meinung sind“, sagte Biden. „Menschen mit Auffrischungsimpfungen sind sehr gut geschützt.“

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– Corona-Pandemie – Türkei: Gesundheitsminister Koca ruft erneut zur Booster-Impfung auf

Der türkische Gesundheitsminister hat die Bevölkerung erneut aufgerufen, sich impfen zu lassen.

Türkei: Gesundheitsminister Koca ruft erneut zur Booster-Impfung auf
   

Türkei
Ankara: Türkei ist Opfer von Desinformationskampagnen

Ankara – Die Türkei ist das Land, das am meisten unter dem globalen Desinformationsproblem zu leiden hat, sagte der Kommunikationsdirektor des Landes am Sonntag. Auf der gemeinsamen Eröffnungsveranstaltung der Workshops „Strategische Kommunikation“ und „Kampf gegen Desinformation“ sagte Fahrettin Altun, die Türkei stehe im Mittelpunkt von Desinformationskampagnen auf der internationalen Bühne, berichtet de Nachrichtenagentur Anadolu. Unter Berufung auf eine Studie des Reuters Institute for the Study of Journalism aus dem Jahr 2018 sagte Altun, die Türkei sei das Land, das am stärksten von diesem globalen Desinformationsproblem betroffen sei. Die Türkei habe einen Transformationsprozess durchlaufen, der sich „zugunsten der türkischen Nation und ihrer nationalen Interessen auswirke“, erklärte Altin und fügte hinzu, dass es eine breite Allianz internationaler Akteure gebe, um die Errungenschaften der Türkei durch Desinformation rückgängig zu machen. Altun wies darauf hin, dass Desinformation in modernen Demokratien in erster Linie dazu verwendet werde, soziales Chaos, politische Instabilität und Wirtschaftskrisen zu schaffen, und sagte, dass all diese Instrumente dazu dienten, „die Möglichkeit einer ausländischen Intervention zu schaffen“. Die Türkei sei Opfer von Desinformationskampagnen terroristischer Organisationen, ausländischer Staaten, substaatlicher Akteure, multinationaler Unternehmen und internationaler Nichtregierungsorganisationen. Er betonte, dass die Desinformationspolitik ein Prozess sei, der zur Ghettoisierung und Polarisierung im sozialen, politischen und kulturellen Bereich führe und ein Element sei, das die soziale Struktur, die nationale Einheit und Integrität schädige. Es sei eine „nationale Pflicht“, Desinformation zu verhindern, zitiert Anadolu Altun weiter.

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– NEX24-Exklusivinterview – US-Politologe Cannon: „Die Türkei ist ein Land, das Afrika versteht“

Interview mit Prof. Brendon J. Cannon über die türkisch-afrikanischen Beziehungen.

US-Politologe Cannon: „Die Türkei ist ein Land, das Afrika versteht“
  r.  

Gastbeitrag
Droht dem Irak die Aufteilung mit der Besetzung Kirkuks durch kurdische Peschmerga?

Ein Gastkommentar von Kemal Bölge Hinter der Besetzung Kirkuks durch kurdische Peschmerga-Milizen steckt ein Projekt, mit der die Abspaltung der nordirakischen Kurden vom irakischen Gesamtstaat besiegelt werden soll. Mit dem 1926 geschlossenen Vertrag von Ankara besitzt die Türkei ein Mitspracherecht bei der Zukunft des Irak. Es war der 16. März 1988, als Kampfflugzeuge von Saddam Husseins irakischer Luftwaffe Bomben über der nordirakischen Stadt Halabja abwarfen, das Giftgas enthielt. Bei den Angriffen starben schätzungsweise 5.000 Menschen, 7.000 werden verletzt. Tausende Schutz suchende Menschen flohen vor dem tödlichen Giftgas in die Türkei und in den Iran. In diesem Kontext fanden 1988 etwa 60.000 Schutzsuchende Kurden Zuflucht in der Türkei. Das Baas-Regime verdächtigte die mehrheitlich kurdische Bevölkerung von Halabja der Kollaboration mit dem damaligen Kriegsgegner Iran. Später stellte sich heraus, dass das Giftgas von deutschen und europäischen Unternehmen an den Irak geliefert wurde. Der irakischen Besetzung des ölreichen Kuwait folgte der erste Golfkrieg und der Niederlage der irakischen Armee gegen die westlichen Alliierten. Die Armee von Saddam Hussein erlitt im ersten Golfkrieg zwar eine verheerende Niederlage, aber vor einer endgültigen Zerschlagung der irakischen Armee wollte man in den westlichen Hauptstädten dennoch nichts wissen, weil Bagdad gegen einen erstarkten Iran in der Region gebraucht wurde. Das Versprechen der USA nach Demokratie und Freiheit wurde nie eingelöst Das änderte sich 2003, als die Vereinigten Staaten unter dem Vorwand des irakischen Besitzes von Massenvernichtungswaffen den Irak erneut angriffen. Nach dem zweiten Irak-Krieg und dem Sturz Saddam Husseins 2003 blieb das Land bis 2011 unter US-Besetzung. Zum „Schutz der kurdischen Zivilbevölkerung“ und unter Berufung auf eine UN-Resolution errichteten die USA, Großbritannien und Frankreich nördlich des 36. Breitengrades im Nordirak eine Flugverbotszone. Auch wenn die genannten Staaten es öffentlich nicht eingestanden haben, bestand das Ziel darin, den Irak als Ganzes aufzuteilen. Unter dem Einfluss der Vereinigten Staaten wurde eine neue Verfassung für den Irak ausgearbeitet. Nach Artikel 1 der irakischen Verfassung handelt es sich beim Irak um einen föderalen Staat, und nach Artikel 4 sind die Amtssprachen Arabisch und Kurdisch. Die amerikanischen Besatzer kamen mit dem Versprechen Demokratie und Freiheit in das Land zu bringen, aber in der Verfassung wurde die irakische Bevölkerung in ethnische und religiöse Gruppen aufgeteilt. Den Kurden im Nordirak wurde mit westlicher Unterstützung eine Selbstverwaltung eingeräumt und diese in der irakischen Verfassung verankert. Durch den ersten Golfkrieg begann ein Zerfall staatlicher Strukturen im Nordirak, mit dem ein Sicherheits-Vakuum entstand, das Terrororganisationen wie der PKK neue Möglichkeiten zur Rekrutierung von Anhängern, der Beschaffung von Waffen und Munition sowie Anschlägen in der Türkei bot. Unter anderem durch die fehlende staatliche Autorität und den Folgen des ersten Golfkrieges flüchteten Zehntausende Menschen in die Türkei. Trotz der von westlichen Staaten gemachten Zusagen für eine finanzielle Unterstützung der in die Türkei geflüchteten Flüchtlinge, blieb es bei den Versprechen an die türkische Regierung, die die Kosten selbst tragen musste. Ganz einmal abgesehen von den wirtschaftlichen Folgen des Embargos gegen den Irak, die die türkische Wirtschaft nach einer Einschätzung 30 Milliarden US-Dollar gekostet habe. Strategische Bedeutung von Kirkuk und das Erdöl Die Stadt Kirkuk geriet wegen der dortigen reichen Erdölvorkommen schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts ins Visier Großbritanniens und war von strategischer Bedeutung. Etwa 40 Prozent der irakischen Erdölvorkommen sollen auf die Region Kirkuk entfallen. Mit dem irakischen Baas-Regime und unter dem Einfluss des arabischen Nationalismus wurden die Namen einstmals turkmenischer Städte wie Mossul, Kirkuk, Erbil, Süleymaniye oder Telafer geändert und erhielten arabisierte Namen. Nach der US-Eroberung des Irak 2003 drangen unter amerikanischer Duldung Peschmerga-Milizen in Kirkuk ein. Neben der Einnahme von Regierungsgebäuden des gestürzten Saddam-Regimes besetzten die kurdischen Milizen Gerichtsgebäude, Einwohnermelde- und Grundbuchämter. Das Ziel bestand darin, alle amtlichen Dokumente über die arabische und turkmenische Bevölkerung zu beseitigen, was ihnen auch teilweise gelang. In Kirkuk sollte nichts mehr an eine multiethnische Stadt erinnern, in der Araber, Turkmenen, Kurden und andere ethnischen Gruppen friedlich miteinander lebten. Mit dieser Aktion sollte der Weg freigemacht werden, um territoriale Ansprüche auf Stadt und Region geltend machen zu können. Die Turkmenen sind zu Opfern einer Arabisierungs- und Kurdisierungspolitik in der Region geworden. Der Status von Kirkuk ist umstritten, denn sowohl die irakischen Kurden als auch die dort seit Jahrhunderten lebenden Turkmenen erheben Anspruch auf die Stadt. Durch die Angriffe der Terrororganisation Daesh/IS auf Siedlungsgebiete der Turkmenen im Nordirak war die Volksgruppe Massakern, Vergewaltigungen und Zwangsvertreibungen ausgesetzt. Weder die irakische Regierung noch die nordirakischen Kurden eilten den Turkmenen zu Hilfe. Die internationale Öffentlichkeit erfuhr über Verbrechen gegen die Jeziden, aber über die Massaker und Vertreibungen gegen die Turkmenen hüllten sich die meisten westlichen Medien in Schweigen. Demografische Strukturen von Kirkuk mit Gewalt verändert Der rechtliche Status von Kirkuk sollte 2007 in einem Volksentscheid geklärt werden, was allerdings nie erfolgte. Nach den Angriffen der Terrororganisation Daesh auf Kirkuk und der Flucht der irakischen Armee aus der Stadt fiel diese in die Hände der kurdischen Peschmerga. Bis zum umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum 2017 blieb Kirkuk unter der Kontrolle der Kurden. Seit dieser Zeit haben sich die demografischen Strukturen in Kirkuk dramatisch verschoben. Turkmenen wurden mit unterschiedlichen Mitteln gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und Kurden, die in anderen Regionen lebten, siedelte man systematisch in Kirkuk an. In der Stadt lebt auch eine arabische Bevölkerung. Insbesondere in der Nacht häuften sich in Kirkuk die Angriffe durch die Terrormiliz Daesh und diese Attacken wiederum dienten der kurdischen Verwaltung als Vorwand, um Kirkuk zu besetzen. Nordirakische Regionalregierung will mit der Besetzung Kirkuks Fakten schaffen Auf Anweisung der Zentralregierung in Bagdad rückte 2017 die irakische Armee in Kirkuk und in anderen umstrittenen Regionen ein, um die Ordnung wiederherzustellen. Durch eine Vereinbarung der irakischen Regierung mit der Autonomieverwaltung in Erbil sollten ab dem 25. November 2021 wieder die Peschmerga über Kirkuk bestimmen. Mit der Kontrolle über Kirkuk will die nordirakische Regionalregierung Fakten schaffen und sich damit die ölreiche Region einverleiben. Wenn Kirkuk und die Region wieder in die Hände der Peschmerga gelangen sollte, nähme der Druck seitens kurdischer Milizen auf die Volksgruppe der Turkmenen und Araber in der Stadt und in dem Gebiet zu, um diese mit allen Mitteln zu vertreiben. Die Turkmenen haben keine Schutzmacht, die sich für die Interessen der etwa drei Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln einsetzt. Ein Zerfall des Irak verstieße gegen die Verträge von Ankara, die 1926 und 1946 zwischen der Türkei, Großbritannien und dem Irak bzw. zwischen der Türkei und dem Irak geschlossen wurde. Nach dieser Übereinkunft respektieren beide Seiten die territoriale Integrität des Nachbarstaates. Die türkische Regierung hatte in einer Mitteilung des nationalen Sicherheitsrates (MGK) von 2017 auf den erwähnten Vertrag von Ankara Bezug genommen und vor einer Veränderung der Grenzen des Irak gewarnt. Abspaltung umstrittener Gebiete in irakischer Verfassung niedergeschrieben Es gibt eine Verbindung zwischen dem drohenden Einfall kurdischer Peschmerga nach Kirkuk und in die Region sowie den systematischen Vertreibungen der Turkmenen aus ihren historischen Siedlungsgebieten und der irakischen Verfassung. Denn Artikel 140 der jetzigen Verfassung besagt, dass über die Zukunft „umstrittener Gebiete“ in drei Phasen entschieden werden soll. Bei den drei Etappen geht es um „Normalisierung, Volkszählung und Plebiszit.“ Die Volkszählung wurde in den Augen der Planer seit 2007 deshalb noch nicht umgesetzt, weil die Rahmenbedingungen für einen Zensus, also eine kurdische Mehrheit zu erzielen, noch nicht erfüllt war. Hinter der Besetzung Kirkuks durch getreue Barzani-Milizen steckt ein lang gehegter Plan zur Einverleibung der ölreichen Region und der späteren Abspaltung der kurdischen Verwaltung Nordiraks vom irakischen Gesamtstaat. Genau wie vor 101 Jahren: am 10. August 1920 versuchten die Sieger des Ersten Weltkriegs das Schicksal des Osmanischen Reiches mit dem Vertrag von Sèvres zu besiegeln und auf dessen Gebiet unter anderem einen „kurdischen Staat“ zu errichten. General Mustafa Kemal Pascha und seine Befreiungsbewegung akzeptierten den Vertrag nicht und organisierten den Widerstand gegen die Besatzer. Nach dem erfolgreichen Befreiungskrieg gegen die Alliierten wurde am 29. Oktober 1923 die Republik Türkei ausgerufen, bereits im Juli 1923 überwand die Türkei mit dem Friedensvertrag von Lausanne die erniedrigenden Bestimmungen des Friedens von Sèvres.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar

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– Terrorismus – Kurden-Präsident Barzani: Die Türkei hat kein Problem mit Kurden

Der Präsident der „Autonomen Irakischen Region Kurdistan“ (KRG), Necirvan Barzani, hat sein Volk dazu aufgerufen, sich von der Terrororganisation PKK zu distanzieren.

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Arbeitspolitik
Familienministerin will Kündigungsschutz für Eltern nach der Geburt verlängern

Familienministerin Anne Spiegel (Grüne) will den Kündigungsschutz für Eltern nach der Geburt deutlich verlängern. „Wenn Väter und Mütter in den Beruf zurückkehren, soll ihr besonderer Kündigungsschutz um drei Monate verlängert werden“, sagte die neue Ministerin dem Tagesspiegel. Bis auf wenige Ausnahmen, ist die Kündigung des Beschäftigungsverhältnisses durch den Arbeitgeber bislang bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung unzulässig. Auf die Gesetzesänderung hatten sich SPD, Grüne und FDP zuvor im Ampel-Koalitionsvertrag geeinigt. „Das nimmt viel Druck von den Familien“, sagte Spiegel dem Tagesspiegel. Die neue Familienministerin sieht in der Verlängerung des Kündigungsschutzes eine von drei zentralen Maßnahmen, um gleichberechtigte Partnerschaften zu ermöglichen. Die Ampel-Parteien haben sich zudem auf die Verlängerung der Partnermonate beim Elterngeld um einen Monat verständigt und wollen außerdem einen zweiwöchigen, bezahlten Urlaub nach der Geburt gesetzlich ermöglichen. „Damit muss man sich diese Zeit nicht mühsam zusammensparen“, sagte Spiegel. Die vierfache Mutter kündigte an, das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu einem ihrer Schwerpunkte als Ministerin zu machen. „Ich arbeite daran, dass Frauen sich beruflich verwirklichen können.“ Die 41-Jährige appellierte zudem an die Politik, als Vorbild voranzugehen. „Wir tun gut daran, noch stärker zu zeigen, dass wir Politik und Familie miteinander vereinbaren wollen“, sagte Spiegel. Es müsse normal werden, dass man im Parlament auch mal sein Baby mitbringt, so Spiegel weiter. Zu ihrer Zeit als Familienministerin von Rheinland-Pfalz hatte sie ihr viertes Kind einmal in den Bundesrat mitgebracht. „Als ich das gemacht habe, hat das im Bundesrat direkt zu anderen Gesprächen geführt.“

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– Türkei – Erdogan: UN-Sicherheitsrat ohne Afrika ist eine große Ungerechtigkeit

Es sei eine „große Ungerechtigkeit“, dass der afrikanische Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern nicht im UN-Sicherheitsrat vertreten ist, sagte der türkische Präsident am Samstag.

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Internet
WEB 3.O: Das hat die Technologie der Zukunft mit Kryptowährungen zu tun

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Heute besteht kein Zweifel mehr daran, dass das Internet die wichtigste technologische Revolution ausgelöst hat, die die Menschheit kennt. Das Internet hat geografische Barrieren niedergerissen, den Zugang zu Informationen erleichtert und den Menschen ein Kommunikationsmittel an die Hand gegeben, von dem man früher nur träumen konnte. Manchmal scheint es, als befänden wir uns am Beginn einer neuen Ära. In den letzten zehn Jahren haben namhafte Unternehmen und Start-ups die Grundlagen für das Internet der nächsten Generation gelegt, von der Blockchain bis zur künstlichen Intelligenz, und damit die Menschheit der nächsten Evolutionsstufe des World Wide Web nähergebracht. Ein weiteres neues Modewort hat also das Internet in Aufregung versetzt, und das ist Web 3.0. Aber was ist Web 3.0 genau? Grundsätzlich besteht die Idee hinter Web 3.0 darin, das World Wide Web, so wie wir es kennen, um Blockchains – die Technologie hinter Kryptowährungen wie Bitcoin – zu erweitern. Das Web galt einst als Utopie, in der jeder alles tun konnte, aber die Befürworter von Web 3.0 sagen, dass es heute von großen Unternehmen und proprietären Algorithmen beherrscht wird. Blockchains könnten den Menschen ein gleichberechtigtes Eigentum an ihrem Präsenz im Internet geben. Ein Einblick in die Geschichte: World Wide Web 1.0 und 2.0 Das erste Web war das 1989 von Tim Berners-Lee ins Leben gerufene World Wide Web, das es Menschen mit technischem Know-how ermöglichte, Informationen dezentral online zu stellen. Ende des 20. Jahrhunderts nahm eine neue Version des Internets Gestalt an und ermöglichte den Menschen den Zugang zu einem interaktiven Netz. Das Aufkommen des sozialen Internets ermöglichte schließlich Web 2.0-Giganten wie Facebook, Twitter und YouTube und machte nutzergenerierte Inhalte und die Möglichkeit zur Interaktion zwischen Websites und Anwendungen populär. Dann kamen neue Unternehmen und neue Geschäftsmodelle, von sozialen Netzwerken bis zu mobilen Anwendungen. Heute kann man alles im Internet machen – virtuell auf 20Bet Deutschland wetten, virtuelle Realität erleben oder mit den Menschen aus der ganzen Welt kommunizieren. Wie sollte Web 3.0 funktionieren? Das Herzstück von Web 3.0. sind dezentrale Anwendungen, die auf der Ethereum-Blockchain aufgebaut sind, die Nutzer auszahlt, die dabei helfen, das Netzwerk online zu halten. Anwendungen werden für Web 3.0 eine ähnliche Rolle spielen wie der App Store bei der Erschließung des Potenzials des iPhones. Von den fünf derzeit beliebtesten Apps ist diejenige, die den Tausch von Kryptowährungen ermöglicht, die beliebteste, während eine andere den Handel mit nicht-fungiblen Token (NFTs) ermöglicht. Bei den anderen drei handelt es sich um Spiele, ähnlich wie bei den frühen Erfolgen im App Store, aber mit einem entscheidenden Unterschied: man kann für das Spielen in Kryptowährung bezahlt werden. Da das Web 3.0 dezentralisiert sein wird, wird es Zwischenhändler überflüssig machen und sichere und zuverlässige Peer-to-Peer-Transaktionen auf der ganzen Welt ermöglichen. Diese Funktionen werden der gesamten schnell wachsenden Kreativwirtschaft zugutekommen: Ihre Teilnehmer werden überall auf der Welt in der Lage sein, sichere Online-Transaktionen ohne Vermittler und Dritte durchzuführen. Einige Menschen stehen der Web 3.0-Utopie skeptisch gegenüber. Viele der Ansprüche, die hinter Web 3.0 stehen – wie verteilte Architektur und Dezentralisierung – lassen sich besser ohne Blockchains erreichen, meinen Skeptiker. Selbst wenn es aber viele Diskussionen darüber gibt, ist Web 3.0 auf jeden Fall eine sehr interessante Technologie, auf die die ganze moderne Welt wartet.

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In den vergangenen knapp 20 Jahren hat sich die Türkei zu einem wichtigen Faktor im Energiesektor entwickelt, der durch ein solides Wirtschaftswachstum gestützt wurde. Insbesondere die Privatisierung des Stromsektors seit dem Jahr 2002 hatte einen großen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit im Land und sorgte für neue Perspektiven und eine Modernisierung.

Die Türkei entwickelt sich zu einem wichtigen Faktor im Energiesektor

Glücksspielgesetz
Wann kommt das regulierte Glücksspiel nach Deutschland?

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Die Glücksspielgesetze der Bundesrepublik Deutschland waren in der Vergangenheit sehr unübersichtlich und restriktiv. Erst durch den Druck der europäischen Gemeinschaft und der Glücksspielindustrie sahen sich die Gesetzgeber gezwungen neue Regeln aufzustellen. Tatsächlich mussten Online-Casinos und Anbieter von Online Glücksspielen in den vergangenen Jahren in einer Grauzone arbeiten. Dies führte zu einigen Rechtsstreitigkeiten und führte dazu, dass die einzelnen Bundesländer ihre widersprüchlichen Ansichten über das Glücksspiel vertraten. Vor 2008 gab es fast keine gesetzlichen Regelungen, die auf das Glücksspiel in Deutschland angewendet werden konnten. Erst mit dem Glücksspielvertrag wurde versucht, neue rechtliche Lösungen zu finden. Damals konnte aber schon keine allgemeine Richtlinie entwickelt werden, so dass Schleswig-Holstein beschloss im Alleingang Glücksspiellizenzen für sechs Jahre zu erteilen. Aber auch dieser Alleingang endete, als sich das Bundesland davon verabschiedete, weitere Lizenzen für die Glücksspielindustrie herauszugeben. Auch wenn es sehr schwer ist einen Gesetzesentwurf zu verabschieden, der von allen 16 Bundesländern akzeptiert wird, wurde eine Einigung erzielt. In diesem Gesetz sollen Spieler vor den Risiken von Online-Glücksspielen mit einer soliden Rechtsgrundlage geschützt werden. Den Gesetzgeber war es klar, dass die unklare Rechtslage es Schwarzmarktanbietern leichter machte und das Internet klare Richtlinien erfordert. Die neuen Regeln für das Glücksspiel in Deutschland Die Staats- und Regierungschefs der deutschen Länder verabschiedeten Anfang 2020 neue Glücksspielregeln, die am 1. Juli 2021 in Kraft trat. Der gesetzliche Rahmen wurde in dem aktualisierten zwischenstaatlichen Glücksspielvertrag festgelegt. Der neue Glücksspielvertrag wurde mit restriktiven Elementen ausgerüstet, um die Spieler zu schützen und einer Spielsucht vorzubeugen. Aus diesem Grund wurden umfassende Einschränkungen für Spin-Stakes, Werbemaßnahmen und Beschränkungen für Sportwetten und Spielautomaten festgelegt. In Zukunft soll das maximale Einzahlungslimit auf 1000 € pro Person und Monat eingeschränkt werden. Es sollen Maßnahmen ergriffen werden, um die Anbieter auf die Einhaltung des Einzahlungslimits zu überwachen. Anbieter, die gegen dieses neue Einzahlungslimit oder andere Maßnahmen verstoßen, soll die Lizenz für das Online-Glücksspiel entzogen werden. Die neuen Glücksspiellizenzen in der Bundesrepublik Deutschland Die neue Gesetzesvorlage sieht vor, dass die Lizenzen für das Online-Glücksspiel in Zukunft deutschlandweit gültig sind. Die Lizenzen sind fünf Jahre lang gültig und erlauben es privaten Unternehmen Sportwetten, virtuelle Spielautomaten und Online-Poker anzubieten. Bestimmte Aspekte des Lizenzierungsprozesses, die besonders Online-Casinos betreffen, können immer noch durch die Gesetze der einzelnen Bundesländer bestimmt werden. Durch den neuen Glücksspielvertrag wurde es nötig, eine nationale Glücksspiel-Regulierungsbehörde einzuführen. Der Hauptsitz der Behörde soll im Bundesland Sachsen-Anhalt liegen und ist für die Erteilung der Lizenzen zuständig. Dort wird es möglich sein, für Anbieter mit Sitz in der europäischen Union oder dem europäischen Wirtschaftsraum Lizenzen zu beantragen. Neue Werberegeln für Glücksspielanbieter Auch wenn der neue Glücksspielvertrag jetzt Unternehmen die Möglichkeit gibt, Lizenzen zu beantragen, wurden die Regeln für Werbemaßnahmen stark eingeschränkt. Die Gesetzgeber hoffen dadurch die Auswirkungen der Werbung, besonders auf jüngere Menschen, zu verringern. Aus diesem Grund darf in Zukunft keine Werbung mehr in den Medien zwischen 6:00 Uhr morgens und 21:00 Uhr abends gezeigt werden. Außerdem soll vermieden werden, dass sich Werbung an minderjährige oder gefährdete Personen richtet. Anbieter von Sportwetten dürfen in Zukunft keine Werbung mehr unmittelbar vor oder während Sportveranstaltungen anzeigen. Das Sponsorings auf Trikots oder im Stadion wird aber weiterhin erlaubt sein. Trotzdem soll es Einschränkungen geben für den Einsatz von aktiven Athleten in der Werbung. Die Gesetzgeber wollen auch in Zukunft mehr drauf achten, dass keine irreführende Werbung in Verbindung mit Glücksspielen gemacht werden kann. So soll es in Zukunft nicht mehr erlaubt, Glücksspiele als Mittel zur Lösung finanzieller Probleme anzupreisen oder direkte und gezielte Werbung per SMS und persönlichen Anrufen zu machen. Was bedeutet der neue Glücksspielvertrag für die Industrie? Das Hauptziel des neuen Glücksspielstaatsvertrags war es, den Markt zu zertifizieren und zu lizenzieren, um einen großen Schwarzmarkt zu vermeiden. Tatsächlich wurde das Verbot von Online-Casinos in Deutschland mit den neuen Glücksspielvertrag im Juli 2021 aufgehoben. Auch wenn jetzt Anbieter Glücksspiele in Deutschland anbieten können, wird das Lotteriemonopol weiterhin im Besitz des Staates bleiben. Die Hoffnung der Glücksspielindustrie, dass durch eine klare Gesetzesregelung neue Möglichkeiten in der Bundesrepublik Deutschland entstehen wurden, wurden aber schnell wieder zerstört. Schon im April 2021 stellte das Verwaltungsgericht Darmstadt die Erteilung von Lizenzen an Glücksspielanbieter ein. Nach Angaben des Gerichts hatten zu diesem Zeitpunkt über 30 lokale Betreiber eine Glücksspiellizenz beantragt. Über 20 weitere Casinobetreiber standen davor, sich für Lizenzen zu bewerben. Dadurch wären 99 % der Online-Sportwetten-Aktivitäten über die lizensierten Anbieter möglich gewesen. Das Urteil wurde von mehreren Wettanbietern als ein großer Rückschlag für die deutsche Glücksspielindustrie bezeichnet. Einer der größten Verbände der Industrie, der DSWV, bezeichnete den Glücksspielvertrag der Bundesrepublik Deutschland als nicht wettbewerbsfähig. Durch das Gerichtsurteil des Verwaltungsgericht Darmstadt würden viele Vereine keine Werbegelder mehr bekommen. Besonders die deutschen Fußballligen würden deshalb gegenüber anderen europäischen Vereinen benachteiligt werden. Die Verzögerungen bei der Lizenzierung und der Regulierung des Online-Wettmarktes beunruhigen auch die Politiker und es entstehen Konflikte, die eigentlich von dem zwischenstaatlichen Vertrag aus dem Jahre 2021 gelöst werden sollten.

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– Das Leben des Salt Bae – Gastronomie: Wie viel kostet ein Nusret-Steak?

Seit dieser gutaussehende Mann mit dem abgewinkelten Arm Salz wie Feenstaub über das Steak bei Nusr-Et verteilt, steht die Frage im Raum: Wer ist dieser Salt Bae?

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Aserbaidschan
Baku bestellt französischen Botschafter ein

Baku – Das aserbaidschanische Außenministerium hat wegen des Besuchs der französischen Präsidentschaftskandidatin Valérie Pécresse in die von Armenien völkerrechtswidrig besetzte Stadt Khankendi, in Berg-Karabach, den französischen Botschafter in Baku einbestellt. Wie die aserbaidschanische Nachrichtenagentur AZERTAG berichtet, habe das Auswärtige Amt Aserbaidschans dem französischen Botschafter eine diplomatische Protestnote überreicht. Dem französischen Geschäftsträger sei deutlich gemacht worden, dass dieser Besuch, der im Rahmen des französischen Präsidentschafts-Wahlkampfs von anderen Politikern begleitet worden sei, ein Verstoß gegen die nationale Gesetzgebung darstelle und sich gegen die Souveränität und territoriale Integrität Aserbaidschans richte. In der Mitteilung des aserbaidschanischen Außenministeriums heißt es: „Das Außenministerium protestiert nachdrücklich gegen diese illegale Reise einer Gruppe von französischen Bürgern in die aserbaidschanische Stadt Khankendi und macht darauf aufmerksam, dass sie die Anforderungen der Gesetze der Republik Aserbaidschan ernsthaft verletzt haben und die Verantwortung dafür tragen. Solche Schritte beeinträchtigen die bilateralen Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Frankreich sowie Frankreichs Rolle in der Region, die bei der Normalisierung der aserbaidschanisch-armenischen Beziehungen nach dem Ende des Konflikts spielen könnte.“ Die Namen der französischen Staatsbürger, die die Gebiete Aserbaidschans illegal besucht hätten, seien in die Liste von unerwünschten Personen aufgenommen worden, die nach Aserbaidschan nicht mehr einreisen dürften. Während des 44-tägigen Konflikts, der am 10. November 2020 mit einem Waffenstillstand endete, befreite Aserbaidschan mehrere Städte und fast 300 Siedlungen und Dörfer in Berg-Karabach von einer fast drei Jahrzehnte währenden armenischen Okkupation. Die beiden Länder unterzeichneten schließlich eine von Russland vermittelte Vereinbarung zur Beendigung der Kämpfe und zur Erarbeitung einer umfassenden Lösung. Kemal Bölge/Baku

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– Riad – Armenischer Präsident Sarkissian stattet Saudi-Arabien historischen Besuch ab

Der armenische Präsident Armeniens Armen Sarkissian besuchte Anfang dieser Woche Saudi-Arabien, wo er mit Kronprinz Mohammed bin Salman zusammentraf und damit das erste armenische Staatsoberhaupt war, der das Land besuchte.

Armenischer Präsident Sarkissian stattet Saudi-Arabien historischen Besuch ab

Gaming
So hat sich die Einstellung zum Gaming über die Jahre verändert

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Wenn früher von Zockern oder Gaming-Fans die Rede war, hat man automatisch blasse Typen im Sinn, die sich den ganzen Tag nicht aus ihrem muffigen Zimmer hinauswagten, sich mit ungesundem Essen vollstopften und mit denen niemand etwas zu tun haben wollte. Dieses Bild hat sich inzwischen gewandelt, weil sich auch die Einstellung zum Gaming im Allgemeinen verändert hat. Welchen Wandel die Gaming-Branche in den letzten Jahren durchgemacht hat, wollen wir uns im Folgenden näher anschauen. Entwicklungen, die die Gaming-Branche beeinflusst haben Der Umbruch in der Gaming-Branche ist bereits seit mehreren Jahren im Gange. Besonders deutlich wurden die Veränderungen allerdings im Jahr 2019, denn dies war ein Jahr voller Erfolge. Doch welche Ereignisse machten dieses Jahr eigentlich so besonders?
  • Die Gamescom
Das Stattfinden der Gamescom ist erstmal nichts Außergewöhnliches. Schließlich ist dies ein jährlich wiederkehrendes Ereignis. Besonders ist allerdings, dass die Gamescom von 2019 als die größte Spielemesse weltweit gilt. Es waren 373.000 Besucher aus über 100 Ländern zugegen und es wurden zahlreiche digitale Neuerungen vorgestellt.
  • Diversity-Initiative
Die Diversity-Initiative „Hier spielt Vielfalt“ wurde von der deutschen Games-Branche ins Leben gerufen. Eine Vielzahl von Unternehmen und Einzelpersonen machen sich hier stark für eine Games-Kultur, die von Anerkennung und Wertschätzung geprägt ist und nicht von Vorurteilen und Diskriminierung. Jede Herkunft, Lebensweise und Weltanschauung soll gleichermaßen toleriert werden.
  • eSports Player Foundation
Auch die Entscheidung zur Gründung der eSports Player Foundation wurde 2019 getroffen. Es handelt sich dabei um eine Not-for-Profit-Institution, die sich der Ausbildung von Top-Spielerinnen und -Spielern widmet.
  • Computerspielförderung des Bundes
Die Pilotphase zur Computerspielförderung des Bundes nahm 2019 ihren Anfang. Seither konnten bereits ca. 340 Vorhaben gefördert werden und einige Unternehmen aus der Gaming-Branche konnten erfolgreich unterstützt werden.
  • Neue Umsatzrekorde
In den letzten Jahren konnte der deutsche Computerspielemarkt einen stetigen Zuwachs verzeichnen. Aber 2019 durchbrach er erstmals alle Rekorde und durchbrach die 6-Milliarden-Euro-Umsatzgrenze. Erneutes Hoch für Gaming-Markt durch Corona-Pandemie Die Tatsache, dass die eSports-Branche immer mehr Anerkennung genießt und so dafür sorgt, dass auch das Gaming an sich gesellschaftsfähig wird, hat noch eine andere Begebenheit der Computerspielbranche in die Hände gespielt: nämlich die Corona-Pandemie. Seither wurde Online-Gaming immer mehr zu einem sozialen Ereignis. 2020 nahm die Nachfrage aufgrund der Lockdown-Phasen ungekannte Ausmaße an und hatte Sonderkonjunktur. Doch auch dieses Jahr war damit noch nicht Schluss. In der ersten Hälfte des Jahres 2021 konnte der Games-Markt einen Zuwachs von ganzen 22 Prozent verzeichnen. Auch die Online-Casinos haben, angesichts der neuen gesetzlichen Richtlinien von diesem Jahr, neue Spieler für sich gewonnen. Ein beliebtes Echtgeld-Spiel bietet zum Beispiel bookofdead.net, wo auch alle Book of Dead Boni zu finden sind. So setzen sich die Umsätze der Computerspielbranche zusammen Immer mehr Umsatz macht die Spielebranche mit den In-Game- und In-App-Käufen. Im Vergleich zu 2020 sind die Umsätze in diesem Bereich um ein Drittel angestiegen, und zwar auf ganze 2 Milliarden Euro. Auch die Einnahme durch Hardware sind von 1,4 Milliarden Euro 2020 auf 1,7 Milliarden in diesem Jahr gestiegen. Dies entspricht einem Zuwachs von 24 Prozent. Angesichts der Tatsache, dass die Lieferengpässe für die Playstation 5 und die Xbox Series X immer noch anhalten, hätten damit wohl die wenigsten gerechnet. Auch Online- und Abo-Dienste wie Xbox Live, Playstation Plus und Co. erfreuen sich immer noch großer Beliebtheit, während die Kauf-Software Rückschläge einstecken muss. Hier wurden nur noch 417 Millionen Euro Umsatz im Vergleich zu 486 Millionen Euro im Vorjahr gemacht.      

NEX24-Exklusivinterview
US-Politologe Cannon: „Die Türkei ist ein Land, das Afrika versteht“

Brendon J. Cannon ist seit 2016 außerordentlicher Professor für Internationale Sicherheit an der Khalifa Universität für Geistes- und Sozialwissenschaften in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate. Seine Dissertation erhielt er 2009 an der Universität Utah in Politikwissenschaft mit den Schwerpunkten Internationale Beziehungen und Vergleichende Politik. Zu seinen Forschungsinteressen gehören die Kontextualisierung nationaler, regionaler und internationaler Beziehungen in Ostafrika, die regionale Sicherheit in der Golfregion und der westlichen Region des Indischen Ozeans, die politische Ökonomie von Häfen, Basen und Flughäfen sowie die indopazifische Strategie Indiens, Japans, der USA und Australiens. Ferner Chinas Belt and Road Initiative (BRI) und wie sich diese auf Ostafrika beziehen und dort umgesetzt werden. Er ist Autor zahlreicher Bücher wie „Konstruiert, Instrumentalisiert, Politisiert – Geschichte im Fadenkreuz der armenischen Lobby“ und Artikel. NEX24 sprach mit dem US-amerikanischen Wissenschaftler über die Bedeutung des afrikanischen Kontinents, die Unterschiede bei der Politik gegenüber den afrikanischen Ländern und die türkisch-afrikanischen Beziehungen. NEX24: Professor Cannon, letztes Wochenende fand in Istanbul der 3. Partnerschafts-Gipfel Türkei-Afrika statt. Westliche Länder, die Volksrepublik China und auch andere Länder unterhalten zu vielen Staaten in Afrika Beziehungen. Worin besteht der Unterschied der Beziehungen der Türkei zu den afrikanischen Ländern? Zunächst muss bei den Beziehungen der Türkei zu Afrika zwischen den Staaten Nordafrikas und den Staaten südlich der Sahara unterschieden werden. Einerseits hat die Türkei eine lange und strategisch wichtige Beziehung zu Nordafrika, das als Teil des geopolitischen Nahbereichs der Türkei betrachtet wird. Ihre Beziehungen zu Subsahara-Afrika hingegen haben sich erst in jüngerer Zeit entwickelt und sind weniger strategischer als vielmehr opportunistischer Natur. Sie beinhalten wirtschaftliche, humanitäre oder soziale und politische Interessen. Bei den wirtschaftlichen Interessen geht es um die Ansiedlung von Absatzmärkten für türkische Produkte und die Herstellung von Waren oder den Bau von Infrastrukturen. Im sozialen Bereich sind türkische Organisationen Nichtregierungsorganisationen, die jedoch zunehmend der Regierung unterstellt sind – seit über 10 Jahren in Ländern wie Somalia tätig. Sie konzentrieren sich auf Bildung, kleine Infrastrukturen zur Verbesserung der Entwicklung der Gemeinden und die Bereitstellung von Hilfe. Politisch betrachtet die türkische Regierung die guten Beziehungen zu den Subsahara-Staaten als wichtig für innenpolitische Zwecke (sie beweisen, dass die Türkei wieder ein mächtiger internationaler Staat ist) sowie für ihr internationales Prestige. Es ist wichtig, dass die Türkei und türkische Interessen bestimmten Subsahara-Staaten mehr Bedeutung beimessen als anderen. Somalia und Äthiopien sowie Nigeria, Niger und Senegal sind zum Beispiel wichtiger als der Kongo oder die Elfenbeinküste. Was das Vorgehen der Türkei von den anderen internationalen Akteuren in Afrika unterscheidet, würde ich sagen, dass die Türkei eher mit China als mit westlichen Staaten vergleichbar ist. Das heißt, die Türkei baut tatsächlich Eisenbahnen und baut Häfen aus, anstatt sie nur zu finanzieren. Sie tut dies in einem viel kleineren Maßstab als China, aber das passt zur Türkei, die eine Mittelmacht ist. NEX24: Die Türkei hat ihre Wirtschaftsbeziehungen mit den afrikanischen Ländern in kurzer Zeit ausgebaut. In einem Spiegel-Artikel hat der Experte für türkisch-afrikanische Beziehungen, Dr. Federico Donelli, von der Universität Genua, die türkische Afrika-Politik als Bestandteil einer Strategie bezeichnet, damit sich die Türkei zu einem „Global Player“ entwickelt. Teilen Sie die Sichtweise von Herrn Donelli? Ja, ich stimme meinem Freund Dr. Federico Donelli, zu, dass die Türkei danach strebt, ein Global Player zu sein. Vielleicht ist „außerregionaler Akteur“ ein besserer Begriff. Mit anderen Worten: Die Türkei möchte ihre Macht nicht auf den Südpazifik ausdehnen. Sie weiß, dass sie das nicht kann. In Ländern wie Somalia und Äthiopien ist es der Türkei jedoch gelungen, eine Kombination aus weicher und harter Macht [soft and hard power] einzusetzen, um zu einem entscheidenden Faktor in Fragen der regionalen Sicherheit und Politik zu werden. NEX24: Präsident Erdoğan kam in Ankara mit Studenten aus Afrika zusammen. Bei dieser Unterredung erklärte die mosambikanische Studentin Camilla Madus, dass die Türkei die Probleme der Afrikaner aus dem Blickwinkel der Afrikaner betrachte und im Wesentlichen humanitäre Lösungen vorschlage. Was glauben Sie wollte Camilla Madus mit ihrer Aussage zum Ausdruck bringen? Ich denke, dass Madus sieht, was viele Afrikaner sehen: Die Türkei ist ein Land, das Afrika „versteht“ und ihre Maßnahmen führen zu einigen positiven Ergebnissen. Es ist mir sehr wichtig, darauf hinzuweisen, dass viele, viele externe Staaten wie Norwegen und Großbritannien auf politischer, humanitärer und wirtschaftlicher Ebene in Subsahara-Afrika tätig sind. Ihr Einfluss ist jedoch oft mit negativen Ergebnissen verbunden. Das heißt, es scheint einen Teufelskreis zu geben, eine Pfadabhängigkeit, die mit ihren Aktionen einhergeht. Sie bieten Hilfe an, um noch mehr Hilfe anbieten zu können. Der Grundgedanke ist, dass dieser Tretmühleneffekt zu Abhängigkeit in Subsahara-Afrika und zu Einnahmen in einem „beitragenden“ Land wie Norwegen führt. NEX24: Welche Unterschiede könnten Menschen in den afrikanischen Ländern zwischen einem Chinesen und einem Türken ausmachen und ist die Türkei kulturell betrachtet den afrikanischen Ländern näher als China? Ja, die türkische Kultur ist in bestimmten afrikanischen Staaten in mancherlei Hinsicht sicherlich näher als die chinesische. Einer der Gründe, warum die Türkei in Ländern wie Somalia, Senegal und Niger so erfolgreich ist, liegt darin, dass die türkische Führung ihre Außenpolitik mit allgemeinen islamischen Bezügen und Symbolen gespickt hat. Das passt gut zum Selbstverständnis der AKP – als sunnitischer, muslimischer Staat – und ist seit Erdogans Machtübernahme vor 20 Jahren fester Bestandteil der AKP-Außenpolitik. Man kann jedoch mit Sicherheit sagen, dass diese Außenpolitik in Ländern wie Kenia und Uganda weniger Anklang findet. Dennoch verfügt die Türkei über Produkte, die viele afrikanische Staaten heute nachfragen. Vor Kurzem habe ich einen Artikel über die türkischen Rüstungsverkäufe in Subsahara-Afrika geschrieben, in dem ich die Bestellungen von gepanzerten Fahrzeugen aus türkischer Produktion nach Kenia und Uganda sowie von bewaffneten Drohnen nach Äthiopien und Marokko hervorhob. NEX24: Die Türkei vertieft ihre Zusammenarbeit mit den Ländern in Afrika nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch im militärischen Bereich und im Technologietransfer von militärischen Gütern. Wenn wir bei diesem Thema die Türkei mit China oder dem Iran vergleichen, welche Unterschiede können Sie erkennen? Die Türkei liefert eine kleinere Auswahl an Waffen als China, aber eine größere Auswahl an Qualitätswaffen als der Iran. Kurz gesagt, Irans einheimische Verteidigungsprodukte sind unerprobt und gelten allgemein als minderwertig. Im Gegensatz dazu bietet China eine breite Palette an militärischer Ausrüstung an – von Kampfjets über Drohnen bis hin zu gepanzerten Fahrzeugen -, aber nichts davon ist von höchster Qualität. Sicher, der Preis chinesischer Waren ist niedriger als die westlichen Produkte, aber der Effekt ist viel geringer. Es ist ein bisschen wie beim chilenischen Wein. Es wird viel davon produziert, aber nichts davon ist sehr gut. Im Gegensatz dazu sind die Nischenwaffen der Türkei – sie stellt nur eine kleine Auswahl an hochwertigen, aber preisgünstigen Waffen her – kampferprobt und haben sich (im Falle ihrer bewaffneten Drohnen) sowohl gegen chinesische als auch gegen russische Waffen wie Raketensysteme und Drohnen durchgesetzt. Aus diesem Grund kaufen Länder wie Äthiopien und Marokko bewaffnete türkische Drohnen. Sie haben etwas Mystisches an sich, nachdem sie in Syrien, Libyen und im Kaukasus erfolgreich eingesetzt wurden, um das Blatt zu wenden. NEX24: Wir danken für das Gespräch. Das Interview führten Kemal Bölge und Polat Karaburan.

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Mit seiner Entscheidung, eine erste Nationalarmee zu gründen, schrieb Mitte Dezember nicht nur das kosovarische Parlament Geschichte. Der in einer türkischen Militärflugschule ausgebildete Pilot Afrim Zabeli, schloss nur einen Tag vor der Abstimmung seine Schulung zum Militärhubschrauber-Piloten ab und wurde somit 1. Pilot der kosovarischen Armee. NEX24 Kosovo-Korrespondent Mustafë Mehmeti sprach mit dem 27-Jährigen in der Hauptstadt Pristina.

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