Aserbaidschan
Baku bestellt französischen Botschafter ein

Aserbaidschan protestiert gegen Besuch der französischen Präsidentschaftskandidatin im armenisch besetzten Teil Berg-Karabachs.

Teilen

Baku – Das aserbaidschanische Außenministerium hat wegen des Besuchs der französischen Präsidentschaftskandidatin Valérie Pécresse in die von Armenien völkerrechtswidrig besetzte Stadt Khankendi, in Berg-Karabach, den französischen Botschafter in Baku einbestellt.

Wie die aserbaidschanische Nachrichtenagentur AZERTAG berichtet, habe das Auswärtige Amt Aserbaidschans dem französischen Botschafter eine diplomatische Protestnote überreicht.

Dem französischen Geschäftsträger sei deutlich gemacht worden, dass dieser Besuch, der im Rahmen des französischen Präsidentschafts-Wahlkampfs von anderen Politikern begleitet worden sei, ein Verstoß gegen die nationale Gesetzgebung darstelle und sich gegen die Souveränität und territoriale Integrität Aserbaidschans richte.

In der Mitteilung des aserbaidschanischen Außenministeriums heißt es: „Das Außenministerium protestiert nachdrücklich gegen diese illegale Reise einer Gruppe von französischen Bürgern in die aserbaidschanische Stadt Khankendi und macht darauf aufmerksam, dass sie die Anforderungen der Gesetze der Republik Aserbaidschan ernsthaft verletzt haben und die Verantwortung dafür tragen.

Solche Schritte beeinträchtigen die bilateralen Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Frankreich sowie Frankreichs Rolle in der Region, die bei der Normalisierung der aserbaidschanisch-armenischen Beziehungen nach dem Ende des Konflikts spielen könnte.“

Die Namen der französischen Staatsbürger, die die Gebiete Aserbaidschans illegal besucht hätten, seien in die Liste von unerwünschten Personen aufgenommen worden, die nach Aserbaidschan nicht mehr einreisen dürften.

Während des 44-tägigen Konflikts, der am 10. November 2020 mit einem Waffenstillstand endete, befreite Aserbaidschan mehrere Städte und fast 300 Siedlungen und Dörfer in Berg-Karabach von einer fast drei Jahrzehnte währenden armenischen Okkupation. Die beiden Länder unterzeichneten schließlich eine von Russland vermittelte Vereinbarung zur Beendigung der Kämpfe und zur Erarbeitung einer umfassenden Lösung.

Kemal Bölge/Baku

Auch interessant

– Riad –
Armenischer Präsident Sarkissian stattet Saudi-Arabien historischen Besuch ab

Der armenische Präsident Armeniens Armen Sarkissian besuchte Anfang dieser Woche Saudi-Arabien, wo er mit Kronprinz Mohammed bin Salman zusammentraf und damit das erste armenische Staatsoberhaupt war, der das Land besuchte.

Armenischer Präsident Sarkissian stattet Saudi-Arabien historischen Besuch ab

Auch interessant

KI-Boom auf Pump: Versteckte Tech-Schulden erreichen 2,6 Billionen Dollar

Hamburg - Der weltweite KI-Boom wird zunehmend durch Schulden und langfristige Verpflichtungen finanziert. Eine neue Studie des weltweit führenden Kreditversicherers Allianz Trade zeigt, dass...

Warum das Mekka-Abkommen weit mehr ist als eine „muslimische NATO“

Ein Gastbeitrag von Özgür Çelik Manchmal beginnt Geschichte nicht mit einem Paukenschlag, sondern mit einem Ereignis, das außerhalb der Region kaum wahrgenommen wird. Während sich...

Israel verurteilt Sanktionen aus Europa

Tel Aviv - Der Druck auf Israel wegen der Siedlungspolitik im besetzten Westjordanland nimmt zu. Zwölf westliche Staaten haben angekündigt, den Handel mit Waren...

US-Kommentatorin Hernandez – Darf ich vorstellen: Alice Weidel

Ein Gastkommentar von Mariana Hernandez Am Sonntag holte ihre Partei in einem deutschen Bundesland fast 44 Prozent. Sie führte ihren Wahlkampf mit einer Deportations- und...

AfD-Sieg: Die Brandmauer allein wird nicht reichen

Ein Gastbeitrag von Özgür Çelik Die wichtigste Erkenntnis aus den jüngsten Wahlen in Sachsen-Anhalt ist vielleicht nicht einmal das außergewöhnlich starke Ergebnis der AfD. Es...

Headlines

Warum das Mekka-Abkommen weit mehr ist als eine „muslimische NATO“

Ein Gastbeitrag von Özgür Çelik Manchmal beginnt Geschichte nicht mit einem Paukenschlag, sondern mit einem Ereignis, das außerhalb der Region...

Hillary Clinton zum 7. Oktober: Netanjahu wurde gewarnt

Washington - Die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton hat schwere Vorwürfe gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Zusammenhang mit...

Putin an Europa: „Ihr habt bekommen, was ihr wolltet“

Neu Delhi - Der russische Präsident Wladimir Putin hat mit einer scharfen Abrechnung gegen die europäische Energiepolitik für Aufsehen...

USA: Sympathie für Palästinenser erstmals vor Israel

Washington – Die Sympathie der US-Bevölkerung für die Palästinenser liegt erstmals vor der Sympathie für Israel. Das geht aus...

Meinung

AfD-Sieg: Die Brandmauer allein wird nicht reichen

Ein Gastbeitrag von Özgür Çelik Die wichtigste Erkenntnis aus den jüngsten Wahlen in Sachsen-Anhalt ist vielleicht nicht einmal das außergewöhnlich starke Ergebnis der AfD. Es...

Warum das Mekka-Abkommen weit mehr ist als eine „muslimische NATO“

Ein Gastbeitrag von Özgür Çelik Manchmal beginnt Geschichte nicht mit einem Paukenschlag, sondern mit einem Ereignis, das außerhalb der Region kaum wahrgenommen wird. Während sich...

CHP: Vatandaşlar ile Parti Arasındaki Artan Kopuş

Nabi Yücel Vatandaşlarla partiler arasındaki giderek derinleşen kopuş, Türkiye'nin en köklü partisi CHP üzerinden somut biçimde gözlemlenebilir. Cumhuriyet Halk Partisi, 38. Olağan Kurultay'ın ardından ve...

Odadaki Son Yetişkin Olarak Türkiye

Konuk Yazar Nabi Yücel Mevcut durumda Türkiye, Orta Doğu'nun – ve çok daha ötesinin – jeopolitik manzarasında neredeyse nesli tükenmekte olan diplomatik bir tür; yani...

Araştırma: Dini İnanç, Gençleri Kaygı Bozukluklarından Koruyan Temel Bir Faktör

Almanya - Bochum Ruhr Üniversitesi (RUB) tarafından yürütülen güncel bir araştırma, dini inancın çocukların ve gençlerin ruh sağlığı için kritik bir koruyucu faktör olduğunu...