NATO-Erweiterung
PKK: NATO-Chef begrüßt Schwedens neue Terrorismusgesetze

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Stockholm – NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg begrüßte am Dienstag die neue schwedische Anti-Terror-Gesetzgebung, die auch die PKK einbezieht, und bezeichnete sie als einen Fortschritt im Kampf des Landes gegen den Terrorismus. „Die Türkei hat berechtigte Sicherheitsbedenken, und ich begrüße es, dass Schweden den Kampf gegen den Terrorismus, einschließlich der PKK, durch die Einführung neuer Terrorismusgesetze und die Verstärkung der Zusammenarbeit mit Ankara bei der Terrorismusbekämpfung intensiviert hat“, sagte Stoltenberg auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem schwedischen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson. Kein NATO-Mitglied hat so viele Terroranschläge erlitten wie die Türkei, sagte Stoltenberg. Der NATO-Chef begrüßte auch die Aufhebung der Sanktionen der Waffenexporte in die Türkei:
Ich begrüße auch, dass Schweden dafür sorgt, dass es keine Beschränkungen für Waffenexporte in die Türkei gibt
Der NATO-Chef äußerte sich auch erfreut darüber, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan der Wiederaufnahme der Verhandlungen zugestimmt hat, und verwies auf ein trilaterales Treffen, das am Donnerstag in Brüssel stattfinden wird und bei dem die Parteien erörtern werden, ob die Anforderungen des trilateralen Memorandums erfüllt sind oder nicht. Stoltenberg:
Ich freue mich, wieder in Stockholm zu sein und mich mit schwedischen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson zu treffen. Der Abschluss des Beitritts Schwedens und Finnlands zur NATO hat höchste Priorität, und wir machen Fortschritte. Ihre Mitgliedschaft wird unser Bündnis stärken – ich freue mich darauf, Sie schon bald als Vollmitglieder begrüßen zu dürfen.
Türkei vertagt Gespräche über NATO-Beitritt Schwedens und Finnlands Nachdem ein rechtsextremer Politiker mit einer Genehmigung der Behörden in Stockholm einen Koran verbrannt und damit eine Krise ausgelöst hatte, vertagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Gespräche über die NATO-Beitritte Schwedens und Finnlands. „Diejenigen, die diese Perversion fördern oder entschuldigen, haben zweifellos auch die Folgen bedacht. … Tut mir leid, aber Sie werden von uns keine Unterstützung für die NATO bekommen“, sagte Erdogan im Januar vor den Kabinettsmitgliedern. Der rechtsextreme dänisch-schwedische Politiker Rasmus Paludan hatte in der Nähe der türkischen Botschaft in Stockholm ein Exemplar des heiligen Buches des Islam verbrannt.

Das türkische Außenministerium verurteilte die Tat „aufs Schärfste“ und bezeichnete sie als „verachtenswert“. Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar erklärte außerdem, dass Ankara den geplanten Besuch des schwedischen Verteidigungsministers in der Türkei abgesagt habe.

Stockholm bemüht sich um die Zustimmung Ankaras zum NATO-Beitritt. Finnland und Schweden haben ihre historische Neutralitätspolitik aufgegeben und sich angesichts der russischen Invasion in der Ukraine am 24. Februar 2022 um einen NATO-Beitritt beworben. Die beiden skandinavischen Länder waren bereits enge Partner der NATO, aber durch ihren Beitritt würden sie die Unterstützung von 30 Mitgliedsländern erhalten, falls sie von ihrem Feind Russland oder einem anderen Land angegriffen würden. Nur die Türkei weigerte sich, für einen Beitritt zu stimmen. Der NATO-Verbündete Türkei hob im Juni sein Veto gegen den Antrag Finnlands und Schwedens auf Beitritt zum Militäbündnis auf. Vorausgegangen waren wochenlange angespannte Verhandlungen, in denen Ankara die beiden nordischen Länder beschuldigte, Kämpfer der Terrororganisation PKK zu beherbergen.  

Schätzung der UN
Türkei: Erdbeben-Schäden auf über 100 Mrd. Dollar geschätzt

Genf – Die verheerenden Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet haben immense Zerstörung angerichtet. Nach Angaben der UN stürzten fast 600.000 Gebäude ein. Die Schäden, die allein in der Türkei angefallen sind, hat die UN geschätzt. Die Erdbeben des letzten Monats könnten die Türkei nach Schätzungen des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) mehr als 100 Milliarden Dollar kosten. Louisa Vinton, Vertreterin des UNDP in der Türkei, sagte am Dienstag, dass 2,7 Millionen Menschen durch die Erdbeben vertrieben wurden. Fast 600.000 Gebäude seien eingestürzt, fügte sie auf einer wöchentlichen Pressekonferenz hinzu.
(Foto: Semra Kelepir)
„Aus den bisherigen Berechnungen geht klar hervor, dass die von der Regierung vorgelegte und von internationalen Partnern unterstützte Schadenssumme mehr als 100 Mrd. Dollar betragen würde“, sagte Vinton vom UNDP per Videoverbindung aus der türkischen Stadt Gaziantep. Die vorläufige Schadenssumme, die sich laut Vinton nur auf die Türkei bezieht, wird als Grundlage für eine Geberkonferenz am 16. März in Brüssel, Belgien, verwendet, um Mittel für die Erdbebenopfer zu mobilisieren, fügte sie hinzu. Die Weltbank schätzte die Schäden in der Türkei zuvor auf rund 34,2 Mrd. USD. Vinton beschrieb die Szenen in der am schlimmsten betroffenen türkischen Provinz Hatay als „apokalyptisch“ und sagte, Hunderttausende von Häusern seien zerstört worden. „Die Bedürfnisse sind enorm, aber die Ressourcen sind knapp“, fügte sie hinzu. Bislang, so Vinton, sei das UNDP „sehr enttäuscht und traurig“ über die geringe Resonanz auf die bisherigen Finanzierungsaufrufe. Ein am 16. Februar veröffentlichter Aufruf in Höhe von 1 Milliarde Dollar sei derzeit nur zu 9,6 Prozent finanziert, sagte sie. Bei den Erdbeben vom 6. Februar kamen in der Türkei und in Syrien mehr als 52 000 Menschen ums Leben.

OB-Wahl
OB-Wahl in Frankfurt: Stichwahl zwischen Becker und Josef

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Frankfurt am Main – Bei der Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt hat kein Kandidat die notwendige absolute Mehrheit erhalten. Nach Auszählung der insgesamt 575 Stimmbezirke (Stand 20:31 Uhr) liegt der CDU-Kandidat Uwe Becker mit deutlichen 34,5 Prozent vor Mike Josef von der SPD mit 24 Prozent und der Grünen-Kandidatin Manuela Rottmann mit 21,3 Prozent. OB-Stichwahl am 26. März Damit kommt es wie erwartet am 26. März zu einer Stichwahl zwischen Uwe Becker (CDU) und dem SPD-Kandidaten Mike Josef. Noch nie gab es in der Geschichte Frankfurts so viele Kandidierende bei einer Oberbürgermeisterwahl. Insgesamt waren 20 Kandidaten für die OB-Wahl angetreten. Kemal Bölge

Reise-Vloggerin Franziska Niehus
Für Erdbebenopfer: Deutsche läuft 2.400 km

Istanbul –  Die deutsche Reise-Vloggerin Franziska Niehus läuft von Wien nach Istanbul, um Geld für Erdbebenopfer in der Türkei zu sammeln. Niehus ist ein großer Fan der Türkei und bereiste mit ihrem alten gelben Auto bereits 81 Provinzen. In den sozialen Medien ist sie sehr populär geworden und hat auf Instagram bereits über eine halbe Million Follower. Niehus kommt ursprünglich aus Bernau und ist vor etwa fünf Jahren für ein Studium in die Türkei gezogen. Der 29-jährige Vloggerin befand sich in der zentraltürkischen Stadt Kayseri auf einem Skiausflug, als sich das Erdbeben am 6. Februar ereignete. „Ich bin um 4:20 Uhr morgens aufgewacht, weil das Gebäude wackelte. Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich ein so starkes Erdbeben erlebte. Ich hatte also Angst. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich rannte ohne Schuhe nach draußen“, sagte sie gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. Nach dem Erdbeben begab sie sich sofort nach Elbistan in Kahramanmaras, dem Epizentrum des zweiten Erdbebens mit einer Stärke von 7,6.
„Wir sahen die verheerenden Folgen des Erdbebens, und mir wurde klar, dass dies eine der größten Katastrophen ist, die die moderne Zeit je gesehen hat, und dass wir etwas dagegen oder dafür tun sollten.“
„Als ich in Elbistan war, war es sehr kalt. Jeder hat seine Familie oder sein Haus verloren. Aber sie kamen trotzdem zu mir und boten mir Tee an, weil es so kalt war. Sie haben vielleicht alles verloren, aber ihre Gastfreundschaft und ihre Hoffnung haben sie nicht verloren. Das ist der Grund, warum mir das so am Herzen liegt“, so Niehus weiter. Um Geld für die Erdbebenopfer zu sammeln, startete sie am vergangenen Montag eine Reise zu Fuß von Wien nach Istanbul. Sie wird rund 2.400 Kilometer zurücklegen und die Spenden alle 500 Kilometer an eine Hilfsorganisation weitergeben. Auf die Frage nach dem Zweck ihrer Reise sagte Niehus, sie wolle das Bewusstsein schärfen und Spenden für die Erdbebenopfer sammeln.
„Ich habe darüber nachgedacht, was ich persönlich tun kann, um in dieser Situation der Türkei, die ich meine Heimat nenne, zu helfen. Ich habe das Gefühl, dass ich etwas tun kann, um den Menschen zu helfen. Das ist also etwas, was ich tun kann, indem ich über meine Social-Media-Plattformen das Bewusstsein schärfe, indem ich Spenden für die Menschen sammle, die im Moment am meisten Hilfe brauchen.“
Am zweiten Tag ihres Laufs hat sie bereits 3.000 Dollar gesammelt. „Viele Länder und Organisationen haben nach dem Erdbeben in der Türkei und Syrien am 6. Februar 2023 geholfen. Mehr als 100 Länder sind vor Ort, um den vom Erdbeben betroffenen Menschen zu helfen und sie zu unterstützen. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass wir alle gemeinsam in dieser Situation sind. Die jüngsten Ereignisse erinnern uns daran, dass wir alle, egal woher wir kommen oder woran wir glauben, eine gemeinsame Menschlichkeit teilen. Lassen Sie uns als Welt zusammenkommen und uns in diesen schwierigen Zeiten gegenseitig unterstützen. Ob es sich nun um finanzielle Hilfe handelt, um ein freundliches Wort oder einfach darum, für jemanden in Not da zu sein, lasst uns zeigen, dass wir stärker sind, wenn wir zusammenstehen“, schrieb Niehus auf Instagram. Spendenaktion Sultans Trail
 
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Frankfurt
Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt am Main

Frankfurt am Main – In der Finanzmetropole am Main sind an diesem Sonntag (5. März) etwa 509.000 Wahlberechtigte aufgerufen, einen neuen Oberbürgermeister zu wählen. Für die OB-Wahl treten rund 20 Kandidatinnen und Kandidaten an, so viele wie noch nie in Frankfurt. Der Ausgang der Wahl ist völlig offen, da es mehrere Favoriten gibt, die ins Rathaus am Römer einziehen könnten.

Daher wird im ersten Wahlgang nicht damit gerechnet, dass einer der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit erreicht. Für die Sozialdemokraten (SPD) tritt Stadtrat und Diplom-Politologe Mike Josef an, die Christdemokraten (CDU), Staatssekretär Uwe Becker, für die Grünen, Juristin Dr. Manuela Rottmann, für die Linken, Referentin Dr. Daniela Mehler-Würzbach und für die Liberalen (FDP) der Landtagsabgeordnete Yankı Pürsün an.

Meinungsumfrage sieht CDU-Kandidaten Uwe Becker vorn

Nach einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA liegt der CDU-Kandidat Uwe Becker im Wochentrend im März 2023 mit 29,5 Prozent an erster Stelle, gefolgt vom SPD-Kandidaten Mike Josef mit 20,5 Prozent.

Ex-OB Peter Feldmann wegen Vorteilsannahme verurteilt

Notwendig wurde die Wahl, weil Ex-OB Peter Feldmann in einem Korruptionsprozess vor dem Frankfurter Landgericht wegen Vorteilsannahme in zwei Fällen am 23. Dezember 2022 zu einer Geldstrafe verurteilt wurde. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, weil Feldmanns Anwälte in Revision gingen.

 Im November vergangenen Jahres hatten sich bei einem Bürgerentscheid eine große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger für eine Abwahl des damaligen umstrittenen Oberbürgermeisters ausgesprochen.  Die Wahllokale sind von 8:00 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Wahlberechtigt sind alle Deutsche und EU-Staatsbürger, die am Wahltag das 18 Lebensjahr vollendet und seit mindestens sechs Wochen ihren Erstwohnsitz in Frankfurt haben.

Kemal Bölge

Griechenland
Wütende Proteste nach Eisenbahnunglück in Griechenland

Athen – Nach dem Bahnunglück in Griechenland machten wütende Bürger ihren Unmut über den Zustand des griechischen Eisenbahnnetzes kund. Bei einer Protestkundgebung vor der Zentrale der griechischen Eisenbahn (Hellenic Train) in der Hauptstadt Athen, bei dem sich etwa 1.000 Teilnehmer versammelten, kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Einige der Demonstranten bewarfen Geschäfte mit Steinen und setzten Müllcontainer in Brand. Zahl der Toten auf 57 angestiegen Die Zahl der Toten, die beim schwersten Zugunglück in der Geschichte Griechenlands ums Leben gekommen sind, hat sich auf 57 erhöht. Wie das staatliche Fernsehen Griechenlands ERT, berichtet, wurden beim Frontalzusammenstoß der beiden Züge nördlich von Larissa die vorderen Waggons aus den Gleisen gehoben und beim Zusammenprall brach Feuer aus. Wie der Fernsehsender weiter mitteilte, sind beim Zusammenstoß 57 Reisende getötet und 48 verletzt, sechs davon schwer. 56 Bahnreisende gelten noch als vermisst. Wegen des ausgebrochenen Feuers erfolgt die Identifizierung der Leichen zum Teil über einen DNA-Test. Verhafteter Bahnhofsvorsteher übernimmt Verantwortung für Unfall Der verhaftete Bahnhofsvorsteher von Larissa hat über seinen Rechtsanwalt die Verantwortung für den Unfall übernommen. „Wir müssen uns ab jetzt nicht auf einen Baum konzentrieren, sondern auf den Wald“, so der Rechtsbeistand des festgenommenen Bahnhofsvorstehers. Laut griechischen Medien, die sich auf Informationen aus Polizeikreisen stützt, habe der Bahnhofsvorsteher bei der Vernehmung seinen Fehler eingeräumt. Er habe den Personenzug auf das gleiche Gleis geleitet, wo aus der entgegengesetzten Richtung der Güterzug aus Katerini gekommen sei. Es wird erwartet, dass der verantwortliche Bahnhofsvorsteher am Samstag einem Richter vorgeführt wird. Der griechische Außenminister Nikos Dendias hat sich über den Kurznachrichtendienst Twitter für die internationalen Unterstützungsbotschaften im Zusammenhang mit dem Bahnunglück bedankt. Kemal Bölge

Zugunglück
Griechenland-Zugunglück: Zahl der Toten steigt auf über 36

Larissa – In der vergangenen Nacht ist es in Griechenland zu einem schweren Zugunglück gekommen. Ein Intercity war mit rund 350 Menschen an Bord von Athen nach Thessaloniki unterwegs. Dabei kollidierten die Züge. Mindestens 36 Menschen kamen dabei ums Leben und mindestens 60 Fahrgäste wurden bei der Tragödie schwer verletzt und in Krankenhäusern behandelt. Der Zusammenstoß ereignete sich um 23:24 Uhr Ortszeit, als ein Personenzug auf der Eisenbahnstrecke zwischen Athen – Thessaloniki mit etwa 350 Fahrgästen auf der Höhe von Tempi frontal mit einem anderen Güterzug zusammenstieß. Es ist das bisher schwerste Zugunglück in der Geschichte Griechenlands und die Zahl der Toten könnte noch steigen, da nach Angaben des Regionalgouverneurs von Thessalien die ersten beiden Waggons des Personenzuges buchstäblich zerschellt wurden. Rettungsteams mit 150 Feuerwehrleuten, 40 Krankenwagen und Polizei waren an den Unglücksort geeilt, um Überlebende in den zerschellten Waggons zu finden. Beim Personenzug handelt es sich um den Intercity 62, der am Dienstagabend um 19:22 Uhr aus Athen mit 350 Fahrgästen nach Thessaloniki gestartet war und mit dem Güterzug, der aus der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki losfuhr, kollidierte. Das griechische Nachrichtenportal onlarissa.gr berichtet, dass beide Züge mit rund 70-80 Stundenkilometern frontal aufeinanderstießen. Wie die am Einsatz beteiligte Feuerwehr mitgeteilt hat, dauert die Such- und Rettungsaktion noch an. Nach dem Zusammenstoß der beiden Züge fingen einige Waggons Feuer, weshalb die Feuerwehr anrücken musste. Um sich ein Bild vom Ausmaß des Unglücks zu machen und die Rettungsarbeiten zu koordinieren, kamen Gesundheitsminister Thanos Plevris, Verkehrsminister Michalis Papadopoulos sowie Regionalgouverneur Kostas Agorastos an den Unfallort. Die griechische mobile Einsatzzentrale “Olympos” ist ebenfalls an der Koordination zur Bergung von Opfern des Unfalls beteiligt. Kemal Bölge

 Kampf gegen Terror
Zwei PKK-Anführer bei Drohnenangriff im Nordirak getötet

Ankara – In der nordirakischen Region Sindschar sind bei einem Anti-Terror-Einsatz der Türkei zwei Anführer der Terrororganisation PKK getötet worden. Nach Medienberichten kamen zwei hochrangige Mitglieder der Extremistenorganisation PKK/YBŞ, Pir Çeko Şengali und Agir Cefri, in ihrem fahrenden Pick-up bei einer gemeinsamen Militäroperation der türkischen Armee und des Geheimdienstes ums Leben.

Die getöteten Extremisten-Anführer standen auf der Fahndungsliste der türkischen Sicherheitsbehörden, weil sie Anschläge auf Zivilisten und Soldaten angeordnet haben sollen. Die Terrororganisation YBŞ gilt als Splitterorganisation der PKK im irakischen Sindschar.

Videoaufnahmen und Fotos lokaler Medien verbreiteten sich in sozialen Netzwerken, in dem ein völlig zerstörtes und ausgebranntes Geländefahrzeug zu sehen ist, das wahrscheinlich von einer oder mehreren Kampfdrohnen angegriffen wurde.

Festnahme von PKK-Anführer im Nordirak durch türkischen Geheimdienst

Dem türkischen Nachrichtendienst MIT ist es bei einer Geheimoperation im nordirakischen Sulaimaniyya gelungen, einen der meistgesuchten PKK-Anführer der letzten Jahre, Ramazan Güneş, festzunehmen und in die Türkei zu bringen.

Wie die oppositionelle Zeitung Sözcü berichtet, wurde der per Haftbefehl gesuchte Terroristenanführer seit einem Jahr Schritt für Schritt vom Geheimdienst observiert. Die türkische Generalstaatsanwaltschaft in Hakkari wirft dem Extremisten vor, an bewaffneten Angriffen auf Polizeistationen in Çukurca, Şemdinli, Yüksekova und Derecik teilgenommen zu haben, bei denen 60 Sicherheitskräfte getötet wurden.

Er soll darüber hinaus an zwölf verschiedenen Anschlägen auf Kasernen, Stützpunkte und Polizeiunterkünfte aktiv beteiligt gewesen sein, bei dem 26 Polizisten und Soldaten getötet wurden. Den genauen Aufenthaltsort des Extremistenanführers ermittelte laut Zeitungsbericht ein Spezialteam der Auslandsabteilung des türkischen Nachrichtendienstes. Zur Ergreifung des Terroristen hatte das türkische Innenministerium ein Kopfgeld von rund 25.000 Euro ausgesetzt.

Türkischer Sicherheitsexperte Abdullah Ağar: Keine sicheren Zonen mehr für PKK-Terroristen

Der türkische Sicherheitsexperte Abdullah Ağar begrüßte die Festnahme des Terroristenanführers auf Twitter. Selbst eine Stadt wie Sulaimaniyya, den die Terroristen für eine sichere Zone hielten, sei der Ort der Ergreifung von Ramazan Güneş gewesen. Dieser sei verantwortlich für den Tod von 57 Soldaten, einem Polizisten und zwei Dorfwächtern, so der Ex-Elitesoldat Ağar im Kurznachrichtendienst.

Die PKK wird von der Türkei und den USA sowie der EU als terroristische Organisation eingestuft. Sie wird für den Tod von mehr als 40.000 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, verantwortlich gemacht.

Kemal Bölge

Ukraine-Krieg
Ukraine: Muslimische Tschetschenen im Kampf gegen Russland

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Kiew – In einem Gespräch mit der britischen Tageszeitung The Guardian bewertete ein Kämpfer des tschetschenischen Dschochar-Dudajew-Bataillons die aktuelle Situation in der Ukraine. Das Battaillon kämpft neben zwei weiteren tschetschenischen Battailons in den Reihen der ukranischen Streitkräfte gegen die russische Armee. „Wir kämpfen für eine freie Zukunft“, so der Kämpfer mit dem Spitznamen Tor. 

Das Dschochar-Dudajew-Bataillon ist eine Formation, die seit der russischen Invasion auf der Krim und im Donbass im Jahr 2014 an der Seite der ukrainischen Armee kämpft. Es hat seinen Namen vom ersten Präsidenten des unabhängigen Tschetscheniens nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, Dschochar Dudajew.

Die berüchtigte tschetschenische Miliz des vom Kreml unterstützten Ramsan Kadyrow ist eine bekannte Einheit. Weniger bekannt sind die drei tschetschenischen Bataillone auf ukrainischer Seite, die an den zermürbendsten und blutigsten Frontlinien kämpfen, im Gegensatz zu Kadyrows Truppen.

„Das Bataillon wurde gebildet, um den Frieden zu wahren“, so der tschetschenische Kämpfer über die Bildung des Bataillons.

Viele ihrer Kämpfer sind tschetschenische Emigranten der ersten oder zweiten Generation, die vor Kadyrows tyrannischer Herrschaft geflohen sind, als er als Putins starker Mann aus den postsowjetischen Kriegen gegen eine tschetscheniche Unabhängigkeit hervorging. 

Die Tschetschenen sagen, dass sie für die Ukraine kämpfen, da dies die beste Chance darstelle, diese Nationen unter dem zu befreien, was sie als „das russische Joch“ bezeichnen. Diejenigen von ihnen, die schon länger in der Ukraine leben, fügen hinzu, dass das Land ihnen auch die Freiheit bietet, ihren muslimischen Glauben auszuüben.

Wie The Guardian weiter berichtet, operiert die Einheit unter dem Kommando der ukrainischen Armee, erhält aber keine Mittel aus dem Verteidigungsbudget. Seine Zentrale im Keller eines Gebäudes in Kiew ist übersät mit eingelegtem Gemüse, Splitterschutzwesten, einem Maschinengewehr und sogar einer Starlink-Satellitenschüssel. Sie suchen ständig nach weiteren Spenden. Ein an einem Kleiderhaken hängender Sombrero bietet einen ungewöhnlichen Anblick. „Wir haben einen mexikanischen Spender“, sagt Tor. „Er war schon ein paar Mal hier, er hat zwei Autos gespendet.“

Die Frustration, sagen die Tschetschenen, sei, dass der Westen noch nicht auf die Notwendigkeit aufmerksam geworden sei, die Ukrainer richtig zu bewaffnen. Die Bereitstellung von US-Himars-Raketensystemen soll die Befreiung der südlichen Cherson-Region Ende vergangenen Jahres ermöglicht haben. Das langsame Tempo der Bundesregierung bei ihren Beratungen über die Lieferung von Leopard-2-Panzern sei laut Tor „ein Verbrechen“ gewesen. „Gib der Ukraine einfach die Waffen und sie werden den Rest erledigen und die Situation retten, ohne dass du dein Blut vergießen musst.“

Die Erfolgsbilanz des Bataillons seit dem 24. Februar könne sich durchaus sehen lassen, so The Guardian weiter. Die Einheit führte im März vergangenen Jahres Sabotage- und Aufklärungsaktivitäten im Norden von Kiew durch, als die Russen versuchten, die Hauptstadt der Ukraine zu stürmen, bevor sie sich an der Befreiung der Stadt Izium im Nordosten des Landes beteiligten.

„Die Russen haben viel schwere Artillerie und die ukrainische Armee hat nicht genug, um all diese Stellungen zu halten. Nicht genug Mörser, um die Russen zurückzuhalten. Die russische Taktik ist, alles zu zerstören, nur Ruinen zu hinterlassen und dann kommt die Infanterie. Es ist eine Taktik, die sie in Tschetschenien angewendet haben“, so ein weiterer Kämpfer gegenüber The Guardian.

Der Bataillonskommandeur ist der 41-jährige Adam Osmaev. Als schloss sich 1999 dem Kampf gegen Russland an, als der zweite Tschetschenienkrieg ausbrach. Im Oktober 2017 wurde Osmaev verwundet und seine Frau, Amina Okujewa, eine Scharfschützin des Bataillons, wurde getötet, als mutmaßliche russische Geheimdienstagenten mit einem Kalaschnikow-Gewehr das Feuer auf sie eröffneten, als sie mit dem Auto zu ihrem Haus außerhalb von Kiew zurückkehrten. 

Am 30. Oktober 2017 wurde in Kiew ein Attentat auf Amina Okujewa und Adam Osmajew verübt.

Zum Thema

– Ukraine-Konflikt – Kiew: Tschetschenen-Führer Cheberloyevsky dankt Türkei für Unterstützung

Im Krieg in der Ukraine setzt die russische Regierung auf die Unterstützung Ramsan Kadyrows, Herrscher der russischen Teilrepublik Tschetschenien. Jedoch kämpfen auch auf der Seite der Ukraine Tschetschenen. NEX24 traf deren Anführer Muslim Cheberloyevsky in Kiew.

Kiew: Tschetschenen-Führer Cheberloyevsky dankt Türkei für Unterstützung
 

Islam
Prominenter US-Priester zum Islam konvertiert

Los Angeles – Der in Kalifornien ansässige prominente christliche Priester, Hilarion Heagy, ist zum Islam konvertiert. Heagy, der jetzt seinen Namen in Said Abdul Latif geändert hat, sagte, er habe sich schon vor 20 Jahren zum Islam hingezogen gefühlt, sei aber erst vor kurzem zu dieser Religion konvertiert. „Nachdem ich mich jahrzehntelang in unterschiedlichem Maße zum Islam hingezogen gefühlt hatte, beschloss ich schließlich, den Schritt zu wagen.“ „Dazu war jedoch ein physischer Umzug notwendig und angebracht, da ich in einem katholischen Kloster lebte. Man kann nicht einfach öffentlich Priester und Mönch und privat Muslim sein“, sagte er. Heagy sagte, dass er seit der Bekanntgabe seiner Konversion zum Islam herzliche Botschaften von Muslimen erhalten hat. „Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft, die ich von der muslimischen Gemeinschaft erfahren habe, ist einfach phänomenal. Eine solche Gastfreundschaft habe ich noch nie erlebt. Die Zukunft ist für mich ungewiss. Ein Sprung ins Ungewisse ist immer mit einigen Ängsten verbunden.“ Gegenüber Medien sagte Heagy, dass sein Übertritt zur islamischen Religion wie eine „Heimkehr“ sei und eigentlich eine „Umkehr zum Islam“. Heagy schrieb in seinem Blogbeitrag:
„Es ist wirklich wie eine ‚Heimkehr‘. Mein ursprünglicher Glaube. Denn der Koran besagt, dass wir Gott allein verehren und uns ihm unterwerfen, bevor wir überhaupt geboren wurden.“
Zur weiteren Rechtfertigung seines Standpunkts zitierte Hilarion Heagy aus dem Heiligen Koran:
„Und erinnere dich, als dein Herr aus den Lenden der Kinder Adams ihre Nachkommenschaft hervorbrachte und sie über sich selbst aussagen ließ. Allah fragte: ‚Bin ich nicht euer Herr?‘ Sie antworteten: ‚Ja, Du bist es! Wir bezeugen es.‘ Er warnte: ‚Ihr habt kein Recht, am Tag des Jüngsten Gerichts zu sagen: ‚Wir wussten das nicht.'“ – Koran (7:172)“
Als Reaktion auf den Blogeintrag erschien kürzlich auf Catholic.com ein Artikel mit dem Titel „Traurige Reise des ‚muslimischen Priesters'“. Die Nachricht, dass der ehemalige Priester den Islam angenommen hat, hat auch in den sozialen Medien gemischte Reaktionen hervorgerufen, wobei Muslime ihn im Glauben willkommen hießen und einige Christen ihn als „Abtrünnigen“ geißelten.

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Das berühmte französische Model Marine el Himer hat bekannt gegeben, dass sie zum Islam konvertiert ist.

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