Neuer Beschluss
Bundesregierung stoppt vorläufig Vorratsdatenspeicherung

Berlin (dts) – Die Bundesregierung muss die für nächste Woche geplante parlamentarische Verabschiedung der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung vorläufig stoppen. Grund seien Vorbehalte der EU-Kommission, wie aus einem Dokument des Justizministeriums hervorgehe, das der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe) vorliegt. Demnach gilt nun eine neue Stillhaltefrist bis zum 6. Oktober. Frühestens danach wird das Gesetz verabschiedet werden können – ursprünglich war das bereits für Juli geplant. Zu der Verzögerung in der Gesetzgebung kommt es nun, weil die EU-Kommission Justizminister Heiko Maas (SPD) eine Mängelliste vorgelegt hat. In ihrer Stellungnahme, die der „Rheinischen Post“ vorliegt, rügt die Kommission vor allem die verpflichtende Datenspeicherung im Inland als Verstoß gegen die Dienstleistungsfreiheit der Unternehmen. Die Gründe für eine ausnahmsweise Einschränkung dieser Freiheit, die Maas vorgebracht hatte, überzeugten die EU-Beamten offenkundig nicht. Maas hält an seiner Bewertung fest, lässt aber das weitere Vorgehen prüfen, wie aus dem Dokument hervorgeht.

Vorratsdatenspeicherung
Bericht: Bundesregierung stoppt vorläufig Vorratsdatenspeicherung

Berlin (dts) – Die Bundesregierung muss die für nächste Woche geplante parlamentarische Verabschiedung der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung vorläufig stoppen. Grund seien Vorbehalte der EU-Kommission, wie aus einem Dokument des Justizministeriums hervorgehe, das der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe) vorliegt. Demnach gilt nun eine neue Stillhaltefrist bis zum 6. Oktober. Frühestens danach wird das Gesetz verabschiedet werden können – ursprünglich war das bereits für Juli geplant. Zu der Verzögerung in der Gesetzgebung kommt es nun, weil die EU-Kommission Justizminister Heiko Maas (SPD) eine Mängelliste vorgelegt hat. In ihrer Stellungnahme, die der „Rheinischen Post“ vorliegt, rügt die Kommission vor allem die verpflichtende Datenspeicherung im Inland als Verstoß gegen die Dienstleistungsfreiheit der Unternehmen. Die Gründe für eine ausnahmsweise Einschränkung dieser Freiheit, die Maas vorgebracht hatte, überzeugten die EU-Beamten offenkundig nicht. Maas hält an seiner Bewertung fest, lässt aber das weitere Vorgehen prüfen, wie aus dem Dokument hervorgeht.

Flüchtlingsdebatte
Gallup-Studie: Mehrheit hat keine Job-Angst wegen Flüchtlingen

Berlin (dts) – Die Mehrheit der Europäer hat keine Angst davor, dass Flüchtlinge ihnen den Job wegnehmen könnten. Das legt eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Gallup im Auftrag der Internationalen Organisation für Migration (IOM) nahe. Teile der europäischen Daten der weltweiten Studie „Wie die Welt Migration sieht“ liegen der internationalen Zeitungsallianz LENA, der die „Welt“ angehört, exklusiv vor. Die gesamte Studie wird im Oktober vorgestellt. Den Daten zufolge sind zum Beispiel fast zwei Drittel der Deutschen (61 Prozent), Schweden (60 Prozent) und selbst der Briten (66 Prozent) – denen eher eine ablehnende Haltung zu Flüchtlingen nachgesagt wird – der Ansicht: Die Flüchtlinge führen nur die Tätigkeiten aus, die die einheimische Bevölkerung nicht selbst ausführen möchte. Allerdings gibt es laut der Studie auch einige Länder, in denen es sich anders verhält: In Ungarn, Kroatien und Bulgarien etwa denken 80 Prozent und mehr, dass ihre Jobs durch Migranten gefährdet sind. Die Erhebung wurde 2013 durchgeführt; doch aus Sicht von Frank Laczko, Chef des Global Migration Data Analysis Centre bei der IOM, kann sie dennoch helfen, etwas Objektivität in die teils panische Debatte über Flüchtlingsfeindlichkeit zu bringen. „Die Daten zeigen, dass in den meisten europäischen Staaten die Mehrheit der Leute davon ausgeht, dass die Flüchtlinge die Jobs machen, die ohnehin keiner machen will.“ Aus Sicht der Vereinten Nationen ist Europa in der Lage, den Ansturm der Flüchtlinge auch auf Dauer zu bewältigen. „Europa hat die nötigen Systeme und auch das nötige Geld, um die Krise zu meistern“, sagte Michael Möller, Chef des UN-Hauptquartiers in Genf. Trotzdem sieht Möller nicht nur Europa, sondern die gesamte Weltgemeinschaft in der Pflicht: Von USA über Kanada und Australien bis hin zu einigen afrikanischen Staaten – alle Länder, die Erfahrungen mit der Aufnahme von Flüchtlingen hätten, sollten jetzt tätig werden und sich solidarisch zeigen. Vor allem auch Nachbarländer von Krisenherden wie Syrien könnten sich deutlich mehr engagieren, mahnte Möller: „Abgesehen von Libanon, Jordanien und der Türkei gibt es immer noch viel Raum für Verbesserung.“ Zur Leading European Newspaper Alliance (LENA) gehören neben der „Welt“ die italienische Zeitung „La Repubblica“, „El País“ aus Spanien, „Le Soir“ aus Belgien, „Le Figaro“ aus Frankreich sowie „La Tribune de Geneve“ und „Der Tagesanzeiger“ aus der Schweiz.

Flüchtlingskrise
Orban will Flüchtlinge künftig zurückschicken

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Budapest (dts) – Ungarns Premierminister Viktor Orban will Flüchtlinge künftig in ihre Heimatländer zurückschicken. In einem Interview mit „Bild“ (Samstag) erklärte Orban, Flüchtlinge sollten „dorthin, wo sie herkommen“. Zur Begründung für seine Haltung erklärte der Regierungschef: „Diese Migranten kommen ja nicht aus dem Kriegsgebiet zu uns, sondern aus Lagern in den Nachbarstaaten Syriens: aus dem Libanon, Jordanien, der Türkei. Dort waren sie in Sicherheit. Diese Menschen fliehen also nicht vor der Gefahr, sie sind bereits geflohen und mussten nicht mehr um ihr Leben fürchten.“ Orban erklärte, viele Flüchtlinge kämen nicht nach Europa, „weil sie Sicherheit suchen, sondern sie wollen ein besseres Leben als in den Lagern. Sie wollen ein deutsches Leben, vielleicht ein schwedisches.“ Diese Haltung könne er persönlich verstehen, sagte Orban gegenüber „Bild“: „Aber fest steht: Es gibt kein Grundrecht auf ein besseres Leben, nur ein Recht auf Sicherheit und Menschenwürde.“

USA/Türkei
Spendenkampage für Familien der Opfer der PKK-Terroranschläge

USA (nex) – In den USA ist eine große Spendenkampagne von dort lebenden Türken für die Familien der bei den Terroranschlägen der PKK ums Leben gekommenen Märtyrer initiiert worden. Mit Hilfe der Einnahmen soll das Leid der Märtyrerfamilien zum Opferfest ein wenig gemildert werden. Die Kampagne ist von 155 türkischen Nichtregierungsorganisationen vertreten durch türkisch-amerikanische Dachverbände ins Leben gerufen worden. Die Spendengelder sollen über die Mehmetçik-Stiftung an die Märtyrerfamilien überwiesen werden. In der Erklärung zu der Kampagne hat es geheißen, dass für all die Märtyrer und Veteranen, die nicht davor zurückgeschreckt haben ihr Leben zu opfern, jeder seinen Kopf hinhalten sollte. Spendenkonto: Bankleitzahl: 0650-0000-90 Kontonummer: 1357-2108-91 Swift-Code: HIBKUS44

1. Bundesliga
Gladbach verliert sogar gegen Hamburg

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Mönchengladbach (dts) – Der Fehlstart von Borussia Mönchengladbach in der 1. Liga nimmt dramatische Züge an. Am vierten Spieltag verloren die Borussen das vierte Spiel in Folge – gegen den HSV, der damit endgültig im Mittelfeld angekommen ist. Im heimischen Stadion unterlag Mönchengladbach den Hamburgern mit 0:3. Gladbach zeigte von der ersten bis zur letzten Minute ein Höchstmaß an Unsicherheit, hatten keine einzige Torchance und die Gäste sagten „Danke“. Hamburgs Pierre-Michel Lasogga traf in der 11. und 44. Minute, Nicolai Müller legte acht Minuten später mit einem Lupfer noch einen drauf.

Flüchtlingshilfe
Schwesig: Anerkannte Asylbewerber sollen Freiwilligendienst leisten können

Berlin (dts) – Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) setzt darauf, auch Flüchtlinge für die Flüchtlingshilfe zu mobilisieren. „Wir wollen Freiwilligendienst für Flüchtlinge, aber auch Freiwilligendienst von Flüchtlingen“, sagte Schwesig der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitagausgabe). „Menschen, die zu uns kommen, die als Asylbewerber anerkannt sind und eine Arbeitserlaubnis haben, sollten auch Freiwilligendienst machen können. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Integration.“ Die Mittel für den Einsatz sogenannter „Bufdis“ will die Bundesregierung im Rahmen eines Sonderprogramms vom 1. Januar 2016 an deutlich aufstocken, so dass 10.000 zusätzliche Helfer eingesetzt werden können. Das sei eine erhebliche Steigerung um fast ein Drittel, so Schwesig. Zurzeit gebe es 35.000 Aktive im Bundesfreiwilligendienst. Die Ministerin erläuterte: „Vor Ort gibt es viel ehrenamtliches Engagement. Viele Flüchtlinge wollen sich engagieren und mit anpacken. Dieses Potenzial wollen wir nutzen. Es braucht aber auch Unterstützung durch den Freiwilligendienst.“ Jetzt gehe es erst einmal darum, die Voraussetzungen für den Einsatz der 10.000 Helfer zu schaffen. Sie kündigte an, dass das Sonderprogramm vor allem für Flüchtlinge ist. Die zusätzlichen Kräfte sollten dabei helfen, Flüchtlinge in Empfang zu nehmen, zu betreuen und zu integrieren. Dazu wolle das Ministerium auch mit muslimischen Migrantenorganisationen zusammenarbeiten.

Fahndung nach Terroristen
Türkische Polizei fahndet nach IS-Kämpferinnen aus Deutschland

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Mönchengladbach (dts) – Die türkischen Sicherheitsbehörden fahnden nach insgesamt 21 Personen, die im Verdacht stehen, Selbstmordattentate in der Türkei zu planen. Unter den Verdächtigen befinden sich nach Recherchen von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ auch zwei junge Frauen aus Deutschland. Merve D. und Valentina S. stammen aus Mönchengladbach und sind 2013 nach Syrien ausgereist, um sich der Terrormiliz Islamischer Staat anzuschließen. Türkische Sicherheitsbehörden hatten vor zwei Wochen einen internen Fahndungsaufruf an alle Polizeipräsidien des Landes geschickt. Die Polizei Mönchengladbach hat WDR, NDR und SZ im Interview bestätigt, dass es sich bei zwei der Frauen um Merve D. und Valentina S. handelt. Merve D. hat nach ihrer Ausreise aus Deutschland geheiratet. Auch nach ihrem Mann fahndet die türkische Polizei. Schon 2013 fingen die damals 17-jährigen Freundinnen Valentina und Merve offenbar an, sich intensiv mit dem Islam zu beschäftigen. Über einschlägige Webseiten und Besuche in der salafistischen Szene in Köln radikalisierten sich die beiden Teenager dann immer mehr. So sollen sie ihre Freunde wegen angeblich unislamischen Verhaltens kritisiert und ihr Leben zunehmend nach salafistischen Vorstellungen ausgerichtet haben. Bereits Ende 2013 sollen die beiden Minderjährigen dann in die Türkei gereist sein, um sich in Syrien dem IS anzuschließen und einen Dschihadisten zu heiraten, vermuten die Sicherheitsbehörden. Hintergrund der landesweiten Fahndungsaktion ist offenbar das Bombenattentat auf das kurdische Kulturzentrum von Suruç im türkisch-syrischen Grenzgebiet, bei dem am 20. Juli 34 Menschen ums Leben kamen, 76 wurden verletzt, zum Teil schwer. Gesucht wird offenbar auch der Bruder des von den türkischen Behörden identifizierten mutmaßlichen Attentäters.

Unglück in Mekka
Über 50 Tote bei Unfall in großer Moschee von Mekka

Mekka (dts) – Bei einem Unfall in der großen Moschee in Mekka sind am Freitag über 50 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte der saudi-arabische Zivilschutz mit. Das Unglück ereignete sich, als ein Kran umstürzte. Zuletzt war von 52 Todesopfern die Rede. Über die weiteren Hintergründe wurde zunächst nichts bekannt. Die Al-Masdschid al-Haram ist die wichtigste Moschee des Islam –und zugleich die größte der Welt. Gemeinsam mit der Prophetenmoschee in Medina und der al-Aqsa-Moschee in Jerusalem bildet die Heilige Moschee in Mekka die drei heiligsten Stätten des Islam.

Flüchtlingskrise
Genscher: Deutschland ist ein Land des guten Beispiels

Berlin (dts) – Der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher hat die Deutschen angesichts der aktuellen Flüchtlingskrise gelobt. „Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass so etwas noch einmal geschehen kann“, sagte der FDP-Politiker in „hr1“ am Freitag. Deutschland sei „ein Land des guten Beispiels geworden“. Viele würden sich fragen: „Was kann ich tun, um Menschen in Not zu helfen. Das müssen wir als gute Tugend pflegen, auch als Konsequenz aus der eigenen Geschichte.“ 25 Jahre nach der Wiedervereinigung plädiert der 88-Jährige zu einem Neuanfang im weltweiten Friedensprozess – auch in Bezug auf die Flüchtlingsfrage. „Wir müssen uns heute fragen, was haben wir, nicht nur wir Deutschen, sondern wir Europäer, aus diesen großen Chancen gemacht.“ Einige Hoffnungen, die es im Oktober 1990 nach dem Zwei-plus-Vier-Vertrag gegeben habe, seien enttäuscht worden. Es gebe im Gegenteil „rückläufige Entwicklungen“. Der Ex-Außenminister hält deshalb einen „neuen Anfang“ für zwingend notwendig. „Es sind Fehler gemacht worden auf allen Seiten.“