Bluttat in Sachsen
Mord am helllichten Tag in Leipzig – Täter noch flüchtig

Leipzig (dts) – In Leipzig ist am Donnerstagmittag ein 52-Jähriger von einem Unbekannten erschossen worden. Nach der Tat sei der offenbar allein agierende Täter mit einer dunklen Limousine mit österreichischem Kennzeichen geflüchtet, teilte die Polizei mit. Polizei und Staatsanwaltschaft haben Ermittlungen wegen Mordes aufgenommen und in diesem Zusammenhang am Tatort umfangreiche kriminaltechnische Maßnahmen getroffen sowie eine Fahndung nach dem flüchtigen Täter beziehungsweise dem von ihm genutzten Fahrzeug initiiert. Der Täter sei mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterhin bewaffnet und bereit, die Waffe einzusetzen, teilten die Beamten weiter mit. Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar.

Türkisch-russische Beziehungen
Treffen zwischen Çavuşoğlu und Lawrow in Belgrad als Chance für Entspannung

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Belgrad (nex) – Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu hat sich türkischen diplomatischen Quellen zufolge am Donnerstagnachmittag am Rande der OSZE-Tagung in der serbischen Hauptstadt Belgrad mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow getroffen. Es handelte sich dabei um den ersten Kontakt auf höchster Ebene zwischen Ankara und Moskau seit dem Abschuss eines russischen SU-24-Kampfflugzeugs durch türkische F16 infolge einer Luftraumverletzung an der syrisch-türkischen Grenze am 24. November. Die Türkei behauptete, die russische Maschine sei trotz zehnmaliger Warnungen in nur zehn Minuten in den türkischen Luftraum eingedrungen. Der russische Außenminister Lawrow hatte bereits am Mittwoch während seines Besuches bei der Administration Griechisch-Zyperns angekündigt, er werde nicht zögern, das Gespräch mit Çavuşoğlu zu suchen. Dieser habe zwei Tage nach dem Zwischenfall telefonisch um ein solches Treffen gefragt, erklärte Lawrow. In Belgrad tagen derzeit die Minister aus Anlass des 22. Treffens der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Der russische Präsident Vladimir Putin hatte zuvor noch ein Treffen mit seinem Amtskollegen Recep Tayyip Erdoğan im Rahmen der Weltklimakonferenz in Paris abgelehnt, obwohl Ankara nach dem Abschuss des Jets darum ersucht hatte. Das Treffen zwischen Lawrow und Çavuşoğlu begann am Donnerstagnachmittag.

Fremdenfeindlichkeit
Bericht: Justiz klärt Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte kaum auf

Berlin (dts) – Politisch motivierte Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte werden von der deutschen Justiz kaum aufgeklärt. „Zeit Online“ und „Die Zeit“ haben alle 222 fremdenfeindlichen Angriffe auf Unterkünfte zwischen dem 1. Januar und dem 30. November nachrecherchiert, bei denen Menschen zu Schaden kamen oder zu Schaden hätten kommen können. Nur in zwölf Fällen der schweren Attacken wurden ein oder mehrere Täter angeklagt. Das sind lediglich fünf Prozent aller Fälle. Nur in bislang vier Fällen wurde jemand verurteilt. Bei den Angriffen auf Unterkünfte handelt es sich um 93 Brandanschläge, 93 Sachbeschädigungen, acht Wasserschäden. Hinzu kamen 28 tätliche Angriffe. Die Übergriffe verteilen sich auf das gesamte Bundesgebiet. Die Aufklärung gelingt im Westen nicht häufiger als im Osten. In Baden-Württemberg zum Beispiel wurde noch kein einziger schwerer Angriff auf eine Flüchtlingsunterkunft aus diesem Jahr aufgeklärt. Insgesamt führt Sachsen die Liste mit 64 Angriffen an, darunter sind 18 Brandstiftungen in Asylunterkünften. Es folgt Nordrhein-Westfalen mit 21 Fällen (14 Brandanschläge). In Berlin waren es 20 (4), in Baden-Württemberg 17 (7), in Mecklenburg-Vorpommern 16 (5), in Sachsen-Anhalt 15 (7). In Bayern und Brandenburg waren jeweils sieben Unterkünfte das Ziel von Brandanschlägen.

Baskın: Karabasan
USA: Erster türkischer Horrorfilm in US-Kinos

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New York (nex) – Eine Filmpremiere der besonderen Art deutet sich in den USA an. Wie türkische Medien berichten, soll in Kürze erstmals ein türkischer Horrorfilm in US-amerikanischen Kinos gezeigt werden. Es soll sich um die Produktion „Baskın: Karabasan“ (Albtraum) von Can Evrenol handeln und der Film soll noch in der ersten Jahreshälfte des kommenden Jahres in mindestens fünf Städten der Vereinigten Staaten, darunter New York, gezeigt werden. Es soll sich dabei auch um den weltweit in den meisten Städten präsenten türkischen Film handeln. Der Horrorfilm soll auch in Deutschland, Italien, Großbritannien, Kanada, Australien, China, Japan sowie in skandinavischen Ländern und in den GUS-Staaten gezeigt werden. Der Film wurde jüngst unter anderem auf dem Toronto Filmfestival in Kanada vorgeführt und erregte dort die Aufmerksamkeit der Fachwelt.   [paypal_donation_button align=“left“]      

Stadt zum Verkauf
South Dakota: Eine ganze Stadt kaufen für 250 000 Dollar – Neues Ortsschild inklusive

Pierre, SD (nex) – Während man in manchen Ecken Deutschlands für 250 000 US-Dollar (etwa 236 000 €) repräsentative Einfamilienhäuser allenfalls noch in ostdeutschen Kleinstädten bekommt, kann man jetzt im US-Bundesstaat South Dakota für diesen Preis eine ganze Stadt kaufen. Einem Immobilienmakler zufolge gibt es die etwa 2,5 Hektar große Geisterstadt Swett, inklusive Taverne, Wassertränke, einem Haus mit drei Schlafräumen und einem früheren Reifenhandel, die 160 Kilometer südöstlich von Rapid City liegt, zu diesem Schnäppchenpreis.
(Foto: screenshot/youtube)
(Foto: screenshot/youtube)
Maklerin Stacie Montgomery erklärte, es hätten sich bereits mehrere Interessenten gemeldet, seit sie das Anwesen im Juni 2014 zum Verkauf ausgeschrieben habe. Allerdings sei bislang in keinem Fall eine Einigung zustande gekommen. Deshalb habe sie den Verkaufspreis nun von 399 000 auf 250 000 US-Dollar gesenkt. Eine russische Filmproduktionsfirma hat bereits angefragt, ob sie an der Stelle nicht drehen könnte. In ihren besten Zeiten hatte die Stadt 40 Einwohner, das war in den 1940er Jahren, als es dort auch noch ein Postamt und einen Lebensmittelladen gab. Zuletzt lebten in Swett nur der Eigentümer der Stadt, Lance Benson, seine Frau und deren Hund, die selbst versucht hatten, die Stadt zu verkaufen, ehe sie an eine Bank fiel. Benson hatte Swett 1998 erstmals erworben, später im Rahmen einer Scheidungsvereinbarung wieder veräußert und 2012 noch einmal erworben. Die inmitten der Prärie gelegene Gemeinde hat vom Staat sogar ein neues Ortsschild bekommen, da das zuvor vorhandene von Pistolenkugeln durchsiebt war.

Abschuss von russischem Kampfjet
Sanktionen: Russland schickt 160 Tonnen türkischer Lebensmittel zurück

Ankara (nex) – Wie der türkische Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Viehwirtschaft, Faruk Çelik, am Mittwoch erklärte, wurden 160 Tonnen türkischer Produkte zurückgeschickt, nachdem die Russische Föderation ein Paket von Sanktionen gegen türkische Lebensmittelexporteure in Kraft gesetzt hatte. Çelik machte deutlich, dass einige der exportierten Güter, die aus Russland zurückgeschickt wurden, auf alternative Märkte umgeleitet wurden. „Über das Jahr gerechnet, werden die Kosten, die durch die russischen Wirtschaftssanktionen bezüglich des Imports ‚mancher Produkte‘ voraussichtliche Folgekosten von etwa 764 Millionen US-Dollar nach sich ziehen“, sagte Çelik. Seit dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs im syrisch-türkischen Grenzgebiet, das zuvor türkischen Luftraum verletzt haben soll, am 24. November hat die Russische Föderation eine Reihe von Sanktionen gegen die Türkei verhängt, darunter eine Ende des visafreien Reiseverkehrs zwischen beiden Ländern und ein Einfuhrverbot für türkische Lebensmittel. Die Regierung hat ihre Bürger zudem zu einem Tourismusboykott gegen die Türkei aufgerufen. Außerdem ist auch die Einfuhr bestimmter Produkte aus EU-Ländern sowie aus Australien, Kanada, Norwegen und den USA nach Russland verboten. Dabei handelt es sich um Gegenmaßnahmen zu den Sanktionen, die zuvor von der EU infolge der russischen Rolle in der Ukraine-Krise verhängt worden waren.

Honorarverhandlungen
Politiker wollen Reform der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Berlin (dts) – Politiker aus Koalition und Opposition haben eine grundlegende Reform der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gefordert. „Die Organisation blockiert sich selbst“, sagte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der „Süddeutschen Zeitung“. „Das muss im Interesse der Patienten, der Kassen und auch der Ärzte aufhören.“Verantwortlich für die schlechte Stimmung und des Misstrauen in der KBV seien im Wesentlichen die Honorarverhandlungen, bei denen immer wieder Gruppen systematisch benachteiligt oder bevorzugt worden seien. Möglich sei dies durch eine völlig undurchschaubare Honorarberechnung, die abgeschafft werden müsse, sagte Lauterbach. „An ihre Stelle sollte eine einheitliche, transparente und simple Gebührenordnung treten, die für gesetzliche und private Versicherte gilt.“ Damit ließen sich viele Ungerechtigkeiten im System der KV abstellen, zeigte sich der SPD-Politiker überzeugt. Zum anderen müssten die Aufgaben der KV in die Fläche verlagert werden. Auch die Gesundheitsexpertin der Grünen, Maria Klein-Schmeink forderte die KBV auf, mehr Transparenz in ihre Bilanzen zu bringen. „Das muss aber auch für die anderen Körperschaften gelten wie zum Beispiel die Krankenkassen.“
 

Flüchtlingsdrama
Türkei: Bodrum benennt Strand nach Aylan Kurdi

Bodrum (nex) – Der Stadtrat des bekannten Ferienortes Bodrum in der südwesttürkischen Provinz Mugla wird dem kleinen Aylan Kurdi ein bleibendes Denkmal setzen, dessen Bild im Sommer die Welt schockierte, nachdem der tote Körper des aus Syrien stammenden Vierjährigen am dortigen Strand angespült worden war. Die örtlichen politischen Verantwortlichen haben beschlossen, den Strand, an dem der kleine Aylan angespült wurde, nach ihm zu benennen. In der ordentlichen Dezembersitzung des Stadtrates von Bodrum im Sevket Sabancı Kultur- und Kunstzentrum im Stadtteil Turgutreis wurde der Beschluss gefällt, den Strand umzubenennen und darauf eine Statue zu errichten, die „Freiheit“ repräsentieren soll. Der Bürgermeister von Bodrum, Mehmet Kocadon, erklärte, die Initiative wäre eine Geste des guten Willens und er stehe in vollem Umfang hinter dem Antrag. „Der Stadtrat von Bodrum arbeitet zurzeit eine Idee zur Umsetzung aus“, erklärte Kocadon. „Ich betrachte diese Initiative als einen Akt des guten Willens. Die Flüchtlingskrise ist ein großes Problem für die gesamte Menschheit. Die Initiative soll auch nicht mit irgendeiner bestimmten politischen Partei in Verbindung gebracht werden. Wir wollen den Antrag als Stadtvertretung Bodrum verabschieden.“ Der Beschluss erging am Ende einstimmig. Anfang September kam Aylan Kurdi ums Leben, als das Boot sank, auf dem seine Familie mit ihm auf eine griechische Insel gelangen wollte. Der kleine Aylan war nicht das einzige Beispiel für das entsetzliche Schicksal, das Syrer in unseren Tagen ereilt.
Flüchtlings-Mädchen "Sena" (Foto: AA)
Flüchtlings-Mädchen „Sena“ (Foto: AA)
Erst am 22. November wurde der tote Körper eines vierjährigen syrischen Mädchens an der türkischen Westküste angespült. Das Mädchen soll gemeinsam mit 14 anderen Personen auf einem Boot gewesen sein, das am 18. November vor der Ägäis-Insel Tülle gekentert war, als man versucht hatte, eine der griechischen Inseln zu erreichen. Nirwan Hassan, eine Frau, die ebenfalls unter den Flüchtlingen auf dem Boot war, identifizierte das Mädchen als die kleine Sena.  
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Innenministerkonferenz
Pistorius: AfD verändert gesellschaftliches Klima auf fatale Weise

Berlin (dts) – Vor der an diesem Donnerstag beginnenden Innenministerkonferenz in Koblenz hat der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) vor einer fatalen Veränderung des gesellschaftlichen Klimas durch die Alternative für Deutschland (AfD) gewarnt. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte er etwa mit Blick auf Internet-Kampagnen oder Fußball-Anhänger: „Mich besorgt, dass die Saat von AfD und Pegida zunehmend auch abseits der politischen Diskussion aufgeht. Die Hemmschwellen im zwischenmenschlichen Umgang sinken inzwischen auch im Alltag, der Hass nimmt zu.“ Gleichzeitig setzte der niedersächsische Innenminister seine Fehde mit AfD-Chefin Frauke Petry fort, mit der er zuletzt am Montag in der ARD-Sendung „Hart aber fair“ aufeinander getroffen war. Dort habe sich Petry zum Opfer stilisiert. „Aber halten wir doch fest: Sie hat auf ihrem Parteitag gesagt, die AfD brauche die Ängstlichen, um Mehrheiten zu bewegen. Damit hat sie bestätigt, was ich ihr vorwerfe, nämlich Ängste zu schüren, um davon politisch zu profitieren“, sagte Pistorius.

NSA-Selektorenlisten
BND-Affäre: Sensburg bezweifelt Klageberechtigung der G10-Kommission

Berlin (dts) – Der Vorsitzende des NSA-Untersuchungsausschusses des Bundestages, Patrick Sensburg (CDU), bezweifelt, dass die G10-Kommission das Recht hat, beim Bundesverfassungsgericht auf Einsichtnahme in die NSA-Selektorenlisten zu klagen. „Ich sehe kein Klage-Recht der G10-Kommission“, sagte er der „Berliner Zeitung“. „Denn sie ist kein Organ des Bundestages. Deshalb kann sie auch keine Organ-Klage einreichen.“ Am Mittwoch hatte der Kommissions-Vorsitzende Andreas Schmidt (CDU) bestätigt, dass die Klage bereits in Karlsruhe eingegangen sei, dabei jedoch betont, dass er ihr nicht zugestimmt habe. Das vierköpfige Gremium, das nicht aus aktiven Abgeordneten besteht, ist verärgert darüber, dass es Überwachungsmaßnahmen des BND zugestimmt hat, ohne zu wissen, dass von ihm gewonnene Daten teilweise auch an den US-Geheimdienst NSA weiter geleitet wurden.