Weihnachtsbotschaft
Theologin: Erzählung vom Weihnachtsmann verführt Kinder zu Atheismus
Köln (nex) – Weihnachtsmann fehle jeder „historische oder theologische Kern“, er sei „ein Mythos ohne Substanz“, sagte die Kölner Theologieprofessorin im Interview der „Welt am Sonntag“. Solche Geschichten könne „man im Jugendalter nicht ins aufgeklärte Denken integrieren und nicht mit Sinn füllen“, sagte Lindner der Zeitung.
Die Erzählung vom Weihnachtsmann gefährde daher die Entwicklung eines erwachsenen Glaubens und begünstige ein Abgleiten in den Atheismus, weil sich dadurch „der Eindruck festsetzen kann, die Weihnachtsbotschaft insgesamt sei substanzfrei – so, wie die Geschichte vom Weihnachtsmann“. Vom Nikolaus oder vom Christkind zu erzählen, sei hingegen empfehlenswert.
Die Geschichten dieser beiden könne man später hervorragend „als Metapher der christlichen Botschaft neu aneignen und in einen aufgeklärten Glauben integrieren“, weil sowohl Nikolaus als auch Christkind eine historische und theologische Substanz besäßen, die erhalten bleibe, wenn der Kinderglaube verblasse.
Zudem schütze eine Phase des Kinder-Glaubens vor einem späteren Abgleiten in den Okkultismus, so die evangelische Theologin und Expertin für Religionspädagogik. Denn: „Wer zu früh über Mythen aufgeklärt wird, neigt im Jugendalter öfter dazu, den verfrühten Verlust dieser Naivität zu kompensieren.
Fernsehen
Hape Kerkeling: „Im Fernsehen ging es zu wie beim Militär“
Der Komiker Hape Kerkeling hadert mit seiner TV-Karriere: „Ich bin ausgelutscht worden von der Unerbittlichkeit, ich war auch viel zu oft im Fernsehen, dennoch hat es irgendwie hingehauen“, sagte Kerkeling dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“
„Und wenn Sie mich jetzt fragen, ob ich mich wohlgefühlt habe in meinen Shows, dann lautet die Antwort: nein.“ Bevor er ins Fernsehen gekommen sei, habe er nicht vermutet, dass es dort so zugehe, „wie ich dachte, dass es nur beim Militär geschehe“. Auch habe er in manchen Sendern Menschen kennengelernt, „die gewisse Störungen aufwiesen und in verantwortlichen Positionen saßen“, so Kerkeling. Schon bei der Produktion seiner ersten TV-Show 1984 sei ihm klar gewesen: „Das mache ich nicht ewig. So schnell ich kann, will ich da wieder raus. Und das waren halt jetzt 30 Jahre.“ Im vergangenen Jahr beendete Kerkeling seine Tätigkeit fürs Fernsehen und brachte seine Autobiografie heraus.
2. Bundesliga
Leipzig schlägt Duisburg 4:2
Leipzig (dts) – RB Leipzig hat am 17. Spieltag in der 2. Bundesliga mit 4:2 gegen den MSV Duisburg gewonnen. Leipzig startete mit viel Druck in die Partie, doch in der 17. Minute brachte Kevin Wolze die Gäste aus Duisburg zunächst in Führung. Die Gastgeber griffen jedoch weiter an und in der 27. Minute gelang Yussuf Poulsen der Ausgleich.
In der zweiten Spielhälfte zeigten sich die Duisburger mutiger, in der 79. Minute traf Kevin Scheidhauer dann zum 2:1 für den MSV. In der 85. Minute gelang Nils Quaschner allerdings der erneute Ausgleich, nur zwei Minuten später legte Atinc Nukan nach, in der 90. Minute traf Poulsen ein weiteres Mal. Unterdessen gewann der FC St. Pauli mit 2:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern, der VfL Bochum und der 1. FC Heidenheim trennten sich 1:1.
Islam
Das Experiment: Bibelverse als Korantexte
Amsterdam (nex) – Ein soziales Experiment zweier Niederländer offenbarte, wie stark Vorurteile und Halbwissen über den Islam in westlichen Gesellschaften wirken. Dabei haben die beiden Niederländer erst eine Bibel in den Umschlag eines Koran gesteckt und Passanten auf der Straße einige Bibelverse vorgelesen.
Als vermeintliche Koranverse wurden im Zuge des Experiments Aussagen aus der Bibel vorgelesen, darunter auch kontroverse wie „Eine Frau lerne in der Stille mit aller Untertänigkeit“ (Tim 2:11) oder „Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen; beide werden mit dem Tod bestraft“ (Lev 20, 13).
Die Reaktionen des Publikums waren die weithin erwarteten: Die Passanten erklärten unter anderen, der Koran wäre „aggressiver“ und „weniger friedlich“ als die Bibel. Als die Teilnehmer darüber aufgeklärt wurden, dass ihnen ein Streich gespielt wurde, und man ihnen nicht aus dem Koran, sondern aus der Bibel vorgelesen hatte, reagierten die Teilnehmer äußerst überrascht und ein junger Mann räumte ein, er wäre wohl voreingenommen, aber sich dessen nicht bewusst.
Eine wesentliche Rolle an falschen Wahrnehmungen wurde dabei den Medien zugeschrieben. Das Video zeigt auf eine sehr aussagekräftige Weise die Vorurteile und den parteiischen Blick auf den Islam in der westlichen Welt.
"Gewaltspirale durchbrechen"
Gauck ruft Israelis und Palästinenser zu Aussöhnung auf
Jerusalem (dts) – Bundespräsident Joachim Gauck hat Israelis und Palästinenser zu Aussöhnung aufgerufen.
„Ich wünschte, Juden und Palästinenser könnten die endlose Spirale der Gewalt endlich durchbrechen und friedlich und selbstbestimmt zu einem Miteinander finden“, sagte Gauck anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Hebräischen Universität Jerusalem am Sonntag. Ziel seien ein „Leben in Würde, in Gerechtigkeit, in Freiheit und Sicherheit – gleichermaßen für alle“, betonte der Bundespräsident. Dazu müssten gemeinsam neue Handlungsräume erschlossen werden, um neuen Gefahren zu begegnen. „Ich spüre es an mir selbst: Jetzt, wo der Terror näher an uns in Westeuropa heranrückt, kann ich besser jene Bedrohung erfassen, in der die Israelis seit Jahrzehnten leben“, sagte Gauck.
EU-Beitritt Türkei
Strobl (CDU): Wir werden der Türkei mehr bieten müssen
Berlin (dts) – In der Flüchtlingskrise bereitet sich die CDU auf sehr weitgehende Zugeständnisse an die Türkei vor:
„Wir waren für eine `privilegierte Partnerschaft` mit der EU, jetzt werden wir deutlich mehr bieten müssen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion und Baden-Württembergische Landesvorsitzende, Thomas Strobl, der „Welt am Sonntag“ : „Ich kann mir vorstellen, dass wir der Türkei eine genauso enge wirtschaftliche Zusammenarbeit anbieten, wie sie die EU mit Norwegen oder der Schweiz pflegt. Das ist sehr viel, aber keine Vollmitgliedschaft.“ Das `norwegische Modell` könnte die richtige Lösung für die Türkei sein“, wirbt Strobl. Norwegen ist das am weitesten in die EU-Strukturen integrierte Drittland.“
Es nimmt am Binnenmarkt teil und übernimmt die Regeln der Gemeinschaft in diesem Bereich. Außerdem ist Norwegen auch in die EU-Finanzmechanismen integriert. Auch in der Frage der Visaliberalisierung ist die Partei Angela Merkels bereit, den Wünschen des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan weit entgegen zu kommen:
„Türkische Geschäftsleute, die langjährige wirtschaftliche Beziehungen in EU-Staaten pflegen, können wir von der Visumspflicht befreien“, so Strobl: „Da habe ich als Innenpolitiker keine Probleme.“ Zurzeit verhandelt Brüssel mit Ankara über eine Begrenzung der Zuwanderung über die Ägäis. Strobl stimmte seine Partei auf harte Kompromisse ein: „Das Entgegenkommen der Türkei kostet uns im günstigsten Fall viel Geld. Wahrscheinlich werden wir aber auch einen politischen Preis zahlen müssen.“
VW-Abgasskandal
Porsche will trotz VW-Affäre weiter mit Audi kooperieren
Berlin (dts) – Der Sportwagenbauer Porsche wird die Zusammenarbeit mit der Schwestermarke Audi als Folge der VW-Abgasaffäre nicht zurückfahren. Der „Welt am Sonntag“ sagte der neue Porschechef Oliver Blume: „Im Gegenteil: Wir werden künftig noch enger zusammenarbeiten. Porsche ist immer noch ein verhältnismäßig junges Mitglied im Volkswagen-Konzern. Von einer noch engeren Kooperation können Audi und Porsche nur profitieren.“
Audi hatte an Porsche Motoren geliefert, die aufgrund ihrer Abgaswerte in der Kritik der US-Umweltbehörde EPA stehen. Porsche muss nun in den Vereinigten Staaten 13.000 Cayennes mit V6-TDI-Motoren zurückrufen. „In Abstimmung mit den Kollegen von Audi wird derzeit intensiv an Lösungen gearbeitet; diese werden wir den US-Behörden innerhalb der vorgeschriebenen Frist von 45 Tagen vorstellen“, erklärte Blume das weitere Vorgehen. Blume kündigte an, mit Porsche keinen Wachstumskurs fahren zu wollen.
„Entscheidend ist nicht, immer mehr Autos zu verkaufen, sondern wertschaffend zu wachsen. Volumen ist für uns nicht entscheidend. Das werden wir auch in Zukunft so halten“, sagte er. „Porsche hat heute rund drei Promille Weltmarktanteil. Der wird sich auch in der kommenden Zeit kaum ändern.“ Wenn ein Absatz von 250.000 Fahrzeugen oder sogar 300.000 Autos in Zukunft erreicht werden könne, freue ihn das. „Aber es geht uns nicht darum, eine solche Zahl zu erreichen“, so Blume. Für die Zukunft werde sich Porsche auf die Digitalisierung von Autos, alternative Antriebe sowie neue Geschäftsfelder entlang der Wertschöpfungskette des Automobils konzentrieren.
„Zentraler Bestandteil unserer Strategie für die nächsten zehn Jahre ist das Innovationsmanagement. Das werden wir deutlich ausbauen“, sagte Blume. „Derzeit untersuchen wir neue Geschäftsfelder, die typisch für Porsche sind und die unser Portfolio ergänzen. Dazu gehört auch die eigene Wertschöpfung.“ Der erste rein elektrisch angetriebene Porsche, der Mission E, werde in Stuttgart-Zuffenhausen gebaut.
Kampf gegen den Terror
Stoltenberg: Die Türkei bekämpft Finanzierungsquellen des IS
Brüssel (dts) – NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hält die Vorwürfe Moskaus, die Türkei betreibe Ölhandel mit der Terrororganisation IS, für unzutreffend. „Diese Beschuldigungen werden von der türkischen Regierung scharf zurückgewiesen“, sagte Stoltenberg der Zeitung „Bild am Sonntag“. „Was ich weiß: Die Türkei ist Teil einer Koalition, die genau diese Finanzierungsquellen von ISIS bekämpft. Sie verübt Luftschläge gegen die Ölraffinerien und Transportwege der Terroristen.“
Auch dürfe man nicht vergessen, dass die Türkei im Kampf gegen IS „an der Frontlinie“ sei: „Und sie ist der Nato-Partner, der mit über zwei Millionen Flüchtlingen von der Krise am meisten betroffen ist.“ Zur Zukunft des syrischen Diktators Assad sagte Stoltenberg: „Ein Ziel der Verhandlungen ist, einen Übergang zu einer neuen Regierung in Syrien zu schaffen. Es fällt schwer, Assad als Teil so einer Lösung zu sehen, da er den Krieg in Syrien begonnen hat, und chemische Waffen gegen seine eigene Bevölkerung einsetzte. Er ist für so viele Grausamkeiten verantwortlich, dass er nicht als Teil einer langfristigen Lösung vorstellbar ist.“
Islam-Reform
Kretschmann (Grüne): „Der Islam muss sich von gewalttätigen Exzessen reinigen“
Berlin (dts) – Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat die Muslime in Deutschland zu einer „Reformation“ des Islam aufgerufen. „Der Islam steckt in einer Krise“, sagte Kretschmann der „Welt am Sonntag“. Es gebe vermehrt fundamentalistische Strömungen, die sich auch gegeneinander richteten.
„Da ist meines Erachtens Reformation angesagt. Dieses Problem können nur die Muslime selbst lösen.“ Die Muslime müssten sich darum kümmern, dass der aufgeklärte Islam in Deutschland sich nicht zu einem arabischen Islam entwickle, forderte Kretschmann. Sie müssten ihre Stimme erheben, wenn der Islam missbraucht werde. „Der Islam muss sich von diesen gewalttätigen Exzessen reinigen“, sagte der baden-württembergische Regierungschef. Dass sich eine Religion immer wieder reinigen müsse, sei nichts Neues.
„Das musste das Christentum auch“, erklärte der Katholik. „Jede Religion muss darauf achten, zeitgemäß zu sein. Das ist die Aufgabe der Muslime.“ Es gehe nicht darum, von den Muslimen andauernd zu verlangen, sich vom Terror zu distanzieren, sagte der Grünen-Politiker. Es gehe um viel mehr. Ängste vor einer Islamisierung des Landes nannte Kretschmann „abwegig“. „Diese Angst ist komplett unbegründet“, sagte er. „Wie viele Muslime sitzen denn eigentlich in unseren Parlamenten? Wie viele sind Bürgermeister?“ Er selbst habe in Baden-Württemberg nur eine Bürgermeisterin mit Migrationshintergrund gefunden – sie habe italienische Wurzeln. „Eine Islamisierung unserer Gesellschaft wird es nicht geben.“ Deutschland werde aber kulturelle Veränderungen erleben – etwa durch den Bau von Moscheen und normales islamisches Leben wie das Fasten im Ramadan. „Das ist gut und erwünscht.“
Su-24-Abschuss
Luftfahrtexperte Tom Cooper: Türkische Luftabwehr trifft keine Schuld am Su-24-Abschuss
Veraltetes Gerät und die verpasste Ankündigung des Einsatzes durch Russland haben die türkische Luftabwehr annehmen lassen, syrische Bomber seien im Anflug.
Wien (nex) – Wie die Tageszeitung „Die Presse“ berichtet, hat der in Wien geborene, renommierte Militärluftfahrtexperte Tom Cooper den Hergang des Abschusses des russischen Su-24-Kampfflugzeugs an der syrischen Grenze rekonstruiert.
Dabei ist er zu dem Ergebnis gekommen, dass die russische Darstellung, die Flugzeuge seien von der türkischen Luftwaffe in einen Hinterhalt gelockt worden, sehr unwahrscheinlich sei. Es sei vielmehr davon auszugehen, dass veraltetes Gerät und die versäumte Ankündigung des Einsatzes gegenüber der türkischen Luftabwehr dazu führten, dass die türkische Seite von syrischen Jets ausgegangen sei, die sich der Grenze genähert hätten.
Auch gebe es tatsächliche Anhaltspunkte dafür, dass die russische Seite nicht auf Notrufe reagiert habe. Tom Cooper schreibt in seinem Artikel in der „Presse“, er habe persönlich türkische, syrische, russische, US- und Nato-Quellen ausgewertet und mit Ansprechpartnern gesprochen, die allerdings auf Grund der Brisanz der Angelegenheit nicht namentlich genannt werden wollten.
Da die üblichen Funkgeräte älterer russischer Kampfflugzeuge – und zu diesen gehört etwa auch der in diesem Fall zum Einsatz gekommene „Fencer“ – nicht in der Lage sind, ohne ein Zusatzmodul die weltweit üblichen Notruffrequenzen abzuhören, dieses Zusatzmodul aber offenbar teilweise fehle, sei bereits nach den ersten Zwischenfällen mit russischen Kampfflugzeugen an der syrisch-türkischen Grenze vereinbart worden, dass Russlands Einsätze in Grenznähe jeweils zwölf Stunden vor jedem Einsatz angekündigt werden sollten.
Dies sei, so Cooper, im vorliegenden Fall offenbar unterblieben. Zudem sei eine Hotline eingerichtet worden, die die Türken nutzen sollten, die russischen Militärs zu warnen, falls sie der Grenze zu nahe kommen. Exakt dies war Coopers Recherchen zufolge am 23. November nicht erfolgt. Beim Anflug an die türkische Grenze, der erforderlich war, weil die veraltete Navigationsanlage der Su-24 sonst nicht in der Lage gewesen wäre, ihre Ziele präzise genug anzusteuern, sollen zehn über die üblichen Notrufkanäle übermittelte Warnungen unbeantwortet geblieben sein.
Auch eine finale Rückfrage bei der Zentrale sei ergebnislos geblieben. Die russischen Transpondersignale zur Eigen-Identifikation waren und seien zudem für Luftwaffen von Nato-Staaten momentan nicht „lesbar“. Die Fluggeschwindigkeit des Jets zu diesem Zeitpunkt war gering, da das veraltete Gerät erst die erforderlichen Anflugskoordinaten berechnen musste.
Auch dies stütze die zuvor stark umstrittene türkische Darstellung. Da mangels Vorankündigung keine russischen Maschinen erwartet wurden, ging man nun auf türkischer Seite offenbar davon, dass es sich um Maschinen der syrischen Luftwaffe handeln würde, mit deren Kampfjets es in der Vergangenheit bereits wiederholt gravierende Grenzzwischenfälle gegeben hatte. Für die Türkei konnte es sich nur um Kampfflieger der Syrer handeln. Mit diesen haben die Türken noch Rechnungen offen: Syrische Kampfflieger haben nicht nur im Juni 2012 in internationalem Luftraum eine türkische „Phantom“ abgeschossen, sondern auch unzählige Male türkischen Luftraum verletzt und mit Raketen und Artillerie in die Türkei gefeuert. Mindestens sieben Menschen starben.
(Videoquelle: youtube)


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